Urlaubtag – Wasserfreuden

Urlaubtag – Wasserfreuden

Seit ich aus dem Kurzurlaub in Hessen wieder zurück bin, warte ich schon jeden Tag ungeduldig darauf, das der Regen in Hamburg wenigstens mal für ein paar Stunden verlässlich aufhört…ich wollte doch unbedingt ein weiteres Mal zu dem Bootsverleih an der Alster, um noch einmal ein Kajak auszuleihen.

Gestern Nachmittag hat es dann geklappt…..bei trübem, aber trockenem Wetter war ich wieder auf einem der Alsterkanäle unterwegs….wieder war es zu der Uhrzeit fast leer ..wie ich später feststellte waren nach 19 Uhr die Vereine unterwegs, als die Bootsverleiher schon geschlossen hatten.

Mit fast kindlicher Freude und tiefliegender Ruhe ging es mit ruhigen Paddelschlägen durch den Kanal….ich bin in die gleiche Richtung wie beim letzten Mal gefahren, dieses Mal aber weiter und ich war mit 1,5 Stunden auch auch länger unterwegs.

Hab mit dem Rumpf ein paar Gleichgewichtsübungen im Kajak gemacht, nur um zu Testen, wie gut und sicher ich mich dabei fühle: Ergebnis: gut fühle ich mich dabei – richtig gut….und schon nach knappen 30 Minuten konnte ich meine tiefliegenden Bauchmuskeln bei der Arbeit spüren….hahaha sehr schön.

Mir ist ein 2er Kanu begegnet, das zusätzlich mit einer Mülltonne bestückt war…die beiden Frauen haben tatsächlich Müll aus dem Kanal geholt. Klasse Aktion, das habe ich ihnen auch gesagt und sie freuten sich sichtlich über meine Respektsbezeugung. Später fiel mir ein, ich hätte fragen wollen ob sie das privat machen oder ob es eine Vereinsaktion ist….noch am gleichen Abend hab ich gelesen, das man so ein Kanu kostenlos bei einem Bootsverleih ausleihen kann, wenn man sich dazu verpflichtet auf der Fahrt eben Müll zu sammeln…..KLASSE.

Ansonsten sind mir noch ein paar Kinder in 2er Kanus begegnet….und das waren für 1,5 Stunden tatasächlich die einzigen Menschen, die mir auf dem Kanal begegnet sind.

Meine Geschwindigkeit im Kajak war gefühlt sehr langsam…also gemütlich. Etwas ungewohnt so keine Kontrolle über meine Geschwindigkeit zu haben…und auch kein anderes Boot, das in meine Richtung fuhr, um auch nur einen Anhaltspunkt zu bekommen, wie langsam oder schnell ich eigentlich unterwegs bin. Ich bin ja sonst immer in einem sportlichen Modus….hierbei fehlte mir nun jedes vergleichende Element….okay…also mit einem jungen Paar, das am Kanal entlangspazierte blieb ich eine Weile gleichauf.

Dann schob ich den Gedanken an einen sportlichen Vergleich schnell wieder weg und genoss einfach die ruhige Fahrt. Das Wetter blieb trübe, aber die Temperatur war angenehm auf dem Wasser und ich hatte an vielen Stellen sogar Gegenwind.

Und wieder stellte sich das Gefühl von unglaublicher Freiheit ein, obwohl einige Menschen auf den Brücken standen oder am Kanal entlang liefen. Ein Gefühl das ich oft verspüre, wenn ich mit dem Fahrrad im Sommer an Feldern vorbei fahre…wenn ich ohne Zwang und festem Ziel einfach drauf los im Wald wandere.

Am Ende meiner Tour angekommen, war wieder der schwierigste Teil vom Kajak auf den höherliegenden Steg auszusteigen….also ohne Hilfe wäre mir das nicht geglückt….ich fühlte mich wie eine Robbe…hmmm….das muss aber auch besser gehen oder nicht? fühlte mich wie eine alte Frau hahahaha

Der Bootsverleiher meint, das es durch den hohen Steg so schwierig ist und tatsächlich hab ich später eine Vereinspaddler gesehen, die an einem niedrigen Steg ausstiegen, das sah wesentlich leichter aus….- okay die sind natürlich geübt.

Zufrieden mit meiner Tour (okay also das Gefühl einer alten Frau beim Aussteigen vergessen wir mal schnell wieder) wollte ich diesem Tag noch ein weiteres richtiges Urlaubsgefühl geben…also bin ich nur ca. 2 km weiter gefahren und hab in dem tollen vietnamesischen Restaurant, in dem ich jetzt schon ein paar Mal war, zu Abend gegessen…allerdings lieber drinnen….so langsam wurde mir doch kalt mit meiner halblangen Sporthose und dem dünnen Shirt mit dünner Regenjacke drüber.

Hamburg hat ja schon wieder eine hohe Inzidenz und ich musste meinen Impfnachweis vorzeigen, um drinnen sitzen zu dürfen…kein Problem…..hab ich ja auf dem Mobiltelefon.

Nach dem leckeren Essen hab ich zum Abschluss noch eine kleine Walkingrunde an der Alster gemacht….auf der Suche nach

  • einem Restaurant direkt am Wasser. Ich bekomme ja sehr bald schon Besuch meines Rentner-Kollegen aus Hessen mit seiner Frau….die Beiden sind inzwischen echte Freunde geworden und ab jetzt nenne sie hier: „Die Rentner“.
  • weitere Bootsverleiher mit Kajaks (bei dem ich bisher war, der hat nur 2Stck. Einer-Kajaks und möchte auch eigentlich lieber SUP vermieten)
  • Kanu-/Kajaksport-Vereinen mit ihren Anlegestellen

Als ich, auf einer Brücke stehend, zwei Herren beim Aussteigen aus ihren Kajaks beobachtete, hab ich gefragt, zu welchem Verein sie gehören ….und ob der Verein auch Anfänger aufnimmt….und hab gleich mal für nächste Woche Tag und Uhrzeit genannt bekommen, wo ich mal kommen und reinschnuppern kann, immerhin hat jeder mal als Anfänger angefangen……prima – DANKE…

Sooooo – das war doch ein schöner und zufriedenstellender Urlaubstag….

Essen – Gehen

Der eigentliche Plan für das Abendessen besteht seit 1 Woche: ich möchte mal wieder Essen gehen…aber immer wieder verschiebe ich es.

Gestern nun war ich extra bei meinem abendlichen Walk-Rundgang so gelaufen das ich an dem kroatischen Restaurant vorbei kam, das so urgemütlich aussieht….es war Montag  und geschlossen. Montags Ruhetag.  Okay – also hab ich zuhause meinen Obststeller geplündert und 1/2 Tüte Chips…

Heute nun wollte ich eigentlich nach Hamburg zum Sushi…hab mich aber doch entschlossen hier in der kleinen Provinzstadt zu bleiben…da gibt es auch ein nettes Japanisches Restaurant an dem ich schon ein paar Mal vorbei gefahren bin. Weil es regnet bin ich mit dem Auto gefahren…und der Laden war geschlossen…warum weiß ich nicht.

Also bin ich weiter gefahren und an einem Indischen Restaurant vorbei gekommen. Das scheint noch ganz neu zu sein, nett und gepflegt sieht es aus, also hab ich heute Abend indisch gegessen.

Es war lecker und reichlich…danach war mir endlich wieder warm und ich hab noch eine kleine Walking-Runde gedreht…knappe 4km durch den permanenten Regen…die alte Quasi-Winterjacke hat das nicht ausgehalten…sie ist vollkommen durchnässt. Prima – die wollte ich ohnehin schon aussortieren, jetzt weiß ich wenigstens warum.

Für die gute Wellensteyn Winterjacke ist es noch zu warm und die reinen Regenjacken der gleichen Marke sind schon zu dünn, da brauche ich dann immer gleich eine Fleece oder Softshell-Jacke dazu…also hab ich heute aus Bequemlichkeit diese alte Mittelding gegriffen…

Das war auch ganz leicht….mein Not-Kleiderschrank aus Stoff mit  Kunststoff-Steck-Rahmen ist heute Nacht nämlich teilweise zusammen gebrochen. Eine der Kunststoff-Kleiderstangen konnte dem Gewicht der Kleidung auf den Bügeln nicht länger stand halten…so lag diese Jacke auf einmal in meinem unmittelbaren  Sichtbereich….Okay – also langsam wird es Zeit, das sich da was tut mit dem Kleiderschrank.

 

 

Wie im Sanatorium

das waren die Worte meiner Vermieterin als ich mir die Wohnung hier angeschaut habe.

…und Heute Vormittag hab ich GENAU dieses Gefühl hier.

Kennt Ihr diese Bilder aus dem Fernsehen, wenn im Winter  in den Bergen Menschen gezeigt werden, die bei Schnee draußen vor einer Berghütte in der Sonne auf einem Liegestuhl sitzen, Sonnenbrille auf, mit einer Decke zugedeckt und einem Sekt oder Heißgetränk in der Hand….GENAU so fühle ich mich gerade.

Nur, das ich NICHT in den Bergen bin sondern in der Norddeutschen Provinz auf dem Balkon meiner Wohnung. Die Sonne scheint bei fast wolkenlosen Himmel und obwohl es heute Morgen -2 Grad waren, sind es in der Sonne fast 18 Grad …es ist komplett windstill…und es ist komplett STILL

Also willkommen in meinem  Sanatorium Domicilum. Gefrühstückt hab ich schon…und zum Mittagessen werde ich heute meine Erholungsstätte verlassen…zum Kochen habe ich nämlich keine Lust…

Es ist ja ein Feiertag heute: Reformationstag. Dieser Feiertag wurde in 8 Bundesländern im Norden und Osten der Republik als jetzt fest geschrieben, um das Ungleichgewicht der Feiertage in Deutschland etwas anzugleichen.

Eigentlich hatte ich im Vorfeld geplant heute nach Lübeck zu fahren…das mache ich aber erst etwas später. Der 2. Plan war meine Schwester zu besuchen…aber Schwester und Schwager sind Beide mit einem grippalen Infekt beschäftigt…und da möchte ich mich lieber nicht anstecken….bin ja noch in der Probezeit.

Es ist richtig klasse Feiertage auch tatsächlich als Feiertage zu begehen…also zu feiern…innerlich zumindest. Ich feiere die Tage, indem ich mir bewusst werde: ich brauche tatsächlich NICHT zu arbeiten…weder offiziell, noch inoffiziell. Die christliche Bedeutung dieses Feiertags ist mir natürlich bewusst…spielt in meinen Überlegungen aber keine Rolle….ich bin trotzdem dankbar für den freien Tag.

Bisher habe ich die offiziellen Feiertage sehr oft dazu genutzt liegen gebliebenes im Job doch noch zu erledigen um die Zeitpläne einzuhalten…das brauche ich jetzt nicht mehr.

Heute ist der 1. Monat im neuen Job vorbei…und durch die  Arbeitszeiterfassung habe ich auch tatsächlich ein paar Stunden mehr gearbeitet, als ich eigentlich müsste. Durch die Einarbeitung muss ich ja vieles aufschreiben und bin in vielen Dingen noch etwas langsam in den Ausführungen. Aber das sind so wenige Stunden die ich in einem Monat gemacht habe, wie sonst in 3-4 Tagen…. und ich darf ja pro Monat 1 Gleittag nehmen…klasse damit kann ich im November bereits einen Tag frei nehmen.

So langsam wird mir bewusst, das ich in diesem Jahr tatsächlich zum ersten Mal seit ca. 20 Jahren auch tatsächlich freie Feiertage über Weihnachten haben werde…nicht das ich in Urlaub fahren könnte oder so …das nicht…und weniger arbeiten ist auch nicht möglich, aber immerhin gehören die Weihnachtsfeiertage MIR ….hahahaha sehr schön.

Soooo jetzt werde ich mich mal aus meinem Liegestuhl bewegen…und los laufen. Die letzten Abende war ich jeweils zwischen 4-7km walken/wandern/spazieren..aber heute merke ich die Belastung der letzten Tage in den Füßen und den Knien…was evtl. aber auch daran liegen könnte, das es gestern insgesamt mehr als 12km Strecke am gesamten Tag gewesen sind. 4km davon waren tagsüber auf dem Gelände meiner Firma…ich hatte mit ein paar anderen Kollegen eine ausgedehnte Betriebsbesichtigung und ausgerechnet an dem Tag hab ich Schuhe mit Absätzen angehabt…es waren nur ca. 4cm Absätze…da ich aber eigentlich  nur noch flache Schuhe trage,  taten mir nach den 2,5 Stunden Besichtigung nicht nur die Füße weh…sondern auch meine Kniee…trotzdem bin ich dann gestern Abend noch walken gewesen.