Strohwitwe und Ausgang in die Vergangenheit

Gestern Vormittag hab ich meinen Freund zum ICE gebracht ….und er kommt erst  heute am späten Abend zurück…eine Wochenende mit den ehemaligen Kollegen.

Das bedeutet ein ruhiges Wochenende für mich….und obwohl ich mir fest vorgenommen hatte zum Sport zu fahren, führte mich der Weg zuerst einmal in das benachbarte Einkaufszentrum….ohhhhjaaa  Kleidung für den kommenden Herbst…ein tolles Kleid, 2 Blusen und vor allem 3 Strickjacken….ich liebe Strickjacken.

Mit Strickjacken kann man auch noch einige Sommerkleider, Sommerröcke und Blusen  noch in den Herbst retten…lach…einfach dickere Strumpfhosen, Boots, einen Schal und eine schöne Strickjacke und schon wird aus dem luftigen Sommerkleid ein herbsttaugliches Outfit.

Den Rest des Tages hab ich dann zuhause damit zugebracht  die Wäsche zu bügeln, meinen Kleiderschrank auf Herbstbetrieb umzustellen, einige Dinge auszusortieren und überhaupt die Wohnung aufzuräumen…

Schon den ganzen Tag hatte ich im Hinterkopf, wenn mein Schatz abends ausgeht…könnte ich das ja auch mal wieder machen….so einfach mal tanzen gehen… so wie früher eben…einfach unbekümmert Discotanzen (kein Paartanz).

Hmmm aber wohin. In den letzten Tagen kamen unsere Unterhaltungen immer wieder auf das Thema wo man früher hin gegangen ist…ich war früher ja sehr gerne im Sinkkasten…aber den gibt es nicht mehr…noch so ein Thema ist die „Dorfdisco“ in Butzbach….lach…das ist eigentlich der Ort  mit dem das Disco-tanzen bei mir angefangen hat (ähmmm da war ich allerdings schon 35-36 Jahre alt)….

Mit meinem Schatz war ich dort schon einmal…aber eigentlich ist ihm diese Disco zu ländlich…zu einfach ….aber sie bietet eben die Musik die ich mag….und die Menschen dort sind entspannt…keine aufgebrezelten Schnecken oder protzigen Macker.

Okay warum nicht mal wieder dahin fahren, also hab ich mich um 21.30 Uhr fertig gemacht und bin die knappen 45km gefahren….der Eintritt liegt tatsächlich immer noch bei 4 EUR… Eine Stunde hab ich mich auf der Tanzfläche ausgelassen bewegt…aber dann wurde es einfach zu voll und auch mein blöder Fuß fing an weh zu tun…

Also hab ich bereits nach dieser einen Stunde den Rückweg angetreten. Das Tanzen hat gut getan und amüsiert hab ich mich auch. Es ist schon lustig anzusehen, wie auch das Publikum dort älter wird…genau wie ich…und wie sich alle zueinander verhalten. Hahahaha – es war genau wie früher…

Vergänglichkeit der Schönheit

Liebes Alter…schön, dass du so langsam bei mir ankommst….denn das heißt das ich lebe. Manchmal vergesse ich das, das Leben und beschwere mich über die Unwägbarkeiten, Wehwehchen , Müdigkeit, Stress und andere Menschen die sich blöd verhalten.

Viel zu selten freue ich mich darüber gesund zu sein, arbeiten zu dürfen und einen Schatz zu haben der mich liebt. Wie schön ist es zu leben…das WIE man lebt, hat man ja doch selber in der Hand und sollte es nicht immer als gegebenes Schicksal begreifen. Jeder ist seines Glückes Schmied.

Natürlich gibt es Dinge die einem das Leben vorgibt….aber wie man damit umgeht kann man selber bestimmen…es ist eine Sache der inneren Einstellung und deshalb begrüße ich heute das Alter als einen Neuen Bekannten, der nun ein Teil meines Lebens ist.

Na klar ist es nicht schön an Gewicht zuzunehmen und aufgrund seines Alters von vielen Männern einfach übersehen zu werden….früher war es für mich normal ständig viele positive Blicke zu erhalten….von Männern und Frauen, heute bin ich zwar noch attraktiv und auch gut gekleidet, habe eine gute Haltung….aber trotzdem werde ich von den meisten Menschen nicht mehr wahr genommen.

Aber das ist meine eigene Eitelkeit die das bemerkt…ich mache meine Zufriedenheit nicht davon abhängig wie viele bestätigende Blicke ich bekomme….ABER ich bemerke es eben, das die jüngere Frau vor mir (nicht mal besonders adrett gekleidet)  die Blicke auf sich zieht und ich eben nicht mehr…. Es kränkt mich nicht….aber mit einem Schmunzeln nehme ich es wahr und ein wenig Wehmut spiegelt sich in meinem Gesicht wider.

Ich bin unzufrieden mit meiner optischen Körpermitte und meinen nicht mehr so straffen Beinen, aber ich schaue in den Spiegel und begrüße das Alter, das sich mir im Spiegel zeigt und ich versuche es anzunehmen – nicht ergeben, nicht passiv, sondern freudig und versuche die Veränderungen positiv zu bewerten.

Mit nun 49 Jahren kann ich ruhig zulassen, dass ich eben nicht mit 30-40jährigen konkurriere, auch nicht mehr unbewusst, sondern wir alle unseren Platz im Leben haben. Ich muss nicht die Schönste sein, Hauptsache ich finde mich gut so, wie ich bin…auch wenn das heißt, das ich mehr Schlaf und größere Kleidung benötige.

Ausstrahlung ist das, was ein gewisses Alter schön macht und die hat nur mit eigener Zufriedenheit zu tun, die nach außen strahlt…und nicht mit dem straffen Busen oder der Kleidergröße.

Raus aus der Komfortzone

Seit Wochen schon versuche ich mich zu motivieren endlich mal wieder ins Fitnessstudio zu gehen….vor dem Urlaub hatte ich zu viel zu tun…während des Urlaubs waren wir zu beschäftigt mit dem Entspannen…

Tja und nun hab ich langsam keine Ausreden mehr….ich fühle mich unwohl in meiner Haut. Gerade meine Beine werden „weich“…. Also die Muskulatur ist nicht mehr so straff, wie ich es gerne hätte….dabei waren meine Beine immer  der Hingucker an mir.

Das die Taille und der Bauch etwas mehr geworden sind, kann ich noch gut akzeptieren…aber auch da reicht es nun wirklich, mehr muss nicht sein…

Also der Sport muss nun endlich wieder  Teil meines Alltags werden.  Sehr 1 ¼ Jahren tanze ich nicht mehr…und wenn ich jetzt nicht langsam anfange meine Muskulatur zu „retten“…dann ist auch diese verloren. Noch kann ich sehr schnell Muskulatur und Kondition wieder aufbauen, denn noch ist meine Grundmuskulatur stark und der Körper ist Anstrengung gewohnt.

Bleibe ich weiterhin in meiner Komfortzone dann waren  20 Jahre Sport (Fahrradfahren, Fitnessstudio, Schwimmen und Standardtanzen) vergeblich.

Und gerade weil ich im „kritischen“ Alter bin sollte ich langsam mal aufwachen…oder will ich etwa mit 50 zu den Frauen  gehören die Rettungsringe in der Mitte des Körpers mit weiten Overzize-Shirts und Schlabberhosen  kaschieren und Gesundheitslatschen tragen, weil das Gewicht auch auf die Füße drückt? Nein ganz bestimmt nicht….also schwing deinen Hintern endlich hoch und TU etwas.

Nun…genau das hab ich heute  direkt nach der Arbiet probiert…und? Na logisch…das Fitnessstudio wird gerade abgerissen….kein Scherz…das Gebäude ist leer und ein Abrissunternehmen ist schon dabei, es zu zerlegen….und genau so zerdeppert  hab ich wohl auch geschaut….Okay  durch die schnelle Suche über  Google weiß ich, das unser Fitnesstudio „im Umbau“ ist und umzieht…also bis September keine Möglichkeit zu trainieren.

Also 2. Alternative: Schwimmen….hatte mein Zeug nicht dabei und  es erschien mir zu umständlich heute im Feierabend-Verkehr erst wieder nach Hause und dann nach FFM zu fahren….

Also 3. Alternative: Fahrradfahren…prima…also rauf auf den Berg…. grrrrrrummel…..genau das richtige um Beine und Ausdauer zu trainieren. Ab durch den Wald…an schönen sonnigen Lichtungen vorbei…bergauf, bergab, bergauf, bergauf, bergab…..

…und es hat Spaß gemacht, auch wenn meine Kondition gerade mal NICHT anwesend war…hab ein paar Pausen eingelegt und die Ausichten genossen und bin doch ganz gut voran gekommen…nur das hecheln in der Atmung hat etwas gestört…

Nun bin ich wieder zuhause…hab ein Schild an Kühlschrank und Süßigkeiten-Schublade geklebt mich beim Essen  zu mäßigen und  bin zufrieden mit dieser ersten Tour seit sage und schreibe…. 2 Monaten….