Nachbarn und Befindlichkeiten – Meinungsfreiheit

Mit dem Nachbars-Ehepaar aus dem 1.Teil hatte ich mich vor ein paar Wochen auch über die Abholzung vor unseren Balkonen unterhalten. Wir wohnen im gleichen Hauseingang, auf der gleichen Ebene….aber während ich all der Idylle, Ruhe und Abgeschiedenheit nachtrauere, freut sich die Nachbarin darüber.

Denn jetzt endlich wäre es in deren Wohnung nicht mehr so dunkel….endlich würde die Sonne früher in die Wohnung kommen und es wäre wärmer. Und sie hätte nicht gedacht, das Jemand das anders sehen könnte. Nun war es an mir erstaunt zu sein.

Natürlich habe unsere beiden Meinungen ihre Daseinsberechtigung….Jeder hat andere Bedürfnisse. Während ich schon seitdem ich hier wohne versuche zu verhindern, das zu viel Sonne (und damit Wärme) in die Wohnung kommt, wollten die Beiden gerne viel mehr Sonne. Die fehlende Idylle, das mehr an Lautstärke und Wind sind für die Beiden nicht so wichtig…sie wollen es hell und sonnig.

Ich bin aber skeptisch ob den Beiden wirklich bewusst ist, wie heiß es ohne die schützenden Bäume im Sommer tatsächlich werden wird…ich merke es jetzt schon…vor ein paar Tagen hatte ich schon in der Sonne 31 Grad auf dem Balkon….und im Wohnzimmer waren es damit schon 23 Grad…Seitdem ziehe ich bereits ab Mittags meine Thermovorhänge auf der gesamten 6m-Fensterfront zu und wenn ich ins Büro fahre, bleiben die Vorhänge den ganzen Tag geschlossen.

In Ländern in denen es traditional viel heißer ist, als bei uns, werden Häuser nicht mit so großen Fensterflächen gebaut…die Wände sind dicker, die Fenster kleiner, stattdessen gibt es öfter mal geschlossene Innenhöfe.

Wann haben wir eigentlich angefangen lichtdurchflutete Wohnungen und Häuser als Ideal zu betrachten. Im Internet steht, das es erst im 20.Jahrhundert begonnen hat. Sollten wir aber nicht langsam wieder umdenken….in Zeiten in denen es an vielen Orten im Winter oft viel kälter wird und die Sommer bei uns auch immer heißer werden, sollten wir da nicht eher darauf achten, das die hohen Temperaturen unseren Organismus nicht zu sehr belasten ?

Okay es ist nicht jeder so empfindlich wie ich, was Wärme angeht…aber während Städte darüber nachdenken, mehr Bäume auf großen Plätzen zu pflanzen, um die Bürger besser vor der Hitze zu schützen, wurden bei uns viele schützende Bäume einfach abgeholzt….jaaa ich weiß: es ist für den S-Bahn-Ausbau…aber trotzdem bezweifele ich die rein technische Notwendigkeit dabei so radikal vorzugehen.

Was ich aber aus der Unterhaltung mit den Nachbarn gelernt habe: es gibt immer mehr als eine Meinung…und jede hat ihre Berechtigung…egal ob mir die Meinung des anderen gefällt – oder nicht.

Nachbarn und Befindlichkeiten

Vor einiger Zeit habe ich schon bemerkt, das unsere Trockenkeller nicht mehr geputzt werden, so langsam wurde es echt dreckig. Darüber hatte ich mich mit einer Nachbarin (Eigentümerin) unterhalten…jaa es gäbe da eine neue Putzkraft und es gäbe ein paar Querelen zwischen anderen Eigentümern und dem Hausmeister, da es in den verschiedenen Hauseinheiten unterschiedliche Putzkräfte gibt …sie hat mir die ganze Story erzählt…habe es aber nicht ganz verstanden…es war sehr verworren…ich glaube sie wusste auch nur ein Teil.

Als ich mich dann an einem anderen Tag mit einem anderen Nachbars-Ehepaar (Eigentümer) unterhalten habe, kam das Thema noch einmal zur Sprache. Ich weiß, das dieser Nachbar auf den Hausmeister (soweit ich weiß: Mieter) leicht aggressiv reagiert. Als ich fragte, ob er als Eigentümer nicht mal mit dem Hausmeister darüber sprechen könnte kam ein promptes: Nein – auf keinen Fall.

Okay – dann mache ich (Mieterin) das eben….inzwischen komme ich mit dem Hausmeister gut zu recht….er grüßt freundlich, manchmal lächelt er sogar und seit einiger Zeit richtet er sogar manchmal das Wort an mich hahahaa.

Ich habe ihn also angerufen und gefragt, ob er der Putzkraft nicht einmal sagen könne, das die Trockenkeller unbedingt von Staub und Spinnweben befreit werden müssen. Sofort kam ein: ohhhh nein… er hätte sich da schon einmal mit in die Nesseln gesetzt, ich solle mich an die externe Hausverwaltung wenden…er würde sich zum Thema Putzkraft nicht mehr äußern.

Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet…aber okay…an einem Freitagmittag habe ich also der externen Hausverwaltungsfirma mein Anliegen auf den Anrufbeantworter gesprochen und um einen Rückruf gebeten.

Einen Rückruf habe ich zwar nie erhalten, aber ein paar Tage später waren unsere Trockenkeller SAUBER.

Alle diese Nachbarn und auch der Hausmeister sind weit über das Rentenalter hinaus, also jenseits der 65 …aber die benehmen sich wie Kinder, die um ein Förmchen die Vorherrschaft im Sandkasten streiten…unfassbar.

Kostbare ruhige Momente

Da hatte ich doch tatsächlich diesen Feiertag heute (Christi Himmelfahrt) regelrecht vergessen…Dienstag fragte ich per Teams bei meiner brandenburgischen Kollegin, ob wir diesen Donnerstag mal wieder telefonieren wollen (sie arbeitet ja nur Di und Do für unsere Firma)….und da hat sie mich auf lustige Art daran erinnert, das das ein Feiertag ist… OHHH – ja…den hatte ich irgendwie gar nicht auf dem Schirm.

Ich hatte mir also für dieses (für mich) unerwartete Geschenk eines weiteren Feiertages, vorgenommen, mal wieder in Richtung Pietzmoor zu fahren…. das liegt bei Schneverdingen / Niedersachsen…aber ich wollte endlich mal auf der anderen Seite des Moores die Wege erkunden…die, die eher abseits liegen und wahrscheinlich nicht so von Menschenmassen belagert werden.

Noch im Bett liegend, es war noch lange keine 8 Uhr, hörte ich jedoch schon wieder das Gekreische und Weinen unter mir….bei meinen Nachbarn wurden also auch heute morgen schon ganz früh die 3 kleinen Enkelkinder geparkt…na super.

Aber bei den gerade mal 14 Grad draußen, hoffte ich auf ein paar ruhige Minuten auf dem Balkon….vorsichtshalber hab ich schon mal die Kopfhörer aufgesetzt….aber tatsächlich war es wenigstens 1/2 Stunde ruhig…dann musste einer der Hunde mal und die Kinder gingen mit raus…die Oma versucht lautstark den Hund zu erziehen, das kleinste Enkelkind (ca. 2 Jahre) weint und kreischt und beruhigt sich nur mal für eine Minute, bevor es wieder von vorne los geht…die beiden anderen Enkelkinder (ca. 4 Jahre) plappern laut und unermüdlich alleine, miteinander, mit der Oma und versuchen das Getöse ihrer weinenden Cousine zu überlagern….Es ist noch nicht einmal 9 Uhr und ich gebe entnervt auf und verziehe mich vom Balkon….das kann ja heiter werden – also plane ich meine „Flucht“.

Während ich mich also für einen Ausflug vorbereite, merke ich auf einmal, das es still draußen ist…..also super still und nicht nur draußen, sondern auch in der Wohnung unter mir. Ich nehme die Kopfhörer also wieder runter und sitze jetzt schon seit mehr als 1 Stunde auf dem Balkon….ohhhhhhhhh wie schön – das ist super entspannend ….denn überhaupt ist es, bis auf die normalen Geräusche die es immer mal wieder gibt, sehr ruhig….und jetzt – jetzt ist es wieder mein kleiner Kokon – mein Rückzugsgebiet.

Da ich nicht weiß, wie lange mir dieses „Glück“ heute gegönnt wird…hab ich mich spontan umentschieden und bleibe erst einmal auf dem Balkon. Ich muss die Zeit einfach nutzen…sie ist kurz – also kostbar.

Und während ich das hier schreibe, sind die Nachbarn + Enkelkinder + Hunde, auch schon wieder da….und schon wieder geht es sofort lautstark rund…und während die auf ihrer Terrasse ihr Mittagessen vorbereiten, beende ich meinen Beitrag und werde mich mal um mein Fahrrad kümmern…so eine kleine Radtour könnte mir jetzt gefallen.

Meinen eigentlich geplanten Ausflug nach Niedersachsen hab ich jetzt auf Sonntag verlegt….denn da droht ja weiteres Ungemach: Der jährlich wiederkehrende Muttertag! Ein Tag der mir ohnehin nicht liegt und ich kann mir gut vorstellen, was dann hier im Haus los sein wird.

App noch einmal – gar nicht so leicht

Während meine berufliche Woche mal wieder erfreulich unspektakulär war, war es drumherum etwas turbulenter.

Mein Arbeitgeber bietet seit Februar eine Mitgliedschaft bei einem Firmenfitness-Anbieter an…und ich hab das Angebot angenommen…wollte ja sowieso gerade zu einem anderen Fitnessstudio, hier im Ort, wechseln…leider nimmt DAS Fitnessstudio nicht an der Co-Operation teilnimmt…dafür aber 8.000 andere Anbieter – in ganz Deutschland.

Jaaa was bringt mir das, wenn ich aus so vielen Anbietern in ganz Deutschland wählen kann, wenn ich Vorort nicht wirklich viel Auswahl habe…aber ich probiere es einfach mal aus. Hamburg ist ja doch nahe.

Diese Firmenfitness funktioniert über eine App, auf der meine Mitgliedschaft bestätigt wird und ich kann mir dort, eben aus vielen verschiedenen Anbietern von Fitnessstudios, Yoga- und Meditationsstudios, Schwimmbändern und allerlei anderen Sportmöglichkeiten, dasjenige aussuchen, in das ich heute oder morgen gehen möchte, manchmal muss man vorher einen Termin machen, bei anderen geht man einfach hin und checkt über die App ein. Bei anderen muss man sich Vorort noch eine Zutrittskarte ausstellen lassen, die man einmalig extra bezahlen muss…das finde ich okay.

Im ersten Moment klingt das leicht und unkompliziert…in der Realität bedarf es sehr genauer Vorbereitungen…zumindest am Anfang. Nachdem man sich für eine Sportstätte entschieden hat, fängt der schwierigere Teil an.

Ich hab bei verschiedenen Studios in der Nähe angerufen und Niemanden erreicht…zu einem bin ich dann hin…da war niemand mehr, der mir Auskunft geben konnte, wie das funktioniert, das kann ich erst in der kommenden Woche klären.

Um dann doch endlich anzufangen, habe ich für Samstagmorgen an einem Entspannung-Yoga-Kurs ONLINE teilgenommen. Dafür musste ich mir aber erst einmal die ZOOM-App runterladen, damit ich mich mit den Zugangsdaten in den Kurs einwählen konnte….der Online-Kurs wäre ja gut gewesen, wenn meine Trampeltierchen über mir (meine Nachbarn) nicht gleichzeitig jede Menge Lärm veranstaltet hätten…aber mit den Kopfhörern konnte ich mich einigermaßen auf den Sport konzentrieren….allerdings bin ich nicht mehr ganz so beweglich, und die Übungen wurden sehr schnell hintereinander – in fließenden Bewegungen – ausgeführt….nicht jede Übung gelang mir..ich war aber trotzdem zufrieden….

Der Lärm über mir, hörte nicht auf und ich hab schon gedacht, die Räumen beim Putzen gleich die ganze Wohnung um…nun, später am Tag hab ich gemerkt, die haben die Wohnung wohl nicht um- sondern ausgeräumt…zumindest stand da ein geschlossener Anhänger auf deren Parkplatz mit jeder Menge Kleinmöbel, die darin verstaut wurden. Ob die Ausziehen? Keine Ahnung – In letzter Zeit sind die wirklich sehr umtriebig gewesen…Und als ich abends nach Hause kam, sind Beide mit dem Auto weg gefahren…Und heute hab ich noch keinen Mucks von Oben gehört….diese unglaubliche Ruhe tut meiner Seele gut.

Soo am Nachmittag bin ich dann nach Niendorf in eines der größeren Fitnessstudios gefahren, nur um mich zu erkundigen, wie das jetzt bei denen mit der Firmenfitness-Cooperation läuft…hatte auch meine Sporttasche gepackt mitgenommen..

Das Fitnessstudio liegt im Keller eines kleinen Einkaufszentrums….dort funktionierte die Fitness-App aber nicht…also musste ich mich erst in das WLAN des Fitnessstudios einwählen, dann klappte es auch mit der App, damit ich mich über einen QR-Cde anmelden konnte….der junge Mann hinter dem Tresen hat mir alles freundlich erklärt und gefragt ob ich ein Vorhängeschloss dabei habe. Vorhängeschloss? NEIN – davon stand nichts in der App ….okay konnte eines ausleihen, dann brauchte ich noch ein „Einlassarmband“ mit dem ich neben dem Zugang auch die Dusche und den Getränkestand aktivieren konnte. Lustig – für die Spinde sind die im Jahr 2010 stehen geblieben, alles Andere ist hypermodern. Egal ….und weil ich ja schon einmal da war, hab ich auch trainiert.

Das Fitnessstudio ist groß (für mich wichtig: das Gefühl von Weite und ausreichend Abstand zwischen den Geräten, dazu hohe Decken), moderne Geräte und sauber vor allem auch die Duschen….der Cardio-Bereich ist ausreichend bestückt…inclusive Rudergeräten und auch der Kursraum ist richtig groß…und vor der Tür gibt es jede Menge Parkplätze, die man für mehrere Stunden benutzen kann….ich war etwas mehr als 1 Stunde trainieren…aber moderat…trotzdem hab ich heute Muskelkater an einigen Stellen…aber nicht zu viel…anschließend hab ich noch die Dusche mit dem „Einlass-Armband“ ausprobiert…klappte anstandslos..

Prima, damit hab ich jetzt zumindest erst einmal ein Fitnessstudio gefunden, mit dem ich mich anfreunden kann….der Anfang ist gemacht. JAAA mit dieser Fitness-App und den weiteren Apps, die das nach sich zieht, wenn man weitere Infos zu den Fitnessstudio haben möchte, ist es jetzt nicht ganz leicht,…..aber letztlich hat es bereits zweimal geklappt und ich denke, es wird einfacher werden, wenn ich das länger mache….

Eine andere App hat mich in dieser Woche allerdings noch viel mehr beschäftigt…hatte ich mich doch aus meiner Banking-App selber ausgesperrt….und das liess sich dann nicht so leicht wieder aktivieren.

Wohnort-Wahl – Lebensqualität

Mit dem älteren Nachbars-Ehepaar, auf dem gleichen Flur, hab ich mich wieder mal unterhalten.

Er hatte gesehen wie ich mit den Einkäufen, durch den strömenden Regen, von der Tiefgarage zum Hauseingang, gestapft bin und dabei platsch-nass wurde.

Dann hat er mir erzählt, das ich es auch trockenen Fußes in das Haus schaffe, wenn ich einfach in der Garage den Ausgang zum Nebenhaus nehme und von dort über die Keller bis zu unserem Hauskeller laufe und von dort dann ins Treppenhaus…Alle Häuser sind über die Keller miteinander verbunden.

Das fand ich wirklich nett….und er hat die Gelegenheit genutzt noch ein wenig länger mit mir zu plaudern, während seine Frau nur einmal kurz Hallo sagte…….Er ist 79 Jahre alt, noch unglaublich fit und hat wache leuchtende Augen und einen klaren Verstand….ich hab mich mit ihm und seiner Frau schon öfter unterhalten….sie sind liebenswert und freundlich.

Und ich muss echt sagen, so nach fast einem Jahr – ich wohne hier unglaublich gerne… fühle mich wohl und gut aufgenommen im Haus und der Nachbarschaft.

Ja klar ist es lebendiger und damit lauter, als in Pinneberg, in der sanatoriumsmässigen Einfamilienhaus-Siedlung mit dem Hausdrachen als Vermieterin. Hier sind die Menschen offener und normaler (aber was ist schon normal) und ich bin hier in kanpp einem Jahr mit mehr netten Menschen ins Gespräch gekommen, als in den 2 Jahren in Pinneberg. Jawohl nächsten Monat werden es schon 3 Jahre die ich in Schleswig-Holstein lebe.

Es war und ist immer noch die richtige Entscheidung, aus Hessen weg gegangen zu sein, um ein weiteres Mal neu anzufangen: Neues Bundesland, Neuer Wohnort, Neuer Arbeitgeber.

Ich fühle mich zwar noch etwas unwohl bei dem Gedanken, das die Bäume vor meinem Balkon gefällt werden, um den Ausbau und die Umstellung der S-Bahnstrecke auf Elektro zu realisieren, aber ich hoffe das es dann doch nicht ganz so schlimm wird…weil ja gleichzeit ein Erdwall die Bahnstrecke abschirmen soll.

Bei dem Erdwall hoffe ich, das er hoch genugt wird, um mich vor den Häusern auf der gegen-überliegenden Seite der Strecke abzuschirmen. Denn die Bahn an sich, stört mich, jetzt zumindest, gar nicht. Ich befürchte allerdings das der Wall dann doch nicht sooo hoch wird. Es heißt also Abwarten und hoffen….

Meine kleine geschützte Balkon-Oase ist aber nur das Tüpfelchen auf dem i ….quasi mein 4. Zimmer…das die Wohnung besonders gemütlich und lebenswert macht.

Wettkampf an den Wäscheleinen und eine kleine Feier

Ach was geht es mir doch (wieder) gut….es ist Wochenende, ich hab keine Pläne, das Wetter ist angenehm (während es in anderen Teilen Deutschlands schon eindeutig heiß wurde, hat der Norden, oberhalb von Hamburg, es mit 21-22 Grad und Wind immer noch richtig gut).

Das Frühstück gab es gestern auf dem Balkon und dort blieb ich mit dem Laptop auch noch ein paar Stunden sitzen, bis es mir eindeutig zu frisch wurde und die erste Waschmaschine war inzwischen auch schon fertig.

Ich fing also an meine Wohnung mal wieder aus der Sicht eines Hausstaub-Allergikers zu putzen…also intensiv….in den letzten Wochen, gab es nur das „normale“ Hausfrauenprogramm, jetzt ging das sportliche Putzen wieder los….in jeder Ecke, unter jedem zugänglichen Möbelstück, auf jedem Schrank, hab ich Jagd auf den Staub gemacht…Hab das Bett frisch bezogen und Berge von Wäsche gewaschen…hab die Wohnung einmal von oben nach unten „shampooniert“,

Alles Putzen blieb aber in einer entspannt lockeren Atmosphäre…also nicht verbissen weil ich musste, sondern weil es mir ein Bedürfnis war und es hat mir gut gefallen zu sehen, wie sich nach und nach auf die gesamte Wohnung ein imaginärer Glanz von Sauberkeit legte.

Im Waschkeller kam es zu einem Wettstreit um die freien Wäscheleinen mit Nachbar Mirko aus dem Nebenhaus, der gerade aus dem Urlaub mit seiner Tochter zurück gekehrt war….immer, wenn ich wieder in den Keller kam, um die nächste Wäsche aufzuhängen, waren wieder ein paar Leinen mehr von ihm belegt…aber ich hab es trotzdem geschafft, alles aufzuhängen.

Ich bin so zufrieden mit dem Samstag, hab meine innere Ruhe und Freude wieder gefunden…ach das ist sooo schön…mein Balkon ist inzwischen eine kleine Grüne Oase geworden….was aber hauptsächlich an den (noch) vorhandenen Bäumen drumherum liegt….wenn die Bäume bald weg sind, werde ich noch mehr größere Balkonkasten anbringen…aber noch ist nicht bekannt, wann die Bäume gefällt werden.

Am Abend hab ich beschlossen nicht selber zu kochen…sondern hab mir Sushi lieferen lassen….und ich war gerade dabei mich durch die köstlichen Leckereien zu futtern, als ich eine Nachricht vom Nachbarn Mirko bekam….der mich zu einer kleinen ungezwungenen Feier mit dem anderen Nachbarn Klausi und einigen Freunden einlud….Das die Beiden feiern, konnte ich unschwer wahrnehmen…es lief schon laute Schlager-Musik, was nicht so meine bevorzugte Musikrichtung ist.

Das war schlechtes Timing, aber ich bin dann später doch noch runter gegangen, hab die gegrillten Würstchen dankend mit Hinweis auf mein eigenes Abendessen, abgelehnt….es waren zwischen 7-9 Personen verteilt auf die 2 Wohnungen der Nachbarn….es war lustig und laut und als ich dazu kam, war der Alkoholpegel bei allen schon ziemlich hoch.

Das war irgendwie eine komische Situation, ich kannte nur 3 Personen dort und die anderen musterten mich ganz ungeniert intensiv …ich hab versucht es zu irgnorieren, war aber irritiert. Aufgrund einiger kurzer Bemerkungen dämmerte es mir dann im Laufe des Abends: Nachbar Klausi und wohl auch Mirko selber, haben wohl allen erzählt, das Nachbar Mirko angefangen hat von mir zu schwärmen und das, obwohl ich mindestens 10 Jahre alter bin, als er selber und da war ich jetzt, wie das Tier im Zoo. Ich mag solche Situationen ja überhaupt nicht.

Hab mich also etwas aus der Schusslinie genommen…es war mir eh etwas zu laut und die meiste Zeit hab ich mich dann tatsächlich auch nett mit dem Nachbarn unterhalten….ich mag ihn, aber mehr ist nicht drin….und ich dachte auch, ich hätte es deutlich klar gemacht, das ich überhaupt nicht an irgendeiner Form von Beziehung interessiert bin,…aber ich bin mir nicht sicher, ob das auch bis zu ihm durchgedrungen ist….zumindest seine Art mich anzuschauen und was er sagte, zeigen etwas Anderes.

Ich hab mich dann gegen Mitternacht verabschiedet und weiß jetzt,das ich entschieden gegensteuern muss, nicht das er sich in etwas verrennt.

Trotzdem war dieser Abend schön…ich hab durch die ungezwungene Kommuniktion auch keine Kraft eingebüßt, wie sonst immer…sondern es war einfach nett. Wobei ich hier „nett“ als audrücklich positive Beschreibung meine..

Nachbar-Plausch

Nachbar-Plausch

Nach den schönen erholsamen Ostertagen hatte ich zuerst einmal ein Motivationsproblem…und durch das Homeoffice bekam ich auch zuerst mal keinen Anschub….ein Glück waren die Meisten eh noch im Osterurlaub und ich konnte mich gaaaaanzzzz laaaaaangsam einigen leicht monotonen Arbeiten widmen: etwas, das keine geistigen Höhenflüge erwartet, still ausgeführt werden kann und bei jeder Gesellschaft auf die gleiche Art und Weise wiederholt werden muss.

Vorteil: das erfordert nichts weiter als die Konzentration auf die Sache – ohne mich geistig wachzurütteln.

Nachteil: So finde ich meinen Arbeitsschwung bestimmt nicht wieder

….und so blieb es auch am Mittwoch. Jaaa ich hab viel geschafft und damit auch schon gut vorgearbeitet…aber es fehlte mir weiterhin der Elan, den auch die Walkingrunden nicht brachten.

Aber dann klingelte es an meiner Tür….

Vor ein paar Tagen hab ich meinen Parkplatz-Nachbarn an den Mülltonnen getroffen….und der ist gut befreundet mit dem Nachbarn aus dem Nebenhaus, mit dem ich vor einiger Zeit mal einen netten Plausch im Waschkeller hatte.

Bei dem Plausch im Waschkeller hatte mich der Nachbar gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei den regelmäßigen Feierabend-Treffen der Beiden mal dazukommen zu wollen. Er hatte mir gleich das Du angeboten und es war lustig mit ihm zu plaudern, also sagte ich ja – sag einfach mal Bescheid wann…dann komme ich gerne.

Dieses Einladung hat nun mein Parkplatz-Nachbarn wiederholt…sie würden sich Oster-Sonntag Treffen und ob ich nicht dazu kommen wolle…da vom Abend die Rede war, sagte ich erst einmal zu…..Einen Tag später fand ich dann einen Zettel in meinem Briefkasten: es sollte bereits Mittags losgehen weil der Grill angeworfen wird ( Momentmal – Grillen ist doch in der gesamten Anlage verboten….ist vielleicht nicht schlecht, mal ein paar Insider-Informationen zu gekommen hihi), dazu noch einmal die schriftliche Bestätigung, das sie sich freuen würden und die Handy-Nummer vom Waschkeller-Plausch-Nachbarn…

Ostersonntag Mittag ging bei mir ja gar nicht, also hab ich nun per Whatsapp absagen müssen…weil terminlich verhindert…..immerhin ist der Sommer ja noch lang…da wird sich schon mal eine Gelegenheit ergeben.

Am Mittwoch klingelte nun mein Parkplatz-Nachbar (ich nenne ihn jetzt: Klausi)..sie würden jetzt gerade auf der Terrasse zusammen sitzen, ob ich nicht spontan Lust hätte dazuzukommen….Spontan habe ich ja gesagt, auch wenn dieser Nachbar schon nicht mehr ganz nüchtern war….bin also ein paar Minuten später mit einer Flasche Wein und einem Schokoladen-Osterhasen (der Waschkellerplausch – ich nenne ihn jetzt Mirko – hatte bei unserem Plausch eine Tochter erwähnt) ums Haus herum und habe mich dazugesellt.

Nachbar Mirko war überrascht, als ich um die Ecke kam und hat sich tatsächlich gefreut…auch über den Schoko-Osterhasen für seine 9jährige Tochter, die aber gerade bei der Mutter ist (geteiltes Sorge-und Aufenthaltsrecht, wenn ich es richtig verstanden habe).

Soooo – da saß ich also bei meinen beiden Nachbarn, Beide so Anfang bis Mitte 40Jahre und hatte einen feucht-fröhlichen Abend und lustigen Abend, der auch sehr lang war..so wenig hab ich schon lange nicht mehr geschlafen…immerhin musste ich am nächsten Morgen früh raus und ins Büro.

Besuch bei Familie Nett

Der Familienvorstand von Familie Nett von nebenan hat mich schon von Anfang an eingeladen, das wir mal alle zusammen ein Glas Wein trinken…also seine Familie und ich. Dann kam Corona…und da war ja lange Zeit gar nichts möglich und auch danach hatte ich ein Treffen jetzt nicht forciert, weiß ich doch, das die ganz eng sind mit meinem Hausdrachen.

Vor ein paar Wochen hat der Familienvorstand (bereits im Ruhestand) mitbekommen, das ich bald weg ziehen werde und bei einem der zufälligen Treffen am Gartentor hat er mich gefragt, ob wir das mit dem Glas Wein noch hin bekommen, bevor ich weg ziehe.

Vorgestern Abend klingelte seine Frau bei mir und fragte ob ich Dienstag Abend Zeit hätte….ihre Körpersprache und auch ihr Gesichtsausdruck zeigten soviel körperliches Unwohlsein, das ich ziemlich irritiert war und nur zögerlich die Einladung für den heutigen Abend annahm. Alles an ihr sprach eher dafür es lieber abzulehnen….ich will mich ja nicht aufdrängen und auch niemanden auf die Nerven fallen.

Aber nein, ich hab zugesagt…Herr Nett war immer immer freundlich und aufgeschlossen und hat auch schon sein Bedauern zum Ausdruck gebracht, das ich fort gehe…und auch mit Frau Nett hab ich immer wieder nette Gespräche im Vorgarten gehabt und mit der erwachsenen Tochter Nett waren es richtig gute Gespräche….

Also bin ich heute zum verabredeten Zeitpunkt, mit Blümchen und einer Flasche Wein, zu den Nachbarn rüber gegangen….in der festen Absicht nicht mehr als 1 Stunde dort zu bleiben….

….hahaha 4 Stunden später bin ich jetzt zurück und es war ein lustiger und echt schöner Abend…die Familie Nett ist sehr unterhaltsam, teils sehr belesen und vielseitig interessiert….wir haben uns wirklich angeregt unterhalten.

Das Thema „Hausdrachen“ haben wir nur kurz gestreift, aber dabei wurde schon deutlich das sie auch nicht alles gutheißen was da passiert….und ich hab auch gesagt, das ich aufgrund der Nähe der Familie zu meiner Vermieterin mich hier nicht weiter dazu auslassen werde. Aber der Standort meines Fahrrades wurde wohl schon öfter vom Drachen in Richtung der Familie thematisiert.

Jetzt sind wir quasi schon zu Weißwein und Zwiebelkuchen-Essen verabredet…also demnächst mal….sobald ich umgezogen bin….

Samstags Dies-und-Das

Mittags hab ich vor dem Haus einen längeren Plausch mit der erwachsenen Tochter von Familie Nett (die wohnen nebenan) gehalten. Ich hab sie sehr lange nicht gesehen und wenn, dann immer nur recht kurz von Weitem. Ich hatte gerade eine hilfsbedürftige Büropflanze aus dem Auto geholt und sie kam nach Hause.

Sie erzählte, das sich die Familie alle 3 zu Weihnachten das Corona-Virus eingefangen hatten….und ihr Vater sogar kurzzeitig ins Krankenhaus musste. Das erklärt warum Frau Nett Anfang des Jahres beim Schnee-Schippen so übervorsichtig mit der Maske war. Sie wissen nicht wo sie sich angesteckt haben, weil sie eigentlich sehr zurück gezogen leben….es muss, ihrer Meinung nach, wohl beim Einkaufen passiert sein, sonst könnten sie es sich nicht weiter erklären. Allen geht es jetzt wieder gut – zum Glück.

Ich hab am Vormittag meine hochglanz-sauber geputzte Küche wieder einmal komplett dreckig gemacht, da ich mich um diverse Pflanzen gekümmert habe….zuerst um besagte Büropflanze….es liegt wohl echt am dunklen Standort im Büro….und durch den weiter hochwachsenden Neubau vor unseren Büro-Fenstern wird das auch nicht mehr besser werden.

Dann hab ich mich um die Zimmerpflanzen gekümmert und am Ende schon mal zum Teil um die Balkonpflanzen. Das pendeln zwischen Küche und Balkon, Küche und Wohnzimmer brachte viel Erde, nasse Blätter und Dreck zurück in die Wohnung…Am Ende war aber alles schnell wieder sauber.

Den Balkon hab ich jetzt aber noch nicht wirklich schön gestaltet…es ging nur darum Vertrocknetes und Verblühtes von den Pflanzen zu befreien und die verblühten Frühlingsblumen mit ihren Zwiebeln auszugraben…die müssen jetzt erst einmal trocknen.

Und auch meine 2wöchige „Kehr-Pflicht“ im Treppenhaus hab ich erledigt…ich renne eh alle paar Tage mit Handfeger und Schaufel durch das Treppenhaus, eben weil ich sooft bei Regen und Matsch unterwegs bin…und auch wenn ich die Schuhe dann schon vor der Haustür ausziehe, landet immer noch genügend Erde auf Treppe und Teppichfliesen. Das merke ich spätestens wenn ich spät abends barfuß runter gehe, um meiner täglichen „Schließ-Pflicht“ für den zusätzlichen Sicherheitsriegel nach zu kommen….doppelt abgeschlossen werden muss ja sowieso schon bei JEDEM Rein-oder Rausgehen….

Den Nachmittag hab ich dann zur Entspannung auf dem Balkon verbracht und gegen Abend war ich kurz zum Einkaufen und erst nach 20 Uhr bin ich auf die andere Seite der Stadt gefahren, um dort den Pinnau-Wanderweg entlang zu laufen…wie sollte es auch anders sein, kurz bevor ich dort ankam, fing der Regen an…..hahaha….

Aber so hatte ich den Weg ganz für mich allein und der Regen war auch nicht unangenehm….es blieb mit 12 Grad ja noch eine Weile mild und es gab keinen Wind….meine Walkingrunde blieb mit etwas mehr als 5 km auch im üblichen Rahmen.

Natürlich bin ich bei der Erstmöglichen Gelegenheit gleich mal einem schmalen kaum sichtbaren Seitenweg gefolgt….das war schön, führte er mich doch zu einen noch schmaleren Seitenarm der Pinnau, wo ich ein paar Rehe in der Abenddämmerung beobachten konnte…..doch schon nach ein paar Minuten bekam ich nasse Füße….hatte ich mich doch für ein paar Schuhe mit Mash-Einsatz entschieden….hahaha und das kam bei dem nassen und matschigen Untergrund dann doch nicht so gut. Aber immerhin sind das ein paar Sneaker aus dem vorigen Jahr, an die sich meine Füße gerade gewöhnen.

Leider störten auf dem gesamten Rundweg die Geräusche der nahen Autobahn….das ist sehr schade, weil die Gegend schön ist. Der Geräuschpegel ist jetzt nicht sooo hoch, aber dafür beständig…das ist wahrscheinlich der Grund warum ich hier schon eine Weile nicht mehr zum Laufen war.

Zum Glück waren um diese Uhrzeit nicht mehr ganz so viele Autos auf der Autobahn, so konnte ich die Geräuschkulisse teilweise ausblenden, bis auf das kleine Stück, das mich parallel entlang führte….hier gibt es eine Menge kleine Gartenparzellen…eigentlich denke ich öfter darüber nach, mich so einem Gartenverein anzuschließen…hätte gerne einen kleinen Garten…aber die Parzellen sind mir meistens zu groß und diese hier sind zwar kleiner, dafür direkt an der Autobahn….das finde ich dann nicht idyllisch.

Und auf der Fahrt nach Hause hab ich gemerkt, das ich Hunger habe…und sah, das das kleine indische Restaurant das so ein leckeres Lamp-Tikka-Masala anbietet, noch geöffnet hat. Auch an einem Samstagabend ist das hier in der Kleinstadt nicht selbstverständlich….und schon gar nicht in Pandemiezeiten. Wer in einer Großstadt lebt oder gelebt hat, kann sich das wahrscheinlich nur schwer vorstellen.

Also hab ich kurz angerufen und ja, sie nehmen um 21.30 Uhr noch Bestellungen zur Selbstabholung auf….aber sie können jetzt nur noch Bargeld entgegen nehmen…die Kasse wäre schon abgerechnet und EC-Gerät wäre schon für heute abgemeldet (??? – okay).

Also ziemlich durchnässt wie ich ja bereits war, bin ich dann noch zur Bank gelaufen, habe Bargeld geholt und danach hab ich mein Essen in Empfang nehmen können. Einen offiziellen gedruckten Kassenbon hab ich aber trotzdem erhalten…also alles legal 😎.

Familie Nett

Als ich Donnerstag Morgen zu meinem Schnee-Spaziergang aufgebrochen bin, hab ich draußen die Nachbarin von nebenan beim Schneeräumen getroffen.

Sie war so vertieft, das sie meinen Morgengruß erst gar nicht gehört und mich auch nicht wahrgenommen hat. Bin extra auf die Straße ausgewichen, damit ich den Abstand einhalten kann.

Als sie mich registrierte und hochschaute sah ich, das sie um 6 Uhr morgens bei gähnender Leere unser beschaulichen Wohnstraße eine FFP2-Maske trug, dazu ihre Brille auf und die Kapuze hatte sie tief ins Gesicht gezogen. Ein Wunder, das sie überhaupt noch Luft bekommen hat. Ich kann schlecht schätzen, denke aber das sie so Ende 50 ist….sie ist sehr nett, wie überhaupt die gesamte Familie echt nett und freundlich ist.

Ich blieb also stehen und hab ein paar freundliche Worte an sie gerichtet….und weil ich sie schon seit mehr 2 Wochen nicht mehr gesehen hatte, hab ich ihr noch ein Frohes Neues Jahr gewünscht.

Ihre Reaktion war geprägt von Angst und Panik. Sie hat solche Angst vor dem Virus, das sie das Haus nicht mehr verlässt. Ihre hektischen und ängstlich hervorgebrachten Worten untermauerten den Inhalt ihrer Worte.

Sie ist eine von diesen Frauen, die immer für andere da ist…pflichtbewusst und unermüdlich für ihre Familie da ist…selbst meine Vermieterin bezeichnet sie als ihre fleißige Perle, die sich immer kümmert….die sich selber zurück nimmt.

Ich war erschrocken über die Heftigkeit Ihrer Reaktion und über die Angst, die sie ausstrahlt. Es tut mir sehr leid das sie sich von der Angst so beherrschen lässt…während ich gut gelaunt und locker zu meinem Morgenspaziergang aufgebrochen bin.

Genau für solche Menschen, wie Familie Nett, wünsche ich mir, das die Corona-Pandemie jetzt bald ihren Schrecken verliert….