Familie Nett

Als ich Donnerstag Morgen zu meinem Schnee-Spaziergang aufgebrochen bin, hab ich draußen die Nachbarin von nebenan beim Schneeräumen getroffen.

Sie war so vertieft, das sie meinen Morgengruß erst gar nicht gehört und mich auch nicht wahrgenommen hat. Bin extra auf die Straße ausgewichen, damit ich den Abstand einhalten kann.

Als sie mich registrierte und hochschaute sah ich, das sie um 6 Uhr morgens bei gähnender Leere unser beschaulichen Wohnstraße eine FFP2-Maske trug, dazu ihre Brille auf und die Kapuze hatte sie tief ins Gesicht gezogen. Ein Wunder, das sie überhaupt noch Luft bekommen hat. Ich kann schlecht schätzen, denke aber das sie so Ende 50 ist….sie ist sehr nett, wie überhaupt die gesamte Familie echt nett und freundlich ist.

Ich blieb also stehen und hab ein paar freundliche Worte an sie gerichtet….und weil ich sie schon seit mehr 2 Wochen nicht mehr gesehen hatte, hab ich ihr noch ein Frohes Neues Jahr gewünscht.

Ihre Reaktion war geprägt von Angst und Panik. Sie hat solche Angst vor dem Virus, das sie das Haus nicht mehr verlässt. Ihre hektischen und ängstlich hervorgebrachten Worten untermauerten den Inhalt ihrer Worte.

Sie ist eine von diesen Frauen, die immer für andere da ist…pflichtbewusst und unermüdlich für ihre Familie da ist…selbst meine Vermieterin bezeichnet sie als ihre fleißige Perle, die sich immer kümmert….die sich selber zurück nimmt.

Ich war erschrocken über die Heftigkeit Ihrer Reaktion und über die Angst, die sie ausstrahlt. Es tut mir sehr leid das sie sich von der Angst so beherrschen lässt…während ich gut gelaunt und locker zu meinem Morgenspaziergang aufgebrochen bin.

Genau für solche Menschen, wie Familie Nett, wünsche ich mir, das die Corona-Pandemie jetzt bald ihren Schrecken verliert….

persönlicher Jahres-Rückblick

persönlicher Jahres-Rückblick

Am letzten Tag eines Jahres auf das zu Ende gehende Jahr zu blicken, ist ein schönes Ritual…und auch ich nehme mir immer die Zeit, noch einmal zurück zu schauen.

Jaaa, das Jahr 2020 war ein Außergewöhnliches…ein herausforderndes Jahr und ich bin sehr gespannt, wie wir in 5 Jahren darauf zurückblicken werden….was sich wohl durch die Corona-Pandemie tatsächlich dauerhaft in der Gesellschaft geändert haben wird.

Trotzdem bin ich mit meinem persönlichen Jahr 2020 sehr zufrieden….Ich bin nun endgültig in meinem NEUEN Leben angekommen…denn der nochmalige Jobwechsel Anfang April war noch genau das, was es so RICHTIG gemacht hat.

Eine anhaltende Zufriedenheit ist in mein privates Leben eingezogen…Ruhe und Zurückgezogenheit, …mit viel Freizeit , viel Bewegung und dem Gefühl einfach nur Ich sein zu können…ohne die Erwartungen Anderer erfüllen zu müssen, ohne ständigem Streit oder dem Gefühl ,das ich nicht gut so bin, wie ich bin, ….Zeit haben, spontan sein, Lachen und Freude haben ….das Leben einfach genießen….ohne mich verbiegen zu müssen.

Spaß an der Arbeit hab ich mit meinem jetzigen Job auch endlich wieder….Vorbei die Stress-Jahre…vorbei die Daueranspannung…weg von der permanenten Verantwortung…und dem sich immer schneller drehenden Hamsterrad….

…und weg von der komischen Arbeitsatmosphäre in dem „Zwischenjob“, den ich nach meinem Stress-Job in Hessen, dann als Erstes hier im Norden angenommen hatte….Weg von einem Unternehmen, das sich überhaupt nicht um die Arbeitsatmosphäre gekümmert hat….wo es unter den Kollegen viel Missgunst gab….Ich hab schon einige Firmen erlebt, aber noch nie, das es eine so negative Stimmung unter den Kollegen gibt, soviel versteckte Wut und unterschwellige Aggression untereinander und dazu noch Anzeichen von Mobbing reihum…. Bin ich froh, das ich dort wieder weg bin….und das mitten im 1. Corona-Lockdown.

Ich gehöre tatsächlich zu den Corona-Gewinnern…das klingt zwar zynisch, ist aber ehrlich: Ich habe immer noch meinen Job, kann wahlweise im Büro oder Homeoffice arbeiten….es gab keine Kurzarbeit, also bekomme ich mein volles Gehalt. Durch meine Art zurückgezogen zu Leben, gehe ich vielen Corona-Risiken aus dem Weg. Ich liebe die Stille die der Shutdown mit sich bringt: wesentlich weniger Fluglärm, weniger Autoverkehr….weniger Menschen auf den Straßen. Ich mag es ja eh nicht, wenn mir Menschen in Geschäften oder in der Fußgängerzone auf die Pelle rücken…also finde ich die Abstandsregeln auch hier gut….und die Maske zu tragen, stört mich eigentlich nur selten….

Ja klar, mir fehlen Cafés und Restaurant-Besuche….mir fehlt das Schwimmbad und die Sauna, mir fehlen auch die Trainingseinheiten im Fitnessstudio und Theater-Besuche, mir fehlt vor allem mal wieder in der Disco tanzen zu können…Aber das ist auszuhalten…

Also mein Fazit lautet: Das Jahr 2020 war ein gutes Jahr für mich – trotzdem bin ich froh, das es jetzt endet und das Neue, für uns alle wieder mehr Normalität bringt.

Ich wünsche Allen einen guten Start in das Jahr 2021…..

Ich kann nicht nähen

….das mit der Nähmaschine hab ich ja mal probiert…ist nichts für mich. Trotzdem hab ich mir vorsichtshalber schon mal 2 Mund-Nase-Masken selber genäht…per Hand.

Eigentlich hat es mir bisher gereicht, einfach meinen obligatorischen Schal noch ein wenig höher zu ziehen, als ich es ohnehin tue.

Aber falls es in den nächten Wochen tatsächlich doch kommen sollte, das man zum Tragen einer solchen einfachen Maske verpflichtet werden könnte, um z.B. überhaupt in einen Laden kommen zu können …hab ich mich einfach mal daran gemacht.

Eine einfach Vorlage aus dem Internet, dazu einen Bettbezug, der ist ja eh schon doppelt und so hab ich mir eine Seite nähen gespart…Als Bindeband hab ich übrig gebliebene Schnürsenkel genommen:

Nicht perfekt, aber sie passen und sind auf jeden Fall bei 60 bis 95 Grad waschbar….

Hoffe trotzdem das ich die Dinger nicht brauche….

Neustart – verschoben

Ja also Morgen ist der 1.4….. Antritt meines neuen Jobs…also eigentlich…

In den letzten Tagen war ich erst entspannt, dann besorgt, dann ungeduldig besorgt…und als der Anruf gestern Abend dann endlich kam…war ich zuerst erfreut…dann besorgt…und erst zum Schluß ERLEICHTERT.

Also ich werde Morgen NICHT im neuen Job starten…durch das Corona-Virus ist alles irgendwie noch nicht fertig´, alle sind im Homeoffice und keiner weiß genau wie es so werden soll……also ich bekomme erst einmal 3 Tage „Corona-Frei“…und starte dann erst nächsten Montag….

Montag fahre ich also erstmals nach Hamburg ins Büro, bekomme Laptop und Handy und eine Einweisung…und dann „schauen wir mal weiter“ wie ich eingearbeitet werde…

Ganz echt…EGAL WIE…Hauptsache der Job ist überhaupt noch DA… durch den Shutdown in vielen Bereichen und die bald abzusehenden wirtschaftlichen Konsequenzen in dieser außergewöhnlichen Zeit, war ich sehr beunruhigt…aber nun scheint es für mich doch erst einmal weiter zu gehen….

Erst nach dem Gespräch hab ich gemerkt wie sehr es mich doch innerlich belastet hat

puhhhhhh……☘

Warten….

Wie immer brauchte ich bei Änderungen ein paar Tage bis ich damit gut umgehen kann….so hab ich zwar in dieser Woche viel Freizeit, aber eben wenig geschrieben.

Mir geht es gut und ich bin entspannt….alle Parameter stehen auf Erholung…und doch hab ich eine leichte innere Unruhe, weil ich nicht genau abschätzen kann, wie es weiter geht.

Also anstatt voll in meinen Urlaub zuhause einzutauchen, hab ich eine innere On-hold Haltung…aber ich warte ja eigentlich auf Nichts.

Aber insgeheim warte ich doch:

1. auf eine Mail von meinem neuen Arbeitgeber, das sie mir noch vor Arbeitsantritt am 1.4. den Vertrag kündigen…

2. das die Corona-Pandemie noch wesentlich schlimmer wird (die ich übrigens unterschätzt habe, da ich nicht davon ausgegangen bin, das es sich zu einer Pandemie entwickelt)

3. das irgendetwas sonst noch passiert…

Dabei mache ich mir keine Sorgen, das ich persönlich krank werden könnte….keine Ahnung warum. Ich weiß das keiner immun ist, aber ich empfinde mein Ansteckungspotential als sehr gering….das soll nicht überheblich oder so klingen, aber in meinem Landkreis sind es offiziell per heute 155 infizierte Personen bei ca. 296.000 Einwohnern, noch!

Aber es macht mir inzwischen Sorgen, was da noch alles an Fallzahlen auf die Welt zukommt und was für Auswirkungen es mittelfristig auf unsere Wirtschaft hat und was es langfristig mit unserer Gesellschaft macht.

ungewöhnliche Stille

Ich bin seit Freitag Abend irritiert…ja ,es ist still geworden…also draußen, weniger Menschen laufen herum, weniger Autos sind auf den Straßen, Spielplätze sind geschlossen…also auch von hier kommt kein Laut…okay Restaurants usw. sind auch geschlossen….

und trotzdem kann ich mir diese Tiefen-Stille nicht wirklich damit erklären…ich wohne am Rande einer norddeutschen Kleinstadt in einem reinen Wohngebiet….da ist es eh immer etwas ruhiger als in der Stadt…

Heute hab ich mehr als 2 Stunden bei strahlendem Sonnenschein auf dem Balkon gesessen und der Stille gelauscht… und DANN endlich hab ich es kapiert…

Es fehlen die Flugzeuge am Himmel…diese unglaubliche Stille kommt für mich daher, das es so gut wie gar keine Flugzeuge mehr am Himmel gibt.

Dieses mal leise, mal lauter werdende …aber irgendwie immer anwesende Geräusch der in großer Höhe überfliegenden Maschinen, ist nicht da. Oft nimmt man ja dieses Hintergrund-Geräusch nur noch unbewusst wahr. Zum Glück, denn es gibt Regionen wo die Flieger beim Starten und Landen ganz tief über Wohnviertel hinweg ziehen…die haben eine ständige Lärmkulisse die unglaublich ist.

Aber hier bei mir sind die Flieger „nur“ in größeren Höhen über dem Viertel…dafür aber ständig….und auch ich hab mich so daran gewöhnt, das es jetzt erst einmal irritierend still ist.

Positiver Beitrag

Leider ist mir die Rückfahrt nicht so gut bekommen, so das ich am gleichen Tag noch zu meinem Hausarzt gefahren bin…ich hab Probleme mit dem Ischias-Nerv ….na toll grrrrrrrr.

Und jetzt muss ich mal eine Lanze brechen für all die normalen Bürger in Zeiten von Corona. Immer gibt es nur negative Meldungen…also hier mal ein Positiv-Beitrag:

Also in der Arztpraxis gab es weder vermummte Arzthelferinnen und auch keine überfüllten Sprechzimmer… Alles war ruhig und entspannt. Die Menschen im Wartezimmer, wie auch der Arzt und die Schwestern waren freundlich und nett…keiner war panisch…

Auch heute in Hamburg im Supermarkt…alles ruhig und die Menschen haben sich, wie sonst auch freitags, mit Lebensmitteln und VORHANDENEM Toilettenpapier in normalen Mengen eingedeckt, es waren viele Menschen dort, aber keiner trug eine Atemschutzmaske, es gab keine Hektik…kein Gedrängel und vor allem keine Hysterie… An der Kasse waren genauso Warteschlangen, wie immer…und die Menschen waren freundlich.

Und auch heute Mittag im Restaurant: es waren einige Tische besetzt und alles war friedlich und freundlich.

Mit anderen Worten, die Menschen denen ich heute begegnet bin: im Schwimmbad, an der Tankstelle, im Restaurant und auch im Supermarkt waren NICHT panisch oder hysterisch.

Ich denke die meisten Menschen sind genau so…. besonnen.

Und ich für meinen Teil finde die Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichten Medien GENAU SO: besonnen und informativ. Na klar geht es einem nach der 10. Wiederholung auf den verschiedenen Sendern irgendwann auf den Keks…aber immerhin verändert sich die Risiko-Bewertung auch ständig…

Und noch eine Lanze möchte ich brechen: Ich bin echt kein Freund von Jens Spahn finde aber seine Art über das Corona-Virus und die sich daraus ergebenen Maßnahmen zu berichten sehr gut….er ist ernst, aber verbreitet keine Grabesstimmung, er informiert täglich über die Änderungen ohne Panik zu schüren, er antwortet auf jede Frage zügig und lässt auch die Experten zu Wort kommen….und auch das sich Angela Merkel erst sehr spät zu Wort gemeldet hat, finde ich okay so.

Denn erst JETZT entwickelt sich aus dem Virus die von vielen befürchtete Pandemie…und erst jetzt finde ich es notwendig, das unsere oberste Führungsspitze in Deutschland alle Maßnahmen ins Rechte Licht rückt. Bei uns in der Firma kommt auch nicht immer sofort der CEO, sondern i.d.R. eine Führungsstufe niedriger gibt die Änderungen bekannt….

Mit anderen Worten, die die immer meckern, werden es auch weiterhin tun….aber ich finde man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen…ich zumindest fühle mich aktuell gut informiert und aufgehoben in unserem Land, in dem wirklich jeder seine Meinung ungehindert kundtun darf.

Ich lese die „Zeit online“ und dachte bisher, die Leser dieser Zeitung sind wenigstens gebildet genug um nicht wahllos ALLES zu verdammen und zu verteufeln…aber wer sich mal die Kommentare und die Antworten auf die Kommentare durch liest wird fest stellen…hier geht es genau so verbissen, hämisch, angreifend, mit schäbiger Wortwahl und mit schlechten Manieren zu, wie bei jedem anderen News-Medium mit Kommentar-Funktion….echt peinlich so etwas.