Der Feind? – Mein Vermieter

Wer jemals als Nicht-Handwerker seine Wohnung renoviert hat, weiß wieviel Arbeit darin steckt.

Ich streiche wirklich gerne Wände und habe die Notwendigkeit des sorgfältigen Vorbereitens schmerzhaft gelernt. Wer nicht ordentlich abklebt und abdeckt hat hinterher doppelte Arbeit. Und wer diese zusätzliche Arbeit NICHT direkt im Anschluss sofort erledigt, den holt die Auszugsrenovierung ein.

Vor allem wenn der eigene Vermieter ein Anwalt für Mietrecht ist und dazu nicht gerade ein Menschenfreund.

Schon bei der Begehung der noch eingerichteten Wohnung war mein Vermieter sehr skeptisch und so wurde schnell klar, einen Flur in hellem grün wird er nicht akzeptieren, die Wandfarbe in der Küche entspricht der Farbe der Kücheneinrichtung…aber auch das entspricht nicht seinen Vorstellungen….das Schlafzimmer musste ich eh neu streichen….und beim Wohnzimmer war ich mir sicher, das geht. Und in der Kammer wollte er partout nicht das hohe tiefe und sehr praktische Regal drin haben…alles muss raus.

Im Badezimmer kam dann die pikierte Frage: WAS ist denn mit dem Badezimmerspiegel passiert: Nun…der ist mir mal entgegen gekommen, deshalb fehlt eine Ecke…ach ja und das ist mein Privat-Eigentum und bleibt NICHT in der Wohnung – Grins. Ebenso der Fönhalter, Toilettenpapier-Halter und die Glasablage über dem Waschtisch. Daraufhin meinte er etwas angefressen: „ach, und die Badewanne war auch nicht drin‘?“ … na klar war die drin…aber eben der „Kleinkram“ nicht.

Die Glasablage hab ich ihm gelassen, die ist ohnehin nicht mehr so gut.

So haben wir also direkt am Tag des Umzugs und den folgenden Tagen im Schlafzimmer Decke und Wände gestrichen, in der Kammer Wände und Decke gestrichen, im Flur Wände und Decke gestrichen, in der Küche Wände und Decke gestrichen. In der Kammer und im Schlafzimmer noch die Fußleisten, wo nötig , ausgetauscht. Die Holzleisten in der Küche lackiert und alles sauber gemacht.

Dumm war, das beim Umzug das Umzugsunternehmen einen Kabelkanal im Wohnzimmer an der Decke runter gerissen hat und mehrere große Flächen an Deckenputz gleich mit. Grrrrrrrr. Der einzige Raum, der keine Renovierung bedurfte, na super….also auch hier noch die Decke repariert und an der Stelle neu gestrichen.

Gestern nun war der Tag der Übergabe und was soll ich sagen….Zuerst im Keller, will der Vermieter unbedingt das die Tür für die Kammer unbedingt zurück in die Wohnung getragen werden MUSS. Das hat mein Freund erledigt. Dann sollte diese Tür auch noch abgeschliffen werden, weil sie klemmt…das hab ich empört zurück gewiesen, da ich die Tür nicht einen Tag gebraucht habe. Dann lässt er doch tatsächlich mehrere Minuten alle Wasserhähne im Bad laufen und kontrolliert ob die Toilettenspülung auch tatsächlich geht, Moniert den Toilettendeckel als nicht einwandfrei, im Schlafzimmer die Frage: „Sie wollten doch die Decke streichen?“   JA, das haben wir auch getan, zusammen mit den Wänden…warum ich denn so gereizt reagiere, er würde ja freundlich fragen….

Ich bin schon genervt und sprachlos. Dann fragt er mich ob alle Steckdosen funktionieren…KEINE Ahnung, ich hab immer nur 1 davon benutzt….dann macht er beide Fenster auf, bzw. ist not amused das das große Fenster nicht so einfach aufgeht, ich sage nur „Anheben“…da meint er das solle ich mal machen…hab ich auch, ganz leicht…

Im Wohnzimmer dann der Knaller: das er ein Problem mit der Decke hat, kann ich ja sogar vestehen, aber wir hatten den Raum vor 2 Jahren in ganz hellem Vanille gestrichen und über Eck zweier Wände bis in Kopfhöhe noch eine dunklere Farbe (sandstein-Ton) abgesetzt. Bei der Vorbegehung fand er das noch toll, aber nur war er das Meinun, das wäre ja unzumutbar. Ich habe argumentiert, das ich lt. Mietvertrag nicht alle Wände in Weiß abgeben muss und es sich auch um gedeckte Farben (lt. Dem Gesetz aus 2013) handelt, die einer Weitervermietung nicht im Wege stehen. Sein Argument: nur teilweise gestrichene Wände würde er nicht akzeptieren. Ich hab dann letztlich zugesagt die dunklere Farbe mit der Vanille-Farbe zu überstreichen und das war es dann.

Es gab noch ein paar unschöne Kommentare, dass er ja viel Geld in die Hand genommen hätte, um mir die Wohnung in perfektem Zustand zu übergeben. Was nur bedingt stimmt, da er zwar hat renovieren lassen, aber weder die Türen waren neu lackiert, noch gab es nach der Sanierung eine Grundreinigung, so dass ich noch Monate nach dem Einzug den Dreck und die unsaubere Arbeit der Handwerker versucht habe zu beseitigen….und überhaupt steht in meinem Mietvertrag nichts davon, dass ich die Wohnung komplett renoviert übergeben müsste….Davon würde er auch nicht ausgehen, ansonsten müssten die Türen alle neu gemacht werden….

Nun gut, das Übergabeprotokoll enthält nur noch den Teil mit dem Wohnzimmer und das hab ich dann gleich heute erledigt: 2x Vorstreichen in Weiß, trocknen lassen, dann überstreichen mit Vanille und noch ein paar Korrekturen an der Decke um den reparierten Teil etwas mehr zu kaschieren.

Sauber gemacht, Schlüssel auf das Fensterbrett im Wohnzimmer gelegt, Tür zugezogen. Fertig – das war es dann.

 

 

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