Weite und Klarheit in der Wohnung

Mir ist das Wetter in dieser Woche ein wenig aus Gemüt geschlagen…Regen macht mir ja nicht so viel aus und hält mich auf auch nur selten auf….aber die Kombination Regen mit Sturm/starkem Wind…..neee ,das ist dann jetzt doch nichts für mich…..und so war ich nicht ganz so aktiv.

Sogar meine Homeoffice-Routine, direkt am Morgen nach dem Aufstehen eine Walkingtour zu machen, stand auf der Kippe…aber nichts da, das kommt ja gar nicht in Frage, gelaufen bin ich also trotzdem an allen 3 Tagen…..dafür waren es am Freitag nur 4 km, an den anderen beiden Tagen jeweils 5km.

Gestern nach Feierabend hab ich mich erst einmal auf meine Couch verzogen und gar nichts gemacht…irgendwann hab ich mir dann Kopfhörer aufgesetzt und in der Wohnung aufgeräumt und geputzt….und auch wieder einmal fast alles an Deko weggeräumt.

Durch den neuen Gefrierschrank in der Küche, dem Trampolin im Kleiderzimmer und die erweiterte Homeoffice-Ausstattung im Wohnzimmer, ist Unruhe in meine Wohnung gekommen und ich mag es, wenn alles einen dauerhaften Platz hat ….deshalb musste alles nicht Notwendige jetzt für eine kleine Weile weg gepackt werden..

Denn jetzt sehe ich nur die große freie Fläche des satinierten Glases vom Esstisch (JETZT wo ich alles fürs Homeoffice elegant und schnell zur Seite räumen kann, ohne das es stört oder auffällt). Ich sehe wieder Platz auf den Fußböden, weil der große 5-Arm-Kerzenständer mal wieder auf den Dachboden wandert, genauso wie so ein paar Boden-„Wedel“, die den Raum gemütlicher machen sollen und meine kleine Sammlung an Stehleuchten hab ich auch um die Hälfte reduziert…hahaha, jetzt kommt die hellere Jahreszeit, da brauche ich nicht so viele Lampen, die Tage und Abende in ein gemütliches Licht tauchen…und diese paar kleinen niedlichen Frühlings-Figuren, die noch von Ostern stehen geblieben sind….alles zusammen gepackt und ab damit auf den Dachboden.

Allein daran erkenne ich bei mir schon, das ich innerlich nicht entspannt war und folge meinem ständigen Muster das durch das Schaffen einer äußeren Ordnung, unweigerlich meine innere Ordnung wiederhergestellt wird.

Und heute scheint tatsächlich die Sonne und die Wohnung ist lichtdurchflutet und fühlt sich ordentlich, klar und weit an….das fühlt sich richtig an und ich – ich fühle mich wieder wohl.

Papierberge

Habt Ihr Euch schon mal überlegt wie es wäre alle Unterlagen, die man so im Leben besitzt (Rechnungen, Verträge, Bescheide, Versicherungsunterlagen, Medzinberichte, Zeugnisse, Urkunden, Rezepte, Notizen, Fotos usw.) NICHT in Ordner oder Kisten zu lagern…sondern einfach so irgendwie irgendwo in die Schränke zu packen.

ICH kann es mir jetzt vorstellen…denn ich habe es erlebt.  Mein Vater ist 78 Jahre alt geworden und besaß keinen einzigen Ordner…KEINEN. Alles an Papierkram war entweder wild in irgendwelchen Klarsichthüllen grob sortiert oder (und das war es hauptsächlich) einfach zurück im Umschlag und dann auch noch Umschlag in  größere Umschläge zusammen gefasst, verteilt auf 3 verschiedene Schränke im Wohnzimmer…

Jetzt sollte man an dieser Stelle noch wissen, mein Vater war Beamter…es also von berufswegen gewohnt mit Papieren und Bescheiden zu hantieren…alles noch im „Vor-Computer-Zeitalter“,  also als es noch üblich war,  einzelne Vorgänge in Hängeregistraturen oder Aktendeckeln zu ordnen,  zu beschriften und abzulegen.

Warum mein Vater es mit seinem eigenen Kram nicht geschafft hat ,ist mir unerklärlich, zumal er immer etwas anderes erzählt hat…alle Papiere wären zusammen getragen und für den Falle seines Todes leicht und geordnet an einer Stelle gesammelt…. Hier merkt man wieder den Anspruch den er eigentlich an sich selbst hatte und die mangelnde Ausführung auf der anderen Seite.

Dabei war mein Vater durch seine vielen Krankheiten und als Privatpatient mit Papieren schon durch die Arztrechnungen und Krankenkassenbescheide und Beihilfebescheide schon mehr mit Papieren gesegnet, wie ein normaler gesunder Mensch es üblicherweise ist.

Wir hatten zu viert (mit meiner Schwester und meinem Schwager) alle Papiere zusammen zu tragen und ich hab dann sortiert…es hat Tage gedauert alles grob zu sortieren …denn so kam es das  Arztrechnungen aus 2008, neben einem Mietvertrag aus 1966 und einer Versicherung aus 2014 nebeneinander lagen. Und jedes Stück Papier hat den Geruch von Qualm ausgedünstet….Ich bin Nichtraucher und manchmal ist mir schlecht davon geworden.

In großen Einkaufstaschen hab ich die Papiere mit nach Hause gebracht und sortiert wie beim Goldwaschen….grob sieben, feiner sieben, noch feiner sieben ….genau so hab ich sortiert….und noch einmal und noch einmal….immer feiner den Wust an Papieren der notwendig ist, noch benötigt wird oder aufhebenswert ist geordnet…ich hatte mich ja bereit erklärt den Nachlass  unseres Vaters zu übernehmen…also den ganzen Verwaltungskram.

Nach 2 Monaten mit so manchem verzweifelten Abend auf dem Boden vor den Unterlagen hockend,, hab ich fast alles geschafft…Anträge über Anträge gestellt, mich um die Bankkonten gekümmert, Rechnungen  bezahlt, Geldeingänge überwacht, Einsprüche eingelegt und mit Versicherungen und Vereinen kommuniziert, Briefe geschrieben…Jetzt sind so ca.80% aller Dinge erledigt…. Und immer noch werden Dinge abgebucht, die schon längst bestätigt hatten dass  alles gestoppt wurde…jajaja…

Kabel sind wie Schlangen

Wisst ihr was mich ärgert? Ich bin ein sehr ordnungsliebender Mensch…und dazu ein sehr Strukturierter. Alles findet bei mir seinen festen Platz….und doch kann ich meinen Tablet-PC nicht nutzen, weil ich seit dem Umzug das Ladekabel nicht finde.

Jetzt bin ich außerdem Jemand, der gerne mal ausmistet und Dinge die ich nicht mehr benötige landen relativ schnell im Müll…..Dafür das ich schon mal Kabel entsorgt habe, hat mich mein Schatz entsprechend ausgeschimpft und beim Umzug hab ich auch brav alle Kabel mit genommen…auch wenn ich teilweise nicht mehr zuordnen kann für welche Geräte diese mal da waren….Das Ladekabel MUSS also irgendwo sein….aber ich finde es nicht.

Das ist sehr ärgerlich….

-weil es eine Lücke in meinen Ordnungsprinzipien offenbart

-weil der Tablet-PC ein Geschenk war

-weil ich das Tablet sehr gerne mal wieder benutzen möchte

-weil mein Freund sich darüber lustig macht

Grummel-Grins…..jaja, also einmal werde ich noch alles absuchen…und dann kaufe ich mir eben ein neues Ladekabel und werde bestimmt NIE wieder Kabel achtlos irgendwo weglegen oder gar wegwerfen.

Solche Kabel sind wie Schlangen….sie sind nur schwer zu bändigen und haben die Angewohnheit sich  lautlos zu verkriechen….und wenn man es am wenigsten erwartet, sind sie auf einmal wieder da.