wie durch ein Brennglas

Kollegin Katrin steht sich momentan selbst im Weg. Sie ist unzufrieden mit sich, Teilen ihrer Familie (Schwester+Eltern), ihrer Arbeit, Kollegen und Chefs und überhaupt….

….sie ist vor 1,5 Jahren zu uns in die Firma gekommen…wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Als sie kam, haben wir gerade mit der Umstellung auf das neue System begonnen und der Controller hat sie einfach so ins Geschehen geworfen…das war kein glücklicher Start…aber sie hat sich durchgekämpft und ich habe ihr den Rücken gestärkt. Denn sehr schnell kam ein weiterer Kollege, um den sich der Controller kümmern wollte…Katrin fiel bei ihm schnell hinten rüber.

Für sie war es nicht schön…und dann kam der Zeitpunkt, da konnte sie sich quasi täglich über den Contrller aufregen…Der andere Neue war dann schnell wieder Geschichte und dann kam auch schon unser Teamleiter hinzu…also wieder viel Unruhe und Kollegin Katrin fiel wieder hinten runter und es war sinnvoll das sie zu mir ins Büro kam.

Aber das Ärgernis „Controller“ blieb…ich hatte sie gewarnt sich nicht zu sehr auf den Controller einzuschießen und als dieser dann gekündigt hat, war ich ehrlicherweise froh und hoffte das es ab jetzt für die Kollegin besser wird.

Doch seit dem Weggang des Controller hat sie sich auf unseren Chef eingeschossen. Ja ich war auch nicht wirklich glücklich über seine Art….er hat oft unglücklich agiert…das hätte besser laufen können…und ja er geht immer den Weg des geringsten Widerstandes…hält Minimalismus bei der Arbeit für eine Tugend und kommuniziert beruflich nicht wirklich gerne und auch nicht gut. Etwas mitgeteilt bekommt nur Derjenige, der gerade im Raum oder in der Nähe ist – und das ist somit reiner Zufall. Dazu kann er sich Dinge nicht gut merken. Ich schicke ihm oft seine eigenen Mails zurück….weil er sich nicht mehr darin erinnern kann, uns etwas gesagt oder geschickt zu haben, hahaha.

Gut das wir 3 Mädels untereinander gut kommunizieren…wir haben einen 3er Teams-Chat (es gibt natürlich auch einen 4er-Chat – also inklusive unseres Teamleiters – aber den nutzt dieser kaum für Infos)…und tauschen uns gut aus…sonst wüssten wir oft nicht, ob der Chef nun da ist, im HO oder gar frei hat. Solche Termine trägt er auch erst ganz kurzfristig in seinen Kalender ein…darauf kann man sich also auch nicht auf den Kalender verlassen.

Aber in den letzten Monaten hat er sich wirklich angestrengt und auch kommunikationstechnisch verbessert….da geht noch mehr, aber es ist der richtige Schritt in die richtige Richtung. Außerdem arbeitet er an Themen, mit denen wir bisher nicht so viel zu tun hatten, weil wir nie einen Teamleiter Vorort haben. Daraus ergeben sich für das Management ganz andere Möglichkeiten, die seine Zeit binden. Aber dann soll er das doch bitte auch kommunizieren….Seufz.

Ich habe mich inzwischen an den Teamleiter und seine Art gewöhnt und ich erkenne an, das er wirklich versucht, alles richtig zu machen. Dabei lässt er uns ganz viele Freiheiten (in meinen Augen manchmal sogar zu viele). Außerdem ist er freundlich und nett zu uns. Oftmals mit Sprüchen, die man heute so nicht mehr macht…aber wir sagen es dann auch direkt…..und auch das ist besser geworden.

Kollegin Katrin schaukelt sich jedoch seit Monaten immer weiter hoch in ihrer Empörung über den Chef – aber nicht nur – auch andere Kollegen regen sie auf. Sie hat sich so in ihrer Empörung verfangen. Jeder Versuch meinerseits ihr vorsichtig zu vermitteln, das sie sich mit dem Dauer-Gemeckere nur selber schadet, mag sie nicht hören. So bleibt ihr Empörungslevel auf hohem Niveau und ständig kommt etwas neues hinzu. Das heißt sie kommt überhaupt nicht mehr raus aus dieser negativen Spirale.

Dazu fühlt sie sich ungerecht behandelt und für alle anderen Sichtweisen, ist sie nicht zugänglich. Ich dachte es würde ihr gut tun, ihren Frust auszusprechen und danach würde es dann besser…nein…leider ist das Gegenteil der Fall und inzwischen zieht es auch mich runter.

Ich will und mag das alles nicht mehr hören…denn es ist immer dasselbe was sie erzählt und es gibt in ihrer Wahrnehmung keinen Fortschritt…was ich anders sehe. Also sage ich das auch…aber das will sie natürlich auch nicht hören.

Donnerstag haben wir über Teams telefoniert und als ich nach ihrem erneuten Empörungsausbruch ruhig meinte: „Lass Dich davon doch nicht so stressen“, konnte ich sehen wie ihr Körper erstarrte, ihr Lächeln gefror und dann meinte sie, sie würde das Gespräch jetzt gerne beenden. es hat mich frustriert und enttäuscht, das sie so reagiert….nun gut – dann ist das so.

Aber was ist das denn für eine Perspektive für die Zukunft unseres Teams?

Der Chef weiß auch nicht mehr, wie er mit ihr umgehen soll, damit sie sich nicht angegriffen fühlt, Kollegin Cordula hat mir erzählt, wie sehr sie diese Dauer-Motzerei ebenfalls runter zieht (und die Beiden arbeiten sehr eng zusammen). Ich bin die Einzige die sich etwas zurück ziehen kann, ohne das es berufliche Auswirkungen hat…dafür würde aber menschlich viel verloren gehen, was ich nicht möchte – weil ich sie echt mag.

Ich habe unserem Chef gesagt: Wenn sie für das gesamte Team ein Problem wird, dann musst Du mit ihr reden. Er sieht es genauso – denn er möchte das wir alle gut zusammenarbeiten – es muss sich etwas ändern und er muss mit ihr zusammen herausfinden, wie wir etwas verändern können, das es allen gut geht.

Oft sagt sie das sie sich eigentlich etwas ganz Anderes suchen müsste, etwas das nichts mit Buchhaltung zu tun hat. Ein Cafè eröffnen oder ein „Feel-Good-Manager“ sein. Aber sie will dann doch nicht weg, weil sie hier eben gut verdient…wenn auch in ihren Augen nicht gut genug. Spaß macht ihr die Arbeit zwar nicht wirklich, dann aber doch irgendwie…aber diese ständigen Umstrukturierungen bei uns machen ihr zu schaffen und auch das Anspruchsdenken der Kollegen.

Zur Kollegin meinte sie, sie würde gerne auch irgendwo am Empfang sitzen und sich um Besucher kümmern. Hmmm ich habe diesen Aussagen bisher nicht viel Bedeutung zugemessen, aber Kollegin Cordula meinte, sie kenne solche Reaktionen aus ihrem persönlichen Umfeld, es könnten Anzeichen eines beginnenden Burnout-Syndroms sein.

In diese Richtung hatte ich noch gar nicht gedacht. Außerdem meinte sie, Ich hätte ja Erfolgserlebnisse in meinem Job und würde diese immer feiern. Kollegin Katrin mache ja auch viele Dinge, oft sind die auch kompliziert zu lösen, aber sie hätte damit nicht solche Erfolgserlebnisse.

Okay aber das ist ja eine Sache der inneren Einstellung. Denn sie lässt es nicht zu, diese gut gelösten Dinge als Erfolg zu betrachten.

Ich habe gelernt, mich über viele kleine Dinge zu freuen und diese auch laut auszusprechen: Die Verprobung der Vorsteuer für einem Monat geht auf, die Abschlüsse sind rechtzeitg fertig geworden. Eine Unstimmigkeit mit einem Lieferanten geklärt, einem Investor in die Geheimnisse der Kaptialkonten eingeführt und jetzt vertraut er mir, einem Landowner geholfen und er bedankt sich mit der Rückmeldung „wie immer haben Sie mir schnell geholfen“.

Wir hatten Kollegin Katrin vor ca. 2 Monaten ein Glückstagebuch geschenkt. Einfach so – zwischendurch. Es sollte sie motivieren die positiven Seiten ihrer Tage zu erkennen. Sie fand das zwar toll, aber sie macht es nicht. Am Ende des Tages sieht sie nur die Probleme und die negativen Dinge – und nicht die kleinen schönen Momente. Sie kann Lob nicht annehmen und sieht alles Negative durch ein Brennglas.

da wächst etwas…

Meine Seele hat eine kleine Auszeit aber auch dringend nötig …

Erst hat mich die Abholzung vor meinem Wohnzimmer in eine Art Schockzustand versetzt….und während dieser Phase habe ich Bakterien in mein rechtes Auge bekommen.

Während ich noch dachte, da wächst ein Eiterpickel direkt am unteren Rand meines Auges, meonte die Ärztin, es sei ein Abszess.

Was auch immer, meine eigenen Versuche damit umzugehen haben  dazu geführt, das ich mit zeitlichlichem Versatz, die Bakterien vom rechten Auge, auf das Linke übertragen habe.

Als es dann am Montag auch im linken Auge anfing unangenehm zu pieksen und weh zu tun, habe ich mich Dienstagmorgen dazu durch gerungen, meinen Hausarzt anzurufen.

Der Mitarbeiterin des Arztes habe ich von meinen Sorgen wegen meiner Augen erzählt und sie meinte freundlich und ruhig: dann kommen sie jetzt einfach vorbei. Ich war wieder einmal sprachlos, wie nett tatsächlich alle Mitarbeitenden in dieser Arztpraxis sind…echte klasse.

Sooo  jetzt habe ich ein Antibiotikum in Form von Tropfen und Salbe und den Hinweis: Sollte sich das nicht innerhalb der nächsten 10Tage auflösen, dann muss es rausgeschnitten werden….auwehhh.

Inzwischen merke ich die Wirkung des Antibiotikums: es wird gaaaanz langsam etwas besser…aber es tut immer noch in und um beide Augen herum weh…aber es wächst immerhin nicht weiter…die empfindliche Haut unter den Augen, war auch bis zum äußersten angespannt.

Heute Morgen nun, ist sie an einer ganz kleinen Stelle aufgegangen und etwas Eiter ist abgeflossen…sofort ließ der Druck auf die Haut nach.

Also doch ein Eiterpickel…keine Ahnung…ich bin nur froh, das es mir nicht mehr ganz so schlecht geht…heute Nachmittag fühlte ich, wie meine Kräfte zurück gekommen sind…der Urlaub tut mir tatsächlich schon nach kurzer Zeit, sehr gut.

Probleme und Lösungsstrategien

Die beiden Arbeitstage in dieser Woche waren anstrengend…ich bin emotional nicht so entspannt und weiß eigentlich gar nicht richtig warum. Nach fast 2 Wochen krank/Urlaub hab ich gedacht, das es mir wesentlich besser geht.

Aktuell hab ich auch keine Hitzewallungen….trotzdem bin ich unentspannt…nicht nur das ich schnell müde werde, ich bin auch sehr leicht genervt.

Wenn doch nur alle mal ihre Arbeit machen würden….ich bin umzingelt von Kollegen die bei Problemen gleich zu mir kommen und einen großen Teil verbringe ich damit ihnen zu erklären, dass es nicht mein Job ist ihre Probleme zu lösen und ihnen dann doch Vorschläge mache, wie ich es machen würde. Dazu kommen dann noch die Probleme meiner Mitarbeiter denen ich versuche beizubringen, wie man an die Lösung von Problemen herangeht….und die es dann doch nicht schaffen….Selbst wenn sie die 1. Hürde nehmen, bleiben sie bei den weiteren Schritten hängen…und dann muss ich es doch machen…weil wir einfach keine Zeit mehr haben auf ihre Lösungen zu warten.

Zugegebenermaßen mache ich mir gerade keine Freunde….aber das ist auch nicht mein Ziel…Ich hatte mal eine Kollegin der hatte ich verboten mich bei jedem Problem sofort anzusprechen…zuerst sollte sie 5-15 Minuten selber überlegen wie man es lösen kann….lach….ein guter Plan, der aber auch nicht gefruchtet hat. Sie saß neben mir und bei jeder  Kleinigkeit hat sie mich sofort ohne nachzudenken gefragt.

Ich bin doch erstaunt wie wenig Lösungsstrategien manche Menschen besitzen….Es gibt ein Problem: also mache ich den Mund auf und frage sofort…ohne mir selber mal Gedanken zu machen.. Ich dachte ich kann das ändern. Also quasi Hilfe zur Selbsthilfe….lach…weit gefehlt.

Also hab ich in den zwei Tagen so einige „Feuerwehr-Einsätze“  erledigt…das kostet meine Zeit…

Für meinen neuen Teamleiter-Kollegen (Controlling) sollte ICH Daten auswerten….die er als Controller eigentlich machen sollte…er wusste wohl nicht wie …. Und hat mich gefragt ob ich ihm die Daten zur Verfügung stellen kann… Dazu bin ich aber nicht gekommen…..und am späten Nachmittag hab ich eine weitere Mail bekommen, das er es doch geschafft hat.

PRIMA – da hab ich mal nicht sofort reagiert und prompt brauchte ich es nicht mehr zu machen…das muss ich mir merken. Andererseits hätte ich mich auch schwer gewundert….jemand der Vorgesetzter-Controller sein will (und der einen Batzen mehr Geld verdient als ich) der muss doch in der Lage sein selber nach Lösungen zu suchen…na ein Glück.