hoho ohhhhhh – Firmenweihnachtsfeier

Schon die ganze Woche stieg mein Stresslevel, mit jedem Tag fühlte ich mich unwohler und Puls und Blutdruck stiegen (trotz der Tabletten) immer weiter an….ohhh man…warum hatte ich bloß zugesagt.

Ab Freitagmittag sollte unsere Firmen-Weihnachtsfeier stattfinden. Alle Kollegen aus den deutschen Standorten kommen zu uns nach Hamburg…inzwischen haben wir eine Größenordnung von fast 70 Mitarbeitern…zugesagt hatten knappe 60, einige Absagen aufgrund von Krankheiten und ich Idiot hatte mich in einem Anflug von emotionaler Entspanntheit, auch angemeldet.

Insgeheim suchte ich schon nach Ausreden und Möglichkeiten mich dem Fest zu entziehen…aber nein…das ging diesesmal einfach nicht…ich hatte zugesagt und krank war ich nun wirklich nicht…also okay…da muss ich jetzt durch.

Mit mehr als 50 Menschen am Freitag zu 3 verschiedenen „Stationen“ des Festes mit öffentlichen Verkehrsmitteln…und dann auch noch bei dem Streik der Lokführer, sorgte bei mir für einiges an zusätzlichem Stress.

Für Hamburg war angekündigt, das keine S-Bahnen fahren würden, dafür aber U-Bahnen und Busse – die Privatbahn AKN von und nach Quickborn fuhr auch nicht.

Treffpunkt war das Hamburger Büro, ich war morgens normal ins Büro gefahren und hab gearbeitet. Nach und nach trudelten alle Kollegen ein…und ich kenne immer noch nicht alle Gesichter + Namen. Mit den Meisten hab ich nur wenig zu tun (außer meiner ca. 1stündigen Online-Schulung, die alle neuen Kollegen von mir bekommen…das sind dann Gruppenschulungen in denen ich etwas präsentiere und erzähle – aber da lerne ich die Kollegen ja nicht wirklich kennen) …aber langsam werde ich besser …später dann die Ansprache vom Chef (gut gelungen) und dann der Aufbruch zur Bushaltestelle.

Ich hab es mir NICHT vorstellen können, das wir tatsächlich ALLE an den Landungsbrücken am Museumsschiff „Cap San Diego“ ankommen….aber tatsächlich hat es gut geklappt.

Es war etwas windig und diesig und damit auch kalt…der Schnee taute langsam und machte es oft rutschig. Auf dem Schiff teilten wir uns in 2 Gruppen, diejenigen die sich fürs Klettern entschieden hatten….wir anderen, die an einer Schnitzeljagd durch das Schiff teilnehmen wollten. Ich wollte eigentlich keines von Beiden und hoffte mich immer noch davor drücken zu können.

Kurz bevor ich mit der Schatzsucher-Gruppe startete, musste ich noch einmal auf die Toilette, dafür ging es zurück an Deck und traf dort auf die Nachzügler aus Brandenburg, die direkt zum Schiff gekommen waren… und die Dame am Eingang meinte dann, da geht`s zum Klettern und da geht`s zum Escape room.

ESCAPE-ROOM?!???????? ich dachte Schnitzeljagd….nein Escape-Room, meinte die Dame. NEIN -also das mache ich nicht…und hab mich spontan entschlossen an Deck zu bleiben und den Kletterern zuzuschauen. Hatte mich aber nicht mehr bei unserer „Reiseleiter“-Kollegin gemeldet…ich dachte, die sind schon rein und würden mich nicht vermissen. Bis ich dann irgendwann einen Anruf erhielt, wo ich den Bleiben würde… sie würden doch auf mich warten. MIST – das hatte ich nicht erwartet…sie klärte dann auch das Missverständnis…nein wir starten zwar in der Nähe des Escape-Rooms, aber es ist eine Schnitzeljagd….ich hab mich mehrfach aufrichtig für mein Fernbleiben entschuldigt…aber sie war zu Recht angesäuert, ich hätte sie auf jeden Fall informieren sollen – das war mein Fehler.

Ich hab dafür von den Kletterern einige Bilder gemacht und in unsere Chat-Gruppe gepostet….und hatte dadurch auch die Gelegenheit mich mit einigen Kollegen aus Leipzig und Marburg zu unterhalten, mit denen ich mich noch nie unterhalten habe….als wir uns im Bistro des Schiffes zu einem Punsch / Glühwein trafen. Nach knappen 3 Stunden waren alle Kletterer fertig und auch die Schatzsucher hatten sich ausgetobt…waren wir alle im Bistro und dann ging es weiter zum nächsten Programmpunkt….auf den Weihnachtsmarkt „Santa Pauli“…ist schon speziell hahaha:

Unsere gesamte Belegschaft wanderte zu Fuß zur Reeperbahn…es gab heiße Getränke und dann hatten wir ein paar Stunden Zeit in kleine Gruppen über den Weihnachtsmarkt zu bummeln…es war immer noch diesig, nass und kalt und den meisten Kollegen war es dann auch einfach zu lang bei dem Wetter draußen rumzustehen oder zu laufen…ich hab mich lange Zeit mit einigen anderen Kollegen in eine Ecke verzogen und wir haben uns gut unterhalten….irgendwann hatten alle kalte und nasse Füße und so liefen wir in unterschiedlichen Grüppchen entlang, über und um den Weihnachtsmarkt herum.

Bevor wir dann ENDLICH am Treffpunkt zusammenkamen, um gemeinsam ins portugiesische Viertel in ein echt tolles Restaurant, zu laufen…Und NEIN die hatten keinen Extra-Raum für uns, sondern wir saßen mitten im Restaurant und auch der Rest der Tische war mit anderen Gästen voll belegt…es war eng und vor allem war es mega laut….aber es gab tolles Essen und es war richtig klasse…wieder saßen wir bunt durcheinander und das hat mir sogar viel Spaß gemacht….ich hab mich später zu den Brandenburgern gesetzt und mich auch mit denen noch gut unterhalten….aber irgendwann klingelten meine Ohren und ich wurde auch müde.

Unser Biologe wollte kurz nach 22 Uhr aufbrechen und ich hab mich angeschlossen. Zusammen mit dem jungen Kollegen, der vor einem Monat zum ersten Mal Vater geworden ist, haben wir uns zu Dritt auf den Weg gemacht. Ich musste zurück zum Büro, mein Auto holen, der junge Kollege wohnt gleich um die Ecke…also brauchte keiner von uns alleine gehen….es war fast Mitternacht als ich zuhause ankam…

Es war dann doch ein besseres Fest, als vorher gedacht…und ich hab auch gut durchgehalten…war sogar richtig stolz auf mich, auch im engen, lauten Restaurant 3 Stunden ausgehalten zu haben…hab mich mit Vielen unterhalten, so das ich jetzt eine ganze Menge mehr Namen und Gesichter besser zusammen bringe…hab schöne kleine Erlebnisse gehabt, die mich auch stolz machen, weil es doch auch Kollegen gibt, die die Unterhaltung mit mir gesucht haben…da sind neue ungezwungene Kontakte gewachsen.

Also genau das, was so eine Firmenfeier auch soll: Kollegen in geselliger Runde miteinander zu verbinden, um das weitere Zusammenarbeiten zu vereinfachen.

Ich war aber auch richtig froh, als ich wieder in meinem Auto saß und nach Hause fahren konnte. Die Einladung meiner Schwester am Samstag doch auch nach Kiel zu kommen, habe ich dankend abgelehnt…neeee sorry, ich brauche Ruhe – muss mich jetzt erst einmal von der Weihnachtsfeier erholen.

2 Gedanken zu “hoho ohhhhhh – Firmenweihnachtsfeier

  1. Veranstaltungen, auf die ich eigentlich kein Bock habe, sind häufig die Besten.
    Das du am Samstag allerdings deine Ruhe haben wolltest kann ich gut verstehen. Wäre mir auch so gegangen 🤔
    🌈😘😎

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