Helgoland  – 1.Teil – Überfahrt

Die zweite Nacht ging zu Ende,  in der ich nicht so richtig schlafen konnte…aber immerhin ist jetzt Wochenende. Nur das mit dem Ausschlafen ging nicht….Heute geht`s von Büsum nach Helgoland.

Samstag Morgen 5.15 Uhr der Wecker klingelt, 6 Uhr fertig mit Duschen, Anziehen und Frühstück bereiten, 6:45 Uhr  fertig mit den sonstigen Vorbereitungen und alles im Rucksack verstaut…noch mal schnell die Adresse des Parkplatzes am Fähranleger Büsum nachgeschaut, den Korb mit Frühstück, Kaffee usw. schnappen und alles ins Auto verfrachtet…incl. Corona-Negativ-Test, Windjacke, Sonnen-Regen-Cappi und……??  Noch einmal aus dem Auto in die Wohnung, das vergessene Halstuch holen….so jetzt aber…. 7 Uhr Abfahrt….

Das Wetter war in Pinneberg bei 16 Grad sehr trübe, dafür ohne Regen und so sollte es auf Helgoland auch werden….

Die Fahrt auf der Autobahn dauerte nur 1 Stunde….wenig Autos unterwegs… hinter dem Nordostsee-Kanal musste ich jedoch die Geschwindigkeit massig reduzieren….ein sehr heftiger Regen kam da runter…kurz vor Heide war wieder alles strahlend schön und fast sonnig…aber nur fast….

Dieses Mal hat das Timing mit Schwester+Schwager besser gepasst…für 5 EUR konnte man quasi direkt am Fähranleger im Hafengebiet Büsum sein Auto den ganzen Tag stehen lassen….und obwohl es langsam voll wurde, stand ich mit meinem Auto dann direkt neben den Beiden….die waren auch erst ein paar Minuten früher angekommen und hatten schon mal unsere Tickets abgeholt.

Es waren auch hier 16 Grad, aber so ganz ohne Sonne und mit einer Menge Wind….Mein Schwager mit kurzer Hose und nur im kurzärmeligen Hemd und Weste fror ein wenig…hätte es aber nie zugegeben….aber sein Gegrummel über die Wetterverhältnisse waren eindeutig. Wir Mädels haben geschmunzelt, aber ich hatte schon Befürchtungen wenn das Wetter so bleibt, wird das für den Schwager keine schöne Fahrt und damit auch nicht für uns…immerhin sind wir 2x 2 Stunden auf dem Schiff unterwegs…..aber mein Schwager, als ECHTER Norddeutscher, weigert sich immer wieder eine Jacke mit zu nehmen….hahaha….aber meine Schwester hatte für den Notfall eine dünne  klein-gefaltete Regenjacke für ihn dabei….aber nur im allergrößten Notfall hätte er diese auch tatsächlich angezogen. Zum Glück konnte sie ihn immerhin davon überzeugen. doch auf seine alten Wanderschuhe zurück zu greifen und nicht die Neuen zu nehmen, die er vorher noch nie getragen hat.

Sooooo wir standen also eine ganze Weile in langer Schlange VOR dem Schiff  (durch Corona-Abstände wirken alle Warteschlangen immer doppelt und dreifach so lang) ca. 1 Stunde und es wurden immer mehr Menschen…..ich glaube einer der Mitarbeiter hatte von 400 Menschen gesprochen die heute mitfahren wollten und damit tatsächlich nur die Hälfte der Passagiere, die normalerweise auf dieses Schiff gehen.

Aber ich hatte einen kleinen Schock, als wir dann unsere reservierten Plätze im 2. Unterdeck einnahmen….Das Schiff sah auch mit 400 Menschen  irgendwie bereits VOLL besetzt aus…..und das auf jedem Deck…..SOOO viele Menschen hab ich schon lange nicht mehr auf einem Fleck gesehen und es gab ja kein Entkommen….wir sind auf einem Schiff.

Da ich damit nicht gerechnet und mich somit auch innerlich nicht damit auseinander gesetzt hatte, traf es mich komplett unvorbereitet…ich brauchte eine Weile um mich damit zu arrangieren.

Ich hab ja ein Problem mit Enge und seit Corona gab es eigentlich NIE eine Situation die für mich unangenehm war….da hatte ich das glattweg vergessen…Aber so leicht gibt die Klaustrophobie nicht auf: und selbst meine Schwester so eng neben mir sitzen zu haben, musste ich erst wieder lernen zuzulassen.

Wir saßen an einem 6 Tisch mit 2 Frauen aus Ostdeutschland, die auch witzigerweise schon in der Warteschlange hinter uns standen….das war zuerst auch ungewohnt wieder mit fremden Menschen an einem Tisch zu sitzen….aber wir hatten es mit den Beiden echt gut getroffen. Unglaublich nett….Wir 3 saßen auf der einen Seite auf der Bank und die Beiden saßen uns Gegenüber….ICH hab mich natürlich auf die Gangseite gesetzt….wo dann aber später die Schlange stand, um im Schneckentempo Kuchen+Getränke oder das Frühstück zu holen…..Auch wir mussten unser bestelltes Frühstück selber abholen….Aber Abstand halten war auf dem Schiff so gar nicht möglich.

Aber nach ca. 1/2 Stunde hatte ich mich gut mit dem Platz und der Situation arrangiert und es war eine lustige zweistündige Fahrt von Büsum nach Helgoland..

Ach ja: den Corona-Test hätten wir uns sparen können….seit Montag baucht man keinen mehr, um auf das Schiff zu kommen. Auf den Gängen herrschte Maskenpflicht, am Platz nicht….und auch draußen trugen die meisten keine mehr….Ich trug die aber immer solange, bis wir auf dem Oberdeck einen Stehplatz ergattern konnten…und dann erst hab ich sie abgenommen….

Gab es noch im Laufe der letzten 1,5 Jahre die Aussagen, das unser Leben sich nach Corona deutlich ändern wird, das wir nur noch online shoppen und weniger Reisen, das wir lernen mehr Rücksicht zu nehmen und eine Art natürlichen Abstand entwickeln, kann ich mit dieser Erfahrung heute mein eigenes Fazit bringen:

NEIN – der Mensch ist so nicht gemacht….wenn irgendwo EIN Mensch ist…rotten sich viele um diesen Menschen herum, möglichst nahe…wir sind Herden-Tiere….und Rücksicht durch Abstand geht nur eine Weile – und das auch nicht freiwillig.

Soooo und dann endlich ging die Fahrt auch schon los…..

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