Umzug – Drama in 3.Teilen / III.

Teil 3: Schlimmer geht immer

…meine Couch besteht aus 3 Teilen…und gleich zu Anfang sollte das größte Teil von zwei  Möbelpackern nach oben gebracht werden, während der  Teamverantwortliche noch mit der Disponentin der Umzugsfirma über das Ganze diskutierte.

Das mit der Couch wurde zu einem Problem, das Treppenhaus ist schmal und oben kamen die mit dem Ding einfach nicht um die Ecke….jeden Kniff und Trick haben die versucht…aber immer fehlten 10-15cm… es ging einfach nicht.

Der Jüngste von den Dreien,  eine Frohnatur aus Syrien, meinte  immer wieder…machen Sie sich keine Sorgen…wir kriegen das hin….ich glaubte da schon nicht mehr daran… Gar kein Problem…dann eben über den Balkon….aber  der Verantwortliche meinte nur …das geht nicht mit nur 3 Leuten…das brauchen die entweder so einen Möbelaufzug oder 5 Personen …. Fällt also aus.

Wieder mit der Disponentin telefoniert …und was sagte die Dame da zu mir: ja – was machen wir denn nun? Da bin ich mal so richtig laut geworden : WIR? Wir machen hier mal gar nichts – SIE kümmern sich jetzt mal darum das meine Couch in meine Wohnung kommt…SIE kümmern sich darum das hier noch ein paar Helfer herkommen oder SIE finden eine andere Lösung, ich habe weder einen Kellerraum noch eine Garage um so ein Möbelstück unterzubringen….und das ich es unmöglich finde wie diese katastrophale Planung auf dem Rücken ihrer Mitarbeiter ausgetragen wird und zu MEINEN Lasten geht…da es ja inzwischen schon fast 21 Uhr war und ich ja noch 500km zurück fahren muss, weil ich am nächsten Tag wieder arbeiten muss, das ICH jetzt schon weiß, dass ich Ärger in der Firma bekomme, weil ich es eben NICHT mehr schaffe zurück zu fahren, weil der LKW ja immer noch VOLL mit meinen Sachen ist….usw… das ich wenn ich denen etwas Böses wollte, wegen der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden dieser 3 Mitarbeiter das zur Anzeige bringen könnte und das SIE sich jetzt um eine Lösung kümmern  MUSS -….lach…ich war weder leise, noch hysterisch…ich war einfach nur  klar in der Stimme und kalt und sachlich im Ausdruck ….und der Teamverantwortliche schaute mich nur an und es wirkte so, als ob ihm meine klaren Worte als Zuspruch zu seiner Situation gut taten.

Wir haben dann weiter ausgeladen und die anderen Möbel usw. nach oben gebracht….nach ca. 30 Minuten wurde mir wieder das Telefon in die Hand gedrückt: Die Disponentin hatte eine Lösung: Das Teil wird wieder auf den LKW geladen und bei seiner Spedition in der Nähe geparkt und die Spedition macht dann einen Termin mit mir und bringt so einen Möbelaufzug mit um das Ding über den Balkon in die Wohnung zu hieven….Okay – einverstanden….aber ich komme erst wieder im September hier hin….okay das wird berücksichtigt.

Ein Problem gelöst…aber das nächste stand schon in den Startlöchern.

Da es ja inzwischen schon Abend war, wurde es dunkel…ich hatte mit so einem späten Aufbau ja nicht gerechnet und so fehlte es an ausreichend Licht…Also bat ich den Teamverantwortlichen doch jetzt schon die Wohnzimmerlampe anzubringen….und das tat er auch….(hier merkte man dann seine Erschöpfung: die längliche Lampe sollte über dem länglichen Tisch angebracht werden….jeder der klar denkt würde die Lampe automatisch genau so anbringen…er hat die Lampe quer zum Tisch angebracht…da musste ich lachen: als ich ihn darauf aufmerksam machte hat er erst mal mit den Augen gerollt, weil es ihm gar nicht aufgefallen war)….so dann hing die Lampe richtig …aber irgendwie sah es anders aus als in meiner alten Wohnung…JA sagt er – die Decken sind niedriger.

……………….. !!! ………………………….. SCHEI….E ………………………………mein Kleiderschrank!!!!

Ich hatte die Höhe der Räume nicht gemessen…und meine Vermieterin meinte auch, es wäre eine Deckenhöhe von 2,50m….nein, nach dem Messen war klar, es sind nur 2,40m….und wie hoch war nun mein Kleiderschrank…………….bange Minuten später: 2,40m ABER für die Schwebetüren werden noch 1-3 cm zusätzlich benötigt, damit war  klar, der Schrank kann so nicht aufgebaut werden….selbst ohne die Schwebetüren…es bleibt einfach KEIN Spielraum für Unebenheiten.

….. aus meinem Mund flossen ein paar Schimpfwörter in meine eigene Richtung und aus meinen Augen ein paar Tränen…DAS musste ich erst einmal verarbeiten….Das war mein eigener Fehler….WAS also nun mit dem Kleiderschrank…

Minuten später hatte ich mich wieder gefangen: okay – der Schrank wird ausgeladen und in Einzelteilen einfach im Schlafzimmer abgelegt und ich muss dann den Schrank entweder entsorgen oder verkaufen….Es war zu dem Zeitpunkt bereits nach 23 Uhr….da meinte der Teamverantwortliche…NEIN – dann müssen Sie die schweren Teile ja wieder runter tragen…wir finden eine Lösung und hat WIEDER mal telefoniert mit der Disponentin…immerhin hab ich ja auch mit abgeladen…er wollte versuchen mit ihr zu klären, das die Firma den Schrank für mich entsorgen…und es hat sogar noch besser geklappt….der 3. Möbelpacker im Bunde meinte er könnte mit dem Schrank etwas anfangen…PRIMA. !!!!  

Nun hab ich also keinen Kleiderschrank mehr…diese kommende  Ausgabe für einen Neuen war nicht geplant…aber das ist meine eigene Schuld…nur was mache ich mit den Klamotten die auf Bügeln-hängend ausgepackt werden müssen….okay, also einen Schrank mit 1m Breite hab ich ja noch…die wichtigsten Sachen dort hinein, den Rest auf die Matratze gelegt, darüber die Bettdecke, darüber eine große Abdeckfolie…ich komme ja wirklich erst im September wieder hier hin…

Irgendwann  hab ich dann noch meine Chefin per SMS informiert, das ich am Mittwoch leider nicht arbeiten kommen kann…weil ich in  hier einfach nicht rechtzeitig losgekommen bin und auch zu fertig um ohne Schlaf  noch in der Nacht zurück zu fahren….Na klar hat sie mir noch den einen Tag genehmigt…den muss ich dann am Wochenende eben nacharbeiten.

So um 23.15 Uhr kam dann noch mal meine Vermieterin und bat darum, dass die Haustür doch bald mal geschlossen wird…und da war ja auch schon fast alles erledigt. Eine der Diskussionen des Teamverantwortlichen mit der Disponentin ging darum, das diese den 3 Männern, die 3 Umzüge an Einem Tag mit der Hälfte der Leute durchführen mussten, jetzt nicht mal ein Hotelzimmer  genehmigt hat…die mussten auch noch in dem LKW übernachten.

Ich finde das unglaublich…der Teamverantwortliche hatte mich ganz vorsichtig gefragt ob die wohl bei mir duschen dürfen…na klar – überhaupt kein Problem…die taten mir sowieso schon extrem leid. Das ist auch ein Form der modernen Sklaverei.

Es war also fast Mitternacht als die dann in den Möbelwagen zum Schlafen gingen und ich es mir noch eine Nacht auf meiner Gäste-Matratze bequem machte…und bereits um 7 Uhr morgens hörte ich wie die  der Möbelwagen schon wieder weiter fuhr.

Der Fahrer des  Möbelwagen hat  in seiner Ruhe-Phase ja als 1 von 3  Möbel und Kisten geschleppt und dann weniger als 7 Stunden Pause gehabt…so richtig erlaubt ist das  m.E. so auch nicht.

5 Gedanken zu “Umzug – Drama in 3.Teilen / III.

  1. Umzüge sind, egal wie, immer schrecklich, finde ich.
    Aber was das für Arbeitsverhältnisse bei der Spedition sind, ist schon menschenverachtend bzw. schlichtweg Ausbeutung.

    Gefällt 2 Personen

  2. Hallo Wirbelwind,
    ich fühle mit dir. Für mich gibt es nichts schlimmeres als Termine, die nicht eingehalten werden.
    Bzgl. Der Arbeitszeiten der drei Möbelpacker: Das ist so nicht erlaubt. Es darf max. 10 Srunden am Stück gearbeitet werden. Danach sind mindestens 8 Stunden Pause erforderlich!

    Gefällt 1 Person

      1. Und aufgeschrieben – kenne ich – früher war das bei uns normal – habe ich in der Woche zu viele Stunden gemacht, wurde das auf Sanstag gutgeschrieben. Da konnte 10 Stunden untergebracht werden 😱

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