Mai – endlich (fast) vorbei

Noch nie war ich so froh, das ein Mai zu Ende geht, wie in diesem Jahr.

Pünktlich am 1. Mai wurde ich krank und erst seit gestern fühle ich mich wieder richtig gesund. Ich bin wieder da – die Kraft kommt zurück, der Kopf funktioniert wieder gut (also zumindest so wie vorher), ich kann tief einatmen und muss nicht mehr Husten….der Körper funktioniert ohne Schmerzen…nur manchmal hab ich kurz ein leichtes Gleichgewichts-Problem, das aber immer wieder schnell verschwindet (scheinbar ein Überbleibsel vom Hörsturz im April).

Es war genau richtig ein paar Tage weg zu fahren….so lag mein Fokus mehr auf der fremden schönen Umgebung, als auf meinen aktuellen körperlichen Unzulänglichkeiten….die Ablenkung tat richtig gut. Da ich mich die Wochen vorher gut geschont hatte, hat sich der Körper gut erholen können.

Beim Aufstehen am Freitag war ich frisch und munter, hatte wieder Kraft und Energie und im Büro (die meisten anderen Kollegen hatten einen Brückentag genommen) lief ich wieder wie ein Flummi zwischen Büro und Druckerraum hin- und her.

Der Arbeitstag hat mir richtig Spaß gemacht…hab mich durch die vielen Mails nicht stressen lassen….sondern ruhig nach und nach alles wieder auf den aktuellen Stand gebracht und neue Anfragen und Anforderungen auf die nächste Woche geschoben – das kann warten.

Am Abend bin ich dann auch zum ersten Mal wieder eine meiner normalen Walking-Runden gelaufen. Noch im Urlaub hab ich mich zu einer gemächlicheren Schrittart gezwungen…aber jetzt fühlte es sich richtig an, mit zügigen großen Schritten, durch die beginnende Dunkelheit, außerhalb des Ortes, zu gehen: knappe 6km in 1 Stunde mit einer mittleren Herzfrequenz – perfekt.

Hausdrachen – Der Schlußakkord

Und kaum bin ich wieder Zuhause, finde ich einen Brief in meinem Briefkasten – von meinem Hausdrachen, also meiner vorherigen Vermieterin und bekomme sofort schlechte Laune, obwohl ich den Brief noch nicht geöffnet hatte.

Die schafft es auch noch ein 3/4 Jahr nach meinem Auszug, meinen Puls in die Höhe schnellen zu lassen…sie hat scheinbar ein Gespür dafür, wann es Zeit wird mich im Urlaub zu nerven…..aber gut – es wird die letzte Nebenkosten-Abrechnung sein.

Nach dem Aufstand denn sie vor, während und nach meinem Auszugs gemacht hat und die Anschuldigungen die sie anschließend rausgehauen hat, hatte ich ihren Kontakt bei Whatsapp einfach gesperrt….SO – und jetzt ist mal Ruhe…und es hat gewirkt…seitdem fühle ich mich wieder gut und bin vor ihren Anschuldigungen sicher.

Und jetzt kommt der Brief per Post….also einmal tief Luft holen, hilft ja alles nichts.

Es ist tatsächlich die Nebenkosten-Abrechnung vom letzten Jahr….also her mit dem Taschenrechner: okay inzwischen hat sie begriffen das 80qm von 200qm= 40% sind, sehr beruhigend – rechnerisch ist es jetzt richtig…..jaaaa klar und wieder das Thema mit den elektrischen Außen-Jalousien, die ich angeblich kaputt gemacht habe…genau wie im Vorjahr hat sie mir „meinen Anteil“ für die Reparatur in die NK-Abrechnung gepackt….echt jetzt?

Wenigstens hat sie die Drohung wegen des angeblich „zerstörten“ Mülleimers in der Küche, nicht mit aufgeführt. So bleibt es bei einer minimalen Nachzahlung…aber nur weil sie mir die 100 EUR für die Reparatur der Jalousie widerrechtlich aufbürdet. Egal – darüber streite ich mich jetzt nicht mehr mit ihr.

Insgesamt bekomme ich jedoch noch, nach Abzug der Nachzahlung, die restliche Kaution überwiesen und die Summe ist immerhin hoch genug, um meine gesamten Urlaubsausgaben zu decken. Das Geld ist auch bereits auf meinem Konto angekommen.

SOOOOO – das war dann also der Schlußakkord mit dem Hausdrachen. Jetzt kann ich den Kontakt aus meinem Adressbuch löschen. ENDE !

Die Lehre aus diesen 2 Jahren in Pinneberg: auch die schönste Wohnung, in einer tollen Umgebung mit idealen Anbindungen nach Hamburg und mit der Natur fast direkt vor der Haustür nutzen nichts, wenn man einen Hausdrachen unter sich wohnen hat, der nur Feuer spucken kann.

Vermieter können nett und gerecht sein….oder auch nicht – leider weiß man das vorher nicht und ich werde nie wieder in eine Wohnung ziehen, wo der Vermieter mit im Haus ist !

Zum Glück hab ich es mit meiner jetzigen Wohnung wesentlich besser getroffen: ich hab eine schöne Wohnung mit eigenem Kellerabteil, Fahrradkeller, Waschkeller und Tiefgaragenplatz, nette Nachbarn und auch wenn es insgesamt lebendiger drumherum ist, hab ich doch meinen Frieden wieder gefunden.

Letzter Urlaubsstopp: Leer (Ostfriesland)

An meinem letzten Urlaubs-Tag in Ostfriesland hab ich kurz gezögert…fahre ich jetzt doch noch nach Leer oder soll ich mich gleich auf den Rückweg machen und dafür noch in Bremerhaven einen Stopp einlegen….hmmm…

Nach dem Frühstück mit anschließendem sehr schweigsamen Auschecken aus dem Landgasthof, hab ich mich dann doch für Leer entschieden…und das war genau die richtige Entscheidung.

Nach knappen 40 Minuten über die Landstraße kam ich in Leer an und hab das Auto auf einem Parkplatz nahe der Fußgängerzone, abgestellt. Es war noch früh am Morgen und das Wetter wusste noch nicht so genau ob es freundlicher oder noch düsterer werden wollte….es blieb erst einmal neutral bedeckt.

Wie immer zieht mich Wasser an und so fand ich sehr schnell den Hafen….und wieder zeigt es sich, das Reisen bildet: Die Stadt Leer liegt nicht nur an der Ems, sondern auch an der Leda, einem Nebenfluss der Ems. Das nenne ich mal lebendigen Geografie-Unterricht….denn der Fluss Leda, sagte mir bisher gar nichts.

Ich bin daher Mitten in der Stadt, nicht an der Ems, sondern an der Leda gelandet, nahe der Altstadt und hier ist nicht nur der Freizeithafen, sondern auch der Museumshafen. Alles ist so liebevoll restauriert, alles wirkt altertümlich gemütlich, einfach klasse – genau so mag ich es.

Leer wird auch das Tor zu Ostfriesland genannt…und das ist ein sehr ansprechendes Entree – eine gute Visitenkarte für die Region. Ach und noch etwas: die Niederländische Grenze ist auch nur 30km entfernt.

Ich bin lange am und um den Hafen herum gelaufen….leider hatte auch hier, zu so früher Stunde, die Teestube noch nicht geöffnet…Teetrinker kommen scheinbar immer erst ab 11 Uhr Vormittags auf ihre Kosten…eigentlich schade – und das sage ich als überzeugter Kaffee-Trinker.

…es wirkt fast etwas aus der Zeit gefallen….vor allem weil zu dieser frühen Zeit, nur wenig Menschen das Idyll durchkreuzten….

Vom Hafen ging es dann durch die Altstadt….kleine Gassen, restaurierte kleine Häuser, viele individuelle kleine Geschäfte. Alles strahlt gemütliche, norddeutsche Gelassenheit aus…und das sogar bei kühlem und windigem Wetter:

Nach der Altstadt, hab ich mich zur moderneren Fußgängerzone begeben…die ist für so eine doch recht kleine Stadt mit ca. 35.000 Einwohnern, erstaunlich lang und gut ausgestattet….

….und hier hab ich dann den Teil des Urlaubs begonnen, der auch Spaß macht…ich habe eingekauft: z.B. ein paar Kissen für meine Couch, etwas Deko-Kram, einen Wäschekorb (meiner ist nach fast 15 Jahren vor einiger Zeit kaputt gegangen und es gibt bei IKEA keine neuen Einsätze mehr dafür), eine Gardinenstange für die Küche und auch ein paar Schuhe für den Sommer. Gut das ich das Auto in der Nähe geparkt hatte.

Gegen Mittag wurde es dann aber auch Zeit für die Heimreise…Es ging also zurück über ein Stück Autobahn, dann gemütlich über Bundesstraßen und Landstraßen, unterhalb von Nordenham dieses Mal durch den Wesertunnel weiter Richtung Wischhafen zur Fähre.

Hir wurde meine Fahrt schon 1,5 Km vor der Fähre gestoppt….Na klar, es war früher Nachmittag – viele Autos und LKW wollten auch die Elbe überqueren…es hat also gedauert….ich hab zwischenzeitlich im Auto zu Mittag gegessen, gelesen, das Hörbuch weitergehört, gedöst….ich hab nicht wirklich auf die Uhr geschaut, würde aber die Wartezeit auf 1,5-2 Stunden schätzen….es hat mich nicht gestört…konnte mich ja beschäftigen.

Ich hatte sogar noch Glück bei der Warterei…irgendwann kam ein Mensch auf dem Mofa und hat mich freundlich aufgefordert an der LKW-Schlange vorbei, direkt auf die Fähre zu fahren…es waren noch ein paar Autoplätze frei.

Auf dem restlichen Rückweg über die Landstraße hab ich noch ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage eingekauft und mich dann direkt nach Hause begeben…und nach 2 Tagen im Hotel hab ich mich auf mein eigenes Bett gefreut….

Emden – Laufen und viel Wasser

Emden – Laufen und viel Wasser

Nach diesem skurrilen Frühstück bin ich die paar Kilometer bis Emden gefahren und habe in der Innenstadt einen Parkplatz in einer kleinen Wohnstraße, in der Nähe des Emder Stadtgrabens gefunden.

Stadtgraben klingt jetzt eher nach einem Straßengraben, als nach einem mit Booten befahrbaren Kanalsystem….hier kann man Tret- und Ruderboote mieten…und auch Kajaks….hmmm, das wäre ja schon schön….immerhin fühle ich mich schon wieder ziemlich wohl….nur manchmal überkommt mich noch ein Husten…und die Kurzatmigkeit lässt auch nach. Soll ich? …na mal sehen.

Zuerst ging es jedoch zu Fuß in Richtung Innenstadt und zum Binnen-Hafen….es war ja noch früh am Morgen und so bin ich kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, hab mir alles angeschaut….hab mich in einem Cafè ausgeruht, bin dann weiter gelaufen….hab den Hafen umrundet.

Im April vor 4 Jahren haben wir in Emden die Asche meines Vater im Dollart (einer 90km2 großen Bucht südlich von Emden) beigesetzt. Allerdings startete das Schiff etwas weiter entfernt, am Außenhafen und ja ich hab mich noch einmal in die Zeit versetzt gefühlt und habe etwas Zwiesprache gehalten, aber ohne das es mich runter gezogen hat…ich bin inzwischen mit ihm und mir und unserem schwierigen Verhältnis im Reinen…das Thema hab ich tatsächlich abgeschlossen.

Mittags hab ich an einer Bude einen frischen Backfisch am Hafen gegessen. Das Wetter war unverhofft sonniger und wärmer als angekündigt, so das ich mir ein Ticket für die Hafenrundfahrt in einem der Grachtenboote besorgt hatte…es wurde immer wärmer und die einstündige Hafenrundfahrt war ganz okay…wusste gar nicht das Emden für die Verschiffung von Autos eine so große Bedeutung hat.

Nach der Bootstour hab ich dann überlegt: Sollte ich tatsächlich am Burggraben ein Kajak für eine Stunde ausleihen? Ja klar – warum nicht….auch wenn ich kräftemäßig innerhalb der letzten Wochen stark nachgelassen habe, ich kann es ja einfach ausprobieren. Immerhin ist es kein fließendes Gewässer…und ich kann jederzeit umkehren…muss ja keine große Runde paddeln.

Mein Ego bekam aber einen kleinen Dämpfer, ich brauchte tatsächlich Hilfe beim Ein-und aussteigen….als ich erst einmal drin saß, ging es wieder super mit dem Gleichgewicht…und so paddelte ich langsam und still-genießend den Graben entlang…und spürte wieder diese unbändige Freude, während ich das Paddel gleichmäßig durch das Wasser zog…wie gut es sich anfühlte…und so leicht…

Nach einer 3/4 Stunde ließen meine Kräfte in den Armen merklich nach, aber da war ich eh schon fast wieder am Bootsverleih angekommen. Ach, das war schön und ich bin froh, das ich es gemacht habe….auch wenn ich am Ende des Tages merkte, das die Sonne, das viele Laufen durch die Stadt und dann noch die Kajaktour doch etwas zu viel für einen Tag war….

….ich war froh als ich am Abend wieder im Hotel ankam…bin bereits um 20.30 Uhr ins Bett gefallen und fast unmittelbar eingeschlafen.

Ein Geisterhotel oder einfach nur Service-Wüste

Am frühen Abend bin ich im Landgasthaus, nahe Emden, angekommen. Ein kleines Dorf mitten im Nichts….direkt an der Landstraße.

Der Landgasthof hat ein Haupthaus, mehrere Gästehäuser und es sah richtig gemütlich aus. Alles wirkt modern-rustikal restauriert. Das Zimmer war groß, modern eingerichtet und sehr sauber und gemütlich.

Alles könnte also perfekt sein…Das Familienhotel/-Restaurant hat allerdings ein Personalproblem. Bereits beim Betreten konnte ich die Rezeption nicht finden, weil das Schild „Rezeption“ direkt in das Restaurant zeigte und man mir dort sehr kurz angebunden geantwortet hat, das sich diese hier nicht befindet. Die alten Gebäude sind ziemlich verwinkelt und die Rezeption befand sich dann in einer Nische unter der Treppe irgendwo im Durchgang in der entgegengesetzten Richtung, als das Schild anzeigte. Okay – hier spielt die Rezeption als Verstecken.

An der Rezeption waren mehrere weibliche Mitarbeiter gerade in einen Arbeits-Abstimmungs-Disput verwickelt, so das man als Gast etwas dumm daneben stand…die haben mich zwar gesehen – aber erst musste das Dilemma weiter lautstark beredet werden.

Letztlich zog sich das Personal-Problem durch die gesamten 3 Tage….aber zuerst war ich noch in Hochstimmung auf ein leckeres Essen im hauseigenen Restaurant…immerhin wurde der Koch immer wieder lobend in der Broschüre des Hauses erwähnt.

Das Essen war auch ganz okay, wenn auch das Fleisch auf meinem Teller sehr unterschiedlich behandelt wurde: ein Stück war versalzen, die anderen beiden Stücke haben dafür weder Salz, noch Pfeffer abbekommen…das Fleisch wäre ursprünglich in einer Sauce béarnaise unter gegangen, dann wäre es mir wohl nicht so aufgefallen…aber ich hatte darauf verzichtet…vor allem weil fast alle Gerichte auf der Speisekarte diese Sauce enthalten sollten. Das fand ich dann eher abschreckend.

Direkt nach der Ankunft hab ich mich aber erst einmal aufs Bett gelegt und gemerkt, wie sehr mich der Tag doch angestrengt hat, mit der Fahrerei und den Erkundungen in den Orten….bin also erst einmal weggeschlummert …später ging es dann unter die Dusche und ab zum Essen….Später am Abend hab ich noch einen Spaziergang entlang der Felder gemacht…das war sehr schön. Geschlafen hab ich in der Nacht super.

Frühstück war ab 6 Uhr möglich, ich hatte mich für 7.30 Uhr angekündigt und war alleine im riesigen gemütlichen Speisesaal.. Was mich ja nicht weiter stört…..Alles was man brauchte stand bereit: auch das Rührei in Warmhalte-Behältern und heißer Kaffee in Kannen.

Es waren noch viele Tische eingedeckt…aber ich war alleine…und das nicht nur im Speisesaal…sondern in der gesamten Etage: Niemand am Empfang, Niemand im Restaurant, Niemand in der Küche (keine Spur das hier überhaupt Speisen am Morgen zubereitet worden sind), Niemand in der Spülküche…NIEMAND – Nirgendwo….Auf dem Tresen der Rezeption lagen einige Zimmerschlüssel und sogar ein Schlüssel + BARgeld….alles lag einfach rum…alle Türen nach Draussen waren geöffnet…aber es war einfach Niemand da.

Ich war irritiert, hab mich mit dem Frühstück versorgt und in Ruhe gegessen….bin dann noch einmal durch die Etage…hab immer wieder gerufen….Nichts – NIEMAND da, auch nicht draußen vor dem Hotel oder auf dem Hof….meine Irritation ging über in Belustigung – sag mal…das kann doch nicht sein.

Also für ein Geisterhotel war es eindeutig zu früh am Morgen und auch zu hell und freundlich eingerichtet. Ein Verbrechen am frühen Morgen….alle Türen geöffnet – das Personal gekidnappt? Ich schaue eindeutig zu viele Krimis….hahaha.

Jaaaa aber es fühlte sich so an, wie in einem dieser Apokalypse-Filmen, wenn ein Dorf oder eine kleine Stadt fluchtartig von denMenschen verlassen wird, und nur der Protagonist des Films geht langsam durch so ein verlassenes Haus auf der Suche nach der Ursache: was denn bloß passiert ist. Meine Phantasie funktioniert also noch…prima.

Irgendwann kam die Senior-Chefin und meinte ganz erstaunt…ach – sie hätte mich gar nicht gehört…erst da wurde ich ärgerlich. Denn sie kam von Draußen herein….wie hätte sie mich da hören sollen…Ich fragte sie, wie es denn sein könne das ich hier minutenlang rufe und wirklich Niemand ist da…ich hatte ja mein Frühstück schon fast beendet….und wie es sein könne, das hier Kunden scheinbar ohne Personal auschecken müssen und das Geld mit dem Schlüssel einfach da liegen lassen (müssen)…und es kümmert scheinbar überhaupt Niemanden.

Erst da hat sie aufgemerkt und das Geld vom Tresen genommen, es war ihr peinlich und die Entschuldigungen kamen Stakkato, sie wäre doch nur ganz kurz draußen gewesen, sie hätten ein anstrengendes Wochenende hinter sich, es ginge ihr nicht gut….mein Ärger war schon wieder verflogen….was ich wirklich glaube ist, das es ein strukturelles Problem gibt. Also es waren mindestens 15-20 Minuten die ich alleine auf der gesamten Etage war…. an einem Montagmorgen wo noch jede Menge Hotelgäste zum Frühstück erwartet wurden.

Allerdings war das Mädel einen Tag später auch nicht besser, als gar keine Besetzung an der Rezeption. Es kam kein Gruß, kein Lächeln, kein „ich hoffe es hat Ihnen bei uns gefallen“ kein „ich wünsche Ihnen eine gute Heimreise“ oder irgendetwas …es gab nur ein stummes Überreichen der (bereits vorab bezahlten) Rechnung. Da hätte ich auch einfach den Schlüssel nur auf den Tresen legen brauchen hahaha, das wäre genauso kommunikativ gewesen.

Ich hab mich aber von dieser Service-Wüste nicht den Tag verderben lassen…es versprach ein herrlich sonniger Tag zu werden und Emden stand auf meinem Tagesprogramm…also auf nach Emden.

Urlaub – 2.Zwischenstopp: Wittmund

Urlaub – 2.Zwischenstopp: Wittmund

Wittmund – eine kleine Stadt in Ostfriesland. Was zieht mich ausgerechnet hierhin?

Nun, als kleines Kind hab ich hier gelebt, mit Eltern und Schwester. Mein Vater war bei der Marine als Funker tätig. Natürlich hab ich keinerlei Erinnerungen an diese Zeit. Ich kenne nur die Bilder von damals, wo wir im Garten spielen…ich konnte gerade mal Laufen. Es war also nach dem schweren Unfall meiner Eltern kurz nach meiner Geburt (da lebten meine Schwester und ich 1/2 Jahr getrennt bei Verwandten, während unsere Eltern im Krankenhaus lagen) und bevor wir nach Flensburg gezogen sind.

Irgendwie hat mich der Ort interessiert….es ist eine kleine Stadt mit 21.000 Einwohnern und Kreisstadt des 2.kleinsten Landkreises Deutschland.

Beschaulich ist es hier….gemütlich und sehr ruhig….wenn ich mal mehr als 50 Jahre zurück blicke, war es wahrscheinlich mordslangweilig für eine lebenshungrige junge Frau aus Hamburg, die mit 2 kleinen Kindern hier festsaß…während ihr Mann oft beruflich lange weg war.

Das ist zwar keine Entschuldigung für das Verhalten meiner Mutter damals und in den nachfolgenden Jahren…aber es bietet mir eine Erklärung, warum sich das Leben dann für unsere Familie später so verändert hat…so schwer und so radikal….das könnte die Ausgangslage gewesen sein, auch wenn es nur eine Vermutung ist….evtl. hätte es sich auch in einer größeren Stadt genauso entwickelt…wer weiß das schon.

Aber zurück zur Stadt Wittmund. Ich mag die altertümliche kleine Stadt mit viel Rotklinker….

In der Fußgängerzone gibt es die „Hands of Fame“ berühmter Deutscher Persönlichkeiten, nach dem Vorbild des „Walk of Fame“ in Hollywood…überhaupt versucht der Ort sich touristisch gut zu vermarkten…aber an dem Sonntagnachmittag blieb es trotzdem ziemlich leer auf den Straßen und in den Grünanlagen.

Es gibt einen Schlosswall und auch einen Schloßpark. Das mit dem Wall ist ja etwas, was mich überhaupt immer sehr an meine Kindheit erinnert….das läd zum Bummeln und Schlendern ein.

Leider nehmen auch hier die Krähen-Kolonien lautstark den Park für sich ein….da bietet die Innenstadt tatsächlich mehr Ruhe, als der Park…etwas was mir auch schon in anderen Kleinstädten aufgefallen ist.

Trotzdem macht es Spaß durch das Grün zu schlendern und die Stadt zu erkunden. Nach einer ausgiebigen Ruhepause bei Kaffee und einem Eis ging es dann weiter in Richtung meines Urlaubsziels: einem Landgasthof in der Nähe von Emden.

Ab in den Urlaub – 1.Zwischenstopp mit Überfahrt

Ab in den Urlaub – 1.Zwischenstopp mit Überfahrt

Sonntagmorgen…und ich freue mich auf die Fahrt in den Urlaub – 3 Tage. Zugegebenermaßen ist das für die Meisten, eher ein Kurzurlaub…aber für mich ist es schon ein richtiger Urlaub, weil ich 2 Nächte auswärts schlafen werde.

Ich bin früh aufgestanden und hab meine Reisetasche gepackt…hatte die Sachen bereits gestern rausgelegt, nur um mich heute noch ein paar Mal umzuentscheiden. Der Plan war dieses Mal NICHT zu viele Klamotten mitzunehmen. Das hat sogar gut geklappt…es war geradezu minimalistisch für mich, zumindest bis es um die Jacken-Auswahl ging. Na klar eine Strickjacke muss sein, eine warme Sweatjacke, 2 Regenjacken, eine normale Jacke. 5Jacken für 3 Tage? Hamm – Immerhin sollte es ja warm und sonnig, dann regnerisch bis stürmisch werden. Also gut…alle 5 Jacken kamen mit.

Die Tasche zu packen ging danach recht zügig. Ein paar Butterbrote mit Ei und den Kaffee für unterwegs waren im Korb untergebracht, genau wie Wasser und Obst….es konnte also pünktlich um 8 Uhr Morgens los gehen.

Entgegen meiner bisherigen Vorgehensweise, sollte die Fahrt dieses Mal schon als Teil der Erholung dienen. Ich hab dafür das Navi umgestellt, von „kürzeste Route“ auf „umweltfreundlichste Route incl. Fähren“….das hat aber gar nicht funktioniert… das Navi hat konsequent alle Fährverbindungen missachtet, selbst als ich schon mit dem Auto vor der Fähre stand….Egal so hab ich eben die Teilstrecken einzeln eingegeben.

Ich bin von Quickborn zuerst nach Glückstadt gefahren und konnte ohne Wartezeit sofort die Elbe mit der Fähre nach Wischhafen überqueren. Obwohl es gerade mal 9 Uhr war, war die Fähre voll. Trotzdem hatte ich für 9,50 EUR (1 Auto + 1 Person) eine entspannte 25 minütige Überfahrt auf die andere Seite der Elbe….Das lohnt sich allemal….es war ein ruhiger und schöner Morgen und machte den Start in den Urlaub gleich mal herrlich entspannend.

Weiter ging es, größtenteils auf der Landstraße, Richtung Bremerhaven zur nächsten Fähre, um über die Weser nach Nordenham zu kommen. Um den Fähranleger mitten in Bremerhaven zu erreichen, musste ich durch die gesamte Stadt fahren, dachte ein paar Mal das mein Navi wohl immer noch spinnt..bis ich endlich davor stand…..diese Überfahrt dauerte dann nur ca. 12 Minuten und kostete 6,10 EUR…auch hier brauchte ich nicht zu warten, sondern konnte direkt auf die Fähre…und auch diese Fähre war richtig voll (den Wesertunnel unterhalb von Bremerhaven hab ich mir für die Rückfahrt aufgehoben) aber es war eine nette Überfahrt.

Und weiter ging meine entspannte Tour über Landstraßen und Bundesstraßen in Richtung Varel und dann ein Stück über die Autobahn…alles um den Jadebusen zu umrunden, bevor es dann wieder auf der Landstraße Richtung Jever ging….meinem 1. Zielpunkt für heute.

Natürlich war es an einem Sonntagmittag bei Sonnenschein voll in Jever…das Fischrestaurant in dem ich Essen wollte, war dann auch überfüllt und ich musste mir eine Alternative suchen. Hab dann aber erst einmal einen längeren Spaziergang durch die Stadt gemacht und dann hat mich der Hunger doch zu einem Lokal gezogen, bei dem ich draußen in der Sonne sitzen konnte…es gab Matjes auf Schwarzbrot und natürlich ein Jever Pils…wenn ich doch schon mal da bin:

Die Pause durch das Mittagessen tat meinem Fuß gut…hatte ich doch den Fehler gemacht, normale Sneaker für meinen Spaziergang zu wählen, anstatt meiner Wanderschuhe…mein Fuß fand das dann auch nicht so lustig und reklamierte diese Unachtsamkeit auch gleich mal mit heftigen Schmerzen. Okay – ich muss mal wieder ein paar Fußübungen machen…die Schmerzen beim Laufen nehmen wieder unangenehm zu.

Am frühen Nachmittag ging es dann auf meiner Anreise zum Urlaubsziel, zu meiner 2. Etappenziel: Wittmund.

Schwüle Wärme und Schwindel

Mittwoch war ich dann im Homeoffice…zum Glück…das Wetter war brutal….auch hier,oberhalb von Hamburg, waren es offizielle 28 Grad mit einer unglaublichen Schwüle, die im Laufe des Tages noch zunahm und erst am Abend mit einem kräftigen Regenschauer wieder abnahm.

Aber auch die 19Grad am Abend bei meinem Spaziergang waren nicht erfrischend, sondern drückend….die Feuchte des Regens und die gespeicherte Hitze des Tages, führte zu einem Waschküchen-Effekt.

Ich hab zum ersten Mal seit fast 3 Wochen, den Spaziergang-Modus verlassen und bin 4,5km im Walking-Modus gelaufen…kurz vor Ende der Tür wurde mir schlecht und schwindelig…und auch als ich mich etwas später aufs Bett legte, ließ der Schwindel nur langsam nach….seit der Grippe geht mein linkes Ohr (das mit dem Hörsturz vor ein paar Wochen) immer wieder zu…ich hab immer wieder etwas Druck auf dem Ohr…

So langsam nervt es mich, immer wieder davon zu berichten, das es mir immer noch nicht wieder richtig gut geht.

Postkarten-Moment

Postkarten-Moment

Unvermittelt bin ich zu einem dieser kleinen Postkarten-Momente gekommen…ein perfekter Moment, ein überwältigendes Gefühl von WOW .

Montagabend gegen 20 Uhr sind wir im Norden von DK am Hotel angekommen…und da das Hotel mitten im Nirgendwo, dafür aber nahe am Fjord liegt, haben wir im Hotelrestaurant gegessen. Das Essen dort ist hochwertig und richtig klasse. Ich nahm den Fisch mit frischem Gemüse und neuen Kartoffeln. Wie immer in „guten“ Restaurants war die Menge jetzt überschaubar, aber absolut ausreichend zum satt werden.

Der Controller ist nach dem Essen sofort auf sein Zimmer, ich wollte noch vor dem Hotel einen kleinen Spaziergang machen. Obwohl ich den größten Teil der Strecke gefahren bin, war ich noch munter…es war bereits 21.30 Uhr und so langsam ging auch die Sonne unter. Aber zum Fjord wollte ich nicht…denn dazu hätte ich einen relativ steilen Weg durch ein Waldstück gehen müssen…und sooo fit bin ich ja noch nicht. Also eigentlich…

…aber als ich durch die Bäume ein kräftiges Orangerot wahrnahm, konnte ich nicht widerstehen….hab den steilen direkten Weg gemieden und bin einen etwas sanfter-abfallenden Kiesweg gelaufen…ohhhje, zurück muss ich auch noch…aber das Abendrot-Orange hat mich weiter angezogen.

Nach wenigen Minuten war ich unten am Fjord….hier kann man direkt am Wasser entlang bis die Kleinstadt laufen, die ca. 4km entfernt ist….aber das wollte ich diese Mal gar nicht.

Ich wollte einfach nur zum Wasser und um besser sehen zu können, ging es auf den kleinen Holzsteg…und dann war er da, dieser perfekte kleine Moment von absoluter Stille, angenehm warm, ohne Wind und einem Ausblick der mich innerlich verstummen ließ – der Postkartenmoment:

Ich blieb ein paar Minuten nur und hab diese Atmosphäre des Augenblicks genossen….die Sonne ging dann jetzt doch recht schnell unter und ich hab mich auf den Rückweg gemacht.

Zum Glück ging der Kiesweg dann doch sanfter bergauf, weil ich die Abzweigung Richtung Hotel ignoriert und dem Weg weiter gefolgt bin. Am Ende des Weges musste ich dann noch ein Stück an der Straße zurück laufen, hab mir aber dadurch das steilste Stück gespart…Aber jetzt war ich trotzdem richtig KO und hab mich schnell schlafen gelegt.

Hallo Emmer

Nachdem ich schon so viel von dem Ur-Getreide Emmer gehörte hatte, hab ich vor einiger Zeit mal eine Packung Emmer-Mehl mit genommen und im Schrank stehen lassen. Jetzt wurde es mal Zeit daraus auch etwas zu backen.

Emmer ist ein Ur-Weizen, soll aber bekömmlicher sein, als unsere modernen Weizen-Mehle. Ich hab weißes 1300er Emmer-Mehl genommen und es sieht nur unwesentlich dunkler aus, als 405er oder 550er Weizenmehl.

Ich hab einen normalen Hefeteig für Brötchen angesetzt, allerdings mit einem Schuss Olivenöl.

Beim Kneten des Teiges und auch später bei der Verarbeitung ist mir aufgefallen, wie gefällig sich der Teig verhält…die Klebeeigenschaften sind super….was mich allerdings irritiert, steht doch auf der Webseite von Öko-Test, das Emmer nur wenig Gluten enthält und sich deshalb in Reinform nicht so gut verarbeiten lässt. Vielleicht bezieht sich das aber nur auf das reine Vollkornmehl.

Mein Teig jedenfalls ließ sich super kneten, war nicht klebrig, dafür schön elastisch…also hab ich mich entschieden aus einem Teil eine Pizza zu backen:

Und aus dem Rest hab ich am nächsten Tag noch kleine Brötchen gebacken:

Die Pizza und Brötchen waren super lecker….der Unterschied zum normalen Mehl ist nur fein, der Geschmack ist etwas kräftiger, allerdings ohne dabei negativ mit einem Eigengeschmack hervorzustechen, wie z.B. bei Buchweizenmehl. Bekömmlicher war es auf alle Fälle…ich zumindest hatte keinerlei Probleme mit Magen und Darm.

Emmer ist ein sehr gesundes Getreide mit vielen Mineralstoffen und einem hohen Eiweißgehalt. Durch den hohen Proteinanteil ist das Urgetreide deutlich gesünder als helles Weizenmehl. Außerdem enthält Emmer viel ZinkEisen, Magnesium und Vitamin E. Die Carotinoide im Emmer stärken die Sehkraft.

Ökotest / Essen-Trinken

Ich hab für 1KG Emmer-Mehl vor ca. 1,5 Monaten 2,49 EUR bezahlt…das ist, im Gegensatz zum normalen 405er Weizenmehl mit durchschnittlich 0,50-0,70 EUR im Supermarkt, natürlich wesentlich teurer….und wie die Preise jetzt liegen weiß ich nicht…aber für bekömmliche selbstgebackene Brötchen und Pizza gebe ich zumindest, gerne mal mehr aus.