Da hab ich heute Vormittag einen unerwarteten Anruf erhalten….
und jetzt…jetzt hab ich meine unbekümmerte Freude für den Moment etwas verloren.
Der beste Freund meines Ex-Freundes hat mich angerufen…und wir haben NIE miteinander telefoniert oder Kontakt gehalten….und nach ein paar Minuten Smalltalk hab ich nach dem Grund seines Anrufs gefragt…
Meinem Exfreund geht es nicht gut….um nicht zu sagen, es geht ihm schlecht. Der Krebs ist zurück…vor 10 Tagen wurde er erneut operiert und seine Chancen stehen 50/50…. so zumindest die Aussage des Freundes….es ist bereits das 4. Mal das der schwarze Hautkrebs angreift…und dieses Mal hat der Krebs wohl auch gestreut.
Der Freund meint, er ist schmal geworden und er ist wohl auch ruhig geworden…was überhaupt nicht seinem Naturell entspricht. Seine Mutter hat ihn zu sich geholt, so ist er jetzt nach der OP und während der weiteren Therapie nicht alleine…Autofahren darf er wohl auch nicht mehr….aber warum nicht, das konnte er mir nicht sagen.
Die OP war dieses Mal wohl am Bauch…aber so richtig wusste der Freund auch das nicht…aber er wollte ,das ich das wenigstens weiss das es ihm nicht gut geht… dafür bin ich ihm auch dankbar.
Ich hab eine Weile gebraucht, um die Info zu begreifen….und jetzt kreisen meine Gedanken ständig im Kopf und ich muss überlegen, wie ich damit umgehe.
…und immer wieder sage ich mir, es ist nicht meine Schuld das der Krebs wieder da ist…als ich mich getrennt habe, hatte er einen festen Job, war seit einiger Zeit gesund, hat Sport gemacht…seine sonstigen organisatorischen Probleme waren soweit gelöst….ich hab ihn also nicht hängen lassen, als es ihm schlecht ging….sondern bin gegangen, als es ihm gut ging…
… und trotzdem regt sich mein tief verwurzeltes Verantwortungsbewusstsein und verbreitet in meinem Innersten eine Art Schuldgefühl…ich versuche das Gefühl klar zu erkennen und umzuwandeln in noch mehr Mitgefühl und Anteilnahme…denn ich wünsche ihm ja nichts Schlechtes.
Im Gegenteil, ich wünschte es ginge ihm gut und er könnte mit seiner oft übersprudelnden jungenhaften Unbekümmertheit seinem Leben nach unserer Trennung eine positive Wendung geben…einen Neuanfang starten….eine neue Liebe finden …und es bekümmert mich – nein es schockiert mich, das es ihm jetzt schlecht geht…
… … … ich hoffe er findet die Kraft weiter gegen den Krebs anzukämpfen und bin froh, das seine Mutter und sein bester Freund für ihn da sind…
Ich hab ihm dann erst einmal eine WhatsApp geschrieben ….