Immer wieder gerne esse ich Nudeln mit Fisch oder Meeresfrüchten….dieses Mal waren die Meeresfrüchte allerdings schon vor dem Fisch…
Donnerstag Abend hab ich Crevetten (also Shrimps mit einer Größe von 6-10cm) noch komplett mit Schale, Kopf usw. mit etwas Knoblauch leicht in Öl angebraten bis sie die gewünschte Form und Farbe angenommen hatten und hab diese mit dem letzten selbstgebackenem Brot verputzt…..hmmm lecker….nur sehe ich danach immer aus wie ein Schweinchen…also einigermaßen elegant den leckeren Inhalt vom Nicht-Essbaren Teil zu lösen schaffe ich einfach nicht.
Nennt es Faulheit oder auch Vorhersehung…die Pfanne hab ich nicht sofort abgewaschen und so konnte ich am nächsten Tag darin gleich noch den Lachs für das Mittagsessen braten. Und während der Lachs noch eine Weile im Backofen ruhte, hab ich die gekochten Spaghetti mit frischem Knoblauch und Cocktailtomaten in genau dieser Pfanne geschwenkt und leicht angebraten….der Röstgeschmack von Crevetten und Lachs gab dem Nudeln noch diesen ganz besonders intensiven Geschmack…..
Dazu frischer Parmesan….also die Nudeln waren sooo lecker, die hab ich gleich komplett aufgegessen…dafür blieb ein großer Teil des Lachs fürs Abendessen übrig.
Anfang der Woche gab es eine riesige Gemüse-Wok-Pfanne voll mit Paprika, Erbsenschoten, Champignons, etwas Spitzkohl, Lauch und Zucchini, verfeinert mit selbstgemachter Gemüsebrühe und nur wenigen Gewürzen….dazu holsteinische Frühkartoffeln als Pellkartoffeln:
Von der Gemüsepfanne konnte ich gleich mehrere Tage essen….und aus den restlichen Pellkartoffeln wurden dann noch Bratkartoffeln.
Aktuell backt gerade das nächste Brot im Ofen in einem gusseisernen Topf….ein Sauerteigbrot….bin gespannt wie es wird….
Die weitere Arbeitswoche war bisher sehr angenehm…aktuell warten meine Kollegen und ich auf ein Feedback zu meiner ellenlangen und sehr detaillierten eMail an unseren Chef in DK…und bis dahin kann ich mich dem normalen Alltag widmen….sehr schön….endlich wieder mehr Routine.
Als ich am Dienstagmorgen ins Büro kam, fand ich auf meinem Schreibtisch die zusätzliche Ausstattung für`s Homeoffice. Keiner hatte unseren technischen Kollegen in den letzten Tagen gesehen, der ist fast ununterbrochen im Homeoffice….und alle waren der Meinung also gestern Abend stand da noch nichts auf meinem Tisch…..und ich war ja bereits ab 7 Uhr Morgens am nächsten Tag im Büro….hmmm?
Entweder der Osterhase hatte Verspätung oder ein fleißiger Arbeits-Wichtel hat den Umweg auf sich genommen und es auf meinen Schreibtisch gestellt….der technische Kollege war den ganzen Tag über nicht erreichbar, aber da wir vor mehr als einem Monat über das Thema gesprochen und er sich angeboten hatte, mir alles zusammen zu stellen, war ich ziemlich sicher, das es tatsächlich für MICH sein sollte und hab es bei Feierabend schon mal mit nach Hause genommen.
Einen Tag später hab ich mich dann bei ihm bedankt…er war tatsächlich ganz früh am Morgen, auf dem Weg zu einem Außentermin, noch schnell ins Büro gekommen…das hat mich echt gerührt…das er überhaupt noch daran gedacht hat…immerhin sind bei uns gerade einige personelle Veränderungen und die IT-Ausstattungen für die Kollegen macht er noch so neben seiner eigentlichen Arbeit zusätzlich.
Ich freue mich jedenfalls wie ein Schneekönig. Jetzt hab ich im Homeoffice einen großen Monitor, kabellose Tastatur/Maus und eine Dockingstation um alles zusammen zu schließen. Vorbei die Zeiten wo ich jedes Mal zwischen Tastatur-und Druckerkabel tauschen musste, mein Laptop hat nur einen USB-Port…hahaha und so ein Bildschirm ist schon was ganz anderes, als ein kleines Laptop-Display..
Den mobilen Schreibtisch hab ich mir zwar schon ausgesucht, aber noch gar nicht bestellt. Mein Wohnzimmer ist mit der Anordnung der Möbel ganz ähnlich, wie früher meine langjährige Wohnung in Frankfurt…und in der Zeit war ich ja auch Kassenwart unseres Tanzsport-Vereins.
Aus dieser Zeit hab ich noch den kleinen IKEA-Regal-Würfel, wo früher schon der Drucker drauf stand…,….den hab ich jetzt wieder ins Wohnzimmer geholt und steht jetzt so wie damals schon…hinter dem Esstisch, in einem nicht genutzten Zwischenraum zwischen Tisch und Fenster. Obendrauf der Drucker, darunter ist die Kabellage und Kleinzeugs die ein Büro so braucht. Sehr schön…es passt prima und bei Nichtbenutzung kann ich dann auch noch den Monitor drauf stellen. Tastatur und Dockingstation kommen dann auf einen der Stühle…dann ist der Esszimmertisch wieder frei nutzbar.. Jaaa – das ist jetzt keine Dauerlösung …aber so geht es OHNE das ich jeden 2.Tag alles ab-und wieder aufbauen muss…zumindest solange ich keine Gäste bekomme.
Und nächste Woche, wenn in Schleswig-Holstein wieder die Geschäfte aufmachen (Inzidenz schon seit ein paar Tagen wieder unter 100) ,werde ich mich auf den Weg machen und den mobilen Schreibtisch besorgen.
Heute hab ich den ganzen Tag so gearbeitet und merke gleich, das ich heute weniger Nackenprobleme habe und auch meine Augen sind entspannter…..
Montag Morgen – Homeofficetag….also mache ich gleich nach dem Aufstehen eine Walkingrunde.
Es ist kalt und düster…aber noch ist das Wetter okay…KAUM stehe ich in wetterfester Kleidung an der Tür höre ich schon den Regen auf die Dachfenster prasseln…..mir ist sowieso schon kalt….grrrrr….aber ich denke nicht weiter nach, und gehe los….
Eine gute Entscheidung, denn schon ein paar Minuten später teilt sich der Himmel: eine Seite wird sonnig, auf der anderen Seite ist es trübe und regnet noch und ich halte Ausschau….er MUSS da sein…..
…und da ist er auch, der Regenbogen…nicht so kräftig und nicht so schön…aber er ist da …na klar, auf die Physik ist Verlass…
Mit viel Schwung, großen Schritten und guter Laune bin ich die knapp 5km Strecke zügig gegangen….ich habe bewusst große Schritte gemacht…weit ausholend…hab ich doch vor kurzem im Internet gesehen, das Menschen mit zunehmendem Alter immer kleinere Schritte machen, weil sich Muskeln und Sehnen verkürzen und Faszien verkleben, weil die Menschen es versäumen, ihre Muskeln richtig zu fordern und dadurch verkürzen und verkümmern.
Früher hab ich mit langen Beinen und hohen Absätzen immer sehr große, raumgreifende Schritte gemacht. Durch die Fußprobleme und nur noch mit flachen Schuhen unterwegs, sind diese mit der Zeit immer kürzer geworden…das ist mir gar nicht so aufgefallen. Also lege ich jetzt bewusst Tage ein, an denen ich darauf achte die Schritte wieder größer zu setzen.
Das Gute ist: je größer der Schritt, umso mehr nimmt man die Hüfte in der Bewegung mit….und Hüftbewegung ist auch gut für die Rumpfmuskulatur….und anschließend das Dehnen nicht vergessen.
Sonntag war ich dann lieber wieder in meinen optimalen Wanderschuhen in meinem inzwischen lieb-gewonnenen Forst „Klövensteen“ zu einer Walkingrunde unterwegs…die großen und kleinen Wege kenne ich inzwischen sehr gut….auch so manch verborgene Pfade…
….also war es mal Zeit, weitere Anschluss-Wege zu erforschen…und hab dadurch einen größeren Kreis gezogen….das Wetter zeigte schon eine Weile, das es bald regnen würde…aber ersteinmal blieb es trocken.
Eine mit Regenschirmen gut ausgestattete Familie hab ich beim ersten Zusammentreffen überholt und beim 2.mal haben sich unsere Wege gekreuzt….und beide Male sind wir kurz ins plaudern gekommen…die waren nett.
Zwischen beiden Treffen kam der Regen und verschwand auch schnell wieder…..zum Glück war es noch windstill (das Sturmtief „Eugen“ mit starkem Wind und noch mehr Regen kam ja erst später).
Während jetzt der Wald endlich wieder von braun auf grün umstellt, konnte ich einen Tag zuvor schon die ersten Rapsfelder sehen, die langsam anfangen gelb zu werden.
Ja der Frühling tut sich etwas schwer in diesem Jahr…aber es ist auch gut, das es immer wieder mal regnet…..die Wälder waren tatsächlich schon wieder viel zu trocken….das ist erschreckend, so kurz nach dem Winter.
Mein neuer Rundweg ist mit knappen 9km etwas länger, also meine bisherigen in diesem Gebiet. Das Ziel wird sein, den Regionalpark Wedeler Aue immer weiter zu Fuß (und bei schönem Wetter auch mit dem Rad) zu erkunden….immerhin geht dieser Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zwischen Pinneberg und Hamburg bis an die Elbe und ein großer Teil lässt sich über Wald- und Feldwege und ruhige Straßen zusammenhängend erfahren.
Den Rest des Sonntags hab ich dann mit einigen Aufräum-Putz-und Kocharbeiten verbracht und noch ein paar sportlichen Übungen.
Und einen kleinen Kaffeezeit-Kuchen hab ich noch gebacken: So einen einfachen schnellen Rührteig mit weniger Zucker als normal, trotzdem lecker….perfekt zu einer Tasse Kaffee oder Tee:
Gestern tat ich mir schwer, mich zu irgendetwas zu motivieren….ich hatte mich zuhause eingeigelt und wenn ich darüber nachdenke was ich bis zum Mittag mit dem Tag angefangen habe, fällt mir kaum etwas anderes ein, als lesen.
Es war Samstag, 1.Mai, Tag der Arbeit…und gearbeitet hatte ich in dieser Woche ja schon eindeutig genug.
Ich hab mich also über die abonnierte Online-Zeitung, andere frei zugängliche Nachrichten, WhatApp, und eMail so ziemlich durch alles gelesen, was mir über den Bildschirm flackerte.
Am späteren Vormittag hab ich in der Küche hantiert und dabei ein Hörbuch angeschaltet….es ist mittlerweile mein 31. Buch, dem ich auf diese Weise folge.
Gegen Mittag hab ich mich dann zu meinem Tagesausflug aufgemacht (mit Butterbroten und frisch gebratenen Schnitzeln im Gepäck) Mit jedem Kilometer weiter in den Norden wurde die Sonne weniger und kaum war ich an meinem heutigen Ausflugziel: Marne (Kreis Dithmarschen) angekommen, wollte die Sonne gar nicht mehr.
Mitten im kleinen Ort Marne angekommen, wirkte es schon richtig trostlos und der Gang durch die kleinen Straßen und Gassen mit einigen schönen Häusern schaffte es heute nicht, lebendig und freundlich zu wirken….und auch die Dithmarscher Privatbrauerei war geschlossen, also die hätte mich schon interessiert.
Dann fing also der Regen an, kein Problem hatte ja entsprechend vorgesorgt….nur das ich meine normale Jeans an hatte und keine regen-abweisende Hose…….Den Stöfenpark hab ich nur kurz durchquert…..danach bin ich durch ein Wohngebiet gelaufen, mit vielen Rot-Klinkerhäusern…das war nett und dann war ich auch irgendwann am Neufelder Fleth.
Hier am Rande des Ortes gibt es schöne Wege entlang des Fleth (lt. Wikipedia: die Bezeichnung eines ehemals natürlichen Wasserlaufs in den Elbmarschen)
Der Regen war moderat – aber beständig…und so perlte zwar der Regen wunderbar an meiner Jacke und der Kapuze ab, nur um sich in meiner Jeans festzusaugen….und so bin ich grösstenteils an diesem Wasserlauf entlang gelaufen….mitten im Regen, ein paar wirklich freundliche Menschen sind mir dort auch begegnet, aber ansonsten war es einfach nur schön und still und nass.
Die Umgebung dort ist echt schön….das Fleth, die Felder dahinter und dazu in einiger Entfernung viele Windräder.
…und bei schönerem Wetter hätte das richtig malerisch aussehen können.
So wurde es mir aber mit der Zeit einfach nur kalt…meine Jeans war durchnässt und ich bekam Probleme mit meinem Fuß, weil ich unbedingt die leichten Sommer-Wanderschuhe einlaufen wollte.
Mein Problemfuß mag sich aktuell mit leichten Schnürschuhen oder Sneaker einfach nicht anfreunden (egal ob mit Fußbett, Memory-Effekt-Sohle, eng oder weit geschnitten oder geschnürt, egal ob mit Einlagen oder ohne).
Ich kann im Sommer aber unmöglich immer nur in meinen dicken Wanderstiefeln oder den hohen Schnürboots rumlaufen…das sind aktuell die einzigen Schuhe in denen ich keine Probleme habe und wirklich lange ohne Probleme laufen kann. Es gibt für alles eine Lösung – ich muss sie nur noch finden.
Nun gut, auf dem Weg zurück zum Parkplatz hab ich, immer noch mitten im Regen, auf einer Parkbank eine Pause einlegen müssen: Schuh aus, Fuß vorsichtig massieren und die Knochen wieder zurecht drücken, die Zehen zurecht ziehen…das ist Beides schmerzhaft, aber danach geht es dann wieder eine Weile mit dem Laufen…
So, ein wenig Sorgen hatte ich mir schon gemacht, was für Blutwerte beim ärztlichen Checkup rauskommen werden.
Immerhin war da der niedrige Eisenwert beim Blutspenden und ich fühlte mich vorher auch schlapp.
Heute dann die Ergebnisse: Alle Werte sind im optimalen Bereich, das Cholesterin ist sogar eher niedrig, der Eisenwert ist auch wieder normal.
Was mich sehr erleichtert ist ein Vitamin D-Spiegel im hohen mittleren Bereich. Dafür hab ich mehr als 3 Jahre täglich Tabletten genommen….jetzt kann ich aufatmen, das so eine depressive Verstimmung durch einen Mangel nicht noch einmal vorkommt, denn DAS möchte ich nicht noch einmal erleben.
Also für mein Alter ist das alles gar nicht schlecht…jetzt nur nicht nach lassen…also weiter geht es mit meinen täglichen Walkingrunden, neuerdings hab ich ja noch das Trampolin, dazu „Boden-Turnen“ wie ich es nenne, also Dehnübungen und Pilates und Hantel-Training. Und sobald das Wetter wieder stabiler ist, kommt auch das Fahrrad zum Einsatz und vielleicht geht ab Spätsommer ja auch das Schwimmen wieder …wäre doch gelacht, wenn ich es nicht auch endlich schaffen würde die 4 Kg abzunehmen.
Ich hab zwar das, was man als Normalgewicht bezeichnet, aber mit ein paar KG weniger, würde ich mich noch wohler in meiner Haut fühlen und ich könnte ein paar der Klamotten aus den letzten Jahren wieder tragen….nur das klappt irgendwie überhaupt nicht, mit dem Abnehmen…mein Gewicht verharrt seit Monaten auf diesem Niveau….es pendelt leicht hin und her ….aber letztlich lande ich immer wieder genau dort.
Nun gut, ich nehme es aktuell hin….eine Diät kommt für mich eh nicht in Frage….aber ich brauche wieder mehr Disziplin beim Essen, vorallem bei Dingen wie Keksen und anderen Süßigkeiten….das „zwischendurch Snacken“: mal hier einen Keks, mal da ein Stück Schokolade….das hab ich jetzt wieder konsequent abgestellt.
Es gibt 3 Mahlzeiten am Tag und wenn es nicht anders geht, noch eine kleine gesunde Knabberei zusätzlich. Eine kleine Süßigkeit gibt es auch am Tag, aber immer nur in Verbindung mit einer Mahlzeit…Nicht extra, so das immer mehrere Stunden ohne Nahrungsaufnahme dazwischen liegen….Das hat früher schon gut bei mir geklappt.
Aber selbst wenn es nicht klappt, dann ist das halt so….davon lasse ich mich nicht runterziehen…und nun überlege ich schon mal, welches Ziel ich kommendes Wochenende, bei dem angesagten schlechten Wetter in Schleswig-Holstein, für einem Tagesausflug anvisiere…
Meine Ausflugsziele dieses Wochenende befanden sich ausschließlich quasi direkt vor der eigenen Haustür, was daran lag, das ich an beiden Tagen lange geschlafen habe, dann das schöne Wetter für ein leichtes Sonnenbad auf dem Balkon nutzte…und dann war es auch schon zu spät, um noch ein entferntes Ausflugsziel an zu visieren.
Naja….meine Vorstellung von einer schönen Runde am Wedeler-Elbstrand konnte ich auch vergessen…hätte ich auch von alleine drauf kommen können, das DAS keine gute Idee ist…..da hätte ich noch so 1-2 Stunden warten sollen, bis die Sonne tatsächlich verschwindet…..17 Uhr war keine ideale Zeit.
Elbe, Elbstrand und sonnige leicht zugängliche Wege werde ich also wieder den normalen Sonntags-Spaziergängern überlassen und mir wieder Wege abseits suchen, wo ich nicht ständig ausweichen muss, um genügend Abstand zu bekommen….fühlte mich zeitweilig wie eine Flipperkugel…
Es gibt eben Andere, die gerne zu Zweit und auch zu Dritt in einer Reihe gehen wollen und partout entgegen kommenden Menschen nicht ausweichen möchten…schon ohne Corona wäre das unhöflich.
Es ist also schon wieder alles wie immer …ja das tolle Wetter lockt einfach alle vor die Tür…
Mein Samstag bestand aus einem gemütlichen Vormittag Zuhause, einem sonnigen Mittag auf dem Balkon, haaaach wie schön den Himmel zu betrachten….sobald sich die Wolken vor die Sonne schoben wurde es kühl (Decke drüber ziehen)….war die Sonne wieder frei, strahlte sie so freundlich warm, das ich alles von mir gestrampelt habe (Decke wieder weg, Socken aus, Ärmel und Hosenbeine hochschieben).
Und dazu etwas, was an einem Samstag in diesem Wohngebiet sehr ungewöhnlich ist: KEIN einziger Nachbarn in der gesamten Umgebung hatte irgendein lautes Gerät an….KEIN einziger Nachbar war im Garten und hat sich unterhalten, KEINE Kinder in der Umgebung die gespielt und gelacht haben….es war eine solche Stille….absolute Stille….
Sehr ungewöhnlich und für mich auch sehr schön…
Erst gegen 18 Uhr bin ich dann zu meiner Walkingrunde in den Klövensteen gefahren und bin dort 1,5 Stunden gelaufen….mal quer durch den Wald auf kleinen fast versteckten unebenen Wegen, dann auf den größeren Hauptwegen und auch am Rande des Waldes entlang, mit Blick auf die Felder und die Galloway-Rinder.
Es war ein entspanntes Laufen….jetzt nicht unbedingt im Sport-Modus, wie sonst….etwas langsamer und trotzdem waren es 7,5km …und auch ein wenig nachdenklicher….das Telefonat am Abend zuvor mit meiner ehemaligen Chefin klang noch in mir nach….und wieder kann ich tief einatmen und mit voller Überzeugung sagen:
Ich hab bisher viel Glück gehabt in meinem Leben…und hab oft an den richtigen Stellen, zur richtigen Zeit, die richtigen Abzweigungen genommen….
Nach dem aufregenden Tag gestern und den angespannten Tagen davor, verfalle ich heute mal wieder in entspannte Stille….aber auch heute noch ist mein Ruhepuls immer noch höher, als die Tage zuvor.
Interessant ist allerdings, das der Puls beim Sprung gar nicht so hoch geschnellt ist, wie gedacht….ich hätte vermutet das mein Puls bei 160-180 liegt…aber meiner blieb knapp unter 120 Schlägen….aber dafür war der durchschnittliche Puls der letzten 2 Tage viel höher als sonst…und auch heute noch kann ich meinen Herzschlag deutlicher wahrnehmen …es ist noch nicht unangenehm…aber kurz davor.
Also ein Adrenalin-Junkie werde ich bestimmt nicht, das ist viel zu anstrengend….also für meinen Körper.
Dabei ist Adrenalin ja nichts Schlechtes. Aber was macht das Adrenalin? Es steigert die Herzfrequenz, es steigert den Blutdruck, die Bronchen werden geweitet und die Blutgefäße verengen sich. Das alles ist wichtig um in Gefahrensituationen schnell Kräfte zu mobilisieren. Aber auf Dauer kann zu viel Adrenalin auch das Herz schädigen…genau wie bei andauerndem Stress…
Die Erfahrung ist es auf jeden Fall wert gewesen und ich werde es auch wiederholen…aber jetzt freue ich mich über einen ruhigen Tag und später auf eine schöne Walking-Runde durch den Wald….mit gleichmäßigem zügigem Schritt…tiefen Atemzügen und der entspannten Gewissheit eine tolle Erfahrung gemacht zu haben.
Für den Spätsommer möchte ich jetzt eine Ballonfahrt mit Schwester+Schwager planen….das ist auch immer noch so ein Traum, den ich seit Jahren schon habe….Das Leben ist einfach zu kurz, um immer alles auf später zu schieben….einfach machen….das scheint mein neues Lebensmotto zu werden….Einfach machen…
DAS hab ich heute gewagt…ein Abenteuer…Den 1. Fallschirmsprung meines Lebens (natürlich war das ein Tandemsprung) ….unbeschreiblich, also das ist eine Erfahrung, die ist echt unvergesslich schön.
Bis gestern Morgen war bei mir noch alles okay….war in freudiger Erwartung auf dieses Abenteuer, ich dachte, das ich das mit dem tatsächlichen Sprung aus dem Flugzeug wahrscheinlich so gar nicht richtig mit bekomme. Doch dann hab ich im Internet ein wenig rumgesurft und da war klar….nenene, da sitzt man schon so 2-5 Sekunden an der geöffneten Flugzeugtür, bevor es dann tatsächlich raus geht…
…und dann bekam ich echte Angst und …noch schlimmer…schlechte Laune…BOA …sag mal…auf was lass ich mich da ein….erst im Laufe des Abends fand ich die Vorstellung es sehr bewusst zu erleben wieder positiv aufregend und die Angst war wieder weg…aber Puls und Blutdruck sind seitdem leicht erhöht, das hatte ich erwartet und geschlafen hab ich trotzdem gut….wenn auch nicht so lang.
Der Vormittag zuhause war ganz okay…noch ein Corona-Test im Drive-through….alles prima: negatives Ergebnis….die Sonne schien immer wieder, aber es war windig…hmmm.
Meine größte Sorge war jetzt, hoffentlich kommt jetzt nichts dazwischen….hoffentlich klappt alles….also war ich pünktlich da…aber auch nur ICH war da und eines der Mädels Vorort war überrascht, was ich denn wolle….ähmmm…ich hab einen Termin…und zwar JETZT…..
da dachte ich schon…okay – das war`s dann jetzt…aber ne….achso….die Sprungtermine wurden etwas nach hinten verlegt….aber man hatte mich nicht informiert…na DAS fängt ja gut an….also bin ich noch einmal gefahren….jetzt schon nervös…..und war noch eine Stunde im Wald spazieren.
Danach ging es dann so langsam los, es trudelten immer mehr Menschen ein, Guides, Solo-Springer, Neulinge für Tandemsprünge wie ich……aber es zog sich…..und ich saß in einer Ecke und schaute einem relativ jungen Mann dabei zu, wie er den fertig gepackten Fallschirm eingehend betrachtete und dann ALLES auseinander nahm, auf Matten am Boden sorgfältig den Schirm erneut zusammenfaltete, Stück für Stück….hoffentlich weiß er was er da tut…viele kamen und unterhielten sich mit ihm…..hmm nicht das er abgelenkt ist…..er schaute ab und an zu mir rüber und lächelte…
Ich weiß nicht wieso, aber weil kein anderer noch einmal einen Fallschirm packte, dachte ich irgendwie es wäre ein Anfänger der noch nicht so oft alleine gesprungen ist…hinterher stellte sich heraus, DAS war mein Tandem-Guide….. und als er mich später ausrüstete (Overall, Lederkappe, Brille, Gurtzeug), machte er eine so flapsige Bemerkung, das ich meinte, also ich wäre ja schon aufgeregt genug, da wäre es an ihm der ruhige Gegenpol zu sein.
Er hat den Wink sofort verstanden und von da an hat er in einer ruhigen, aufmerksamen und vertrauenserweckenden Art alles erklärt, das er das Hauptberuflich macht, er schon mehr als 2.000 Sprünge hinter sich hat und auch als Coach tätig ist…und es hat gewirkt…ich hab ihm dann voll vertraut und dann war flapsig und lustig sein, kein Problem mehr..(Ein bisschen wie früher bei Turnieren, wenn ich meine ganze Aufmerksamkeit auf meinen Tanzpartner fokussierte, dem ich ja auch quasi „blind“ folgen musste….hahahs).
Dann gab es die Einweisung, wie man sich bei einem Tandemsprung verhält…..und dann ging es auch ENDLICH los- immerhin waren schon gut 2 Stunden vergangen….Zuerst ging es mit einem kleinen Bus zum Flugzeug…..in zwei Reihen eng hintereinander sitzend ging es hinein….dann hob das Flugzeug auch schon ab und stieg höher und höher, bei tollem Wetter mit großen weißen Wolken, durch die wir hindurch flogen…immer weiter hinauf…über die Wolken hinaus…
….und ich war auf einmal total ruhig, gar nicht mehr nervös….und hab den Flug genossen (man sitzt übrigens mit dem Rücken zur Flugrichtung), der so zwischen 15-20 Minuten dauerte…..unterdessen hat mein Tandem-Guide mich fest an sich und den Fallschirm gegurtet und mir noch einmal alles erklärt…irgendwann ging vor uns die Tür auf und die Solo-Springer sprangen in kurzen Abständen….man sind die verrückt dachte ich noch…danach kamen direkt wir…..
An der offenen Tür auf dem Boden sitzend im Hohlkreuz, die Hände am Gurtzeug, den Kopf im Nacken, die Füße nach hinten biegend….dann der Moment des Hinaus-Fallen….ich schloss die Augen…konnte nicht glauben, das ich das TATSÄCHLICH mache, der kritische Moment des tatsächlichen hinaus-Fallen…dann nach ca. 3 Sekunden hab ich die Augen doch schon wieder geöffnet…wir fielen vom Himmel…nach weiteren 1-2 Sekunden kam schon das Klopfen auf die Schulter, um die Hände vom Tragegurt zu lösen, um diese typische Haltung mit geöffneten Armen einzunehmen, wir fielen der Erde entgegen (irgendwas zwischen 200-240kmh)….FREIER Fall, ich hatte vorher geglaubt, das ich das nicht könnte, die Hände vom Gurt zu lösen…aber es ging gang leicht, ich schaute auf die Erde unter uns….ein unglaubliches Getöse durch den Wind…aber der Blick….GIGANTISCH…nach weniger als 1 Minute im freien Fall, wurde der Fallschirm geöffnet….das war der zweite komische Moment, denn eigentlich sollte es diesen Fahrstuhl-Effekt gar nicht geben….das man durch den Fallschirm das Gefühl hat, nach oben gezogen zu werden, das sei eher eine optische Täuschung ….aber ich hatte schon dieses Gefühl, wahrscheinlich durch den böigen Wind…und mein Guide brauchte auch 1-2 Sekunden bis wir dann auf einmal wirklich ruhig im Fallschirm hingen……und es war eine schöne Stille…das war sooo …unbeschreiblich…nun schwebten wir langsam und ruhig….und mein Guide flog ein paar Kurven, und noch ein paar Kurven…ich weiß nicht wie genau ich es mir vorgestellt hatte- SO allerdings nicht – so toll….
…..ach es hätte auch ruhig noch länger dauern dürfen…aber da kam schon das Kommando: Beine anziehen und dann gerade ausstrecken…und dann sanfte Landung auf dem Hintern….
Mein Guide hat mir zum Geburtstag gratuliert und zu meinem 1. Sprung und meinte ich hätte alles toll mitgemacht….und ich ….vollgepumpt mit Adrenalin hab später noch mehr als 1 Stunde im Fond meines Autos gesessen…so hätte ich nicht Autofahren können…..irgendwann, während ich noch mit meiner Schwester telefonierte, merkte ich dann, das es nachlässt….
Das war ein außergewöhnlicher Geburtstag….und ich bin sehr stolz auf mich, das ich es tatsächlich getan habe.
Ich habe mich an etwas Neues gewagt, bin ein kontrolliertes Risiko eingegangen (ist eigentlich ein Widerspruch in sich), habe Ängste überwunden, meine Komfortzone verlassen….und habe etwas hinzugewonnen: Die Gewissheit ich kann viel mehr und ich bin frei herauszufinden, was das noch alles sein kann…