Der Abschied

Letzten Dienstag, der Tag meines letzten Arbeitstags vor dem Urlaub und damit mein letzter gemeinsamer Arbeitstag mit dem Controller, bin ich ins Büro gefahren, anstatt wie üblich, im Homeoffice zu bleiben.

So ein letzter Tag vor dem Urlaub ist bei mir immer trubelig und das war auch dieses Mal nicht anders. Wieso sind in der Zentrale wieder einmal ALLE Entscheidungsträger und Unterschriftsberechtigten GLEICHZEITIG in Urlaub? Es war also ein kleiner Kampf eine sehr wichtige und sehr hohe Rechnung für eine neue Investition unterschrieben und im nächsten Schritt diese auch bezahlt zu bekommen (die Zahlung musste von einem Bankkonto erfolgen, auf das ich keinen direkten Zugriff habe, sonst wäre es ja einfach). Der Kollege aus der Projektentwicklung hat sich um eine unkomplizierte Rechnungsfreigabe per Mail, ich habe mich um die Zahlungsfreigabe gekümmert (denn auch hier waren die normalerweise zuständigen Personen bereits im Sommerurlaub). Zusammen haben wir es dann doch noch hin bekommen…puhhh. Wie in jedem Sommer scheinen 90% der Mitarbeiter in der Firmenzentrale im Kollektiv-Urlaub zu sein.

Nun gut, durch all diese kleinen und größeren Probleme, blieb mir kaum Zeit mit dem Controller zu quatschen…aber dann hab ich mir dann doch ein wenig Zeit dafür genommen.

Am Morgen hatte ich bereits seinen Arbeitsplatz leicht geschmückt, eine große Topfpflanze mit Naschpaprika und meine persönliche Abschiedskarte auf seinem Schreibtisch drapiert. Er war sichtlich gerührt und hat sich sehr gefreut. Es war nur mein Abschied an ihn, denn sein eigentlich letzter Arbeitstag sollte ja erst am Freitag sein.

Am Abend sind wir dann zu Viert in eine spanische Tapas-Bar in der Nähe gegangen. Der Controller hatte uns eingeladen. In der Tapas-Bar gab es genau DAS: Tapas…und zwar ausschließlich Tapas. Da war schon der Bestellprozess lustig und etwas trubelig, bis Kollegin Katrin die Führung übernommen hat.

Es war ein lustiger und unterhaltsamer Abend. Der Controller und ich haben noch mal ein paar Anekdoten aus der Corona-Zeit erzählt und über „die guten alten Zeiten“ sinniert und auch über den Zeitpunkt, seitdem sich so Vieles verändert hat und seine Unzufriedenheit immer größer wurde. Der Teamleiter und Katrin sind ja noch nicht so lange da.

Vom Essen waren wir alle ein bisschen enttäuscht….es war reichlich – ja, aber teilweise war die Qualität wirklich nicht gut…und die meisten Tapas waren in Olivenöl ertränkt, ohne das es dem Geschmack geholfen hätte. zum Beispiel die „Hackbällchen in Tomatensoße“ von der Karte, kamen als Hackbällchen in Öl mit ein paar Tomatenstückchen. Am Besten schmeckten mir die Datteln im Speckmantel….hmmmmm lecker.

Und auch die Lokation war jetzt nicht optimal…der größte Teil des Restaurants bestand aus Glaswänden und Glasdach und es war proppevoll. Die Geräuschkulisse war derartig laut, das wir uns teilweise anbrüllen mussten…meine Stimme versagte zwischenzeitlich.

Wir blieben trotzdem von 18 Uhr bis weit nach 22 Uhr…dann wurde es Zeit für uns. Die Kollegen mussten am nächsten Tag wieder arbeiten und ich wollte früh am Morgen schon in Richtung Hessen fahren….

Jaaa ein paar Tränchen flossen bei mir dann doch…ich hab den Controller umarmt und ihm und seiner Frau noch einmal alles Gute gewünscht. Wir sind quasi jetzt schon zum Grünkohl-Essen auf dem Weihnachtsmarkt verabredet hahaha…mal sehen ob das dann auch klappt.

Auf der Fahrt nach Hause konnte ich mich gut in den Controller hineindenken…bei mir sind es jetzt knappe 6 Jahre her, seitdem ich mich in Hessen von meinen langjährigen Kollegen verabschiedet habe, um in den Norden Deutschlands zu ziehen.

Es ist schwer sich nach 13 Jahren von einer Firma zu trennen. Man kennt alle Kollegen, kennt sein Aufgabengebiet in- und auswendig, kennt alle Abläufe (ob sie einem nun gefallen oder nicht). Beim Abschied bekommt man noch einmal gespiegelt, wie einen die Kollegen schätzen und ist überrascht von all den positiven Meldungen (hahahaha wie ehrlich die alle gemeint sind, sei mal dahin gestellt). Unwillkürlich fragt man sich: war die Entscheidung jetzt richtig?

Für mich gesprochen, nach diesen 6 Jahren: Es war die beste Entscheidung meines Lebens (auch wenn nicht alles glatt lief) und genau das wünsche ich dem Controller auch. Das er in den nächsten Jahren rückblickend sagen kann: ja – das war eine gute Entscheidung.

Für uns, die wir zurück bleiben und uns weiterhin durch das Chaos der nicht enden wollenden Umstrukturierungen kämpfen, kann es auch besser werden. Dann, wenn wir endlich einen einen Ersatz für den Controller gefunden haben.

Leider geht die Suche langsamer als gedacht…was zum Teil wieder einmal hausgemacht ist, denn der Teamleiter kämpft aktuell mit der HR-Managerin über die Deutungshoheit, wer was zu entscheiden hat….unfassbar…inzwischen musste auch schon unser GF eingreifen, um unseren Teamleiter zu stärken. Die HR-Managerin ist der Meinung wir haben doch keinen Zeitdruck. Sag mal – geht`s noch? Der Controller ist Ende der Woche weg und Kollegin Katrin auch bald für mehrere Wochen im Sommerurlaub.

Naja – ich will mich nicht aufregen – ist ja zum Glück nicht meine Verantwortung…aber letztlich bleibt dann ein Teil der Arbeit auch bei mir hängen.

Aber wenn auch das überwunden ist, DANN kann es bei uns im Team endlich wieder aufwärts gehen…dann kann Ruhe einkehren und wir ziehen dann hoffentlich bald wieder alle an einem Strang.

Einladung in die Elbphilharmonie

Die Woche verlief ansonsten ruhig und geordnet – eine Wohltat für meine Seele.

Meine Schwester ist sehr zufrieden mit ihrer nun dauerhaft reduzierten Wochenstunden-Zahl. Das Arbeiten macht ihr sogar wieder Spaß. Mein Schwager ist momentan auch zufrieden mit der noch ein paar Monate andauernden „Maßnahme“ der Rentenversicherung. Finanziell pendeln die Beiden sich gerade wieder etwas ein.

Die Beiden haben mich für Anfang Oktober in die Elbphilharmonie eingeladen, es gibt ein Orgelkonzert im Großen Saal von Iveta Apkalna u.a. mit der „Chaconne / aus: Partita Nr. 2 d-Moll BWV 1004 von Johann S.Bach“ – das ich bisher nur mit Geige kenne – mir aber sehr gut auch auf einer großen Orgel gespielt vorstellen kann.

Viele Werke von J.S.Bach haben mich im Laufe meines Lebens begleitet und sind immer noch positiv besetzt. Ich habe früher im Kinder-Kirchenchor (evangelische Gemeinde in einer Kleinstadt) gesungen.

Als ich älter wurde, dann in der Stadtkantorei, wo wir zusammen mit der Chorgemeinschaft einer Nachbarstadt, auch größere Auftritte hatten u.a. mit der Matthäus-Passion und dem Weihnachtsoratorium von Bach.

Und die „Brandenburgischen Konzerte“ oder auch das „Konzert für 2 Violinen“ (damals noch auf Schallplatte aus dem Schrank meines Vaters) haben mich über so manchen Kummer in meiner Jugend hinweg getröstet.

Mit dieser Musik fühle ich mich heute noch geborgen und sie hat mir mehr geholfen, als die Kirche es jemals konnte. Ich singe aber seit vielen Jahren schon nicht mehr in einem Chor…meine Stimme hat sich mit dem Erwachsen-Werden verändert.

Die alten Partituren aus der Zeit im Chor, sind leider dem Wasserschaden im letzten Jahr zum Opfer gefallen. Das ist schade, aber auch wiederum okay…ist ja schon Ewigkeiten her.

Heute bin ich überzeugter Atheist…aber die Liebe zu dieser Musik ist geblieben.

Die Einladung zu dem Konzert ist ein Dankeschön der Beiden für meine andauernde Unterstützung in den letzten Jahren…das ist eine schöne Geste, über die ich mich riesig freue.

Es gibt auch etwas zu Feiern

Letzte Woche Samstag war ich mal wieder in Flensburg bei Schwester+Schwager. Es gab etwas zu Feiern.

Die Beiden sind ja finanziell nicht so auf Rosen gebettet, sie ist aktuell immer noch krank geschrieben (und kann jetzt Anfang Dezember in Reha gehen) und er ist immer noch arbeitslos (wartet immer noch auf die Entscheidung der RV zur Umschulung).

In diesem Jahr ist der Vater meines Schwagers verstorben und entgegen aller Vermutungen, haben er und seine Geschwister doch noch etwas geerbt…jetzt keine Reichtümer…also kein Haus oder so etwas. Aufgeteilt auf alle Geschwister, hatte mein Schwager doch soviel bekommen, das sie damit einen ihrer schon sehr lange laufenden Rest-Bankkredite zu 2/3 abbezahlen konnten.

Das hatten sie mir freudig mitgeteilt, als ich gerade auf Dienstreise in DK war.

Und ich habe Ihnen sofort dann das Angebot gemacht, das letzte Drittel für den Kredit dazuzugeben…als Schenkung. Dann wären sie diese Schulden endlich los und hätten wieder monatlich ein Batzen mehr Geld zur Verfügung und ich würde dann, im nächsten Jahr, meine monatliche Unterstützung einstellen.

Da bei diesem Kredit eine vorzeitige Ablösung jederzeit möglich war, haben sie so auch noch die Zinsen für die nächsten Jahre gespart, das hieß die Ablösesumme sank so noch einmal ganz gut.

Die Freude über das Erbe und mein Angebot war riesig und dann dämmerte es den Beiden, das sie somit bald komplett schuldenfrei sein werden. Nach über 20 Jahren, die sie sich für ihre Eigentumswohnung geknechtet haben…immer wieder in finanziellen Nöten steckten, vor allem auch durch unbedachte Ausgaben in, für sie, wirtschaftlich schwierigen Zeiten… wird das Ganze damit bis Ende des Jahres erledigt sein.

So fuhr ich Mittags also wieder einmal die 140km gen Norden. Ich durfte mir im Vorfeld aussuchen, welcher Kuchen auf den Tisch kommt (Zwetschgenkuchen hmmm lecker) …..wir hatten einen lustig entspannten Nachmittag, bevor es gegen Abend in Richtung Restaurant ging….wir haben uns zu fuß auf den Weg gemacht, erst einmal eine große Runde laufen runter zur Förde und am Strand entlang bis zum Restaurant

In dem kleinen Restaurant waren wir bisher nur einmal, es gibt leckeres Essen zu vernünftigen Preisen.

Dafür war die Speisekarte erfreulich klein (meistens ein Zeichen dafür, das noch selber gekocht wird und nicht alles Convenience-Food ist) Ich hatte mich für Scholle Büsumer Art (mit Speck) entschieden….und es gab ein paar Venusmuscheln dazu.

Angestoßen hatten wir zuhause schon mit alkoholfreiem Sekt und im Restaurant noch einmal, jeder mit einem leckerem Cocktail…meiner war ein alkoholfreier „Martini Wildberry“…super lecker.

Wir haben uns lange im Restaurant aufgehalten und den Abend genossen, bevor wir uns später auf den Fußmarsch zurück machten…es war spät als ich mich auf den Rückweg nach Hause gemacht habe. zum Glück war in dieser Nacht ja die Zeitumstellung, so hatte ich eine extra-Stunde zum Schlafen.

Mit Weihnachtsgans und Flugente auf Reisen

Im Sommer, auf einem unserer gemeinsamen Ausflüge, kam die Sprache auch auf das diesjährige Weihnachtsessen…Was sollte es sein?…denn eigentlich wollten wir nach der letztjährigen Gans mit über 80 EUR, das in diesem Jahr nicht mehr unbedingt so unbedingt bezahlen. Ist ja ein echtes Luxusessen geworden.

Wir hatten zwar gesagt, also eigentlich wäre es auch okay etwas Anderes zu machen, eine Pute oder Ente…aber dann haben wir uns alle Drei doch für die Gans entschieden. Sollte es aber tatsächlich wieder eine aus Dithmarschen werden?… im Frühjahr war der Kreis Dithmarschen als „Beobachtungsgebiet nach der Geflügelpest-Verordnung“ ausgewiesen und Mitte des Jahres galt der Kreis Flensburg-Schleswig als betroffen.

Meine Schwester plant gerne vor und ich gelte als der Prepper in der Familie…also haben wir beschlossen uns in diesem Jahr frühzeitig zu bevorraten. Nur 25km von mir entfernt, ist das Hasenmoor mit dem Enten-und Geflügelhof, bei dem man auch Gänse vorbestellen kann.

Also hab ich bereits gegen Ende Sommers eine 5kg Gans bestellt…die ich diesen Freitag im gefrorenen Zustand abgeholt habe….Ich hätte sie auch am 23.Dezember frisch abholen können…aber die muss ja nicht mit zu MIR nach Hause…sondern zu meiner Schwester…und ich hatte ehrlicherweise keine Lust gleich 2x innerhalb weniger Tage die 140km hin und her zu fahren.

Also fuhr ich Freitagmittag ins Hasenmoor und hab die Gans abgeholt und bezahlt (etwas mehr als 85 EUR …. ist ja schon ne Menge Geld…hoffentlich schmeckt sie auch so gut, wie gehofft). Hab für mich noch eine kleine Flugente gekauft (die, die ich beim letzten Mal dort gekauft hatte, war sooo super…wenig Fett und trotzdem sehr zart und saftig).

Da ich noch etwas Zeit hatte, hab ich dann noch ein paar Meter weiter bei einem Hofcafè angehalten,, einen Kaffee getrunken und hab mich in dem Hofladen umgeschaut…also das war schon eher ein Supermarkt – mir war das ein wenig zu groß….aber das ist ja Geschmackssache.

Und dann hab ich mich mit der zukünftigen Weihnachtsgans (und der Flugente) auf die Weiterreise nach Flensburg begeben…dort verschwand die Gans gleich mal in den Tiefen des riesigen Gefrierschrank.

So jetzt brauche ich am 25. Dezember erst zum Mittagessen anzukommen, wenn der Vogel bereits seit Stunden im Ofen vor sich hin brutzelt…und alles Andere auch bereits fertigt ist…mein „comming-home-for christmas“….meine Schwester liebt es so ein Festessen zu zaubern und ich liebe es, wenn ich mich stressfrei an den Tisch setzen kann ….hahaha dafür hab ich also gerne die Gans-Abliefertour auf mich genommen.

Außerdem, dafür das ich mich in diesem Jahr also komplett um Bestellung, Abholung, Bezahlung und Weiterlieferung an die Köchin gekümmert habe, bin ich dann noch zum Grünkohl-Essen in ein Restaurant eingeladen worden….hmmmm lecker – endlich – mein erster Grünkohl in diesem Winter….ich hab zwar noch 2 Portionen in meinem Gefrierschrank…aber die sind auch schnell weg, und dann werde ich auch wieder selber einen großen Topf kochen.

Nach dem Essen und einem kleinen Spaziergang, hab ich mich dann aber auch schon wieder verabschiedet….und mich (und die Flugente) wieder auf die Heimfahrt gemacht…Die Flugente ist auch gefroren und war mit Hilfe von 2 riesigen Kühlakkus und einer isolierten Tasche auch noch tiefgefroren, als ich wieder zuhause ankam.

Soooo – also von mir aus kann Weihnachten jetzt kommen..

Musical und verwirrende Bahnfahrt

Letzte Woche Freitag (ich hinke mal wieder etwas hinterher mit dem Schreiben) ….war ich mit meiner lieben Kollegin Svea im Musical Hamilton in Hamburg. Die Eintrittskarten hatte ich ja bei der Verlosung der Online-Zeitung gewonnen.

Da wir Beide nicht in Hamburg wohnen, sind wir an dem Tag später ins Büro gefahren und anschließend gleich dort geblieben…für kurz nach 18 Uhr hatte ich einen Tisch im kleinen asiatischen Restaurant, bei uns um die Ecke, reserviert. Die sind immer gut besucht, weil echt lecker. Die bieten moderne asiatische Küche an und vor allem die Bowls sind klasse.

Die Kollegin hatte mich zu dem Essen eingeladen…das fand ich super nett, hab ihr aber auch gesagt, das es nicht notwendig ist, weil ich die Eintrittskarten ja selber geschenkt bekommen habe…aber es war ihr ein persönliches Anliegen…nicht wegen der Karten, sondern wegen „überhaupt“….ich hab es sofort verstanden und mich sehr darüber gefreut und gleich mal festgehalten, das ich dann bei unser nächsten Aktivität, die Restaurant-Rechnung übernehme.

Das „überhaupt“ bezieht sich auf unsere vielen kleinen und großen Gespräche als es ihr, besonders nach der Trennung, nicht so gut ging und sie hatte mir schon einmal gesagt, wie gut ihr unsere Gespräche tun und weil ich mich immer wieder auch erkundigt hatte, wie es ihr nach dem Schlüsselbein-Bruch ging. Beides fiel ja in dieselbe Zeit.

Anschließend blieb uns noch eine gute Stunde um mit der S-Bahn von der neuen Haltestelle Ottensen (die wurde erst am 31.05. eröffnet) bis zur Haltestelle Reeperbahn zu kommen. Das ist eigentlich kein großes Ding. Normalerweise.

Erst konnte ich mir über meine HVV-App keine Fahrkarte kaufen, weil mal wieder meine Zugangsdaten nicht mehr gespeichert waren…also ab an den Automaten und manuell eine Karte kaufen…und dann fuhren die S-Bahnen nicht wie erwartet….dann waren wir in der falschen S-Bahn und weil wir uns unterhalten haben, hat es etwas gedauert, bis wir es bemerkten.

Also schnell raus an der nächsten Haltestelle um wieder zurück zu fahren, dort war der Zugang zum Bahnsteig für S1, S2 und S3 aber gesperrt. Die Anzeigen waren verwirrend und in der HVV-App stand etwas anderes ..also dann ab zur U-Bahn und bevor wir dann noch weiter mit den Bahnen durch die Gegend irren…sind wir dann ausgestiegen und den restlichen Weg zu Fuß gegangen. Jaja, es fühlte sich ein wenig wie eine Schnitzeljagd an…weil überall an S- und U-Bahnen gebaut und gesperrt wird….und wir uns so von einer Station zur nächsten gehangelt haben.

Letztlich kamen wir mit 10 Minuten Verspätung am Theater an und mussten – na klar – warten!. Weil die Vorstellung bereits angefangen hatte.

Dieses ungeplante Chaos war doppelt lustig, weil ich ja in der Regel sehr gut organisiert bin und die Kollegin, auch aufgrund ihres Jobs als Assistentin der Geschäftsleitung, ebenfalls ein echtes Talent im Organisieren ist….hier aber haben wir Beide keinen Plan gehabt.

Es kam dann noch ein Pärchen mit Verspätung und nach ca. 10 Minuten wurden wir Alle auf die Empore geführt und sollten uns dort am Rand einen Platz suchen. Man könne uns jetzt nicht auf unsere regulären Plätze bringen, da diese Mitten im Saal waren.

Durch diese Verspätung hatten wir somit unerwartet tolle Plätze mit einem grandiosen Blick von oben auf die Bühne und auch nach der Pause, sind wir wieder dorthin gegangen, anstatt auf unsere Plätze unten im Saal.

Das Musical selbst war schon interessant. Tolle Musik, toller Gesang, tolle Tänzer, schönes Bühnenbild….aber man hat kaum verstehen können, was die dort singen. Durch den schnellen RAP-Gesang auf Deutsch, gesungen von (wahrscheinlich) Amerikanern….es war einfach zu schnell mit zu viel Akzent…und da die Bühnen-Performance nicht viel von der Geschichte preisgab…brauchte man die Worte um überhaupt zu verstehen, um was es eigentlich ging.

Aber mit etwas Phantasie konnte man so einigermaßen folgen. Aber ich kann verstehen, warum das Musical jetzt bereits nach einem Jahr fort geht. Es ist nicht so massentauglich wie „König der Löwen“, „Phantom der Oper“ oder ähnlichem. Aber ich freue mich darüber, das sich es mir angeschaut habe.

Nach der Vorstellung kamen wir aus dem Theater und es war unglaublich warm, dabei war es schon nach 23 Uhr. Tagsüber war es gar nicht soo warm gewesen. Wir sind also wieder mit der U-Bahn zurück gefahren und bewusst eine Station eher ausgestiegen, um den Rest des Weges zu Fuß zu laufen…das Wetter war einfach zu schön. Am Büro angekommen haben wir die Autos aus der Tiefgarage geholt und sind in unterschiedliche Richtungen nach Hause gefahren.

Trotz der kleinen Verwirrfahrt auf dem Hinweg, war es ein schöner Abend….ich will jetzt echt wieder öfter ins Theater und schon ganz bald fahre ich mit Schwester+Schwager zur Freiluftbühne in Lübeck. Gespielt wird ein Krimi: Sherlock Holmes` Rache…. Die Karten hab ich bereits bestellt.

Wettkampf an den Wäscheleinen und eine kleine Feier

Ach was geht es mir doch (wieder) gut….es ist Wochenende, ich hab keine Pläne, das Wetter ist angenehm (während es in anderen Teilen Deutschlands schon eindeutig heiß wurde, hat der Norden, oberhalb von Hamburg, es mit 21-22 Grad und Wind immer noch richtig gut).

Das Frühstück gab es gestern auf dem Balkon und dort blieb ich mit dem Laptop auch noch ein paar Stunden sitzen, bis es mir eindeutig zu frisch wurde und die erste Waschmaschine war inzwischen auch schon fertig.

Ich fing also an meine Wohnung mal wieder aus der Sicht eines Hausstaub-Allergikers zu putzen…also intensiv….in den letzten Wochen, gab es nur das „normale“ Hausfrauenprogramm, jetzt ging das sportliche Putzen wieder los….in jeder Ecke, unter jedem zugänglichen Möbelstück, auf jedem Schrank, hab ich Jagd auf den Staub gemacht…Hab das Bett frisch bezogen und Berge von Wäsche gewaschen…hab die Wohnung einmal von oben nach unten „shampooniert“,

Alles Putzen blieb aber in einer entspannt lockeren Atmosphäre…also nicht verbissen weil ich musste, sondern weil es mir ein Bedürfnis war und es hat mir gut gefallen zu sehen, wie sich nach und nach auf die gesamte Wohnung ein imaginärer Glanz von Sauberkeit legte.

Im Waschkeller kam es zu einem Wettstreit um die freien Wäscheleinen mit Nachbar Mirko aus dem Nebenhaus, der gerade aus dem Urlaub mit seiner Tochter zurück gekehrt war….immer, wenn ich wieder in den Keller kam, um die nächste Wäsche aufzuhängen, waren wieder ein paar Leinen mehr von ihm belegt…aber ich hab es trotzdem geschafft, alles aufzuhängen.

Ich bin so zufrieden mit dem Samstag, hab meine innere Ruhe und Freude wieder gefunden…ach das ist sooo schön…mein Balkon ist inzwischen eine kleine Grüne Oase geworden….was aber hauptsächlich an den (noch) vorhandenen Bäumen drumherum liegt….wenn die Bäume bald weg sind, werde ich noch mehr größere Balkonkasten anbringen…aber noch ist nicht bekannt, wann die Bäume gefällt werden.

Am Abend hab ich beschlossen nicht selber zu kochen…sondern hab mir Sushi lieferen lassen….und ich war gerade dabei mich durch die köstlichen Leckereien zu futtern, als ich eine Nachricht vom Nachbarn Mirko bekam….der mich zu einer kleinen ungezwungenen Feier mit dem anderen Nachbarn Klausi und einigen Freunden einlud….Das die Beiden feiern, konnte ich unschwer wahrnehmen…es lief schon laute Schlager-Musik, was nicht so meine bevorzugte Musikrichtung ist.

Das war schlechtes Timing, aber ich bin dann später doch noch runter gegangen, hab die gegrillten Würstchen dankend mit Hinweis auf mein eigenes Abendessen, abgelehnt….es waren zwischen 7-9 Personen verteilt auf die 2 Wohnungen der Nachbarn….es war lustig und laut und als ich dazu kam, war der Alkoholpegel bei allen schon ziemlich hoch.

Das war irgendwie eine komische Situation, ich kannte nur 3 Personen dort und die anderen musterten mich ganz ungeniert intensiv …ich hab versucht es zu irgnorieren, war aber irritiert. Aufgrund einiger kurzer Bemerkungen dämmerte es mir dann im Laufe des Abends: Nachbar Klausi und wohl auch Mirko selber, haben wohl allen erzählt, das Nachbar Mirko angefangen hat von mir zu schwärmen und das, obwohl ich mindestens 10 Jahre alter bin, als er selber und da war ich jetzt, wie das Tier im Zoo. Ich mag solche Situationen ja überhaupt nicht.

Hab mich also etwas aus der Schusslinie genommen…es war mir eh etwas zu laut und die meiste Zeit hab ich mich dann tatsächlich auch nett mit dem Nachbarn unterhalten….ich mag ihn, aber mehr ist nicht drin….und ich dachte auch, ich hätte es deutlich klar gemacht, das ich überhaupt nicht an irgendeiner Form von Beziehung interessiert bin,…aber ich bin mir nicht sicher, ob das auch bis zu ihm durchgedrungen ist….zumindest seine Art mich anzuschauen und was er sagte, zeigen etwas Anderes.

Ich hab mich dann gegen Mitternacht verabschiedet und weiß jetzt,das ich entschieden gegensteuern muss, nicht das er sich in etwas verrennt.

Trotzdem war dieser Abend schön…ich hab durch die ungezwungene Kommuniktion auch keine Kraft eingebüßt, wie sonst immer…sondern es war einfach nett. Wobei ich hier „nett“ als audrücklich positive Beschreibung meine..

Nachbar-Plausch

Nachbar-Plausch

Nach den schönen erholsamen Ostertagen hatte ich zuerst einmal ein Motivationsproblem…und durch das Homeoffice bekam ich auch zuerst mal keinen Anschub….ein Glück waren die Meisten eh noch im Osterurlaub und ich konnte mich gaaaaanzzzz laaaaaangsam einigen leicht monotonen Arbeiten widmen: etwas, das keine geistigen Höhenflüge erwartet, still ausgeführt werden kann und bei jeder Gesellschaft auf die gleiche Art und Weise wiederholt werden muss.

Vorteil: das erfordert nichts weiter als die Konzentration auf die Sache – ohne mich geistig wachzurütteln.

Nachteil: So finde ich meinen Arbeitsschwung bestimmt nicht wieder

….und so blieb es auch am Mittwoch. Jaaa ich hab viel geschafft und damit auch schon gut vorgearbeitet…aber es fehlte mir weiterhin der Elan, den auch die Walkingrunden nicht brachten.

Aber dann klingelte es an meiner Tür….

Vor ein paar Tagen hab ich meinen Parkplatz-Nachbarn an den Mülltonnen getroffen….und der ist gut befreundet mit dem Nachbarn aus dem Nebenhaus, mit dem ich vor einiger Zeit mal einen netten Plausch im Waschkeller hatte.

Bei dem Plausch im Waschkeller hatte mich der Nachbar gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei den regelmäßigen Feierabend-Treffen der Beiden mal dazukommen zu wollen. Er hatte mir gleich das Du angeboten und es war lustig mit ihm zu plaudern, also sagte ich ja – sag einfach mal Bescheid wann…dann komme ich gerne.

Dieses Einladung hat nun mein Parkplatz-Nachbarn wiederholt…sie würden sich Oster-Sonntag Treffen und ob ich nicht dazu kommen wolle…da vom Abend die Rede war, sagte ich erst einmal zu…..Einen Tag später fand ich dann einen Zettel in meinem Briefkasten: es sollte bereits Mittags losgehen weil der Grill angeworfen wird ( Momentmal – Grillen ist doch in der gesamten Anlage verboten….ist vielleicht nicht schlecht, mal ein paar Insider-Informationen zu gekommen hihi), dazu noch einmal die schriftliche Bestätigung, das sie sich freuen würden und die Handy-Nummer vom Waschkeller-Plausch-Nachbarn…

Ostersonntag Mittag ging bei mir ja gar nicht, also hab ich nun per Whatsapp absagen müssen…weil terminlich verhindert…..immerhin ist der Sommer ja noch lang…da wird sich schon mal eine Gelegenheit ergeben.

Am Mittwoch klingelte nun mein Parkplatz-Nachbar (ich nenne ihn jetzt: Klausi)..sie würden jetzt gerade auf der Terrasse zusammen sitzen, ob ich nicht spontan Lust hätte dazuzukommen….Spontan habe ich ja gesagt, auch wenn dieser Nachbar schon nicht mehr ganz nüchtern war….bin also ein paar Minuten später mit einer Flasche Wein und einem Schokoladen-Osterhasen (der Waschkellerplausch – ich nenne ihn jetzt Mirko – hatte bei unserem Plausch eine Tochter erwähnt) ums Haus herum und habe mich dazugesellt.

Nachbar Mirko war überrascht, als ich um die Ecke kam und hat sich tatsächlich gefreut…auch über den Schoko-Osterhasen für seine 9jährige Tochter, die aber gerade bei der Mutter ist (geteiltes Sorge-und Aufenthaltsrecht, wenn ich es richtig verstanden habe).

Soooo – da saß ich also bei meinen beiden Nachbarn, Beide so Anfang bis Mitte 40Jahre und hatte einen feucht-fröhlichen Abend und lustigen Abend, der auch sehr lang war..so wenig hab ich schon lange nicht mehr geschlafen…immerhin musste ich am nächsten Morgen früh raus und ins Büro.

unterhaltsamer Nachmittag

Dienstagnachmittag hatte ich Besuch von meiner „neuen“ Vermieterin, also eigentlich ist es die Mutter meiner Vermieterin, denn diese kümmert sich um Wohnung und Mieter. Die Wohnung hier in der Wohnanlage hat das Vermieter-Ehepaar bereits auf die Tochter übertragen und ich hatte alle 3 zum Kaffee eingeladen.

Aus diversen Gründen ist dann also nur die Mutter der Einladung gefolgt, aber genau das war dann auch gut so…so hab ich doch einiges über sie und ihre Familie erfahren und auch über das nicht ganz unbelastete Verhältnis zur Tochter…wir hatten einen schönen entspannten Nachmittag.

Also mein Besuch (ich nenne sie weiterhin „Vermieterin“) hat sich so sehr über die Einladung gefreut und ist in ihrer ganzen Art so herzlich, aber dabei fast schüchtern zurückhaltend.. doch manchmal blitzte ein leichter Schalk und ein verschämter Stolz in ihren Aussagen mit. Zusammen mit den Aussagen über Mann und Kind wirkte es so, als ob sie Zuhause nicht den Ton angibt….Sie ist Anfang 60 arbeitet bei ihrem Mann Halbtags im Büro mit und freut sich über jede Möglichkeit mal „raus zu kommen“.

Ich hab mich gefreut ihr zu zeigen, was ich aus der Wohnung gemacht habe und sie findet es richtig toll….sie war ganz begeistert von meinem Gardingen-Arrangement im Wohnzimmer und wie die Möbel arrangiert sind…und die neuen Fußleisten ..und …und so weiter.

Ich hab gleich auch einmal gefragt, ob sie etwas dagegen hätte, wenn ich im nächsten Jahr ein neues Waschbecken im Badezimmer anbringe….das BRAUNE ist nun einmal schon 35 Jahre alt…und genau so wirkt es auch: alt und verbraucht …ohne zu zögern hat sie auch gleich zugestimmt…kein Problem, das kann ich gerne machen.

Wir haben uns auch gleich mal für das kommende Frühjahr verabredet….für ein weiteres Treffen.

Essen lecker – Unterhaltung locker

Zum Glück hab ich dann irgendwann noch rechtzeitig angefangen das Essen vorzubereiten, zu Duschen, Tisch zu decken…Gänsekeulen dauern ja auch 2 Stunden und benötigen etwas Aufmerksamkeit.

Und als ich erst einmal so im Kochmodus war, hab ich die Halsschmerzen usw. auch glattweg verdrängt und  hab auch gleich noch einen schnellen Nachtisch gemacht (Mascapone-Creme mit Erdbeerpüree ….hmmmm…lecker).

Das Essen war also pünktlich fertig…und mein Gast war es auch.

Das Essen war lecker, die Unterhaltung locker …später haben wir noch eine kleine Walking-Runde eingelegt, dann noch etwas gemütlich zusammen gesessen. Als er dann gegangen war,  hab ich die Küche zwar noch aufgeräumt, aber ich war  echt müde…und auf einmal hab ich meine schweren Knochen wieder gespürt.

Ich bin dann schon sehr früh schlafen gegangen (heute musste ich ja wieder früh raus)..aber ich hab schlecht geschlafen…und dieses Mal war es der Kopf der schmerzte (boaaa – nerv – hatte ich nicht erst geschrieben das es mir körperlich gut geht).

Aber natürlich bin ich auch heute früh zur Arbeit gegangen und hab den ganzen Tag fleissig zu tun gehabt….Immerhin ist Morgen die 2. Deadline und in der nächsten Woche dann die nächste….Es ist wie bei einer Rakete…die nächste  Zündstufe wird gestartet…

Durch den angenehmen Tag  und die netten Gespräche über Gott und die Welt, kann ich den Trubel aktuell  ganz gut weg stecken. Es tut mir gut einfach mal wieder locker drauflos zu quatschen..

 

Schleppender Start am Sonntag

Eines haben diese langen Arbeitstage aber immer noch …es sind hochkonzentrierte Tage, an denen viele unterschiedliche Aufgaben, fast zeitgleich erledigt werden müssen…und am Ende eines solches Tage bin ich froh, wenn ich dann zuhause bin.

Sobald ich mich dann hingesetzt habe, falle ich fast schlagartig in einen Ruhemodus und so bin ich auch noch während der 20 Uhr Nachrichten erst einmal eingeschlafen….irgendwann hab ich mich dann ins Bett verkrochen und…

….heute bin ich mit Halsschmerzen und bleiernden Knochen aufgewacht. Na das hat mir noch gefehlt. Allerdings kann ich mich überhaupt nicht beschweren….seit sich die Schmerzen in Rücken und Knie lautlos wieder davon geschlichen haben geht es mir körperlich super.

Und das, obwohl ich seit 3 Monaten in einem Hotspot an Vieren und Bakterien arbeite…dort wird immer geschnieft und geschneutzt, gehustet und geröchelt. Immer wird jemand krank oder kommt halb-gesund zurück…gut das meine Abwehrkräfte bisher alles klaglos mit gemacht haben.

Und schlappmachen gilt heute nicht…ich habe den Briten zum Essen zu mir eingeladen. Er war etwas enttäuscht, weil es Weihnachten  bei seiner Schwester keine Gans zum Essen gab.

Ich hatte Glück, bei meiner Schwester gab es eine…und die war lecker. Aber selber hab ich in diesem Winter noch keine Gans gebraten….also ist die Einladung ein guter Anlass mich mal wieder ordentlich an den Herd zu stellen. Allerdings mache ich keine ganze Gans…sondern nur Gänsekeulen…lach… das dauert nur halb so lange und reicht für 2 Personen. Rotkohl habe ich noch im Gefrierschrank und Klöße gibt es im Beutel. Also der Arbeitsaufwand hält sich in Grenzen.

Aber noch kann ich mich nicht aufraffen mit irgendetwas Sinnvollem anzufangen…ich trinke also  im Schlafanzug meinen Kaffee und warte darauf, das mein Motor endlich anspringt…