Schuss vor den Bug

In Niedersachsen haben ich eine Rheinische Frohnatur als Kollegen…wenn es unsere Zeit erlaubt, telefonieren wir mal ein paar Minuten länger um zu plaudern…in den letzten Monaten blieb dazu bei uns Beiden keine Zeit.

Er ist ein wirklich klassischer Rheinländer,  gesellig, fast immer gut gelaunt, lebenslustig und immer für ein Schwätzchen und „lecker Bierchen“ zu haben…Und  er hat als Werksleiter in Niedersachen eine Anlage zu betreuen, die  365-Tage im Jahr laufen muss…Einen Ausfall darf es nicht geben – und in den letzten Jahren gab es mehr als eine brenzlige Situation. Das ist eine Menge Verantwortung und jede Menge Stress.

Mit Anfang 50 bekam er einen Schuss vor den Bug….seine Lebensweise mit viel Rauchen, noch mehr Bier und reichhaltigem Essen hatte Spuren am Körper hinterlassen…die Folge: Herzinfarkt – mit anschließender OP am offenen Herzen  und langwierige Reha.

Danach hat er sein Leben radikal geändert: Hat gleichzeitig mit dem Rauchen aufgehört, massiv abgespeckt und mit dem Joggen angefangen….Sein Ziel war tatsächlich einen Marathon zu laufen.  Danach war kaum wieder zu erkennen (also optisch).

Seine gute Laune hat er trotz allem nicht verloren und er hat sich im Laufe der letzten Jahre ganz gut von all dem erholt.

Beim Telefonat in dieser Woche meinte er, warum ich nicht bis Nov. 2020 mit meiner Kündigung gewartet habe. Ähmmm WARUM?

Und dann hat er mir seinen Plan erläutert:

Im Nov. 2020 wird er 58 Jahre alt und  zu  dem Zeitpunkt hört er auf zu arbeiten… Nein kündigen wird er nicht, aber einen Aufhebungsvertrag möchte er mit der Firma machen, dann wird er sich für 2 Jahre arbeitslos melden…und dann geht er mit 60 Jahren in Rente. Damit hat er seine 45 Jahre arbeiten  zusammen, das Häuschen ist abgezahlt,  aus alten Zeiten hat er noch eine „Alt“- Pensionskassen-Zusage  die weit über das hinaus geht was wir heute bekommen, als Werksleiter gehört er bestimmt zu den Besser-Verdienenden, dazu das Gesparte. Seine Frau und er möchten dann noch die gemeinsame Zeit intensiv leben.

Ich finde das ist ein schöner Plan…und ich drück Ihnen die Daumen, das alles so klappt wie sie sich das vorstellen….denn auch bei ihm steigert sich die Unzufriedenheit über die Entwicklungen innerhalb der Firma. Sein Glück ist nur, das er weit von der Zentrale entfernt ist und diese „Exklave“  in Niedersachsen ein weitest gehend eigenständiger Betrieb ist.

Die Einladung hab ich jetzt schon von mehreren Kollegen aus dem Betrieb….wenn ich das nächste Mal auf dem Weg nach Pinneberg  quasi direkt an dem Werk vorbei fahre, soll ich doch mal auf einen Kaffee vorbei kommen.

Sieht so ein Cola-Junkie aus?

Seit Jahren um nicht zu sagen, seit Jahrzehnten habe ich ein Laster, eine Unsitte, eine Angewohnheit…. Ich trinke Cola und zwar fast ausschließlich.  Zuerst Coca Cola, später Cola light und nun seit bestimmt 15 Jahren Pepsi Light.

Mein Konsum liegt so bei ca. 2-3 Litern Pepsi Light am Tag, manchmal auch mehr und vor ein paar Wochen hab ich festgestellt, es schmeckt mir nicht mehr und es löscht auch nicht den Durst. In den Sommermonaten steige ich immer gerne  auf ungesüßte Tees und Wasser um. Aber das hält oft nur während der ganz heißen Sommerzeit.  Wasser  ist  dabei eigentlich kein Getränk für mich. Zu öde, zu eintönig.

Aber jetzt hab ich beschlossen den Konsum von Cola massiv einzuschränken….und ich leide schon seit Tagen unter sehr starken Kopfschmerzen….Entzugs-Erscheinungen durch den fehlenden Koffein und das fehlende Süßungsmittel Aspartam? Ich kann es nicht sagen, aber ich habe eben ungewöhnlich viel und heftige Kopfschmerzen und laut Doctor Internet bin ich nicht die Einzige, der es so geht.

Bei uns Zuhause gab es nie Cola …Mein Vater war sehr streng und sparsam (Cola galt bei uns als zu teuer), stattdessen gab es Apfelsaft und Orangensaft im Tetrapack, Orangenlimonade aus dem Mehrwegkasten oder Wasser aus dem Wasserhahn.

Immer wenn ich als Kind bei Freunden war, hab ich dort Cola getrunken…ich hatte so einen  „Japp“ so eine Lust auf diese schwarze Brause…ich konnte mich nicht mäßigen.  Mein späterer Mann hatte immer Cola da und hat das Zeug literweise getrunken….und ich dann auch.

Dann kam die Zeit der Cola light und es ging der 1.Aufschrei los: Süßstoffe werden zur Schweinemast eingesetzt…Süßstoffe machen dick.

Nun … ich wusste es besser, hatte ich doch am eigenen Leib im Laufe der Jahre erlebt, wie ich vom unsportlichen Pummelchen mit Bandscheibenvorfall mit Sport, Ernährungsumstellung  und immer Cola-Light abspeckte und mich attraktiv, fit  und manchmal sogar schön fühlte.

Alles in meinem Leben änderte sich: ich war jetzt schlank, sportlich, beruflich erfolgreich, lebte in einem anderen Bundesland, war  geschieden und allein, fing mit dem Tanzen an…es blieben  vor 15 Jahren genau 2 Dinge unverändert: meine Handy-Nummer und die Cola-Light.

Ein Kollege meinte mal zu mir ich solle nicht so viel Cola trinken, wegen der enthaltenen Phosphate… na toll….und was soll ich dann trinken? Für mich gab es gar keine Alternative. Zumindest keine langfristige, keine die ich durchhalten könnte.

Jetzt – aus eigenem Antrieb – möchte ich  nicht mehr so viel Cola trinken. Warum? Hmmm….es schmeckt mir nicht mehr so richtig….und durch den Sport im Fitnessstudio trinke ich jetzt regelmäßig viel Wasser während und nach dem Sport…und es schmeckt mir auf einmal….und jetzt in der heißen Sommerzeit hab ich auch wieder die ungesüßten Früchtetees….und die schmecken mir auch.

Durch die Veränderung meines Frühstückverhaltens (s. hier: Frühstücks-Geschichten ) weiß ich, dass ich mich jetzt aus jahrelangen Gewohnheiten  lösen kann….nun, dafür hab ich jetzt erst einmal ständig Kopfschmerzen – aber die gehen hoffentlich in ein paar Tagen  wieder weg. Und dann verschwindet hoffentlich auch bald der „Japp“ in bestimmten Situationen z.b. nach dem Essen eines Schnitzels oder  auch ganz extrem wenn ich mittags Sushi gegessen habe…dann hab ich ja sooo eine Lust auf Cola. So muss es wohl auch bei Rauchern sein, die situationsabhängig nach der Zigarette gieren.

Bald  schaffe ich es vielleicht die Pepsi light  nicht mehr als Getränk, sondern als Genussmittel zu betrachten…ab und an und in Maßen ist okay.

Heilsamer Schock?

Eines meiner Mädels hat mir heute erzählt, das ihr Cousin mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben ist. Alles kam ganz plötzlich….aus.

Die Familie ist geschockt, weil niemand es hat kommen sehen…er hatte wohl nur leichtes Übergewicht, war Raucher, trank ab und an Alkohol und hatte seeehr viel Stress…

Nun ist meine Kollegin auch knapp über 50 Jahre und dabei  sehr stark übergewichtig, sie raucht zwar nicht, trinkt aber auch auf Feiern mal ganz gerne etwas…und nun hat sie Angst bekommen.

Sie möchte jetzt  abnehmen…mit Diät und Sport.

Da ich solche guten Vorsätze kenne, nehme ich sie erst einmal nicht so ernst, auch wenn ich sie versuche darin zu bestärken.

Schon seit Jahren versuche ich ihr zu vermitteln, das sie unbedingt auf ihre Gesundheit achten soll, vor allem seit dem letzten Bandscheibenvorfall…ich mag nicht auf sie verzichten und sie ist mir als Mensch auch wichtig.

Sie muss sich bewegen um gesund zu bleiben…nur etwas mehr bewegen und dabei geht es nicht in erster Linie um abnehmen….und schon gar nicht um hungern und diäthalten – sondern nur um etwas Muskelaufbau für Rücken und Bauch und um leichten Ausdauersport (lange Spaziergänge oder Schwimmen)…

Jede Form von leichter Bewegung tut ihrer Gesundheit gut…wer fast sein ganzes Leben so viel Gewicht mit sich herum trägt, kann sich nicht in 2 Monaten schlank-hungern….das funktioniert leider nicht.

Ich drücke ihr die Daumen….und versuche sie weiter vorsichtig zu motivieren.