Lieblingsplatz – freigegeben

Bevor jetzt gleich weiter die Straße aufgerissen wird, hab ich mich auf meinen Lieblingsplatz begeben, dem Balkon.

Mit Strickjacke und Decke und einer dampfenden Tasse Kaffee. Es sind ca. 15 Grad…Auf der einen Seite höre  ich bereits die Autos die sich zügig auf dem Weg ins tägliche Einerlei durch den Ort kämpfen. Auf der anderen Seite höre ich wie sich die Arbeiter in Stellung bringen um die andere Straße weiter auf zu reißen. Beides ist zwar außerhalb meines Sichtbereiches, aber dafür unüberhörbar….Ebenso wenig die Flugzeuge, die hier rüber fliegen.

Ohhh es ist 7:17  und die Maschinen legen los…schade – ich dachte ich hätte noch ½ Stunde Ruhe… die hören jetzt den ganzen Tag nicht mehr auf.

Viel Zeit hätte ich heute ohnehin nicht um Stille und Ruhe (wenn sie denn da wären) zu genießen. Ich muss noch einiges vorbereiten… Ich hab heute mein Team zu einem kleinen Umtrunk mit Abendessen eingeladen.

Erst jetzt wird mir bewusst, wie lange ich niemanden mehr zu mir nach Hause eingeladen habe. Ohhha – ich hab mich ja echt ganz schön verkrochen in den letzten Jahren. Nicht das ich mich unwohl damit gefühlt hätte. Ich lebe ja nach dem Prinzip „my home is my castle“ …es ist mein Rückzugsort, meine Trutzburg – mein geschützter Raum. Ein Platz der mir gehört…mein Schneckenhaus.  Und diesen Platz teile ich nur mit den Vögeln und Eichhörnchen.

Aber so zurück gezogen wie  ich in den letzten Jahren hier gelebt habe  spiegelt nur einen Teil meiner Persönlichkeit wider.  Ich hab eigentlich immer gerne Freunde eingeladen und bekocht…ich war gerne Gastgeber, war in meiner Clique auch immer ein Teil  der Feste mit organisiert hat, der sich kümmert….in den letzten Jahren hab ich mich allerdings nur noch um meinen heutigen Ex-Freund gekümmert und er mochte nie zuhause Besuch bekommen.

Das hat es mir leicht gemacht, mich ebenfalls wieder weiter von anderen zurück zu ziehen. Bitte nicht falsch verstehen…er hat mich nicht „gezwungen“ – aber es war einfach diesen Weg weiter zu gehen.

Sich auf andere Menschen einzulassen hat bei mir auch immer etwas mit dem Überwinden  von Scheu und tiefliegender Schüchternheit zu tun. Und dieses Überwinden tut mir zwar gut, aber kostet jedes Mal Kraft. Der Weg des geringsten Widerstandes bedeutet eben es sich leicht zu machen – auch wenn der Verstand sagt: das ist nicht gut.

 

 

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