Vorboten auf den Herbst – Kochbirnen

Vor ein paar Tagen war ich in der Gemüseabteilung eines Supermarkts….und da lagen sie, etwas versteckt, nicht direkt beim Gemüse – auch nicht wirklich beim Obst….aber doch in Augenhöhe….die Vorboten auf den Herbst: Kochbirnen.

Und was macht man damit?

Eigentlich kann man alles damit machen, wozu man auch sonst Birnen kochen muss: Birnenkompott z.B.

Aber ich liebe es ganz klassisch in dem für mich typischsten der norddeutschen Eintöpfe – Birnen, Bohnen und Speck:

Das einzige Zugeständnis das ich bei dem Rezept mache: ich schneide den Bauchspeck kleiner, als ich es von meinem Vater und meiner Oma her kenne….Bei uns gab es das früher immer mit Speckstücken von ca. 5x5x5 cm und mit hohem Fettanteil….während ich heute auf ein gut durchwachsenes Stück achte und es eben kleiner würfele.

Kochbirnen zu bekommen ist in der Mitte Deutschlands eher schwierig, genauso wie Landgurken.

Aber hier oben in Schleswig-Holstein muss man einfach nur die Augen aufhalten…und so ist es mir in diesem Sommer, der sich schon fast wie Herbst anfühlt, gelungen, schon früh Kochbirnen zu kaufen.

Also hab ich gleich mal zugegriffen und heute Morgen einen ganzen Topf gekocht….jetzt hab ich zumindest 5 Portionen die ich einfrieren kann.

Jetzt überlege ich schon, es mal mit dem Einkochen von Kochbirnen in Gläsern zu probieren….hmmmm ….allerdings hab ich eine innere Scheu vor dem Einkochen.

Anfang der 90er Jahre hab ich Apfelmus eingekocht und auch selbst gesammelte Pilze….und am Ende der ganzen Arbeit war der Inhalt in den meisten Gläsern schon nach kurzer Zeit schimmelig…ich hab also etwas falsch gemacht und danach alle Lust verloren, es noch einmal zu probieren.

Das ist, zugegebenermaßen schon lange her….ich könnte es ja doch noch einmal probieren….

Urlaubtag – Wasserfreuden

Urlaubtag – Wasserfreuden

Seit ich aus dem Kurzurlaub in Hessen wieder zurück bin, warte ich schon jeden Tag ungeduldig darauf, das der Regen in Hamburg wenigstens mal für ein paar Stunden verlässlich aufhört…ich wollte doch unbedingt ein weiteres Mal zu dem Bootsverleih an der Alster, um noch einmal ein Kajak auszuleihen.

Gestern Nachmittag hat es dann geklappt…..bei trübem, aber trockenem Wetter war ich wieder auf einem der Alsterkanäle unterwegs….wieder war es zu der Uhrzeit fast leer ..wie ich später feststellte waren nach 19 Uhr die Vereine unterwegs, als die Bootsverleiher schon geschlossen hatten.

Mit fast kindlicher Freude und tiefliegender Ruhe ging es mit ruhigen Paddelschlägen durch den Kanal….ich bin in die gleiche Richtung wie beim letzten Mal gefahren, dieses Mal aber weiter und ich war mit 1,5 Stunden auch auch länger unterwegs.

Hab mit dem Rumpf ein paar Gleichgewichtsübungen im Kajak gemacht, nur um zu Testen, wie gut und sicher ich mich dabei fühle: Ergebnis: gut fühle ich mich dabei – richtig gut….und schon nach knappen 30 Minuten konnte ich meine tiefliegenden Bauchmuskeln bei der Arbeit spüren….hahaha sehr schön.

Mir ist ein 2er Kanu begegnet, das zusätzlich mit einer Mülltonne bestückt war…die beiden Frauen haben tatsächlich Müll aus dem Kanal geholt. Klasse Aktion, das habe ich ihnen auch gesagt und sie freuten sich sichtlich über meine Respektsbezeugung. Später fiel mir ein, ich hätte fragen wollen ob sie das privat machen oder ob es eine Vereinsaktion ist….noch am gleichen Abend hab ich gelesen, das man so ein Kanu kostenlos bei einem Bootsverleih ausleihen kann, wenn man sich dazu verpflichtet auf der Fahrt eben Müll zu sammeln…..KLASSE.

Ansonsten sind mir noch ein paar Kinder in 2er Kanus begegnet….und das waren für 1,5 Stunden tatasächlich die einzigen Menschen, die mir auf dem Kanal begegnet sind.

Meine Geschwindigkeit im Kajak war gefühlt sehr langsam…also gemütlich. Etwas ungewohnt so keine Kontrolle über meine Geschwindigkeit zu haben…und auch kein anderes Boot, das in meine Richtung fuhr, um auch nur einen Anhaltspunkt zu bekommen, wie langsam oder schnell ich eigentlich unterwegs bin. Ich bin ja sonst immer in einem sportlichen Modus….hierbei fehlte mir nun jedes vergleichende Element….okay…also mit einem jungen Paar, das am Kanal entlangspazierte blieb ich eine Weile gleichauf.

Dann schob ich den Gedanken an einen sportlichen Vergleich schnell wieder weg und genoss einfach die ruhige Fahrt. Das Wetter blieb trübe, aber die Temperatur war angenehm auf dem Wasser und ich hatte an vielen Stellen sogar Gegenwind.

Und wieder stellte sich das Gefühl von unglaublicher Freiheit ein, obwohl einige Menschen auf den Brücken standen oder am Kanal entlang liefen. Ein Gefühl das ich oft verspüre, wenn ich mit dem Fahrrad im Sommer an Feldern vorbei fahre…wenn ich ohne Zwang und festem Ziel einfach drauf los im Wald wandere.

Am Ende meiner Tour angekommen, war wieder der schwierigste Teil vom Kajak auf den höherliegenden Steg auszusteigen….also ohne Hilfe wäre mir das nicht geglückt….ich fühlte mich wie eine Robbe…hmmm….das muss aber auch besser gehen oder nicht? fühlte mich wie eine alte Frau hahahaha

Der Bootsverleiher meint, das es durch den hohen Steg so schwierig ist und tatsächlich hab ich später eine Vereinspaddler gesehen, die an einem niedrigen Steg ausstiegen, das sah wesentlich leichter aus….- okay die sind natürlich geübt.

Zufrieden mit meiner Tour (okay also das Gefühl einer alten Frau beim Aussteigen vergessen wir mal schnell wieder) wollte ich diesem Tag noch ein weiteres richtiges Urlaubsgefühl geben…also bin ich nur ca. 2 km weiter gefahren und hab in dem tollen vietnamesischen Restaurant, in dem ich jetzt schon ein paar Mal war, zu Abend gegessen…allerdings lieber drinnen….so langsam wurde mir doch kalt mit meiner halblangen Sporthose und dem dünnen Shirt mit dünner Regenjacke drüber.

Hamburg hat ja schon wieder eine hohe Inzidenz und ich musste meinen Impfnachweis vorzeigen, um drinnen sitzen zu dürfen…kein Problem…..hab ich ja auf dem Mobiltelefon.

Nach dem leckeren Essen hab ich zum Abschluss noch eine kleine Walkingrunde an der Alster gemacht….auf der Suche nach

  • einem Restaurant direkt am Wasser. Ich bekomme ja sehr bald schon Besuch meines Rentner-Kollegen aus Hessen mit seiner Frau….die Beiden sind inzwischen echte Freunde geworden und ab jetzt nenne sie hier: „Die Rentner“.
  • weitere Bootsverleiher mit Kajaks (bei dem ich bisher war, der hat nur 2Stck. Einer-Kajaks und möchte auch eigentlich lieber SUP vermieten)
  • Kanu-/Kajaksport-Vereinen mit ihren Anlegestellen

Als ich, auf einer Brücke stehend, zwei Herren beim Aussteigen aus ihren Kajaks beobachtete, hab ich gefragt, zu welchem Verein sie gehören ….und ob der Verein auch Anfänger aufnimmt….und hab gleich mal für nächste Woche Tag und Uhrzeit genannt bekommen, wo ich mal kommen und reinschnuppern kann, immerhin hat jeder mal als Anfänger angefangen……prima – DANKE…

Sooooo – das war doch ein schöner und zufriedenstellender Urlaubstag….

Eigenes Wert-System

Eigenes Wert-System

Zu meinem Tagesausflug gestern hatte ich mich erst relativ spät entschieden: immerhin liegt Jever gute 230km entfernt und das Wetter ist immer noch mit Regen und viel Wind beschäftigt…..aber gut – nur noch länge zuhause zubleiben, war ja nicht mein Plan.

Mit dem Blick auf die Wetter-Prognosen stand die Wahrscheinlichkeit das es in Jever auch mal aufhört mit dem Regen und evtl. sogar Sonnenschein geben könnte, nicht schlecht.

Also bin ich am Vormittag aufgebrochen….erst einmal durch den Elbtunnel, an Bremen vorbei, Richtung Oldenburg und dann weiter Richtung Küste. Es war zwar relativ voll auf den Straßen, aber immerhin floss der Verkehr ohne Probleme.

Während meiner Autofahrt reifte in mir ein kleiner Plan, den Ausflug zu verlängern, um auch der Fahr-Strecke gerecht zu werden, indem ich eine spontane Übernachtung ins Auge fasste….das hätte mir die Möglichkeit gegeben auch Wittmund, Leer oder Wilhelmshaven zu besuchen. (Wechselklamotten hatte ich eh eingepackt, wegen des Regens…dazu hatte ich die Reisezahnbürste und Tabletten in der Tasche)

Aber es scheiterte letztlich an einer preislich vernünftigen Übernachtungsmöglichkeit in und um meine Zielgebiete herum…wie schon vorher geschrieben, werden diese Orte an den Küsten und in relativer Küstennähe aktuell überrannt.

Jeder hat für sich sein eigenes inneres Wert-System.

Das ist das, was man bereit ist für eine Sache an Geld auszugeben. Dieses Wert-System ist für jeden anders…hängt ab vom eigenen Anspruch, den eigenen finanziellen Möglichkeiten und der Wertstellung der Dinge innerhalb des eigenen Lebens.

Wenn ich nicht gerade einen Wellness-Aufenthalt buche, hat eine Übernachtung im Hotel / Landgasthof / Ferienzimmer für mich keinen so großen Stellenwert…also bin ich auch nicht bereit, sehr viel Geld dafür auszugeben. Meine Wertstellung für die Möglichkeit einer reinen Übernachtung mit sauberem Bett und Dusche liegt daher zwischen 50-70 EUR für ein Einzelzimmer im ländlichen Bereich…..bis 80 EUR in einer Stadt.

Und dann hab ich gesehen, was aktuell im Bereich der Nordsee für Preise aufgerufen werden….Wenn denn überhaupt noch freie Zimmer zur Verfügung standen, lagen die meisten Zimmer bei 90 – 300 EUR pro Nacht….und es ging noch weiter rauf….oder wenn es mal ein Angebot innerhalb meiner Wert-Vorstellung gab, dann war es gleich grottig bewertet.

Angebot und Nachfrage….juuup – schon klar: die Nachfrage ist hoch – das Angebot bleibt überschaubar….ich verstehe, das die Preise steigen müssen, damit auch die Hoteliers und die Angestellten „überleben“ können….aber diese Preise passten einfach nicht in mein Wert-System.

Ich hab den frühen Abend dann noch in Hooksiel verbracht…bin schön durch das Örtchen und am alten Hafen entlang gelaufen und dann tatsächlich noch am gleichen Abend wieder nach Hause gefahren.

Leer, Emden, Wittmund und Wilhelmshaven besuche ich dann mal zu einem anderen Zeitpunkt….plane dann im Voraus auch die Übernachtungen….im Herbst ist bestimmt auch weniger los.

In Hooksiel gab es auch so schöne und ruhige Plätze wie diesen hier:

Auf der Bank rechts saß ich dann noch ein Weile und genoss die Ruhe … genauso wie die Enten ,die sich dort am Uferrand niederließen…die Köpfe unter dem Federkleid versteckend…

…bis eine Mutter mit kleinem Kind auf dem Arm, vorbeikam und, nur um das Kind zu belustigen, mit lauten Gejuchze zu und durch die ruhende Entengruppe lief, so das diese laut schnatternd aufgeschreckt das Weite in dem Kanal suchten…..das fand ich auch unpassend….um nicht zu sagen – unmöglich.

Menschen im Urlaub – Jever

Menschen im Urlaub – Jever

Viele bleiben im Urlaub jetzt in Deutschland….und das macht sich bemerkbar.

Nicht nur, das die schönen Seiten Deutschlands wieder von mehr Deutschen gewürdigt werden, sie werden quasi überrannt. Das ist auf der einen Seite natürlich schön und auch gut für Händler und Gastronomen, auf der anderen Seite ist es für Menschen wie mich, echt blöd….weil ich es lieber beschaulich mag und ich mich in Gesellschaft zu vieler Menschen unwohl fühle und für manche Tiere ist es wohl auch nicht so spaßig.

Zeichnen deutsche Urlauber oft im Ausland ein skurriles Bild….findet man dieses Verhalten jetzt auch immer öfter im eigenen Land.

Benehmen? ach was…wir sind doch im Urlaub.

Natur wertschätzend? wozu – wir sind hier doch Zuhause.

Tiere achten: na klar, aber es soll machen, was ich möchte

Da bin ich mitten in Jever (Kreis: Friesland) im Schlosspark…es ist ein schöner, sehr gepflegter und ruhiger Park… mit freilaufenden Enten, Schwänen und auch einigen Pfauen.

Und na klar, wollen die meisten Mensch bei einem Pfau nur sein prachtvoll aufgestelltes Federkleid sehen…und wenn er es nicht freiwillig macht, dann muss man eben nachhelfen.

Ich war sprachlos als ich 2 (vermutliche) Ehepaare in meinem Alter (also ca. Mitte 50) gesehen habe, wo die Frauen einen männlichen Pfau versuchten mittels Lufttritten in seine Richtung, dazu bewegen wollten, sein Rad zu schlagen…und die beiden Männer ihre Frauen mit Rufen und in die Händeklatschen dabei unterstützten.

Unglaublich !

Wieviel Egoismus, Achtlosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber den Tieren da zum Vorschein kam.

Ein Pfau stellt sein Rad auf, um entweder einem Weibchen zu imponieren oder einem Konkurrenten zu signalisieren, das er viel toller ist…natürliches Balzverhalten eben.

Da ist es absolut idiotisch und kontraproduktiv einem Tier ein Verhalten abtrotzen zu wollen und ihn dabei auch noch bedrohlich mit Lufttritten zu begegnen……wenn das Kinder machen würden….okay – aber die kleinen Kinder erfreuten sich an den auch so farbenprächtigen Vögeln mit respektvollem Abstand.

Ich hab meine Meinung dazu auch laut gesagt, erntete aber nur Unverständnis.

Ein Tier hat sich sogar auf ein Gerüst an einem der Schloss-Türme verzogen….versteckte seinen Kopf in seinem Gefieder und als ich von einer kleinen Anhöhe aus den Pfau dort sitzen sah, hob er den Kopf, schaute zu mir und legte den Kopf dann schief, so als wollte er mich einladen ihn zu fotografieren:

Später in der Stadt hatte gerade eine rustikale Bar seine Außenplätze geöffnet….und natürlich hab ich in Jever auch ein Jever Pils getrunken…..hahaha…das musste einfach sein…..

Metapher für mein Leben

Metapher für mein Leben

Geographie gehörte nie zu meinen Stärken…aber durch meine Umzüge zwischen NRW, Hessen, Schleswig-Holstein und meinen ständigen Ausflügen, nehme ich heute vieles wahr, was ich als Kind wahrscheinlich schon einmal im Unterricht gelernt habe.

Frankfurt am Main, liegt am Main und gehört zu Hessen

Mainz-Kastel liegt am Rhein und gehört als Ortsbezirk zu Wiesbaden: Hauptstadt von Hessen

Mainz dagegen liegt direkt gegenüber von Mainz-Kastel, auf der anderen Rhein-Seite und gehört als Hauptstadt zu Rheinland-Pfalz. Beide sind über eine große breite Brücke miteinander verbunden.

Nicht das ich diese Informationen heute bräuchte….aber es macht mir jetzt viel mehr Spaß, diese Dinge auch zu behalten…so ganz nebenbei.

Vor meinem Besuch in Gelnhausen, hab ich den Vormittag noch in Mainz verbracht. Die Innenstadt hab ich jedoch ausgelassen, schlenderte dafür immer schön an der Uferpromenade entlang.

Es war schon am Vormittag stickig und am Rhein entlang zu laufen, bot immerhin etwas Erfrischung.

Und unter dem dichten Blätterdach der Platanen, fühlte ich mich auch gut vor der Sonne geschützt.

Platanen sind, neben Eichen, meine Lieblingsbäume….vor allem wegen Ihrer Fähigkeit sich jährlich ihrer Borke zu entledigen (diese wächst nicht mit) und im nächsten Jahr noch schöner wieder zu präsentieren und wegen ihrer knorrigen Verästelungen mit dichtem Blätterwerk.

Platanen gelten für mich als sichtbares Zeichen von Erneuerung….ohne sich gravierend zu verändern…sie streifen ihre „alte Haut“ ab und gehen gestärkt daraus hervor.

Sie sind robust, erneuerungsfähig und bleiben trotzdem sie selbst. Ich liebe diese Metapher für mein eigenes Leben.

Simplicissimus als Verbindungs-Element

Noch einmal werfe ich einen kleinen Blick zurück auf meinen Urlaub in Hessen. Weniger als 60km von Frankfurt entfernt liegt ein Kleinod…eine kleine schmucke Stadt mit viel Geschichte: Gelnhausen

Ich wäre eigentlich nie auf die Idee gekommen hierhin zu fahren, da mir der Name zwar bekannt ist, wie so viele Orte hier in der Gegend, aber in mir keinen Klang ausgelöst hat…und so wusste ich gar nicht was für eine schöne kleine Stadt das ist:

  • zwischen 2007-2013 war ein Ortsteil von Gelnhausen die geografische Mitte der EU (durch die Erweiterung der EU verschob sich die Mitte allerdings später wieder)
  • die Stadt wurde von Kaiser Friedrich 1 gegründet und wird deshalb auch Barbarossastadt genannt
  • Es gibt noch 5 erhaltene Tortürme und Teile der Stadtbefestigung aus dem Mittelalter
  • Es war mal eine Reichsstadt und hat eine Kaiserpfalz
  • Geburtsstadt des Autors Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (Simplicissimus)

Und mit dem Autor des 17.Jahrhunderts schließt sich sogar ein Kreis zu der Stadt, in der ich aufgewachsen bin….Soest. In dieser Kleinstadt in NRW hat Grimmelshausen einige Zeit gelebt und so hat die Stadt auch Einzug gehalten in sein Werk: Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch, ein satirischer Abenteuerroman über den 30jährigen Krieg….in dem sein Protagonist einige Zeit als „Jägerken von Soest“ sein schelmisches Unwesen trieb.

Und heute ist die Kunstfigur des „Jägerken von Soest“ als Anlehnung an den Simplicissimus, ein Wahrzeichen der alten Hansestadt…..besonders zur jährlichen Soester Allerheiligenkirmes, die immer am Mittwoch nach Allerheiligen für 5 Tage die historische Altstadt in ein einzigartiges Spektakel verwandelt. Das war für uns Kinder immer unsere „5. Jahreszeit“… Ausnahmezustand in der gesamten Stadt.

Aber zurück zu Gelnhausen…es macht einfach Spaß durch diese alte kleine Stadt zu laufen…..und überall wird liebevoll die Stadt aufgehübscht, um den altertümlichen Charakter auf moderne Art zu erhalten: Wie bei diesen 2 alten Rädern, die als Tische eines Cafés dienen

Später saßen wir mitten auf einer kleinen schmalen Fußgänger-Gasse im Außenbereich eines Restaurants und ich hatte das Gefühl im Süden Europas zu sein…es wurde dazu auch noch schwülwarm und unsere langanhaltende angeregte Unterhaltung konnte auch der später einsetzende sehr heftige Regen nicht stoppen….. allerdings mussten wir uns ins Restaurant retten…Wind und Regen waren so heftig, das sich sogar auf dem alten Holzboden im Restaurant ein kleiner See bildete…der Regen wurde durch die geöffneten Türen reingedrückt….

Nach dem Regen sind wir dann aber auch bald aufgebrochen…es war spät geworden und ich bin ja noch am gleichen Abend weiter nach Kassel gefahren…

Buchweizen – PseudoGetreide

Mit Blick in meinem Vorratsschrank und angeregt durch das „Waffel-Haus“ hatte ich nun endlich eine Idee, was ich eigentlich mit dem Buchweizenmehl machen könnte: Waffeln.

Das Mehl hatte ich beim Auffüllen meiner Mehlvorräte vor ein paar Wochen gekauft…abgepackt mit 250g in Bio-Qualität. Warum ich es mitgenommen habe, weiß ich eigentlich nicht genau – aber ich könnte ja mal etwas daraus machen.

Nachdem ich verschiedene Rezepte im Internet gelesen hatte, hab ich mich für ein einfaches und unkompliziertes Rezept entschieden: Als bekennender Teig-Nascher musste ich feststellen, das die Teigmasse mit dem Buchweizenmehl eine leichte andere Konsistenz hatte, als normaler Waffelteig aus Weizenmehl……vielleicht lag es auch an der Farbe des Teiges, der dunkel wirkte…aber auch der Geschmack des Teiges hat mich nicht so überzeugt.

Der Teig liess sich aber im Waffeleisen super verarbeiten und da sind sie dann:

Die Waffeln schmecken, vor allem mit etwas Puderzucker und Apfelmus dazu.

Aber insgesamt schmecken sie tatsächlich anders….da ist ein ganz eigentümlicher Geschmack durch das Buchweizenmehl. Hmmm nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut…also für mich….aber ich freue mich trotzdem über den Versuch.

Wer glutenfreie Produkte essen muss, der wird sich mit Buchweizen bestimmt anfreunden können.

Buchweizen ist Pseudo-Getreide…und die Angaben wie gesund es ist, sind tatsächlich sehr unterschiedlich….mal wird geschrieben es hat viele Ballaststoffe, der nächste schreibt es hat weniger Ballaststoffe als Weizenmehl….auf jeden Fall stecken viele hochwertige Eiweiße und Mineralstoffe drin, dafür kein Gluten…und es soll sogar entzündungshemmend wirken.

Verbrannte Worte

In Deutschland sind Anglizismen so normal, das man kaum mehr darüber nachdenkt…und seitdem ich beruflich quasi täglich die englische Sprache nutze, fallen mir diese oft wie von selbst in den Mund….manchmal nervt mich das selber.

Aber wenn auf einem englischen Nachrichten-Kanal auf einmal Deutsche Worte auftauchen, ist das für meine Ohren nicht immer schmeichelhaft.

Ich habe ja immer noch Urlaub und wenn ich nach draußen schaue, scheint es schon Herbst zu sein: 15 Grad und Dauerregen….so bin ich dabei Wäsche zu waschen und bastele nun endlich auch den 2. Küchen-Beistellwagen zusammen, der schon etwas länger auf dem Zusammenbau wartet,…

…..mit Kopfhörern auf den Ohren und lausche quasi nebenbei den englischen Nachrichten über die aktuelle politische Situation in Afghanistan.

Und auf einmal fällt dieses EINE so typische Deutsche Wort: Blitzkrieg. Während der Moderator weiter unablässig in Englisch über die Ereignisse redet, nehme ich die Kopfhörer ab…es schaudert mich ein wenig….ist dieses Wort doch durch den 2. Weltkrieg für uns Deutsche ziemlich verbrannt….also negativ belastet.

Für die Briten ist das jedoch tatsächlich eines der vielen Worte, die es aus dem deutschen in den englischen Sprachgebrauch geschafft haben, neben so gängigen und harmlosen Worten wie „Kindergarten“, „Kaffeeklatsch“ und „Bratwurst“.

Bei den meisten Worte würde ich einfach locker darüber hinweg gehen, mich sogar leicht belustigt darüber freuen….aber es gibt Worte, die möchte ich eigentlich nicht auch noch so ganz selbstverständlich genutzt aus dem Ausland hören….es hinterlässt bei mir ein leicht unangenehmes Gefühl….

Kleine Anekdote am Rande: 
Im Job gibt es tatsächlich ein Wort, da fällt mir manchmal tatsächlich nicht mehr das Deutsche Wort ein...ich nutze es ständig in Englisch und in Dänisch....und wenn ich es mal auf Deutsch benötige, hab ich es sogar schon öfter mal aus den beiden Sprachen durch den Online-Übersetzer geschickt, weil mir partout nicht das doch sehr gängige deutsche Worte dazu einfiel...ich weiß nicht, warum es mir so schwer fällt 🤣

English : draft / Dänisch: udkast = Deutsch: Entwurf

Manchmal ist es echt zum Haare-raufen….hahahaha…

Kollektiver Unsinn

Kollektiver Unsinn

Das jetzt viele in Deutschland keinen Bock mehr auf die Pandemie haben, konnte ich in Celle erleben.

Da sich am Samstag auf der A7 von Kassel bis Hamburg Stau an Stau reihte, hielt ich es für eine tolle Idee einen Stopp in Celle einzulegen.

Celle, das Tor zur Lüneburger Heide, eine Art lebendiges Museum mit mehr als 400 Fachwerkhäusern in der malerischen Altstadt und einem Schloss mit Schlosspark, direkt an der „Aller“ gelegen.

Ich liebe Fachwerkstädte und wäre gerne in Ruhe und mit Muße durch Celle gelaufen…war aber komplett überfordert mit den vielen Besuchern…..hier war es tatsächlich wesentlich voller als die letzten Tage in Kassel oder Frankfurt….

Dicht an dicht drängten die Menschen durch die Altstadt….jedes Restaurant und Cafè schien alle Tische, wie vor der Pandemie, eng zusammen gestellt zu haben und diese Tische waren auch voll besetzt….und nur wenige der Restaurant hatten Plexiglas-Abtrennungen….Abstand halten war weder beim Gehen, noch beim Sitzen möglich….und Masken trugen nur vereinzelte Menschen in den Straßen….nur beim Gang in einen Laden wurden die Dinger angelegt.

Wir sind gerade in der 4. Welle und sollten, auch mit vollständiger Impfung, doch ein wenig Vorsicht walten lassen….

Ich muss es leider noch einmal erwähnen: hatte ich doch gehofft, das die Pandemie einen nachhaltigen Effekt auf das Verhalten der Menschen haben wird, muss ich immer wieder feststellen, das es nur eine kurzzeitige Einsicht war, das wir unser Verhalten verändern sollten. Es ist halt schwer lebenslang erlerntes Verhalten zu verändern.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und macht genau da weiter, wo die Pandemie uns gestoppt hat….Das Gewohnheitstier heißt: Lemming und wenn einer das so macht, dann machen es alle anderen nach, ohne weiter darüber nachzudenken….und sei es auch, sich dabei einfach von der Klippe zu stürzen.

„Wie die Lemminge“ steht in unserem Sprachgebrauch für „kollektiven, fatalen Unsinn“ (Zitat aus „Der Tagesspiegel“) und zeigt die weitverbreitete Entschuldigung in der Bevölkerung: wenn so Viele es machen, dann kann es nicht falsch sein….und außerdem haben wir es uns verdient…. Na hoffentlich weiß das Virus das auch.

Jeder muss natürlich für sich selber entscheiden, ob er mit machen möchte oder nicht.

Ich wollte nicht…und hab mich ziemlich schnell wieder verzogen….selbst ohne Pandemie wäre es für ein entspanntes durch die Stadt schlendern viel zu voll gewesen….ich komme garantiert wieder….also lieber innerhalb der Woche und nicht an einem Samstag und dann eher am Abend…..

(Das ist wie immer nur meine ganz persönliche Meinung, jeder darf seine eigene Meinung zu dem Thema haben 😃)

Freundschaft lernen

Freundschaft lernen

Durch die Pandemie sind es jetzt tatsächlich fast genau 2 Jahre, die ich nicht mehr in Frankfurt und Umgebung war.

Ich hatte anfangs Bedenken, wegen meiner Verabredungen mit ehemaligen Kollegen, Freunden und meinem Ex-Team. Wie wird es sein, ist da schon eine innere Barriere zu spüren?

Ich hatte ganz tolle Verabredungen….emotional, lustig, ungezwungen, vor allem jedes Treffen sehr lange, informativ, locker plaudernd, Seele-streichelnd nah und Herz-berührend, überhaupt nicht komisch oder anstrengend….innerhalb von Minuten hatte ich das Gefühl, nie weg gewesen zu sein…..Menschen die mich einfach in den Arm nehmen und sich wirklich freuen, mich zu sehen.

In diesen Treffen habe ich den Unterschied gemerkt, zwischen echter Freundschaft und allem Anderen….Wenn ich mich mit Menschen 4-6 Stunden treffe und danach denke…ach schade, der Abend ist schon vorbei….und es war kein einseitiges Erzählen, sondern eine Unterhaltung auf Gegenseitigkeit, dann ist das einfach toll.

Ich hab auch nach den Treffen schöne kleine Nachrichten bekommen und selber versendet…in denen wir uns gegenseitig für die schöne Zeit des Zusammentreffens bedankt haben.

…..und dann war noch das Treffen mit 3/4 meines Ex-Teams….Da hab ich es auch endlich begriffen….das hier ist anders…das hat es leider nicht geschafft Freundschaft zu werden….und ich kann unser Verhältnis zueinander jetzt nach dem Treffen endlich richtig einordnen.

Dabei war auch das ein schönes Treffen…es war lustig und fröhlich….aber anders….auch ungezwungen, aber nicht so ganz. Da sind alle Drei (die Vierte hatte schon vorher gesagt, sie will sich lieber zurück ziehen, wegen Corona) viel zu sehr mit sich selber und auch untereinander beschäftigt, um mehr als nur oberflächliches Interesse zu haben. Jeder will sich profilieren und sich gut darstellen….da merkt man auch die unterschwelligen Konflikte untereinander…es fühlte sich alles weit weg an….Es war schön auch diese Drei zu treffen…als ehemaliges Team, als ehemalige Kollegen….mehr nicht.

Ich musste tatsächlich erst mal wieder lernen, Freundschaften zu erkennen und diese auch zuzulassen…und das ist aber kein Ergebnis der Pandemie, sondern ein Produkt meiner langjährigen Beziehung, in der mein heutiger Ex-Freund sehr auf mich fixiert war, ich deshalb (freiwillig) viele Freundschaften/Bekanntschaften habe einschlafen lassen und meines damaligen Stress-Jobs, durch den ich eh kaum Zeit hatte….

Emotional noch weiter gestärkt bin ich wieder nach Hause gefahren…