Unangenehmes Gespräch – Auflösung

Nachdem ich natürlich das ganze Wochenende darüber nach gedacht habe wie ich das Gespräch führen werde…und was ich auf keinen Fall sagen kann….(Zuviel Ehrlichkeit verträgt Niemand), kam das Gespräch dann tatsächlich am Dienstagmorgen zustande.

Schon innerhalb der ersten Minuten war meine gesamt Strategie außer Kraft gesetzt und mein Vorhaben ruhig und besonnen zu sein rückte in den Hintergrund….na prima.

Es war eine harte Nuss, die war voll auf Abwehr…. 20-30 Minuten haben wir uns echt bekriegt. Was die mir alles an den Kopf geworfen und behauptet hat…spätestens als sie mich als Lügnerin darstellte platzte mir der Kragen und ich hab zurück geschossen….hab sie gefragt ob sie sich selber mal beim Reden zuhören würde und ob sie überhaupt noch mit bekommt WIE sie reagiert und WAS sie eigentlich sagt….

Na wie gesagt….die erste ½ Stunde war hart und dann auf einmal war die Nuss geknackt….sie war einen Moment emotional…und ich hab sofort eingehakt….und bin bis zu ihr durchgedrungen….und dann konnten wir tatsächlich ernsthaft miteinander reden.

Was mir z.B. nicht bewusst war, das ich bei unserem „Vorfall“ sie Montagmorgens direkt um 8 Uhr mit dem Fehler überfallen habe….ich habe mich entschuldigt das ich so unüberlegt /unsensibel gehandelt habe, weil ICH ja zu dem Zeitpunkt bereits mehr als 1 Stunde Büro war…aber für die Sache an sich habe ich mich nicht entschuldigt…und sie wurde dann auch versöhnlicher, erzählte etwas wirr von vielen Problemen zuhause: 2x Tochter verunfallt, Mann hat Krebs, alle wollen immer nur Geld….usw…..

Irgendwann meinte ich das wir Beide uns wohl durch die Reaktion des Anderen hoch geschaukelt haben und das ich keinen „Krieg“ möchte und hab ihr die Hand gereicht  und sie hat sie auch ergriffen…wir haben es also am Ende geschafft Frieden zu schließen…aber von meiner Seite aus mit der sehr klaren Botschaft: Wir werden keine Freunde mehr in diesem Leben –aber können zum Wohle des gesamten Teams freundlich distanziert mit einander umgehen.

Unangehmes Gespräch

Den Rest der Woche hab ich auch einigermaßen ruhig verbracht…mich durch ein paar unangenehme Themen gequält, bis ich am Freitag dann auch noch  ein halb unerfreuliches Gespräch mit meiner Chefin hatte.

Da das Verhältnis einer Kollegin zu mir seit ein paar Wochen angespannt ist, hat sich diese bei  unserer Chefin gemeldet, weil sie die Aufgaben die sie für mich erledigt nun nicht mehr machen möchte und meine Chefin natürlich wissen wollte wieso.

Dabei kam eben unser Disput vor einem Monat zur Sprache in dem sie mir ja gesagt hatte : „ich schwöre das war ich nicht“ und am Besten war ja : „ich mache keine Fehler“.

Mit beiden Aussagen disqualifiziert sie sich in meinen Augen…..wenn auf dem Protokoll ihr Name steht, dann hat sie es gemacht  – auch wenn ich ihr zu gestehe das sie es nicht bewusst  falsch gemacht hat…..aber gemacht hat sie es ….

Und SORRY  aber JEDER macht mal Fehler  – und das ist mein Credo – es ist nicht schlimm Fehler zu machen, es ist nur schlimm diese verschleiern zu wollen, nicht ehrlich damit umzugehen und vor allem nichts daraus zu lernen.

Natürlich bin ich kein Engel und war sauer, weil dadurch eine wichtige Zahlung nicht ausgeführt wurde und der Empfänger dann meistens sehr wütend bei mir anruft….es war nicht das 1. Mal das es durch den Fehler dazu gekommen ist….und vor allem kann ich Niemanden richtig respektieren der von sich selbst behauptet keine Fehler zu machen. Das ist überheblich und lächerlich.

Seitdem hab ich mal wieder eine distanzierte und professionelle Haltung der Kollegin gegenüber eingenommen. Nenne höflich die Tageszeit und rede normal über die beruflichen Dinge über die wir reden müssen….ansonsten ist sie mir egal.

Einen weiteren Fehler hab ich ihr auf den Tisch gelegt mit der schriftlichen Notiz dieses doch bitte in ihren Vorlagen zu ändern….unsere Chefin hat ihr noch eine weitere Arbeit übertragen und als es dort Probleme gab kam sie zu mir – ich (dumm wie ich bin) hab ihr geholfen das  Problem zu lösen….und sie dachte ich übernehme  jetzt auch die Erklärung unserer  Chefin gegenüber . „Eigentlich wollte ich mich nicht so tief damit beschäftigen“….ich hab ihr gesagt das sie die Antwort nun selber an die Chefin schreiben muss….sie könne ja meine Klärungsmail als Grundlage nehmen.

und nun hat sie keine Lust mehr auf diesen Teil der Arbeit – der für mich ist. Aber auch ich mache tagtäglich Dinge zu denen ich keine Lust habe. Seit wann kann man sich die Arbeit aussuchen ….Rosinen-picken gibt es nicht.

Die Chefin sieht das ähnlich –hat mich jedoch zum Gespräch gerufen um zu erfahren was da mit uns los ist….ich hab alles aus meiner Sicht gesagt und jetzt bin ich verpflichtet worden das Ganze wieder gerade zu biegen….sie hat dazu gelernt und es sehr geschickt und positiv für mich verpackt….und ich hab ihr gesagt das ich es nicht einsehe hier einzulenken – denn ich komme mir veräppelt vor…..Von meiner Seite aus ist es nicht mein Problem. Aber da ich keine Zeit habe diesen Teil der Arbeit wieder selber zu machen SOLL  ICH jetzt dafür sorgen, das die Unstimmigkeiten aus der Welt geschafft werden.

Ich bin Stier: stur und nachtragend…aber ich habe gesagt auch gegen meiner Überzeugung werde ich das Gespräch mit der Kollegin suchen – auch wenn ich weiterhin nicht einsehe warum ich das machen soll….das wäre Aufgabe der Kollegin auf mich zuzukommen…aber ich mache es für meine Chefin – nur für sie….

Sie bekam gleich die Panik das die Kollegin aber nicht merken soll, das ich es nur mache weil die Chefin es quasi angeordnet hat….lach…..na so intelligent bin ich dann schon….und ich hab auch schon einen Ansatz wie ich das Gespräch führen möchte, also ohne Vorwürfe und Schuldzuweisungen, …wie es sich dann entwickelt liegt dann eh nicht mehr in meiner Hand….die Kollegin ist sehr empfindlich wenn es um sie selbst geht, dabei hat sie kein Gespür für Facetten, Nuancen oder die Feinheiten eines Gesprächs.

Der Frust mit den Kollegen

Gestern hab ich ja noch gearbeitet….nach 1 Woche (und nur  2 Tagen zuhause) mit einem grippalen Infekt fühle ich mich immer noch nicht wieder bärenstark, aber die akuten Symptome sind überwunden…dafür hab ich „nur noch“  einen ständigen Hustenreiz, die Nasennebenhöhlen sind zu, der Kopf ist noch leicht mit Watte gefüllt und schlapp fühle ich mich sehr schnell…deshalb hab ich erst einmal eine Stunde geschlafen.

Gut das ich jetzt eine ganze Woche frei habe…

Im Büro hab ich gestern die beiden Fehltage auf- und meinen Urlaub vor-bereitet…JETZT kann ich ruhigen Gewissens Urlaub machen, OHNE das ich bei meiner Rückkehr in Schwierigkeiten gerade.

Kurz bevor ich mich am frühen Nachmittag doch noch einmal zum Arzt begeben wollte, hatte ich noch ein Gespräch mit meiner Chefin.

Wir haben seit ein paar Jahren eine Junior-Controllerin…leider hat sie sich nicht ganz so entwickelt, wie unsere Chefin es gerne gesehen hätte und wie es für eine gute Controllerin notwendig gewesen wäre….ich  komme menschlich mit ihr auch  nicht so gut aus, sie ist oft extrem unhöflich und überheblich zu Menschen die sie nicht mag (also zu mir  und vielen Anderen)…aber ich habe mich arrangiert und eine emotional-neutrale Haltung erlaubt mir einen professionellen Umgang mit ihr in beruflichen Fragen.

Leider zeigt es sich wieder einmal, das sie durch ihre fehlende Fähigkeit sich selber zu kontrollieren oder auch nur zu reflektieren, es in einigen Bereichen ständig zu Fehlern kommt und jedes Mal fragt mich meine Chefin ob das Ergebnis stimmen kann.

Meine Aussage: das weiß ich nicht, ich habe diese Daten ja nicht ausgewertet. Einen Teil der Daten bereite ich ihr eh vor, weil sie es angeblich nicht schafft, es auszuwerten.

Ich habe ihr von Anfang an mein Schema zur Auswertung gegeben und auch zwischendrin immer wieder versucht Lösungswege zu zeigen …bei mir hat es immer funktioniert…nun – im Laufe der Jahre hat sie das Schema und die Methode so verändert, das  ich weder ihre Daten noch die Methode logisch nachvollziehen kann. Aber sie ist nicht meine Mitarbeiterin  und sie nimmt von mir auch keine Ratschläge an = Also ist das Ergebnis nicht mein Problem – ich brauche die Daten ja nicht.

Das sieht meine Chefin anders….Wenn die Junior-Controllerin offensichtlich falsche Daten liefert, fragt sie nicht bei ihr nach, die Daten zu checken – sondern ich als „Senior“-Hauptbuchhalter  muss die Daten verifizieren , d.h. erneut auswerten – ja dann kann ich es ja gleich von Anfang an selber machen…

JA genau – ab jetzt darf ich diese monatlich anfallende Aufgabe also wieder ganz übernehmen….meine Daten sind zuverlässiger – sagt meine Chefin.

Diese Aussage ist zwar nett – aber was ist das Bitte für ein Signal: Stell Dich dumm – dann machen andere Deine Arbeit? Anstatt sich mit ihr zusammen zu setzen ist es natürlich einfacher die Auswertung mir zu geben. Das ist zwar eine pragmatische und schnelle Lösung – aber keine Gute.

Auch eine andere Kollegin (ebenfalls  nicht meine Mitarbeiterin) findet sie macht  NIE etwas falsch („ich schwöre – das war ich nicht“)  und ist sauer als ich ihr nachweisen konnte das etwas wirklich Wichtiges falsch gelaufen ist….na wenn man auch lieber stundenlang Englisch-Vokabeln während der Arbeitszeit pauken muss, bleibt einfach weniger Konzentration für andere Dinge…grrrrrr.

Also hat diese Kollegin gesagt: Dann mache ich das eben gar nicht mehr…darauf bin ich gar nicht eingegangen….auch wenn ich am liebsten sagen würde: SUPER  – dann mache ich es eben selbst….leider hab ich nicht so viel Zeit all diese Kleinigkeiten auch noch zu machen….

Wenn doch jeder tatsächlich mal das arbeiten würde, was er soll…das wäre phantastisch…und ganz ehrlich: wer keinen Bock auf diese Arbeit hat , sollte lieber etwas anderes tun…

Kollege mit Rentenaussicht

Ich war heute Mittag mal wieder mit meinem Kollegen zum Essen raus….er geht Ende des Jahres in Rente.

Er ist 63 Jahre alt, seine beiden Kinder haben zu Ende studiert und arbeiten als Wirtschaftsprüfer…seine Frau arbeitet halbtags….und er ein abbezahltes Eigenheim mit Solaranlage auf dem Dach und  gehört zu denen die sich auch im Alter keine finanziellen Sorgen machen müssen.

Sein Leben ist zwar nicht immer so gelaufen wie man es sich wünschen würde…Viel weiß ich nicht darüber…nur das es einen Grund hat, das er absolut keinen Alkohol trinkt, er deswegen auch mal eine Zeitlang von seiner Frau getrennt gewesen war …und es nagt an ihm, das ihm in den letzten Jahren die berufliche Anerkennung verwehrt wurde.

Ich hab ihm schon vor ein paar Jahren geraten das Berufliche einfach lockerer zu sehen….immer mit Blick auf die Rente und seine sichere finanzielle Absicherung, was juckt es da das er nie Teamleiter wurde ….aber ich kann schon verstehen das es an ihm nagt, nie eine Sprosse hochgeklettert zu sein…trotz all seinem Wissen und seines Engagements.

Heute hab ich mich kurz erwischt, wie ich ihn  ein kleinwenig beneidet habe, das er schon  jetzt (mit 63 …ich muss mindestens noch 19 Jahre …bis 67  arbeiten) gehen kann…Fit und jung genug um die Zeit mit der Familie noch lange geniessen zu können

Ärgern oder wundern

Aus dem Büroalltag

Das Alter gibt uns ein paar Lösungen, die wir in jüngeren Jahren nicht hatten….Eine dieser  Lösungen heißt: Gelassenheit.

Nicht das ich jetzt alles stumm und klaglos hinnehme – im Gegenteil….aber ich versuche mich in etwas mehr Gelassenheit in einigen Dingen…und anstatt das mich andere Menschen mit ihrem Verhalten verärgern und ich meine eigene Laune damit verderbe, wundere ich mich, wie Menschen so sein können….

Schön wäre es allerdings, wenn es noch öfter klappen würde….denn noch bringt mich  vieles zur Weißglut. Aber immer öfter hilft die Vorstellung das das was mich ärgert in ein paar Minuten wieder vorbei  ist.

Beispiel gefällig?: Direkt neben meiner Bürotür ist eine der kleinen Küchennischen in die sich Kollegen gerne mal zurückziehen um:

  1. Gaaanz leise miteinander zu tuscheln. Da stört es mich nicht, das ich es nicht verstehe, sondern diese Zischlaute die beim Flüstern entstehen
  2. Normal bis laut miteinander private Dinge zu besprechen. Da stört es mich, DAS ich alles verstehe…haben die keine privateren Ecken zu Verfügung? Mich interessieren die Themen nicht wirklich
  3. Hektisch mit dem Geschirr rumklappern

Eigentlich sind das alles  Dinge, die mich ärgern….aber ich atme tief durch und weiß: Das ist gleich vorbei. Kein Grund sich zu ärgern …..ich wundere mich nur

Glauben die Kollgen wirklich,

– das das Getuschel  wirklich unauffällig ist

– das die privaten Themen privat bleiben, wenn sie an solch exponierten Stellen laut darüber reden

Am wahrscheinlichsten ist es: die Kollegen vergessen schlichtweg das es mich in dirketer Nähe gibt…lach….

Aber es gibt auch genügend Dinge die kann ich immer noch nicht gelassen ignorieren…schade…wenn ein Kollege laut pfeifend über den Flur geht…bei uns stehen immer alle Bürotüren  offen, so bekommt  jeder ALLES mit…und dann finde ich es unverschämt mit dem Pfeifen….denn ich möchte mich konzentrieren…

Aber ich übe mich in Gelassenheit…lach…jeden Tag ein Stückchen mehr…und je gelassener ich werde, um so zufriedener kann ich sein…mit mir und meinem Leben.

Kollegen im Dilemma

Ist es schlimm, wenn ich mich heimlich über eine Situation amüsiere,  in der sich gerade ein Anderer unwohl  fühlt?

Ich hab gar nichts getan und  bin auch komplett unschuldig an der Situation.

Heute in der Mittagspause hab ich beschlossen kurzerhand und alleine in ein Bistro zu gehen…dieses ist in unmittelbarer Nähe zum Büro und natürlich gehen dort auch Kollegen essen.  Ich bin dort öfter mal mit meinem Kollegen der kurz vor der Rente steht…und ich weiß, das er auch fast jeden Dienstag dort mit einer externen Kollegin essen geht.

Heute war es komplett leer dort und ich hab mich an einen Tisch gesetzt und sofort kam die Bedienung und fragte freundlich: ach heute allein?  Jaaa!  Mir hat es schon früher überhaupt nichts ausgemacht mich alleine in ein Restaurant zu setzen…aber hier war ich noch nie alleine. Wahrscheinlich weil mir einem dort zu viele Kollegen begegnen. Direkt gegenüber ist der Sushi-Laden…da bin ich sehr oft.

Ich hab also bestellt und mein Essen auch schon fast zur Hälfte vertilgt….hab mich entspannt und gut gelaunt gefühlt…da geht die Tür auf und besagter Kollege mit besagter Kollegin kommen herein… Achja…heute ist ja Dienstag… wir haben uns kurz und freundlich begrüßt und ich hab dann den Kopf wieder zu meinem Salat gesenkt und normal und ruhig weiter gegessen.

Und jetzt standen die Beiden da und wussten nicht, was sie tun sollten…WO setzen sie sich nur hin…ich sass ja an einem 2-Personentisch…also hat sich die Frage ob sie sich dazu setzen erübrigt…also setzen sie sich an den Nebentisch und schließen mich in ihre Unterhaltung mit ein? Oder doch lieber ans andere Ende des Bistros…aber dann sieht es so aus als ob sie mich meiden würden.

Ich gebe zu…ich hab mich still etwas über dieses Dilemma  amüsiert….nach einer kleinen Weile haben sie dann eine salomonische Entscheidung getroffen…sie haben sich  dann an den übernächsten Tisch gesetzt.

Mir wäre es sogar lieber gewesen, wenn sie sich weiter weg gesetzt hätten…da es sehr leer war, konnte ich  nun ihrer Unterhaltung folgen, ob ich nun wollte oder nicht…es ging  einfach nicht weg zu hören und da taten mir die Beiden schon wieder leid….das Gespräch war schon etwas  angespannt und  kam überhaupt nicht leicht daher….

Na ich hab die Situation dann zügig aufgelöst, meine Mittagspause war eh schon fast rum und  das Essen gegessen…Lach…

Ich sehe so etwas ganz pragmatisch: ich bin alleine dahin gegangen und erhebe keinen Anspruch das sich die Kollegen zu mir setzen…und das gilt auch anders herum….die Beiden sind zusammen gekommen und wollten sich unterhalten, warum sollten  sie sich dann zu mir setzen. Ich bin da weder pikiert noch beleidigt.

Memo an mich selbst: lieber doch wieder Dienstags zum Sushi…..