der letzte Arbeitstag des Jahres

..war für mich mal wieder richtig gut. Und das obwohl ich mehr als 10 Stunden gearbeitet habe. Woran liegt es, das ich die Zufriedenheit beim Arbeiten in dieser Firma so extrem unterschiedlich wahrnehme?

Es liegt auf jeden Fall an den Kollegen…und die haben durch die Jahresend-Rallye einfach weniger Zeit zum Quatsch-machen, lästern und nörgeln….so war es also von Außen ruhig…auch die Telefone standen fast still…hab mit dem Controlling mehr geredet, als mit meinen eigenen Kollegen, die sind irgendwie lockerer und freundlicher.

Ich hab mich mit der Chefin gut abgestimmt…und ansonsten das gemacht, was ich an meinem Job so liebe: still die notwendigen Arbeiten erledigt…viel per Mail zur Klärung in die Wege geleitet…

…hahaha UND meine Chefin hat irgendwie eingesehen, das EINE dieser tollen Arbeiten, die jeder angelernte Azubi erledigen könnte,  evtl. doch nicht notwendigerweise von mir gemacht werden sollte ..immerhin gibt es andere, die immer pünktlich nach Hause gehen. Also hat sie heute bekannt gegeben, das ab 1.1. einen Großteil dieser Arbeit von einer anderen Kollegin übernommen wird….ob sie die Kollegin allerdings vorher informiert hat, kann ich nicht sagen….diese Kollegin ist nach der Bekanntgabe genauso abweisend, überheblich und versucht mich möglichst zu ignorieren wie vorher…lach….also alles in Ordnung.

Die Haupt-Unruhequelle in meinem Rücken (hinter der Wand) wurde in den letzten Tagen dagegen sogar freundlicher zu mir…also zumindest wenn die anderen es nicht mit bekommen.

Ich hatte mich darüber geärgert, das es niemanden interessiert, wenn etwas nicht korrekt läuft….ungefragt hatte ich mich in eine Unterhaltung eingeklinkt und auf einen Sachverhalt hingewiesen (eigentlich wollte ich ja Schweigen….aber ich kann so etwas einfach nicht falsch im Raum stehen lassen, wenn die anderen es nicht klarstellen). Das kam wie immer nicht gut an…lach…Niemand lässt sich gerne sagen, das er etwas falsch macht…auch ich nicht…

Ich hab mich also darüber geärgert ,wie wenig Bilanzwissen es in meiner Abteilung gibt…und hier rede ich vom normalen Grundwissen eines Buchhalters für seine tägliche Arbeit und nicht von irgendwelchen exotischen Ausnahmeregelungen. ..Weder die Bilanzbuchhalter, noch die anderen Buchhalter kennen sich in einigen der  normalen jährlich wiederkehrenden Themen  wirklich aus….allenfalls oberflächlich. Ich sag ja nicht, das sie es nicht können, sie können ihr Wissen aber auf jeden Fall nicht abrufen und entsprechend anwenden…oder haben aufgehört bei der Arbeit  nachzudenken:

  • wann ist ein Sachverhalt eine Verbindlichkeit oder eine Rückstellung
  • was ist der Unterschied zwischen echtem und unechtem Schadensersatz mit welchen Rechtsfolgen
  • wie lauten die Regeln zur Überprüfung der Steuerfreiheit bei Betriebsveranstaltungen
  •  in welchen Fällen darf  man die Vorsteuer am Jahresende ziehen, wann nicht

Zugegebenermaßen sind das Themen, die außerhalb unseres Berufsstandes keinen interessieren…muss auch nicht…dafür gibt es ja so langweilige ungeliebte Jobs wie meiner. Aber WER sich für so einen Job entscheidet, sollte die notwendigsten Regeln kennen….oder Leute fragen, die es wissen…Wenn also ein Kollege schon fragt, sollten die Fachpersonen im Raum zumindest in der Lage sein, diese Frage auch entsprechend zu beantworten….und selbst wenn sie es  nicht können, dann können sie die Frage entweder in den Raum stellen oder an die Chefin verweisen.

Nun gut…ich hab mich also  ungefragt eingemischt…es wurde erstaunt zur Kenntnis genommen, aber der Inhalt meiner Worte passte nicht ins Weltbild…also: ahhhhrrrr kenn ich nicht…kenn ich anders…kann nicht sein…haben wir noch nie so gemacht…mach ich so nicht… Daraufhin hab ich  ein paar Minuaten später mit den Worten: „falls es dich interessiert, hier zum Nachlesen “ einen Auszug aus der Fachliteratur (frisch aus dem Internet gezogen) vorgelegt und bin gegangen. Was daraus jetzt gemacht wird ist mir egal.

Später hat dieser Kollege dann gelauscht, als ich mich mit den Kollegen der freundlichen 4er Gruppe darüber unterhalten habe…ich hab ihn gesehen und er hat bemerkt, das ich ihn bemerkt habe…lach…ich glaub das war ihm etwas unangenehm…aber da kann ich mich auch täuschen…Zumindest ist er seitdem etwas freundlicher zu mir…immerhin ein Fortschritt.

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “der letzte Arbeitstag des Jahres

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