Im „Duracell-Modus“ und total erschöpft

Tatsächlich war es in der Firmenzentrale genau so, wie ich es mir gedacht hatte: Es gab gar keinen speziellen Grund warum ich kommen sollte. Sie wollten mich einfach mal wieder da haben.

Und das war tatsächlich ein richtig guter Tag, auch wenn ich einen großen Teil des Tages immer fragen musste: wo sitzt denn jetzt die Abteilung oder die Person…denn der inzwischen 4. Anbauabschnitt war vor ein paar Wochen in Betrieb gegangen und viele Abteilungen mussten hin-und her umziehen. Das Controlling ist damit tatsächlich im ganz neuen Gebäudeteil untergebracht.

Gespräche hatte ich an dem Tage dann so Viele, wie noch nie zuvor…das ist der Vorteil, wenn man alleine unterwegs ist (die anderen Kollegen aus Deutschland hatten ja ihre eigenen Meetings – ich war also unabhängig).

Viele dieser Gespräche haben sich spontan ergeben, weil wir uns auf den Fluren getroffen haben: „Ach Du bist hier, wie lange denn, – ja magst Du später mal bei mir im Büro vorbei kommen, dann kann ich Dir etwas zeigen…“ usw.

Das ist lustig – ich werde von den Kollegen aus anderen Abteilungen, mit denen ich öfter Berührungspunkte habe, sofort erkannt und in Gespräche verwickelt – nicht schlecht wenn man bedenkt, das inzwischen mehrere Hundert Personen in diesen Gebäuden arbeiten und ich nur alle paar Monate tatsächlich hier bin. Das kommt auch durch die Teams-Meetings – da sieht man sich ja über die Kamera. Das ist tatsächlich ein Vorteil gegenüber früheren Zeiten, nur per Telefon.

Bei Anderen hab ich mich dann einfach spontan in deren Büros begeben und kleine Termine ausgemacht oder direkt mit den Kollegen sprechen können. Auf den Tag verteilt hatte ich damit 14 „kleine Meetings“…und habe nicht einen Handschlag normal arbeiten können.

Aber das war auch gut so…mein 1,5 Stunden Meeting mit der Teamleiterin, die mich herbeordert hat, war auch sehr informativ für uns Beide…wir haben vieles besprochen und eines geklärt…alles nichts Großes, aber doch so wichtig, das ich mich hinterher sehr gut fühlte.

Lustigerweise fühle ich mich in diesem Riesen-Armeisenhaufen tatsächlich dazugehörig. Ich bin einfach da, werde nicht extra „betreut“…sondern ich komme einfach an und bin dabei. Gut das ich mich gerade in einer kommunikations-stärkeren Phase befand.

Aber die andere Seite eines solch trubeligen Tages ist dann: ich war am Abend derartig aufgekratzt und gleichzeitig hundemüde, das ich gar nicht zur Ruhe kommen konnte. Zum Glück konnte ich den Abend aber alleine verbringen (die anderen deutschen Kollegen hatten über deren Chef eine Abendeinladung)

Ich bin nach Feierabend erst einmal ins Hotel und später in den Ort gefahren und war in dem Chinesischen Restaurant, das Katrin und ich beim letzten Mal ausprobiert hatten. War noch eine Weile im Ort laufen und später bin ich noch am Fjord entlang gelaufen.

Geschlafen habe ich aber schlecht…wie gesagt, ich fühlte mich wie ein „Duracell-Häschen“ unter Dauerstrom und gleichzeitig total erschöpft und hätte für die nächsten Tage eigentlich Ruhe gebraucht, was ich mir leider selber verbaut habe.

Denn am folgenden Tag bin ich mittags in Flensburg bei meiner Schwester angekommen – die hatte ihre Geburtstagsfeier mit vielen Freunden und Nachbarn, dann später erst die Fahrt zurück nach Hamburg und für den darauf folgenden Tag bin ich ins Büro gefahren…anstatt lieber Homeoffice zu machen.

Ich war also von Montag bis einschließlich Donnerstag in diesem „Duracell-Modus“: ständig in Kommunikation und dabei total erschöpft davon, das es mehr als 1 Woche gebraucht hat, bis ich mich davon erholt hatte. Erst seit gestern geht es mir wieder richtig gut.

Zwangsgemeinschaft

Für die Fahrt in die Firmenzentrale (400km eine Strecke) im Norden Dänemarks; haben wir Controller uns also zusammen in ein Auto gesetzt…unsere kleinen Koffer, Laptop-Rucksäcke, Jacken und einen Karton voller Post passten gerade so in den Kofferraum des Firmenwagens…gut das es Außenspiegel gibt.

Nun sind wir seit knappen 2 Monaten zu Viert in der Abteilung und damit noch kein wirklich eingespieltes Team. Die diversen Fahrten in den letzten Jahren, nur mit dem Controller, waren bisher immer gut…wir waren, trotz mancher beruflich unterschiedlicher Auffassungen, immer ein gut funktionierendes Team.

Die organisatorischen Abstimmungen, auf so einer mehrtägigen Dienstreise, liefen bei uns meistens ohne großen Aufwand routiniert ab…wir haben uns gut verstanden, hatten meistens angenehme Gespräche während der Fahrt, konnten auch mal schweigen. Es war möglich seinen eigenen Bedürfnissen entsprechend zu reisen. Diese Konstellation hat mir i.d.R. keinen oder nur ganz wenig Stress bereitet.

Jetzt in der Vierer-Konstellation war das natürlich nicht mehr so einfach. Es kann nämlich auch anstrengend sein, wenn nun KEINER mehr seine Bedürfnisse benennt, sondern alle aus lauter Rücksicht die Entscheidung der Gruppe überlässt.

Katrin hatte im Vorfeld die Befürchtung das die Fahrt „stumm“ abläuft, es also keine Gespräche geben wird und hat damit, ohne es zu wissen, bei mir ein über viele Jahre erlerntes Verhalten zu Tage gefördert, das ich so gar nicht mag…es aber trotzdem immer wieder mache.

Ich habe die Stille überbrückt und Gespräche angefacht oder aufrecht erhalten…sogar der Schweigsame war auf einmal dabei und hat mitgemacht: hat geredet und sogar auch gelacht. Die Fahrt nach Dänemark war damit locker und lustig und auf eine interessante Art unbeschwert.

Aber mir war bereits klar, das kann ich unmöglich für die nächsten 3,5 Tage auf diese Art durchhalten.

Aber ich habe im Laufe meines Lebens gelernt zu funktionieren…und meine eigenen Bedürfnisse für eine Weile zu ignorieren…wenn es sein muss. Geholfen hat mir dabei auch, das ich gerade noch in einer kommunikativeren Phase war und das der Vollmond sich in den nächsten Tagen seinem Höhepunkt näherte (da bin ich eh meistens aktiver- auch beim Sprechen).

Zusammen 400km im Auto, zusammen beim Abendessen im Hotel, zusammen beim Frühstück, zusammen bei den Schulungen usw. immer zusammen auf engstem Raum…jaaa es ging – aber es hat mich viel Kraft gekostet…und meine Nerven waren deshalb nicht nur wegen der neuen Software angespannt.

Aber ich habe versucht mir kleine Nischen zu suchen: bin mal zu meinen Controller-Kollegen gegangen für einen, kleinen Plausch, hab mit vielen anderen Kollegen aus der Zentrale kleine Unterhaltungen geführt, wir sehen uns ja nicht sooft.

Diese Art der Unterhaltung ist eine ganz andere, als  die innerhalb unserer kleinen Zwangsgemeinschaft

Stress im Job – nicht schön

(Achtung nur langweiliges Arbeitszeugs)

Die restliche Woche im Büro war anstrengend, das war viel zu viel an Kommunikation, der ich nicht ausweichen konnte….und so war ich weder in der Lage meine eigene Arbeit vernünftig machen, noch die des Controllers….alle paar Minuten wurde ich unterbrochen…und noch hatte ich meine volle Kraft ja nicht zurück…es blieben noch so leichte Nachwehen der Corona-Infektion

Und dann kam auch noch RICHTIGER Stress…also so einer bei dem man weiß, wenn DAS jetzt nicht funktioniert, dann haben wir ein massives Problem…und na klar hat es nicht funktioniert, was ich nur durch Zufall überhaupt noch rechtzeitig gemerkt habe.

Es war nicht schön, dieses Gefühl etwas nicht ändern / beschleunigen zu können, außer allen Beteiligten immer wieder auf die Füße zu treten und letztlich zu merken – wir haben eine riesengroße Lücke im Prozess, sobald auch nur ein Kollege im Urlaub ist. Das ist der Nachteil bei Automatisierung, die nicht zu Ende gedacht wurde.

Wenn ein „Robot“ (wie es bei uns so schön heißt) eine automatisierte Rückmeldung an einen E-Mail-Empfänger schreibt, mit einer enorm wichtigen Anlage, aber dem „Robot“ nicht beigebracht wurde, was er machen soll, wenn er eine Abwesenheitsnotiz vom Mail-Empfänger erhält…dann nutzt diese Automatisierung nicht wirklich. Und weil der Robot auch nicht den cc-Email-Empfänger (unsere neue Kollegin) mit informiert hat, konnten wir diese wichtige Anforderung auch nicht an die Entsprechende Abteilung weiterleiten….mit anderen Worten: 14-Tage lang ist hier nichts gemacht worden, weil der Controller bei der Rückmeldung des Robot, bereits in Urlaub war…

Ich hab mehrmals mit der Zentrale telefoniert, mit unterschiedlichen Abteilungen, und letztlich ist dann noch alles gut gegangen…quasi in vorletzter Minute.

Ehrlich, so ein Drama kann ich nicht gebrauchen, das hat mir mehrere Tage Bauchschmerzen und schlaflose Nächte gebracht. Hier muss dringend etwas geschehen und wir werden das in den nächsten Woche direkt Vorort mit der Finanzabteilung klären müssen….da muss dringend nachgebessert werden.

Eines ist mir mal wieder sehr klar geworden – also den Job des Controllers will ich wirklich nicht haben….und ich würde jetzt endlich gerne wieder meinen eigenen Job in Ruhe machen können. Mit Betonung auf „in Ruhe“ …aber wenn der Controller nächste Woche wieder kommt, dann fängt auch schon der nächste neue Kollege an – also wird es wohl weiter nichts mit meinem ruhigen konzentrierten Arbeiten.

Aber genau das brauche ich, um meinen Job vernünftig und effektiv machen zu können.

Bei mir ist die Herausforderung, die vielen verschiedenen Firmen alle im Blick zu behalten, das alles immer rechtzeitig vorerfasst, freigegeben, gebucht, bezahlt, ausgewertet und gemeldet wird. Aktuell kommen jetzt endlich auch die endgültigen Jahresabschlüsse für 2023 von den Wirtschaftsprüfern, einer nach dem Anderen, die auch noch mal kontrolliert werden müssen.

Und dazwischen immer noch meine Keyuser-Aufgaben, die ich kurzfristig erfüllen muss, wenn Kollegen Probleme beim Handling unseres Rechnungsprogramms haben – und die haben sie doch relativ oft….wer liest sich schon gerne durch User-Anleitungen.

Gestern Nachmittag bin ich nach Feierabend nur noch auf die Couch gefallen, habe mir noch etwas zu Essen gemacht und dann bin ich auf der Couch eingeschlafen….wach geworden bin ich um 22 Uhr, bin dann gleich ins Bett gegangen und habe bis 8 Uhr heute Morgen weiter geschlafen.

Veränderungen und Kommunikation im Überfluss

Da ist es endlich – dieses kleine Sommerloch, auf das ich gehofft hatte. Eine Woche in der ich endlich mal nichts Unerwartetes, Eiliges, Dringendes oder sonstwie Ungewöhnliches zu erledigen hatte….okay etwas Ungewöhnliches gab es schon, aber der Teil der mich betraf, war dann auch in ca. 2 Std. erledigt.

Nächste Woche wird es wieder vorbei sein mit dieser kleinen Pause.

Glücklicherweise war ich auch in einer extrem kommunikativen Phase, so das ich sie genutzt habe, um mich mal wieder länger mit den Kollegen Vorort zu unterhalten und es kamen durch diverse Meetings so einige Kollegen aus den unterschiedlichen Standorten nach Hamburg.

Noch wichtiger, ich habe auch den Kontakt zu unserem neuen 3. Teammitglied gesucht. Sie ist Anfang 50 und scheint echt gut zu uns zu passen…die Chemie stimmt.

Sie ist vom Wesen eher ruhig, aber sie kommuniziert gerne – stellt die richtigen Fragen, aus denen man erkennt, sie weiß wovon wir sprechen…und ich bin sehr erleichtert…es ist schon jetzt eine Interaktion zwischen uns Dreien erkennbar: wir reden miteinander, tauschen uns aus und es kommt Feedback. Genau SO soll es sein.

Ich habe sogar schon ausgelotet ob wir büro-kompatibel sind und ich wage mal ein vorsichtiges: ja – ich könnte mir vorstellen mit ihr zusammen ein Büro zu teilen….aber noch warten wir auf unseren nächsten Zuwachs Anfang September und dann werden die Karten neu gemischt…also die Büroplätze in unseren beiden 2er Büros endgültig aufgeteilt.

Lustig ist auch, das die Homeoffice-Regeln für unsere Firma neu formuliert wurden. Damit haben wir jetzt ein vertragliches Recht unsere Arbeit an einem anderen Ort (innerhalb Deutschlands), als an unserer zugewiesenen Arbeitsstätte, auszuüben, sofern es nicht die Effizienz der Arbeitserledigung oder die Team-Zusammenarbeit beeinträchtigt.

Natürlich behält sich die Geschäftsleitung das „Direktionsrecht“ vor…d.h. sie kann etwas anderes verfügen, wenn sie es für erforderlich hält.

Ich bin sehr zufrieden mit dieser neuen Regelung, auch wenn es im täglichen Arbeitsalltag eigentlich nichts für mich ändert. Durch diese neue Formulierung wird nur der betrieblichen Praxis Rechnung getragen…denn bisher galt: es gibt das Recht auf 1 Tag Homeoffice pro Woche, aber mehr sind nach Absprache mit dem Vorgesetzten möglich.

Ich bin bisher ja regulär an 2 Tagen im Homeoffice und erweitere diese Tage, je nach Bedarf, während der Abschlusszeiten.

Durch die Team-Erweiterung von 2 auf 4 Mitarbeiter, scheint der GF uns auch endlich als SEIN Team anzuerkennen…denn es sollen wohl bald monatliche Team-Meetings mit dem GF stattfinden. Dann hätten wir tatsächlich mal so etwas wie eine Führung und wir würden nicht sooft in einem luftleeren Raum hängen.

Aber natürlich bin ich Realist und weiß, das er nicht unsere Alltagsprobleme hören möchte…ich denke es geht eher um „das-Große-Ganze“…organisatorische Änderungen, Fortschritte der Migration auf das neue IT-System usw. und evtl. möchte er auch sehen, ob es im Team Probleme gibt.

Es hat ja noch einigen Ärger gegeben, weil der inzwischen ehemalige Zuarbeiter des Controller sich auf einem Firmen-Bewertungsportal derartig negativ über die gesamte Firma ausgelassen hat (noch während er zwei Wochen mit dem Controller zusammenarbeiten musste), das sich die Firma genötigt sah, dagegen vorzugehen. Seine Bewertungen waren nur boshaft und grob falsch, mit dem Ziel maximalen Schaden anzurichten. Wir waren alle überrascht und teils schockiert über seine Äußerungen, er hat die Tatsachen einfach umgedreht und sich so als Opfer dargestellt.

Dabei wollte er nicht mit uns und den anderen Kollegen kommunizieren und hat auch alle Angebote zur Weiterbildung ausgeschlagen, er hatte nie Zeitdruck oder Abgabestress wie der Controller oder ich, er brauchte nie Überstunden machen, wurde nie vom Controller kontrolliert oder gegängelt, konnte HO machen wann er wollte – also so frei muss man auf der Arbeit erst einmal sein und letztlich hat er selber gekündigt – selbst Schuld kann ich da nur sagen.

Auf jeden Fall brechen jetzt neue Zeiten an. Mit der NEUEN sind wir nun 3 gleichwertige Bilanzbuchhalter im Team und haben erstmalig die Chance unsere Arbeit so aufzuteilen, das wir uns auch gegenseitig wirklich vertreten können…ich werde ihr auf jeden Fall zwei meiner Windparks abgeben, so das sie auch diese Seite unseres Geschäfts beherrschen lernt…der Rest wird sich finden und etwas Unsicherheit bleibt ja noch wegen unseres nächsten Zuwachses, der ja Gesellschaften von den dänischen Group-Controllern übernehmen soll.

Durch die Ruhe in dieser Woche und auch durch meinen Urlaub zuvor, hab ich inzwischen wieder etwas mehr Gelassenheit und sehe nicht mehr nur die Probleme durch diese unerwartete Erweiterung von 3 auf 4 Controller. Aber nein, ich freue mich immer noch nicht auf den Team-Zuwachs – sehe es aber nicht mehr so negativ.

Mit meiner liebsten Kollegin aus Brandenburg hatte ich am Dienstag nun unser letztes Teams-Meeting…wir haben noch letzte Dinge vor ihrem Weggang geklärt und ich werde ab jetzt die Rechnungen, die sie immer, in Abstimmung mit mir, für einen Teil der Gesellschaften geschrieben hat, selber schreiben. Das sind die Alt-Projekte, die jetzt langsam zum Ende kommen.

Dann hab ich mich bei ihr für die letzten 4 Jahre, für diese tolle Zusammenarbeit auf so schön lockere und menschliche Art bedankt und natürlich flossen ein paar Tränen auf beiden Seiten des Bildschirms. Wir bleiben beruflich auch noch ein wenig verbunden, durch ein paar Uralt-Projekte, bei denen ihr Arbeitgeber noch mit unserer Firma verbunden ist….und privat wollen wir ja eh in Kontakt bleiben.

Soooo und nach all diesen Veränderungen und der vielen Kommunikation war ich gestern Abend so platt, das ich bereits um kurz nach 20 Uhr auf der Couch eingeschlafen bin, bevor ich dann irgendwann ins Bett gekrochen bin.

Kommunikations-Fluss

Nach 6 freien Tagen (incl. Feiertage und Wochenende) …und einem Homeoffice-Tag gestern, war ich heute heilfroh wieder ins Büro zu dürfen….zumindest für einen 1/2 Tag.

Wie bereits beschrieben, war Ostern für mich nur halbwegs entspannt…aber trotzdem schön…aber den Rest vom Osterfest hab ich mich zuhause verkrochen…naja, bei dem Wetter war es auch nicht so schwer. Aber ich hatte mich auch seelisch ein wenig eingeigelt….und wollte eigentlich nichts von Außen an mich heran lassen….aber das geht ja nicht so einfach.

Ich habe natürlich so einige ausführliche Nachrichten bekommen und auch geschrieben….aber ich war erst am Montag Abend wieder bereit zu reden….da hatte ich nämlich eine Telefon-Verabredung mit meinem Rentner-Kollegen aus Hessen…und das war wie immer: lustig, unterhaltsam und ein reger Gedankenaustausch und das tat mir sehr gut…der ehemalige Kollege ist inzwischen zu einer festen Größe in meinem privaten Umfeld geworden….wir telefonieren spätestens alle 2 Wochen miteinander und tauschen uns auch zwischendurch über Whatsapp aus….und auch mit anderen ehemaligen Kollegen stehe ich immer noch in leicht unregelmäßigem Kontakt, aber das beständig..

Die Kommunikation zu meinem alten Team hat dagegen weiter nachgelassen. Da hab ich mich tatsächlich mal einen Monat überhaupt nicht gemeldet und wollte mal sehen, wer Ostern von sich aus eine Nachricht schickt….und tatsächlich hab ich von allen eine Whatsapp bekommen…hahaha wenn auch von Zweien nur diese kleinen Videos kamen, die man erhält und einfach weiterleitet…so ohne Anrede und ohne persönliche Nachricht…und Beide haben dasselbe Video geschickt….sehr kreativ….aber egal.

Dienstag im Homeoffice hab ich dann einen Video-Anruf eines Kollegen aus Berlin bekommen…und wir haben uns länger unterhalten, dazu haben wir i.d.R. nur selten Gelegenheit…aber wir hatten gerade eine einschneidende Nachricht erhalten….per Email hat der bisherige „Chef“ unserer Hamburger Dependance seinen sehr kurzfristigen Austritt aus der Firma bekannt gegeben….Seit Anfang des Jahres gibt es ja noch zusätzlich einen GF Vorort….und eigentlich sollten sich die Beiden die Aufgaben teilen…so hatte ich es zumindest verstanden…und jetzt geht der langjährige Mitarbeiter….und das hat nicht nur mich umgehauen….sondern ALLE….ich glaube auch den neuen GF.

Sein letzter Arbeitstag ist bereits diesen Freitag….wie soll man bitteschön alle Prozesse innerhalb von 3 Tagen so ändern, das der bis dahin Verantwortliche durch wen auch immer, ersetzt werden kann….so schnell bekommt man weder die IT-Prozesse umgestellt, noch die Bankvollmachten geändert….na zum Glück betrifft das zum größten Teil den Controller…und mich nur am Rande…aber trotzdem….das ist schon der Hammer.

Heute im Büro herrschte deshalb eine seltsame Stimmung….es waren kaum Kollegen da. Bei denen die da waren, blieben die Türen erst einmal geschlossen….da ich erst am späteren Vormittag ins Büro kam, hab ich nur durch die Glastüren gewunken….Am späteren Nachmittag kamen nach nach und nach die wenigen Kollegen zum quatschen zu mir ins Büro….Thema: Ostern, der Wintereinbruch und natürlich wie geht es jetzt weiter, wenn der Kollege geht.

Erst heute im Büro, in der mir inzwischen sehr vertrauten Umgebung, fühle ich mich wieder im Kommunikations-Gleichgewicht…und das Präsenz-Arbeiten hat mir mehr Vergnügen bereitet, als weiter im Homeoffice zu sein.

Allein Zuhause

Ich bin ein Mensch der gerne alleine ist, aber auch jemand der gerne mal redet….nur eben nicht immer. Und ich werde öfter im Privaten gefragt, wie ich damit zurecht komme, weil ja niemand da ist, wenn ich nach Hause komme….niemand der sich meine Sorgen anhört.

Schon länger denke ich darüber nach, warum mir das eigentlich nichts ausmacht, obwohl ich während meiner Beziehung oft und viel über meine Arbeit, über die Probleme dort, über die Kollegen und deren Verhalten aber auch über schöne Dinge mit meinem heutigen Ex-Freund gesprochen habe?

Also eigentlich hätte auch ich erwartet, das mir das heute fehlt. Es wäre gelogen wenn ich sage, es fehlt mir nie…aber es fehlt mir in der Tat nur selten. Woran liegt es also?

Ich habe meine eigenen Strategien von früher fast nahtlos wieder aufgenommen, auch wenn es vielleicht seltsam anmutet: Ich möchte meine Tages-Erlebnisse erzählen?

Also als erstes erzähle ich sie mir selbst: Sobald ich nach Hause komme, die Tür hinter mir schließe, Jacke und Schuhe ausgezogen habe….resümiere ich meinen Tag. z.B. indem ich Begebenheiten des Tages (egal ob toll oder blöd) einfach laut aufzähle…und wenn ich Ereignisse hatte, die mich emotional beschäftigen, dann manche ich eine Art mündlicher Nacherzählung…Ich weiß das klingt schrullig. Aber es ist erwiesen, das Selbstgespräche KEINE emotionale Störung sind, sondern helfen können, Emotionales einzuordnen und zu verarbeiten…. Ich sage mir z.B. das war ein klasse Tag, weil ich das und das geschafft habe…oder ich hab mich heute geärgert, weil der Kollege das und das gemacht hat…

Insbesondere nacherzähle ich beruflich sehr spezifische Dinge, die sehr gut oder auch schlecht waren…da gibt es eben sowieso nur sehr wenige Menschen, die wissen, von was ich eigentlich rede…das war schon früher oft das Problem, wenn ich Freunden oder meinem Freund etwas Berufliches erzählt habe….wer diesen Job nicht macht, kann die Bedeutung einer Sache kaum einschätzen. Mein Ex-Mann hat mir früher immer wieder erzählt, wie eine elektrische Schaltung aufgebaut ist….oder wie er etwas repariert hat…ich hab zugehört…aber verstanden hab ich es nie….wie kann ich also ein Feedback geben…Eben…gar nicht. Aber das war auch gar nicht nötig…weil er wollte es einfach nur erzählen…und ich hab dabei dann die Küche nach dem Essen aufgeräumt und abgewaschen…während er Monologe gehalten hat….hahahha.

Die zweite Methode ist der Blog: Hier teile ich mich ja anderen mit. Erzähle Dinge aus meinem Leben, was ich so mache, was mich beschäftigt, wie es mir geht….. Das schriftliche Festhalten von Themen und das Ausformulieren ist mir sehr wichtig….und oft bekomme ich ja auch Feedback zu meinen Einträgen…was ich sehr schön finde und für das ich auch sehr dankbar bin.

Die dritte Säule sind meine persönlichen Kontakte per Telefon, Whatsapp, Mail ….weniger durch Besuche (weil weiter weg UND dazu noch Corona)….aber auch meine Kollegen vorort im Büro. Es macht mir viel Spaß mich zu unterhalten…meist über Alltägliches und das gemeinsame Lachen ist wichtig für mich.

Die vierte Stufe ist mein persönliches Tagebuch…aber das nutze ich aktuell nur noch seltener, in emotional sehr schwierigen Situationen…aber die sind zum Glück ganz selten geworden.

Ich glaube was es mir besonders einfach macht, ist meine innere Zufriedenheit mit meinem Leben….ich freue mich über das Leben, lache auch wenn ich alleine bin und vor allem auch über mich selbst….und trotz allem fühle ich mich nicht allein oder gar einsam…sondern ich fühle mich mitten in meinem Leben, genau richtig so.

Reden und Kommunikations-Verhalten

Also ich kann nicht behaupten, das ich durch Corona weniger rede.

Nur die Gesprächspartner haben sich verändert. Hab ich vor Corona und bis Mitte des Jahres noch sehr viel mit meinen ehemaligen Kollegen und Freunden aus Hessen gesprochen, also mehr Abends in meiner Freizeit und nur wenig mit den Kollegen aus der 1. Firma hier im Norden, sind es nun zum großen Teil die Kollegen aus meinem jetzigen Job mit denen ich mich während der Arbeits-und Pausenzeiten unterhalte…dafür hab ich wesentlich weniger Unterhaltungen am Abend.

Positiv überrascht haben mich zusätzlich in dieser Woche gleich mehrere Kollegen…die sich mit ihren Fragen lieber an mich wenden, obwohl sie wissen, das der Controller dafür zuständig ist….darauf muss ich dann immer wieder hinweisen…

Die junge Kollegin z.B. gab ganz offen zu, das sie ein wenig Angst vor ihm hat. Ich kann sie verstehen, weil er im ersten Moment immer so abweisend am Telefon wirkt…das ist er auch bei mir…meistens löst sich dieses Gefühl aber nach ein paar Sekunden und er reagiert dann wieder normal….Witzigerweise hat man mir früher GENAU das GLEICHE nachgesagt…und es hat mich immer wieder überrascht, das mich die Menschen so wahr genommen haben…danach hab ich jahrelang an mir gearbeitet, um meine Außen-Wahrnehmung freundlicher wirken zu lassen, so das sie mehr im Einklang mit meiner inneren Haltung ist. DAS zumindest ist mir gelungen.

Mit anderen Worten, ich kann also relativ sicher davon ausgehen, das der Controller es gar nicht so meint und er sich seiner oft abweisend erscheinenden Wirkung gar nicht bewusst ist.

Andere Kollegen haben mich überrascht, weil sie auf einmal zu mir ins Büro kommen, um sich zu unterhalten…an Gespräche anknüpfend über Themen, über die wir uns schon vor einiger Zeit mal unterhalten haben…das hat mich gefreut, da es auch sehr junge Kollegen sind und die Unterhalten machen einfach Spaß.

…und zu guter Letzt hat mich noch unsere neue Quasi-Kollegin überrascht, die nun nach anfänglich sehr starker Zurückhaltung, wenigstens einmal am Tag für einen kurzen Plausch mit mir zusammen kommt….ist auch nicht leicht, mitten in Corona neu anzufangen…das kenne ich ja auch…

….und wir haben doch einige Gemeinsamkeiten über die ich immer wieder staune: auch sie ist nach privater und beruflicher Trennung aus einem anderen Bundesland in den Norden gezogen….und witzigerweise hat sie in der westfälischen Kleinstadt gearbeitet, in der ich aufgewachsen bin… und ist in der Stadt in NRW geboren, in der ich 18 Jahre gearbeitet habe…..hahaha….tja….da merkt man wieder einmal: die Welt ist ein Dorf….

Abrutsch in die Stille

In den letzten Tagen war ich etwas schreibfaul – oder sagen wir lieber: kommunikations-faul…woran das liegt? Es ist ja nicht so, als ob mir nichts mehr einfiele oder es mich nicht interessiert was andere so machen…Aber mir fehlte einfach die Energie, der Antrieb.

Wie bereits früher mal hier beschrieben, gibt es bei mir immer mal wieder Zeiten in denen ich still werde…stumm…einfach weil ich irgendwie in eine Phase gerate, die man durchaus mit dem Begriff schwermütig beschreiben  könnte.

Schwermütig ist dabei eine altmodische Bezeichnung…aber als depressive Verstimmung würde ich es in dieser Phase nicht bezeichnen wollen…das trifft es einfach nicht …ich bin ja nicht schlecht gelaunt, fühle mich nicht minderwertig oder ungeliebt, bewältige meinen Alltag ganz normal…Es ist ja nicht alles gleich eine Krankheit nur weil man sich ein paar Tage „anders“ fühlt.

Ich denke es ist jetzt der Wechsel in den wirklichen Herbst der es mir gerade schwer macht, mit frohem Schwung durch diese Woche zu gehen. Es ist trübes Wetter draussen und die Sonne, wenn sie denn mal scheint, hat nicht mehr die gleiche Kraft wie im Sommer. Der Körper fängt an sich auf den Winter vorzubereiten.

Ich erkenne die Anzeichen bei mir  inzwischen recht gut und versuche diese Phasen in meinem  Leben so aktiv wie möglich zu gestalten. Es sind in der Regel nur ein paar Tage in denen ich mich schlecht fühle, keinen Antrieb habe und dazu neige mich auf der Couch unter der Decke zu verkriechen…mich nicht mitteilen mag, weniger lache und nicht so optimistisch auf den Tag schaue.

…aber ich  versuche  eine ganze Menge, um mich davon wieder zu befreien…direkt nach Feierabend bin ich bisher jeden Tag in dieser Woche an der frischen Luft gewesen…hab mir nahe Ziele gesucht und war einfach in der Natur laufen und später am Abend hab ich mich auch mehrfach aufgerafft noch „eine Runde“ in der Umgebung zu laufen. Wenn ich das Phlegma erst einmal überwunden habe, waren das am Abschend schon 1-2 Stunden zusätzlich…Mit Laufen meine ich strammes Gehen, also kein Jogging und auch kein Schlendergang…wandern/walken eben.Bewegung hilft mir aus dem stummen Tal heraus

Zusätzlich war ich gestern zum ersten Mal nach der Arbeit frustriert…lach, ja es ist schon eine etwas  merkwürdige Art der Arbeitsaufteilung, an der ich mich gerade reibe….Ich hab dann längere Zeit am Nachmittag  mit einem meiner Mädels telefoniert – und das tat mir und ihr richtig gut….so hat jeder seinen Frust los werden können.

…und heute bin ich relativ gut wieder aus meiner stummen Zeit wieder aufgetaucht…und weiter geht es… hab wieder genügend Energie und Neugierde…und hab mir für meinen heutigen Nachmittag 2 Ziele ausgesucht….welches ich davon  tatsächlich ansteuern werde, entscheide ich gleich spontan…wenn ich mich ins Auto setze.

Also ich wünsche Euch Allen einen schönen Samstag

 

Kommunikation und Balkonfreude

Ich sitze (jetzt endlich wieder mit dem Laptop) bei 13 Grad und Sonnenschein auf meinem Balkon und trinke Kaffee…eingepackt bin ich mit Fleece-Jacke und Schal und einer Decke über den Beinen und geniesse den Vormittag.

Zugegebenermaßen wollte ich um diese Uhrzeit bereits unterwegs sein…durch ein längeres Telefonat bin ich in meinem Zeitplan jedoch etwas verschoben. Macht aber überhaupt nichts, es soll den ganzen Tag sonnig bleiben.

Gestern Abend hab ich bereits lange mit einem meiner Mädels telefoniert, mit der 2. Heute Morgen ausgiebig gechattet und mit der 3. eben gerade sehr lange telefoniert, wir sind jetzt also wieder gut upgedated…gegenseitig.

Alle wollten natürlich wissen, wie meine ersten beiden Tage in der neuen Firma gewesen sind…und ich wollte wissen wie es bei den Dreien so läuft (privat und beruflich).

Das hat gut getan und es gab auch viel zu lachen. Telefoniert hab ich natürlich drinnen, ich bin kein Fan davon auf dem Balkon zu telefonieren, mag es auch bei anderen nicht…mich würde es stören immer die Telefonate anderer Menschen unfreiwillig mit zu bekommen. Also sitze ich jetzt hier noch ein paar Minuten für den 2. Kaffee und dann erst packe ich meinen Fahrrad-Rucksack…mein Ziel ist heute HH-Blankenese.

Zuerst mit dem Auto hin und dann in Blankenese mit dem Fahrrad weiter fahren. es ist sonnig und windstill und mit bis zu 15 Grad auch fast ideal mit den Temperaturen.

Internes Reparaturprogramm – ich bin kurz vor´m durchdrehen

Aktuell läuft bei mir zur Selbsterhaltung ein internes Reparaturprogramm…, sollte das nicht ausreichen,  muss ich für mein Leben ein Reset durchführen…alles um einen Totalausfall zu verhindern.

Interessant wie treffend man mit den Worten aus dem IT-Bereich meine momentane persönliche Situation beschreiben kann. Um es mit normalen Worten zu sagen: ich bin so ziemlich am Ende.

Die letzten Monate haben Spuren hinterlassen: Herzschmerzen, Herzrasen, innere Unruhe, entzündete Augen, Magenschmerzen. Heute Nacht hab ich sogar davon geträumt bei  einer Therapeutin  gewesen zu sein, um endlich wieder „runter zu kommen“…im Traum waren es sogar 2 Termine zu unterschiedlichen Zeiten…lach…auch interessant.

Nun vor einer Woche hab ich nun (im echten Leben)  mein internes Reparaturprogramm gestartet…das bedeutet ich hab mich nach einem Streit mit meinem Freund in meine Wohnung verzogen und mir eine Auszeit verordnet. D.h.  ich hab mich komplett zurückgezogen und auch auf der Arbeit mache ich öfter mal die Bürotür zu und lasse mich nur auf die zur Arbeit notwendigen Gespräche ein.

Ich bin ansonsten ziemlich stumm…Kommunikation im Leerlauf….aaaaahhhh das tut gut. Nicht reden, nicht diskutieren, nicht streiten, nicht ständig Entscheidungen treffen, nicht ständig nach Dingen gefragt werden und für andere entscheiden zu müssen….nicht abstimmen. Einfach mal Ruhe haben. DAS tut soooo gut.

Und gleichzeitig  befreie ich meine Wohnung von Dingen die einfach so rumstehen….ich brauche wieder Ordnung in meinem Leben und die fängt in der Wohnung an. Alle Dinge die einfach so dekomässig rumstehen, was sich so eingebürgert hat, ab in die Schränke. Ich liebe freie Flächen am Boden…befreien von Ballast der sich angesammelt hat. Innere Ordnung durch äußere Ordnung. Beschränken auf das Nötigste .

So kann sich meine Seele wenigstens im Privaten mal wieder etwas erholen…und damit auch mein Körper….Diese Art zu reagieren kenne ich bereits von früher…und hat mir auch schon geholfen als ich kurz vor einem Burnout stand…Es ist mein Selbsterhaltungstrieb der angesprungen ist.

Meine Beziehung befindet sich damit in einem Pause-Modus. Ich nehme an mein Freund findet das nicht so lustig….aber wenn ich das jetzt nicht auf diese Art machen würde, gäbe es nur eine Lösung: die endgültige Trennung …von meinem Freund und von der Firma….DAS meine ich mit RESET….Ich hoffe ich muss nicht so weit gehen.

Wie lange dauert mein „Reparaturprogramm“? Keine Ahnung!  1 Woche, 2 Wochen, 1 Monat? Ich weiß es einfach nicht…ich weiß nur, ich kann so nicht weiter machen.