Vom Stau zum herbstlichen Sturm (im Hochsommer)

Für meinen letzten Tag in Hessen hatte ich eigentlich noch einiges vorgehabt…aber daraus ist dann doch nichts geworden…und auf die eigentlich geplanten Zwischenstopps habe ich dann auch verzichtet. Im Radio wurde vor langen Staus in den Norden gewarnt und ich wusste ja auch, das am Abend mal wieder die A7 komplett gesperrt werden sollte….neee danke…dann fahre ich doch lieber direkt nach Hause.

Im Stau habe ich dann trotzdem noch mehrfach gestanden, bis ich dann endlich wieder zuhause war. Meinen einzigen echten Pausen-Stopp habe ich in Kassel gemacht. Einmal das Auto vollgetankt und im „Cafè del Sol“ zu Mittag gegessen und schon ging es weiter….von Stau zu Stau…aber irgendwie hat es mich nicht gestresst….war zwar nervig, aber eben nicht zu ändern und ich war dann auch froh, als ich gegen Abend endlich wieder zuhause war.

Gemacht habe ich dann die nächsten Tage nicht viel…ich brauchte ein paar Tage um mich von der Fahrt und der vielen Kommunikation zu erholen…ich war also stumm und komplett lustlos mit irgendjemandem in Kontakt zu treten. Gut, das ich noch eine ganze Woche Urlaub hatte.

Dieser Zustand hielt ein paar Tage an, ich blieb erst einmal einfach zuhause….und das war ja auch nicht so schwer, denn urplötzlich hatten wir hier in Quickborn Herbstwetter. Erst regnete fast ununterbrochen, war dabei aber schwülwarm. – sehr unangehem.

Dann wurde es mit dem einsetzenden Starkregen, Mitte der Woche, schlagartig kühl und stürmisch. Manchmal musste ich rausschauen um zu sehen ob das starke Rauschen vom Regen, dem Wind in den Bäumen oder von Beidem kam. Das war echt krass….die Bäume vor meinem Wohnzimmer-Fenstern bogen sich im Sturm, während es heftigst regnete. Wir haben hier eine Windschneise.

Als ich Mittwoch von einem Ausflug in den Volkspark Hamburg zurück gefahren bin, war auf der Landstraße alles über 35kmH ein hohes Risiko…das Wasser stand hoch auf den Straßen…zuhause bin ich sofort in den Keller gestürmt um nachzuschauen, ob der Regen sich wieder einen Weg in unsere Keller gebahnt hatte…zum Glück: nein.

In die Keller war kein Wasser eingedrungen, nur die Tiefgarage kann man aktuell nicht trockenen Fußes über die Einfahrt betreten oder verlassen. Dort staut sich das Wasser einige cm hoch und läuft nicht ab….mit dem Auto kann man noch durchfahren und auch in der Tiefgarage selbst ist es trocken. Zum Glück gibt es auf der anderen Seite noch eine Treppe in die Tiefgarage.

Notfalls wäre es auch über die Kellerzugänge der Hauseingänge möglich, die Garage trockenen Fußes direkt zu betreten…aber das sind unzählige Türen und ständig einige Stufen rauf und einige Stufen wieder runter, gefühlt um 100 Ecken herum, kleine Nischen mit Türen, die in andere Gänge führen, immer wieder einige Stufen hoch und dann um das nächste Eck wieder runter… einige Türen führen nur zu Kellerabteilen, andere in die nächsten Gänge…manche Türen muss man mit dem Schlüssel öffnen, andere gehen so auf – das reinste Labyrinth hahaha….da habe ich mich am Anfang mehr als einmal verlaufen…die Türen sind nicht beschriftet und die Abzweig-Möglichkeiten vielfältig. Alle Häuser sind über die Keller miteinander verbunden. Seitdem gehe ich lieber ein paar Schritte im Regen vom Garagenaufgang zur Haustür, als mich durch das Kellerlabyrinth zu manövrieren. Das geht eindeutig schneller.

Seit 5 Tagen warte ich auch darauf, das meine Wäsche im Trocken-Keller auch mal trocken wird…aber die Luftfeuchtigkeit ist viel zu hoch….alles ist klamm….okay, habe sie mit in die Wohnung genommen.

Ich bin ein Freund von Kühle und auch Regen muss sein…aber so langsam könnte es, auch für meinen Geschmack, mal wieder ein paar Tage trocken bleiben und etwas Sonne wäre jetzt auch nicht verkehrt.

Mit Stau und Kollegin auf dem Weg

Die Fahrt in den Hohen Norden Dänemarks war auf der Hinfahrt kurzweiliger als gedacht…ich bin mit einer Kollegin aus einer anderen Abteilung zusammen gefahren.

Für die Rückfahrt hat sie sich dann mit den restlichen 4 Kollegen zusammen in ein Auto gequetscht (die Kollegen mussten an dem Mittwoch bis zum späten Nachmittag bleiben, während ich ja bereits morgens zurück gefahren bin, bzw. noch einen „kleinen“ Zwischenstopp in Flensburg einlegen wollte).

Die Hinfahrt war zwar kurzweilig, dafür aber sehr lang…denn es gibt etliche Baustellen auf der Autobahn in DK und oft durften wir nicht schneller als 80 kmh fahren…ging auch gar nciht schneller…wir hatten zähfließenden Verkehr, dann richtigen Stau, den nächsten Stau hab ich mehr durch ein Versehen glorreich umfahren, dann weiter zäh fließenden Verkehr und irgendwann waren wir dann da.

Der Start mit dem Mietwagen am Mittag begann auch erst einmal mit der Suche, wie man überhaupt die Automatik-Fahrgänge einlegt. Bisher hatten alle Mietwagen einen Knauf, eine Schaltleiste oder einen Drehknopf in der Mittelkonsole. Dieses aber nicht. Ich hab gesucht und gesucht, bis meine Kollegin meinte schau mal der Hebel da…es war tatsächlich ein extra Hebel am Lenkrad, der sich aus meiner Perspektive auf das Lenkrad jedoch versteckte. Nun gut – dann kann die Reise ja beginnen.

Ich bin die gesamte Strecke gefahren, während die Kollegin unterwegs zwischendurch mit den Kollegen im anderen Auto kommunizierte…so wussten wir, die sind im Stau vor uns. Während wir dann den nächsten Stau, fast unbeabsichtigt umfahren haben…sind die anderen wohl auf der Autobahn geblieben und auf einmal lagen wir tatsächlich Vor den Anderen …okay das hat jetzt vielleicht 1/4 Stunde gebracht.

Wir haben dann zu Sechst im Hotel zu Abend gegessen und ich habe noch meinen üblichen Abstecher zum Fjord gemacht…die Kollegin und ein noch neuer Kollege haben mich begleitet.

Abends am Fjord – das ist immer eine ganz besondere Atmosphäre von Ruhe und Gelassenheit.

Geschlafen habe ich dann richtig gut. Das Hotel hat eine der Etagen renoviert und die Zimmer sind jetzt heller und moderner und das neue Bett ist super.

Okay, also angekommen war ich damit…aber der kommende Tag bereite mir schon etwas Kopfzerbrechen.

sportliche Herausforderung – Autobahn und Eumel

die letzten Wochen war ich oft auf der A7 oberhalb von Hamburg in Richtung Norden unterwegs…sehr oft. Das hat sich zum Glück jetzt auf 1x die Woche reduziert.

Auf jeden Fall fahre ich bis Kiel und seitdem meine Schwester zur Reha ist, biege ich dort von der A7 auf eine Bundesstraße ab und fahre weiter bis zur Reha-Klinik. Das sind jetzt pro Strecke 100km. Eigentlich ist das noch eine Entfernung, die mich nicht stresst…was es für mich aber so stressig macht, ich muss jedes Mal – immer noch – so einen blöden Corona-Test machen…und die sind sehr unterschiedlich.

Bei mir im Ort waren die in der Teststation unfreundlich und ich fühlte mich wie ein Betrüger, weil die bewiesen haben wollen, das ich ins Krankenhaus gehe um jemanden zu besuchen oder selber zum Arzt muss, um so den Test kostenlos zu bekommen. Soll ich mir erst im Krankenhaus eine Bestätigung holen oder wie? Wofür braucht man den Test denn sonst noch zwingend? und wer macht so etwas freiwillig sich ständig testen zu lassen…also ich jedenfalls nicht. Nach einmaligem Versuch, hab ich beschlossen dort nicht mehr hinzugehen.

In Kiel reicht es an den Teststationen aus, wenn man erklärt in welches Krankenhaus man möchte..füllt dafür einen Zettel aus und erklärt mit seiner Unterschrift seine wahrheitsgemäßen Angaben. Also gehe ich immer noch lieber dort zum Test, das sind nur 3km Umweg und geht schnell und zuverlässig und die sind nett…also stressfrei. Allerdings hat die eine Teststation am Wochenende nur bis 12 Uhr geöffnet und in der Woche bis 16 Uhr…die Andere in der Nähe, hat Mittags eine längere Mittagspause, hat dafür aber auch bis 18 Uhr geöffnet.

Ich muss also an einem Samstag zusehen, dass ich bis 12 Uhr den Test gemacht habe, sonst muss ich fast eine Stunde warten….und so hab ich für gestern geplant: 10 Uhr losfahren, dann bin ich um 11 Uhr in Kiel, Testen mit Warten vorher und nachher ca. 30 Minuten, dann die Sachen für meine Schwester besorgen: Obst und Snackgemüse, Süßigkeiten, Zeitschriften und einen neuen Eumel….ca 1 Stunde und dann noch 30 Minuten Fahrt bis zur Reha-Krankenhaus. Ankunft 13 Uhr.

Pläne sind gut und strukturieren den Tag.

Einen Stau hatte ich jedoch nicht eingeplant…und so stand ich dann völlig ungeplant zwischen Bad Bramstedt und Großenaspe im Stau. Also stand im Sinne von stillstehen. Wir haben uns brav alle sowas von vorschriftsmäßig aufgestellt, dass es eine perfekte Rettungsgasse gab und danach rollte gar nichts mehr. Außer den Feuerwehr-Fahrzeugen die nach ca. 15 Minuten mit großem Getöse und mit hoher Geschwindigkeit durch diese Rettungsgasse fuhr. Mit einigem Abstand kamen insgesamt 4 Fahrzeuge der Feuerwehr…aber zum Glück kein Rettungswagen.

Also hieß es Warten und das Einzige das lief waren mein Hörbuch (Brett Scott: „Cloudmoney – Cash, Karte oder Krypto: Warum die Abschaffung des Bargelds unsere Freiheit gefährdet“ super geschrieben und vor allem toll gelesen) und die Uhr.

Nach ca. 35 Minuten ging es dann endlich weiter….und mittels perfektem Reißverschluss-Verfahren kamen wir dann endlich auch an der Unfallstelle vorbei…wann und wie der Abschleppwagen vom ADAC dorthin gekommen ist kann ich gar nicht sagen…auch die Polizie war Vorort. Zum Glück war es wohl ein Unfall eines einzelnen Wagens und der hing schon am Haken, während ein junges Pärchen danebenstand und zusah.

Meinen strategischen Zeitpuffer, durch großzügige Planung, von 30 Minuten war damit aufgebraucht…wenn jetzt nichts mehr dazwischen kommt, klappt noch alles mit dem Test. Bis Kiel lief es dann auch gut… Einen Parkplatz vor der Klinik hab ich schnell gefunden…der war allerdings etwas schmal, so dass ich über die Beifahrerseite aussteigen musste…bin ja noch gelenkig – kein Problem. Also losgespurtet bis vor den Eingang der Teststation. Maske?…warum hab ich keine Maske in der Tasche…hab ich doch immer..grrrr…zurück zum Auto spurten – dort hab ich eine ganze Packung FFP2-Masken liegen…und wieder zurück joggen (sooo also Sprint haben wir schon mal geübt für heute).

Die Teststation war leer und es ging dann auch alles wie immer dort: nett, lustig und schnell und nach 15 Minuten hatte ich auch das Testergebnis auf dem Handy…da war es 11.58 Uhr. Prima.

Zum Einkaufen blieb mir nur noch 1/2 Stunde, anstatt 1 und in dem großen Einkaufszentrum war es voll…auch hier hab ich einen eher unbeliebten Parkplatz genommen, weil ein anderes Auto blöd schräg stand…aber ich passte gerade noch so rein…anstatt also zu Bummeln bin ich nur noch zielgerichtet durch den riesigen Laden, den ich mit seiner Aufteilung nicht kannte, gelaufen und bin dabei (gefühlt) hunderten Menschen ausgewichen, die dort die Gänge blockierten um sich gemächlich zu entscheiden.(2.Sporteinheit: Gehen, Stoppen, Ausweichen im Sauseschritt und dabei die Richtung nicht verlieren).

Interessanterweise waren die Kassen ALLE besetzt und so ging das echt schnell. Auf zum Auto und zur letzten Etappe…nun gemächlich über Bundes- und Landstraßen und um 13:02 Uhr war ich quasi pünktlich am Ziel.

Na klar hätte ich auch anrufen können, daß ich etwas später komme…aber das wollte ich nicht. So hab ich mich zwar etwas gehetzt, aber mich dabei nicht geärgert…ich hab es also sportliche Herausforderung betrachtet.

Über den neuen Eumel hat sich meine Schwester sehr gefreut. Ein „Eumel“ bezeichnet in unserer Familie ein kleines Plüsch-Kuscheltier, das man bekommt, wenn man z.B. ein neues Auto bekommt als Talisman, oder man eine Aufmunterung benötigt, wie bei einem Krankenhaus-Aufenthalt. Etwas, an das man sich klammern kann, wenn gerade Niemand da ist oder man sich alleine fühlt… der Eumel muss nicht niedlich sein..für die OP hatte ich ihr ein hässlich-Pinkfarbenes-Eumelinchen geschenkt…ich hab es die „Motivations-Zicke“ getauft und sie hat sich 2 Wochen an diesen Eumel geklammert.

Doch mit dem Wechsel vom Krankenhaus zur Reha, hat sie es entsorgt…das Teil hat seine Schuldigkeit getan und jetzt wollte sie daran nicht mehr erinnert werden. Nun hat sie einen süßen kuscheligen kleinen Stoffhund bekommen, mit riesigen Augen…der ihr jetzt bei der Genesung helfen soll.

Stau auf der A7 und gedankliche Höhenflüge

Donnerstag wollte ich besonders früh im Büro sein, denn wenn ich früh komme, kann ich früh gehen…..wollte ja am Nachmittag noch zum Friseur.

Normalerweise benötige ich für die Strecke von Tiefgarage zu Tiefgarage ca. 25 Minuten…der Mittelteil der Fahrt führt mich über die A7. Auf diesem Streckenabschnitt hab ich es innerhalb eines Jahres nur 2x erlebt, das es zu Problemen kam, denen ich aber noch gut ausweichen konnte.

Donnerstag ging es auf der A7 dann aber irgendwann gar nicht mehr: Unfall mit Vollsperrung und Ableitung auf die A23..die aber nicht nach Hamburg führte, sondern in die entgegengesetzte Richtung und da auf der Strecke auch noch die Fahrbahn erneuert wird, ist auf dem Stück auch nur eine Spur verfügbar und die nächste Ausfahrt auch noch gesperrt….also führte der Weg noch weiter weg nach Norden….bis ich dann irgendwann über diverse Landstraßen und auf kleinen Straßen quer durch Hamburg endlich ans Ziel kam.

Was sich so locker schreiben lässt, dauerte insgesamt 2 Stunden und 15 Minuten bis ich das Auto am Büro abstellen konnte. Was mich ärgert: wäre ich zu meiner normalen Zeit losgefahren, hätte ich in den Verkehrsnachrichten von der Sperrung gehört und hätte gleich die Landstraße über Pinneberg und Schenefeld genommen…dann wäre ich bestimmt eher angekommen.

Zwischenzeitlich war ich sogar bereit gewesen, einfach wieder nach Hause zu fahren – dumm nur, das ich tags zuvor meinen Laptop in der Firma gelassen hatte….so musste ich auf jeden Fall ins Büro.

Mittwoch ist ja jetzt unser neuer 3er-Tag…und das war sogar ein richtig netter Tag zu Dritt im Büro. Der Neue taut langsam auf und der Controller war gut gelaunt….die meisten Kollegen waren auf einer Messe und so waren die restlichen Büros ziemlich leer. Und ich war auch entspannt: meinen „abgesteckten“ Platz haben die beiden Kollegen jetzt akzeptiert und das Telefonieren klappt bei Beiden jetzt auch mit Headset – na also – geht doch.

Einzig der Controller entwickelt immer mal wieder lustige Ideen, wie man die Arbeit umgestalten kann….alle paar Monate macht er mir sonderliche Vorschläge die darin gipfeln, das ich nicht mehr für bestimmte Firmen zuständig sein soll….sondern nur noch für eine bestimmte Tätigkeit….z.B. das ich für alle Controller in DE und DK die Umsatzsteuer-Vorameldungen machen soll. Ja ist er denn des Wahnsinns?

Schon seit meinem Start in dieser Firma wehre ich seine Vorschläge in diese Richtung rigoros ab und hab ihm auch gesagt, das er damit aufhören soll…ich mache nicht für alle den Hampelmann – wenn er mich los werden möchte, ist das der beste Weg….ich übernehme lieber noch weitere Firmen komplett, als mich zu einem Bereichs-Idioten degradieren zu lassen.

Das Schöne an meiner Arbeit ist ja nicht nur meine Unabhängigkeit, sondern auch die Vielfältigkeit der Aufgaben innerhalb jeder Gesellschaft. Na zum Glück stehen seine Ideen nicht auf der Liste unseres Chefs.

Überhaupt entwickelt der Controller abteilungs-übergriffige Ideen, die mich immer wieder erstaunen…wundere mich, warum er unbedngt in andere Bereiche reingrätschen möchte…nicht ,das er die Befugnis dazu hat, andere Abteilungen zu disziplinieren…aber er versucht es immer wieder. Auch seine Ambitionen andere Arbeits-Bereiche von der Zentrale nach Hamburg zu ziehen, um unsere Abteilung weiter auszubauen, finde ich unpassend…also ich muss unserer Zentrale keine Konkurrenz machen und unser Standort ist mitnichten auflösungs-gefährded.

Ich glaube fast es wird ihm schon etwas langweilig, so mit nur noch einer großen Firma, ohne die Projektgesellschaften (die hat er abgegeben), ohne die Personaldinge (hat er auch abgegeben) und jetzt mit einem Zuarbeiter (der ihm die Routine-Arbeiten abnehmen soll).

Ich lasse mir jedenfalls nicht die Butter vom Brot nehmen und bin sehr zufrieden mit meinem Aufgabengebiet….und bin wehrhaft genug, mich gegen diese „Ideen“ zu behaupten.

Letzter Urlaubsstopp: Leer (Ostfriesland)

An meinem letzten Urlaubs-Tag in Ostfriesland hab ich kurz gezögert…fahre ich jetzt doch noch nach Leer oder soll ich mich gleich auf den Rückweg machen und dafür noch in Bremerhaven einen Stopp einlegen….hmmm…

Nach dem Frühstück mit anschließendem sehr schweigsamen Auschecken aus dem Landgasthof, hab ich mich dann doch für Leer entschieden…und das war genau die richtige Entscheidung.

Nach knappen 40 Minuten über die Landstraße kam ich in Leer an und hab das Auto auf einem Parkplatz nahe der Fußgängerzone, abgestellt. Es war noch früh am Morgen und das Wetter wusste noch nicht so genau ob es freundlicher oder noch düsterer werden wollte….es blieb erst einmal neutral bedeckt.

Wie immer zieht mich Wasser an und so fand ich sehr schnell den Hafen….und wieder zeigt es sich, das Reisen bildet: Die Stadt Leer liegt nicht nur an der Ems, sondern auch an der Leda, einem Nebenfluss der Ems. Das nenne ich mal lebendigen Geografie-Unterricht….denn der Fluss Leda, sagte mir bisher gar nichts.

Ich bin daher Mitten in der Stadt, nicht an der Ems, sondern an der Leda gelandet, nahe der Altstadt und hier ist nicht nur der Freizeithafen, sondern auch der Museumshafen. Alles ist so liebevoll restauriert, alles wirkt altertümlich gemütlich, einfach klasse – genau so mag ich es.

Leer wird auch das Tor zu Ostfriesland genannt…und das ist ein sehr ansprechendes Entree – eine gute Visitenkarte für die Region. Ach und noch etwas: die Niederländische Grenze ist auch nur 30km entfernt.

Ich bin lange am und um den Hafen herum gelaufen….leider hatte auch hier, zu so früher Stunde, die Teestube noch nicht geöffnet…Teetrinker kommen scheinbar immer erst ab 11 Uhr Vormittags auf ihre Kosten…eigentlich schade – und das sage ich als überzeugter Kaffee-Trinker.

…es wirkt fast etwas aus der Zeit gefallen….vor allem weil zu dieser frühen Zeit, nur wenig Menschen das Idyll durchkreuzten….

Vom Hafen ging es dann durch die Altstadt….kleine Gassen, restaurierte kleine Häuser, viele individuelle kleine Geschäfte. Alles strahlt gemütliche, norddeutsche Gelassenheit aus…und das sogar bei kühlem und windigem Wetter:

Nach der Altstadt, hab ich mich zur moderneren Fußgängerzone begeben…die ist für so eine doch recht kleine Stadt mit ca. 35.000 Einwohnern, erstaunlich lang und gut ausgestattet….

….und hier hab ich dann den Teil des Urlaubs begonnen, der auch Spaß macht…ich habe eingekauft: z.B. ein paar Kissen für meine Couch, etwas Deko-Kram, einen Wäschekorb (meiner ist nach fast 15 Jahren vor einiger Zeit kaputt gegangen und es gibt bei IKEA keine neuen Einsätze mehr dafür), eine Gardinenstange für die Küche und auch ein paar Schuhe für den Sommer. Gut das ich das Auto in der Nähe geparkt hatte.

Gegen Mittag wurde es dann aber auch Zeit für die Heimreise…Es ging also zurück über ein Stück Autobahn, dann gemütlich über Bundesstraßen und Landstraßen, unterhalb von Nordenham dieses Mal durch den Wesertunnel weiter Richtung Wischhafen zur Fähre.

Hir wurde meine Fahrt schon 1,5 Km vor der Fähre gestoppt….Na klar, es war früher Nachmittag – viele Autos und LKW wollten auch die Elbe überqueren…es hat also gedauert….ich hab zwischenzeitlich im Auto zu Mittag gegessen, gelesen, das Hörbuch weitergehört, gedöst….ich hab nicht wirklich auf die Uhr geschaut, würde aber die Wartezeit auf 1,5-2 Stunden schätzen….es hat mich nicht gestört…konnte mich ja beschäftigen.

Ich hatte sogar noch Glück bei der Warterei…irgendwann kam ein Mensch auf dem Mofa und hat mich freundlich aufgefordert an der LKW-Schlange vorbei, direkt auf die Fähre zu fahren…es waren noch ein paar Autoplätze frei.

Auf dem restlichen Rückweg über die Landstraße hab ich noch ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage eingekauft und mich dann direkt nach Hause begeben…und nach 2 Tagen im Hotel hab ich mich auf mein eigenes Bett gefreut….

Feierabend-Vergnügen: Stillstand

Wie kann man doch schön seinen Feierabend verbringen, nachdem man das Büro verlassen hat: Einen Spaziergang gleich vor der Bürotür starten z.B. in Richtung Ottensen oder noch eben einen kleinen Einkauf erledigen….man kann sich in den nahen Park setzen und das mehr oder weniger schöne Wetter geniessen.

..und es gibt Feierabende da wünschte ich, ich wäre im Homeoffice geblieben….denn meinen Feierabend habe ich in einer kleinen Seitenstraße mitten in Hamburg verbracht….es ging nichts vorwärts und auch nichts rückwärts und eine Seitwärtsbewegung war ebenfalls ausgeschlossen….also auch den Wagen kurzfristig einfach zu Parken und etwas anderes zu machen, war unmöglich. Da sich ja NICHTS auf den Straßen bewegte konnte auch keine Parklücke frei werden.

So stand ich für die nächsten 2 Stunden ca. 400m Luftlinie vom Büro entfernt, mitten in Hamburg-Bahrenfeld und habe mich in dieser Zeit nur wenige Meter vorwärts bewegen können. Denn die Seitenstraße führte auf eine etwas größere Seitenstraße und diese hatte mehrere andere Seitenstraßen aus denen überall Autos tröpfelten….wenn man denn mal ein paar Meter vorfahren konnte….und erst viiiiieeeeeelllll später gab es die Abbiegung nach Links…..auf die zweispurige Hauptstraße …die ja auch Stillstand hatte.

Hamburg war durch einen 25km langen Stau vor dem Elbtunnel (von Norden nach Süden), einem Unfall und den vielen Baustellen so überlastet, das auch alle Ausweichstrecken und Schleichwege einfach dicht waren. Es ging gar nichts mehr.

Also blieb mir nur tief durch zu Atmen und Online-Zeitung zu lesen ….später hab ich dann mein Hörbuch weiter gehört…..zwischendurch noch Nachrichten. Durchschnittlich alle 5 Minuten ging es dann mal wieder ein paar Meter weiter….

Trotz dieses allgemeinen Stillstands waren die meisten Autofahrer echt nett, wenn man es denn mal geschafft hatte, aus einer der Seitenstraße auf die nächste Straße vor zurollen und ließen einem quasi im Reißverschluss-Verfahren auch vor und das an JEDER Einmündung.

Die meisten Autofahrer sind hier nicht nur entspannter als in Frankfurt, sondern auch hilfsbereiter…der nette ältere Bulli-Fahrer mit ausländischem Aussehen, der mich am Anfang mittels einer freundlichen Geste vorgewunken hatte, hat am Ende so viele Autos vorgelassen, das ich den eigentlich hohen auffälligen Bulli dann gar nicht mehr sehen konnte, soweit ist er dadurch zurück gefallen…

Aber irgendwann ist auch das schönste Feierabend-Vergnügen einmal vorbei….und als ich es dann endlich auf die zweispurige Hauptstraße geschafft hatte, konnte ich sogar kurzerhand auf die A7 Richtung Norden einfädeln und der Verkehr lief ab da für mich reibungslos…..

Gut das ich bereits am Morgen das Auto vollgetankt hatte und gut das ich vor dem Verlassen des Büros noch einmal auf der Toilette war…hahahaha. DAS hätte sonst Beides zu einem echten Problem werden können….so mitten in Hamburg in einem Wohngebiet mit kleinen Seitenstraßen….

Bleiernde Müdigkeit

So – nun bin ich also aus dem Rhein-Main-Gebiet in die Norddeutsche Provinz gezogen… das beschriebene Drama war überstanden. Der Möbelwagen war wieder weg, ich hatte wie ein Stein geschlafen bis 6 Uhr….um 7 ca. hatte ich den Möbelwagen wegfahren hören…ich bin noch einmal eingeschlafen und erst danach fühlte es sich so an, als ob meine Lebensgeister so langsam zurück kämen….aber ganz langsam.

Ich war erschöpft….da half auch die heiß/kalte Dusche nicht….ich brauchte Kaffee…ich brauchte so etwas wie Normalität…und zwar schnell… In weniger als 1km Entfernung sind auf der grünen Wiese (ich wohne am Stadtrand) ein großer Lebensmittelmarkt – mit Bäcker, Fleischer und Blumenstand, dazu ein Baumarkt – Tankstelle und Waschstraße und ein Discounter und sogar so ein Autoteile-Service …Also alles was man zum Leben so braucht….und der Bäcker hat einen großen Sitzbereich…fast wie ein Café.

 Da ich ja länger bleiben musste als geplant hab ich kein Ladekabel für mein Handy dabei und der Akku war schon ziemlich leer….4% und ich musste heute ja noch dringend mit meiner Chefin telefonieren und mit meinem Team.

Also erst einmal benötigte ich ein Ladekabel für mein Handy…schön ich hab zwar eines – aber das liegt noch in Schnöselhausen….da ich natürlich nicht wusste, welches nun für mein Handy geeignet ist (mit 4% Rest-Strom funktioniert das Internet ja nicht mehr)….hab ich erst einmal das Falsche gekauft…..grrrrrr – okay das passt dafür aber an ein  E-Book… und beim 2. Versuch bin ich zum Autoteile-Zubehör gegangen und hab den freundlichen Mann an der Kasse gefragt.

Nach dem Einkauf und einem Frühstück bei dem Bäcker mit ausreichend Kaffee löste sich auch so langsam die bleiernde Müdigkeit aus meinen Knochen…und nachdem ich dann reihum alle Telefonate erledigt hatte…hab ich in meiner Wohnung noch die Spuren des Umzugs beseitigt:

Fegen und Wischen in Wohnung und Treppenhaus …den Müll  zusammenklauben…. Abwaschen und dann das Wichtigste…. Meine Möbel (also Couch-soweit vorhanden) und Tisch, Essbereich und vor allem die Matratze mit der Kleidung großzügig mit Abdeckfolie bedecken, so das für die nächsten Wochen nicht alles einstauben kann.

Danach erst hab ich mich auf die Rückfahrt gemacht…Es war um die Mittagszeit als ich losfuhr…und von Anfang an war der Wurm drin…zähfließender  Verkehr, manchmal Stau, dann wieder zähfließender Verkehr….Stau….Stau….zähhhhhhhfllliiiiiiissssender Verkehr…Baustelle an Baustelle.

Das war anstrengend….lustig und erwähnenswert war nur eine Begebenheit…kurz vor Hannover bei immer noch zähfließendem Verkehr wechsele ich die Fahrspur und vor mir ist ein Auto mit einem Kennzeichen das ich kenne…es ist eines unserer Firmenfahrzeuge…aber  wer genau dieses Auto fährt wusste ich nicht…und die Heckscheiben sind abgedunkelt ich konnte es nicht erkennen…bei der nächsten Gelegenheit bin ich wieder auf die rechte Spur und hab mal reingeschaut…Ach – einer meiner Kollegen aus dem technischen Bereich, der sitzt sonst 3 Büros weiter …der kam bestimmt von einem der Kunden die wir in  Hamburg haben…ich mal kurz auf die Hupe gedrückt….später hat er mir erzählt, er wäre etwas irritiert gewesen wer da einfach mal so hupt – bei einem Fast-Stau ist das ja nicht so zielführend…lach…aber dann er  mich auch gesehen…wir haben uns kurz zugewunken, haben einmal mit Handzeichen gezeigt, was wir von der Verkehrssituation halten und dann hab ich mich wieder etwas zurück fallen lassen…. Viel schneller ist er aber auch nicht zuhause gewesen…obwohl ich ihn danach nicht mehr gesehen habe. Als ich am nächsten Tag ins Büro kam, wussten es bereits alle ….

Diese mühselige Fahrt hat wieder meine Kraftreserven aufgezehrt und ich habe 3x Pause gemacht um für jeweils 15-20 Minuten zu schlafen…Powernapping….etwas was ich gut kann.  Ich brauche auf einem Parkplatz nur die Tür von Innen zu verriegeln,  bringe mich im Sitzen in eine bequeme Position – vor allem meinen Kopf schließe die Augen und atme 3-5x tief ein und beim Ausatmen entspanne ich mich…und schon bin ich eingeschlafen.

Von den 20 Uhr Nachrichten hab ich Zuhause nur noch den Wetterbericht mit bekommen…aber immerhin  bin ich heile angekommen… den Rest des Abends hab ich auf meiner „Wander“-Gästematratze verbracht…die Wohnung ist jetzt ja ziemlich kahl… Die zu einem Würfel zusammenfaltbare Matratze hat sich jetzt schon bezahlt gemacht…lach….die ist klein, leicht zu transportieren und ich kann im ausgeklappten Zustand gut darauf schlafen..

 Am nächsten Tag war ja der 1.8. ….  Monatswechsel, Monatsabschluss UND mein Nachfolger kommt…. Mist mir fehlt jetzt der eine Tag…ich hab noch nichts vorbereiten können. Egal…das krieg ich schon irgendwie hin….wie immer ….irgendwie läuft´s  dann doch.