Nachwehen vom Sonntag

Wie nicht anders zu erwarten, war der Tag nach meiner ausgiebigen Fahrrad-Tour Sonntag echt hart. Die ohnehin gerade schwierige Phase sich Morgens aufzuraffen wurde durch die Tour nicht besser…Woher diese partielle Antriebslosigkeit und gehäufte Müdigkeit kommt weiß ich nicht…

Es ist schon auffällig, das ich gerade oft müde bin und eine bleiernde Schwere in den Knochen verspüre…na klar – wenn ich mich dann endlich hochgerappelt habe, dann geht es auch und mit ein paar Tassen Kaffee fühlt es sich auch wieder normal an….na mal sehen…
Vielleicht fehlt mir ja etwas…Ich meine Vitamine, Mineralstoffe oder so etwas… NEIN – Bewegung fehlt mir NICHT …. hahaha

Was mir in den letzten Tagen sehr aufgefallen ist: ich vertrage kein gekauftes Brot mehr…weder Weiß-, Grau- noch Schwarzbrot…. mein Magen-Darm-Trakt fängt sofort an zu rebellieren und ich fühle mich wie aufgeblasen. Sehr unangenhem.

Normalerweise esse ich eh wenig Brot und wenn, dann mache ich es meistens selber. Aber für die Fahrt nach Dänemark, im Hotel und auch in der Firma gab es viel fertiges Brot… sogar leckeres Smöre-Brot….aber nach jedem Essen ging es mir schlecht… und der Kampf meines Verdauungstraktes mit dem zugeführten Essen war nicht leicht…

Am letzten Tag hab ich konsequent jede Form von Brot gemieden und prompt sind alle Probleme wieder weg…also auf zum Abklären zum Arzt…meine Schwester hat ja auch schon seit Jahren so ein Problem (kein Zöliakie, sondern eine bei Heuschnupfen öfter auftretende Mehlunverträglichkeit).

Fahrrad-Tour #6 – Am Kanal

Fahrrad-Tour #6 – Am Kanal

Am Sonntag war ich bereits früh um 7 Uhr munter und um 8 Uhr waren mein Rad und ich mit dem Auto unterwegs….leider quer durch Hamburg, denn der Elbtunnel war gesperrt. Jetzt weiß ich, das bereits Sonntagmorgens eine ganze Menge Menschen in Hamburg auf den Beinen sind.

Heutiger Ausgangspunkt für meine Fahrrad-Tour sollte Lauenburg sein…das Tagesziel war nur „grob“ vorgegeben: Mölln…immer am Lübeck-Elbe-Kanal entlang…

Zum ersten Mal hab ich die Hilfe der Outdoor-App Komoot in Anspruch genommen, allerdings war ich mit der Streckenführung ABSEITS des Kanals nicht einverstanden und hab schon nach ein paar Kilometern die Streckenführung selber in die Hand genommen….war nicht schwer: immer direkt am Kanal entlang. Aber gerade für den Einstieg von der Innenstadt bis zum Kanal ist Komoot echt hilfreich gewesen.

Bei schönsten Sonnenschein um 9.30 Uhr bin ich in Lauenburg gestartet und die Fahrt war einfach….einfach….unbeschreiblich schön.

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Menschen waren nur sehr wenig unterwegs und wenn doch…dann meistens Paare mit dem Rad…alle unglaublich freundlich…alle haben gegrüßt und gestrahlt…. die meiste Zeit aber war ich allein…mit all dem Gesummse drumherum: Vögel, Schmetterlinge, Libellen…

Die Libellen haben sich Wettrennen mit mir geliefert…sind oft von hinten über meinen Kopf an mir vorbei, dann neben das Rad und dort eine Weile geblieben….lach. Ich hab einen lockeren Gang gewählt, so das ich mit ziemlich gleichbleibenden 19-20kmh fahren konnte…die Wege direkt am Kanal sind nicht asphaltiert, aber mit Schotter und fest-getretenem Sand sehr gut zu befahren. Ich hatte das Gefühl auf diese Weise ewig fahren zu könenn…

…und deshalb hab ich irgendwann im Laufe der Tour meinen Zielpunkt fixiert: Mölln. Und war gleichzeitig ein wenig erschrocken…d.h. 40km HIN….bedeutet aber auch 40 km ZURÜCK….ohhha

Aber wie gesagt, es fühlte sich einfach toll an…als ich dann ganz unkompliziert (das ist der Vorteil, wenn man direkt am Wasser entlang fährt – man kann sich so schlecht verfahren…egal ob auf dem Deich oder am Kanal entlang) in Mölln ankam, bin ich kurzerhand in die Altstadt gefahren und habe mal dem Till Eulenspiegel guten Tag gesagt…also seiner Statue.

Da ich pünktlich zur Mittagszeit in Mölln ankam, hab ich mich gleich am Markt nieder gelassen und das hier verspeist:

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Boa war das lecker: knusprige Bratkartoffeln mit Rührei, Krabben und Räucherlachs….echt ein Gedicht.

Guten Mutes hab ich mich nach mehr als einer Stunde Pause wieder auf den Rückweg gemacht…und nach der Pause lief es erst mal so gar nicht rund…Mein Körper war eigentlich der Meinung er hätte schon genug getan…hahaha und jetzt das GLEICHE noch einmal… irgendwie bezweifelte ich schon, ob das denn wohl klappen würde. Hab schon mal innerlich nach Alternativen gesucht: Taxi, Bus oder Bahn?

Aber natürlich ging es …. irgendwie… nach ein paar km lief es dann erst einmal wieder besser, die Kondition war noch da, aber es wurde auch immer wärmer…trotz des ständigen Gegenwinds…und dann meldeten sich irgendwann meine Muskeln, dann zwischendurch mein Hintern …und mittendrin wurde ich auf einmal müde. Ich hab also mehrere kleine Pausen eingelegt und getreu meinem Motto mich selbst zu motivieren, hab ich über bestimmte Teilstrecken mit mir verhandelt, wann ich die nächste Pause machen werde… Als ich so richtig müde wurde, hab ich an einem ruhigen Seitenarm des Kanals eine längere Pause eingelegt und für ein paar Minuten im Gras liegend die Augen zu gemacht….und noch immer waren es fast 17km bis zum Auto.

….aber nach dieser Pause ging es weiter, meine Beine haben ziemlich automatisch funkioniert und sich auch nicht mehr beschwert….aber Hintern und auch der Rücken (hatte mich leider für den Rucksack entschieden, anstatt die Packtaschen zu nehmen – tztztz) und ich kann euch sagen, ich war ja soooo froh, als ich endlich wieder am Auto ankam…. Auf meinem Tacho standen damit: 82,15 km und mein Tracker sagt etwas von 4.000kcal die ich an dem Tag verbraucht habe.

Noch etwas mehr als 1 Stunde Fahrt mit dem Auto und nach der Dusche bin ich nur noch auf die Couch gekrochen und hab den Rest des Tages dort verbracht….hahaha…ja es war vielleicht ein wenig Zuviel für einen Tag…aber jetzt weiß ich zumindest: 80km sind tatsächlich wieder möglich….soviel bin ich das letzte Mal vor mehr als 12 Jahren gefahren…

Fahrrad-Tour #5 – ungeplant

Nach einem ruhigen und erfolgreichen Tag im Homeoffice…und einer ziemlich guten Strategie gegen die aufsteigende Hitze Zuhause…hab ich am späten Nachmittag mein Fahrrad genommen und bin „für eine kleine Runde“ los geradelt…

…und erst nach 41km kam ich wieder zuhause an…Über den Klövensteen, nach Wedel, in Richtung Holm, nach Moorege. Okay also Moorege war ein Versehen, denn eigentlich wollte ich durch das Tävsmoor…aber irgendwie sind mir die militärischen Sperrgebiete in den Weg gesprungen…hahaha… Okay, also dann von Moorege doch noch ins Tävsmoor und dann nach Appen…. In Appen hab ich eine Abendessen-Pause bei einem Italiener eingelegt.

Der Italiener bot „Original Wiener Schnitzel“ – da konnte ich nicht widerstehen und war …..ein wenig enttäuscht. Also es war tatsächlich Kalbfleisch…von daher war es tatsächlich echt….aber leider hat sich nicht die Panade locker und leicht gewölbt…sondern das Schnitzel selber….Die Panade saß bombenfest….das Fleisch war gekrümmt und ein wenig zäh….Schade.

Wenn man die Panade nicht zu doll an das Fleisch presst, sondern locker paniert…und mit viel Fett brät, die Pfanne dabei immer wieder schwenkt dann souffliert es…die Panade löst sich leicht vom Fleisch und bildet eine lockere goldgelbe Kruste. Na okay – also das nächste Mal doch lieber etwas typisch italienisches…

Na trotzdem war es nett dort draußen zu sitzen…dazu ein Glas Chardonney…und die letzten Kilometer nach Hause war ich dann tatsächlich langsamer als zuvor. Nein – es lag nicht am Wein…eher daran das mein Magen voll und ich mega entspannt war….das wollten die Muskeln nicht mehr in den Sport-Modus wechseln….

Ausflug ins trübe Wetter

Ausflug ins trübe Wetter

Das der heutige Sonntag kein sonniger sein würde, war ja eigentlich klar…der Wetterbericht hat es vorhergesagt…aktuell sagt meine Wetter-App aber immer noch, es gibt heute noch 5 Sonnenstunden…hmmmm…ECHT?

Also unabhängig vom Wetter war ich bereits um 8 Uhr zu  einem Ausflug in die weitere Umgebung aufgebrochen….ab durch den Elbtunnel – auf nach Finkenwerder.

Ausgangspunkt für  meinen Sonntags-Ausflug zu Fuß  war der Rüschpark….und als ich nach einer Weile am Fähranleger ankam, war mir klar…also beim nächsten Mal spare ich mir die Anreise  über die A7  mit dem Auto und fahre einfach zur Elbchaussee / Teufelsbrücker Platz und nehme für 1,70 EUR die Fähre….das macht bestimmt mehr Spaß und  geht eindeutig schneller…

Aber Schnelligkeit war ja heute auch gar nicht mein Ziel….es ging um einen ruhigen Ausflug am Morgen …und genau das war es …

Vom Rüschpark-Anleger hatte die diesige, trübe Sicht  auf  Hamburg sogar  etwas faszinierend Entrücktes …und mit dem sanften Wind empfand ich die  leichte  Schwüle in der Luft nicht einmal als unangenehm…obwohl ich mit meiner Kleidung auf kühle frische Luft gesetzt hatte.

Insgesamt blieb mein Wander-Ausflug  ohne große Höhepunkte…an den Yachthäfen vorbei, an Airbus vorbei, am Gorch Fock-Haus vorbei….durch alte Industrieanlagen….durch hübsche Schrebergärten…über nette Wege am Westerdeichgraben mit Pause in der Nähe einer riesigen Trauerweide….

Gut das ich immer auch einen Blick auf die Wege habe die ich entlang laufe, denn einer der vielen unbefestigten Wege war wohl eine Autobahn für Schnecken…zumindest war der Weg voll mit den kleinen Kriechern…sieht doch niedlich aus:

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Mit knappen 7 km war es auch kaum mehr als ein Spaziergang, denn einer Wanderung ….aber immerhin hatte ich noch nicht gefrühstückt….hahaha und so zog es mich dann doch schon wieder nach Hause…

Etwas mehr im Gleichgewicht

So langsam kommt mein Seelenleben wieder ins Gleichgewicht…

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Wie immer hilft die Routine meines eigenen Lebens dabei. Nicht das es das Leid eines anderen Menschen schmälert oder meine Anteilnahme verschwunden ist…das nicht, aber ich kann jetzt wieder besser damit umgehen.

Ich kann nicht helfen – außer meine Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen…und das hab ich getan. Mehr kann ich aktuell nicht tun. Auf meine WhatsApp hab ich keine Antwort bekommen…aber ich erwarte hier auch gar keine. Gegen den Krebs muss er selber ankämpfen…seine eigenen Kräfte mobilisieren und unterstützen können die Menschen, die ihm jetzt nahe sind…. Ich bin es nicht mehr.

Das ich zuerst ein schlechtes Gewissen hatte, ist im nachhinein auch für mich komisch und mit jetzt wieder klarem Verstand weiß ich, das ich mich nicht schuldig fühlen muss (DANKE an dieser Stelle für die lieben Kommentare)….das Mitgefühl ist bei mir weiterhin da- und das ist gut so.

Wie immer bringen mich solche Nachrichten dazu, auch auf mein eigenes Leben zu blicken und zu hinterfragen….und ich fühle eine Dankbarkeit, das ich mein Leben bislang so gesund leben darf.

Denn wenn ich etwas aus den letzten Monaten an Erkenntnis gewonnen habe, dann ist es, das es in vielen Fällen einfach Glück ist ob man krank wird oder nicht,,,und man die Gesundheit zwar ein wenig mit Fitness und gesunder Ernährung beeinflussen kann…aber das sich z.B. eine Mutation von Zellen eben NICHT damit generell ausschließen lässt…es ist immer auch ein stückweit Glück.

Das ist schrecklich, weil es zeigt wie wenig Einfluss wir im Einzelfall tatsächlich auf unser Leben haben….

Haarscharf dran vorbei….

Haarscharf dran vorbei….

….am aktuellen Unwetter in Hamburg.

Bereits kurz vor 15 Uhr  war für mich heute Feierabend und da ich mein Rad immer noch im Auto habe, wollte ich jetzt endlich mal mit dem Rad bis zu den Landungsbrücken fahren.

Meine Kollegen meinten, es soll bereits ab 16 Uhr regnen…okay also hab ich zügig Feierabend gemacht…mit einem ruhigen Gewissen, da meine Datenübernahme ja FERTIG ist.

Extra für die Fahrt in Hamburg hab ich mein sonst übliches Cäpi gegen den Fahrrad-Helm getauscht…den trage ich normalterweise nicht wenn ich Über-Land oder in meiner kleinen Stadt hier unterwegs bin…aber der Verkehr in Hamburg ist schon ein anderes Kaliber…

Bis zu den Landungsbrücken waren es nur knappe 6km….und inzwischen hatte sich das strahlende Blau am Himmel schon etwas gewandelt…..Mit Blick auf die Elbphilharmonie und eines der Museumsschiffe hab ich mich am  „Alex“ nieder gelassen…draußen und es war ….. HIMMLISCH.

Gemütlich im Cafe bei Kaffee  und einem kleinen Sorbet hab ich die Atmosphäre entspannt auf mich wirken lassen…erst als es am Himmel bedrohlich dunkel wurde, hab ich mich wieder aufs Rad geschwungen und bin noch kreuz und quer gefahren…

Zurück am Auto war es: 17.01 Uhr,  4 Minuten später kamen unvermittelt Blitz und Donner, weitere 5 Minuten später kam der Starkregen….das war haarscharf…. ich hab keine regentauglichen Klamotten dabei und wäre minutenschnell vollkommen durchnässt gewesen…Glück gehabt.

Jetzt regnet es seit knapp einer Stunde ununterbrochen…also Warten hätte mich auch nicht weiter gebracht.

Und so hab ich zu meiner Feierabend-Erholung  so nebenbei ganz locker zusätzliche  knappe 12km für mein  wöchentliches  „Fitness-Konto“ erhalten…Auch nicht schlecht.

 

 

 

 

Fahrrad-Tour #4 – Lüneburger Heide

Fahrrad-Tour #4 – Lüneburger Heide

Nach Auflösung des Staus kam ich dann irgendwann am Vormittag an meinem Zielort an. Ausgangspunkt für meine Tour in den Naturpark Lüneburger Heide: Döhle.

Schon allein die Vorbereitungen auf dem Parkplatz direkt in Döhle brachten mir eine entspannte Urlaubsstimmung, da von hier aus auch die Kutschfahrten in das Naturschutzgebiet starten….Wann sehen wir Städter schon mal Pferdekutschen….

Ich hab mich für den heutigen Tag mal wieder gegen einen Rucksack und für die Packtaschen entschieden…was bei den Bodenbeschaffungen im Park zu einigen Schreckmomenten führte…. auf dem extrem trockenen und sandigen Boden in Verbindung mit dem böigen Wind, fand mein Fahrrad manchmal nicht genügend Halt und das Gleichgewicht so auszubalanzieren, geht mit dem Rucksack auf dem Rücken eben doch einfacher ….jaaa und einmal wurde ich so abrupt vom Sand gestoppt, das ich mit dem Rad seitwärts im Heidekraut landete…lach….nichts passiert…

Von Döhle ging meine Tour in Richtung Wilseder Berg, weiter in Richtung Niederhaverbeck und Overhaverbeck mit einem Mittags-Stopp in Garten eines Landgast-Hofs… später ging es weiter in Richtung Sellhorn um dann irgendwann einfach quer rüber nach Undeloh zu fahren und um dann in Sundermühlen den Heimweg in Richtung Döhle anzutreten.

DAS war KEINE geplante Tour…ich bin wie immer einfach drauflos gefahren und habe mich an den Wanderschildern orientiert..Es gibt so viel Namen die mir vertraut sind…die ich aber ohne die Schilder kaum wieder gefunden hätte: Wilseder Berg, Totengrund usw. …und manchmal hab ich einfach Wege genommen, die mir gefallen haben oder wo es ruhiger war.

Es waren schon viele Menschen unterwegs….aber so mittendrin…waren es eher Reiter und Pferdekutschen, die mir begegnet sind…Die Pferdekutschen haben den pulverigen Heidesand in einer Wolke vor sich her getrieben…als ich einmal nicht mehr ausweichen konnte, hab ich meinen Schal über die Nase gezogen….der Kutscher meinte lachend „feinstes Heide-Puder“ ….ja das stimmt… am Ende des Tages war ich über und über mit einer feinen Sandschicht überzogen, wie mit Zuckerstreuseln und Zuhause bin ich von der Eingangstür ohne Umwege direkt unter die Dusche gegangen….dort wo meine Kleider lagen ist ein kleiner Sandhaufen entstanden…und inzwischen knirscht es in der ganzen Wohnung auf dem Boden…lach..das auffegen hat nicht soo viel gebracht….da hilf nur freucht wischen.

Was ich immer wieder vergesse ist, wie bergig es doch in der Heide ist…hahhaha und zusammen mit dem sandigen Boden, teilweise auch Kiesboden oder Kopfsteinpflaster ist der Naturpark nicht gerade geeignet für Radfahrer…aber allein die Größe des Parks macht es mit dem Rad schöner….auch wenn ein Großteil der Aufmerksamkeit auf dem Weg liegen muss…wie erwähnt hab ich einmal die vor mir liegende Sandstrecke zu spät bemerkt und ich war einfach zu schnell…konnte den abrupten Stopp im Sand nicht mehr ausgleichen und fiel einfach um….aufgefangen vom Heidesand und Heidekraut.

Die Fahrt an sich war rein körperlich also anstrengender als die insgesamt 39km vermuten lassen….Hoch, runter, die unebenen Wege, der böige Wind, den Menschen ausweichen…gestern Abend war ich platt und heute spüre ich vor allem die Muskulatur oberhalb der Kniee….

Ich habe viele Stopps eingelegt um die Schönheit der Landschaft aufzunehmen…und die Sonne war viel wärmer als gedacht…zumindest wenn der Wind mal nur wenig wehte und es war einfach himmlisch die Wolken zu beobachten…..und erst gegen Abend hab ich mich auf den Heimweg gemacht.

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In die Bickbeeren gehen…

In die Bickbeeren gehen…

Eine der intensivsten Erinnerungen an meine  Kindheit,  in Zusammenhang mit meinen beiden Großmüttern aus Hamburg, ist der Ausspruch: wir gehen in die Bickbeeren. So verschieden die Beiden auch gewesen sind, so gleich waren sie, wenn es um das Sammeln von Beeren und Pilzen ging.

Bickbeeren – Blaubeeren – Heidelbeeren….es gibt noch weitere regionale Bezeichnungen…vielleicht gibt es auch Unterschiede in den Sorten…das weiß ich nicht einmal.

Als Kind hab ich es oft gehasst mit den Eltern und Großeltern in den Wald gehen zu müssen…ich wäre lieber alleine dadurch gestreift…. ich hab es gehasst in der Lüneburger Heide wandern zu müssen…. zu viel Sonne, zu weite Strecken, zu windig, zu kalt….nein – als unsportliches, pummeliges, schüchternes und in-sich gekehrtes Kind wollte ich das alles nicht.

Und die Besuche bei den verschiedenen Verwandten mochte ich schon mal überhaupt nicht… Stundenlang im Auto sitzen um von NRW nach Norddeutschland zu fahren….neben mir eine Schwester die nie aufhörte zu plappern, während ich stundenlang stumm aus dem Fenster zu den Wolken schaute und mir Geschichten ausdachte…. Dabei waren die Fahrten noch das Schönste an diesen „Ausflügen“.

Aber in die Bickbeeren gehen…also in den Wald oder die Heide gehen um Blaubeeren zu sammeln und natürlich zu essen…das hab ich geliebt….

Dumm nur, das wir dafür erst einmal so elendig weit gehen mussten und die  Eltern meines Vater immer alles Mögliche von mir wissen wollten…so das übliche eben: wie läuft es in der Schule, hast Du Freunde gefunden….. Sie waren immer lieb und nett.

Im Gegensatz zu meiner Oma mütterlicherseits…die war nicht nett, sie war eine unausstehliche Kratzbürste….ihrer Kodderschnauze war niemand in der Familie wirklich gewachsen….und mit mir wusste sie nichts anzufangen…ich war einfach zu still und zu schüchtern.

Der Vorteil bei ihr war: Sie und mein Stief-Opa besassen in der Lüneburger Heide ein Wochenend-Häuschen mitten in einer Waldsiedlung ..und dort durfte ich in den 70er/80er Jahren ganz ohne Aufsicht und Kontrolle alleine herumstreifen….das war herrlich.

In den letzten 30 Jahren war ich immer mal wieder im Naturpark Lüneburger Heide…oft nur für einen Tag oder für ein Wochenende…meistens um den Kopf wieder klar zu bekommen….und Wandern/ Trekking/ Walken ist in meinem Erwachsenen-Leben ein wichtiger Bestandteil…und Touren mit dem Fahrrad mache ich auch schon seit fast 2 Jahrzehnten liebend gerne…

Interessant ist, das mir der  Ausdruck „in die Bickbeeren gehen“ immer wieder in den Sinn kommt, sobald ich in die Heide fahre…mit allen Erinnerungen die daran hängen

 

 

Glücksstadt am Morgen

Glücksstadt  am Morgen

Ich bin heute doch früh genug aufgewacht um mich für eine Wanderung fertig zu machen, bevor es die Menschenmassen nach draußen zieht.

Wandern bedeutet, ich kann mich abseits der Wege halten und muss nicht den Rad-Wegen folgen…also heute lieber kein Fahrrad.

Auf nach Glücksstadt und einmal quer durch die malerische Innenstadt, bis zur Elbe…und dann bin ich auf dem Deich einfach nur entspannt gelaufen…bis zum Stör-Sperrwerk. Bei strahlendem Sonnenschein an diesem Morgen war es einfach phantastisch.

Bis ich wieder bei meinem Auto ankam, waren es 11km. Und ich hätte auch nicht viel weiter gehen können…wieder kann ich mich von einem Paar Schuhe verabschieben….schade, diese festen Schuhe hab ich oft für längere Spaziergänge gut nutzen können, heute hab ich ganze 3 Pausen einlegen müssen, weil ich vor lauter Schmerzen nicht mehr weiter konnte…also Schuh ausziehen und den blöden Fuß wieder massieren und alles wieder zurecht drücken und biegen….inzwischen bin ich sehr geübt darin die Knochen, Knorpel und Sehnen gezielt zu bearbeiten…leider tut das aber auch ganz gehörig weh, aber danach kann ich wieder für eine Weile weiter laufen.

Seitdem ich hier viel und oft auch lange laufe, vergesse ich manchmal sogar, das ich ein Problem mit dem Fuß habe….erst wenn die Schuhe meinem Fuß keinen vernünftigen Halt mehr bieten, werde ich schmerzhaft daran erinnert.

Also wieder ein Paar Schuhe, welches ich nicht mehr benutzen kann…innerhalb der letzten Wochen ist es bereits das 3. Paar, welches ich aussortieren musste….na gut, diese jetzt hab ich wirklich oft getragen und das mehr als 1,5 Jahr lang…das ist schon lange für mich…

Das Stör-Sperrwerk sieht erst einmal unspektakulär aus…um nicht zu sagen, aus der Entfernung sogar naja hässlich…. Bis sich die ein ca. 17-18m langes Stück der Fahrbahn auf einmal senkrecht stellt um Schiffen den Zugang von der Stör zur Elbe und umgekehrt zu ermöglichen. Also das ist schon imposant:

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