Im Tal der „Cowboys und Indianer“

Mir fällt gerade auf, das ich noch gar nichts über unseren Besuch der Bad Segeberger Karl May-Festspiele geschrieben habe.

Es war ein echt schöner Tag und sehr lustig. Mit Schwester+Schwager war ich bereits kurz nach Mittag auf einem der ausgewiesenen Parkplätze für die Festspiel-Besucher verabredet…und wie immer, waren wir fast gleichzeitig da – und damit mehr als 1/2 Stunde früher als verabredet hahahaaa. Dabei hatte ich dieses Mal die kürzere Anreise.

Und obwohl es noch eine 2. Groß-Veranstaltung an dem Tag gab, klappte es mit dem Parken super…es waren viele „Ordner“ da, die sicher und routiniert die Automassen auf die Parkplätze dirigierten…da merkt man, die machen das oft – sehr oft.

Von unserem Parkplatz aus sind wir noch ca. 15 Minuten bis in die Innenstadt gelaufen….es war eine ruhige und fröhliche Atmosphäe und ich war überrascht das soooo viele Menschen sich mit Cowboy-Hüten und anderen Accessoires ausgestattet hatten. Später haben wir ein paar junge Männer neben uns sitzen gehabt, die erzählten uns, das sie das jedes Jahr als Gruppen-Event machen…die freuten sich einfach auf das Freiluft-Theater und auf die Geschichten von Karl May.

Auch wir (Ende 50 / Anfang 60 – also Boomer) sind mit den Geschichten von Karl May groß geworden – mit den Büchern und natürlich auch mit den alten Filmen. Und da es Teil meiner Kindheit ist, lasse ich es mir auch nicht nehmen, es weiterhin so zu benennen…wir haben als Kinder oft Cowboy und Indianer gespielt. Wer sind jetzt an dem Wort „Indianer“ stört, siehe bitte unten das Zitat des Native American Association of Germany e.V. und den Link dazu.

Es war ein angenehmer Tag mit viel Sonne und etwas Wind ….war aber mit ca. 25 Grad doch angenehmer, als gedacht…und weil wir ja noch in die Kalkberghöhle wollten, hatten wir auch Jacken dabei.

Aber zuerst ging es in die Innenstadt. Es war voll, aber wir fanden noch ein Plätzchen für uns 3 in einem Eiscafè…dort saßen wir eine Weile mit Spaghetti-Eis und Kaffee und haben uns unterhalten….später sind wir eine Weile durch die Straßen und Gassen der Stadt gelaufen, bis es Zeit wurde für die Führung durch den Kalkberg.

Ich habe selten eine so unterhaltsame, launige und informative Führung mit gemacht. Die junge Frau versprühte so gute Laune und hatte einen tollen Humor…leider war es verboten in der Höhle zu fotografieren, denn die ist echt sehenswert…aber wer mal nach Bad Segeberg kommt, dem kann ich so einen Besuch sehr empfehlen. Inzwischen ist auch in der Höhle die Temperatur von dauerhaften 8 Grad auf 10 Grad hochgegangen….eine Jacke ist trotzdem sehr zu empfehlen.

Nach diesen launigen ca 35 Minuten ging es wieder raus in die Wärme …hahaha und wir sind durch die Straßen geschlendert bis es Zeit wurde für das Restaurant.

Das war eine gute Entscheidung indisch essen zu gehen, das Essen war super lecker und ein Naan-Brot hatten die – einfach klasse. Wir konnten uns noch gut Zeit lassen, denn da es feste Sitzplätze im Freiluft-Theater gibt, brauchten wir nicht mit den Massen hineinzuströmen, was mir sehr entgegen kam. Mir war vorher nicht bewusst, das es dort Platz für 8.000 Menschen gibt und es schien nahezu ausverkauft zu sein – 👀 ohhhaaaaaa

und jaaaa die Plätze auf den Bänken waren sehr eng, so das ich zu dem jungen Mann neben mir meinte, tjaaa dann müssen wir wohl kuscheln hahahaaaa und damit war das Eis gebrochen und ich konnte mich durch meine gute Laune und die freundliche Art der Jungen Männer neben uns, auch mit der Enge arrangieren. Jeder von uns hat versucht so wenig Platz einzunehmen, wie möglich. In einem Kino oder Theater wäre das für mich nicht so einfach möglich gewesen, aber so ein Freiluft-Theater ist tatsächlich etwas anderes und ich habe mich darüber gefreut, das ich mit der Enge an dem Tag gut umgehen konnte.

Und dann begann das Stück „Das Tal des Todes“ und ich muss sagen, die Aufführung war super lustig und sehr gut an die örtlichen Begebenheiten angepasst…es hat Spaß gemacht zuzuschauen und es gab 2 – 3 Mal auch kleine verbale Seitenhiebe auf die aktuellen Kriege und politischen Gegebenheiten, dann war es auch mal etwas anrührend und natürlich ein Happy End.

Ich hatte ja schon im Vorfeld damit gerechnet das es laut werden würde, aber soooooo laut. Aber ich hatte vorgesorgt und mir Ohrstöpsel mitgenommen, die ich ununterbrochen in den Ohren hatte und trotzdem konnte ich jedes Wort verstehen, auch das, was meine Schwester mir zwischendurch erzählte….hahahaaa und trotz der Dämpfung durch die Ohrstöpsel bin ich bei den „Explosionen“ zusammen gezuckt und fand die Musik immer noch etwas zu laut.

Da wir die Abendveranstaltung hatten, wurde es bei der Dunkelheit mit der Beleuchtung auch echt stimmungsvoll…und das Ende wurde mit einem kleinen Feuerwerk gefeiert…

Das war ein echt schöner Tag …und wir sind später gaaaaanz langsam wieder in Richtung unserer Autos geschlendert und haben den Tag locker ausklingen lassen….ich war erst nach Mitternacht wieder Zuhause und dann hat es noch mal mehr als eine Stunde gedauert, bis die Nachricht kam, das Schwester+Schwager auch wieder heile zuhause angekommen sind.

Also das können wir gerne wieder einmal machen…

Hier nun das Zitat zum Thema “ Darf man Indianer heute überhaupt noch sagen:

Lässt sich daraus ableiten, dass alle Native Americans die Bezeichnung „American Indians“ (bzw. kurz „Indians“) ablehnen?

Nein. Es gibt unter Native Americans viele, unterschiedliche Meinungen und es ist deshalb nicht möglich, eine Pauschalaussage zu treffen. Als Organisation verwenden wir in erster Linie die Bezeichnung „Native Americans“, sowohl im Deutschen als auch im Englischen. In der Kommunikation mit deutschsprachigen Kindern benutzten wir weiterhin die Wörter „Indianer“ und indianisch“. Wir wollten damit sicherstellen, dass uns die Kinder verstehen. Inzwischen ist das ein Problem, da vielen Kindern gesagt wird, sie sollen das „böse I-Wort“ nicht mehr benutzen.
 

 Wird die Bezeichnung „American Indians“ in den USA noch immer verwendet?

Ja. Sehr viele Organisationen und Institutionen, die von Native Americans gegründet wurden, oder die inzwischen eng mit Native Americans zusammenarbeiten, verwenden nach wie vor das Wort „Indian“ in ihrer Bezeichnung.

https://naaog.de/Deutsch-German/Indianer-Politische-Korrektheit

Heilig-Abend – innere Zufriedenheit

Wisst Ihr, was ich an meinem Leben so wirklich mag? Die Freiheit auch einen Tag wie den 24. Dezember so zu verbringen, das ICH Spaß daran habe…ohne Stress…ohne Hektik.

Aufgestanden bin ich wie immer in der Woche…kurz nach 5 Uhr. Ins Büro wollte ich ja so für ca. 2 Stunden…letztendlich waren es dann doch fast 4 Stunden…aber dafür hatte ich ein wohliges Gefühl von: GESCHAFFT !!! in mir.

Und wenn ich dann sowieso schon in Hamburg bin, kann ich auch direkt weiter fahren, zu meinem Weihnachts-Zielpunkt in diesem Jahr, genau wie im letzten: Lüneburg.

Damit war schon am Morgen klar, ich werde nicht vor 16-17 Uhr wieder Zuhause sein…also hab ich direkt nach dem Aufstehen, gleich mal meine Gänsekeulen im Backofen gebacken…eine Portion meines selbst gekochten Rotkohl aufgetaut und festgestellt das ich gar keine Klösse oder Semmelknödel mehr habe….okay, also gibt es kleine Pellkartoffeln dazu….dann hab ich schnell die Wohnung aufgeräumt, das Bett gemacht und alles in einen präsentablen Zustand versetzt.

Nein – ich erwarte keine Gäste…aber ich mag es, wenn ich dann nach Hause komme und ich quasi als mein eigener Gast fungiere…also mich in einem ordentlichen Haushalt an einen gedeckten Tisch setzen kann….hahaha

Zuvor hab ich noch ein kleines Weizenbrot gebacken (mit dem Teig, den ich gestern schon angesetzt hatte) und mit einer Portion Butter im Gepäck sollte das heute mein Mittagessen werden….dazu Kaffee und Obst….Thermohose und Wanderstiefel hab ich auch noch eingepackt … und los ging es dann….

Von Hamburg aus hab ich am Mittag nur knapp 3/4 Stunde gebraucht und hab Lüneburg in diesem Jahr noch im Hellen besucht….das Ambiente und die Stimmung in dieser Stadt in der Weihnachtszeit imponiert mir auch in diesem Jahr….auch wenn es anders war, als im Vorjahr.

Die Stadt hat eine beeindruckende Architektur, bietet viel Natur mit dem Wall, den Gräften und dem Kalkberg:

und dann auch noch das Flair mit der Ilmenau…was für eine Idylle:

Das Wetter war zwar trüb…aber die Atmosphäre der Stadt konnte ich aufsaugen und mit jedem Schritt wurde ich noch ruhiger und noch gelassener….innere Zufriedenheit !

(PS: Das war mein 1.000 Beitrag – sagt mir WordPress gerade…)

Lüneburg am Heiligabend

Lüneburg am Heiligabend

Lüneburg ist ..ist….einfach eine tolle Stadt mit unglaublichem Charme mit viel Kopfsteinpflaster, einer Wallmauer mit Gräfte,  die Kirchen  im Gotischen Stil, das alte Rathaus,  die historische Altstadt und der Marktplatz mit seinen Giebelhäusern, die geschichtliche Vergangenheit mit der Salzgewinnung und mit der Hanse.

Das sind genau die Dinge die mich in Lüneburg an die kleine Stadt in NRW erinnern, in der ich aufgewachsen bin. Nur das dort nicht mit  rotem Backstein gebaut wurde, sondern vor allem die Kirchen in grünem Sandstein.

Ab 14 Uhr war die Stadt fast wie leer gefegt…kein Wunder bei dem Dauerregen. Es war ein echt trüber Tag…überall huschten noch vereinzelt Menschen hin und her…. letzte Markstände wurden noch abgebaut, die Angestellten der Geschäfte räumten noch alles auf, um dann schnell nach Hause zu kommen.

.Trotz des trüben Wetters bin ich auf den Kalkberg gelaufen….ich denke hier ist es im Sommer wunderbar…diese verwinkelten kleinen Wege

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Wirkt es nicht so, als ob gleich die Sicht auf eine verwilderte Burg  freigegeben wird?

Fast alle Restaurants hatten bereits geschlossen, aber da gab es eine gemütliche kleine Pizzeria …ja also 1 Stunde hätten sie noch offen und ja ich könnte auch noch etwas zu Essen bekommen….also hab ich gewählt: eine Steinofenpizza Margherita und ein Glas Chardonnay. Die Pizza dünn, groß  und super lecker.

Mit einsetzender Dämmerung und immer noch im Dauerregen, mit den vielen Lichtern und dazu Menschenleer strahlten Marktplatz und Umgebung eine so magische erhabene Stille aus,  ich hätte mich setzen mögen…wenn es nicht so nass gewesen wäre…

Allein durch diese weihnachtliche Festlichkeit zu laufen hat mir eine innere Ruhe gebracht…meinen Weihnachtsfrieden sozusagen.

…und dann hab ich kurzerhand beschlossen  doch noch  1,5 Stunden länger in der Stadt zu bleiben und in den Vesper-Gottesdienst der St.Nicolai-Kirche zu gehen.

Ich bin kein praktizierender Christ mehr, aber ich kenne die Weihnachts-Liturgie der evangelischen Kirche seit meiner Kindheit. Ich mag dieses Ritual, ich mag die klaren Abläufe und irgendwie hatte ich bei diesen vielen Gemeinsamkeiten zur Stadt meiner Kindheit die leise Hoffnung das hier das  Quempas-Singen im Vesper-Gottesdienst zelebriert wird. Etwas das ich seit Kindertagen positiv mit Weihnachten verbinde.

Leider gab es das nicht, aber es war trotzdem ein sehr festlicher schöner Gottesdienst.

Lüneburg liegt nur ca. 70km entfernt zu meiner jetztigen Heimat und ich werde auf jeden Fall im Frühjahr wieder kommen…

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FROHE Weihnachen