Mit dem Wurm durch den Morgen

Ein Wurm scheint in dieser Woche zu stecken und jetzt scheint er auch noch die Server-Verbindungen gekappt zu haben.

5.21 Uhr aufstehen, Duschen, fertig machen, Kaffee und Frühstück einpacken

6:20 Uhr Vor der Haustür noch mit Frau Nett unterhalten, die draußen schon im Vorgarten arbeitet

6:22 Uhr Abfahrt ins Büro nach Hamburg

6:46 Uhr Parkplatz in der Tiefgarage…yiephieh, der Kollege ist noch in Urlaub, da entfällt die Parkplatzsuche…

6:55 Uhr Laptop fährt hoch….keine Internet-Verbindung….keine Verbindung zum Netzwerk….NICHTS Geht

6:58 Uhr Meine Mail ans Helpdesk bleibt im Ordner: Postausgang hängen…auch das geht nicht

7.03 Uhr Beschluß gefasst: ich fahre nach Hause und starte das Homeoffice

7:10 Uhr Alle Unterlagen, Laptop zusammen gesucht und transportfähig verpackt

7:12 Uhr Rückfahrt nach Pinneberg

7:46 Uhr Ankunft Zuhause…Frau Nett ist immer noch im Vorgarten aktiv

7:55 Uhr Homeoffice ist aufgebaut…Laptop angeschlossen und gestartet

7.57 Uhr Ich kann den Dongle für Mouse und Tastatur nicht finden

7:59 Uhr Ich suche jetzt meine alte Tastatur, die mit dem Kabel

8:01 Uhr Die Tastatur suche ich immer noch, dafür hab ich meine private kabellose Mouse gefunden (incl. Dongle)

8:04 Uhr Ich frühstücke erst einmal

8:09 Uhr Tastatur hab ich gefunden (die hatte ich schon auf den Dachboden geräumt..hab ja die neue kabellose Tastatur bekommen)

8:13 Uhr Internet und E-Mails gehen….aber ich bekomme keine VPN-Verbindung und schreibe ans Helpdesk

8:14 Uhr Milosz fragt über das Chat-Programm nach ob ich auch VPN-Probleme habe… Juuup hab ich…

….ich kann nichts arbeiten….GAR nichts.

Alle meine Programme die ich benötige, gehen nur über VPN…und auch alle Dateien liegen auf einem Server, auf den ich gerade nicht komme. Einzig ich könnte Mails schreiben und im Internet surfen…nur richtig arbeiten kann ich nicht.

..

Das nennt man Arbeiten

Es war bisher eine merkwürdig unentspannte Woche im Büro….dadurch, das ich in der letzten Zeit sehr viel im Homeoffice war, hab ich die Tage im Büro ja auch immer intensiv genutzt, um mit meinen Kollegen Vorort zu kommunizieren.

JETZT bin ich fast 2 Wochen ununterbrochen wieder im Büro und natürlich muss ich, durch unseren straffen Zeitplan, sehr konzentriert arbeiten. Zumal es an manchen Stellen gerade echt hakt.

Dabei war ich in dieser Woche bereits an 3 von 4 Tagen in unterschiedlichen Kollegen-Konstellationen auswärts Essen. Das war zwar auf der einen Seite lustig und schön, aber inzwischen fühle ich mich zu sehr vom jungen Kollegen Milosz vereinnahmt….was mich schon in eine für mich unangenehme Situation gebracht hat….will ich doch mit allen Kollegen gleichermaßen freundlich umgehen und keinen ausgrenzen.

Also hab ich mich außerhalb der Mittagszeiten, in dieser Woche ein wenig in meinem Büro verkrochen, außer meinen obligatorischen Läufen zum Drucker und zurück

Das wiederum stieß gerade bei meinen beiden jungen Kollegen auf Unverständnis und gipfelte am Mittwoch in der vorsichtigen Frage meiner Kollegin Kim, ob mit mir alles in Ordnung wäre, ich wäre so still.

Jaaa…..das stille Sitzen vor Laptop und Bildschirmen, mit Kopfhörern auf den Ohren und Bürotür geschlossen, nenne ich Arbeiten. Es sind Glastüren, also kann jeder ins Büro schauen und sehen, das ich irgendwie beschäftigt bin.

So arbeite ich auch im Homeoffice…stundenlang ohne zu quatschen…dafür konzentriert und zügig….zusätzlich ist die Großbaustelle draußen sehr laut, deshalb die Kopfhörer und ich muss das Beste daraus machen, um mich zu konzentrieren.

Ich fühle mich, als ob ich in meine eigene Kommunikations-Falle getappt bin…aber letztlich sind wir alle zum Arbeiten hier ..und die zwischenmenschliche Ebene ist schön und gut, sollte aber in der Balance zur Arbeit bleiben und das ist ein weiterer Lernprozess

und prompt war es am Donnerstag dann schon wieder untereinander wesentlich entspannter….zum Glück.

der nachgelagerte Abschied

Ich hab am Wochenende für 3 Tage im August ein Hotelzimmer im Rhein-Main-Gebiet gebucht. Nach 2 Jahren wird es Zeit, die schon lange ausstehenden Besuche, in der alten Heimat, anzugehen.

Aber ich habe nur 3 Tage für Hessen geplant…und weiß schon jetzt, das es bei ein paar meiner Kontakte der letzte Besuch sein wird…eine Art nachgelagerter Abschied…längst überfällig.

Mein Ex-Tanzpartner freut sich schon lange auf meinen Besuch und er war auch der 1. den ich angefunkt habe….Termin fixiert….dieser Kontakt wird auch weiterhin Bestand haben…ein über viele Jahre liebgewonnener Freund.

Eine weitere Verabredung hab ich natürlich mit meinem Rentner-Kollegen und seiner Frau….auch dieser Kontakt bleibt…und 14 Tage nach meinem Besuch in Hessen, kommen die Beiden auch zu mir in den Norden.

Meine ehemalige Chefin ist leider mit Mann und Kindern im Urlaub, das Treffen holen wir aber nach.

Zwei weitere Treffen habe ich auch schon festgezurrt….

Tja…und dann komme ich zu meinem ehemaligen Team…da ich die ambivalente Verhaltensweise von Teilen meines Teams schon seit Monaten beobachte, hab ich angefragt, wer denn überhaupt noch Interesse an einem gemeinsamen Treffen hat….die Vier haben sich ja untereinander auch kreuz und quer das Leben schwer gemacht….und so war die Antwort entsprechend uneinheitlich.

Ich habe daher beschlossen, die Firma gar nicht selber zu besuchen….sondern ich treffe mich mit den Beiden, die zugesagt haben, am Abend.

Die beiden Kolleginnen, mit denen ich viele Jahre zusammen gearbeitet habe, denen ich sehr viel Zeit innerhalb und außerhalb der Arbeit gewidmet habe, um sie aus ihren Tiefs und Problemen herauszuholen, die wollen kein Treffen.

Eine der Beiden hat sich erst gar nicht zurück gemeldet….(auf meine letzten kleinen Gruß-Botschaften gab es auch nur solche namenlosen Joke-Bildchen)….

und die andere möchte sich lieber noch weiter zurück ziehen, weil ihre Mutter krank ist (das ist sie allerdings schon mehrere Jahre und sie leben in unterschiedlichen Städten…sehen sich nur selten.)…und sie möchte jetzt nicht so weit im Voraus planen (3 Wochen). Ich respektiere das…dann ist das eben so, egal mit welcher Erklärung…..aber es nagt doch an mir.

Das war es dann endgültig mit diesen Beiden. Es ist doch ein für mich langwieriger Abschied….aber es wird Zeit und dafür ist dieser Besuch genau das Richtige….um auch das endlich hinter mir zu lassen.

Ich hab jetzt 2 Jahre versucht den Kontakt aufrecht zu halten, ich hab sogar meine Abneigung gegen das Telefonieren überwunden, aber es gehören immer Zwei dazu….Sender und Empfänger. Wenn der Empfänger nicht möchte, dann kann ich daran nichts ändern…aber ich kann es endlich akzeptieren und mit dem Senden aufhören….

Öl-Rausch

Für diesen Sonntag hatte ich keinen Ausflug geplant….ich hab lange und gut geschlafen, es mir am Vormittag auf dem Balkon gemütlich gemacht und war ziemlich zufrieden mit meinem Sonntag…..aber dann bekam meine Vermieterin den nächsten Geburtstagsbesuch (das geht schon seit Freitag so) und es wurde mir zu laut….

…also hab ich kurzentschlossen meinen Kaffeebecher, eine Flasche Wasser, Wanderschuhe und -Rucksack und meinen Autoschlüssel geschnappt und bin mit dem Auto los gefahren…OHNE vorher ein Ziel zu fixieren.

….nun gut es ist sehr sonnig und warm…also wäre Wald nicht schlecht…..zuerst ging es mit dem Auto in Richtung Quickborn…..aber dann bin ich doch weiter gefahren und kurz vor Bad Bramstedt hab ich das Auto auf einem Parkplatz abgestellt und wollte durch ein Waldstück laufen.

Sonntag Mittag, Sonnenschein und Blauer Himmel …..da hätte es mich schon stutzig machen sollen, das der direkt neben der Bundesstraße liegende große Parkplatz komplett leer war….aber ich hab mir nichts weiter dabei gedacht und mich sogar gefreut…..

Ich war noch nicht ganz 5 Minuten unterwegs, da waren meine Beine und Arme komplett mit Mücken besetzt….so schnell konnte ich die gar nicht verscheuchen, wie die zustachen….also bin ich schnell wieder zum Auto geflüchtet und musste danach erst einmal die restlichen Mücken, die es mit ins Auto geschafft hatten, erledigen…zum Glück hatte ich in meinem Notfall-Pack dieses kühlende Mücken-Gel dabei….das kühlt und lindert den Juckreiz, hhaaaach herrlich……Also Soooo viele Mücken, die alle gleichzeitig versuchen mich zu stechen…das hatte ich selbst im letzten Jahr an der Mecklenburgischen Seeenplatte nicht….aber die Mückenstiche dort waren eindeutig schmerzhafter und langanhaltender….. Diese Stiche heute waren nach ein paar Stunden wieder weg.

OKAY….also dann doch lieber heute keinen Waldspaziergang….kurzentschlossen bin ich dann nach Bad Bramstedt reingefahren….

Diese kleine niedliche Stadt liegt im Holsteiner Auenland, ist ein Moorheilbad und bietet schöne Wege zum Spazierengehen und Kanufahren auf der Hudau (auch so ein kleiner Fluß von dem ich vorher noch nie gehört hatte).

Ich kam also direkt zur Mittagszeit in Bad Bramstedt an und bin an einem kleinen italienischen Restaurant mit schönem Aussenbereich direkt an dem Flüßchen vorbei gekommen…das sah nett und gemütlich aus …und hab mich dort niedergelassen.

Leider war der italienische Koch der Meinung auf eine Pizza Vegetariana gehört nicht nur tiefend in öl eingelegtes Gemüse, sondern dieses muss man auch nachträglich noch in Olivenöl ertränken nur um ganz sicher zu sein das es wirklich nicht mehr lebt….. Ich hab angefangen mit meiner Serviette und einen (sauberen) Taschentuch und einer weiteren Serviette das Öl von meiner Pizza zu tupfen…..der Koch fragte mich ob es mir zu viel Öl wäre…was ich eindeutig bejahrte….ja er hätte noch extra viel Öl dazu gegeben….zuckte die Achseln und ging wieder….erst als ich weiter meine öltriefende Pizza stückchenweise trockenlegte um sie auf diese weise Stück für Stück zu essen, kam er wieder und fragte ob er mir eine neue machen solle…..Nein – sein Timing war einfach zu schlecht….das hätte er mich schon vorher fragen sollen….jetzt esse ich weiter….

Seine Frau meinte mit einem unschuldigen Augenaufschlag beim nächsten Mal solle ich vorher sagen, das ich das nicht möchte, weil ihre Gäste das mit dem vielen Öl so gerne wollen…..ich hab ihr mit ruhiger Stimme erklärt, das ich mir das nicht vorstellen kann, das jemand eine vollkommen durchtränkte Pizza essen möchte und ich garantiert nicht noch einmal hier essen werde….außerdem wäre die richtige Vorgehensweise den Gast vorher darüber zu informieren und ihn zu fragen…da ja auf der Karte nichts von diesem Öl-Rausch stünde.

Soooo also mit vollem Magen (hab die Pizza immerhin zu etwas mehr als der Hälfte gegessen), mit abgekämpften Muskeln von gestern und zerstochenen Armen und Beinen bin ich gemütlich an der Hudau entlang

und durch die Stadt geschlendert…hab vor dem „Schloss“ lange auf einer Bank gesessen und meinen mitgebrachten Kaffee getrunken….

…..und als ich später wieder zuhause ankam, hat sich der Besuch meiner Vermieterin gerade verabschiedet…wenigstens das war perfektes Timing.

Extreme Unwetter

…und jetzt mal etwas ganz anderes….die Flutkatastrophe in dieser Woche.

Bei Flutkatastrophen denke ich normalerweise nicht an kleine beschauliche Orte mit einem Bachlauf, sondern an Meere und Küstenortschaften….

Ich sehe immer wieder mit Schrecken und ungläubig geöffnetem Mund die Bilder im Fernsehen, von den aktuell unkontrollierbar tobenden Wassermassen in NRW und Rheinland-Pfalz….in Orten wie Hagen, Ahrweiler, Schuld und Erftstadt… die Bilder aus Österreich, den Niederlanden und Belgien….und jetzt kommt noch Bayern hinzu.

Unfassbar, das bei uns in Deutschland, einem der reichsten Länder der Erde, Menschen in einer Unwetter-Katastrophe sterben, aktuell sind es schon mehr als 100 Menschen, das Wassermassen eine Bundesstraße in einen Fluß verwandeln, in dem selbst große LKW untertauchen, das ganze Häuser und Existenzen von der Wucht des Wassers fortgespült werden, das Menschen auf den Dächern ihrer Häuser ausharren, bis irgendwann einmal Hilfe per Helikopter oder Boot kommt….also ehrlich, so etwas kennt man doch nur von den Unwetter-Katastrophen auf anderen Kontinenten…aber doch nicht bei uns…nicht in der Mitte Deutschlands. Das Deiche an Küsten brechen….ja, vorstellbar….aber doch nicht das die Innenstadt von Hagen überflutet wird bei Flüssen wie die beschauliche Lenne oder Ennepe?

Die Menschen in den betroffenen Orten tun mir sehr leid und ich finde die spontane Hilfsbereitschaft vieler Menschen einfach klasse. Wir hier im Norden haben Glück gehabt….ich hab gelesen das Hamburg Rettungkräfte und Boote nach NRW schickt…..Uns Bürgern, die wir weit entfernt leben, bleibt die Möglichkeit der Geldspende..

Was mich am Meisten schockiert: es kommt ja nicht überraschend…..wir normalen Bürger haben nur nicht mehr hingehört…die Warner und Mahner waren unermüdlich uns zu erklären, das solche „Jahrhundert-Hochwasser“ jetzt öfter kommen werden und das Wort „Stark-Regen“ hören wir doch auch schon seit ein paar Jahren…und hat nicht der Ort Grimma in Sachsen ganz deutlich gezeigt, das wir solche Wetter-Phänomene nicht ignorieren sollten.

Wann war das mit Grimma…ich musste es auch erst nachlesen: 2002….also vor 19 Jahren.

Wenn also jetzt Jahrhunderthochwasser nicht mehr 1x im Jahrhundert, sondern 1x in 20 Jahren auftreten, dann müssen wir doch mehr machen als nur die Orte zu reinigen und wieder aufzubauen.

Ballonfahren ist kein Rennsport

Das nächste Abenteuer plane ich gerade…wobei das Wort Planung hier nicht so ganz stimmt.

Seit meinem Fallschirmsprung im April, möchte ich ja im Spätsommer/ Herbst als nächstes eine Ballonfahrt machen….inzwischen ist klar, meine Familie (Schwester + Schwager) möchte da gerne mitmachen.

Ich hab mich also durch den Wochenend-Dienstplan meiner Schwester gewühlt, hatte ich sie doch gebeten mir ihre freien Wochenenden mitzuteilen…..und der einfachheitshalber bekam ich dann einfach den abfotografierten Kalender der nächsten Monate ….na Prima….also eine Lupe wäre nicht schlecht gewesen.

Okay, also hab ich nun alle ihre dienstfreien Wochenende für die nächsten Monate raus geschrieben und anschließend nach Ballonfahrt-Anbietern im Netz gesucht. Inzwischen weiß ich, das wird für 3 Personen so zwischen 650 – 850 EUR kosten…..je nach Anbieter und Wochentag.

Letztlich bin ich bei einem vertrauenserweckend wirkendem Unternehmen gelandet, die an mehreren Standorten in Norddeutschland Ballonfahrten anbieten. Die sind schon seit vielen Jahren am Start…das klingt schon mal gut.

Nur das Anmeldeverfahren finde ich tatsächlich etwas langsam und antiquiert, weil man beim Anmelden gar keinen Termin vereinbart, sondern man meldet sich erst einmal mit all seinen Daten an….einschließlich Alter und Gewicht. (Da musste ich dann erst einmal rückfragen, was mein Schwager so wiegt, also im Schätzen bin ich echt schlecht…..hahaha).

Jetzt warte ich darauf, das ich eine per Briefpost zugeschickte Bestätigung und die Rechnung bekomme….dann muss ich den Betrag vorab bezahlen, danach bekomme ich, wieder per Briefpost, die Tickets zugeschickt, die dann 2 Jahre gültig sind und erst danach wird, ausschließlich telefonisch, ein tatsächlicher Termin vereinbart…..hmmmmm also mit „mal eben“ und „auf die Schnelle“ geht da gar nichts….

Na hoffentlich klappt das noch in diesem Jahr…ich meine okay, Ballonfahren ist jetzt kein Rennsport, aber die Anmelde-Prozedur hätte ich mir schon etwas zügiger gewünscht….aber in der Ruhe liegt bekanntermaßen die Kraft und die Vorfreude dauert dann eben entsprechend länger.

wieder richtig trainieren

Seit gefühlt einem Jahr war ich nicht mehr im Fitness-Studio und es kommt wohl so ungefähr auch hin…obwohl es schon eine ganze Weile wieder geöffnet hat…aber ich hatte schlichtweg keine Lust mich vor jedem Trianing erst testen zu lassen und dann bei jedem Gerät vorher und nachher zu desinfizieren…mich mit Maske durch den Raum zu bewegen und anderen Menschen dabei auszuweichen….neee irgendwie klang das alles so gar nicht verlockend.

Na, zumindest das mit dem Testen ist ja jetzt für mich vorbei…und ich konnte dann doch noch am Ende der Woche meinen Impfpass vom Hausarzt abholen und in der Apotheke nebenan dauerte es auch nur ein paar Minuten und ich hatte meinen digitalen Impfnachweis. Also hab ich den QR-Code gleich in die Corona-Warn-App und in die Luca-App hochgeladen.

Und trainieren kann ich ja auch zuhause mit wenig Aufwand….aber es gibt 2 Geräte, die ich schon seit einiger Zeit vermisse. Relativ spontan hab ich gestern Nachmittag meinen Sportrucksack gepackt, mein Fahrrad geschnappt und bin zum Fitness-Studio geradelt. Die haben mit einer neuen Software aufgerüstet und so brauchte ich jetzt nur einmal meinen Impfnachweis vorzeigen…dieser wird, mit meiner schriftlichen Einwilligung, jetzt in meinem User-Account gespeichert, so brauche ich bei jedem weiteren Besuch des Studios, den Nachweis nicht mehr vorzuzeigen…das finde ich mal praktisch.

Es war relativ leer und so hat es mir Spaß gebracht mal wieder „richtig“ zu trainieren….erst einmal ging es auf das Rudergerät…..endlich mal wieder Rudern…….und nach einigen Geräten für den gesamten Oberkörper (jaaaa – an jedem Gerät vorher und nachher desinfizieren gilt immer noch) kam ich dann zum 2. Highlight für mich: der Beinpresse…..Ich war neugierig wieviel Gewicht ich nach so langer Zeit noch schaffe….und nach 3 Sätzen konnte ich zufrieden feststellen….alles i.O …ich bin nur 2 Gewichtsplatten unterhalb meiner langjährigen Bestmarke….also mit meiner Beinkraft bin ich immer noch sehr zufrieden.

Zum Schluß ging es dann an die Bauch- und Rückenmuskulatur und auch hier klappte es besser, als erwartet….UND ….besser als zuhause, hier schaffe ich tatsächlich bei gleichen Übungen mehr Wiederholungen und mehr Durchgänge…hmmm, hier bin ich scheinbar bereit mich mehr zu quälten….Gut zu wissen.

Es hat so richtig Spaß gemacht und natürlich hab ich mehr gemacht, als ich nach dieser langen Zeit hätte machen sollen…also kein Wunder das ich heute, einen Tag später, eine gewisse Mattheit in den Muskeln spüre…spätestens morgen werde ich einen richtigen Muskelkater haben….das wollte ich eigentlich vermeiden.

Und in der Umkleide gab es noch einen lustigen Plausch mit ein paar Mädels….

Heute: Bagel

Sooooo, also aus dem restlichen Teig von gestern, hab ich heute tatsächlich das erste Mal Bagel gebacken.

Also kleine Teigkugeln formen und auf der bemehlten Arbeitsfläche mit dem Stiel eines ebenfalls bemehlten Holzkochlöffels ein Loch in den Teig bohren. Dann wird das Loch mit dem Kochlöffel weiter vergrößert, indem man einfach mit dem Stiel weiter in dem Loch rumrührt, so das sich die Teigkugel um den Löffelstiel bewegt, das Loch sollte klassischerweise bei ca.3 cm liegen.

Inzwischen wird ein Topf mit Wasser zum kochen gebracht und anschließend von der Herdplatte genommen. Die fertig vorbereiteten Teiglinge lässt man nun für ca. 30 Sekunden in das siedend-heiße Wasser… meinen ersten Teigling hab ich einfach mit dem Teigschaber von der Arbeitsfläche hoch genommen und ins heiße Wasser plumpsen lassen.

Da ich ha einen relativ schweren Teig hatte, sackte der Teigling sofort auf den Topfboden…..hab ihn dann mit dem Schöpflöffel vom Topfboden gelöst, bevor er dort anbacken konnte. Beim 2. Teigling hab ich den Schöpflöffel genommen um ihn in das Wasser zu lassen und ihn auch nicht rausgezogen…sondern nur etwas im Wasser bewegt…so schwamm der Teigling ohne gleich zu Boden zu sinken.

Als ich meine Teiglinge auf diese Art „blanchiert“ hatte, gab es noch etwas Eiweiß obendrauf und wieder Sesam….und dann ging es bei 200 Grad für ca. 20 Minuten in den Backofen.

Heute sind es tatsächlich Bagel….und keine Sesamkringel, wie gestern.

Und obwohl es der gleiche schwere Teig (550er Weizenmehl mit Weizenvollkornmehl 50/50, Hefe, Sauerteig, Salz, Olivenöl, Kümmel und Sesam) ist, schmecken beide Varianten unterschiedlich und das, obwohl sie sich nur in einem einzigen Punkt unterscheiden: dem Wasserbad .

Die Bagel sind tatsächlich außen noch knuspriger und innen saftiger. Wie immer stand im Rezept die Bagel erst vollständig auskühlen zu lassen….Scherzkekse….das schaffe ich NIE….ich liebe warme Brote und Brötchen…so hat der erste Bagel tatsächlich nicht lange überlebt….den hab ich gleich mal so aus der Hand heraus pur verputzt….hmmmmm echt lecker.

Morgen früh gibt es als Frühstück den 2. Bagel..

aber dann klassisch aufgeschnitten, schön mit Frischkäse bestrichen, eine Scheibe Gouda drauf, ein paar Scheiben Tomaten/Gurken und darauf ein Spiegelei…das ist dann im besten Sinne eine vollwertige Mahlzeit.

Also das kleine Wasserbad hat sich echt gelohnt. Bagel werde ich auf jeden Fall bald mal wieder backen und es ist wesentlich einfacher und ungefährlicher, als mit einer Lauge zu arbeiten….obwohl das jetzt auch mal auf dem Plan steht….ist schon 2 Jahre her, das ich Laugenbrötchen gemacht habe.

Sesam-Kringel oder Bagel

Sesam ist eine Saat, die ich normalerweise nicht zuhause habe, aber beim letzten Auffüllen meiner Mehlvorräte, wo ich von italienischem Weizenmehl 00, 550er, 1020 und Vollkorn, auch noch Roggenmehl und Roggen-Vollkornmehl gekauft habe, landete tatsächlich eine Tüte Bio-Sesam im Einkaufswagen.

Sesam-Kringel kenne ich bisher nur vom türkischen Händler und in der letzten Zeit finde ich den Geschmack von Sesam echt lecker.

Also hab ich heute mal selber einen Sesam-Kringel gebacken…allerdings nicht in der klassischen türkischen Variante, bei dem der Teig extrem fluffig ist.

Dafür hab ich es mit einem Gemisch aus 550er und Weizen-Vollkornmehl, mit Hefe UND Roggen-Sauerteig gemacht….gewürzt mit Salz, Kümmel, Olivenöl und Sesam.

Nach entsprechender Ruhezeit hab ich aus einem Teil der abenteuerlich klingendem Teigmischung einen Ring geformt, mit Wasser bestrichen und mit weiteren Sesam-Körnern berieselt (ein nasser Backpinsel ist hier echt hilfreich)….dann für ca. 20 Minutenbei 210 Grad Umluft im Ofen gebacken.

Und wie schmeckt jetzt meine Eigen-Kreation: SUPER….außen knusprig….innen ist der Teig schön locker trotz des Vollkorn-Mehl-Anteils von 50%… Kümmel schmeckt man nur ganz leicht, den Sesam dafür richtig gut…..

Okay- die Oberfläche sieht jetzt nicht so glänzend aus, weil ich nur Wasser zum bestreichen genommen habe….im Ursprungs-Rezept stand natürlich das man dafür ein Ei nehmen soll.

Es ist ein Kringel – kein Bagel. Wo der Unterschied liegt?

  • das Loch ist bei meinem Kringel wesentlich größer, als bei einem Bagel
  • Ein Bagel wird vor dem Backen kurz gekocht

Also das klingt spannend und mit dem restlichen teig, werde ich morgen früh mal Bagel ausprobieren…..

Mittags im Cafè

Mit dem Einhalten meiner beruflichen Abgabetermine und der massiven Flucht in den Urlaub in der dänischen Zentrale, ist in den letzten Tagen auch bei mir wieder mehr Ruhe eingekehrt. Ab jetzt kann man wirklich für ein paar Wochen NICHTS mehr klären und keine Arbeit wirklich abschließen (weil immer an einer Stelle eine Kollege ,den man benötigt, gerade im Urlaub ist)

Nur mein dänischer Chef schreibt aus dem Urlaub eMails….NACHTS, wenn alle schlafen… dann bekomme ich die notwendigen Freigaben. Er ist aber wirklich die Ausnahme.

Und mit der einkehrenden Ruhe, komme auch ich wieder in geordnetes ruhiges Fahrwasser…es fehlen jetzt noch bis Monatsende 6 Halbjahresabschüsse….den Rest hab ich bereits erledigt. Und so hab ich überhaupt kein schlechtes Gewissen meine Mehrstunden gleich mal wieder zu reduzieren.

An den noch sehr schwülen Tagen bis Donnerstag hab ich immer früh Feierabend gemacht….und Freitag Mittag hab ich mich mit der jungen Kollegin aus NRW auf einen Kaffee verabredet. Sie wohnt in Ottensen und war im Homeoffice, ich im Büro in Bahrenfeld…..Also haben wir uns auf dem Marktplatz zur Mittagszeit verabredet und haben uns im Aussenbereich des Café „Liebes Bisschen“ niedergelassen.

Das Kuriose ist, sie hat in NRW in der Stadt gearbeitet, in der ich groß geworden bin und ist in der Stadt geboren, in der ich viele Jahre gearbeitet habe….nur ist sie noch in ihren Zwanzigern und ich bin schon fast 20 Jahr dort weg. Sie ist nicht bei uns fest angestellt, aber es gibt eine Kooperation mit Ihrer Firma….und so fühlt sie sich immer ein wenig als Außenseiter….und Corona macht es auch nicht leichter für sie.

Sie hatte mich gefragt, ob wir uns nicht Mittags treffen wollen….hab mich sehr darüber gefreut.

Ich bin also um 12 Uhr in die Mittagspause gegangen….hab zuerst einen schönen Schlenderspaziergang bis zum Marktplatz gemacht, auf dem gerade noch statt findenden Wochenmarkt hab ich mich gleich mal fürs Wochenende mit Obst eingedeckt und dann saßen wir über eine Stunde gemütlich zusammen und haben uns angeregt unterhalten.

Dadurch ,das es seit Freitag endlich keine schwüle Hitze mehr gibt, sondern nur normales schönes Sommerwetter, fühlte ich mich auch richtig wohl….wir sind dann zusammen noch ein ganzes Stück wieder in Richtung Büro gelaufen, bevor sie sich wieder auf ihr Fahrrad schwang und zurück ins Homeoffice fuhr…..während ich noch im Büro eine Weile weiter gearbeitet habe.

Wir waren heute nur zu Viert auf unserer Etage und bis auf den GF hatten die anderen beiden Anwesenden auch Zeit für etwas Plausch….und trotzdem war es ein wirklich erfolgreicher Tag….ich bin sehr zufrieden mit dem Erreichten.

Nach Feierabend war ich sogar noch im Großhandel um uns wieder mit fehlendem Büromaterial, Masken und dem was laut unserer Einkaufs-Tafel sonst noch so fehlte einzudecken…immerhin hab ich nicht nur die entsprechende Einkaufsberechtigung, sondern hab auch ein Auto, das ich jetzt für die nächsten Tage sogar in der Tiefgarage unseres Bürogebäudes parken kann.

Was mir besonders bei dem Cafè-Besuch auffiel, war meine komplette Gelassenheit…..normalerweise bin ich ja immer aufgeregt, wenn ich mich mit Menschen treffe….aber das hier….das passte so schön mit der Kollegin…und zeigt mir auch, das ich mich aktuell wieder mehr daran gewöhne….

Und noch etwas war sehr auffällig: Auf dem Wochenmarkt trugen nur wenige Menschen einen Mund-Nase-Schutz und Abstand war ein absolutes Fremdwort….es war so voll, wie man es von „früher“ her kennt…..Nein -der Mensch wird sich nicht ändern….und wenn, dann nicht freiwillig.