…nein nicht über den Mississippi im Süden der USA, sondern ganz corona-tauglich:  ganz nahe und in Deutschland: auf der Schlei…und natürlich hat die Schlei Princess auch einen Motor um uns zielsicher bis zur Schlei-Mündung und zurück zu schippern.

Ich hatte  Karten für die Schiffstour ebenso vor-reserviert, wie die Plätze am frühen Abend im Restaurant….weil ich befürchtet hatte, das wieder halb Deutschland auf dem Weg an die bekannten Küstenorte ist.

Kappeln ist hierbei zwar kein klassischer Küstenort, aber die Schlei ist ein 42km langer Meeresarm der Ostsee. Ob es sich dabei um eine Förde oder Fjord handelt ist laut Internet umstritten….ist mir persönlich aber egal. SCHÖN ist sie trotzdem.

Mit Schwester und Schwager hatte ich mich für 11 Uhr verabredet…um 11.15 Uhr sollte es bereits auf das Schiff gehen….Getreu der Devise „lieber zu früh – als zu spät“ und man ja nie weiß wie die Verkehrsverhältnisse unterwegs sind, hatte ich mehr als reichlich Pufferzeit für die Fahrt eingeplant:

7 Uhr aufstehen, 8 Uhr los fahren und vor der Rader-Hochbrücke (bei Rendsburg ) war  ich dann in einem ca. 10km langen Stopp-and -Go  Schleichmodus…und kam trotzdem bereits um 10:08 Uhr in Kappeln an….im Radio gaben sie gerade durch das an der Hochbrücke jetzt 12km STAU ist. Prima – wäre ich später los gefahren, wäre ich da voll drin gewesen ….so war ich zwar eine Stunde zu früh da, aber auch meine Familie, die ja von der anderen Seite kam, waren auch schon um 10.20 Uhr am Treffpunkt.   Hahaha – das liegt bei uns echt in der Familie….keiner mag zu spät kommen.

Also haben wir die Karten für das Schiff gekauft und uns sehr früh die Plätze auf dem Oberdeck  gesichert.

Norddeutsche  „Einheimische“ haben ja ein anderes Verhältnis zum Wind und zum Wetter im allgemeinen. Es war warm und mein Schwager war nur mit kurzärmliges Hemd und halblanger Hosen bekleidet. KEINE Jacke. Meine Schwester hatte  ein Sommerkleid mit freien Schultern und nur ein kurzes Strickjäckchen dabei…..ICH hatte ein ärmelloses Top und halblange Hosen an: ABER eine Sportjacke im Rucksack UND dazu noch Wind-Regenjacke ganz unten im Rucksack., dazu noch ein Schal..für den Fall aller Fälle war ich also gerüstet. Immerhin waren wir ja auf einem Schiff und so ein Fahrtwind kann ja auch mal kühl sein.

…und kaum hat das Schiff abgelegt, hat sich die Sonne auch längere Zeit verzogen und lt. Schwager ging ein leichter Ostwind…Wir auf dem Oberdeck waren ungeschützt und sogar meinem Schwager war ein wenig kalt….wenn er das schon freiwillig zugibt, war ihm wohl wirklich kalt….Ich zumindest war froh meine Sportjacke anziehen zu können..

Die Fahrt haben wir trotzdem genossen und bei Kaffee und Fischbrötchen geklönt und die Umgebung angeschaut….Das Schiff war nicht voll besetzt….auf dem Oberdeck saßen zwar an jedem der 6-8er Tische Personen, manchmal aber eben nur zu zweit Nur ein Tisch war wirklich voll besetzt…und die gehörten alle zu einer Familie. Auf den beiden anderen Ebenen waren nicht mal 1/3 der Tische belegt…

Das Personal war lustig und freundlich und die Fahrt hat Spaß gemacht…Zielpunkt: die Lotseninsel an der Schlei-Mündung. Hier haben wir Zeit für einen Landgang…aber das war etwas enttäuschend….nicht nur weil es auch dort sehr zugig und kalt war, sondern weil das Naturschutzgebiet komplett gesperrt war….beim nächsten Mal würden wir dann lieber den Landgang im Fischerdorf Maasholm machen….das wäre auch möglich gewesen…aber ich dachte ein Grundgang auf der Lotseninsel wäre schön….

Der Rückweg mit dem Raddampfer war dann wesentlich angenehmer, da der Wind nachgelassen hat und sich auch die Sonne wieder hervor getraut hat.

Den Rest des Nachmittags haben wir in Kappeln verbracht mit Softeis,  bummeln und etwas shoppen:  ich habe jetzt endlich auch einen echten „Südwester“…den hab ich im Angelladen am Hafen gekauft. Das tolle ist, der hat auch ein Bindeband unter dem Kinn, so das es auch bei Wind nicht gleich vom Kopf weht…hahahha so ein Ding wollte ich schon den ganzen Winter über haben, da ich ja doch oft bei Regen spazieren/wandern gehe. Mit dem Südwester ist nun meine Wanderausrüstung so ziemlich komplett.

Für den Abend hatte ich im „Restaurant am Hafen 19“ einen Tisch reserviert….wir haben draussen gesessen und hatten alle 3 etwas mit Fisch…Das Restaurant kann ich wirklich sehr empfehlen…Die Karte ist überschaubar, dafür hat uns alles geschmeckt was wir auf den Tellern hatten und der Service war einfach KLASSE.

Nach einem abschließendem Spaziergang an der Schlei entlang haben wir uns wieder in die Autos gesetzt und waren  uns einig: das war ein schöner Tag…

Südwester: ist ein robuster Regenhut aus wasserabweisendem Material. Die Besonderheit ist die breite Krempe die besonders im Nacken weit  über die Schultern  herunterreicht, so das der Regen nicht in die Jacke läuft….früher war es die klassische Kopfbedecktung der Seefahrer, zusammen mit dem Ostfriesennerz…ich kenne auch noch den Begriff des „Ölzeug“…

 

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