Kraftquelle – Zuhause

Kraftquelle – Zuhause

Mit bangen Blick auf die Wetter App und der leisen Hoffnung, das es doch noch klappen wird mit der Ballonfahrt, bin ich samstagmorgen wieder die 140km bis zur Küste gefahren.

Die Fahrt durch 3 Regenschauer und die Nachricht, das für die Flensburger Förde am Nachmittag Windstärke 5 vorausgesagt wurde, machte es auch nicht besser und als wir dann am Mittag die endgültige Absage für diesen Tag erhielten, war es zwar klar – aber schon sehr enttäuschend.

Wir hatten zwar einen schönen Nachmittag, aber irgendwie war es für mich anstrengend. Meine Schwester war schon bei meiner Ankunft extrem aufgekratzt, ich fühlte mich lautstärketechnik überfordert und körperlich ausgelaugt…und nach der Absage war ich dann enfach insgeamt nicht so gut drauf. Gegen 18 Uhr hab ich schon die Heimreise angetreten. Zuhause hab ich mich dann auf die Couch verzogen und nichts mehr gemacht.,,,also gar nichts mehr.

Gleich nach dem Aufstehen heute, noch während der Kaffee kochte, hab ich angefangen aufzuräumen…ohne weiter darüber nachzudenken, hab ich Deko-Kram in die Schränke geräumt und alles, was irgendwo rum lag oder stand angefangen fortzuräumen.

Dann wurde es mir bewusst, was ich da mache: ich folge hier meinem immer wiederkehrenden ureigensten Prinzip von: Äußere Ordnung = innere Ordnung.

Es ist ein, für mich, untrügliches Zeichen, das ich innerlich angespannt bin, mich nicht wohl oder zufrieden fühle und zeigt mir, das es richtig war gestern schon so früh wieder nach Hause zu fahren…es war einfach zuviel Neues in der letzten Woche, zuviel Kommunikation, zuviel Unruhe im Job und Privat.

Ich nutze also den heutigen Sonntag um wieder Kraft zu tanken..eben mit weiter Aufräumen, Entspannen, auf dem Balkon den Vögel zuschauen und die Ruhe geniessen (aktuell sitze ich hier bei 15 Grad und Wind in Jacke und Decke gehüllt). Mal sehen was ich später noch machen werde….auf jeden Fall bleibe ich in der Nähe, denn das gestern waren dann ja auch 280km die ich insgesamt gefahren bin. Ich hab hier 3 Moore in der Nähe…oder ich fahre in den Wald in der Nähe….oder oder…..

Aber jetzt will ich mich noch gar nicht entscheiden. Das Leben kann gerne drumherum toben und mich aussenvor lassen…..ich will nur hier sitzen, Kaffee trinken, die Vögel an den Futterstationen beobachten, dem Wind lauschen der durch die Bäume fährt und die Stille drumherum geniessen.

Das sind meine Kraftquellen….

Wohnen – Leben – Wohlfühlen

Es ist für mich schon erstaunlich, wie schnell ich mich hier bereits heimisch fühle.

Meine Schlafqualität ist exzellent, Wohnzimmer und Küche sind fertig eingerichtet und bis auf noch ein paar fehlende Bilder an den Wänden, komplett….gerade Wände bedeuten: ich kann viele Bilder aufhängen, wenn ich das möchte…und ich habe tatsächlich in jedem Raum wieder Fensterbretter, d.h. auch Pflanzen kann ich wieder in die Fenster stellen und ein wenig Herbst-Deko….alles was in meiner Dachgeschoss-Wohnung so nicht möglich war.

Dort konnte ich nur Blumentöpfe auf den Boden stellen, was auch sehr schön aussah, da ja durch die Schrägen eine sehr große Grund-Stellfläche zur Verfügung stand…es hat eben alles Vor- und Nachteile.

Gestern hab ich im Wohnzimmer noch andere Gardinen vor dem großen Fenster/ Balkontür angebracht, die noch mehr meinem Stil entsprechen.

Es gibt einen Kompromiss: ich hab Gardinen gekauft, die wie Flächenvorhänge wirken und hab einfach das Kräuselband ignoriert…..also sind es 2 Vorhänge mit einer Breite von jeweils 1,40m. Das wirkt bei einer Gesamtbreite von fast 5m jetzt richtig cool.

Ich hätte gerne Flächenvorhänge im Wohnzimmer, aber dafür hätte ich die vorhandenen Gardinen-Stangen für Rollen-/Gleiter von der Decke montieren müssen. Das hätte aber bedeutet, das ich danach die Decke neu tapezieren müsste, denn die verdeckte Gardinenstange ist alt, sehr alt. Also bleibt sie an Ort und Stelle.

Die Gardinen die ich davor für das Wohnzimmer gekauft habe, sind jetzt vorläufig ins Kleider-/Arbeitszimmer gewandert, bis ich es schaffe, dort die Klemm-Plissees anzubringen….da auch hier überbreite Fenster sind, muss ich diese aber erst einmal bestellen….

So nach und nach hole ich jetzt alle Kartons, Kisten, Kästen und Taschen aus dem Keller (dort hatte ich alles zwischen gelagert, bis die Möbel standen) und ordne alles in die Schränke ein.

Aber, und es ist ein ganz großes ABER…ich stelle fest, das ich nun vieles für überflüssig halte und gar nicht mehr in der Wohnung haben möchte, was ich beim Einpacken so noch nicht gedacht habe. Gerade was meine vielen Kleiderkisten angeht, muss ich ganz neu denken…hab ich doch eine große Kommode und einen 1m breiten Kleiderschrank weniger, als zuvor.

Klar könnte ich diese Möbelteile auch neu anschaffen, aber das will ich gar nicht…also muss ich viel genauer schauen, was ich wirklich in den Schränken habe möchte und brauche und was in Kisten bleibt und noch viel wichtiger: was ich tatsächlich endgültig aussortiere…und dieser Haufen ist enorm angestiegen.

Ich sag ja immer ich habe überhaupt kein „Sammel-Gen“ – mit einer Ausnahme: Kleidung….doch trotz ständigem Aussortieren von Kleidungsstücken, war ich doch überrascht, wieviel da immer noch zusammen kommt…Sachen die ich schon seit Jahren nicht mehr angezogen habe….und nun, wo ich in vieles wieder reinpasse (hab in den letzten Wochen aktuell 1,5 Kleidergrößen abgenommen)….stelle ich fest, das vieles davon nicht mehr zu meinem Kleiderstil und meinem Alter passt….Aber z.B. meine geliebten Marlene-Hosen, die ich immer gerne getragen habe, passen auch wieder und die sind teilweise schon 6-8 Jahre alt, die haben sofort Platz in meinem Schrank bekommen….da freue ich mich richtig drauf.

Also wenn ich nun bei dem Gewicht bleibe, dann brauche ich für den Rest des Herbst/Winter 2021 definitiv keine neuen Klamotten kaufen. Was sich nun in meinem Schrank habe, reicht locker aus um mich immer gut angezogen zu fühlen. Schuhe inklusive.

So führt mich jede Kiste und jedes Stück das seinen Platz findet, weiter hinein in ein zufriedenes Gefühl von: Zuhause angekommen.

Nicht gern zuhause?

Während ich in dieser Woche 3 Tage quasi alleine auf der gesamten Büroetage war…hab ich mich mit unserer neuen Kollegin, die ebenfalls alleine auf ihrer Büroetage saß, unterhalten.

Alle anderen Kollegen (die weder im Urlaub, noch krank waren) befanden sich auf dem Weg zur Firmenzentrale im Norden Dänemarks, wo am Donnerstag ein großes Firmen-Event stattfand. Ich hatte mich nach reiflicher Überlegung ja dagegen entschieden.

ca. 200 Kollegen aus ca.15 Ländern verbringen auf engsten Raum 2-3 Tage um sich selbst zu feiern und übernachten jeweils zu zweit in einem Hotelzimmer….das war mir einfach immer noch zu riskant.

Inzwischen hat der Controller herausgefunden, das wir für Deutschland bereits Anfang November die neue Rechnungs-Software bekommen sollen und so werden wir wahrscheinlich bereits Ende Oktober zusammen in die Firmenzentrale fahren….dann sehe ich die Dänischen Kollegen auch mal wieder, lerne die neuen Controller-Kollegen auch persönlich kennen und auch meinen eigenen Chef.

Die beiden Male die ich bereits in der Zentrale war, gab es diesen Chef noch nicht….und seitdem hatten wir nur „Teams“-Online-Meetings…das ist schon mal nicht schlecht…aber ich freue mich darauf, ihn endlich auch mal persönlich zu treffen.

Die neue Kollegin aus der Planungsabteilung ist in meinem Alter….und hat eine für mich ungewöhnliche Lebensweise. Sie lebt allein in einer kleinen Wohnung, ist aber NIE da…nur zum Schlafen. Sie kocht nicht, verbringt keine Freizeit dort…quasi nutzt sie die Wohnung wie ein Hotelzimmer.

Und wo verbringt sie ihre Freizeit?…..laut eigener Aussage immer bei Freunden….sie isst mit deren Familien in deren Zuhause…trifft sich mit anderen Freunden draussen, in Cafes, Kneipen usw…..und hat während der Corona-Lockdowns „gelitten wie ein Hund“.

Hmmmm….so zu leben ist für mich so unvorstellbar…..so ungewöhnlich.

Ich liebe es nach Hause zu kommen, die Tür zu schließen und mich einfach in meiner Trutzburg wohl zu fühlen….ich sitze gerne auf dem Balkon, liebe auch meine Couch-Landschaft….Beine hoch, Laptop auf den Knieen ….eine Tasse Kaffee dazu.

Und auch wenn ich meistens nur für mich alleine koche, so koche ich doch gerne und das sehr oft. Na gut – jetzt in der Vorbereitungsphase für den Umzug nicht so viel und ohne einen funktionieren Backofen fehlt mir tatsächlich eine meiner bevorzugten Zubereitungsmethoden.

Die Kollegin ist nett und aufgeschlossen und wir können uns gut unterhalten…und wenn es sich für sie und ihre Freunde so richtig anfühlt, dann ist auch alles prima.

Ich bin gerne zuhause und mache es mir daher auch so gemütlich und angenehm wie möglich….

Endlich Zuhause

Meine Sonntage folgen normalerweise einer Art Ritual, einem geregelten Ablauf….zumindest in groben Zügen und so hatte ich bereits vor dem Besuch in Flensburg darauf aufmerksam gemacht, das ich Sonntag sehr früh wieder fahren werde…also gleich nach dem Frühstück…fast eine kleine Flucht zurück in die Stille meines Lebens…

Das Hauptmerkmal meiner Sonntage: ich verbringe diese gerne ab dem Nachmittag Zuhause…ich hab mich fast nie für Sonntage verabredet…und auch meine Wanderungen oder Fahrrad-Touren führen mich spätestens am späten Nachmittag zurück in meine Trutzburg. Abends starte ich dann nur noch meine Walkingrunde…am liebsten wenn es draußen schon dunkel wird. Ich brauche dieses Gefühl von ruhiger Entspannung, bevor es dann Montags wieder zur Arbeit geht.

…und so hab ich nach einer FAST reibungslosen Fahrt, den Rest des Sonntags einfach nur zuhause vertrödelt….ich wollte nichts sehen und nichts hören….und außer der Walking-Runde am Abend hab ich nichts wirklich Produktives gemacht….Ich war vollkommen erschlagen vom Samstag und habe mich sehr über mein Auto geärgert…..

Lieblingsplatz – freigegeben

Bevor jetzt gleich weiter die Straße aufgerissen wird, hab ich mich auf meinen Lieblingsplatz begeben, dem Balkon.

Mit Strickjacke und Decke und einer dampfenden Tasse Kaffee. Es sind ca. 15 Grad…Auf der einen Seite höre  ich bereits die Autos die sich zügig auf dem Weg ins tägliche Einerlei durch den Ort kämpfen. Auf der anderen Seite höre ich wie sich die Arbeiter in Stellung bringen um die andere Straße weiter auf zu reißen. Beides ist zwar außerhalb meines Sichtbereiches, aber dafür unüberhörbar….Ebenso wenig die Flugzeuge, die hier rüber fliegen.

Ohhh es ist 7:17  und die Maschinen legen los…schade – ich dachte ich hätte noch ½ Stunde Ruhe… die hören jetzt den ganzen Tag nicht mehr auf.

Viel Zeit hätte ich heute ohnehin nicht um Stille und Ruhe (wenn sie denn da wären) zu genießen. Ich muss noch einiges vorbereiten… Ich hab heute mein Team zu einem kleinen Umtrunk mit Abendessen eingeladen.

Erst jetzt wird mir bewusst, wie lange ich niemanden mehr zu mir nach Hause eingeladen habe. Ohhha – ich hab mich ja echt ganz schön verkrochen in den letzten Jahren. Nicht das ich mich unwohl damit gefühlt hätte. Ich lebe ja nach dem Prinzip „my home is my castle“ …es ist mein Rückzugsort, meine Trutzburg – mein geschützter Raum. Ein Platz der mir gehört…mein Schneckenhaus.  Und diesen Platz teile ich nur mit den Vögeln und Eichhörnchen.

Aber so zurück gezogen wie  ich in den letzten Jahren hier gelebt habe  spiegelt nur einen Teil meiner Persönlichkeit wider.  Ich hab eigentlich immer gerne Freunde eingeladen und bekocht…ich war gerne Gastgeber, war in meiner Clique auch immer ein Teil  der Feste mit organisiert hat, der sich kümmert….in den letzten Jahren hab ich mich allerdings nur noch um meinen heutigen Ex-Freund gekümmert und er mochte nie zuhause Besuch bekommen.

Das hat es mir leicht gemacht, mich ebenfalls wieder weiter von anderen zurück zu ziehen. Bitte nicht falsch verstehen…er hat mich nicht „gezwungen“ – aber es war einfach diesen Weg weiter zu gehen.

Sich auf andere Menschen einzulassen hat bei mir auch immer etwas mit dem Überwinden  von Scheu und tiefliegender Schüchternheit zu tun. Und dieses Überwinden tut mir zwar gut, aber kostet jedes Mal Kraft. Der Weg des geringsten Widerstandes bedeutet eben es sich leicht zu machen – auch wenn der Verstand sagt: das ist nicht gut.

 

 

12. Urlaubstag Mo 26.06. – Zuhause

Ich hab mich dann entschieden: erst einmal Frühstück zuhause (Joghurt-Milch-Shake mit Früchten)…danach ab aufs Rad und rund um Schnöselhausen gefahren…jaja das war schon anstrengend durch die Steigungen und schon nach 6km hatte ich eigentlich keine Lust mehr.  Bin dann aber doch noch weiter gefahren. Nach knapp einer Stunde war ich wieder zurück.

Mein Rad hab ich dann mal auf dem Balkon sauber gemacht (Vorteil: ich wohne im Erdgeschoss)…wozu hab ich einen Wasserschlauch mit Spritze…lach so ging es unkompliziert. Dann noch mit einem Mikrofasertuch schön trocken putzen und nun strahlt es wieder.

Prima…und nun hab ich zwar noch eine gewisse Unruhe im Petz, bin aber zu faul meine Trutzburg zu verlassen…also werde ich mich mal wieder am Herd auslassen, bzw. auf meinen Balkonen…ist ja auch eine Art von Meditation.

Als ich hier eingezogen bin, hab ich doch tatsächlich von der Telekom ein Geschenk bekommen…nicht das der Umzug von Festnetz nicht schon teuer genug gewesen ist, haben die immerhin ein Teil  davon in ein  Geschenk investiert. Eine Brotbackmischung als Analogie zu dem obligatorischen „Brot und Salz“.

Irgendwie stand die Flasche jetzt ein Jahr herum, und nun hab ich mich erbarmt und die Backmischung zu einem Teig verarbeitet…allerdings hab ich noch einmal Hefe dazu gegeben, da ich nicht weiß, ob die enthaltene Hefe überhaupt noch triebfähig ist. Mal sehen was daraus wird.