Alles hat Vor- und Nachteile

Die Kollegen aus der Zentrale scheinen auch langsam (endlich) aus der Sommerpause aufzuwachen…es wird unruhiger…es kommen sogar neue Anweisungen bei mir an…allerdings nicht die Aufhebung derselbigen nur einen Monat später.

Erst als mich die Frage einer übergeordneten Abteilung erreichte, wie ich denn auf diese Vorausberechnungen komme, wurde ich hellhörig und hab mal in meiner Abteilung nachgefragt. Antwort der Verantwortlichen: Ohhh sorry, wir haben vergessen Dich zu informieren. AHA – na danke auch…ist ja nicht das Erste Mal und eigentlich wurde mir versprochen, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird.

Über die Effektivität meiner Arbeitszeit muss ich so nichts mehr sagen….hab ich doch mal wieder fast einen Tag vergeudet, weil ich das Thema für alle Gesellschaften neu berechnen musste und die Formulare überarbeitet werden mussten…aber das passte trotzdem noch locker in meinen Zeitplan…dachte ich zumindest.

Aber dann kam es Schlag-auf-Schlag: Probleme mit dem Wechsel eines Finanzamts – der Wirtschaftsprüfer weiß auch nicht, was die da gemacht haben, Probleme mit den Hauptzollämtern und das leidige Thema: Stromsteuer,

Dann ein anderes Thema: Die Wirtschaftsprüfer wollen jetzt doch nicht die ausgiebig debattierte Lösung mit den neuen Verträgen. Alles soll einfach so weiter laufen….nichts mehr übrig von der vorher propagierten Meinung: wir müssen uns jetzt im Vorfeld darauf vorbereiten. Mein Chef den ich um Zustimmung, bzw. Klarstellung bei mehreren Themen bat- doch der findet einfach keine Zeit für eine Antwort.

Und von mehreren Kollegen aus den deutschen Standorten hab ich das auch schon gehört, was ich selber erlebe: Niemand hat mehr Zeit zum Arbeiten: es wird nur noch Meeting an Meeting gereiht.

Ich bin zwar ziemlich zufrieden, nur an wenigen Meetings teilnehmen zu müssen – aber wenn auf der anderen Seite durch diese vielen langen Teams-Meetings, Niemand mehr Zeit hat, die besprochenen Themen auch umzusetzen oder die Quintessenz daraus an die entsprechenden Stellen weiterzuleiten, dann betrifft mich das auch.

Es war also eine eher mühselige Woche…aber letztlich bin ich dann doch froh, so weit weg von der Zentrale zu sein…ich hab es echt immer noch sehr gut – stehe nicht so im Fokus (deshalb werde ich bei Infos öfter mal vergessen) und hab dadurch die meiste Zeit meine Ruhe.

3 Gedanken zu “Alles hat Vor- und Nachteile

  1. Ich hatte das Glück, nur in inhabergeführten Firmen tätig zu sein. Da wurde nicht gelabert und keine Zeit mit Gerede verschwendet, da wurde gearbeitet. Und das, was bei uns auf den Tisch kam, musste auch sofort und gleich gemacht werden, ggf. mit ein paar Überminuten. Aber es gab kaum etwas, was man hätte bis morgen, geschweige denn über das Wochenende hätte liegenlassen können. Schifffahrt läuft 24/7.
    Ich lese in vielen Blogs, dass ständig Besprechungen stattfinden und ich frage mich schon lange, wer denn da noch arbeitet, genau das, was du angesprochen hast. Ich vermute, dass der Verwaltungsapparat in vielen Firmen viel zu gross ist und jeder hat Ideen und eine andere Meinung und will das kommunizieren.
    Ich habe keine Erfahrung mit grossen Firmen oder Konzernen, mag sein, dass ich mit meiner Einschätzung falsch liege.

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    1. Ich verstehe Dein Unverständnis und kenne auch viele Firmen wo weniger gelabert wird. Bei meinem jetzigen Arbeitgeber ist es anders – wir wachsen zu schnell an vielen verschiedenen Standorten in Europa und die Verwaltung wächst nicht mit….aus einem mittelständischen Betrieb wurde so in ein paar Jahren ein Konzern, ohne das gleichzeitig Konzernstrukturen geschaffen wurden…das muss jetzt alles auf einmal aufgebaut werden und das ist im Nachhinein immer schwierig…👀🌷

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    2. Du hast vollkommen Recht. Manchmal ist es wirklich zum Haar raufen, wie viele Besprechungen innerhalb einer einzigen Woche laufen. Und oft auch mit Leuten aus anderen Einheiten, die tolle Ideen haben, die ich dann allerdings nicht umsetzen kann.

      Um den Besprechungsstrudel zu umgehen, reserviere ich mir sehr viele Eigentermine in meinem Kalender. Dadurch schaffe ich meine tägliche Hauptarbeit auf jeden Fall.

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