Und sonst so?

…was wird uns sonst noch so geboten, so kurz vor dem Jahresechsel:

Wow – wer hätte es noch für möglich gehalten, das es am Ende diesen Jahres tatsächlich auch international noch positive Meldungen gibt:

  • Jawohl, der Brexit findet jetzt doch MIT einem Deal statt. Also ich hab bis zur Bekanntgabe das der Deal geschafft ist, nicht geglaubt, das es doch noch zu einem Vertrag kommen wird…obwohl es schon tage zuvor die Meldungen gab, das jeder davon ausgeht, das es auf jeden Fall einen Deal geben soll.
  • Noch ist es zwar nicht vollzogen, aber immerhin bleibt der Welt eine 2.Amtszeit von Donald Trump erspart und bisher hat Amerika auch keinen großflächigen neuen Bürgerkrieg….aber solange der 20.Januar nicht vorbei ist, weiß niemand, was noch so passieren wird. Trotzdem ist es gut zu wissen, das es einen Politik-Wechsel gebt wird…. Nicht das jetzt alles gut wird zwischen Amerika und dem Rest der Welt, aber der Ton wird sich bestimmt verbessern
  • Es gibt inzwischen mehrere zugelassene Impfstoffe und überall starten jetzt die Impfungen….Ich mag den Ausdruck: „Impf-Angebot“, weil hier glasklar gezeigt wird, Hey – es gibt keinen Impf-Zwang…aber jeder der möchte, wird sich impfen lassen können…..und das der Impfstoff nicht bereits 3 Tage nach den Zulassungen überall in ausreichender Menge zur Verfügung steht, war von Anfang an klar… Die Impfstoff-Hersteller sind ja sogar ein enormes finanzielles Risiko eingegangen, indem sie schon VOR den Zulassungen den Impfstoff produziert hatten, um überhaupt schon MIT der Zulassung mit den Auslieferungen anfangen zu können…also jetzt mal schön die Füße stillhalten….es wird genügend für alle geben….
  • Das Handelsabkommen zwischen China und Europa, welches 7 Jahre gedauert ist, ist nun ebenfalls abgeschlossen…ich muss zugeben, das hatte ich tatsächlich aus den Augen verloren….ob es gut ist oder schlecht? hmmm – das wird sich zeigen… ich bin z.Z. zu weit weg von den Inhalten…

Aber es tut sich insgesamt etwas und das ist schön….

Wem es zu gut geht…

Nachdem ich ja so großartig getönt habe, das es mir körperlich gut geht, meinte mein Körper heute Einspruch dagegen erheben zu müssen.

Ich hatte heute Blei in den Muskeln und Gelenken…träge und schlapp fühlte ich mich. Und unüblich für mich, war mir öfter mal schwindelig…und am Mittag hab ich dann noch den Wetterwechsel zu spüren bekommen: Kopfschmerzen. In Hamburg wurde es aber auch auf einmal so richtig warm und ich hab wahrscheinlich einfach zu wenig getrunken.

Nur gut das heute im Büro nichts besonders Dringendes zu tun war und auch unsere Fahrt nach Dänemark ist erst NÄCHSTE Woche….So hab ich auch heute früh Feierabend gemacht und bin laaangsam zur S-Bahn gelaufen und noch laaangsamer später am Zielbahnhof die knappen 2km nach Hause…. hätte ja auch den Bus nehmen können – aber komischerweise kommt mir das nie in den Sinn. Schön das es in meinem Job alles so unkompliziert geht…

Jetzt ist es angenehm kühl draußen auf dem Balkon, die Sonne ist schon eine Weile untergegangen und mir geht es auch wieder prima. Heute werde ich nichts mehr machen…bleibe einfach hier sitzen und lasse die Gedanken kreisen.

Gestern vor 1 Jahr (es war Freitag der 13. September hahhaha) hatte ich meinen letzten Arbeitstag in meinem jahrelangen Stress-Job und ich kann es kaum fassen, das ich tatsächlich nach so vielen Jahren den Absprung geschafft habe, um mein Leben so gravierend zu verändern….

Ich bin erstaunt, wie sich mein Leben positiv verändert hat….kaum zu glauben was ich mir beruflich in den letzten Jahren zugemutet hatte…und krass das ich jetzt tatsächlich schon 1,5 Jahre von meinem Ex-Freund getrennt bin.

Mein persönlicher Rückblick – 3.Oktober

Heute ist Feiertag und ich hab  fast 6 Stunden im Büro verbracht…Das musste leider sein…

Doch auf dem Rückweg kam mir dann wieder der Anlass für diesen Tag in den Sinn. Tag der Deutschen Einheit. 27 Jahre später ist dieser Tag ein weiterer gern angenommener freier Tag im Jahreskalender…aber ist er auch wichtig für uns?

Jein…ich bin ambivalent in dieser Frage.

Ich finde es richtig so einen Feiertag zu haben, um es nicht als selbstverständlich hinzunehmen, das es nur ein Deutschland gibt, denn es war ein steiniger Weg dorthin, unter dem viele viele Menschen leiden mussten…. Auf der anderen Seite wäre es besser für das eine Deutschland wenn es selbstverständlich wäre, dann wäre die Teilung auch raus aus den Köpfen. Anstatt immer an die Teilung zu erinnern, sollten wir uns auf das Zusammengehören konzentrieren.

Doch für den durchschnittlichen Wessi ist das gar nicht so leicht. Ich bin in NRW groß geworden und meine Familie hatte keine Verwandten im Osten. Wovon immer alle sprechen, das West-Pakete in den Osten zu den Verwandten geschickt wurden kenne ich also gar nicht…auch war ich nie in der DDR zu Besuch…bei wem auch?

Diese Gefühle der Zerrissenheit sind mir genau so fremd und als junger Mensch sah ich die Notwendigkeit nicht…es war halt so und betraf mich nicht.

Und in den Jahren der friedlichen Revolution des Ostens mit der Öffnung der Mauer  Ende der 80er Jahre und der darauf folgenden schwierigen Jahre für die Ostdeutschen….da fand ich das zwar spannend, aber es war so weit weg von meinem Leben.

Viel spannender war da mein eigenes Leben. Ich war 21 Jahre alt…hatte meine Lehre beendet, gerade meinen ersten eigenen Hausstand mit Freund und versuchte trotz extremer Schüchternheit mich beruflich zu festigen…Das alles war so nah  und so beängstigend, da blieb nicht viel Energie für die große politische Lage.

Das änderte sich erst als ich in der Weiterbildung eine Sitznachbarin hatte, die aus dem Osten kam. Wir freundeten uns an und bildeten für 2 Jahre eine Lerngemeinschaft.

…und mit ihr hatte „Der Osten“ auf einmal ein Gesicht und einen Namen und damit auch eine Geschichte….und sie hat vom wirklichen Leben erzählt.

Ein paar Jahre später fing ich dann an mich intensiv mit der Geschichte Deutschlands zu beschäftigen: 2. Weltkrieg, Hitler, die Kapitulation 45, die Nachkriegsjahre, der Wiederaufbau in beiden Teilen Deutschlands. Das Leben in West und Ost…bis zur Öffnung der Mauer und den nachfolgenden schwierigen Jahren…mit Gewinnern und Verlierern.

Man mag ihn…oder man mag ihn nicht, aber der Historiker Guido Knopp mit seinen Büchern und der Schwemme an Dokumentationen im Fernsehen schuff die Grundlage meiner Wissbegierde, die bis heute anhält….und heute scheinen mir die Menschen in meinem Land, egal ob Osten oder Westen viel näher zu sein.