Zuhause auf Zeit- 2.Teil

Hier kommt noch die Nachlese zum Wohnen auf Zeit.

Der 1.Teil war, wie bereits beschrieben, sehr schön und auch komfortabel. Für die letzten knapp 2 Wochen sollte es dann noch in eine Ferienwohnung gehen.

Diese unterschiedlichen Unterkünfte kamen, weil ich am Anfang nicht genau wusste, wann ich meine Wohnung an den Nachmieter übergeben konnte. Erst als das geklärt war, konnte ich mich um eine weitere Zwischenlösung kümmern.

Sooo, diese letzten 2 Wochen waren dann auch nicht mehr so schön, wie die 3 Wochen zuvor.

Wenn Menschen die keine Erfahrungen im Hotel-Gewebe haben, einfach mal machen…ohne Konzept und ohne sich Unterstützung zu holen, dann kommt DAS dabei heraus:

Anstatt der Ferienwohnung bekam ich nur ein Ferienzimmer (eins der drei Zimmer im Souterain)

Das sogenannte Komfortzimmer hatte ausser einem komfortablen Bett so gar nichts mit Komfort zu tun.

Erklärung lt. Wikipedia:

Komfort ist die Bequemlichkeit (Behaglichkeit) die auf der Präsenz von bestimmten Maschinen, Gegenständen, Gefühlen, Empfindungen und Anlagen beruht.

Um also Komfort zu bieten sollte etwas DA sein. Mein Zimmer bestach jedoch dadurch das es fast NICHTS gab.

Hätte ich ein Zimmer im einem Schweige-Kloster angemietet, dann wäre diese Ausstattung perfekt gewesen:

– kein Kleiderschrank (dafür ein paar Haken an der Tür)

– keine Einlegebödem für die Kommode

– kein Tisch (dafür 1 Stuhl )

– keine Gardine an den Fenstern (dafür eine fast vertrocknete Grünpflanze)

– kein Fernseher (Auch keine Anschlussbuchse – dafür WLAN)

– kein Fön im Gemeinschaftsbad

– keine Küche/Pantryküche…

– keine Kaffeemaschine oder Wasserkocher um sich morgens einen Kaffee oder Tee zu kochen (immerhin ein Kühlschrank im Flur)

– kein Geschirr um sich mal ein Butterbrot zu schmieren und dementsprechend auch keine Spüle um das wieder sauber zu machen.

– keinen Handtuch-Wechsel- Service nach 1 Woche (hab ich dann auf Anfrage bekommmen)

– keinen Bettwäsche-Service nach 1 Woche

– keine Zwischen-Reinigung des Zimmers nach 1 Woche

Also in dem Zimmer konnte man eines: richtig gut schlafen und es gab ein sauberes Gemeinschaftsbad.

Zur Erinnerung hier sollte ich knapp 14 Tage incl. Wochenende Wohnen.

Aber zum Leben gehört eben mehr als nur schlafen….das der Mensch..aber auch Essen muss, wurde komplett missachtet und das man eben nicht nur im Bett liegt, sondern auch mal an einem Tisch sitzen könnte.

Ich hab zum Glück das Zimmer um 6 uhr morgens verlassen und bin nicht vor 20 Uhr zurück gekommen…und die Geschenke für mein Team hab ich am Wochenende im Büro gebastelt ..dort gibt es wenigstens KAFFEE, Mikrowelle, Geschirr und Spüle..Lol…

Angeblich wäre alle Gäste immer super zufrieden…ja wer als Messebesucher nur 1-3 Tage bleibt, für den geht das….aber nicht für 14 Tage.

Der Knaller kam dann noch wegen des Mülls.

Es gab ja auch keine Waschmaschine…auf Nachfrage durfte ich dann die private Maschine der Familie benutzen (einmal und nie wieder, da die Waschmaschine derartig dreckig war..)..praktischerweise auch im Keller und dort standen auch kleine Mülleimer für verschiedene Müllarten.

Also hab ich Mülltüten gekauft und meinen Müll getrennt in den verschiedenen Mülleimern entsorgt.

Nachdem ich dann nach 8 Tagen mittels eines freundlichen Zettels um neue Handtücher gebeten hatte, fand ich am Abend,neben den Handtüchern, auch meinen entsorgten Plastikmüll wieder vor meiner Zimmertür….mit der Nachricht meinen Müll doch bitte draussen in die große Mülltonne zu bringen..und dem Hinweis das ja die Endreinigung im Zimmerpreis enthalten ist und der Preis für das Zimmer ja vergleichsweise günstig..

Da fällt mir nichts mehr zu ein…

Lol…den Müll hab ich dann einfach bis zu meinem Auszug im Zimmer gelassen. Eine entsprechende Bewertung im Internet und einen Brief mit meinen Anmerkungen an die Vermieter hab ich natürlich auch da gelassen.

Gut das ich vorher in einem sehr guten Ferienzimmer war, welches genau den Komfort bot..sonst hätte ich gezweifelt was normal ist. Das vorherige Zimmer war zwar in keiner schicken Gegend, in keinem schicki-micki-Haus, dafür bot es einen super Komfort zu einem niedrigeren Preis.

Ein „Engel“ in der Müllnot

Klingt kitschig – trifft es aber  ganz gut – lach.

Nach dem Termin mit dem Sozialkaufhaus war ich zwar froh, dass wir die die Küche und die Groß-Elektrogeräte verschenken konnten…aber vom Wohnzimmer wollten die gar nichts haben. Zu Alt-Deutsch um heute noch Abnehmer zu finden…zu wuchtig für kleine Wohnungen.  Ich war wieder mutlos…zumal mir der nette Mann auch gesagt hat, das der bestellte  10qbm Container viel zu klein wäre, für die restlichen Möbel…und der hatte noch nicht einmal das Schlafzimmer gesehen.

Nun gut…das Problem lösen wir dann Morgen. Erst einmal musste ich meinen Schatz vom Bahnhof abholen.

Ich war bereits Donnerstagabend (am Vatertag) alleine  los gefahren, weil ich ja am Freitagmorgen bereits den Termin mit einem Fahrzeug-Aufbereiter hatte und dann später den Termin mit dem Sozialkaufhaus…ach und weil ich gerade dabei war hab ich auch noch einen Termin mit der Krankenkasse und der Bank.   Mein Schatz ist am Freitag mit dem ICE nachgekommen und ich hab ihn in Dortmund vom Hauptbahnhof abgeholt. Das war dann noch mal 3/4 Std. Autofahrt bis nach Dortmund  und dann noch einmal zurück in die Kleinstadt.

Ich war nicht gut drauf….und auch die Autofahrt in Dortmund hat nicht zur Entspannung beigetragen…ich hatte HUNGER….wir machen das nicht oft, sind dann aber beim KFC eingekehrt…danach ging es mir besser…lach….FastFood essen wir fast gar nicht mehr – aber so ab und an muss es einfach sein.

Samstagmorgen im Hotel – mein Schatz stand gerade unter der Dusche – hab ich mich kurzerhand bei Ebay-Kleinanzeigen angemeldet und als Erstes die  Couch eingestellt: zu verschenken an Selbstabholer – mit dem Hinweis, dass wir noch weitere Möbel und Anderes aus einer Haushaltsauflösung abzugeben hätten. Keine 2 Minuten später bekam ich einen Anruf …..ein Mann aus Oberhausen fragte ob er die Couch haben könnte und was wir sonst noch so hätten. Hab die Möbel kurz beschrieben und er meinte er käme aus Oberhausen  und bräuchte 1,5 Stunden – ob wir ihm die Möbel solange zusichern könnten….Na klar – wenn er auch wirklich kommt… JA – er käme dann direkt mit einem Transporter…wir haben uns auf 11 Uhr geeinigt.

Ich wagte kaum zu hoffen, das jetzt tatsächlich alles ins Rollen kommen könnte – aber er kam tatsächlich. Ein netter kleiner redseliger Mann aus Kroatiern….er kam alleine mit Transporter und hat tatsächlich Couch, Tisch, Sideboard, Lampen, Bilder, Dekokram und Haushaltsartikel mit genommen….er meint er bringt alles nach Kroatien. Soll mir ja Recht sein, wenn er damit noch Geschäfte macht – Hauptsache ich bin  es los. Nur den alten Wohnzimmerschrank wollte auch er nicht…schade auch.

Beim Verladen der Möbel hat mein Schatz mit  geholfen, alleine wäre es nicht gegangen…dabei sind tatsächlich noch einige Gedenk-Münzen im Stauraum der Couch aufgetaucht, die mein Vater dort deponiert hatte…die hatte ich vorher gar nicht bemerkt.

Als wir uns mit dem Kroaten unterhalten haben, meinte er – ja den Rest müssten wir dann wohl entsorgen…Ja – der Container ist schon bestellt. Der ist bestimmt teuer – oder? JA – fast 500 EUR. Da meinte dieser geschäftstüchtige Mann: also für den Preis würde er uns die Wohnung komplett entrümpeln und die Dinge entsorgen….Meinte er das ernst? Ja- also nach einem kurzen Blick auf die Mengen im Schlafzimmer und im Keller haben wir uns auf einen Preis geeinigt und darauf das er eine Woche später mit 2 weiteren Kollegen kommt und  die Wohnung leer räumt…besiegelt mit Handschlag.

Wir waren euphorisiert….Die Küche wird nächste Woche abgeholt / Das Wohnzimmer ist fast leer /die restlichen Möbel, Müll und Einrichtungsgegenstände werden auch in der nächsten Woche abgeholt…wie geil ist das denn… Mit einem Mal ging es in riesigen Schritten vorwärts.

Den Container hab ich kurzerhand wieder abbestellt…na hoffentlich kommt der Typ auch tatsächlich sonst haben wir weder einen Entrümpler – noch einen Container um selber zu entrümpeln, wenn meine Schwester da ist.

Auf einmal hatte ich den Eindruck: jetzt wird alles gut.

 

 

 

 

Lieber verschenken – als verschrotten

Nachdem klar war das die Stadt für jedes Sperrmüll-Möbelstück  Geld verlangt und auch für weitere Müllannahmen Geld möchte,  wurde ich langsam mutlos. Zuerst war ich einmal sauer….also in Hessen kann ich 2x im Jahr kostenlos Sperrmüll anmelden und abholen lassen….und es gibt jede Menge Sondertermine für alles Mögliche.

Bei derartig vielen schweren und wuchtigen Möbeln haben wir kurz durch gerechnet: DAS wird teuer….also haben wir einen Container bestellt….aber es ging ja nicht um nur um Möbel, sondern um eine komplette Haushaltsauflösung mit viel Müll und noch mehr nicht mehr zu benutzenden Dingen des Alltags.

Ich hab mich quasi mehr als 4 Wochen mit dem Thema beschäftigt, WAS gehört in WELCHE Art von Container…die telefonischen Beratungsmöglichkeiten der Container-Mieterservices  trugen leider auch nicht zur Klärung meiner Fragen bei:

Bei einem hieß es ein Metall-Regal aus dem Keller darf nicht mit in den Sperrmüll-Container, bei einem Anbieter war das kein Problem….Kleiderbügel sollten einmal mit in den Hausmüll….oder aber in den Sperrmüllcontainer – aber nur die Holzbügel, beim Nächsten sollte es dann doch besser der Baumischabfall-Container sein….Nur in einem waren sich alle einig: KEINE Lebensmittel!!!

Der Rat: Jedes Glas/jede Dose öffnen den verdorbenen Inhalt entsorgen und dann  in den Glascontainer bzw. den Gelben Sack. AHA !!!  -NEIN-das war nicht praktikabel….den gleichen Rat hab ich übrigens auch für die Medikamente erhalten: Jede Tablette aus dem Blister holen und in die Restmülltonne,  den Blister in den Gelben Sack, die Umverpackung in die Papiertonne….bei den Mengen von denen ich hier rede, hätte ich Jahre gebraucht um auf diese Art die Wohnung leer zu bekommen. Warum gibt es die Annahmestellen in den Apotheken eigentlich nicht mehr?

Und warum verpflichtet mich Deutschland noch nicht abgelaufene Medikamente zu entsorgen, anstatt diese einer Hilfsorganisation zu spenden? Es scheint in Deutschland schlichtweg verboten zu  sein Medikamente zu spenden—–DAS nenne ich mal echte Verschwendung.

Also bin ich so vorgegangen:

1.      Alle noch nicht abgelaufenen Lebensmittel hab ich der Tafel gespendet. Die haben sich gefreut

2.      Alle abgelaufenen Lebensmittel hab ich in der Restmülltonne entsorgt (das heißt ich habe wochenlang bei meinem Vater  Woche um Woche kleinere  Mülltüten in die kleine Tonne getan und die wesentlich größeren Mengen bei mir zuhause  nach und nach in die großen Restmüllcontainer gebracht…wir sind eine Wohnanlage mit großen Müllcontainern.

3.      Alle Medikamente hab ich ebenfalls in der Restmülltonne entsorgt (egal ob abgelaufen oder noch verwendbar…da hat mir das Herz schon geblutet)

4.      Alles was als Umverpackung anzusehen war, haben wir in die gelben Säcke verpackt und auch wochenlang  im Schlafzimmer gelagert, bis wir diese nach und nach entsorgen konnten.

5.      Jede Form von Papier haben wir in Säcken und Kisten gesammelt und haben diese nach und nach zum Wertstoffhoff gebracht und dort in der Papierpresse entsorgt…einschließlich aller nicht verkauften/ verschenkten Bücher

6.      Alle leeren Gläser haben wir in die Glascontainer gebracht und alle Pfandflaschen zum Supermarkt

7.      Und dann mein Lieblingscontainer:  „Kleinelektro und Metall“  So einen Container kannte ich bisher nicht…den gibt es bei uns nicht…..hier konnte man alle Kleinelektrogeräte, Kabel, jede Form von Metall – egal ob Werkzeuge oder Töpfe und Pfannen entsorgen….hahaha….ja den Container haben wir oft benutzt.

Aber immer noch blieb das Problem der Möbel,  Groß-Elektrogeräte, Haushaltsgegenstände und vor allem die Küchenmöbel, Bilder, die Deko usw. …WOHIN damit.

Ich hab mich dann letztlich für einen Baumischcontainer entschieden, da hier auch Mineralstoffe mit entsorgt werden durften….also auch Porzellan J

Aber die Idee mit dem Sozialkaufhaus hatte sich bei mir schon festgesetzt, lieber verschenken als entsorgen….aber bevor die tatsächlich gebrauchte Möbel annehmen, müssen diese echt in gutem Zustand sein…also hab ich die Möbel, Groß-Elektrogeräte usw. geschrubbt und gewienert….Stundenlang / tagelang….

Der Vorteil wenn Dinge nie geputzt wurden – Dreck und Schmier bilden eine Schutzschicht und sind nach dem Reinigen fast wie neu ….lach…und genau das war der Vorteil….Als dann endlich das Sozialkaufhaus zur Besichtigung kam, waren die von dem guten Zustand der Möbel und Geräte überrascht….Gekommen sind die auch nur, weil ich vorab Bilder gemacht und per Mail geschickt hatte….und tatsächlich die kompletten Küchenmöbel, incl. Aller Großgeräte und auch der Waschmaschine und des Gefrierschranks wollten die uns abnehmen. Dazu extra von mir vorbereitete Vasen/Plastikdosen/ Geschirr und ein paar Dekoteile und ein paar Lampen (Anekdote: ich dachte immer die Wohnzimmerlampe sei aus Messing….nach der Putzaktion war es jedoch einfach nur blankes Metall….durch den Nikotinschleier hab ich es nie bemerkt).

…hätten aber erst in 1 Monat Zeit…..DAS war ein Schock und ich hab klar gesagt, sorry das geht nicht…die Wohnung muss jetzt kurzfristig leer werden….Und der Mitarbeiter, so ein kleiner alter Kautz….war total nett und hat es in der Verwaltung durch gesetzt, das wir „dazwischen geschoben“ werden….prima die Küche war damit schon einmal gerettet…. trotzdem war ich deprimiert….wie soll das nur weiter gehen?