Zufuss unterwegs : Binz immer am Strand entlang

Es war Freitag und ich bin am Strand entlang gewandert…und gewandert…und gewandert….Über Stunden, erst immer entlang der Wasserlinie…bis ich nach fast 6km am „Prora Kai“ angekommen bin. Hier konnte ich dann den ersten Blick auf den „Koloss von Prora“ werfen…den 4,5 km zusammenhängenden langen Gebäudekomplex aus der NS-Zeit…hier sollten damals Ferienunterkünfte für 20.000 Menschen entstehen…diese wurden jedoch nie fertigestellt oder in Betrieb genommen

Inzwischen wurden diese Gebäude fast komplett überholt, teilweise erweitert und in Hotels, Jugendherbergen und Ferienappartements umgewandelt. Dabei ist jeder Block 500m lang. Balkone wurden teilweise angebaut. Es gibt ein paar Restaurants und Cafès auf der anderen Seite.

Zum Anschauen ganz interessant…aber für mich wäre das nichts…viel zu groß ….

Dann führte mich mein Weg fort vom vom Strand in Richtung Baumwipfelpfad, der war noch mal ca 2,2 km entfernt.

Dann den Baumwipfelpfad hoch auf ca. 40 Meter. Ich war erst irritiert, da es erst im sanftem Anstieg immer im Kreis ging…dann war es eine Weile ebenerdig…bis es dann wieder im Kreis noch weiter hoch ging. Der Blick von ganz oben war super…allerdings konnte man die Menschen von überall auf den Ebenen reden hören…denn es hallte…hmmm nicht so ganz nach meinem Geschmack:

Das Erlebnis insgesamt im Baumwipfelpfad war ganz okay und insgesamt 1.250m lang. Lustig waren ein paar der Stationen, bei dem man sein Gleichgewichtssinn tainieren konnte.

Ich muss aber gestehen: der Schönste den ich bisher besucht habe, ist und bleibt bis auf Weiteres der „Ivenacker Baumkronenpfad“ in Mecklenburg-Vorpommern, den ich im Sommer 2020 besucht habe ( Auf Augenhöhe mit 1000jährigen Eichen)

Anschließend bin ich durch ein Waldstück zurück in Richtung Prora…ich wollte dort in einem der Cafes etwas Essen….es waren also (mit dem Umweg durch den Wald) noch einmal so ca. 3 km …dafür bekam ich aber sehr leckere polnischen Pierogi gefüllt mit Fleisch und Gemüse, mit flüssiger Butter und geschmelzten Zwiebeln…hmmmm richtig gut.

Pierogi sind gefüllte Teigtaschen, ähnlich wie „Maultaschen“ oder „Ravioli“…es gibt sie in herzhaft oder auch süß und in vielen verschiedenen Varianten.

Eigentlich hatte ich vorgehabt anschlißend mit dem Bus zurück nach Binz zu fahren (die Fahrt zwischen Binz und Prora ist in der Kurtaxe enthalten)…aber ich konnte kaum genug vom Sandstrand, dem weiten Blick und dem sanften Geräusch der Wellen bekommen…also bin ich noch einmal ca. 5km am Strand entlang gelaufen.

Freitag früher Nachmittag Anfang März und der Strand war ziemlich leer….hier komme ich bestimmt noch einmal hin:

Ich lag damit schon bei knappen gelaufenen 18km…und das ging auch nur, weil der größte Teil der Strecke durch den weichen Sand ging…aber mir taten schon die Füße so richtig weg…und zwar Beide. Die nächsten 2-3 Stunden habe ich mich dann erst einmal im Hotelzimmer erholt…habe mich ausgeruht und etwas geschlafen.

Gut das ich am Abend direkt ins Restaurant neben dem Hotel wollte….das Restaurant „Kogge“ war sehr gemütlich…aber das Essen war jetzt nicht so der Hit…das Fleisch war etwas zäh, die Bratkartoffeln schwammen im Saft des Fleisches und im Fett…waren also so überhaupt nicht knusprig.

Lustigerweise hatte ich nach dem Essen dann doch noch den Drang auf einem Abendspaziergang gespürt…seufz..und so kamen dann noch einmal knappe 2,8km zu meiner Tagesbilanz hinzu…JETZT war ich aber echt bedient…mir taten danach nicht nur die Füße weh, sondern auch ein paar andere Knochen und Muskeln im Körper..

Der nächste Tag war mein Abreisetag

Kleines Malheur und Glück gehabt

Kleines Malheur und Glück gehabt
Wismar lag nur etwas mehr als 20km von unserm Wellness-Hotel entfernt….und wir hatten beschlossen uns dort ein Restaurant fürs Abendessen zu suchen… Die Idee war gut….aber es war ja immer noch erbärmlich heiß und in Wismar gab es in der Innenstadt das Schwedenfest…es war somit  übervoll in der Stadt. Nach erfolgreicher Jagd auf einen Parkplatz, steuerten wir unmittelbar ein italienisches Eiscafè an. Ich weiß schon, warum ich immer gerne Spaghetti-Eis esse und selten Eisbecher die hoch und schmal sind…aber der Erdbeerbecher sah einfach zu verführerisch aus. Jetzt saßen wir also vor diesem hohen schmalen Becher mit langen Löffeln und ich versuche mit einiger Würde an das Eis zu kommen. Hatte ich schon erwähnt, das ich meine liebste  WEIßE Bluse anhatte?  Schon beim 2. Löffel auf dem Weg zum Mund, ging ein großer Klecks der Erdbeersoße mitten auf die Bluse und leuchtete den Rest des Tages unschön von meiner Brust. Das Eis war aber richtig lecker. Anschließend versuchten wir durch die Innenstadt zu schlendern, scheiterten aber nicht nur an den vielen Menschen (mir zu voll), sondern auch an der schrägen Musik mit vielen sehr hohen, teils unmelodischen Tönen (meine Schwester mag den Klang solch altertümlichen Musikinstrumente nicht). Wir flüchteten schnell wieder zurück zum Hafen und schlenderten dort über die Kirmes. Aber so richtig Freude hatten wir auch da nicht: zu heiß, zu voll, zu laut…mir tat mein Fuß weh, sie fühlte sich auch nicht so dolle…unsere Laune war damit dann auch nicht die Beste und wechselte ständig. Okay  also dann jetzt  ein Restaurant für das Abendessen suchen, das war ja auch der ursprüngliche Plan. Wir haben ein chinesisches Restaurant gefunden, das nach eigener Aussage auf der Webseite angeblich original chinesisch kochen soll. Das Essen war aber so grottig schlecht, das meine Schwester nicht einmal das Fleisch wirklich essen wollte Hahaha wir waren uns einig – der Reis war gut – der Rest war eine einzige Glutamatbombe. Wir machten uns auf den Weg zurück nach Boltenhagen und wollten einige Kilometer davor, noch einen abschließenden Spaziergang am Strand unternehmen. Auf dem Hinweg hatten wir einige Parkplätze und Zugänge zum Strand gesehen. Es war stockdunkel auf der Landstraße und als ich dachte, ich hätte die Einfahrt zu einem der Parkplätze gefunden, bog ich prompt ab, bremste aber abrupt als ich merkte, da stimmt etwas nicht. Es war nur ein Mini-Stück asphaltiert – dahinter war ein Graben. Puhhhh – Glück gehabt…also zurücksetzen, wieder auf die Straße und ca. 150m weiter war erst die richtige Einfahrt. Als wir ausstiegen meinten ein paar Camper, die dort standen, sie wären erschrocken, als sie sahen, dass ich zu früh abbog- aber sie hätten eine Seilwinde an ihrem Truck und uns gerettet. Wir lachten alle und waren doch froh, dass nichts passiert ist. Am Stand war eine kleine und leise Party mit ein paar Fackeln….es war eine ruhige und gemütlich Stimmung…wir liefen noch eine Weile am Strand entlang und hatten bei diesem Anblick einen versöhnlichen Abschluß für diesen Tag: