Ohne Auto – also Bahnfahren

Ich bin es so gewohnt mein Auto immer zur Verfügung zu haben und überall jederzeit hinfahren zu können, das mir der Gedanke ohhh ich muss jetzt mit der Bahn oder dem Bus fahren, irgendwie komisch vorkommt.

Bei meinem Auto sollte nun am Mittwoch die Windschutzscheibe ausgetauscht werden. Die Risse durch den Steinschlag hatten sich nur wenig vergrößert, aber ich war froh den Termin zu haben.

Ich wollte also Dienstagnachmittag, nach dem Homeoffice, das Auto von Quickborn nach Norderstedt bringen und dann mit Bus und Bahn wieder nach Hause fahren.

Mittwochnachmittag sollte der Wagen dann fertig sein und Mittwochs ist normalerweise unser Anwesenheitstag…die Kollegen meinten dann auch, bleib doch Zuhause….das war auch mein 1. Gedanke – aber nein – warum eigentlich? Ich kann mich ja mal wieder in das „Abenteuer“ AKN/S-Bahn/-U-Bahn/ stürzen. Das machen andere jeden Tag…also ich komme Mittwoch nach Hamburg ins Büro.

In Norderstedt hatte ich das Auto pünktlich am späten Nachmittag abgegeben, das war in der Nähe vom Herold-Center…bin da noch etwas rum gelaufen…war in dem tollen Vietnamesischen Restaurant essen und habe mich dann an die Bushaltestelle gestellt um mit dem Bus von Norderstedt nach Bönningstedt zu fahren, um dort in die A1 der AKN (Privatbahn) bis nach Quickborn zu fahren. Das hat auch alles wunderbar geklappt – stressfrei.

Mittwochmorgen kurz nach 6 Uhr, ging es dann wieder mit der A1 der AKN von Quickborn bis nach Eidelstedt (Hamburg). Lt. HVV-App sollte ich dann von Eidelstedt mit der S3 bis nach Altona, dort umsteigen in die S1 nach Ottensen .

Aus der Erinnerung heraus weiß ich, das ich bei früheren Gelegenheiten (und als es die Haltestelle „Ottensen“ noch nicht gab) immer am Bahnhof „Diebsteich“ ausgestiegen bin und dann noch ca. 1,3 km bis zum Büro laufen musste. Ich WEIß ja, das der Bahnhof Diebsteich komplett zu einem Fernbahnhof umgebaut wird…..wusste aber nicht, wie es da aktuell aussieht.

Die Strecke mit 3x umsteigen sollte 1 Std. 3 Minuten dauern – die Strecke bis Diebsteich und laufen ca. 1 Stunde. Ich bin also spontan am Bahnhof Diebsteich ausgestiegen…laufen macht mir ja nichts aus…aber es gab nur noch einen Ausgang und damit war ich dann auf der „anderen“ Seite des Bahnhofs….ich habe keinen Weg gesehen, der es mir ermöglicht hätte auf die andere Seite der Bahngleise zu kommen…da war nur ein ganz schmaler Weg, aber der sah so aus, als ob er zum Postgelände führt – wahrscheinlich hätte ich diesen Weg nehmen sollen).

Die Fahrt übrigens in der Bahn war sehr angenehm…okay es war noch sehr früh, es sind in Hamburg Pfingstferien und daher viele in Urlaub und ich hatte klappbare Overear-Kopfhörer dabei…das ging also gut, auch mit dem Laptop-Rucksack + den Unterlagen, die ich mitschleppe.

Nun gut, nun musste ich also Laufen und so sind aus den ca. 1,3km ca.3,2km geworden….hahaha weil ich der Straße gefolgt bin, um dann irgendwann über eine Brücke zu kommen, um auf die andere Seite der Bahngleise zu gelangen. Als ich das im Büro erzählt habe, erntete ich leichtes Schmunzeln und Kopfschütteln…ich kann es verstehen. Ich denke ich werde mal in der nächsten Zeit in der Mittagspause vom Büro zum Bahnhof Diebsteich schlendern und mal schauen, ob ich den Zugang zum Bahnsteig von dieser Seite aus finde.

Jaaaa das Homeoffice wäre vielleicht doch cleverer gewesen. Auf der anderen Seite, weiß ich es jetzt wieder mehr zu schätzen, wie komfortabel ich es sonst habe, so mit Auto von Tiefgarage zu Tiefgarage und der Möglichkeit flexibel ins Homeoffice zu wechseln.

Für die Fahrt am Nachmittag von Hamburg nach Norderstedt ging es dann wieder recht einfach: In Ottensen in die S1 einsteigen, Einmal umsteigen in die U1 und knapp 55 Minuten später war ich wieder in Norderstedt beim Herold-Center. Das war unkompliziert. Ein paar Minuten später und um 300 EUR leichter, konnte ich mein Auto wieder in Empfang nehmen.

Ich hoffe ich bleibe jetzt mal ein paar Jahre ohne Steinschlag-Schäden…..

Bahn fahren

Jede Änderung im Leben bringt neue Erfahrungen…und das Gehirn wird angeregt…

Wie jeder andere Muskel, braucht auch das Gehirn immer neue Herausforderungen…so das weitere neuronale Verknüpfungen im Gehirn dessen Leistungsfähigkeit erhalten.

Gestern hab ich meinem Gehirn eine Grosse Portion davon beschert…..Ich wollte mit der Bahn nach Hamburg fahren….und da ich mich weder in meiner neuen Provinzstadt auskenne, noch in den Tiefen des Hamburger Regio-, S- und U-Bahn-Netzes war das für mich eine echte Herausforderung.

Erst mal zum Bahnhof hier fahren…der wird großräumig umgebaut und die vorhanden Park-and-ride Plätze waren besetzt….Mist! Auf der Suche nach einem Parkplatz musste ich an das Lied von Herbert Grönemeyer denken Text:

„..Ich drehe schon seit Stunden, hier so meine Runden, ich finde keinen Parkplatz…“

Gut das ich 2 Stunden früher los gefahren bin…Ich hab also noch einen guten Zeitpuffer.

Endlich ein Parkplatz..ohh nur für 1std…egal…es ist ein Parkplatz und ich musste noch ein ganzes Stück zurück laufen….

Dann das Preissystem studieren…okay, anders als in Frankfurt gibt es hier Preiszonen in Ringen…ist gar nicht so schwer… wow im10 Minutentakt fahren hier die Züge nach Hamburg rein.

Dann den richtigen Bahnsteig finden…wie gesagt es wird grade umgebaut….endlich am richtigen Bahnsteig…es steht dort eine Bahn….also eingestiegen….das war die Falsche…aber immerhin fährt diese auch nach Hamburg….in Hamburg also umsteigen….eine Station zu früh ausgestiegen, doch noch die richtige S-Bahn gefunden und bis zum Hauptbahnhof fahren lassen. Das hier kenne ich mich wenigstens aus, also bin ich den Rest des Weges bis zur Binnenalster gelaufen…

Es war kühl und windig…aber schön..und ich hatte noch mehr als 30 Minuten Zeit bis zu meinem Termin….also noch genügend Zeit für einen kleinen Spaziergang.

Nach meinem Termin hab ich noch einen Rundgang gemacht, zu Mittag gegessen und dann unkompliziert mit der Bahn wieder nach Hause gefahren. Dieses mal lief alles reibungslos und auch mein Auto hab ich ohne Knöllchen wieder gefunden…