Kündigung

Montag also war es soweit – ich hab gekündigt.

Das Gespräch lief besser als erwartet, aber nur weil meine Chefin schon etwas geahnt hat und sich darauf vorbereitet hat. Ich hab kein Blatt vor den Munde genommen und Klartext gesprochen…okay – also ich hab so einiges erzählt, was mir nicht passt….aber längst nicht alles. Ich glaube es hat auch so ein ganz gutes Bild meiner augenblicklichen Lage vermittelt.

Und wie es zu vermuten war, ging es nur ca. 3 Minuten um MICH und meine Beweggründe, danach ging es nur noch darum wie und wer meine Arbeit machen kann, wie es organisiert wird…lach…ja das Rad dreht sich weiter…auch ohne mich…ein kurzer Moment des Schocks, des Innehaltens und schon geht es unvermindert weiter…das Tempo wird nicht zurück geschraubt.

Wie bereits vermutet, werde ich NICHT freigestellt….und ich habe es abgelehnt meinen Nachfolger mit auszusuchen…Na klar werde ich den/diejenige einarbeiten, wenn sie rechtzeitig  Jemanden bekommen….aber wenn ein Bewerber mich fragen würde WARUM ich gehe, was macht das für einen Eindruck…ich möchte ja nicht Lügen…..hahaha. Also der Kelch ist schon mal an mir vorüber gegangen.

Und in den restlichen Tagen der Woche wurde das Thema in meiner Gegenwart nicht mehr erläutert. Nur ich habe es in bestimmten Abteilungen und bei bestimmten Kollegen, die mir wichtig sind, selber erzählt…und das war auch gut so, denn mit vielen dieser Kolleginnen und Kollegen arbeite ich bereits zwischen 3 und 11 Jahren zusammen, da entstehen schon Vertrautheiten.

Freitag hat eine Kollegin meines Teams  mich mehrmals gefragt ob sie mich kurz umarmen kann….lach…wir haben uns dann für eine Weile zusammen gesetzt und geredet…ich hab versucht ihr Sicherheit zu vermitteln, trotz der kommenden unsicheren Zeit durch meinen kommenden Weggang… auch das ich für mein Team auch NACH meiner  Zeit in dieser Firma nicht im Stich lasse…sondern das wir in Kontakt bleiben…immerhin hab ich das BESTE Team der Welt…schnüff.

Meine Arbeitsbelastung ist dafür nicht weniger geworden…immerhin bin ich mitten in den (erneuten) Jahresabschluss-Prüfungen und in den Vorbereitungen der nächsten Monatsabschlüsse….usw. usw. usw.  Also viel Zeit zum verschnaufen bleibt mir nicht, aber ich nehme mir jetzt mehr Zeiten um mit Kollegen auch mal zu Quatschen.

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Entscheidung – kein Weg zurück

Ich war am Karfreitag noch einmal im Büro….hab noch bis mittags gearbeitet um überhaupt ein paar Tage freimachen zu können.

An dem Tag hab ich meine Kündigung geschrieben, gedruckt und unterschrieben.  Die Entscheidung hatte ich bereits Gründonnerstag getroffen…es war eine Aktion die von  meinem zukünftigen neuen Chef ausging…und da wusste ich es einfach: das war`s.  Dieses brisante Schreiben hab ich dann in meine Schublade gelegt, die Schublade abgeschlossen und bin in den Urlaub gefahren.

Am ersten Tag nach meinem Urlaub war meine Chefin leider im Homeoffice und so hab ich Kontakt mit unserer Personalreferentin aufgenommen. Eine wirklich liebe Kollegin und ich hab sie informiert und um Unterstützung gebeten, denn bei dem anstehenden Gespräch mit meiner Chefin möchte ich sie gerne dabei haben.

Morgen früh 8 Uhr ist der Termin….lach und ich hab etwas Angst davor. Nicht vor der Tatsache das ich kündigen will, sondern vor ihrer Reaktion….

Mit meinem Team hatte ich schon vorher bei unserem wöchentlichen Meeting  ein langes Gespräch über meine Entscheidung. Sie sind schockiert, aber es kommt für sie nicht unerwartet und sie verstehen meine Entscheidung.

Soooo – die Würfel sind  gefallen, ich gehe also…ich weiß zwar noch nicht wohin – aber ich gehe.

In der Woche vor meinem Urlaub hab ich nicht nur die Kündigung bereits geschrieben, sondern ich hab mich auch bei einem Personalvermittler gemeldet und ein langes und nettes Gespräch gehabt…die übernehmen für mich die Suche nach einem neuen Arbeitgeber – jetzt aber im hohen Norden unserer Republik. Bei meinem Lebenslauf und mit meinen Erfahrungen und mit ERST 51 Jahren sollte das kein Problem sein…sagt der Vermittler.   Na so ganz bin ich davon noch nicht überzeugt – aber ich hab jetzt 5 Monate Zeit…

Ich bin auf das Gespräch morgen sehr gespannt….

Weitere Entscheidungen stehen an

Heute Nacht ab 4 Uhr morgens  hab ich mich nun dem nächsten Entscheidungsblock gewidmet. Nicht, das ich das so geplant hatte. Nein – eigentlich wollte ich nur ausschlafen. Aber die Gedanken ließen sich nicht stoppen.

Fragenkatalog:

1.      Bleib ich bei meinem jetzigen Job?

2.      Wenn ja – was muss sich ändern?

3.      Wenn nein- was für eine Art Job möchte ich dann machen (in meinem Beruf gibt es verschiede Ausprägungen)?

4.      Und wo soll der Job dann sein? In welcher Stadt / In welchem Bundesland?

5.      Und wo möchte ich dann leben? In einer Stadt / Auf dem Land?

6.      Und wieviel Geld müsste ich verdienen, damit ich zufrieden bin?

Um 7 Uhr bin ich dann aufgestanden und hab den Computer angeworfen….hab mal die einschlägigen Job-Portale durch geschaut und mich mit dem Jobangebot in den von mir bevorzugten Regionen vertraut gemacht.

Damit hab ich gerechnet – so ein Wechsel, wie in meinem Fall, ist mit Einbußen beim Einkommen verbunden…hier im Rhein-Main-Gebiet sind die Gehälter um mindestens 1/3 höher als im Rest der Republik…dazu schlägt auch meine langjährige Firmen-Zugehörigkeit auf meinen Lohnzettel durch. Okay – aber dazu sind vor allem die Mieten hier auch echt happig.

Bevor ich aber das Thema Jobwechsel weiter verfolge muss ich noch etwas  Elementares klären…WANN kann ich eigentlich einen neuen Job antreten. Also her mit meinem Anstellungsvertrag und  siehe da – gar nicht so leicht zu durchschauen, da haben die ja einen schönen Mischmasch zwischen vertraglicher und gesetzlicher Kündigungsfrist gemacht.

Da ich das von mir errechnete Ergebnis von 5 Monaten Kündigungsfrist (ausgehend vom 30.04.) nicht so recht glauben wollte, hab ich mir  Hilfe bei einer Online-Rechtsberatung geholt…und siehe das der Anwalt für Arbeitsrecht hat mir auch schon geantwortet….5 Monate sind richtig. Nun gut –soweit war ich ja auch schon gekommen – aber jetzt hab ich es immerhin bestätigt bekommen und hab eine schriftliche Begründung…diese Sicherheit ist für mich gut investiertes Geld.

Bei einer Kündigungsfrist von aktuell 5 Monaten stellt sich die Frage nach der Reihenfolge der nun zu entscheidenden Handlungen nicht mehr wirklich. Ich muss erst meinen jetzigen Job kündigen, um dann einen neuen Job zu suchen.

Also die alles entscheidende Frage ist und bleibt: Kündige ich jetzt zum 30.04. bei meinem jetzigen Arbeitgeber?  Momentan wäre das die richtige Entscheidung für meine körperliche Gesundheit und mein Seelenleben)….aber ich werde es erst nach meinem Urlaub entscheiden.  Da ich unmmittelbar nach Ostern Geburtstag habe, werde ich für ein paar Tage mit dem Auto weg fahren…hab heute schon beim ADAC entsprechende Reisevorbereitungen getroffen…nur noch ein paar Tage arbeiten…dann ist endlich Ostern.

Aufforderung zur Kündigung

Sooooo nun ist es also soweit….Nicht das es offiziell gemacht wird, aber  die 1. Vorsitzende unseres Vereins hat auf meine Frage  wie es mit dem Verein nun weiter geht, geantwortet:

Wir Mitglieder (egal ob Aktive oder Passive) sollen jetzt regulär  bis Ende des Jahres kündigen….wer dann möchte, kann ganz offiziell in den Kooperations-Verein eintreten…Der Vorstand wird dann mit Hilfe eines Beraters aus dem Tanzsportverein einen Förderverein machen. Ein Förderverein kann sein Vermögen an den Kooperations-Verein verschenken und dann ist der Verein aufgelöst.

Na das klingt so locker und leicht….und ich mache mir Gedanken ob ich jetzt tatsächlich bereits meine Kündigung zum 30.06. einreiche, während unsere 1. Vorsitzende mir sagt, sie wäre froh und dankbar wenn ich das täte…umso weniger Arbeit hat sie mit den Mitgliedern die ja ALLE kündigen müssen. Naja, soweit ich es weiß sind das nicht mehr ganz so viele, wie zu meiner Zeit als Kassenwart.

Okay…wenn das so ist…dann schreibe ich meine Kündigung nun direkt und damit hat sich dieser Verein damit erledigt.

Es gibt ihn seit 1986 …also mehr als 30 Jahre…ich bin seit fast 11 Jahren Mitglied und  war davon 4  Jahre als Kassenwart im Vorstand aktiv tätig…..und jetzt der Verein bald Geschichte…

Das Lateintraining wurde schon im letzten Jahr aufgelöst, die Breitensportgruppen schrumpften auch immer mehr und letzten Dienstag wurde nun auch unsere Trainerin im Standard-Training verabschiedet….mein Ex-Tanzpartner und ich waren mit unseren Männern bei der Verabschiedung dabei.

Und jetzt muss ich meinem Ärger echt mal Luft machen….Das was sich der Vorstand da getraut hat als Blumenstrauß zu präsentieren, war reinstes Gestrüpp. Also wenn diese hässliche Auswahl  an Banalitäten ohne als Strauß gebunden worden zu sein, mehr als 5 EUR gekostet hat, versteh ich die Welt nicht mehr.

Ich hab für 20 EUR  – im Namen von uns Vieren  – einen tollen Blumenstrauß ganz in Weiß zusammenstellen lassen… Unsere Trainerin liebt Blumen in Weiß….der Strauß war liebevoll, schick und modern zusammengestellt und sah klasse aus….und sie hat sich unglaublich gefreut das WIR gekommen sind….so als Ehemalige.

Das Highlight war dann der Entschluss das wir noch ins Schreiber-Heyne gehen…so wie früher sehr oft nach dem Training…ich hab schnell angerufen und einen Platz für 10 Personen reserviert und das hat sogar noch geklappt.

Also Mein Schatz, mein Ex-Tanzpartner mit Mann, unsere Trainerin, das einzig noch verbliebene Standard-Paar in der A-Klasse und ein Paar aus der D-Klasse ….und es war ein herrlicher lustiger ausgelassener Abend…soo wie wir es früher oft hatten….DAS war die eigentliche Verabschiedung. Und wir haben uns vorgenommen uns 3x im Jahr genau so zu treffen…..um auf die alten Zeiten anzustoßen. Sie hat sich so unglaublich gefreut, das hat man wirklich gemerkt…

Ach ja – vom Vorstand war KEINER mit dabei… das war schon erbärmlich und das für eine Trainerin die so lange Jahre für den Verein aktiv war, die nie die teuren Preise anderer Trainer aufgerufen hat und immer für den Verein da war, der die Tänzer immer am Herzen lagen….auch wenn wir uns zum Schluss bei ihr  trainingstechnisch nicht mehr wohl gefühlt haben – menschlich ist sie schon echt toll.

DANKE dafür liebe Trainerin