Der Abschied

Letzten Dienstag, der Tag meines letzten Arbeitstags vor dem Urlaub und damit mein letzter gemeinsamer Arbeitstag mit dem Controller, bin ich ins Büro gefahren, anstatt wie üblich, im Homeoffice zu bleiben.

So ein letzter Tag vor dem Urlaub ist bei mir immer trubelig und das war auch dieses Mal nicht anders. Wieso sind in der Zentrale wieder einmal ALLE Entscheidungsträger und Unterschriftsberechtigten GLEICHZEITIG in Urlaub? Es war also ein kleiner Kampf eine sehr wichtige und sehr hohe Rechnung für eine neue Investition unterschrieben und im nächsten Schritt diese auch bezahlt zu bekommen (die Zahlung musste von einem Bankkonto erfolgen, auf das ich keinen direkten Zugriff habe, sonst wäre es ja einfach). Der Kollege aus der Projektentwicklung hat sich um eine unkomplizierte Rechnungsfreigabe per Mail, ich habe mich um die Zahlungsfreigabe gekümmert (denn auch hier waren die normalerweise zuständigen Personen bereits im Sommerurlaub). Zusammen haben wir es dann doch noch hin bekommen…puhhh. Wie in jedem Sommer scheinen 90% der Mitarbeiter in der Firmenzentrale im Kollektiv-Urlaub zu sein.

Nun gut, durch all diese kleinen und größeren Probleme, blieb mir kaum Zeit mit dem Controller zu quatschen…aber dann hab ich mir dann doch ein wenig Zeit dafür genommen.

Am Morgen hatte ich bereits seinen Arbeitsplatz leicht geschmückt, eine große Topfpflanze mit Naschpaprika und meine persönliche Abschiedskarte auf seinem Schreibtisch drapiert. Er war sichtlich gerührt und hat sich sehr gefreut. Es war nur mein Abschied an ihn, denn sein eigentlich letzter Arbeitstag sollte ja erst am Freitag sein.

Am Abend sind wir dann zu Viert in eine spanische Tapas-Bar in der Nähe gegangen. Der Controller hatte uns eingeladen. In der Tapas-Bar gab es genau DAS: Tapas…und zwar ausschließlich Tapas. Da war schon der Bestellprozess lustig und etwas trubelig, bis Kollegin Katrin die Führung übernommen hat.

Es war ein lustiger und unterhaltsamer Abend. Der Controller und ich haben noch mal ein paar Anekdoten aus der Corona-Zeit erzählt und über „die guten alten Zeiten“ sinniert und auch über den Zeitpunkt, seitdem sich so Vieles verändert hat und seine Unzufriedenheit immer größer wurde. Der Teamleiter und Katrin sind ja noch nicht so lange da.

Vom Essen waren wir alle ein bisschen enttäuscht….es war reichlich – ja, aber teilweise war die Qualität wirklich nicht gut…und die meisten Tapas waren in Olivenöl ertränkt, ohne das es dem Geschmack geholfen hätte. zum Beispiel die „Hackbällchen in Tomatensoße“ von der Karte, kamen als Hackbällchen in Öl mit ein paar Tomatenstückchen. Am Besten schmeckten mir die Datteln im Speckmantel….hmmmmm lecker.

Und auch die Lokation war jetzt nicht optimal…der größte Teil des Restaurants bestand aus Glaswänden und Glasdach und es war proppevoll. Die Geräuschkulisse war derartig laut, das wir uns teilweise anbrüllen mussten…meine Stimme versagte zwischenzeitlich.

Wir blieben trotzdem von 18 Uhr bis weit nach 22 Uhr…dann wurde es Zeit für uns. Die Kollegen mussten am nächsten Tag wieder arbeiten und ich wollte früh am Morgen schon in Richtung Hessen fahren….

Jaaa ein paar Tränchen flossen bei mir dann doch…ich hab den Controller umarmt und ihm und seiner Frau noch einmal alles Gute gewünscht. Wir sind quasi jetzt schon zum Grünkohl-Essen auf dem Weihnachtsmarkt verabredet hahaha…mal sehen ob das dann auch klappt.

Auf der Fahrt nach Hause konnte ich mich gut in den Controller hineindenken…bei mir sind es jetzt knappe 6 Jahre her, seitdem ich mich in Hessen von meinen langjährigen Kollegen verabschiedet habe, um in den Norden Deutschlands zu ziehen.

Es ist schwer sich nach 13 Jahren von einer Firma zu trennen. Man kennt alle Kollegen, kennt sein Aufgabengebiet in- und auswendig, kennt alle Abläufe (ob sie einem nun gefallen oder nicht). Beim Abschied bekommt man noch einmal gespiegelt, wie einen die Kollegen schätzen und ist überrascht von all den positiven Meldungen (hahahaha wie ehrlich die alle gemeint sind, sei mal dahin gestellt). Unwillkürlich fragt man sich: war die Entscheidung jetzt richtig?

Für mich gesprochen, nach diesen 6 Jahren: Es war die beste Entscheidung meines Lebens (auch wenn nicht alles glatt lief) und genau das wünsche ich dem Controller auch. Das er in den nächsten Jahren rückblickend sagen kann: ja – das war eine gute Entscheidung.

Für uns, die wir zurück bleiben und uns weiterhin durch das Chaos der nicht enden wollenden Umstrukturierungen kämpfen, kann es auch besser werden. Dann, wenn wir endlich einen einen Ersatz für den Controller gefunden haben.

Leider geht die Suche langsamer als gedacht…was zum Teil wieder einmal hausgemacht ist, denn der Teamleiter kämpft aktuell mit der HR-Managerin über die Deutungshoheit, wer was zu entscheiden hat….unfassbar…inzwischen musste auch schon unser GF eingreifen, um unseren Teamleiter zu stärken. Die HR-Managerin ist der Meinung wir haben doch keinen Zeitdruck. Sag mal – geht`s noch? Der Controller ist Ende der Woche weg und Kollegin Katrin auch bald für mehrere Wochen im Sommerurlaub.

Naja – ich will mich nicht aufregen – ist ja zum Glück nicht meine Verantwortung…aber letztlich bleibt dann ein Teil der Arbeit auch bei mir hängen.

Aber wenn auch das überwunden ist, DANN kann es bei uns im Team endlich wieder aufwärts gehen…dann kann Ruhe einkehren und wir ziehen dann hoffentlich bald wieder alle an einem Strang.

Lebens-Entscheidungen

Meine seelische Verfassung ist wieder gut…ich bin ruhig und ausgeglichen, was auch Blutdruck und Ruhepuls verraten.

Nach dem Gespräch mit meinem Chef in der letzten Woche und der Auseinandersetzung mit meiner Schwester vor fast einem Monat, hab ich nun endlich wieder meine innere Mitte gefunden. Ich bin zufrieden mit mir selbst und meinem Leben und das ist echt eine Menge wert.

„Das Leben ist das was passiert, während wir dabei sind, andere Pläne zu machen. “ 

John Lennon.

Pläne zu machen ist wichtig und richtig…aber man muss flexibel bleiben.

Und nicht nur Pläne verändern sich, sondern auch Einstellungen zum Leben, Freundschaften, Beziehungen und Familie ändern sich…jeder Mensch ist ein Individuum und kann Pläne und Wege ändern…und alle, die im Kontakt zu dem Menschen stehen, müssen sich an die Änderungen anpassen. Das ist nicht immer leicht und vielleicht auch nicht für Alle schön…aber das ist das Leben.

Ich habe mein Leben und die Lebensziele schon mehr als einmal neu justiert, und bin sogar komplett andere Wege gegangen…habe viele Menschen dabei hinter mir gelassen…und das war richtig so…für mich war und ist es auch heute noch richtig.

Die meisten Entscheidungen die ich treffe, haben Auswirkungen auf die Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung…und doch kann ich es nicht Jedem Recht machen, wenn unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander treffen.

Mein Ex-Freund z.B. hat sich vor Jahren darüber aufgeregt, das ich die Entscheidung mich von ihm zu trennen, OHNE ihn getroffen habe. Seiner Meinung nach, hätte er ein Mitspracherecht gehabt, bevor ich ihm SEINE „Lebensplanung“ zerstöre.

Ich weiß nicht warum ich heute daran denken muss, aber diese Sichtweise bringt mich nun zum Schmunzeln. Wie hätte denn seiner Meinung nach so ein Mitspracherecht ausgesehen:

Fiktive Unterhaltung:

ich : ich will mich trennen
er : Ich nicht
ich : ich hab meine Entscheidung bereits getroffen
er : das kannst Du nicht – Du hast mich nicht in die Entscheidung einbezogen
ich : dann frage ich Dich jetzt, ist es okay wenn ich mich von Dir trenne?
er : Du zerstört damit meine Lebensplanung, ich will mich nicht trennen
ich : ich aber schon, aber okay wenn Du es nicht willst, dann bleibe ich

So eine Unterhaltung wäre absurd …es gibt Lebens-Entscheidungen die muss jeder für sich selbst treffen.

Ich würde mich, auch im Rückblick, immer wieder so entscheiden…

Verzwickt noch mal…

(Achtung: nur langweiliges Arbeitszeugs!!)

Während in vielen Firmen bzw. Abteilungen, bereits jetzt schon die Aktivitäten, mit Blick auf das Jahresende, runter gefahren werden, steigt in meinem Job der Taktschlag merklich an. Hier „leihe“ ich mir immer den Begriff aus dem Börsenjargon: „Jahresendrally“.

Auf einmal werden alle wach…huuuch noch quasi 2 Wochen, dann ist alles vorbei, weil ab Weihnachten sowieso mit der Zentrale nichts mehr geklärt werden kann…also jetzt werden Differenzen auf den Buchungs-Konten geklärt, lange aufgeschobene Fragen werden JETZT geklärt…was dann aber meistens schon zu spät ist, um bis Jahresende eine gangbare Lösung zu finden. Neue Anweisungen kommen auch mal eben um die Ecke…jetzt ist die Zeit, um für den fast-close Jahresabschluss alles vorzubereiten.

Und ausgerechnet dann, kommen die Kollegen aus der Zentrale mit der Bitte, das ich noch intensiver die Datenübernahme für den ERP-Wechsel, der ja auch bald kommen soll, mit vorbereite…d.h. ich erkläre unsere ganz besonderen Anforderungen für Deutschland, erkläre und erkläre wie wir unsere Daten für die Umsatzsteuer-Voranmeldung aufbereiten müssen. Mit diesen Infos kann die externe IT-Firma (natürlich auch eine Dänische), das neue Buchhaltungsprogramm endsprechend unserer Bedürfnisse programmieren.

Ich hab ja schon vor fast 2 Jahren fest gestellt, das die dänischen Kollegen, für die deutschen Gesellschaften, die deutsche Umsatzsteuer-Voranmeldung nicht wirklich beherrschen.

Auch der Controller hat mir hier das Feld freudig überlassen, ich hatte für „seine“ Firmen die Kodierungen überarbeitet und dann korrekt mit dem offiziellen Formular verknüpft. In dem neuen Programm, darf ich das dann nicht mehr …das wird vorher alles festgelegt und fixiert, so das Niemand mehr einfach etwas verändern kann. Es ist also ein sehr wichtiges Thema.

Die UST ist schon früher eines meiner Spezialgebiete gewesen, indem ich auch jetzt noch Vieles an aktivem Wissen habe, zumindest mehr als der durchschnittliche Buchhalter. Aber der Teil, den ich davon nicht mehr regelmäßig nutze (z.B. Dreiecksgeschäfte, Reihengeschäfte innerhalb Europas und dem Rest der Welt) der verblasst langsam…weil wir in unserem Tagesgeschäft eben keine Waren quer durch die Welt verkaufen, sondern Energie und Dienstleistungen.

Ich hatte also in dieser Woche einige Meetings mit der Zentrale, und ausgerechnet jetzt tauchen andere Probleme auf, Themen mit denen ich es in meiner langjährigen Arbeitswelt bisher so noch nicht zu tun hatte.

Verträge die nicht eindeutig sind, sich teilweise im Inhalt widersprechen und interpretiert werden müssen. Weitere Sachverhalte, die mich nur am Rande betreffen, die aber unbedingt noch geklärt und in weiteren Verträgen fixiert werden müssen, aber keiner will an diese Themen ran. Verträge sind für mich nur ein Vehikel um meine Arbeit richtig zu machen….ich selber schreibe keine Verträge, das ist nicht meine Aufgabe…ich hab alle Infos dazu zusammengestellt und mir Unterstützung aus unserer Rechtsabteilung geholt, so das die Themen jetzt an die oberen Etagen gehen können, damit es geklärt wird…..ich befürchte jedoch, das wird nichts mehr bis Ende des Jahres und ich befinde mich in einer Zwickmühle.

Hab mich jetzt entschlossen Montag, im nächsten Meeting, meinen Chef und unsere Wirtschaftsprüfer um Mithilfe zu bitten…ich brauche einfach eine zügige Klärung von ganz oben, WAS genau in solch einem Fall für ein Vorgehen gewünscht wird. Dann erst kann ich mit der Lösung, um die Ausarbeitung weiterer Verträge bitten…..das alles ist mühselig und zäh, weil alle zwar immer sagen: ja das war schon immer ungeklärt, da müsste man, da sollte man…aber es geschieht nichts…und keiner will sich dem unangenehmen Thema stellen….und ich, als ausführendes Glied am unteren Ende der Entscheidungskette, muss aber bis Ende des Jahres einen Sachverhalt verbuchen, den ich weder in EUR beziffern kann, noch weiß ich wer der Vertragspartner sein soll.

Jede Diskussion in dieser Woche hat bisher zu keinem Ergebnis geführt, weil keiner von uns die Entscheidungsgewalt hat…und die, die Entscheiden müssen, es nicht tun. Das nenne ich mal verzwickt.

Entscheidungen und Routinen

Wir treffen jeden Tag hunderte von Entscheidungen….oft bewusst, die meisten jedoch ganz unbewusst. Stehe ich jetzt auf oder bleib ich noch ein paar Minuten liegen, gehe ich erst ins Bad oder schalte ich zuerst die Kaffeemaschine ein, ziehe ich die blauen Socken an oder die Schwarzen..entscheide mich für die Blauen, nur um fest zu stellen, das ich mich am Ende für ein komplett schwarzes Outfit entschieden habe. Wenn ich mich nun noch für die schwarzen Boots entscheide, können die blauen Socken bleiben (sieht dann keiner), nehme ich die Sneaker, muss ich die Socken noch einmal wechseln.

Und so geht es den ganzen Tag. Was uns dabei hilft unseren Geist zu entlasten sind Routinen. Meine Routine hilft mir mich nicht jedes Mal bewusst entscheiden zu müssen…Also stehe ich auf und schalte erst die Kaffeemaschine an und dann gehe ich ins Bad. Darüber brauche ich nicht nachzudenken…das passiert quasi automatisch.

Entscheidungen zu treffen fällt mir aber meistens ziemlich leicht….ich treffe sie zügig und dann mache ich es auch. Egal, ob es um leichte Entscheidungen geht (Socken) oder um Lebensverändernde (Wohnortwechsel). Sobald ich mich entschieden habe, hinterfrage ich diese Entscheidung nicht mehr, sondern steuere mein Ziel direkt an.

Und deshalb finde ich es auf der anderen Seite ziemlich lustig (also im Nachhinein), das ich gestern so einen Tag hatte, wo ich mich überhaupt nicht entscheiden konnte…ich stand mir quasi ständig selbst im Weg und dabei ging es doch bloß um eine Walkingrunde in Hamburg.

Ich hatte mich bereits mittags entschieden: ich fahre am später Nachmittag mit dem Auto bis zum Fähranleger Teufelsbrück, stelle das Auto ab und laufe mal wieder in der beginnenden Dunkelheit an der Elbe entlang. Solche Entscheidungen treffe ich ja quasi täglich….ob ich raus gehe, wann ich raus gehe, wo ich meine Runde drehen möchte.

Aber dann ging es los….och nööö, ist so ungemütlich Draußen, boa extra bis zum Teufelsbrück fahren, geht doch auch in Wedel am Schulauer Fähranleger, warum überhaupt ins Auto setzen und bis Wedel fahren, geht doch auch hier im Ort…neee möchte aber doch nach Hamburg….okay mein Kompromiss mit mir selber: ich nehme den Elbhöhenweg in Wedel.

Aber ich kam nicht wirklich los, hab immer noch anderes gemacht und inzwischen war es schon weit nach 20 Uhr und komplett dunkel draussen….hmmm soll ich jetzt noch fahren oder nicht….ich bin dann tatsächlich gefahren und in kompletter Dunkelheit den Elbhöhenweg entlang gelaufen…also gut, so mit Taschenlampe hier entlang zu laufen war jetzt nicht viel anders, als wenn ich bei mir im Ort meine Standardrunde genommen hätte. Einziger Unterschied hier in Wedel konnte ich die Elbe in der Dunkelheit schemenhaft erkennen.

Die Ernüchterung kam dann schnell: die Strecke war mit 3km deutlich kürzer als meine Runden hier im Ort (irgendwie hatte ich sie länger in Erinnerung), ich war auf der Rückfahrt hundemüde und musste mich stark auf die Fahrt über die Landstraße konzentrieren und dann hab ich zuhause auf den Kalender geschaut und festgestellt, dass ich MORGEN sowieso an die Elbe fahren werde….na das hätte mir ja auch mal früher auffallen können, das war ja eine echte Glanzleistung….hahahha

Egal – immerhin bin ich draußen gewesen und hatte eine kleine Walkingrunde…und anschließend hab ich extrem gut geschlafen.

Und heute am Sonntag werde ich dann tatsächlich nach Hamburg fahren…einen Abstecher in die Innenstadt machen…ich möchte endlich mal wieder in ein Cafè gehen und anschließend gehts an die Elbe…seit ich hier lebe, gehe ich am Geburtstag und am Todestag meines Vaters an die Elbe, mit einem kleinen Blumengruß und einer stillen Zwiesprache mit ihm.

Ich mag diese Routinen, über die brauche ich nicht nachzudenken…ich mache es einfach…und es fällt mir dann auch leicht, solchen Tagen zu begegnen…denn ich kenne meine Abläufe und mir tut es gut, genau das zu wissen.

Entscheidung – falsch abgebogen

Kennt Ihr das auch? das Ihr Entscheidungen in Eurem Leben entweder zu spät trefft oder dabei die falsche Richtung eingeschlagen habt?

Es gibt Menschen die haben auch einfach ein schlechtes Timing bei Entscheidungen….dafür kann niemand etwas. Es gibt so viel unvorhersehbares im Leben, wie die Pandemie, so etwas KANN man bei Entscheidungen einfach nicht berücksichtigen, man weiß es schlichtweg nicht …es ist einfach fehlendes Glück….also Pech. Dadurch nicht weniger bedauerlich….

Ich hab mich Freitagabend noch über einen Telefonanruf meiner ehemaligen Chefin aus Hessen gefreut….wir haben lange Jahre gut zusammen gearbeitet und ihre Entscheidung innerhalb des Konzern zu wechseln, war ja ein Entscheidungskriterium für mich, meine eigene berufliche Zukunft in der Firma zu überdenken…..letztlich hab ich dann sogar noch einen Monat vor ihrem Wechsel auf einen anderen Posten an einem anderen Standort, die Firma komplett verlassen.

Sie wiederum, mit Mann und 2 kleinen Kindern, hat sich versetzen lassen, um endlich dem Druck aus allen Richtungen zu entgehen (hohe Führungsposition) um endlich weniger Stress zu haben, um sich mehr um ihre Familie kümmern zu können. Sie ist ehrgeizig und absolut pedantisch und hat immer eine genaue Vorstellung davon wie etwas gemacht werden muss….mit Geburt der Kinder in relativ kurzem Abstand hintereinander, musste sie als Erstes lernen, das mit Kindern NICHTS nach Plan läuft….und ausgerechnet in der Zeit nahm der Stress im Konzern für uns Beide zu…..Niemandem wurde sie mehr gerecht und ich kann nur ahnen wie schwer das für sie war…ihre Unbeherrschtheit in dieser Zeit, die ich oft abbekommen habe, zeigte aber viel von ihrem inneren Druck.

Also hat sie den Standort gewechselt und auch das Aufgabengebiet…kann zwar öfter von Zuhause aus arbeiten, aber wenn sie ins Büro muss, sind das jetzt nicht mehr 100km sondern 320km. Der Kollege der eigentlich in Rente sollte, wollte dann auf einmal nicht mehr und ihr Start dort war schwierig….und anstatt einer Führungsposition mit viel Verantwortung, wurde sie erst einmal ausgebremst….

….und jetzt, wo sich alles in die richtige Richtung entwickelte, kam Corona….viel Homeoffice mit 2 kleinen lebendigen Kindern….ihre Nerven liegen schon seit langem blank, und dann kommt auf einmal eine Verantwortung, die sie so nicht erwartet hätte…sie ist heute dafür zuständig das in ganz Deutschland und den umliegenden Ländern immer genügend Produkt dort vom Wettbewerb zugekauft wird, wo die Produkte benötigt werden…und auf einmal gibt es im Gase-Bereich Produkt-Engpässe wo man es ohne Pandemie nie erwartet hätte….

Anstatt also endlich mal vom Stress weg zu kommen, hat sich dieser wieder potenziert und schwappt über ihr gesamtes Leben…..wieder muss sie mehr Arbeiten, wieder wird erwartet, das sie ihre Arbeitszeiten hochschraubt….wieder gefährdet sie ihre eigene Gesundheit und ihr Familienleben…..

….und in ihrer typisch burschikosen Art sagt sie mir am Telefon zu meinem Fallschirmsprung: „Du bist echt bescheuert, das warst Du schon immer“…. und ich weiß genau, das es nicht als negative Aussage gemeint ist…sondern das Gegenteil bedeutet…und in dem Moment wo der Satz aus ihr herausbricht, tut sie mir leid.

Sie hat sich immer dafür entschieden das zu machen, was andere von ihr erwarten…niemals das ,was sie gerne machen möchte….und immer sagt sie: Ich muss doch….ich kann doch nicht….die Familie erwartet das….die Firma erwartet das…

Oft denkt sie an mich, sagt sie…und ich glaube ihr das, nehme ich mir doch jetzt wieder die Freiheit die ich brauche um eine tiefe Zufriedenheit in meinem Leben zu bekommen….Sie hätte diese Freiheit auch gerne und schon oft hab ich gedacht, wie lange hält sie wohl durch….aber ja sie ist unglaublich zäh und macht immer weiter, egal wie….Hauptsache weiter machen….aber zufrieden ist sie damit nicht.

Entscheidungen: zack-zack

Ich gehöre ja, im Gegensatz zu meinem Schwager und auch meinem Ex-Freund, zu der Sorte Mensch, die sich in fast jeder Situation des Lebens sehr schnell entscheiden können.

Bei mir muss es immer zack-zack gehen. Egal ob im Job oder im Privaten. Während andere noch das Für und Wider abwägen, hab ich meine Entscheidungen schon getroffen. Und danach verschwende ich auch keine Zeit mehr mit weiteren Abwägungen.

Das bringt im Job aber auch „Nachteile“, weil alle immer zu mir gekommen sind, um sich Unterstützung beim Entscheiden zu holen …und hat im Privaten für viel Ärger gesorgt, weil mein Ex-Freund sich oft wochenlang um ein Problem gedreht hat und mit dem Entscheiden nicht voran kam…. immer in der Angst lebend, nicht das Beste entschieden zu haben, nicht das Meiste herausgeholt zu haben…und noch einmal alles durchkauen, und noch einmal alle Argumente hin- und her abwägen….entscheiden, zurück nehmen, neu entscheiden, zurück nehmen….boaaaaa wie anstrengend.

Ich mag mich nicht wochenlang (beim Auto meines Ex waren es sogar MONATE nur um sich überhaupt für ein Auto-Modell zu entscheiden) mit so einer Entscheidung herumplagen. Empfinde es für mich als vergeudete Zeit.

Ich hab vor Jahren mal gelesen, das eine größere Auswahl an Möglichkeiten und ein immer mehr an Informationen, beim Entscheiden oft keine Hilfe ist, sondern dazu führt, das viele sich durch die Masse an Informationen überfordert fühlen, den Blick auf die wesentlichen Entscheidungskriterien zu fokussieren.

Also kurz gesagt: ein zu viel an Informationen, kostest ein vielfaches an Zeit und bringt keine besseren Entscheidungen.

Also hab ich mich am Sonntag Nachmittag mit dem PC auf die Couch verzogen und hab im Internet nach einem neuen Auto mit den folgenden Parametern gesucht:

Fiat 500L / möglichst als Tageszulassung / mit der Möglichkeit mein altes Auto in Zahlung zu geben / Benziner / Farbe: alles außer weiß.

Ich möchte also das gleiche Modell wie jetzt – weil ich das Auto einfach toll finde. Mein jetziges hab ich auch als Tageszulassung gekauft….da spart man mehr als 1/3 des Preises für einen Neuwagen…und erhält trotzdem einen. Im Internet hab ich dann einige gefunden…allerdings waren mir die eindeutig zu teuer.

Dann hab ich ihn gefunden…MEINEN neuen Wagen: 3km Laufleistung / Tageszulassung 08-2020 / dunkelgrau / Motorleistung 95PS / ein paar Extras die bei mir unter Schnick-Schnack fallen: z.B. eingebautes Navi und Rückfahrkamera / Inzahlungnahme des alten Autos ist möglich / Preis: innerhalb meines Budgets.

Standort Datteln/ NRW.

Einen kurzen Moment hab ich gezögert wegen der 95PS, jetzt hab ich 120PS…aber ich bin ja eh etwas ruhiger geworden und fahre die 120PS nur seltenst aus.

Also hab ich gleich einen Termin zur Besichtigung ausgemacht für diesen Mittwoch….ich hab ja von Mittwoch – Freitag Urlaub.

Hmmm wenn ich mir jetzt ein anderes Auto kaufe, muss ich auch das Kennzeichen wechseln….so nun werde ich also ein „PI“ bekommen….

Formel: 4 – 3 – 2 – 2 = 1

und wieder quäle ich mich gesten  im Nachmittags-Verkehr bis in Herz von Hamburg …direkt bis zur  Binnenalster zu einem weiteren Gespräch mit einem Personalvermittler…und noch während ich im Auto sitze und mich vorbereite, schaue ich in meine E-Mails….

….und die Müdigkeit ist schlagartig fort….

Da hat sich die Firma, auf die ich seit Tagen warte, doch tatsächlich gemeldet um mir mitzuteilen, das sie auf das 2. Gespräch verzichten….

…ABER sie mir gerne kurzfristig ein Jobangebot unterbreiten wollen…  !!!! Gerne würden Sie noch im Februar mit mir den Vertrag schließen, aber wenn es zu knapp werden sollte, wäre es einen Monat später auch kein Problem.

DAS war das Signal, auf das ich gewartet habe…die halbe Nacht hab ich nämlich beide Jobs gegeneinander abgewogen und ich wollte genau diesen Job, der mir jetzt angeboten wird: kein Teamleiter-Posten, 2er-Büro, mit dem Auto  in 25 Minuten erreichbar, Parkplätze sind morgens auch ausreichend vorhanden, und ein etwas höheres Gehalt als jetzt….dazu waren mir die Personen mit denen ich das Gespräch geführt habe, gleich sympathisch…

…in einem Telefonat haben wir kurz besprochen,  wenn mir am Freitag bis Mittag der Vertrag unterschrieben per Mail zugesandt wird, ich selber entscheiden kann, ob ich noch im Februar  kündige oder erst im März…

….sooo jetzt musste ich erst einmal durchatmen und hatte noch 1 Tag Zeit zu überlegen…obwohl es für mich schon da fest stand…

Fazit: vor 2 Wochen hab ich begonnen mich zu bewerben:

4 eigene Bewerbungen

3 Personalvermittler eingeschaltet

2 Bewerbungsgespräche

2 Jobangebote

1 Job angenommen (ohne Vermittler)

Weitere Entscheidungen stehen an

Heute Nacht ab 4 Uhr morgens  hab ich mich nun dem nächsten Entscheidungsblock gewidmet. Nicht, das ich das so geplant hatte. Nein – eigentlich wollte ich nur ausschlafen. Aber die Gedanken ließen sich nicht stoppen.

Fragenkatalog:

1.      Bleib ich bei meinem jetzigen Job?

2.      Wenn ja – was muss sich ändern?

3.      Wenn nein- was für eine Art Job möchte ich dann machen (in meinem Beruf gibt es verschiede Ausprägungen)?

4.      Und wo soll der Job dann sein? In welcher Stadt / In welchem Bundesland?

5.      Und wo möchte ich dann leben? In einer Stadt / Auf dem Land?

6.      Und wieviel Geld müsste ich verdienen, damit ich zufrieden bin?

Um 7 Uhr bin ich dann aufgestanden und hab den Computer angeworfen….hab mal die einschlägigen Job-Portale durch geschaut und mich mit dem Jobangebot in den von mir bevorzugten Regionen vertraut gemacht.

Damit hab ich gerechnet – so ein Wechsel, wie in meinem Fall, ist mit Einbußen beim Einkommen verbunden…hier im Rhein-Main-Gebiet sind die Gehälter um mindestens 1/3 höher als im Rest der Republik…dazu schlägt auch meine langjährige Firmen-Zugehörigkeit auf meinen Lohnzettel durch. Okay – aber dazu sind vor allem die Mieten hier auch echt happig.

Bevor ich aber das Thema Jobwechsel weiter verfolge muss ich noch etwas  Elementares klären…WANN kann ich eigentlich einen neuen Job antreten. Also her mit meinem Anstellungsvertrag und  siehe da – gar nicht so leicht zu durchschauen, da haben die ja einen schönen Mischmasch zwischen vertraglicher und gesetzlicher Kündigungsfrist gemacht.

Da ich das von mir errechnete Ergebnis von 5 Monaten Kündigungsfrist (ausgehend vom 30.04.) nicht so recht glauben wollte, hab ich mir  Hilfe bei einer Online-Rechtsberatung geholt…und siehe das der Anwalt für Arbeitsrecht hat mir auch schon geantwortet….5 Monate sind richtig. Nun gut –soweit war ich ja auch schon gekommen – aber jetzt hab ich es immerhin bestätigt bekommen und hab eine schriftliche Begründung…diese Sicherheit ist für mich gut investiertes Geld.

Bei einer Kündigungsfrist von aktuell 5 Monaten stellt sich die Frage nach der Reihenfolge der nun zu entscheidenden Handlungen nicht mehr wirklich. Ich muss erst meinen jetzigen Job kündigen, um dann einen neuen Job zu suchen.

Also die alles entscheidende Frage ist und bleibt: Kündige ich jetzt zum 30.04. bei meinem jetzigen Arbeitgeber?  Momentan wäre das die richtige Entscheidung für meine körperliche Gesundheit und mein Seelenleben)….aber ich werde es erst nach meinem Urlaub entscheiden.  Da ich unmmittelbar nach Ostern Geburtstag habe, werde ich für ein paar Tage mit dem Auto weg fahren…hab heute schon beim ADAC entsprechende Reisevorbereitungen getroffen…nur noch ein paar Tage arbeiten…dann ist endlich Ostern.

Im Matratzen-Dschungel – Entscheidung

Soooo – nach mehr als 14 Tagen auf der neuen Matratze (s.im Matratzen-Dschungel) hab ich mich entschieden….

Zuerst einmal muss ich sagen, hätte sich die Matratze im Test der Stiftung Warentest nicht so gut geschlagen, hätte ich bereits nach 2 Nächten kurzerhand entschieden, die Dinger wieder zurück zu schicken.

Warum?

Weil die Matratze so ganz anders ist, als ich es erwartet hätte…sie ist super wenn man darauf liegt….egal ob als Rückenschläfer oder Seitenschläfer…genau so hart wie ich es gerne hätte

Aber ich liege ja nicht nur auf einer Matratze:

  1. Sitzen auf dem Bettrand/Matratzenrand
  2. Knieen
  3. Ellbogen aufstützen (beim Lesen)
  4. Stehen (wenn ich etwas an der Decken-Lampe richten möchte)

Jede punktuelle Druckbelastung führt jedoch dazu, dass der Schaum sehr stark nachgibt. Und das finde ich irritierend….aber ich hab jetzt 14 Tage auf der Matratze gelegen und wirklich gut geschlafen…

Also was nun?

Da mir guter Schlaf sehr wichtig ist, hab ich mich für die Matratze entschieden…Im Verhältnis liege ich länger, als das ich auf dem Teil herumturne…lach.

Mein Schatz muss diesen Test jetzt noch in den nächsten Tagen für sich entscheiden…Er hat zwar bereits eine Nacht darauf geschlafen…aber das reicht mir nicht für eine so wichtige Entscheidung…immerhin werden uns diese Dinger viele Jahre begleiten.

Also hab ich eine der beiden Neuen in seine Wohnung gebracht und wenn er heute Abend wieder kommt, kann er es die nächsten Nächte testen…bis zum Ende diesen Monats…dann ist der Sperrmülltermin und ich werde meine beiden alten Matratzen zum Sperrmüll bringen…oder eben nur eine davon… mal sehen.

Verantwortungs-Magnet

Ich ziehe Verantwortung an…weil ich mich ihr stelle und mich nicht davor verstecke…weil ich weiß, es gibt immer Lösungen…aber die sind eben auch unbequem und tun manchmal auch weh.

Einer meiner Leitsätze für meine Freunde und Familie war immer: Wenn Dir etwas nicht gefällt, dann ändere es…nach dem Prinzip lebe ich seit ich mich vor mehr als 14 Jahren von meinem Mann getrennt habe.

Verharre nicht in einem Leben, wenn es Dir nicht gefällt…na klar muss man immer gewisse Zeiten überbrücken…aber wenn es sich nicht entwickelt, dann musst du es eben ändern.

Niemand hat gesagt das Änderungen leicht sind und  es kann auch unangenehme Folgen haben:  Ich habe viele dieser unangenehmen Folgen erlebt und mich trotzdem immer weiter bewegt, solange bis es jetzt für mich gut ist…oder zumindest gut gewesen ist.

Als ich meinen heutigen Ex-Mann damals verlassen habe und auf einmal ganz allein war in einer fremden Stadt, keine Freunde, keine Familie…man war ich einsam…aber es war die richtige Entscheidung. Als ich die sichere Zukunft und die Karriere aufgegeben habe und tatsächlich nur noch die Hälfte von dem verdient habe, wie vorher, das ist schon bitter für den eigenen Stolz und für das Portemonnaie….aber es war richtig….

Inzwischen bin ich es gewohnt immer und überall schnell Entscheidungen zu treffen, immer mit Verstand und mit Bauch.Im Beruf, wie im Privatleben. ich werde gefragt und kann sehr schnell klar sagen was m.E. die Beste Entscheidung (für mich) wäre…und kann unmittelbar handeln. Mein Kopf steht nur selten still…und verweigert noch seltener die Arbeit..

Nicht jede meiner  Entscheidungen war aus heutiger Sicht richtig…aber in dem Moment der Entscheidung war es das…und darauf komm es an…nicht zögern, nicht zaudern….Entscheidungen treffen.

Aber manchmal ist es besser sich aus Entscheidungen herauszuhalten….auch wenn man danach gefragt wird.