Papierberge

Habt Ihr Euch schon mal überlegt wie es wäre alle Unterlagen, die man so im Leben besitzt (Rechnungen, Verträge, Bescheide, Versicherungsunterlagen, Medzinberichte, Zeugnisse, Urkunden, Rezepte, Notizen, Fotos usw.) NICHT in Ordner oder Kisten zu lagern…sondern einfach so irgendwie irgendwo in die Schränke zu packen.

ICH kann es mir jetzt vorstellen…denn ich habe es erlebt.  Mein Vater ist 78 Jahre alt geworden und besaß keinen einzigen Ordner…KEINEN. Alles an Papierkram war entweder wild in irgendwelchen Klarsichthüllen grob sortiert oder (und das war es hauptsächlich) einfach zurück im Umschlag und dann auch noch Umschlag in  größere Umschläge zusammen gefasst, verteilt auf 3 verschiedene Schränke im Wohnzimmer…

Jetzt sollte man an dieser Stelle noch wissen, mein Vater war Beamter…es also von berufswegen gewohnt mit Papieren und Bescheiden zu hantieren…alles noch im „Vor-Computer-Zeitalter“,  also als es noch üblich war,  einzelne Vorgänge in Hängeregistraturen oder Aktendeckeln zu ordnen,  zu beschriften und abzulegen.

Warum mein Vater es mit seinem eigenen Kram nicht geschafft hat ,ist mir unerklärlich, zumal er immer etwas anderes erzählt hat…alle Papiere wären zusammen getragen und für den Falle seines Todes leicht und geordnet an einer Stelle gesammelt…. Hier merkt man wieder den Anspruch den er eigentlich an sich selbst hatte und die mangelnde Ausführung auf der anderen Seite.

Dabei war mein Vater durch seine vielen Krankheiten und als Privatpatient mit Papieren schon durch die Arztrechnungen und Krankenkassenbescheide und Beihilfebescheide schon mehr mit Papieren gesegnet, wie ein normaler gesunder Mensch es üblicherweise ist.

Wir hatten zu viert (mit meiner Schwester und meinem Schwager) alle Papiere zusammen zu tragen und ich hab dann sortiert…es hat Tage gedauert alles grob zu sortieren …denn so kam es das  Arztrechnungen aus 2008, neben einem Mietvertrag aus 1966 und einer Versicherung aus 2014 nebeneinander lagen. Und jedes Stück Papier hat den Geruch von Qualm ausgedünstet….Ich bin Nichtraucher und manchmal ist mir schlecht davon geworden.

In großen Einkaufstaschen hab ich die Papiere mit nach Hause gebracht und sortiert wie beim Goldwaschen….grob sieben, feiner sieben, noch feiner sieben ….genau so hab ich sortiert….und noch einmal und noch einmal….immer feiner den Wust an Papieren der notwendig ist, noch benötigt wird oder aufhebenswert ist geordnet…ich hatte mich ja bereit erklärt den Nachlass  unseres Vaters zu übernehmen…also den ganzen Verwaltungskram.

Nach 2 Monaten mit so manchem verzweifelten Abend auf dem Boden vor den Unterlagen hockend,, hab ich fast alles geschafft…Anträge über Anträge gestellt, mich um die Bankkonten gekümmert, Rechnungen  bezahlt, Geldeingänge überwacht, Einsprüche eingelegt und mit Versicherungen und Vereinen kommuniziert, Briefe geschrieben…Jetzt sind so ca.80% aller Dinge erledigt…. Und immer noch werden Dinge abgebucht, die schon längst bestätigt hatten dass  alles gestoppt wurde…jajaja…

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