Menschen im Urlaub – Jever

Menschen im Urlaub – Jever

Viele bleiben im Urlaub jetzt in Deutschland….und das macht sich bemerkbar.

Nicht nur, das die schönen Seiten Deutschlands wieder von mehr Deutschen gewürdigt werden, sie werden quasi überrannt. Das ist auf der einen Seite natürlich schön und auch gut für Händler und Gastronomen, auf der anderen Seite ist es für Menschen wie mich, echt blöd….weil ich es lieber beschaulich mag und ich mich in Gesellschaft zu vieler Menschen unwohl fühle und für manche Tiere ist es wohl auch nicht so spaßig.

Zeichnen deutsche Urlauber oft im Ausland ein skurriles Bild….findet man dieses Verhalten jetzt auch immer öfter im eigenen Land.

Benehmen? ach was…wir sind doch im Urlaub.

Natur wertschätzend? wozu – wir sind hier doch Zuhause.

Tiere achten: na klar, aber es soll machen, was ich möchte

Da bin ich mitten in Jever (Kreis: Friesland) im Schlosspark…es ist ein schöner, sehr gepflegter und ruhiger Park… mit freilaufenden Enten, Schwänen und auch einigen Pfauen.

Und na klar, wollen die meisten Mensch bei einem Pfau nur sein prachtvoll aufgestelltes Federkleid sehen…und wenn er es nicht freiwillig macht, dann muss man eben nachhelfen.

Ich war sprachlos als ich 2 (vermutliche) Ehepaare in meinem Alter (also ca. Mitte 50) gesehen habe, wo die Frauen einen männlichen Pfau versuchten mittels Lufttritten in seine Richtung, dazu bewegen wollten, sein Rad zu schlagen…und die beiden Männer ihre Frauen mit Rufen und in die Händeklatschen dabei unterstützten.

Unglaublich !

Wieviel Egoismus, Achtlosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber den Tieren da zum Vorschein kam.

Ein Pfau stellt sein Rad auf, um entweder einem Weibchen zu imponieren oder einem Konkurrenten zu signalisieren, das er viel toller ist…natürliches Balzverhalten eben.

Da ist es absolut idiotisch und kontraproduktiv einem Tier ein Verhalten abtrotzen zu wollen und ihn dabei auch noch bedrohlich mit Lufttritten zu begegnen……wenn das Kinder machen würden….okay – aber die kleinen Kinder erfreuten sich an den auch so farbenprächtigen Vögeln mit respektvollem Abstand.

Ich hab meine Meinung dazu auch laut gesagt, erntete aber nur Unverständnis.

Ein Tier hat sich sogar auf ein Gerüst an einem der Schloss-Türme verzogen….versteckte seinen Kopf in seinem Gefieder und als ich von einer kleinen Anhöhe aus den Pfau dort sitzen sah, hob er den Kopf, schaute zu mir und legte den Kopf dann schief, so als wollte er mich einladen ihn zu fotografieren:

Später in der Stadt hatte gerade eine rustikale Bar seine Außenplätze geöffnet….und natürlich hab ich in Jever auch ein Jever Pils getrunken…..hahaha…das musste einfach sein…..

Metapher für mein Leben

Metapher für mein Leben

Geographie gehörte nie zu meinen Stärken…aber durch meine Umzüge zwischen NRW, Hessen, Schleswig-Holstein und meinen ständigen Ausflügen, nehme ich heute vieles wahr, was ich als Kind wahrscheinlich schon einmal im Unterricht gelernt habe.

Frankfurt am Main, liegt am Main und gehört zu Hessen

Mainz-Kastel liegt am Rhein und gehört als Ortsbezirk zu Wiesbaden: Hauptstadt von Hessen

Mainz dagegen liegt direkt gegenüber von Mainz-Kastel, auf der anderen Rhein-Seite und gehört als Hauptstadt zu Rheinland-Pfalz. Beide sind über eine große breite Brücke miteinander verbunden.

Nicht das ich diese Informationen heute bräuchte….aber es macht mir jetzt viel mehr Spaß, diese Dinge auch zu behalten…so ganz nebenbei.

Vor meinem Besuch in Gelnhausen, hab ich den Vormittag noch in Mainz verbracht. Die Innenstadt hab ich jedoch ausgelassen, schlenderte dafür immer schön an der Uferpromenade entlang.

Es war schon am Vormittag stickig und am Rhein entlang zu laufen, bot immerhin etwas Erfrischung.

Und unter dem dichten Blätterdach der Platanen, fühlte ich mich auch gut vor der Sonne geschützt.

Platanen sind, neben Eichen, meine Lieblingsbäume….vor allem wegen Ihrer Fähigkeit sich jährlich ihrer Borke zu entledigen (diese wächst nicht mit) und im nächsten Jahr noch schöner wieder zu präsentieren und wegen ihrer knorrigen Verästelungen mit dichtem Blätterwerk.

Platanen gelten für mich als sichtbares Zeichen von Erneuerung….ohne sich gravierend zu verändern…sie streifen ihre „alte Haut“ ab und gehen gestärkt daraus hervor.

Sie sind robust, erneuerungsfähig und bleiben trotzdem sie selbst. Ich liebe diese Metapher für mein eigenes Leben.

Simplicissimus als Verbindungs-Element

Noch einmal werfe ich einen kleinen Blick zurück auf meinen Urlaub in Hessen. Weniger als 60km von Frankfurt entfernt liegt ein Kleinod…eine kleine schmucke Stadt mit viel Geschichte: Gelnhausen

Ich wäre eigentlich nie auf die Idee gekommen hierhin zu fahren, da mir der Name zwar bekannt ist, wie so viele Orte hier in der Gegend, aber in mir keinen Klang ausgelöst hat…und so wusste ich gar nicht was für eine schöne kleine Stadt das ist:

  • zwischen 2007-2013 war ein Ortsteil von Gelnhausen die geografische Mitte der EU (durch die Erweiterung der EU verschob sich die Mitte allerdings später wieder)
  • die Stadt wurde von Kaiser Friedrich 1 gegründet und wird deshalb auch Barbarossastadt genannt
  • Es gibt noch 5 erhaltene Tortürme und Teile der Stadtbefestigung aus dem Mittelalter
  • Es war mal eine Reichsstadt und hat eine Kaiserpfalz
  • Geburtsstadt des Autors Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (Simplicissimus)

Und mit dem Autor des 17.Jahrhunderts schließt sich sogar ein Kreis zu der Stadt, in der ich aufgewachsen bin….Soest. In dieser Kleinstadt in NRW hat Grimmelshausen einige Zeit gelebt und so hat die Stadt auch Einzug gehalten in sein Werk: Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch, ein satirischer Abenteuerroman über den 30jährigen Krieg….in dem sein Protagonist einige Zeit als „Jägerken von Soest“ sein schelmisches Unwesen trieb.

Und heute ist die Kunstfigur des „Jägerken von Soest“ als Anlehnung an den Simplicissimus, ein Wahrzeichen der alten Hansestadt…..besonders zur jährlichen Soester Allerheiligenkirmes, die immer am Mittwoch nach Allerheiligen für 5 Tage die historische Altstadt in ein einzigartiges Spektakel verwandelt. Das war für uns Kinder immer unsere „5. Jahreszeit“… Ausnahmezustand in der gesamten Stadt.

Aber zurück zu Gelnhausen…es macht einfach Spaß durch diese alte kleine Stadt zu laufen…..und überall wird liebevoll die Stadt aufgehübscht, um den altertümlichen Charakter auf moderne Art zu erhalten: Wie bei diesen 2 alten Rädern, die als Tische eines Cafés dienen

Später saßen wir mitten auf einer kleinen schmalen Fußgänger-Gasse im Außenbereich eines Restaurants und ich hatte das Gefühl im Süden Europas zu sein…es wurde dazu auch noch schwülwarm und unsere langanhaltende angeregte Unterhaltung konnte auch der später einsetzende sehr heftige Regen nicht stoppen….. allerdings mussten wir uns ins Restaurant retten…Wind und Regen waren so heftig, das sich sogar auf dem alten Holzboden im Restaurant ein kleiner See bildete…der Regen wurde durch die geöffneten Türen reingedrückt….

Nach dem Regen sind wir dann aber auch bald aufgebrochen…es war spät geworden und ich bin ja noch am gleichen Abend weiter nach Kassel gefahren…

Buchweizen – PseudoGetreide

Mit Blick in meinem Vorratsschrank und angeregt durch das „Waffel-Haus“ hatte ich nun endlich eine Idee, was ich eigentlich mit dem Buchweizenmehl machen könnte: Waffeln.

Das Mehl hatte ich beim Auffüllen meiner Mehlvorräte vor ein paar Wochen gekauft…abgepackt mit 250g in Bio-Qualität. Warum ich es mitgenommen habe, weiß ich eigentlich nicht genau – aber ich könnte ja mal etwas daraus machen.

Nachdem ich verschiedene Rezepte im Internet gelesen hatte, hab ich mich für ein einfaches und unkompliziertes Rezept entschieden: Als bekennender Teig-Nascher musste ich feststellen, das die Teigmasse mit dem Buchweizenmehl eine leichte andere Konsistenz hatte, als normaler Waffelteig aus Weizenmehl……vielleicht lag es auch an der Farbe des Teiges, der dunkel wirkte…aber auch der Geschmack des Teiges hat mich nicht so überzeugt.

Der Teig liess sich aber im Waffeleisen super verarbeiten und da sind sie dann:

Die Waffeln schmecken, vor allem mit etwas Puderzucker und Apfelmus dazu.

Aber insgesamt schmecken sie tatsächlich anders….da ist ein ganz eigentümlicher Geschmack durch das Buchweizenmehl. Hmmm nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut…also für mich….aber ich freue mich trotzdem über den Versuch.

Wer glutenfreie Produkte essen muss, der wird sich mit Buchweizen bestimmt anfreunden können.

Buchweizen ist Pseudo-Getreide…und die Angaben wie gesund es ist, sind tatsächlich sehr unterschiedlich….mal wird geschrieben es hat viele Ballaststoffe, der nächste schreibt es hat weniger Ballaststoffe als Weizenmehl….auf jeden Fall stecken viele hochwertige Eiweiße und Mineralstoffe drin, dafür kein Gluten…und es soll sogar entzündungshemmend wirken.

Verbrannte Worte

In Deutschland sind Anglizismen so normal, das man kaum mehr darüber nachdenkt…und seitdem ich beruflich quasi täglich die englische Sprache nutze, fallen mir diese oft wie von selbst in den Mund….manchmal nervt mich das selber.

Aber wenn auf einem englischen Nachrichten-Kanal auf einmal Deutsche Worte auftauchen, ist das für meine Ohren nicht immer schmeichelhaft.

Ich habe ja immer noch Urlaub und wenn ich nach draußen schaue, scheint es schon Herbst zu sein: 15 Grad und Dauerregen….so bin ich dabei Wäsche zu waschen und bastele nun endlich auch den 2. Küchen-Beistellwagen zusammen, der schon etwas länger auf dem Zusammenbau wartet,…

…..mit Kopfhörern auf den Ohren und lausche quasi nebenbei den englischen Nachrichten über die aktuelle politische Situation in Afghanistan.

Und auf einmal fällt dieses EINE so typische Deutsche Wort: Blitzkrieg. Während der Moderator weiter unablässig in Englisch über die Ereignisse redet, nehme ich die Kopfhörer ab…es schaudert mich ein wenig….ist dieses Wort doch durch den 2. Weltkrieg für uns Deutsche ziemlich verbrannt….also negativ belastet.

Für die Briten ist das jedoch tatsächlich eines der vielen Worte, die es aus dem deutschen in den englischen Sprachgebrauch geschafft haben, neben so gängigen und harmlosen Worten wie „Kindergarten“, „Kaffeeklatsch“ und „Bratwurst“.

Bei den meisten Worte würde ich einfach locker darüber hinweg gehen, mich sogar leicht belustigt darüber freuen….aber es gibt Worte, die möchte ich eigentlich nicht auch noch so ganz selbstverständlich genutzt aus dem Ausland hören….es hinterlässt bei mir ein leicht unangenehmes Gefühl….

Kleine Anekdote am Rande: 
Im Job gibt es tatsächlich ein Wort, da fällt mir manchmal tatsächlich nicht mehr das Deutsche Wort ein...ich nutze es ständig in Englisch und in Dänisch....und wenn ich es mal auf Deutsch benötige, hab ich es sogar schon öfter mal aus den beiden Sprachen durch den Online-Übersetzer geschickt, weil mir partout nicht das doch sehr gängige deutsche Worte dazu einfiel...ich weiß nicht, warum es mir so schwer fällt 🤣

English : draft / Dänisch: udkast = Deutsch: Entwurf

Manchmal ist es echt zum Haare-raufen….hahahaha…

Kollektiver Unsinn

Kollektiver Unsinn

Das jetzt viele in Deutschland keinen Bock mehr auf die Pandemie haben, konnte ich in Celle erleben.

Da sich am Samstag auf der A7 von Kassel bis Hamburg Stau an Stau reihte, hielt ich es für eine tolle Idee einen Stopp in Celle einzulegen.

Celle, das Tor zur Lüneburger Heide, eine Art lebendiges Museum mit mehr als 400 Fachwerkhäusern in der malerischen Altstadt und einem Schloss mit Schlosspark, direkt an der „Aller“ gelegen.

Ich liebe Fachwerkstädte und wäre gerne in Ruhe und mit Muße durch Celle gelaufen…war aber komplett überfordert mit den vielen Besuchern…..hier war es tatsächlich wesentlich voller als die letzten Tage in Kassel oder Frankfurt….

Dicht an dicht drängten die Menschen durch die Altstadt….jedes Restaurant und Cafè schien alle Tische, wie vor der Pandemie, eng zusammen gestellt zu haben und diese Tische waren auch voll besetzt….und nur wenige der Restaurant hatten Plexiglas-Abtrennungen….Abstand halten war weder beim Gehen, noch beim Sitzen möglich….und Masken trugen nur vereinzelte Menschen in den Straßen….nur beim Gang in einen Laden wurden die Dinger angelegt.

Wir sind gerade in der 4. Welle und sollten, auch mit vollständiger Impfung, doch ein wenig Vorsicht walten lassen….

Ich muss es leider noch einmal erwähnen: hatte ich doch gehofft, das die Pandemie einen nachhaltigen Effekt auf das Verhalten der Menschen haben wird, muss ich immer wieder feststellen, das es nur eine kurzzeitige Einsicht war, das wir unser Verhalten verändern sollten. Es ist halt schwer lebenslang erlerntes Verhalten zu verändern.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und macht genau da weiter, wo die Pandemie uns gestoppt hat….Das Gewohnheitstier heißt: Lemming und wenn einer das so macht, dann machen es alle anderen nach, ohne weiter darüber nachzudenken….und sei es auch, sich dabei einfach von der Klippe zu stürzen.

„Wie die Lemminge“ steht in unserem Sprachgebrauch für „kollektiven, fatalen Unsinn“ (Zitat aus „Der Tagesspiegel“) und zeigt die weitverbreitete Entschuldigung in der Bevölkerung: wenn so Viele es machen, dann kann es nicht falsch sein….und außerdem haben wir es uns verdient…. Na hoffentlich weiß das Virus das auch.

Jeder muss natürlich für sich selber entscheiden, ob er mit machen möchte oder nicht.

Ich wollte nicht…und hab mich ziemlich schnell wieder verzogen….selbst ohne Pandemie wäre es für ein entspanntes durch die Stadt schlendern viel zu voll gewesen….ich komme garantiert wieder….also lieber innerhalb der Woche und nicht an einem Samstag und dann eher am Abend…..

(Das ist wie immer nur meine ganz persönliche Meinung, jeder darf seine eigene Meinung zu dem Thema haben 😃)

Freundschaft lernen

Freundschaft lernen

Durch die Pandemie sind es jetzt tatsächlich fast genau 2 Jahre, die ich nicht mehr in Frankfurt und Umgebung war.

Ich hatte anfangs Bedenken, wegen meiner Verabredungen mit ehemaligen Kollegen, Freunden und meinem Ex-Team. Wie wird es sein, ist da schon eine innere Barriere zu spüren?

Ich hatte ganz tolle Verabredungen….emotional, lustig, ungezwungen, vor allem jedes Treffen sehr lange, informativ, locker plaudernd, Seele-streichelnd nah und Herz-berührend, überhaupt nicht komisch oder anstrengend….innerhalb von Minuten hatte ich das Gefühl, nie weg gewesen zu sein…..Menschen die mich einfach in den Arm nehmen und sich wirklich freuen, mich zu sehen.

In diesen Treffen habe ich den Unterschied gemerkt, zwischen echter Freundschaft und allem Anderen….Wenn ich mich mit Menschen 4-6 Stunden treffe und danach denke…ach schade, der Abend ist schon vorbei….und es war kein einseitiges Erzählen, sondern eine Unterhaltung auf Gegenseitigkeit, dann ist das einfach toll.

Ich hab auch nach den Treffen schöne kleine Nachrichten bekommen und selber versendet…in denen wir uns gegenseitig für die schöne Zeit des Zusammentreffens bedankt haben.

…..und dann war noch das Treffen mit 3/4 meines Ex-Teams….Da hab ich es auch endlich begriffen….das hier ist anders…das hat es leider nicht geschafft Freundschaft zu werden….und ich kann unser Verhältnis zueinander jetzt nach dem Treffen endlich richtig einordnen.

Dabei war auch das ein schönes Treffen…es war lustig und fröhlich….aber anders….auch ungezwungen, aber nicht so ganz. Da sind alle Drei (die Vierte hatte schon vorher gesagt, sie will sich lieber zurück ziehen, wegen Corona) viel zu sehr mit sich selber und auch untereinander beschäftigt, um mehr als nur oberflächliches Interesse zu haben. Jeder will sich profilieren und sich gut darstellen….da merkt man auch die unterschwelligen Konflikte untereinander…es fühlte sich alles weit weg an….Es war schön auch diese Drei zu treffen…als ehemaliges Team, als ehemalige Kollegen….mehr nicht.

Ich musste tatsächlich erst mal wieder lernen, Freundschaften zu erkennen und diese auch zuzulassen…und das ist aber kein Ergebnis der Pandemie, sondern ein Produkt meiner langjährigen Beziehung, in der mein heutiger Ex-Freund sehr auf mich fixiert war, ich deshalb (freiwillig) viele Freundschaften/Bekanntschaften habe einschlafen lassen und meines damaligen Stress-Jobs, durch den ich eh kaum Zeit hatte….

Emotional noch weiter gestärkt bin ich wieder nach Hause gefahren…

Ort der Entscheidungen

Ort der Entscheidungen

Nach dem Blick in die Abend-Idylle vom Balkon des Motels zum Autobahn-Rastplatz, war auch der Blick in die aufgehende Sonne am nächsten Morgen richtig schön….und der war auch nötig, um nicht gleich missmutig in den Tag zu starten..ö

Die Nacht begann eigentlich richtig gut: erfrischt von der Dusche und einem längeren Aufenthalt auf dem Balkon, bin ich mit der nötigen Bettschwere in Selbiges gefallen…Das Bett hatte eine ausgezeichnete Matratze und ich bin auch sofort eingeschlafen….bis dann so um 00.30 Uhr eine Etage über mir noch Übernachtungsgäste einzogen….und auf meinem Kopf rumtrampelten…und dem ständig wiederkehrenden lauten Kläffen nach, gehörte dazu auch ein großer Hund, den sie dann auch noch auf dem Balkon geparkt hatten….damit war es vorbei mit meiner Nachtruhe…

Ich hab dann über den Balkon nach oben um etwas mehr Ruhe gebeten, es wurde reagiert, der Hund kam mit ins Zimmer….das Getrampel blieb aber noch eine Weile und auch das Gebell des Hundes….wenn auch jetzt etwas gedämpfter…Laut meiner Uhr war es erst nach 2 Uhr als von oben endlich keine nervenden Geräusche mehr kamen.

Dafür juchzten bereits kurz vor 6 Uhr Morgens aufgeregte Kinder vor dem Eingang des Motels, ob die gerade angekommen waren oder gerade abfuhren, kann ich nicht sagen….aber die Kinder freuten sich ausgelassen…es sei ihnen gegönnt…immerhin ist Samstag.

Aber für ein paar Stunden hab ich wirklich gut geschlafen…und so hab ich immerhin den Sonnenaufgang mitbekommen:

Lange schlafen wollte ich ja eh nicht….immerhin wollte ich diesen Zwischenstopp in Kassel nutzen, um auch hier eine kleine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen…..Ich war Ende 2002 von NWR nach Kassel gezogen…der „Karriere“ wegen und bin bis Mitte 2004 geblieben. Und 2003 war der Rekord-Hitze-Sommer. Ich habe viele sehr schöne Erinnerungen an diese insgesamt schwierige und aufwühlende Phase meines Leben. Von dort bin ich dann ins Rhein-Main-Gebiet umgesiedelt.

Witzig ist, das es mir in Frankfurt und Umgebung und sogar auch etwas eingeschränkter in Kassel ,gelingt, mich auch jetzt noch zielsicher ohne Navi durch die Stadt und Umgebung zu manövrieren, um an die Orte zu kommen, die ich kenne. Ich bin ja, wie auch jetzt in Schleswig-Holstein und Hamburg, immer viel zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs gewesen, um die Umgebung zu erkunden…..es ist wirklich die beste Methode sich an neue Orte und Umgebungen zu gewöhnen um sich zurecht zu finden….

….bewahrt aber nicht immer vor der Erkenntnis, dann doch in die falsche Richtung gefahren zu sein….so zumindest ging es mir jetzt mit dem Rad an der Fulda.

An einem Fluss entlang zu fahren bedeutet: entweder links herum oder eben rechts herum: hopp oder top…ist also gar nicht so schwer, man muss sich eben nur entscheiden.

Gestartet war ich in der Nähe der Orangerie am Volkspark….da gibt es erstaunlicherweise immer noch Parkplätze für die man nicht bezahlen muss, klasse…..und dann wollte ich eigentlich in Richtung Hann.Münden fahren….eine Strecke die ich früher gerne gefahren bin…

….aber hier hat mich mein Orientierungssinn verlassen und ich bin stattdessen in Richtung Baunatal gefahren….nun gut…erst einmal bin ich weiter gefahren, aber nach ein paar Kilometern bin ich umgekehrt ….dann sah ich das Hinweis-Schild… 31km bis Hann.Münden. Huuuch, ja ich glaub ,das wird mir zusammen mit dem Weg zurück für heute doch etwas zu viel werden, weil ich ja heute 300km mit Auto zurück nach Hause wollte.

Dann doch lieber wieder die sehr vertrauten Wege durch den Volkspark:

und das angrenzende BUGA-Gelände und gegen Mittag war ich dann noch in der Innenstadt.

Auf dem kreisrunden Königsplatz, der durch die Straßenbahnschienen durchschnitten wird, gibt es einige kleine Cafés, unter anderem auch ein „Waffel-Haus“…dort gibt es nicht nur süße, sondern auch herzhafte Waffeln:

Der Service war grottig, weil die Betreiber lieber selber am Tisch saßen und sich unterhielten, als sich ordentlich um ihre Gäste zu kümmern…aber die Wiener Melange und die herzhafte Waffel mit Rührei waren wirklich lecker….und der Blick auf den Platz ist toll…..

…auf eine 2. Tasse Kaffee hab ich dann aber verzichtet…der Service-Mitarbeiter schaute mich zwar an, als ich ihm zuwinkte, blieb aber noch fast 5 Minuten lieber sitzen, bevor er dann ankam und fragte, ob ich denn eben etwas gewollt hätte….. Ja wollte ich, aber jetzt nicht mehr.

Kassel war eine Art Wendepunkt für mein Leben….Zum ersten Mal hatte ich hier die Sicherheit eines soliden Ehelebens und die Unterstützung eines beruflich vorgezeichneten Aufstiegs beiseite geschoben….es war ein notwendiger Bruch….und die Entscheidung dazu war schwierig und langwierig….

….und weil es eben der Ort für innere Einsichten und tiefgreifende Entscheidungen war, komme ich immer gerne hierhin zurück….dieses Mal allerdings nur zum Erinnern….nicht um etwas Neu zu entscheiden.

Abend-Idylle…nur anders

Wer sagt eigentlich, das man Abend-Idylle immer nur in einer romantischen und harmonischen Umgebung finden kann.

Nach einem schönen, langen und sehr heissen Tag, über mehrere örtliche Etappen und einem sehr lustigen und anregenden Treffen mit Besuch von Gelnhausen zusammen mit meinem Rentner-Kollegen und seiner Frau, bin ich nach dem Abendessen und einem heftigen Regenschauer dann noch weiter gefahren.

Bis nach Kassel…das sind von Frankfurt dann nur noch 160km..hatte dort kurzfristig ein Motelzimmer gebucht.

Und jetzt komme ich auf die Sache mit der Idylle zurück:

Ich sitze jetzt um 22.45 Uhr frisch geduscht auf dem Balkon meines Motel-Zimmers, es ist eine angenehme Kühle hier draußen und schaue auf den ziemlich grossen Rastplatz an der A7…und empfinde die gesamte Situation als ziemlich idyllisch.. hahahahaha….trotz der Geräusch-Kulisse..

Ich bin unglaublich entspannt und zufrieden mit meinem bisherigen Urlaub und den Treffen hier in Hessen… und werde jetzt gleich mal schlafen gehen…

Ist das Urlaub?

Um das gleich mal zu beantworten…JA, es ist Urlaub.

Obwohl ich Urlaub normalerweise als eine Zeit ohne Termine, also mit freier Zeiteinteilung definiere.

Ich habe jedoch in den letzten Tagen und auch heute, Verabredungen…die mir in den Zeiten dazwischen nicht soviel Spielraum lassen… will ja nicht verschwitzt oder abgehetzt mit Freunden oder ehem. Kollegen zusammen treffen…

Meine bisherigen Treffen waren einfach toll….und haben mir sehr gut getan…mein liebster Freund und ehemaliger Tanzpartner hat mir eines der schönsten Komplimente gemacht: ich würde ihm gut tun, weil ich so (innerlich) ruhig bin…während wir uns über Stunden angeregt unterhalten haben …er würde jetzt mal zur Ruhe kommen ….haaaach wie schön…