Bis zum Schluss

Auch in dieser letzten Arbeitswoche in der Firma, hab ich noch viele Dinge erledigt…aber irgendwann kam der Moment wo mir klar wurde, ich werde es nicht schaffen ALLES weg zu arbeiten….das ist mir eh noch nie gelungen.

Soogar noch am letzten Tag kam der neue Chef um sich anzuschauen wie er in SAP an weitere Informationen kommen kann, obwohl auch er seit Jahren im Ausland mit unserem SAP-System gearbeitet hat. Bei uns greifen alle Gesellschaften im 1-Mandantenprinzip auf die gleichen Einstellungen zu…

Ich musste mein E-Mail Postfach (mit mehr als 40.000 Mails) für meinen Nachfolger offen legen….Lol … na dann viel Spass beim Suchen… alle offensichtlich privaten Mails hab ich gelöscht….eigentlich wollte ich noch viel mehr löschen…die privaten Mails mit Kollegen…die sich in den geschäftlichen verstecken…aber dazu hab ich einfach keine Zeit mehr gefunden..

Meine allerletzte Amtshandlung, bevor ich den Laptop runter gefahren habe, war mich selbst als „accountant“ im Customizing unseres Workflow-Systems zu löschen. Das System hab ich mit aufgebaut, die User-Anleitungen geschrieben und als key-user ständig mit dem customizing zu tun gehabt, Fehler von Kollegen gesucht und ausgemerzt, hab geschult und Hilfestellung gegeben.

Ich weiss nicht warum, aber es war mir wichtig mich hier slbst zu löschen und es nicht anderen zu überlassen

Danach kam noch mein Mitarbeiter und wollte eine Frage beantwortet haben…ich hab nein gesagt…. war ja schon dabei meine letzten Sachen zu packen, hab ihm gesagt das er das ab jetzt alleine lösen mus (ein paar Minuten später kam er stolz und meine er hat es selber geschafft….siehst du- geht doch)

Dann noch schnell durch alle Büro auf unserer Etage für einen allerletzten Aschiedsgruss ..das musste jetzt schnell gehen, die Tränen brannten höllisch auf meiner entzündeten Haut und diese mehrstufige langsame Verabschiederei musste jetzt endlich ein Ende haben…es war alles gesagt, alles getan und genug bedauert und genug Tränen waren auf vielen Seiten vergossen worden…so, jetzt geht der Blick nach vorne…auf die Autobahn..

Neue -alte Rituale

Das Gedächtnis funktioniert routiniert…kaum bin ich hier oben im Norden angekommen greife ich Rituale auf, die ich von früher her kenne und von meiner Schwester die hier oben lebt…

Zugegebenermaßen hat das eigentlich nichts mit dem Norden an sich zu tun, das machen tausende Menschen überall täglich…sondern es hat ewas mit meiner Kindheit zu tun…

Puschen…(oder auch Hausschlappen / Hausschuhe)…ich laufe eigentlich immer und überall auf Socken…aber hier ist der Balkon nicht überdacht und hat Bodenfliesen …das wäre auf Socken zu gefährlich…also hab ich mir Puschen gekauft…lol

Durchlüften – egal bei welcher Temperatur

Wenn ich früher meine Schwester besucht hab und aufgestanden bin, hab ich mich immer geärgert das sie, direkt nach dem Aufstehen ALLE Fenster aufgerissen hat…das zog dann und war oftmals sehr kalt…in meinen Wohnungen konnte ich diese Art des durchlüften nicht machen, das lag am Schnitt der Wohnungen oder an der Lage. Jetzt erstreckt sich meine Wohnung über das gesamte Dachgeschoss und hat Fenster auf allen Seiten, in allen Räumen..und prompt hab ich heute morgen, direkt nach dem Aufstehen, ohne weiter darüber nachzudenken einfach alle Fenster aufgerissen. ..lol…die Sonne scheint zwar, aber es ist noch frisch und windig..

Wenn man muss…dann geht vieles

Ich habe es tatsächlich geschafft meinen Fernseher mit einem Satelliten-Anschluss zu verbinden UND die Sender zu installieren…

…das klingt für die meisten zwar nach einer Kleinigkeit, für mich sind solche Aktionen jedoch eine echte Herausforderung.

Und ich hab mich im Vorfeld im Internet mit einem Tutorial schlau gemacht, mich bei dem Menschen im Elektronikmarkt vergewissert das es das richtige Kabel ist.

Das Einrichten der Sender war zwar nicht selbsterklärend, aber irgendwie hab ich es doch hin bekommen…

Im den letzten 14 Tagen hatte ich nämlich kein Fernsehen…soo jetzt aber …

520km Anlauf in ein neues Leben

Freitag der 13. Und ich bin jetzt in der Norddeutschen Provinz angekommen.

Ich habe in den letzten Wochen so viel Zuspruch von den Kollegen der gesamten Firma erhalten… wow..ich war echt überrascht und auch etwas überwältigt über die vielen positiven Kontakte und Rückmeldungen der Kollegen.

Meine offizielle Verabschiedung am Mittwoch war dazu auch ein echtes Highlight…meine Chefin hat so schöne Worte gefunden… und auch mein Ex-Chef und heute doch der Geschäftsführer…viele Kollegen haben nach meinen Kontaktdaten gefragt…

Na klar weiss ich auch, das die Absichten in Kontakt zu bleiben in dem Moment ehrlich gemeint sind, es aber meistens daran scheitert das man mit dem eigenen Leben zu beschäftigt ist…in nehme mich da selber nicht aus.

Trotzdem…die haben es mir echt nicht leicht gemacht zu gehen….viele bedauern es…auch unser Geschäftsführer und so einige Mitarbeiter in der IT.

Die Kollegen aus Salzgitter haben noch einmal schriftlich fest gehalten das der Kaffee bei ihnen auf mich wartet….und neben meinem Team hat vor allem unsere HR-Managerin schwer mit den Tränen zu kämpfen gehabt….

Auf dieser Welle des Zuspruchs und der Sympathie-Bekundungen hab ich mich dann aus der Firma spülen lassen und bin sofort auf die Autobahn…und jetzt bin ich vor ca 1 Std. Zuhause angekommen.

Erst mal frische Luft rein lassen, dann Kaffee kochen und ab auf den Balkon…ankommen, ausruhen und den Tag verdauen….

Noch hab ich kein Internet…aktuell schreibe ich über das Handy…auch wenn es etwas mühselig ist…Montag kommt die Telekom…

Eigentlich könnte ich langsam aufatmen

Der letzte Teil des Konzernumbaus wurde für uns abgesagt….HURRA !!!!!  so laut hab ich schon lange nicht mehr gejubelt…Es gab zu viele Probleme bei der Umsetzung, so das von oben entschieden wurde, das nur auf Konzernebene zu berücksichtigen, nicht bei den Einzelgesellschaften.  Wieviel Stunden ich im letzten Jahr genau für diesen Teil aufgewendet habe….grrrrrr…aber egal. Es ist vorbei.

Die Einarbeitung meines Nachfolgers ist abgeschlossen,…was jetzt nicht bedeutet das er alles weiß oder gar alles kann…aber die Zeit ist abgelaufen, denn jetzt ist er erst mal in Urlaub….und wenn er wieder kommt bin ich bereits weg. Aber na klar kann man  nach 5 Wochen bereits 2 Wochen Urlaub machen….

Ich hab die Zwischenzeugnisse für mein Team in Zusammenarbeit mit unserer HR-Abteilung  fertig…puh…auch eine Aufgabe die ich nicht so einfach aus dem Ärmel schüttele…aber  die Zeugnisse sind gut geworden und ich stehe hinter den Formulierungen….Chefin und ich haben unterschrieben….und sie hatte auch keine Einwände….die Zeugnisse habe ich einzeln an meine Teammitglieder übergeben….

Meine Chefin hat mein Zeugnis jetzt auch fertig …auch das ist immer etwas Unangenehmes , aber ich muss sagen… WOW – ich hab ein wirklich gutes und individuell formuliertes Zeugnis erhalten, das genau meine Stärken hervorhebt…ich bin sehr zufrieden damit.

Ich bin jetzt seit einer Woche in meiner letzten Wohnungslos-Etappe in der ich bis zum Ende meiner Zeit hier bleiben werde…das ist leider nicht so der Hit und war auch komplett  anders geplant…..aber was soll ich mich jetzt aufregen….ist halt so …

Wie gesagt eigentlich könnte ich jetzt anfangen aufzuatmen…aber der schlimmste Teil steht mir noch bevor…meine „offizielle“ Verabschiedung….boooa wenn ich das überlebt habe, DANN kann ich wirklich aufatmen.

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen….jetzt geht es nur noch darum alle Vorspeisen entsprechend zusammen zu stellen und anzurichten, die Pizzen müssen rechtzeitig kommen und die Ansprache der Chefin muss schnell vorbei sein….DANN und erst DANN kann ich aufatmen…wenn auch dieser Tag überstanden ist…

Fast vergessener Abschied

Die vergangene Woche hatte es mal wieder in sich…Endspurt im Monatsabschluss und Endspurt in der Einarbeitung …ab der kommenden Woche ist mein Nachfolger erst mal in Urlaub…na prima…aber ich bin ja da.

In meinem ganzen Trubel geht es ein wenig unter, das ich ja nicht die Einzige bin, die die Firma verlässt. Meine Chefin geht ja auch Ende des Monats….und am Mittwoch hat sie uns Teamleiter die zur Verwaltung gehören, zum Essen eingeladen.

Das ist das erste Mal in all den Jahren das sie uns in dieser Konstellation zum Essen eingeladen hat. Ja klar hat sie mich schon mal eingeladen und wir waren auch ein paar Mal zusammen Sushi Essen….aber zu viert waren wir noch nie.

Das Wetter bot an, sich bei knappen 20 Grad noch einmal nach draußen in den Garten eines italienischen Restaurants zu setzen. Meine Chefin hat überraschenderweise gegen all unsere Firmen-Regeln verstoßen und so haben wir mit einem Glas Prosecco auf die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre angestoßen…und auf ihre Zukunft.

Der Mittag verlief erstaunlich locker, auch wenn man gemerkt hat wie sehr noch viele Dinge im Job an ihr nagen…und sie merkt selber das es für sie schwierig sich dem zu entziehen…ich glaube ein wenig „beneidet“ sie mich das ich die Firma komplett hinter mir lasse, während sie nur den Standort wechselt…aber innerhalb des Konzern bleibt.

Wir waren fast 1,5 Stunden in der Mittagspause….warum ich jedoch am Ende der Pause eine Whatsapp-Nachricht meines Exfreundes bekommen musste, in dem stand „Guten Appetit“ und die italienische Flagge abgebildet war, ist mir schleierhaft…

Darauf hätte ich dann doch ganz gerne verzichtet….lässt es doch 2 Interpretationen zu, die ich beide nicht angenehm finde…..aber egal.

Was war das denn?

Kennt Ihr das, alle Voraussetzungen für einen schönen Abend und eine gute Nacht sind gegeben…und doch kommt alles anders.
Der Samstag war heiß…und ich hab meine Sachen gepackt um für eine einzelne Nacht in ein Hotel zu Tag ziehen…. Frankfurt-Höchst Altstadt…direkt am Main.
Das Zimmer ist toll mit direktem Blick auf den Main und zwei riesigen Fenstern…aber es ist heiß…sehr heiß ……ich checke ein und erledige in einem weiter entfernten Einkaufszentrum noch ein paar notwendige Einkäufe…viele Geschäfte, viele Parkplätze ….aber das gesamte Gebiet kannte keinen Schatten…so wurde es heiß und heißer …und zusätzlich bekam ich Hitzewallungen in 15-20 Minuten Abständen…Hitze von Innen UND Außen…ich war durchnässt …und bedient…und so langsam begannen die Kopfschmerzen.
Wieder im Hotel ging ich das 2. Mal an diesem Tag unter die Dusche…dann ab aufs Fahrrad am Mainufer entlang, in der Hoffnung das die Kopfschmerzen bald vergehen …später hab ich am Höchster Schloss draußen zu Abend gegessen. Heiß war es immer noch…aber das Essen war gut…in meinem Mispelchen schwamm ein kleiner Wurm, NEIN der gehört nicht da rein….lach…kein Problem – hab ein neues Glas bekommen.
Hitze, Hitzewallungen und Kopfschmerzen nahmen kein Ende…also bin ich bereits um 21 Uhr ins Hotelzimmer….die Fenster weit auf, den Ventilator an…während die Hitze von außen langsam nach lies war es innen immer noch viel zu warm.
Irgendwann bin ich eingeschlafen…und dann ständig wieder aufgewacht…mit noch stärkeren Kopfschmerzen….irgendwie hab ich versucht meinen Kopf so zu betten das er nicht schmerzt…den Rest der Nacht hab ich in einer Art Dämmerzustand verbracht…zwischen Erschöpfung, leichtem Schlaf, Kopfschmerzen, Übelkeit und dem Versuch mich anders hin zu legen, Ablenkung mit einem Hörbuch…nein es war keine erholsame Nacht …es war irgendwie surreal…unwirklich.

Zeitraffer und Zapfenstreich

Es ist und bleibt weiterhin  tagsüber heiß und selbst nachts ist es immer noch viel zu warm…tropische Nächte fangen ja bereits bei 20 Grad an.

Gestern Abend hab ich mich mit meinem Ex-Tanzpartner getroffen…dieses Mal ohne Trainerin…und wir haben gelacht und gequatscht, gut gegessen und mit Apfelschaumwein auf die Zukunft angestoßen…

Wir saßen im Garten der Apfelweinbotschaft in Frankfurt…mir gefällt die Atmosphäre dort so gut…alle Tische waren besetzt und trotzdem wirkte es nicht überfüllt….der Garten ist groß und die Tische stehen weit auseinander… wir saßen sehr lange draußen und es war ein friedlicher und entspannter Abend…und wir haben Beide fest gestellt, das wir trotz der Widrigkeiten in unseren Leben das Leben an sich sehr geniessen.

Bei ihm ist es die immer wieder aufflackernde Sorge um seinen Ehe-Mann…der hatte vor ein paar Jahren durch eine Krankheit extrem abgenommen und war nur knapp dem Tod entronnen… danach sind seine Eltern gestorben und es begann der Erbstreit mit dessen Geschwistern…und jetzt hat  er wohl immer wieder depressive Phasen….mein Ex-Tanzpartner macht sich große Sorgen um ihn…Die Beiden haben sich vor 2 Jahren eine Hündin zu gelegt…so einen kleinen Hund zum knuddeln und lieb-haben…und tatsächlich ist es für die Beiden eine Art Kind-Ersatz.

Ich könnte mit einem Hund nicht knuddeln…lach…aber das liegt an meiner Einstellung zu Haustieren.

Wir haben auf die Zukunft angestoßen…und nicht auf die Vergangenheit…und damit hat er Recht…der Blick geht nach vorne…

Auch ihm war es krankheitsbedingt nicht gelungen den Sport weiter aufrecht zu halten…immer wieder gab es Rückschläge und jedes Mal hat er sich wieder aufgerafft und neu angefangen…Nach den Knien war es jetzt  monatelang die Hand…und jetzt sind es die Gelenke in den Fingern…aber er hat wieder angefangen zu trainieren…ob er jemals wieder Turniere wird tanzen können?

Meine Zukunft liegt jetzt im Norden und sobald dieser heiße Sommer vorbei ist (ich bin ja jetzt viel draußen mit dem Fahrrad oder zu Fuß) werde ich wieder ins Fitnessstudio gehen und dann mal schauen ob ich mir wieder einen Sportverein suche.

Jetzt geht es erst einmal darum meinen beruflichen Countdown  im Rhein-Main-Gebiet runter zu zählen…es geht jetzt tatsächlich Tag für Tag schneller…was ja eigentlich Quatsch ist…ein Tag hat nun mal 24 Stunden…aber es fühlt sich so an, als ob die Zeit jetzt schneller vergeht.

In dieser Woche schaffe ich es tatsächlich mich emotional immer weiter von der Arbeit zu entfernen…ich arbeite, koordiniere, erkläre, ich optimiere, ich hab ein paar „Leichen“ ausgebuddelt und arbeite diese jetzt endlich mal ab…aber eben alles in einer normalen Geschwindigkeit…mehr geht nicht…ich hetze mich nicht mehr ab…und ich finde sogar, das es richtig so ist…ich verantworte es also auch vor mir selber…ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Heute hat sich unser technischer Direktor von mir verabschiedet…und prompt liefen mir ein paar Tränen über das Gesicht…manno…werde ich das denn nie los…dieses nah-am-Wasser-gebaut-sein..

Am  10. September ist mein „Großer-Zapfenstreich“…meine offizielle Verabschiedung…als meine Chefin meinte sie wird dann natürlich auch ein paar Worte sagen, meinte ich das überleb ich nicht ohne Tränen. Sie: da musst du jetzt durch, dann nimm vorher eine Beruhigungstablette….

Ja – das wäre glaube ich eine gute Idee…oder die Allergie-Tabletten die machen mich ja eh müde und träge, da reagiere ich dann eben verzögert…grins…

Anfang nächster Woche verschicke ich die Einladungs-Mail an alle Kollegen auf der Etage und an spezielle Kollegen aus den anderen Etagen …und ich muss mir überlegen was ich eigentlich zum Ausstand auftischen möchte: so viele Kuchen kann ich gar nicht backen… gekaufte Kuchen finde ich langweilig…Finderfood vom Caterer in unserem Haus ist teuer und wirkt  überkandidelt….

Pizza war eigentlich mein Plan: vom Italiener in der Nähe mehrere Familienpizzen bringen lassen, dazu würde ich vorher noch mediterrane Vorspeisen zum selber zusammen stellen besorgen (so mit Oliven, Parma-Schinken und Melone, gefüllte Weinblätter, Fladenbrot und Peperoni-Creme, etwas Käse,) dazu noch selbstgemachten Masccapone-Nachtisch und ein paar alkoholfreie Getränke (Alkohol ist ja bei uns verboten)…. Da sollte dann für jeden etwas dabei sein…

 

 

 

 

Wochenende….und weg…

Es ist Sonntagmorgen und ich sitze in der Norddeutschen Provinz auf meinem Balkon und geniesse um 8.45 Uhr die Stille hier.

Gestern bin ich bereits vor Zehn Uhr am Morgen angekommen…meine Fahrt begann quasi mitten in der Nacht. Die Fahrt war herrlich unspektakulär, um nicht zu sagen entspannend…mit nur einer Pause hab ich knapp 5 Stunden gebraucht. Die Pause brauchte ich um mir ein Frühstück zu holen.

Ich vermeide die Einkäufe auf den Raststätten der Autobahn, bei den Preisen…naja ein belegtes Brötchen geht schon…dachte ich, so spare ich den Umweg irgendwo unterwegs abseits der Autobahn einen Bäcker zu suchen. Und da ich so einen Einkauf  schon sehr lange nicht mehr gemacht machte, war mir nicht bewusst WIE teuer so ein belegtes Brötchen auf einmal sein kann.

Es war zugegebenermaßen frisch und extrem lecker…aber 4,95 EUR für ein Ciabatta-Brötchen mit Parmaschinken und Rucola…da musste ich schon zweimal schlucken…gut das ich Kaffee und Obst selber dabei hatte….okay also für die heutige Rückfahrt suche ich mir erst mal einen Bäcker.

Eigentlich hatte ich vor gehabt am Samstag noch mal durch die Möbelhäuser zu streifen und nach einem Kleiderschrank Ausschau zu halten der mir gefällt….aber als ich dann hier ankam kam es dann doch anders.

Ich hatte erst überhaupt keine Lust irgendwo mit dem Auspacken der Umzugskartons und Einräumen in die Schränke zu beginnen…okay, also nur das Bad heute….

Aber kaum fing ich um ca. 11 Uhr an …hörte ich erst wieder um 22.30 Uhr auf…lach… erst einmal den Badschrank einräumen…dann das Bad grundputzen…und dann ging es weiter…den Schuhschrank im Flur füllen…die Küchenschränke …die Kammer…den verbliebenen Kleiderschrank….ach ja und ein paar Sachen könnte ich ja schon auf meinem Dachboden verstauen…usw….

Zwischendurch hab ich mir etwas zu Essen gemacht…und ein paar Mal war ich zum verschnaufen auf dem Balkon …als ich  mich abends auf meine Wander-Matratze zum Schlafen legte, tat mein Rücken so weh, das der Schmerz mich vom Schlafen abhielt….und so kreisten meine Gedanken rund umdie Gestaltung der Wohnung ….und mitten in der Nacht beschloss ich Schlafzimmer und Arbeits-/Gästezimmer zu tauschen….lach…

Durch die Lage der Räume macht das mehr Sinn.

Der neue Schlafzimmerschrank kommt trotzdem wie geplant in den Raum der dann jetzt mein Arbeitszimmer werden soll.  Dieser Raum hat ein Velux-Fenster auf der Ostseite und da ich gerne bei geöffnetem Fenster, möglichst nahe am Fenster schlafen möchte, kommt ein beständiger Luftzug herein…das ist zwar jetzt angenehm, kann aber bei kälterem Wetter unangenehm werden und dazu auch noch rein-regnen.  Gestern war wohl ein Fest in der Stadt und da es ansonsten sehr ruhig hier ist schallte es ganz entfernt zu mir rüber.

Das „neue“ Schlafzimmer“ hat dann zwar keinen Zugang zum Balkon, dafür liegt es auf der Westseite und ist damit auch auf der von der Stadt abgewandten Seite, …hier kann ich das Fenster auflassen ohne das es zu sehr zieht. Es hat weniger Dachschrägen und ich kann den Sternhimmel besser beobachten.

Also eigentlich wird aus meinem 3.Zimmer eine Art Kleiderzimmer mit Gästebett und Schreibtisch und Zugang zum Balkon. Ich nenne es bewusst nicht Ankleidezimmer, damit verbinde ich immer die Vorstellung von türlosen Schränken und offenen Regalsystemen, aber genau das möchte ich nicht.  Das Zimmer wird mit Schränken und meiner großen Kommode ausgestattet, dazu ein bodentiefer Spiegel der gegen die  Wand gelehnt ist und eben einer Couch (als Gästebett) um sich in Ruhe anzuziehen… und ich kann den Klappstuhl vom Balkon dort abstellen, wenn es draußen regnet.

Jetzt wo ich hier bin und mich in den Räumen bewege, bekommt alles so langsam seinen Platz und durch meine bereits vorhandenen Möbel kann ich es mir jetzt noch besser vorstellen, wie es im Endergebnis aussehen wird…was mir tatsächlich noch an Möbeln fehlt…wo es genau richtig ist…und wo ich nur noch dekorieren muss. 

Aber das wird noch eine Weile dauern bis alles fertig ist….zuerst einmal hab ich Nachricht bekommen, das sich die Ankunft meines Bettes verschiebt…aber das schockt mich jetzt nicht wirklich…also noch nicht.

 

Einfach abgebogen

Fest eingeplant für den Sonntag war das Arbeiten im Büro…also am Morgen den Rucksack gepackt und ab aufs Fahrrad…erst mal grob Richtung Innenstadt um dann in Richtung Taunus abzubiegen…
Dann war ich auf einmal in der Nähe der EZB am Osthafen…ohhh hier war ich ja auch schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr….Noch bevor die EZB gebaut wurde und die alte Großmarkthalle eher als Bauruine und Mahnmal ein trostloses Dasein fristete und rund um die Eisenbahnbrücke noch keine gepflastertes Wege und parkähnliche Anlagen waren, bin ich dort gerne mit dem Rad entlang geholpert.
Also bin ich kurzerhand am und um den Osthafen herum geradelt hab mich Dribb-de-Bach am Mainufer nieder gelassen und den Morgen genossen…und mit jeder Minute die ich dort war schwand mein Wille etwas mehr an einem Sonntag ins Büro zu fahren.
Ich hab bestimmt 2 Stunden am Mainufer gesessen. Vor 12 Uhr gab es nur zwei verschiedene Typen von Menschen….Jogger und Radfahrer im Kampf-Modus….zuerst haben mich diese ständigen Sportler in eine Art Hektik versetzt…ich bekam ein schlechtes Gewissen, weil ich eben NICHT in ständiger Bewegung war, sondern einfach nur da saß und zuschaute…dann aber war es mir egal und ich konnte entspannen. Nach 12 Uhr kamen dann auch die normalen Spaziergänger und Touristen hinzu…das machte es bunter. Auf dem Main waren viele Ruderer und auch einige Ruder-Wettkämpfe zu sehen.
Da ich nichts gefrühstückt hatte, bekam ich Mittags irgendwann solchen Hunger, da bin ich zur Gerbermühle geradelt…Die Spareribs waren zwar nicht ganz so gut, wie in meiner Erinnerung …aber immer noch lecker und ich bin mit einer Frau am Nebentisch ins Gespräch gekommen, später bin ich dann noch ein paar Kilometer den Main in Richtung Hanau entlang geradelt…. Und ohne ein schlechtes Gewissen (ohh man die Arbeit stapelt sich im Büro) zu haben, bin ich dann am Nachmittag wieder in meinem Zuhause auf Zeit angekommen…Herrlich so ein Ausflug am Sonntag…