Minenfeld Familie

Minenfeld Familie

Das Thema mit meinem Schwager ist gestern mal gerade etwas hochgekocht.

Er wurde Ende 2022 arbeitslos, hat sich durch einen Anwalt eine für ihn gute Abfindung per Gericht aushandeln lassen (was bei seinem damaligen Gehalt aber jetzt nicht wirklich viel Geld ist, aber immerhin ist es eine kleine Reserve), dann hat er für 2 Monate wieder gearbeitet, wurde aber gekündigt, weil sehr sichtbar war, das er große Schmerzen in der Hüfte hatte. Also wieder arbeitslos, dann ließ er sich die 2. Hüfte operieren und ist seit wenigen Tagen jetzt wieder arbeitsfähig – aber arbeitslos. Also arbeitet er seit 1,5 Jahren nicht mehr wirklich, bis auf die 2 Monate mittendrin.

Und nun sollte er schon seit einiger Zeit aktiv werden…Schwester+Schwager haben beschlossen, er soll sich vom LKW-Fahrer zum Busfahrer umschulen lassen, denn er darf nicht mehr schwer heben (was er als LFW-Fahrer im Nahbereich immer musste).

Mein Schwager ist eigentlich ein lieber und netter Kerl…aber eben ein Grobmotoriker, was hier nicht als Verunglimpfung gemeint ist, sondern ihm fehlt tatsächlich, seit seiner Geburt, die Feinmotorik. Dadurch wirkt er oft ungeschickt, dappig und vor allem fehlt im die Ruhe und das Gefühl für Feinheiten.

Bei einer Bewerbung, die er mit Hilfe eines Kumpels am Computer stellt, stimmt der Name des Angesprochenen nicht. Die Sätze sind wahllos aneinander gereiht, ohne das sie einen Lesefluss und damit ein gutes Lesegefühl geben. Wichtiges wird weggelassen und Unwichtiges hervorgehoben. Bei längeren Sätzen fehlt dann auf einmal ein Teil, um dem Satz überhaupt eine Bedeutung zu geben und in seinem Lebenslauf fehlten ganze Jahre OHNE das er es bemerkt hätte…sein Kumpel allerdings auch nicht.

Also habe ich bereits im letzten Jahr und auch jetzt, bei der aktuellen Bewerbung die „Endkontrolle“ übernommen..na klar bewirbt sich ein LKW-Fahrer nicht mit den gleichen Worten, wie ein Bilanzbuchhalter…aber es sollte schon ein grammatikalisch normal gutes Deutsch sein und vor allem sollte alles vollständig sein.

Als meine Schwester mich fragte, ob er jetzt mal dort anrufen solle, weil ja bereits fast 3 Wochen her sind, seit er die Bewerbung abgegeben hat, war ich dafür und wollte ihm noch ein paar Tipps geben, wie er sich auf das Telefonat, wenn es denn zustande kommt, vorbereiten könnte, denn manchmal hat man ja Glück und es findet eine Art Vor-Bewerbung statt…das ist dann schon die halbe Miete.

Mein Schwager war jedoch unwirsch und unwillig…als ich ihm einen Vorschlag machte, wie er den Wunsch nach Umschulung positiv formulieren könnte, ließ er mich ins Leere laufen…und meinte das wüsste er alles selber…er erkennt die kleinen Unterschiede einfach nicht…aber ich will mich ja nicht aufdrängen, hab das auch gesagt und dann das Gespräch schnell mit einem schönen Wochenend-Gruß beendet.

Ich sehe ein, das meine gut gemeinten Ratschläge, eben nicht immer auch gut ankommen. Das meine Hilfe hier nicht erwünscht ist (also nicht von ihm, von meiner Schwester schon). Ab jetzt werde ich nur noch Hilfestellung geben, wenn er sie bei mir direkt anfragt…nicht, wenn meine Schwester fragt. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und ich sollte mich etwas zurückziehen.

Na klar ist es für meinen Schwager eine emotional schwierige Zeit…er hat mit knappen 58 Jahren Angst, keinen Job mehr zu finden…meine Schwester hat Angst, das er sich noch weiter gehen lässt, nicht mehr arbeitet und die finanzielle Last weiterhin allein auf ihren Schultern liegt…und Beide sind zwar dankbar, das ich sie, auch finanziell, unterstütze, wollen das aber eigentlich nicht.

Ich muss also vorsichtig sein mit meinen Vorschlägen, weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte, eine Art Mitsprache-Recht zu haben. Und genau an dem Tag, als es um das Telefonat ging, haben sie mir die Rechnung über den Eigenanteil eines Zahn-Implantats meiner Schwester zugeschickt…ich hatte versprochen den Teil zu bezahlen, den die Versicherungen nicht übernehmen. Vielleicht hat mein Schwager deshalb etwas dünnhäutig reagiert.

Für mich ist es die Gelegenheit, mich noch weiter zurück zu nehmen…und im stillen die Daumen zu drücken, das es klappt mit der Bewerbung.

Es geht mir gut…

Ja – es geht mir gut.

Die berufliche Stressphase ist gerade mal wieder vorbei….sind ja auch noch viele in Urlaub…also kommt eher weniger „Störung“ von außen…Ich hatte auch nur 3 Arbeitstage in dieser Woche…dafür aber im Büro, denn der Controller ist jetzt in Urlaub und sein Zuarbeiter macht Homeoffice (in seinem Heimatland) und auch sonst waren, in dieser Woche, nur wenige Kollegen vor Ort.

Meine beiden Urlaubstage Anfang der Woche boten tatsächlich keine so entspannte Erholung…mir ist das anhaltende Regenwetter aufs Gemüt geschlagen….ich war müde und unausgeglichen…jaaa es gibt kein falsches Wetter – nur falsche Kleidung…aber wenn man bereits 2x am Tag durchnässt nach Hause kommt, und es mehrere Tage dauert, bis alles wieder trocken ist…selbst im Trockenkeller…dann vergeht einem die Lust auf weitere Ausflüge…also mir zumindest.

Ich hab mich also zuhause verkrochen…Dänisch gelernt, Sport gemacht, Wäsche gewaschen und ansonsten relativ antriebslos herumgelümmelt…auch eine Form der Erholung…aber nicht das, was ich eigentlich geplant hatte: Rad fahren, endlich mal wieder Kajak fahren, durch die Stadt bummeln.

Jetzt ist Samstag und das Wetter ist seit gestern bei uns wieder normal (nach 2 Wochen mit Dauerregen und ohne Sonne).

Jetzt fühle ich mich wieder wohl in meiner Haut, bin entspannt und freue mich auf ein ruhiges Wochenende…mit etwas Sonne und Temperaturen um die 20 Grad….gerne kann es dann auch ab und an regnen.

Das letzte Wochenende mit Schwester+Schwager war schön….aber aktuell schwingt bei allem eine erneute Ungewissheit mit…meinem Schwager geht es mit seiner kaputten Hüfte immer schlechter und deshalb hat er auch noch seinen neuen Job nach 2 Monaten schon wieder verloren…innerhalb der Probezeit braucht es ja keinen Grund für die Entlassung, aber sie haben es ihm so erklärt, dass sie gesehen haben, wie oft er sich humpelnd und mit schmerzverzehrten Gesicht über den Hof bewegt hat…und ein paar Fehltage hatte er auch schon…er ist also erneut arbeitslos. Das ist für Beide keine schöne Situation.

Gutes Ende: für Laptop und Schwager

Gutes Ende: für Laptop und Schwager

Rechtzeitig vor der Geburtstagsfeier meines Schwagers, letztes Wochenende, hab ich es geschafft, den alten „neuen“ Laptop komplett zu bereinigen. Was genau die bei der Reparatur mit der Tastatur gemacht haben, keine Ahnung – allerdings ging es mit nur 1,5 Wochen doch recht schnell.

Ich hab es ausprobiert und jaaa – jetzt scheint es wieder zu laufen…aber ich bin noch misstrauisch. Anschließend hab ich alle meine Daten auf eine externe Festplatte gezogen und das Laptop von allen Daten bereinigt, meine zusätzliche Software gelöscht, alle zusätzlichen Apps gelöscht, das Defragmentierungs-Tool drüber laufen lassen und anschließend das Ganze auf „Werkseinstellung“ zurück gesetzt. So – das sollte jetzt genügen.

Das war natürlich nicht als Geburtstags-Geschenk gedacht, sondern sollte für Beide sein. Aber meine Schwester hat es sofort ihrem Mann überlassen…der sich dann doch noch über das Laptop freute…obwohl er vorher so dagegen gesprochen hatte, das ich meinte: ich kann das Ding auch verkaufen, wenn ihr es nicht möchtet, das ist überhaupt kein Problem, ich hab ja nur gefragt, ob ihr es haben möchtet…immerhin ist es erst 1/2 Jahr alt und jetzt wurde die Tastatur auch repariert.

Samstagnachmittag,auf dem Weg nach Flensburg, stand ich natürlich im Stau und auf der Rückfahrt Sonntagvormittag war die A7 auch teilweise beidseitig gesperrt, so das ich viel Zeit mit der Umfahrung der gesperrten Strecke verplemperte.

Aber die kleine Feier tags zuvor war richtig nett und ich hab „funktioniert“ und auch nichts davon erzählt, das es mir gerade nicht gut geht…was hätte ich auch sagen sollen?…mir war es ja selber nicht bewusst und selbst wenn…meine Schwester ist nur gut in Anteilnahme bei körperlichen Leiden. Bei seelischen Miss-Befindlichkeiten kann sie nur schwer Anteilnahme zeigen und machen kann sie ja auch nichts.

Aber sie haben mir Beide (vor der Feier) gut geholfen, als ich ums Zuhören bat, um mein Dilemma mit der Entscheidungsfindung im Job zu erzählen, wie ich jetzt weiter vorgehen sollte, wenn der Controller tatsächlich kündigt.

Als dann die anderen Gäste kamen, war das Thema also durch und es war ein lustiger und schöner Grillabend …wir saßen drinnen, während der Grill auf dem Balkon vor sich hin brutzelte.

Ich war dann irgendwann so kaputt, das ich nur noch schlafen wollte…Da die Freunde von Schwester+Schwager doch ein ganzes Stück älter sind, war ich froh, noch vor Mitternacht ins Bett kriechen zu können….hahahaha.

Wir waren am nächsten Morgen bereits früh auf den Beinen, haben im Central Cafè gefrühstückt und waren anschließend noch etwas am Hafen laufen, bevor ich mich wieder auf den Heimweg gemacht habe…danach war ich so fertig, das ich mich nur noch auf die Couch verzogen habe.

….

An den beiden folgenden Tagen hatte mein Schwager bei einem Großhändler in Flensburg probeweise als Fahrer gearbeitet und am Ende des 2. Tages hat man ihm einen Vertrag angeboten.

HURRA er nimmt den Job an, auch wenn er sich sehr unsicher fühlt…es wird auch echt Zeit, das er wieder arbeiten geht, sonst sinkt sein Selbstvertrauen in seine eigenen Fähigkeiten noch weiter.

Ich wünsche ihm, das er sich schnell eingewöhnt und auch wieder Spaß am Fahren entwickelt. Ich zumindest bin erleichtert und meine Schwester ebenfalls. Sie ist jetzt doch noch bis Ende Juni krank geschrieben, bevor sie mit der Wiedereingliederung starten darf. Alles wird gut.

Die Sorgen der Anderen

Während es mir also gut geht, höre ich aus meiner engeren Umgebung nicht ganz so Gutes:

  • Meine liebe Kollegin in Brandenburg ist geradezu verzweifelt, weil ihre Mutter in dieser Woche nachts einen Schlaganfall bekam. Zum Glück konnte sie noch ihre Tochter anrufen….und kam noch rechtzeitig ins Krankenhaus. Sie hatte wohl noch 2-3 kleinere Schlaganfälle direkt im Krankenhaus und leidet jetzt unter ihrer halbseitigen Lähmung…aber sie lebt …mit ihren erst 65 Jahren ist sie auch noch jung. Meine Kollegin hat ein super enges Verhältnis zu ihrer Mutter und leidet entsprechend stark. Vor allem macht ihr Angst, das die Ärzte das auslösende Gerinnsel bisher nicht lokalisieren konnten. (Boa hab ich Glück, das ich jetzt mit meiner Arterien-Verkalkung unter kardiologischer Kontrolle bin. Hoffe das bleibt mir längerfristig erspart).
  • Eine ehemalige Kollegin aus Hessen macht sich Sorgen um ihre fast erwachsene Tochter, weil diese bei einem Krebstest einen positiven Befund hatte…Der Test sagt aber noch nichts genaues aus, sondern nur, das vermehrt Zellen mutiert sind, nicht aber ob die Veränderungen bösartig sind…Das wird noch 1/2 Jahr dauern bis hier mehr Klarheit rein kommt. Was für eine zermürbende Situation für die gesamte Familie.
  • Meine andere liebe Kollegin, mit der ich viel Kontakt habe, wurde von ihrem Mann verlassen. Wir hatten uns vor ein paar Tagen mal wieder im Büro getroffen und konnten etwas reden. Die Beiden haben keine Kinder, wollten immer gerne welche haben, aber es hat nicht geklappt. Der Mann ist seit Anfang des Jahres jetzt unter der Woche ein paar Hundert Kilometer entfernt tätig und wohnt dort auch. Sie meint es ist die Midlife-Crisis bei ihm, denn so ganz lösen will oder kann er sich dann doch nicht von ihr…er weiß wohl selber nicht, was er möchte oder braucht. Die Beiden waren fast 20 Jahre zusammen und sie leidet jetzt nicht nur unter der Trennung, sondern auch daran das er so zerrissen ist und nicht weiß, was er will,…sie liebt ihn noch immer und natürlich macht sie sich doch noch etwas Hoffnungen, das alles wieder gut wird.
  • Und meine Schwester hat sich gestern ganz fürchterlich mit ihrem Mann gestritten, so das sie ihn der Wohnung verwiesen hat…also nur für den Moment. Es ging mal wieder ums liebe Geld. Er möchte jetzt einen Teil seiner gerade vor Gericht erstrittenen Abfindung ,für einen neuen großen 3D-Fernseher ausgeben. Obwohl er immer noch arbeitslos ist, meine Schwester immer noch im Krankenstand und ich die Beiden finanziell unterstütze. Meine Schwester möchte, das Geld als Rücklage anlegen. Immerhin weiß Niemand, wie sich das bei den Beiden noch so entwickelt. Ich unterstütze den Plan mit der Rücklage. Mein Schwager muss irgendwann noch seine 2.Hüfte operieren lassen, das sind auch wieder mehrere Monate, die er dann nicht arbeiten kann…und bei den niedrigen Gehältern, die Beide ohnehin haben, wenn sie denn arbeiten, führen solche „Ausfälle“ sofort zu existenzieller Not…wie in den letzten Monaten.

Na zum Glück haben sie sich gestern wieder vertragen und mein Schwager hat eingesehen, das jetzt nicht der beste Zeitpunkt für so eine Investition ist. Ich hoffe, das klappt jetzt bald mit einem neuen Job für ihn.

Es sind die Sorgen der Anderen, aber die lassen mich ja nicht kalt. Immerhin sind das Menschen, die ich mag und die mir auch nahe oder näher stehen.

Gute Nachrichten – endlich

Es gibt aber auch erfreuliche Nachrichten…Ich hab meine Entscheidung getroffen und führe meine Beziehung weiter – aber im Moment nehme ich mir viel Zeit für mich selbst, verbringe viel Zeit  ohne meinen Freund  und schlafe alleine….

Ich muss mich erst langsam wieder annähern…so essen wir zusammen, treffen uns beim Sport…und schauen auch mal zusammen etwas im Fernsehen.

Die eigentliche  gute Nachricht ist aber: heute hat mein Freund endlich einen Vertrag unterschrieben, der ihm eine Anstellung zumindest für ½ Jahr sichert….bei einer Bank….aber nicht in dem Bereich den er gerne hätte…egal…. Es ist zwar ein Job über Zeitarbeit, aber das ist scheinbar der neue Standard…kaum ein Job in diesem Teil-Bereich wird direkt vermittelt…Die Banken wollen sich einfach nicht langfristig festlegen….das Fußvolk muss schnell wieder abzustoßen sein… das ist traurig das es in einem Land wie Deutschland diese Form der Beschäftigung gibt, die es den Menschen nicht erlaubt für die Zukunft planen zu könenn…immer mehr Menschen haben nur noch Zeitverträge. Das hat Auswirkungen: Diese Menschen haben Schwierigkeiten bei der Suche nach Wohnungen, bei der Finanzierung von Eigentum und bei der Aufnahme von Darlehn im Allgemeinen.

So ist es jetzt zwar kein Aufatmen für die nächsten Jahre, aber immerhin für das  Hier und Jetzt und nach 4 Monaten  bin ich erst einmal erleichtert.

Akzeptiere das Unausweichliche

Noch 2 Wochen bis Monatsende…damit scheint es unausweichlich das mein Freund ab November ohne Job ist…

Nach all den Monaten der Unruhe um dieses Ereignis abzuwenden, mit all den Streitereien die damit einhergingen, bin ich jetzt innerlich wieder ganz ruhig bei diesem Thema.

Zum einen kommt das davon, dass ich die Verantwortung dafür nicht mehr übernehme, zum anderen ist es  eine Tatsache die man jetzt (kaum mehr) beeinflussen kann.

Wenn ich es also nicht beeinflussen kann, dann sollte ich es besser akzeptieren….sonst ist es unsinnige Verschwendung von Energie. Also mache ich das, was ich gut kann: ich denke darüber nach was getan werden muss um der Bürokratie zu genügen und ich versuche ihm Ratschläge zu geben, wie es weiter geht… vor allem das er sich um einen geregelten Tagesablauf bemühen muss…

Aufstehen zu festen Zeiten,  Duschen und Anziehen….auf keinen Fall die Disziplin verlieren…sonst verschiebt sich der komplette Tag und wir bekommen Schwierigkeiten…Wenn er erst um 3 Uhr Nachts ins Bett geht…ich aber um 5:45 Uhr aufstehe…dann passen unsere Lebens-Rhythmen nicht mehr zusammen.

Und wenn ich um 17 Uhr nach Hause komme und er war noch nicht unter der Dusche…ich darf nicht darüber nachdenken…. So etwas hab ich schon einmal erlebt… und man lebt sich irgendwann auseinander, weil man nichts mehr miteinander teilt

Außerdem ist  es wichtig jetzt die Freundschaften die er hat aufrecht zu erhalten, auch wenn der eigene Stolz sich lieber verkrümeln möchte. Und vorallem suche weiter…hör nicht auf.

Ich habe dazu gelernt und gebe nur einmal diese Ratschläge…ob er die beherzigt weiß ich nicht. Das hat er sich wohl auch schon überlegt…also bin ich mal gespannt…und ich kann es auch nicht beeinflussen….aber immerhin hab ich alles versucht um ihn in die richtige Richtung zu bringen.

Alternative zum Leben?

Ich werde im Moment vor die Frage gestellt: was ist die Alternative zum Job…

Nun …. Erst mal sehr einfach KEIN Job. Also Du sitzt zuhause, verlierst deinen geregelten Tagesablauf, hast keinen Kontakt zu Kollegen, erfüllst keine Arbeitsaufgaben  und bekommst KEIN Geld….zumindest nicht vom AG.

Als Angestellter bekommt man ja immerhin Arbeitslosengeld…okay, für eine gewisse Zeit….aber was DANN?

Welche Alternativen bieten sich?  Anbieten tut sich zunächst einmal NICHTS…weil es „Das Leben“ da draußen nicht interessiert, ob ausgerechnet Du Arbeit hast oder nicht. Es sind die Familie und die Freunde die es berührt und die versuchen zu helfen…und später dann die Vermieter, Kreditinstitute und Geschäfte die ihr Geld haben wollen – die interessiert das….aber sonst?  Nirgendwo wartet eine soziale Verwaltung und sagt: das ist schade…komm wir greifen Dir unter die Arme und helfen Dir…hier hast du…..

Alles was Du haben möchtest musst Du initiieren…willst Du einen Job: dann such, findest Du keinen: dann such weiter, findest Du immer noch keinen: dann verändere das Suchmuster…willst Du Sozialleistungen: dann must du diese beantragen…willst Du mehr Sozialleistungen:  musst du dich beraten lassen und diese beantragen.

Willst du deine Ruhe? Und von all dem Kram nichts hören und vor allem nichts unternehmen…Dann bist du bald da angekommen, wo dich gar keiner mehr wahrnehmen möchte (außer den Menschen die dich noch lieben)…

….dann bist Du bald als Aussteiger  ohne, Arbeit, Geld und Wohnung unterwegs….

Dich will keiner?? Das ist nicht wahr….Du musst nur jemanden suchen und ihn davon überzeugen das er Dich will. Wie Du das Schaffen sollst? Aufwachen und endlich Alternativen suchen, andere Wege gehen. Welche? Ja keine Ahnung – such sie dir eben.

Ich hab gut reden, weil mir geht es gut? Ja Du hast Recht….mir geht es gut und deshalb fällst du auch nicht ins Bodenlose….aber meine Ratschläge willst Du nicht hören…meine Bemühungen Dir zu helfen nimmst Du nicht wahr und am Ende des Tages bin ich der Buhmann, weil ich dich „nötige“ Dich mit dem Thema zu beschäftigen.

Auch wenn Du es nicht hören willst: Nichts zu tun, ist einfach die falsche Alternative..denn das ist das Leben und es gibt keine Alternative für Dein Leben…das Leben findet jetzt und hier statt.

Echte Sorgen….

Dabei haben wir doch ganz andere Sogen…

Es kommen unsichere Zeiten auf uns zu….und da denke ich gerade nicht  an die Welt oder Deutschland…sondern an die kleineste Einheit….meinen Freund und mich.

In weniger als 2 Monaten  kommt mein Süßer nun endlich wieder mit Sack und Pack zurück nach Hause. Dann sind 2 Jahre  Wochenend-Beziehung endlich wieder vorbei.

Das ist klasse…und wäre eigentlich ein Grund sich rundherum zu freuen…aber noch hat mein Schatz keinen Anschlussjob….und so langsam mache ich mir echte Sorgen….allerdings bin ich inzwischen nicht mehr laut in meiner Angst…sondern ich werde leise….und das ist meistens kein gutes Zeichen bei mir.

Wir haben in den letzten Wochen Lebenslauf und die Bewerbungs-grundschreiben neu gestaltet und mein Süßer ist aktiver geworden…. Zum Glück…das ist der Grund warum ich leiser geworden bin…

Ja es wird schwerer wenn man schon fast 50 ist, vor allem in einer Branche die sich gerade selber abschafft…bei einer Bank zu arbeiten ist heute kein erklärtes Ziel mehr…trotzdem gibt es immer noch genug Bewerber für die wenigen Stellen…

Aber wie soll das weiter gehen? Es kommt mir gar nicht so darauf an, das es ein extrem gut bezahlter Job sein soll…es würde ausreichen wenn es ein normaler Job ist….solange es ein Job ist….zusammen gerechnet würden wir so gut über die Runden kommen…

Die Faulheit bis hin zur Marotte

Vielleicht bin ich ja falsch gepolt….aber ich glaube immer noch daran: wenn man etwas im Leben erreichen möchte, dann muss man dafür auch etwas tun.

Niemand klopft an Deine Tür und sagt: hier ist der Job…Niemand schaut Dir in die Augen und sagt: Du bist so süß…hier ist der Job (außer man möchtest Model werden). Und wenn Du schon Ende 40 bist, dann musst du dich noch einmal mehr anstrengen…denn warum soll ein Arbeitgeber dich nehmen, wenn er viel Jüngere  billiger haben kann. Tja…warum?  Wegen Deiner Erfahrung. Aber das musst du einem potenziellen Arbeitgeber erst mal begreiflich machen.

Aber dafür muss man sich erst mal hinsetzen und etwas tun. Und das „tun“ macht nur meistens keinen Spaß….Ist aber notwendig. Kann man da nicht mal den Allerwertesten zusammen-kneifen und sich einfach mal am Riemen reißen? Hinsetzen und machen…und nicht nur 1x für 1 Std. in zwei Wochen.

Ich verstehe einfach nicht, wie man auf die Idee kommt…ach ja…ich suche mal im Internet eine Anzeige raus…und lasse sie dann einfach UNBEARBEITET liegen….Na  die Arbeit  mit raussuchen hätte er sich dann auch schenken können. Und dann jammern…es ist nichts Passendes dabei und die wollen mich alle nicht…

Anrufen?

Ja klar….mache ich…

Hast Du angerufen?

nee vergessen /  zu spät für heute / ja mach ich noch / hetz mich nicht / mit den Augen-roll

Warum nicht?

die wollen mich nicht / die sind eh blöd / die wollen noch nur ihre Adressdatei  füllen / warum soll ich mich da bewerben, das mach ich nicht mehr…sooo

Ohhh ja schön…sich beleidigt zurück lehnen hilft ungemein…hmmmm und wer schneidet sich hier gerade selber ins eigene Fleisch. DIE brauchen keinen  Job, sondern Bewerber…. DU brauchst den Job, also solltest DU auch am Ball bleiben…..das zumindest ist meine Meinung.

Aber ich kann das ja alles gar nicht beurteilen…ich bin ja in einer festen Position  mit gutem Einkommen…und das bekomme ich dann auch noch vorgeworfen. ICH würde alles viel besser machen…ICH muss immer Recht behalten …ICH halte ihn für blöd.

Nun gut das mit dem Recht behalten ist so eine Sache, ich kann eben gut argumentieren….und habe fast immer ein weiteres Argument, gebe also nicht so schnell auf…behalte aber trotzdem nicht immer Recht… leider – grins. Und ich bin zielstrebiger und bleibe am Ball.

Aber ich halte ihn nicht für blöd…nur für faul und phlegmatisch….und mittlerweile auch für  einen Menschen der unangenehmen Dingen so konsequent aus dem Weg geht, das es nicht mehr nur eine Marotte ist, sondern schon ein normales Leben stark einschränkt. Er bringt sich damit immer wieder und immer weiter in Schwierigkeiten…lernt daraus aber nichts und Schuld sind die Anderen.

Ein solches Verhalten kann ich nur mit Staunen zur Kenntnis nehmen…diesen „Luxus“ nur die angenehmen Dinge im Leben zu machen  habe ich nicht. Ich muss mich täglich mit Dingen beschäftigen die definitiv keinen Spaß machen…aber ich mache es, wie Millionen Andere auch: ich tue es einfach.

Das schließt morgens früh aufstehen, dem AG Bescheid geben wenn ich krank bin und die Krankmeldung abschicken definitiv mit ein.

Ich öffne meine Post, zahle meine Rechnungen und wenn ich einen Job brauche setze ich mich hin, suche Stellenangebote, schreibe Bewerbungen und hake nach.

Im Privaten Bereich kann ich mit diesen Marotten gut leben….habe mich arrangiert….aber wenn es um die Existenz geht, die restliche berufliche Zukunft…sorry aber da kann nicht stumm daneben sitzen und mit hihi und haha dem Späßen meines Freundes folgen. Er ist Meister im Verdrängen und ich bin die unangenehme Tussi die ihn nur noch mit dem Thema ärgert und anmotzt.

Ich bin bedient….

Und wieder mache ich mir Sorgen

Die 2. OP meines Freundes ist  gut gelaufen….nach 4 Tagen war er wieder zuhause. Die OP-Wunden auf dem Rücken und in der Achselhöhle sehen gut aus…. Auch wenn die Narbe auf dem Rücken etwas martialisch wirkt…alles heilt gut ab….und inzwischen sind fast 3 Wochen vergangen und die Tagesroutine hat schon längst wieder angefangen.

…ABER am Freitag ist nun der vorläufig letzte Termin in de Klinik – zur Kontrolle ….und die „Ergebnisse“  werden besprochen… ich hab schon Angst,  das das nicht alles war.

Na und es ist sowieso schon klar, das rein nach dem Vorsichtsprinzip noch einmal etwas am Bein entfernt werden muss, bevor sich das Gewebe verändert. Es ist ein potentieller Gefahrenherd, der beseitigt werden muss.

Außerdem ist nun klar das sein Vertrag in 400km Entfernung bald beendet sein wird….aber wie es weiter geht wissen wir noch nicht….Also wieder ran an den Computer und Bewerbungen schreiben. Naja, auf der einen Seite bin ich froh, dass wir dann nach 2 Jahren endlich keine Fernbeziehung mehr führen müssen, auf der anderen Seite ist es ein Job der Geld zum Leben in die Kasse spült.

Jetzt hilft nur wieder: Daumen drücken …..!!