Kommunikation und Balkonfreude

Ich sitze (jetzt endlich wieder mit dem Laptop) bei 13 Grad und Sonnenschein auf meinem Balkon und trinke Kaffee…eingepackt bin ich mit Fleece-Jacke und Schal und einer Decke über den Beinen und geniesse den Vormittag.

Zugegebenermaßen wollte ich um diese Uhrzeit bereits unterwegs sein…durch ein längeres Telefonat bin ich in meinem Zeitplan jedoch etwas verschoben. Macht aber überhaupt nichts, es soll den ganzen Tag sonnig bleiben.

Gestern Abend hab ich bereits lange mit einem meiner Mädels telefoniert, mit der 2. Heute Morgen ausgiebig gechattet und mit der 3. eben gerade sehr lange telefoniert, wir sind jetzt also wieder gut upgedated…gegenseitig.

Alle wollten natürlich wissen, wie meine ersten beiden Tage in der neuen Firma gewesen sind…und ich wollte wissen wie es bei den Dreien so läuft (privat und beruflich).

Das hat gut getan und es gab auch viel zu lachen. Telefoniert hab ich natürlich drinnen, ich bin kein Fan davon auf dem Balkon zu telefonieren, mag es auch bei anderen nicht…mich würde es stören immer die Telefonate anderer Menschen unfreiwillig mit zu bekommen. Also sitze ich jetzt hier noch ein paar Minuten für den 2. Kaffee und dann erst packe ich meinen Fahrrad-Rucksack…mein Ziel ist heute HH-Blankenese.

Zuerst mit dem Auto hin und dann in Blankenese mit dem Fahrrad weiter fahren. es ist sonnig und windstill und mit bis zu 15 Grad auch fast ideal mit den Temperaturen.

Internes Reparaturprogramm – ich bin kurz vor´m durchdrehen

Aktuell läuft bei mir zur Selbsterhaltung ein internes Reparaturprogramm…, sollte das nicht ausreichen,  muss ich für mein Leben ein Reset durchführen…alles um einen Totalausfall zu verhindern.

Interessant wie treffend man mit den Worten aus dem IT-Bereich meine momentane persönliche Situation beschreiben kann. Um es mit normalen Worten zu sagen: ich bin so ziemlich am Ende.

Die letzten Monate haben Spuren hinterlassen: Herzschmerzen, Herzrasen, innere Unruhe, entzündete Augen, Magenschmerzen. Heute Nacht hab ich sogar davon geträumt bei  einer Therapeutin  gewesen zu sein, um endlich wieder „runter zu kommen“…im Traum waren es sogar 2 Termine zu unterschiedlichen Zeiten…lach…auch interessant.

Nun vor einer Woche hab ich nun (im echten Leben)  mein internes Reparaturprogramm gestartet…das bedeutet ich hab mich nach einem Streit mit meinem Freund in meine Wohnung verzogen und mir eine Auszeit verordnet. D.h.  ich hab mich komplett zurückgezogen und auch auf der Arbeit mache ich öfter mal die Bürotür zu und lasse mich nur auf die zur Arbeit notwendigen Gespräche ein.

Ich bin ansonsten ziemlich stumm…Kommunikation im Leerlauf….aaaaahhhh das tut gut. Nicht reden, nicht diskutieren, nicht streiten, nicht ständig Entscheidungen treffen, nicht ständig nach Dingen gefragt werden und für andere entscheiden zu müssen….nicht abstimmen. Einfach mal Ruhe haben. DAS tut soooo gut.

Und gleichzeitig  befreie ich meine Wohnung von Dingen die einfach so rumstehen….ich brauche wieder Ordnung in meinem Leben und die fängt in der Wohnung an. Alle Dinge die einfach so dekomässig rumstehen, was sich so eingebürgert hat, ab in die Schränke. Ich liebe freie Flächen am Boden…befreien von Ballast der sich angesammelt hat. Innere Ordnung durch äußere Ordnung. Beschränken auf das Nötigste .

So kann sich meine Seele wenigstens im Privaten mal wieder etwas erholen…und damit auch mein Körper….Diese Art zu reagieren kenne ich bereits von früher…und hat mir auch schon geholfen als ich kurz vor einem Burnout stand…Es ist mein Selbsterhaltungstrieb der angesprungen ist.

Meine Beziehung befindet sich damit in einem Pause-Modus. Ich nehme an mein Freund findet das nicht so lustig….aber wenn ich das jetzt nicht auf diese Art machen würde, gäbe es nur eine Lösung: die endgültige Trennung …von meinem Freund und von der Firma….DAS meine ich mit RESET….Ich hoffe ich muss nicht so weit gehen.

Wie lange dauert mein „Reparaturprogramm“? Keine Ahnung!  1 Woche, 2 Wochen, 1 Monat? Ich weiß es einfach nicht…ich weiß nur, ich kann so nicht weiter machen.

Benehmen im Büro?

Für mein Team gab es gestern ein „Feedback-Seminar“ um besser miteinander zu kommunizieren und um Unstimmigkeiten und Missverständnisse auszuräumen, um Befindlichkeiten besser zu verstehen.

Ich war nur kurz anwesend für die Einleitung den Rest des Tages hat ein Coach übernommen.

Und heute nun erzählt mir mein Süsser, dass  es bei ihm in der Bank echt ruppig zugeht. Da sagt doch tatsächlich ein Gruppenleiter zum Teamleiter (also beides sind Vorgesetzte von Mitarbeitern und erfüllen damit eine Vorbildfunktion): „Verpiss Dich“.

Ich bin sprachlos….Wie roh sind unsere Sitten das selbst im Büro eine Sprache herrscht, die man allgemein eher auf dem Bau vermutet. Schlimm genug wenn es wenigstens als Scherz gemeint gewesen wäre, aber  das war purer Ernst und eine „Partei“ war wohl eine weibliche Vorgesetzte. Na prima – zumindest bei den Beschimpfungen geht es gleichberechtigt zu.