Abzweigungen

Mein Samstag bestand aus einem gemütlichen Vormittag Zuhause, einem sonnigen Mittag auf dem Balkon, haaaach wie schön den Himmel zu betrachten….sobald sich die Wolken vor die Sonne schoben wurde es kühl (Decke drüber ziehen)….war die Sonne wieder frei, strahlte sie so freundlich warm, das ich alles von mir gestrampelt habe (Decke wieder weg, Socken aus, Ärmel und Hosenbeine hochschieben).

Und dazu etwas, was an einem Samstag in diesem Wohngebiet sehr ungewöhnlich ist: KEIN einziger Nachbarn in der gesamten Umgebung hatte irgendein lautes Gerät an….KEIN einziger Nachbar war im Garten und hat sich unterhalten, KEINE Kinder in der Umgebung die gespielt und gelacht haben….es war eine solche Stille….absolute Stille….

Sehr ungewöhnlich und für mich auch sehr schön…

Erst gegen 18 Uhr bin ich dann zu meiner Walkingrunde in den Klövensteen gefahren und bin dort 1,5 Stunden gelaufen….mal quer durch den Wald auf kleinen fast versteckten unebenen Wegen, dann auf den größeren Hauptwegen und auch am Rande des Waldes entlang, mit Blick auf die Felder und die Galloway-Rinder.

Es war ein entspanntes Laufen….jetzt nicht unbedingt im Sport-Modus, wie sonst….etwas langsamer und trotzdem waren es 7,5km …und auch ein wenig nachdenklicher….das Telefonat am Abend zuvor mit meiner ehemaligen Chefin klang noch in mir nach….und wieder kann ich tief einatmen und mit voller Überzeugung sagen:

Ich hab bisher viel Glück gehabt in meinem Leben…und hab oft an den richtigen Stellen, zur richtigen Zeit, die richtigen Abzweigungen genommen….

Eremit auf Zeit ?

Ostern in Flensburg war eigentlich sehr schön, wir hatten auch viel zu lachen…aber es war auch extrem anstrengend….ich glaube, ich brauche mal wieder eine längere Familien-Pause….3 mal innerhalb von 2 Wochen mit 2x Übernachten, war einfach zu viel für mich. Ich bin soviel Nähe und Lautstärke auch einfach nicht mehr gewöhnt.

Auf der Rückfahrt am Sonntag Nachmittag liefen mir kurz ein paar Tränen die Wange runter, weil ich mich dem Kommunikations-Bedürfnis meiner Familie, und der damit verbundenen Lautstärke mit den sich ständig überschlagenden Stimmen nicht entziehen konnte….ich fühlte mich überfordert und ausgelaugt.

Ich hab wirklich versucht geduldig zu sein, hab mich zurück genommen, hab zugehört, bin auf Beide eingegangen…aber irgendwann kommt immer der Punkt, da kann ich dann nicht mehr. Ich musste meinem Schwager am Samstag mal deutlich sagen, das er auch mal warten muss, bis er mit dem nächsten Thema herausplatzt…ich hab nun mal nur 2 Ohren, und wenn meine Schwester redet, kann ich nicht gleichzeitig ihm zuhören. Danach ging es tatsächlich eine Weile besser…aber auch er ist eine empfindsame Seele und Gegenargumente konnte er ab dem Zeitpunkt so gar nicht verknusen, er will mir immer beweisen, was er alles weiß….seufz. Umgekehrt ging es aber genauso…auch meine Schwester nimmt den Redefluss ihres Mannes nicht mehr wahr und platzt immer dazwischen. Dabei hab ich meinen Schwager sowieso kaum verstanden: er redet schnell und nuschelt dazu so stark, das ich ein paar mal sagen musste: sorry – ich hab gerade kein einziges Wort verstanden.

Manchmal hab ich mich wie eine Mutter gefühlt, deren 2 kleine Kinder versuchen ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken….ich hab also Lob verteilt, Fakten zur Kenntnis genommen, Rückfragen gestellt,…ich hab versucht meine Aufmerksamkeit gerecht auf Beide zu verteilen….und musste immer wieder bitten, das Beide ihre Lautstärke etwas reduzieren….mir klingelten die Ohren.

Es wird wirklich Zeit, das sich die Beiden wieder mal mit ihren Freunden treffen können….seufz. Ich bin für so etwas einfach nicht geeignet.

Während der Ausflüge in die Natur gab es auch nur gaaaanz minimal einmal Stille……meistens wurde munter drauflos geplappert….zwischendurch hab ich mal gefragt, ob sich die Beiden auch untereinander immer soviel unterhalten, wenn sie im Wald unterwegs sind:…nein – eigentlich nicht. …Danach war sogar mal für eine kurze Weile Stille.

Also die meiste Zeit konnte ich ganz gut damit umgehen….aber letztlich bleibt der negative Nachgeschmack, das ich den Besuch nicht überstanden habe, ohne das ich ein paar Misstöne erzeugt habe…na klar tut es mir dann leid, denn die Beiden sind lieb und fürsorglich und anhänglich….aber irgendwann platzt es aus mir heraus.

Als wir mitten im Naturschutzgebiet an einem kleinen versteckten Reetdach-Haus vorbei kamen, meinte meine Schwester also so einsam könnte sie nicht leben…

Für mich wäre es das perfekte Haus, in perfekter Umgebung…ich glaub ich wäre der perfekte Einsiedler….zumindest zeitweise.

zufriedene Unaufgeregtheit

Ich weiß nicht warum, aber es fühlt sich alles gerade so richtig: Richtig an….und gegenüber dem letzten Wochenende ist das eine Kehrtwende um 180 Grad.

Also die Übungen am Vormittag können es nicht allein gewesen sein und auch nicht der Sonnenschein allein….nein, es fühlt sich Innen drinnen einfach richtig an…ich bin ziemlich entspannt, sagt auch mein Blutdruck und mein Ruhepuls ist seit Tagen perfekt für mich…..ich fühle mich einfach gut…nur die Hitzewallungen stören gelegentlich etwas…..aber auch das ist aktuell kein wirklicher Störfaktor.

Wenn ich es etwas phrasenhaft ausdrücken wollte, würde ich jetzt sagen: ich ruhe in mir selbst….aber das klingt irgendwie so platt….Ich lausche in mich hinein und staune über die innere Ruhe die mir entgegen hallt…diese zufriedene Unaufgeregtheit (ein Wort, das es so nicht als Substantiv im Duden gibt, sondern nur als Adjektiv)….das kleine stille Glück einfach da zu sein.

Wechselhaft: Wetter und Stimmung

Der Tag gestern war wechselhaft.

Gut gelaunt gestartet bin ich bei leichtem Regen erst einmal in den Ort: Waren gefahren…habe dort in einer Bäckerei gefrühstückt. Nach dem Thema mit 3-Gänge-Menü wollte ich das Frühstück im Hotel dann doch nicht dazu buchen.

Aus dem leichten Regen wurde am Vormittag dann so ein richtig lang anhaltender…aber die Luft war noch angenehm…also hab ich noch eine kleine Shoppingtour gemacht.

Der Regen blieb, die Luft wurde zunehmend wärmer und damit schwül…in Waren wurde es erstaunlich voll….und meine Laune sank ganz allmählich.

Nach dem vergeblichen Versuch zum Mittagessen am Hafen oder in de Innenstadt einen Platz in einem Restaurant zu bekommen (die Kellner blickten nicht einmal auf, wenn sie einem mürrisch ihr NEIN entgegen brachten….nach so langen Wochen im Shutdown muss man das freundlich sein wahrscheinlich erst wieder lernen.), blieb es bei einem Fischbrötchen auf dem Wochenmarkt.

Aber Hallo der Backfisch kam heiß und frisch und sehr freundlich über die Ladentheke und war einfach lecker…..ich hab mir einen Unterstand gesucht um in Ruhe essen zu können.

Familien mit quengelnden Kindern (ich will nicht ins Museum, Ich hab keinen Hunger, ich will ein Eis)…und genervten Eltern (Vater mit dem Versuch zu beschwichtigen: Du brauchst Dir ja nichts anzuschauen, wir gehen nur durch. Mutter motzend zu den 4 Kindern: Es ist Mittag – JETZT wird etwas gegessen) machten es mir nicht leicht den Abstand einzuhalten. Und ältere Menschen die ihre Regenschirme wie Waffen einsetzen machten es mir auch nicht leicht, freundlich zu bleiben.

In einem Eiscafé am Hafen dann endlich ein Platz um sich nieder zu lassen und mit einem großen Erdbeerbecher war ich wieder mit der Welt versöhnt.

Doch der Gang durch die Innenstadt, selbst bei diesem Regen, war ein Spießrutenlaufen…In einem Geschäft war ich gerade in einer Umkleidekabine und eine Verkäuferin davor beschwerte sich bitterlich bei der anderen über die Kunden…das ging mehrere Minutenlang so, sie beschwerte sich lautstark wie wenig sich die Kunden erziehen lassen, das sie Sachen falsch zurück hängen usw…..

Ja ich kann ihren Ärger ja verstehen….würde mich auch nerven., das Wetter, die Kunden, das Leben….aber mir machte es dann überhaupt keinen Spaß mehr noch weiter in dem Laden zu stöbern…und das, was ich mir schon ausgesucht hatte, hab ich wieder zurück gelegt. Der Verkäuferin hab ich es auch gesagt, das ich es nicht gut finde, das sie sich so über die Kunden beschwert, denn ich bin ja auch Kunde und habe jetzt die Lust verloren hier überhaupt etwas zu kaufen. Sie hat mich etwas verdattert angeschaut, blieb aber stumm.

…und ich hatte jetzt wirklich keine Lust mehr auf diesen Ort, diese Menschenmassen. Selbst ohne Corona mag ich es nicht von so vielen Menschen umgeben zu sein….ich bin in den Naturschutzpark gefahren, habe mir mein Rad geschnappt und mich in den Wald verzogen….hahahaha

…..endlich Ruhe und Erholung…trotz des Dauerregens..jetzt weiß ich wieder, warum ich in der Regel touristische Orte meide…

Wisst Ihr wie schön es klingt, wenn der Regen auf die Blätter im Wald fällt und auf den Moorsee…..ganz sanft….zaghaft und leise….

Am späten Nachmittag war der Regen vorbei, ich war vollkommen verschwitzt durch die Schwüle, den Regen und das Radfahren…im Hotel bin ich dann noch einmal unter die Dusche und danach bin ich in eine Art Schockstarre gefallen…

….in so ein schwarzes Loch. Ich wollte mich nicht mehr bewegen…konnte mich nicht aufraffen irgendetwas zu tun…ich dachte sogar darüber nach abzureisen…aber dafür hätte ich mich ja entscheiden müssen…mich bewegen müssen…ich hab einfach dagesessen und vor mich hingestarrt.

Ich muss zugeben, das kam nicht ganz unerwartet…schon seit letzter Woche merke ich zunehmend, das ich mal wieder in so eine Stille drifte. Ich hab versucht es abzufedern, zu umschiffen. Aber alles ist anstrengender geworden: das Bewegen, das Aufraffen…die Diskussionen (auch hier im Blog). Ich bin sehr schnell mental erschöpft…ich bewege mich in Summe weniger, das bekommt mir auch nicht so gut.

Also gestern Abend hab ich dann irgendwann angefangen mich doch wieder zu bewegen, langsam und unkoordiniert hab ich einige Klamotten zusammen gesucht und diese in die Reisetasche gepackt….was ich so nicht mehr brauche, habe die noch vorhandenen Reste meines Reiseproviants gegessen und mich langsam aber zunehmend aus meiner Starre gelöst. Okay – also ich bleibe noch bis Morgen…dann schaue ich mal weiter.

Heute Morgen ist diese innere Starre weg und das schwarze Loch ebenfalls…aber ich lechze weiter nach Ruhe…ich werde es heute also vermeiden in die größeren Orte zu fahren…. Also weiter geht es mit dem Urlaub

Der Stille zuhören – und dem Herzschlag

Der Stille zuhören – und dem Herzschlag

Der Start in die neue Woche war gaaaaanz entspannt. Der Kollege ist in nun endlich  Urlaub und ICH erhol mich….hahahaha.

Es waren heute aber auch extrem wenig Kollegen im Büro… die Urlaubszeit schlägt auch bei uns gut durch.

So blieb es heute von Außen  himmlisch ruhig….und ich hab mich mit den vier verbliebenen Kollegen heute lange und gut unterhalten und trotzdem viel geschafft.

Jetzt sitze ich auf dem Balkon und schaue der Sonne hinter den Wolken beim Untergehen zu. Ich hätte jetzt gerne ein Glas Wein…allerdings verkneife ich es mir in der letzten Zeit immer öfter…seufz.

Blutdruck und Ruhepuls sind in den vergangenen Wochen wieder viel zu hoch. Ich spüre dabei jeden Herzschlag fast unangenehm laut und jedes Mal wenn ich ein Glas Wein getrunken habe, stieg der Ruhepuls noch weiter an und blieb dann ein paar Tage so hoch.

Das ist Mist und gefällt mir überhaupt nicht,…heute ist er mal wieder auf relativem Normal-Niveau…das will ich nicht gleich wieder gefährden. Also sitze ich hier mit einem Glas Tee und einem Becher Wasser….immerhin kann ich wählen.

Es herrscht Draußen um kurz vor 21 Uhr himmlische Stille…Niemand scheint sich mehr in den Gärten oder auf den Terrassen drumherum aufzuhalten und neben den Vögeln und einigen Autogeräuschen in der Ferne, ist das Klappern meiner Tastatur bei Weitem das lauteste Geräusch.

Ich könnte tagelang hier sitzen und der Stille lauschen…und ich lausche auf meinen Herzschlag den ich immer noch als zu laut und zu deutlich wahrnehme…aber er ist gerade so an der Grenze, das es nicht unangenehm ist….darauf ein Zum Wohl  – mit Früchtetee.

 

 

 

zufrieden und einfach stumm

In meinem Zuhause lebe ich alleine…und schon zu früheren Zeiten, wenn ich alleine zuhause war, hab ich immer das Radio oder den Fernseher angemacht, damit es nicht zu still ist.

Diese Angewohnheit hab ich in den letzten Jahren vestärkt durch Infosendungen und Dokumentationen und durch den Einsatz von Funkkopfhörern.

So höre ich oft ununterbrochen Nachrichten, wissenschaftliche Sendungen, politische Diskussionen, Informationen über Länder, Forschungen, sozio-ökonomische Entwicklungen…Wissenschaft und Wirtschaft….oft nebenbei während ich putze, koche, bügel. Wenn ich lese oder schreibe stelle ich das jedoch aus…und vor allem wenn ich raus gehe…also in der Natur will ich weder Musik noch Infos hören…da will ich nur die Natur hören.

Oft hab ich die Kopfhörer genutzt , um mit den Infosendungen Umgebungsgeräusche zu übertünchen, z.B. die meiner Nachbarn, oder der Kirche nebenan ..und noch öfter um meinen nicht enden-wollenden Gedanken über den Job und die Beziehung zu entgehen…aber natürlich auch, weil ich an so vielen Dingen interessiert bin.

Dadurch hab ich natürlich auch zu vielen Themen eine Meinung und neige dazu diese auch kund zu tun….lach – was nicht jedem gefällt….und oft wenn ich sage: „ich hab vor kurzem gehört das…“….oder  „ich hab vor kurzem gelesen das…“ habe ich Augenrollen geernet….aber dieses Wissen bleibt oft nur mittelfristig i meinem Kopf haften….aber es kommt ja ständig Informations-Nachschub…. hahaha.

Worauf ich eigentlich hinaus will: in der letzten Zeit in der es ja durch Corona noch viiieeel stiller geworden ist und ich sowieso auch noch innerlich viel ruhiger geworden bin (ich male ja sogar manchmal Mandalas mit Buntstiften aus – echt langweilig hihi – aber total entspannend)…mache ich weder Fernsehen, noch Radio an….manchmal lese ich auch keine Nachrichten über das Notebook oder Smartphones…oft lasse ich alles aus, wenn ich nach Hause komme…und ich bleibe einfach zufrieden stumm.

In stressigen Zeiten hab ich dann öfter mal mit mir selber geredet…das laute Aussprechen von Problemen oder wie ich mich fühle, hat mir dabei geholfen besser mit Situationen klar zu kommen…, mich besser zu fokussieren und Wege zu Lösungen zu finden.

Aktuell mache ich das nicht…also das mit mir selber reden usw. Mit anderen Worten es geht mir gut und diese Stille innen und außen ist sehr schön.

Friedlicher Sonntag

Es ist Sonntag Morgen und ich sitze auf meinem Balkon…Es ist windstill,  friedlich und extrem ruhig (immer noch keine Flugzeuge- das macht es echt doppelt ruhig).  Die Sonne strahlt, der Flieder der Nachbarn duftet zu mir rüber, die unterschiedlichsten  Vögeln zwitschern, und ca. 16  Tauben fliegen in weitem Bogen über die Häuser.

Das Schwingen Ihrer Flügel ist ein leichtes Sirren…Manchmal ziehen sie Kreise, meistens sind es jedoch Achten.

Und in dieser schönen friedlichen Atmosphäre resümiere ich die vergangenen Wochen. Endlich ist der Winter vorbei und der Frühling mit all seiner farblichen Pracht ist überwältigend. Alle  Bäume zeigen wieder ihr schönes Blätterkleid und auch beim Autofahren begrenzt die Grüne Farbe der Blätter an den Bäumen das Sichtfeld und umschließt die Straßen .

Die Erdbeeren musste ich tatsächlich in dieser Woche nachts mit Flies abdecken, es gab  nochmals Frost…sogar bei meinem Auto musste ich die Windschutzscheibe frei kratzen hahha. Aber die vier Erdbeerpflanzen wachsen und gedeihen prächtig und die vielen Blüten versprechen viele leckere Erdbeeren….

Nach meinem umtriebigen Tag gestern, werde ich das schöne Wetter heute Vormittag auf meinem Balkon zum Erholen nutzen….für die nächsten Tage ist ja wieder kälteres  Wetter angekündigt.

So langsam muss ich mir Gedanken über einen Sonnenschirm machen….Also vor allem über einen Sonnenschirmständer…den passenden Schirm hab ich ja schon. Leider funktionierte der vorherige Schirmständer nicht mit dem Schirm…. ich bekam Beides einfach nicht stabil mit einander verbunden….trotz eines Adapters. ….

 

 

ungewöhnliche Stille

Ich bin seit Freitag Abend irritiert…ja ,es ist still geworden…also draußen, weniger Menschen laufen herum, weniger Autos sind auf den Straßen, Spielplätze sind geschlossen…also auch von hier kommt kein Laut…okay Restaurants usw. sind auch geschlossen….

und trotzdem kann ich mir diese Tiefen-Stille nicht wirklich damit erklären…ich wohne am Rande einer norddeutschen Kleinstadt in einem reinen Wohngebiet….da ist es eh immer etwas ruhiger als in der Stadt…

Heute hab ich mehr als 2 Stunden bei strahlendem Sonnenschein auf dem Balkon gesessen und der Stille gelauscht… und DANN endlich hab ich es kapiert…

Es fehlen die Flugzeuge am Himmel…diese unglaubliche Stille kommt für mich daher, das es so gut wie gar keine Flugzeuge mehr am Himmel gibt.

Dieses mal leise, mal lauter werdende …aber irgendwie immer anwesende Geräusch der in großer Höhe überfliegenden Maschinen, ist nicht da. Oft nimmt man ja dieses Hintergrund-Geräusch nur noch unbewusst wahr. Zum Glück, denn es gibt Regionen wo die Flieger beim Starten und Landen ganz tief über Wohnviertel hinweg ziehen…die haben eine ständige Lärmkulisse die unglaublich ist.

Aber hier bei mir sind die Flieger „nur“ in größeren Höhen über dem Viertel…dafür aber ständig….und auch ich hab mich so daran gewöhnt, das es jetzt erst einmal irritierend still ist.

Erholung notwendig

Diese Woche hat aber auch nervlich an mir gezerrt…das Ergebnis:

Blutdruck und Ruhepuls liegen weit über meinen normalen Werten und auch .meine Haut rebelliert wieder. Die ganze Woche hab ich schlecht geschlafen und wenig noch dazu.

Ich benötige jetzt dringend Erholung und Stille und bin froh das ich für den Rest dieses Wochenendes mit NIEMANDEM mehr sprechen muss…

Den Kaffeekonsum sollte ich auch mal etwas reduzieren.. Und vom Alkohol hab ich in dieser Woche auch zu viel gehabt…das reicht glattweg für die nächsten 1-2 Wochen…lach.. Also mehr Tee, Saft und Wasser in den nächsten Tagen.

und jetzt mache ich noch ein paar Entspannungsübungen, bevor ich dann noch zu einem kleiner kleinen Walkingrunde aufbreche.

Eine große Runde hab ich heute Mittag noch mit meiner Schwester gemacht, nach dem Brunchen…

 

 

 

 

Vom Reden und Schweigen

Nach diesem Wochenende musste ich erst einmal wieder „Stille tanken“…ich hatte nicht mal mehr Lust etwas zu schreiben. Ich hatte mich derart kommunikationstechnisch ausgepowert…

Es war ein tolles Wochenende, es hat super viel Spaß gemacht und ich bin sogar länger geblieben, als ich geplant hatte…aber danach brauchte ich erst mal wieder Schweigen.

Wir haben nahezu ununterbrochen geredet…lach…bis kurz vor 2 Uhr nachts. Es hat mich gewundert das meine Schwester überhaupt so lange aufgeblieben ist…normalerweise geht sie so um 21 Uhr schlafen, da sie ja sehr oft bereits um 4.30 Uhr zur Arbeit fährt. Da hat sie sich im Laufe der Jahre angewöhnt immer früh schlafen zu gehen.

Aber auch sie hat es genossen mal ungestört reden zu können. Mein Schwager war ja nicht da und so haben wir geredet und geredet….Einzig während der Saunagänge war es dann mal still.

In der Sauna herrscht das Gebot der Ruhe…was ich auch richtig finde. Wenn ich alleine in der Sauna bin, mag ich es ja auch nicht, wenn die Anderen sich unterhalten. Aus diesem Grund haben wir uns für die Ruhephasen zwischen den Saunagängen zwar ein schönes Plätzchen gesucht…aber die Ruheräume gemieden….hahaha. In früheren Zeiten sind wir schon mal aus so einem Ruheraum geflogen, weil wir ständig gekichert und gebabbelt haben.

Es war schön…es war lustig…und es tat unglaublich gut. Wir waren im Campus-Bad in Flensburg. Zuerst schwimmen im 50m Becken…wow…die wenigsten Bäder haben so große Becken…dann ab in den Saunabereich.  Später hab es Frucht-Cocktails (ohne Alkohol) und nach ein paar Stunden haben wir dort auch gegessen. Getränke und Essen waren erstaunlich gut und preislich angemessen. Wir hatten Burger bestellt und das waren keine pappigen Industrie-Burger, die schmeckten sogar richtig gut…auch die Pommes waren knackig und lecker….

Die verschiedenen Saunen waren ordentlich, sauber und nicht überfüllt…(na gut – während der Aufgüsse war es schon voll…aber nicht zuuu voll).

Ich glaube wir waren erst gegen 21 Uhr wieder zuhause…und mit einer Flasche Wein und 2 Gläsern ging es dann weiter mit dem Reden. Eigentlich kann man sagen, wir haben die letzten 9 Jahre nachgeholt…und wie üblich ging es dabei hauptsächlich um ihr Leben…die privaten Probleme, die beruflichen Probleme…aber ich hab es ja gelernt auch einfach mal in ein Thema reinzugrätschen ..und eine meiner größten Schwächen wird hier zur Stärke, ich rede einfach dazwischen und so bin ich beim Reden nicht zu kurz gekommen.

Sie hatte im Gästezimmer das Bett für mich vorbereitet und ich bin dann auch fast sofort eingeschlafen…Sonntag Morgen ging es dann schon früh wieder raus…ich wollte ja direkt nach dem Frühstück schon wieder fahren. Gefrühstückt haben wir in einem kleinen Cafe in der Nähe  und das war dort nett und lecker …und danach sind wir dann doch noch durch das in den letzten 20-30 Jahren entstandene Naturschutzgebiet, dem ehemaligen Truppenübungsplatz, gelaufen.

Meine Schwester wohnt in der GLEICHEN Straße, wie wir damals als Kinder mit unseren Eltern, als unser Vater noch bei der Marine war…und der Truppenübungsplatz war gleich hinter den Häusern…wir Kinder durften dort zwar nicht spielen….taten es aber trotzdem…lach…das gab dann auch schon mal Ärger mit den Soldaten und auch mit unseren Eltern.

Heute ahnt man nicht mal mehr, das es einmal ein Übungsgelände der Bundeswehr war, inzwischen ist es ein beliebtes Naherholungsgebiet und ich bin immer wieder überrascht wie dicht bewaldet das Gebiet inzwischen ist.

Es war schon fast Mittag als ich mich wieder ins Auto gesetzt habe und nach Hause fuhr…den Rest des Sonntags hab ich schweigend verbracht…. kein Handy / keine WhatsApp-Nachrichten / kein Blog / keine Musik….Stille.

Und zusammen mit meiner Walking Runde am Abend waren es fast 12km….