Nach Auflösung des Staus kam ich dann irgendwann am Vormittag an meinem Zielort an. Ausgangspunkt für meine Tour in den Naturpark Lüneburger Heide: Döhle.

Schon allein die Vorbereitungen auf dem Parkplatz direkt in Döhle brachten mir eine entspannte Urlaubsstimmung, da von hier aus auch die Kutschfahrten in das Naturschutzgebiet starten….Wann sehen wir Städter schon mal Pferdekutschen….

Ich hab mich für den heutigen Tag mal wieder gegen einen Rucksack und für die Packtaschen entschieden…was bei den Bodenbeschaffungen im Park zu einigen Schreckmomenten führte…. auf dem extrem trockenen und sandigen Boden in Verbindung mit dem böigen Wind, fand mein Fahrrad manchmal nicht genügend Halt und das Gleichgewicht so auszubalanzieren, geht mit dem Rucksack auf dem Rücken eben doch einfacher ….jaaa und einmal wurde ich so abrupt vom Sand gestoppt, das ich mit dem Rad seitwärts im Heidekraut landete…lach….nichts passiert…

Von Döhle ging meine Tour in Richtung Wilseder Berg, weiter in Richtung Niederhaverbeck und Overhaverbeck mit einem Mittags-Stopp in Garten eines Landgast-Hofs… später ging es weiter in Richtung Sellhorn um dann irgendwann einfach quer rüber nach Undeloh zu fahren und um dann in Sundermühlen den Heimweg in Richtung Döhle anzutreten.

DAS war KEINE geplante Tour…ich bin wie immer einfach drauflos gefahren und habe mich an den Wanderschildern orientiert..Es gibt so viel Namen die mir vertraut sind…die ich aber ohne die Schilder kaum wieder gefunden hätte: Wilseder Berg, Totengrund usw. …und manchmal hab ich einfach Wege genommen, die mir gefallen haben oder wo es ruhiger war.

Es waren schon viele Menschen unterwegs….aber so mittendrin…waren es eher Reiter und Pferdekutschen, die mir begegnet sind…Die Pferdekutschen haben den pulverigen Heidesand in einer Wolke vor sich her getrieben…als ich einmal nicht mehr ausweichen konnte, hab ich meinen Schal über die Nase gezogen….der Kutscher meinte lachend „feinstes Heide-Puder“ ….ja das stimmt… am Ende des Tages war ich über und über mit einer feinen Sandschicht überzogen, wie mit Zuckerstreuseln und Zuhause bin ich von der Eingangstür ohne Umwege direkt unter die Dusche gegangen….dort wo meine Kleider lagen ist ein kleiner Sandhaufen entstanden…und inzwischen knirscht es in der ganzen Wohnung auf dem Boden…lach..das auffegen hat nicht soo viel gebracht….da hilf nur freucht wischen.

Was ich immer wieder vergesse ist, wie bergig es doch in der Heide ist…hahhaha und zusammen mit dem sandigen Boden, teilweise auch Kiesboden oder Kopfsteinpflaster ist der Naturpark nicht gerade geeignet für Radfahrer…aber allein die Größe des Parks macht es mit dem Rad schöner….auch wenn ein Großteil der Aufmerksamkeit auf dem Weg liegen muss…wie erwähnt hab ich einmal die vor mir liegende Sandstrecke zu spät bemerkt und ich war einfach zu schnell…konnte den abrupten Stopp im Sand nicht mehr ausgleichen und fiel einfach um….aufgefangen vom Heidesand und Heidekraut.

Die Fahrt an sich war rein körperlich also anstrengender als die insgesamt 39km vermuten lassen….Hoch, runter, die unebenen Wege, der böige Wind, den Menschen ausweichen…gestern Abend war ich platt und heute spüre ich vor allem die Muskulatur oberhalb der Kniee….

Ich habe viele Stopps eingelegt um die Schönheit der Landschaft aufzunehmen…und die Sonne war viel wärmer als gedacht…zumindest wenn der Wind mal nur wenig wehte und es war einfach himmlisch die Wolken zu beobachten…..und erst gegen Abend hab ich mich auf den Heimweg gemacht.

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3 Gedanken zu “Fahrrad-Tour #4 – Lüneburger Heide

  1. Dein Sand- / Wäschehaufen erinnert mich an unsere Quodtour durch die Wüste. Erst wollten sie uns gar nicht zurück ins Hotel lassen. Nachdem wir unsere trockenen Kehlen kurz gespült hatten wurde die Lobbybar eilends hinter uns her gereinigt. Beim Duschen fanden wir Sand an Stellen die wir gar nicht kannten 😂

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