Arbeitsfrust mit Geld kompensieren?

Ich bin erstaunt wie wenig die Unruhe und Unzufriedenheit der Mitarbeiter wahrgenommen wird. Nein eigentlich erstaunt es mich doch nicht…also nicht wirklich. Es läuft ja – irgendwie.

Unser GF hat mir vor einiger Zeit in einem längeren 4-Augen-Gespräch ja auch versucht seine Sicht auf die Änderungen zu vermitteln und das ihm in vieler Hinsicht (z.B. weitere Mitarbeiter  für unterschiedliche Abteilungen einzustellen) die Hände gebunden sind.

Dabei muss ich aber auch sagen, es gab Zeiten da waren ihm die Hände NICHT gebunden…und er hat trotzdem die Notwendigkeit nicht gesehen.

Eine Aussage von ihm hat sich mir aber eingeprägt, die eigentlich das ganze Dilemma der Geschäftsführung  zeigt. In etwa lautete die Aussage: Was soll ich denn noch tun um den Mitarbeiter zu vermitteln das es der Firma gut geht. Die Umsätze und die Gewinne steigen…uns geht es doch nicht schlecht.

Ja, das stimmt. Umsatz, EbITDA und auch die Gewinne steigen und ja, jeder von uns ist mit seinem Bonus am Unternehmensziel beteiligt. Soweit so gut.

Aber DARUM geht es auch gar nicht. Die Frage sollte doch lauten: WARUM sind so viele Mitarbeiter in den letzten Jahren unzufrieden geworden OBWOHL alle messbaren Faktoren nach oben gehen.

Der Kern der Unzufriedenheit ist eben nicht, das wir zu wenig Geld verdienen – sondern das wir an vielen Stellen viel zu viel Arbeit haben, die mit der Anzahl der Mitarbeiter kaum zu bewältigen ist.

Natürlich ist Geld ein wichtiger Faktor…aber eben nicht der Einzige. D.h. unser GF kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die lieber auf etwas Geld verzichten um etwas mehr Freizeit zu haben.  Nun gut – unser GF ist ein waschechter Schwabe.

Wenn 3 Abteilungsleiter und 2 Teamleiter einer Firma (das sind nur die mit denen ich mich über diese Themen unterhalte – bei den anderen hab ich keine Einblicke) unzufrieden sind, und dazu noch einige der „normalen“ Angestellten …dann ist das überproportional im Verhältnis zur Gesamt-Mitarbeiterzahl.

Wenn auf der einen Seite immer wieder darauf aufmerksam gemacht wird, das die Überstunden zurück gefahren werden müssen, das die Arbeit an Wochenenden und Feiertagen nicht erlaubt ist, auf der anderen Seite dieser  zusätzliche Arbeitseinsatz nicht anerkannt /honoriert wird und trotzdem nur zögerlich Abhilfe geschaffen wird um die Arbeit innerhalb  der vorgegebenen Zeit schaffen zu können, auf der nächsten Seite bei der Planung  der nächsten 1-5 Jahre schon klar ist, wir wachsen weiter und es werden keine zusätzlichen Stellen geplant….da stimmt doch etwas nicht. Da ist doch schon vorprogrammiert das noch weitere Mitarbeiter die Reißleine ziehen oder untergehen werden.

Aber die Geschäftsleitung nimmt es nicht wirklich wahr…oder will es nicht wahrnehmen, weil es der Firma ja gut geht.  Und wenn es der Firma gut geht, dann haben die Mitarbeiter keinen Grund unzufrieden zu sein.

Was für eine Logik.

Nachdem ich jahrelang das alles eher stillschweigend mit getragen habe,  hab ich ja bereits in 2018 angefangen aufzubegehren, …was zumindest dazu geführt hat, das ich

  1. Einen zusätzlichen Mitarbeiter bekommen habe (wenn auch die Umsetzung erst mit ¾ Jahr Verzögerung statt gefunden hat)
  2. Ich eine zusätzliche finanzielle „Entschädigung“ für diese Sonderprojekt erhalten habe. Lt. Aussage meiner Chefin bin ich die Einzige.

Aber der zusätzliche Mitarbeiter und die finanzielle Sonderzahlung kamen zu spät…viel zu spät – meine innere Unzufriedenheit konnte das auch nicht mehr kompensieren und ich hab ja für mich die Konsequenzen gezogen.

Und  diese 1. Arbeitswoche nach dem Urlaub hat mir mal wieder gezeigt, es ist absolut die richtige Entscheidung…es geht munter weiter mit den Änderungen „mal eben“….

Nach einem Gespräch mit unserem verantwortlichen Westeuropa-Manger  weiß ich, auch den anderen Landesgesellschaften geht es nicht besser, die kämpfen mit den gleichen Nachwirkungen des Konzernumbaus (Nur die brauchten eben KEINE zusätzlichen Jahresabschlüsse – das war etwas speziell nur für die Deutschen Gesellschaften) und auch dort wächst das Frust-Potential – obwohl die an vielen Stellen wesentlich mehr Leute zur Verfügung haben. Und auch er hofft jeden Tag, das nicht noch mehr neue Anforderungen an unsere Arbeit gestellt werden.

 

Eine Frisur muss her

Wenn ich so kleine Begebenheiten aufschreibe muss ich selber öfter kichern…manches klingt wirklich grotesk.

Aus den verschiedensten Gründen bin ich nicht rechtzeitig dazu gekommen mir die Haar beim Friseur schneiden zu lassen. Als ich dann anfing nach einem neuen Friseur zu suchen hab ich  2 für mich passende Läden in relativer Nähe gefunden. Die vergeben jedoch keine Termine: Wer zuerst kommt – kommt dran….Prima! 

An DREI verschiedenen Tagen war ich zu spät dran / 1x war mir die Warterei einfach zu lang. Was mache ich also wenn ich anfange wie ein Bobtail auszusehen… ich schneide selber alles weg, was mich gerade strört – mit der Nagelschere!!!  

Ich hab mir also in den letzten Wochen  schon das Deckhaar etwas ausgedünnt, den Pony gekürzt und die Ohren frei geschnitten. Das ist zwar dilettantisch…aber es funktioniert.

Heute endlich hat es endlich mit dem Friseur gepasst und ich bin mein Winterfell professionell losgeworden…Jetzt hab ich nicht nur wieder eine ansehnliche Frisur, sondern bekomme wieder Luft im Nacken und auf dem Kopf…

Dem Busen so nah

Der Termin beim Zahnarzt heute Morgen war für die Zahnreinigung…Die junge Frau  war super nett, sehr klein – mit relativ großem Busen.

Ich bin eine Frau und mir ist es i.d.R. egal wie groß oder klein die Brüste anderer Frauen sind. Diese sind aber insoweit erwähnenswert, da ich ihre  Brüste entweder an meiner Wange oder sogar am Hinterkopf zu spüren bekam.

Hmmm – so etwas finde ich ja eher unangenehm: Einmal diese Berührung durch fremde Menschen, zum zweiten durch die daraus resultierende Enge für mich…

Aber das Mädel hatte  wohl keine andere Wahl…sie ist nun einfach nicht so groß und kam nur durch Strecken  an die Geräte auf der anderen Seite…und strecken heißt gleichzeitig auch runterbeugen.

Teilweise konnte sie wohl auch nicht alles in meinem Mund sehen, trotz dieser Lupenbrille, die Zahnärzte gerne benutzen. Jetzt weiß ich nicht, ob man den Stuhl nicht noch weiter hätte herunter fahren können oder ob sie noch ein zusätzliches Fußbänkchen nehmen könnte….um optimal sehen zu können, musst sie einfach näher kommen…und da war einfach der Busen im Weg.

Sie tat mir einfach leid und so hab ich nichts gesagt –hab versucht mit geschlossenen Augen die Enge und den Busen an meiner Wange zu ignorieren.

Das Ergebnis ist toll geworden und sie hat mir auch einige sehr gute Tipps gegeben

Wo wir übernachten

Eigentlich schade das mein Balkon im Hochpattere liegt….bei den aktuellen Temperaturen von immer noch 28 Grad (um 22.20 Uhr) hätte ich Lust auf dem Balkon zu übernachten….lach …so mit Isomatte und Schlafsack.

Es geht ein leichter Wind….ausserdem ist es heute absolut still (nanu – heute ist Mittwoch und keine Probe des Bläserchors…tztztztz- wie nachlässig).

Hmmm…neeee das kann  ich leider nicht machen…der Balkon ist ja direkt neben dem Hauseingang….wenn auch etwas geschützt…aber eben nicht vollständig… das traue ich mich aktuell nicht…trotzdem finde ich den Gedanken verlockend…

Isomatte, Schlafsack und ein Zelt liegen seit mehr als 10 Jahre ungenutzt in einer Truhe im Keller…ich müsste sowieso erst einmal prüfen ob die überhaupt noch nutzbar sind. Vielleicht haben sich ja die Motten dadurch gefressen.

Ich war nie ein großer Freund vom Camping. Das liegt wahrscheinlich daran weil sich meine Eltern während eines Camping-Urlaubs getrennt haben…und das war nicht nur ein normaler Streit, es war ein Drama was sich da abspielte…so etwas hinterlässt  Spuren.

Trotzdem gab es eine Zeit, da passte es ganz gut zu meinem Lebensstil  mit dem Schlafsack irgendwo zu übernachten, z.B. wennmeine Freundin aus Wolfhagen eingeladen hat und das ganze Haus voller Gäste war…jeder hat sein Schlafzeug mitgebracht und sich ein Plätzchen gesucht…das Haus war groß genug. Kennen gelernt hab ich sie als ich kurzfristig eine Nachmieterin für genau dieses Haus gesucht habe. So war ich später Gast in dem Haus, das vorher mein gemietetes Zuhause war…das war schon manchmal ein merkwürdiges Gefühl.

Oder als einer aus meiner Clique in einer Waldhütte im Sommer seinen Geburtstag gefeiert hat und wir  mit Schlafsäcken  rund um das Lagerfeuer sassen…zum Schlafen haben wir uns dann etwas verteilt…geschlafen hab ich dann  in meinem Auto auf dem zur Ladefläche umgebauten  Kofferraum (ich hatte zu der Zeit einen sehr hässlichen aber äußerst praktischen Kastenwagen).

 …und dann mit der Zeit waren der Schlafsack und das Zelt nur noch eine Erinnerung in einer Kiste. Das Leben lief weiter und ich hab Beides nicht mehr benutzt…aber aufgehoben.

Ich werde mal am Wochenende die Kiste inspizieren…Lach…vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Gelegenheit für eine etwas unkonventionelle Übernachtung…

Zurück im Hamsterrad

Heute war erst der 2. Arbeitstag nach dem Urlaub…und ich könnte schon aus dem Fenster springen.

Immer noch haben wir mit den Änderungen in den organisatorischen Strukturen  des Konzern zu tun…immer wieder werden die Anforderungen geändert…Erst  Hüh…dann Hot, dann  brrrr…und dann aber im vollen Galopp….ganz schnell fertig werden.

Kaum bin ich wieder da, bekomme ich von mehreren Seiten zu hören…wir müssen DAS jetzt noch eben machen.  WIESO – vor meinem Urlaub hab ich extra an höherer Stelle genau danach gefragt. Antwort: Nein, das brauchen wird nicht…

…und jetzt auf einmal heißt es DOCH und der Abgabetermin war bereits der 17.05. Sagt mal, wollt ihr mich veraschen?… Die entsprechende  Person kann sich auch gar nicht mehr an unser Gespräch erinnern…

Ist aber auch egal…das muss gemacht werden….und zwar „mal eben“…. Mal eben geht ja gar nicht…das sind 4 Gesellschaften für die ich das machen muss und das braucht eben schon mal 1 Tag…

Aber dafür gab ich in dieser Woche auch schon Meetings gehabt, für die ich dann auch noch die Protokolle schreiben soll….Aha! Ja – prima…WANN?

Aber auch das ist ja vollkommen egal…das wird sich schon von alleine schreiben…das Protokoll…grummel….nun gut – meine Chefin hat sich jetzt mal nicht lumpen lassen und mir einen ordentlichen Zusatz-Bonus genehmigt um den enormen Zusatzaufwand der letzten Monate zu kompensieren…da war ich schon verwundert…und denke eher das ist gedacht um sich für die noch kommenden Monate h mein wohlwollendes Engagement  zu sichern.

Nicht das ich auf die Idee komme, wegen fehlender Anerkennung , mich beim Arzt krankschreiben zu lassen…so ähnlich hat sie es durch die Blume ausgedrückt…lach.

Na ich weiß aber, das dafür mein Schluss-Bonus wesentlich geringer ausfällt…weil ich ja überhaupt keine Zeit hatte, an meinen persönlichen Bonus-Zielen 2019 zu arbeiten….also dann relativiert sich das wieder.

Aber das ist mir jetzt wirklich fast egal….Hauptsache der ganzeKram endet jetzt endlich bald.

So wie es aussieht, hat sich meine Firma jetzt doch schon für einen Nachfolger entschieden, der bereits im August anfangen wird (witzigerweise war das einer der Kandidaten, der am Anfang mangels fehlender Tiefe der Fachkenntnisse aussortiert wurde). Aber als Teamleiter soll er allen gut gefallen haben… Prima – immerhin hab ich dann jemandem dem ich doch noch etwas übergeben kann, ohne das ich mein Team überstrapazieren muss. Was der dann daraus macht kann ich eh nicht mehr beeinflussen.

Ja, es wird Zeit das ich hier raus komme… und doch hab ich bereits gestern wieder Abends noch von Zuhause aus gearbeitet… und auch heute Abend werde ich später noch ein weiteres Protokoll schreiben…ich hab während der offiziellen Arbeitsstunden KEINE  Zeit dafür…und am Samstag werde ich mal wieder einen Tag im Büro verbringen…um die verflixten Änderungen  (die vom Anfang) einzugeben

….noch 2,5 Monate und dieser Spuk ist vorbei.

Faulenzer Tag

Heute mache ich einen echten Faulenzertag…

Meine Daumenwurzel an der linken Hand ist immer noch geschwollen, ist inzwischen jedoch nur noch halb so dick, wie gestern…dafür schillert sie jetzt in den Farben eines Gewitters….dunkelblau bis dunkelgrau….

Fahrradfahren fällt damit heute aus…ebenso alles was ich sonst mit der linken Hand mache…also sehr viel (inclusive Bügeln, abwaschen  usw. (okay  für´s Zähneputzen hab ich die rechte Hand genommen….fühlt sich zwar ungelenk an, funktioniert aber auch).

Auch schwere Sachen heben geht heute auch noch nicht wieder oder auf dem Balkon die Pflanzschalen umschichten und entleeren…. noch 1-2 Tage und meine Hand ist wieder voll einsatzfähig…hoffe ich zumindest.

Damit ist klar: Heute werde ich mal faulenzen…und das kommt mir ganz gelegen….ab Morgen muss ich wieder arbeiten, also gilt heute noch mal die Devise: Kraft-tanken für die kommenden anstrengenden Wochen.

Ich war am letzten Donnerstag, dem Feiertag, für ca. 1 Stunde im Büro…und bin dort fast über meinen neuen Chef gestolpert….wir haben uns kurz unterhalten (schon nach ca. 1 Minute hat er gefragt ob wir nicht auf Englisch reden können – na klar ) und er hat mir erzählt, das die jetzt wahrscheinlich doch bereits ab 1.8. einen Nachfolger für mich gefunden haben. Das wäre phantastisch…dann müsste ich mein Team nicht noch quälen und kann in ca. 1,5 Monaten noch meinen Nachfolger einarbeiten…das wären dann mal echt gute Nachrichten.

Aber bei der schnellen Durchsicht meiner Mails wurde klar: das werden keine leichten Wochen …aber wann war es schon mal leicht für mich in dieser Firma…also Augen zu und durch…. Es sind ja nur noch etwas mehr als 2,5 Monate  die ich arbeiten muss und dann bin ich fort….

Irre wie schnell  die Zeit jetzt gelaufen ist, seitdem ich gekündigt habe…es sind schon knappe 2 Monate vergangen…

Also:  Heute werde ich mal die Füße hoch und die Hand still legen und einfach mal gar nichts tun….außer etwas schreiben am PC (die Finger funktionieren ja einwandfrei ) und nachher  noch Essen kochen…. Auch die Muskeln brauchen ja mal eine Pause zur Regeneration… also HEUTE 

…und Schwuuups ….

Die Freude blieb bis zu dem Moment, in dem ich versuche mein Fahrrad  an einer ungünstigen Stelle zu wenden….einer der Querwege verlief einfach ins Nichts….und währende des Wendemanövers verfingen sich ein paar am bodenliegende Äste in den Pedalen, meine Versuche das Gleichgewicht zu halten schlugen fehl…und schwuuuups lag ich auf dem weichen Boden.

Die Äste und das Pedal zerkratzen mein linkes Bein…, mein linker Ellenbogen steckte im Dreck und obwohl ich darauf lag, hatte er nichts weiter abbekommen….aber mein linkes Handgelenk…AUAA…das tat mal so richtig weh….

Zuerst hab ich mich mal unter dem Fahrrad hervor gepult….das Blut lief an meinem Bein entlang…lach…das sah martialisch aus, waren aber nur leichte Schürfwunden…Ich  beobachtete das Handgelenk…es tat weh, wurde aber nicht dick…die Finger konnte ich bewegen (prima – nichts gebrochen)…Aber der Schmerz im Handgelenk ging nicht weg….hmmm aber es wurde nicht dick….was ich vollkommen übersehen hatte:

Die Daumenwurzel wurde dafür dicker und dicker….ohhha…

Nun gut also mit Taschentusch und meiner Wasserflasche habe ich mich vom Blut am Bein befreit und meine Daumenwurzel gekühlt…ich bin zwar noch ein paar Km mit dem Rad gefahren…aber es war mühselig da ich ja ein TrekkingCross-Rad besitze muss ich beim Auf-und Absteigen BEIDE Hände am Lenker haben und zum Bremsen ebenfalls…das ging nicht so wirklich….also bin ich zurück zum Auto gefahren…

Hab dort erst einmal  die Wund-und Heilsalbe auf den Handballen geschmiert, aus dem Verbandskasten einen Stützverband  geholt und angelegt, so gut das eben mit einer Hand ging… Sooo und zum Trost hab ich mir dann noch ein Eis gegönnt und bin ich dann noch einmal in der Fußgängerzone etwas herum gelaufen….

Inzwischen tut es nicht mehr so weh…ist aber noch geschwollen…(Zuhause hab ich erst mal Sportsalbe drauf geschmiert und einen  neuen Stützverband gemacht um das Gelenk und die ganze Hand zu schonen….hoffe die Schwellung ist morgen wieder weg….grummel…

Suche nach mir Selbst : Rückblick

Suche nach mir Selbst : Rückblick

Ich hab mich so richtig auf Kassel gefreut…das Wetter zeigte sich von der schönsten Seite und so hab ich nach der Parkplatzsuche erst einmal für den nötigen Sonnenschutz gesorgt…Am Rande der Fußgängerzone  waren dutzende Einsatzfahrzeuge der Polizei und eine ältere Dame sagte mir, es wird eine Demonstration stattfinden…gegen „Rechts“  – Anlass war die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) Anfang Juni in Wolfhagen

Irgendwie fühlt sich das hier so nah an und macht mich gleich doppelt betroffen….Ich hab vor 17 Jahren in einem der Neben-Orte von Wolfhagen gewohnt….Aber vor Demonstrationen nehme ich grundsätzlich  reiss-aus…das sind mir eindeutig  zu viele Menschen…

Ich habe mich also mit meinem Fahrrad in den Volkspark verzogen…erst einmal direkt zur Orangerie. Dort gibt es das Planetarium und ein Restaurant mit großem Außenbereich…direkt im Park. Eine malerische Kulisse. Dort habe ich mich mit Räucherlachs und Rösti  gestärkt (das hab ich in Kassel zum 1.Mal in meinem Leben gegessen…allerdings während eines Besuchs im Staats-Theater und nicht im Park).

Das Besondere an dem Volkspark in Kassel: Er liegt direkt in der Stadt und ist riesig groß….und sobald man dort ist, hört man nichts mehr von der Stadt….Der Park liegt etwas unterhalb der Fußgängerzone und auf der anderen Seite ist die Fulda….dahinter beginnt das ehemalige BUGA-Gelände….und mit dem Fahrrad sind es nur 30 km bis HannMünden…. Den Weg bin ich früher oft gefahren.

Ich war insgesamt nur 1,5 Jahre in Kassel….aber der Volkspark war mein Lieblingsort, er war eine Art geschützter Raum für mich, eine Art Wohnzimmer…den Park hab ich bei eisigen Minus-Temperaturen im Winter stetig durchwandert und mein unbändiges  Gefühl der Verlorenheit hinausgebrüllt (wenn denn Niemand in der Nähe war)….hab den Bäumen und Seen  meine Verzweiflung erzählt nicht zu wissen, WER ich denn eigentlich bin,…ich war mit Anfang 30 zum ersten Mal in meinem Leben allein (war von NRW nach Hessen gezogen, hatte eine Karriere und hatte mich gerade von meinem Ehemann getrennt mit dem ich seit meinem 16.Lebensjahr zusammen war) …und wusste nicht, was ich eigentlich vom Leben wollte…ich hab auf den Wanderungen in dem Park in endlos erscheinenden Diskussionen mit mir selbst, nach MIR gesucht…und mich dann  auch gefunden.

Ab dem Frühling bin ich mit dem Fahrrad durch den Park gefahren…kreuz und quer…und immer wieder … rüber in die Fulda-Aue…und um den BUGA-See herum….durch die Felder bis nach HannMünden…und noch weiter…und wieder zurück. Das war in dem heißen Sommer 2003. Da wusste ich schon was ich wollte…hatte auch Freunde gefunden…und wusste das ich doch nicht mehr lange bleiben werde, die Karriere war nicht das, was ich wollte. Da saßen wir bis Ende Oktober bei immer noch warmen Wetter bis spät abends  mitten auf dem Rasen vor der Orangerie.

Im Volkspark in Kassel hab ich MICH damals als Mensch neu gefunden und  die Weichen für meine Zukunft gestellt, habe dort meine Entscheidungen vorbereitet und dann auch getroffen….

Irgendwie erscheint es mir nur logisch an diesen Ort zurück zu kehren, um die nächsten gravierenden Entscheidungen in meinem Leben durch den Park zu tragen….und es tat gut…

Neues Hobby

Um 8 Uhr klingelte der Wecker, um 8:03 Uhr war die Bettwäsche runter gezogen und seit 8.05 Uhr läuft bereits die Waschmaschine…nicht mit der Bettwäsche, sondern mit der Bettdecke….

Seitdem ich diese blööööde Haustaubmilben-Allergie  habe, läuft noch viel häufiger die Waschmaschine als früher: wöchentlich Bettdecke, Bettwäsche, Kopfkissen, Bettlaken waschen…dazu ständig saugen und feucht wischen…

Da diese Allergie bei mir eine „schwere“  Ausprägung hat, ist das leider notwendig.

Am Anfang dachte ich noch…ach ja …das beruhigt sich schon wieder und dann reicht alle 2 Wochen der Bettbezug, alle  3 Wochen Decke und Kopfkissen selber.

DENKSTE!  … meine Augen und meine Haut sagen sehr schnell DOCH es MUSS sein…

Bei den meisten Haustaub-Allergikern schlägt sich das Ganze auf die Bronchen nieder, die müssen niesen, die Nase läuft, das Atmen fällt schwer und kann sogar  zu Asthma werden.

…bei mir  dagegen macht sich die Allergie auf der Haut bemerkbar…auf der Haut rund um die Augen, inclusive der Augenlider,  bis zu den Wangenknochen und manchmal auch bis in die  Augen selbst….die Haut ist geschwollen, rot, juckt, schuppt,  brennt und tut weh…verträgt keinerlei Cremes und nur wenige Salben…und das auch nur kurzzeitig…

Zu den  schlimmsten Zeiten sah ich so aus, als ob ich verprügelt worden bin (meine Chefin meinte ich sähe nach „häuslicher Gewalt“ aus)…und dabei haben mich meine Kollegin nur im gemilderten Zustand gesehen…also schon eingecremt und mit medizinischem Puder zum kaschieren….

Seitdem endlich klar ist, das es sich um eine Kontakt-Allergie durch Haustaub-Milben handelt muss ich waschen, waschen, waschen….das Encasing  (spezielle Bezüge für Allergiker – von der Krankenkasse bezahlt) vertrage ich aktuell leider nicht  durch die dann noch stärkeren Hitzewallungen während der gesamten Nacht.

Und nicht zu vergessen die Wohnzimmercouch…ich habe alle Kissen entsorgt und durch Allergiker-Kopfkissen ersetzt, die ich in die Kissenhüllen stopfe….und ich habe eine Decke aus reiner Baumwolle gekauft, die ich als Schonbezug auf die Couch lege…die Decke kann ich bei 95Grad waschen…die Couch ja leider nicht …dafür gibt es Anti-Milbenspray.

Also ist Waschen zu meinem Hobby geworden. Dabei hab ich immer gedacht meine Wohnung ist eigentlich sauber…aber ich verstehe jetzt den Unterschied zwischen sauber und Allergiker-geeignet….seufz..

der geschenkte Tag

Heute Morgen wache ich auf und denke sofort: Schade – heute ist ja schon Sonntag. Urlaub vorbei – Wochenende auch schon wieder fast vorbei.

Ein Gefühl von Traurigkeit erfasst mich, weil damit mein Urlaub wirklich vorbei ist…und heute wollte ich ja noch nach Kassel fahren…Mist-jetzt hab ich das immer wieder zeitlich hinausgezögert , weil immer wieder etwas anderes dazwischen gekommen ist und heute ist der letzte Tag an dem ich es noch machen kann…dabei wollte ich ja lieber an einem Samstag fahren.

…so langsam dämmerte es mir: hier stimmt doch etwas nicht.

Gestern war ich in Frankfurt und ich hab geschrieben das es mein letzter Urlaubstag sei…also war gestern erst FREITAG…so kann heute unmöglich Sonntag sein…lach….

Die erleichternde Erkenntnis lautete: Heute ist erst SAMSTAG (nicht Sonntag). Ich bin jetzt knapp 2 Stunden auf und denke die ganze Zeit – super ich hab noch einen Tag geschenkt bekommen…Weil ich immer noch das Gefühl habe, heute ist bereits Sonntag.

Ich weiß natürlich das das nicht stimmt, an der Anzahl der freien Tage hat sich nichts geändert, aber meine Wahrnehmung ist eine andere.

Das Gefühl kommt wahrscheinlich daher, weil ich gestern tagsüber in der Stadt war und das mache ich ja normalerweise nur an einem Wochenende….lach…irgendwie ist mein Zeitgefühl gehörig durcheinander gewirbelt worden.

Ich atme also erleichtert auf und genieße den „geschenkten Tag“.