Neues Zuhause

Vor 10 Tagen habe ich mir 2 Wohnungen angeschaut  und auch schon vorher ein wenig geplant (s.  Wohnungssuche und Zahlenspiele )

Ich hatte mich an dem Samstag bereits um 6 Uhr morgens in mein Auto geschwungen und bin die knappen 550km bis in den Kreis Pinneberg (oberhalb von Hamburg) gefahren….Zwischendurch hab ich ein paar kleiner Stopps eingelegt… die Fahrt lief ruhig und ohne Probleme und NEIN – ich hab mich nicht verfahren.

Da ich sooo gut durch gekommen bin, hatte ich auch immer noch genügend Zeit um z.B. meinen Arbeitsvertrag  Vorort in den Briefkasten der Firma zu werfen (so bin ich zumindest sicher das er auch angekommen ist)….hab mein Auto noch durch die Waschstraße gefahren und den Innenraum gereinigt, noch ein paar Einkäufe erledigt und DANN hatte ich den Besichtigungstermin.

Sagen wir es mal so: Die Wohnung ist fast zu schön um wahr zu sein….und ich hab sie bekommen …..hahahaha.

Es handelt sich um ein Einfamilienhaus mit ausgebauten Dachgeschoss,  eigenem Aufgang, 3 Zimmer, 80qm mit Dachschrägen –aber vielen Fenstern in den Schrägen, modern, hell, mit Balkon, mit Außenjalousien die sich einzeln elektrisch steuern lassen, mit Einbauküche (in der Küche ist noch Platz für Waschmaschine, Spülmaschine und Gefrierschrank). Das Bad hat nicht nur Dusche und Badewanne, sondern vor allem auch ein großes Fenster….Als Keller dient der Spitzboden, der nur durch die Wohnung erreichbar ist…und vor dem Haus sind genügend Parkplätze vorhanden.

Das Haus ist erst vor ein paar Jahren gebaut worden, energetisch hoch-modern, mit Solaranlage auf dem Dach und super isoliert….Es liegt in einem Wohngebiet mit vielen 1 bis 2 Familienhäusern,  es ist sehr ruhig und gepflegt…und vor allem die Vermieterin ist eine jung-gebliebene ältere Dame, sehr sympathisch und nett….und sie hat den gleichen !! Beruf ausgeübt !! und ist viel unterwegs.

Sie meint in dieser Wohngegend leben überwiegend Paare mit bereits erwachsenen Kindern…keine Kirche, Schule, Kindergarten in direkter Nähe. Keine ausschweifenden lauten Gartenpartys oder Grillorgien, eher ruhig und gediegen….also eher eine bieder-langweilige Umgebung…und damit ziemlich genau das, was ich suche. Wenn ich Trubel möchte brauch ich nur die 20km bis Hamburg fahren.

Apropos fahren: ich kann die 20km bis Hamburg mit Bahn, Bus oder Auto fahren…und die knappen 9km bis zu meiner Arbeitsstelle ebenfalls  mit Bahn, Auto oder sogar Fahrrad…Ich hab mir bereits sagen lassen, das es eine schöne Radweg-Verbindung geben soll…okay – das werde ich alles beizeiten herausfinden.

Also wenn ich jetzt Fehler finden wollte: Fußbodenheizung und Kaminofen gibt es nicht….aber das wäre eh purer Luxus… und ist in Mietwohnungen nicht ganz so oft zu bekommen. Und die Miete ist angemessen für Größe, Ausstattung und Lage  – die Nebenkosten sollen mit 100EUR bei einer 1 Person durch die moderne Bauweise ausreichend sein – was ich als sehr niedrig empfinde…aktuell zahle ich ca. 250 EUR Nebenkosten.

Ach ja: die Wohnung ist bereits bezugsfertig (incl. Grundreinigung)….aber die Vermieterin ist damit einverstanden, das der Mietvertrag erst ab 15.07. gilt…. Ein Mietvertrag ab 1.8. wäre ja perfekt gewesen…so ist es immerhin noch richtig gut mit 1,5 Monaten Überlappung.

Die 2. Wohnung hab ich mir auch noch angeschaut, aber die ist bei weitem nicht an die 1. Wohnung ran gekommen…also ich hab mein zukünftiges Zuhause schon gefunden. 

Balkonidylle versus Kirche

Pfingsten…die Entsendung des Heiligen Geistes im Christentum und damit war gestern erst das offizielle Ende der Osterzeit.

Warum dieser Montag trotzdem als gesetzlicher Feiertag gilt wird i.d.R. damit begründet, das an diesem Tag in vielen Regionen „Brauchtum“ gefeiert wird und auch an diesem Tag feiert das Christentum.

Ich kann diese Tage nur schwer überhören…lach….in der Kirche nebenan  wird gerade noch lautstark gesungen und nun läuten alle Kirchen der Umgebung….und jetzt wird wieder gesungen mit Orgelbegleitung und bei geöffneten Kirchen-Fenstern/Türen. 

Aber es ist eine friedliche Atmosphäre…und bei mir auf dem Balkon präsentieren einige Vogelarten gerade ihren Nachwuchs…so kleine Wollknäuel..sooo niedlich. Sogar der Buntspecht war mit seinem Sprössling in unmittelbarer Nähe.

Auch die Eichhörnchen (eigentlich sind es Futterneider) benehmen sich untereinander noch friedlich….auch daran sieht man, es sind noch junge Tiere. In 1-2 Monaten scheuchen sie sich gegenseitig fort oder gehen sich weiträumig aus dem Weg.

Was mich in diesem Jahr besonders freut, der Kernbeißer ist noch da. Ein für mich faszinierender Vogel, weil sein Gefieder so leuchtend-Braun ist…. Leuchtend ist ein Wort, das mir bei Braun sonst eher selten in den Sinn kommt.

Um mein kleines Vogel-/Eichhörnchen-Paradies tut es mir schon leid. Schade, das ich die nicht einfach einpacken und mitnehmen kann…

Suche nach einem Nachfolger II

Zusätzliche Panik bekomme ich bei  den Aussagen meiner Chefin, das die keinen Nachfolger für mich finden….

Ich bin in dieser Woche auch noch dazu aufgefordert worden bei einem der Bewerbungsgespräche die Fachfragen zu stellen…Da der Group-Kollege  (der sonst die Fachfragen stellt) nicht dabei sein konnte… Beide Chefs standen in meinem Büro und haben mich gefragt…vorsichtig gefragt… sie wollten mich ja nicht zwingen, wenn ich nein sage…Aber…….

Nun gut, also hab ich mich auch noch auf das Gespräch vorbereitet….die Dame war gar nicht schlecht und hätte auch gut zu meinem Team gepasst. Warum  die voraussichtlich nicht in die engere Wahl kommt:  „missing seniority“ …ich weiß nicht mal richtig wie ich das übersetzen soll: sie wirkt ihm zu jung für diesen Posten (mit 37 Jahren).

Meine Chefin hat mir zumindest am Freitag zu verstehen gegeben das es gut sein kann, das sie niemanden rechtzeitig finden werden…das ich also niemanden einarbeiten kann und das es sogar sein kann das mein Posten 1-2 Monate unbesetzt bleiben könnte.

DAS macht mir ja mal richtig Angst…ich weiß ja auf welchem Rücken das dann ausgetragen wird: auf dem Rücken meines Teams….genau das wollte ich nicht…aber lieber soll gar niemand eingestellt werden – als  der/die/das Falsche. Es wird also nicht mal eine Zwischenlösung geben – das finde ich persönlich sehr bedenklich.

Jetzt hab ich wieder Magenschmerzen, schlafe schlecht und überlege wie ich mein Team jetzt aufstelle, das es auch ohne mich geht…nur zur Erinnerung ich habe KEINEN regulären 40 Stunden Job und mit vielen Dingen hat mein Team auch nichts zu tun….wie soll ich das denn umverteilen….was ist dringend zu erledigen, was ist wichtig, was kann warten….BOA – so sollte das eigentlich nicht laufen.

JETZT geht es mir richtig schlecht …die Verantwortung liegt bei den Chefs ja….aber ausbaden muss es mein Team. Und  ich? ……ich fühle mich jetzt schuldig meinem Team gegenüber. Na danke auch…

Nun ist mein Ego echt nicht mehr wichtig (hatte ja geschrieben das es meinem Ego gut tut, das ich nicht so leicht zu ersetzen bin, wie alle geglaubt haben)…nun wünschte ich, die würden sich jetzt für einen Kandidaten entscheiden, damit ich noch jemanden einarbeiten kann. Ich möchte nicht das mein Team sich aufreiben muss und die dann auch noch die Lust an dieser Firma verlieren….

 

Nerven-aufreibend und frustrierend

Die Woche wurden meine Nerven auf eine harte Probe gestellt…

 Es war nervenaufreibend, zermürbend…und das  blieb auch nicht ohne Folgen für meine Gesundheit. Natürlich der Job…alles andere läuft  ja erstaunlich reibungslos.

Der „Umbau“ des Konzern läuft ja bereits seit  mehr als 1 Jahr… für einen bestimmten Teil der auch mich betrifft, wurde extra ein Externer  zusammen mit einem IT-Mitarbeiter in ein „Projekt“ gesteckt und die haben das  ca. 3 Monate  vorbereitet…. Da ich auf diesem Gebiet bei uns als kompetenter Praktiker gelte, wurde ich mehrfach über das kommende Procedere informiert….ja das klang alles in sich stimmig….

Der Externe hat sich dann kurz vor der Realisierung/Umsetzung des Projekt mit einem unserer Entscheidungsträger von OBEN überworfen. Aus Erzählungen einiger Kollegen weiß ich nur: Es gab Streit, der  Externe hat  seine Sachen gepackt, ist gegangen…und ist auch nicht mehr zurückgekommen.

Vernünftigerweise hätte die OBERE sich mit dem Externen irgendwie einigen sollen, damit das Projekt zum Abschluss kommen kann. Aber nein…warum soll man denn klein beigeben…..also wurde von OBEN beschlossen, das Umsetzen macht jetzt jede betroffene Landesgesellschaft selber…also  wurden alle entsprechenden Buchhalter aufgefordert  das  Projekt jetzt mit dem IT-Mitarbeiter umzusetzen.

Und dann der Knaller: ICH  sollte dabei mit meinen 4 Gesellschaften als  Praktischer Test gelten… Ach das dauert ja nur so 3 Stunden pro Gesellschaft….und mit mir könnte man das Ganze ja in Deutsch testen….um zu sehen ob sich die englische Anleitung so umsetzen lässt.

….ich hab mich geweigert.  Ich kämpfe immer noch mit den anderen Auswirkungen dieses Umbaus, hab immer noch die Nachwehen des letzten Jahresabschlusses zum 31.03., muss meinen Rückstand versuchen irgendwie aufzuarbeiten, gehe bald in Urlaub, muss immer noch meinen neuen Kollegen weiter einarbeiten….

Meine Weigerung hatte dann einige Wellen geschlagen…ich hab  meiner Chefin,  dem zukünftigen neuen Chef,  der uns übergeordneten Abteilung im Konzern und deren Mitarbeiter, der IT  erklärt:  ICH stehe für solche „Tests am offenen Herzen“ nicht zur Verfügung…. Sobald es in irgendeiner anderen Gesellschaft funktioniert…OKAY…dann können die mich umstellen… Aber ich TESTE hier NICHTS.

Mit meiner entsprechenden Argumentation hab ich zwar einigen Unmut auf mich gezogen, meine Chefin hat mich erst bestärkt und ist dann aber eingeknickt….immerhin es hat gewirkt…. Es wurde bei einer anderen Gesellschaft getestet…und DANN wurden meine Gesellschaften umgestellt…..Die Umstellung hat dann insgesamt fast 3 Tage!!!!!  gedauert:

War ja klar das so etwas nicht reibungslos funktioniert….es hatte massive Auswirkungen…und hat auch zu Fehlern geführt mit Abweichungen die mehrere Millionen € ausmachten…diese Fehler mussten wir (IT und ich) erst einmal verstehen, dann überlegen wie wir es bereinigen,  dann bereinigen, dann schauen ob es passt und was es bedeutet wenn es nicht passt….das hat mir einige Bauchschmerzen, schlaflose Nächte und lange Tage bereitet….aber dann war es geschafft.

Dieser komplette Umbau in Teilen meiner Bilanz führte jedoch dazu, dass alle meine bisherigen Strukturen, vorzubereitenden Dateien für das Monats-Reporting auf einmal nicht mehr funktionierten…und wir mussten ja am Freitag bereits das Reporting abgeben. Meine Chefin hat diese Verantwortung bereits an ihren Nachfolger abgegeben….aber ich stand dann da und wusste nicht mehr weiter….

Die ganze Woche hab ich immer wieder Kopfschmerzen, meine Nerven liegen blank und ich bin hoffnungslos hektisch und unkonzentriert und fühle mich überfordert. Alle vergessen immer wieder, das ich ja auch noch normale  Arbeit habe….also Notbremse.

Anstatt also Freitag so lange zu bleiben bis das Reporting stimmig ist, hab ich mich  (ohne Rücksprache mit meinen Chefs)  an höherer Stelle (Group Controlling) erkundigt ob es  reicht wenn die Daten erst Samstag fertig werden…..zum Glück hab ich einen guten Draht zu dem entsprechenden Entscheidungsträger…. JA – es reicht.

Also hab ich in einer Mail an meine Chefs und Kollegen die es auch betrifft geschrieben, das ich nach Hause gehe und die Daten am Samstag fertig stelle…und bin  gegangen und das war auch gut so. Hab mich zuhause hingelegt und geschlafen…versucht meine Nerven zu beruhigen…bin spazieren gegangen und hab wieder geschlafen. Na immerhin ließen sich meine Nerven und mein Blutdruck so einigermaßen regulieren.

Samstag war ich dann auch nicht alleine im Büro…lach…meine Kollegin aus dem Controlling war auch da  und wir haben somit beide unsere Daten mit frischer Kraft und klarem Verstand weiter aufbereitet und ins Reporting-Tool eingegeben…es hat zwar gedauert…aber letztlich gingen die Werte auf.

Um das mal klar zu sagen: es geht bei diesem Reporting nicht um gesetzliche Anforderungen, sondern um interne Vorgaben…und die werden wichtiger genommen, als alles andere. Handelsbilanz= untergeordnet / Steuerbilanz = notwendiges Übel / Konzern-Reporting = die heilige Kuh…. es wird so viel Druck erzeugt, als ob Menschenleben davon abhängen…jeder ist genervt und gestresst und keinem macht das Spass…nicht mal den Mitarbeitern auf Konzern-Ebene…aber wir alle knechten uns um dem gerecht zu werden. Mehr und mehr finde ich das alles so überflüssig, sinn-entleert. 

Keine Gefahr – aber Danke

Komische Überschrift oder? Ich lese gerade über ein Problem, welches mich bereits mein ganzes Leben begleitet – Es ist eine extreme Reaktion auf normale Geräusche – Misphonie.
Es gilt nicht als Krankheit, aber als neurologische Störung. Die Auslöser (Trigger genannt) führen zu teilweise unkontrollierter Wut und die Betroffenen können dem Auslöser nicht standhalten, so das derjenige versucht sich dem Trigger zu entziehen.
Die Trigger sind dabei sehr unterschiedlich: Nase hoch ziehen, Schmatzen, normale Kaugeräusche usw.
https://misophonie.de/mit-misophonie-leben-bewaeltigungsstrategien/
Auf dieser Webseite wird u.a. geraten mit seinem Stammhirn (dem vegetativen Nervensystem, auch Reptiliengehirn genannt ….klingt schon komisch) Kontakt aufzunehmen….Wenn man einem Trigger ausgesetzt wird einfach zu sagen: Danke liebes Stammhirn, das Du mich darauf aufmerksam machst, aber es besteht keine Gefahr…um auf diese Art eine Überreaktion des Körpers mit Wut und dem Wunsch der Situation zu entkommen zu verhindern. Misphonie wird beschrieben als „Reflex aus dem Reptiliengehirn“.
Das klingt irgendwie merkwürdig – durch geknallt…aber die Überreaktion auf normale Geräusche ist ja auch merkwürdig…Warum nicht also einfach mal ausprobieren.
Ich werde es also einfach mal versuchen…auch wenn ich mir bewusst bin, das es nicht um eine Art „Heilung“ geht, sondern um eine Strategie besser im Leben mit diesen Geräuschen umzugehen.
Ich hab schon als Kind am Esstisch gesessen und mir die Ohren zu gehalten, um den anhaltenden Essgeräuschen zu entgehen. Das hat oft für Ärger bei meinen Eltern gesorgt, weil diese nicht wussten warum ich so reagiere und ich hab es kaum ausgehalten am Tisch sitzen zu bleiben…
Über dieses Thema und meine lebenslangen Erfahrungen damit, gibt es noch viel zu erzählen, aber für Heute möchte ich mich erst einmal mit diesem Ansatz mich für die übereifrige Reaktion meines Gehirns auf normale Geräusche zu bedanken, auseinandersetzen…