innerer Widerstand

Bevor ich überhaupt die Ruhe finde, über das wirklich tolle Wochenende zu schreiben, ist eine Erkenntnis in mir herangereift, die ich nun auch in Worte fassen kann.

Die meiste Zeit in meinem Leben, habe ich einfach gut funktioniert…habe die Anforderungen erfüllt…alle Pflichten, die man mir aufgetragen hatte, habe ich immer erfüllt. Seit meinem 13. Lebensjahr Zuhause habe ich meine „Hausfrauen“-Aufgaben erfüllt, in der Schule war ich fleissig und erfolgreich. In der Lehre war ich beflissen und erfolgreich. Im Job war ich ehrgeizig, angepasst und erfolgreich.

Ich bin ausgesprochen pünktlich auf der Arbeit, halte mich an Termine, Absprachen und Deadlines…arbeite solange bis alles erfüllt ist. auch wenn es viele Überstunden bedeutet.

Im Turniersport war ich zu jedem Training da, habe nur extrem selten mal ein Training wegen Unlust abgesagt…ich war auch hier pünktlich und immer für meine Sportpartner da…und auch hier war ich mit Beiden (nacheinander) erfolgreich.

In Gedanken bin ich schon immer ein kleiner Rebell gewesen, habe andere Maßstäbe gehabt, Werte vertreten, die nicht immer Mainstream sind…dickköpfig und eigenwillig, ein typischer „Stier“ eben….aber ich habe funktioniert….immer pünktlich, immer fleißig, immer zuverlässig.

Und natürlich hab ich mit meinen verschiedenen Wechseln von Ehemann, Freunden, Partnern, Jobs ud 2 Bundesländern im Laufe der letzten 20 Jahre meine unangepasste Seite ausgelebt.Trotzdem bin ich das geblieben, was ich bin: zuverlässig, fleißig und pünktlich….auch wenn ich immer noch nicht weiß, ob es angeboren oder anerzogen ist.

Nach der langen Vorrede kommt nun das große ABER: Mit dem neuen Sport im Kajak-Verein verhält es sich anders…und es hat mich von Anfang an irritiert, da ich es selber nicht einordnen konnte. Ich mag das Kajak fahren sehr gerne. Allerdings muss ich für das wöchtenliche Training an einem bestimmten Tag in der Woche, zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort sein….und das widerstrebt mir…nicht nur ein bisschen, sondern ganz gewaltig.

Ich möchte gerne trainieren, aber es geht eben nur an dem Tag, zu der Uhrzeit…es gibt keinerlei Ausweich-Termin oder Uhrzeit…..und ich schaffe es einfach nicht….weil ich micht nicht derart in eine Vorgabe pressen lassen möchte…. das geht so weit, das ich körperlich mit Kopfschmerzen, Unlust und Müdigkeit reagiere.

Auch heute wieder hatte ich seit dem Mittag Kopfschmerzen und als es Zeit wurde von der Arbeit zum Training zu fahren, wurde ich ziemlich müde….ich war sogar im Verein mit einer Vereinskameradin verabredet…aber ich konnte nicht….ich WOLLTE einfach nicht….obwohl die alle nett dort sind und mir der Sport viel Spaß macht.

Nachdem ich das Training bei ihr abgesagt hatte, ging es mir minutenspäter wieder gut und gut gelaunt bin ich nach Hause gefahren, hab stattdessen eine Runde mit dem Rad gedreht und mich später um meine Bügelwäsche gekümmert.

Mit dem gleichen Mädel vom Verein hatte ich mich auf für eine Tour zu einem Sport-Ausstatter verabredet..bis sie anfing alles zu verkomplizieren: eine Woche früher als geplant, dann doch nicht, hat aber nicht wirklich abgesagt, doch jetzt nächste Woche, dann lieber einen anderen Laden, ob ich sie abholen kann, weil sie kein Auto hat….. ich bin innerlich zurück geschreckt…..ich glaub ich fahre doch besser irgendwann alleine dahin….das ist mir zuviel hin- und her.

Das Training ist nur einmal in der Woche für 2,5 Stunden….es sollte doch nicht so schwer sein, mich diesen einen Tag mal zusammen zu reißen und genau das zu tun, was die anderen auch tun….einfach pünktlich hinfahren und zuverlässig am Training teilnehmen….immerhin ist es ja eigentlich genau das, was ich wollte.

Die Erkenntnis des Tages: Mein innerer Widerstand gegen diesen „Termin-Zwang“ ist aktuell sehr groß….ob es allerdings nur an der zeitlichen Vorgabe liegt oder noch etwas anderes mit hineinspielt, kann ich nicht einmal sagen. Ich werde es weiter beobachten und noch keine Entscheidung treffen.

Vom Schreibton zum Stress

Die restlichen Arbeitstage der letzten Woche lassen sich zusammen fassen unter: es war anstrengend und es gab viele „ich-knall-gleich-mit-dem-Kopf-Auf-den Tisch“-Momente. Ich bin immer wieder erstaunt über so manche Rückmeldungen aus der Zentrale….über die Faulheit von Kollegen einerseits und die Unverfrorenheit andererseits…wobei es hier im Wesentlichen um eine einzelne Kollegin geht, die sich mehrmals im Email-Ton vergriffen hat. Ja und man kann sich nicht überall damit herausreden, das wir ja alle Englisch in unterschiedlichen Leveln beherrschen.

Den Vogel abgeschossen hat sie dann endgültig als sie mir diese Woche unfreundlich klingende Mails schrieb, sich dabei aber in den Annahmen völlig auf dem Holzweg befand.

Denn nicht ich habe falsche Zahlen geliefert, sondern sie hat meinen Abschluss EINEN ganzen Monat liegen lassen bevor sie ihn überprüft hat…. EINEN Monat…und zu dem Zeitpunkt der Erstellung gab es für die vorgezogenen Abschlüsse interne Regeln wie die Zahlen aufzubereiten sind….für alle späteren Abschlüsse gab es andere Regeln. Der Fehler liegt also nicht in meinen Zahlen, sondern das sie nicht, wie ursprünglich geplant, 2 Tage später den Abschluss kontrolliert hat, sondern erst 4 Wochen später.

Es ist ja nicht schlimm, das sie die Regeln vergessen hat….mich ärgert aber der Ton in den Mails und das sie es nicht schafft, wenigstens am Ende ein kurzes Feedback zu geben, nach dem Motto: „ohhh ja klar – stimmt da gab es ja noch eine andere Regel“….oder irgend etwas in der Art.

Na egal….der Drops ist jetzt gelutscht und mit dem heutigen Tag hab ich dann auch endlich meine Hauptfirma fertig….das war noch mal eine Kraftakt in den letzten 2 Tagen…..durch die kurzfristig dazwischen geschobenen Erklärungen für die unfreundliche Kollegin, blieben mir weniger als 2 Tage für den großen Abschluss. Anstatt gestern Abend fertig zu werden, war es dann erst heute Morgen soweit….also eine vertretbare Verspätung.

Ich weiß ja, das ich solche Dinge nicht persönlich nehmen sollte, Missverständnisse und Fehler sind ja normal im Berufsleben…das fällt mir jedoch schwer das einfach so hinzunehmen…ich fühle mich dann schnell ungerecht behandelt und wenn ich nicht aufpasse ,werde ich dann sogar zickig in den Antworten. Ich hab den ersten Impulsen zu antworten, jedoch nicht nachgegeben, sondern erst etwas verzögert ….so blieb ich dann einfach sachlich…..gefuchst hat es mich aber schon. Wenn ich das nächste Mal in der Zentrale bin, werde ich mal das Gespräch mit der entsprechenden Kollegin suchen.

Entspannung – Anspannung – Aufspannung und zurück

Und weil gerade alles wieder so richtig schön ist, bin ich am Montag endlich wieder morgens, vor der Arbeit walken gewesen. Ich kam super aus dem Bett – aber es waren dann doch nur 3,2km.

Und als am Abend die Temperatur endlich wieder unter 22 Grad war, gab es zum Ausleich noch eine weitere 4,5km Runde. Das war ganz entspannend und schön….aber es wird jetzt tatäschlich schon immer früher dunkel…für das nächste Mal lege ich wohl besser schon mal wieder die Taschenlampe bereit.

…denn der Rückweg, wenig später durch die Maisfelder und einem kleinen Waldstück, war dann schon ziemlich düster…aber die Luft war klar…wenn auch immer noch warm.

Und meine heutige Hitze-Abwehr-Strategie hat super funktioniert….während es im Laufe des Tages auf dem Balkon 34 Grad wurden, hab ich in der Wohnung den ganzen Tag bereits angenehme 22 Grad, nur in der Küche sind es 24 Grad..da hab ich aber auch heute Mittag gekocht und die Spülmaschine ausdampfen lassen.

Bin total überrascht wie gut es mit den Thermo-Vorhängen funktioniert…und im Wohnzimmer hab ich nicht nur die Vorhänge innen zugezogen, sondern zusätzlich einen eckigen dunklenSonnenschirm (es ist ein Sonnendach) auf dem Balkon senkrecht vor das große Fenster gestellt….es klappt tatsächlich….drinnen sind es 12 Grad weniger, als draußen….und ich hatte schon Sorge, das ich ohne Außenjalousien bei der Hitze eingehen werde, wie eine Primel.

Dieses dunkelgraue Sonnendach hatte ich im letzten Jahr als Erweitung für mein helles Sonnendach gekauft, dann aber festgestellt, das der günstigere Preis daher kommt, das man es nicht so einfach zusammenfalten kann, wie mein Anderes. Ich hab es als eher unpraktisch abgestempelt und in den Keller verfrachtet.

Nun stellt sich dieses Sonnendach, für solche starken Sonnen-und Wärmetage, als Glücksfall heraus.m es schirmt meine 5Meter Fensterfronst gut vor den Sonnenstrahlen am Nachmittag ab und hält auch die Wärme vor dem Fenster auf.

Ja ich muss es im Flur auf den Boden legen, um es zu spannen….und das bedeutet leichte Anspannung bei mir, denn es ist ein Kraftakt…aber dafür bleibt es jetzt einfach ein paar Tage vor dem Fenster stehen, bevor ich es – wieder im Flur auf dem Boden liegend, versuche es entspannen.

Aber immerhin bin ich bei der aktuellen Temperatur in der Wohnung absolut entpannt…und jetzt hole ich mir ein Glas leicht gekühlten Grauburgunder und genieße den Abend.

Einfach draus los – kleine Radtour

Einfach draus los – kleine Radtour

Das war mein Tag…Sonntag….ich bin frisch und munter aufgewacht, nachdem ich lange geschlafen hatte…blieb den Vormittag über auf dem Balkon und hab bis in den Nachmittag hinein allerei Kleinkram in der Wohnung erledigt…nichts weltbewegendes…aber irgendetwas gibt es ja immer zu tun…zum Beispiel die inzwischen trockene Wäsche von den Wäscheleinen im Keller nehmen, damit der Nachbar weiter waschen kann.

Zum Essen gab es die Reste vom Tag zuvor und was der Kühlschrank sonst noch so hergab. Der Nachmittag war sonnig und mit 22 Grad auch angenehm, aber wie fast immer, ging etwas Wind. Ich hab also meinen Rucksack und eine leichte Jacke und ein Sonnenkappi geschnappt und mein Fahrrad aus der Tiefgarage geholt. Das Fahrrad jetzt in der Tiefgarage stehen zu haben ist super praktisch, dann brauche ich es nicht erst aus dem Fahrradkeller zu holen, sondern kann direkt starten.

Mit dem Rad ging es dann einfach draus los…zuerst auf den Wegen, die ich inzwischen ziemlich gut durch meine Walking-Runden kenne…und dann einfach immer weiter, dorthin wo es schön aussah….an Feldern in der Sonne vorbei, durch kleine Waldstücke, über kleine Nebenstraßen und durch Bäume überschattete Landschwirtschaftliche Wege ….wunderbar. Manche Felder waren bereits geerntet…der Sommer schreitet voran.

DAS ist meine Form der absoluten Freiheit: einfach mit dem Rad drauflos – ohne Weg und Ziel ….super sonnig und entspannt…Seit meinem Einzug, hab ich hier noch keine Radtour gemacht….und zufuß ist mein Radius ja doch etwas eingeschränkter.

Nun hab ich sogar noch einen Hof gefunden, der 1x im Monat frisch gebackenes Holzofenbrot verkauft….und noch einen anderen Hofladen für Eier und Gemüse….dabei blieb ich mit 25km insgesamt doch noch in der näheren Umgebung.

Mein Hintern hat sich wieder an den Sattel gewöhnt und muckt nicht auf…und durch das Kraft-Training und auch das Kajak-Training haben meine Beine wunderbar viel Kraft, die ich direkt auf die Straße bringen konnte. Normalerweise starte ich mit einer geringeren Durchschnitts-Geschwindigkeit und steigere mich erst im Laufe des Sommers…hahaha ein schöner Effekt.

Es war so herrlich unspektakulär…so unaufgeregt und doch mit so viel Freude….ich bin wieder da: fit und entspannt.

Hafenrundfahrt voraus

Und obwohl ich noch letztes Wochenende gesagt habe, das ich auf jeden Fall 2 Wochenenden OHNE Pläne brauche, habe ich mich schon für das kommende Wochenende überreden lassen…

Meine Schwester hatte geschrieben, das sie einen mordsmässig schlechten Arbeitstag hatte, also rief ich an, damit sie sich alles von der Seele reden konnte…und irgendwie meinte sie dann, das wir ja kommendes Wochenende die Hafenrundfahrt in Hamburg machen könnten, die auch schon länger auf unserer Aktivitätsliste steht.

Sie meinte zwar, das es nur ein Scherz war, weil ja jetzt meine Wohnung wieder Allergiker-Tauglich sauber ist….aber eigentlich wollte sie auch ausloten, ob ich schon wieder bereit für neue Aktivitäten bin…immerhin ist Sommer und der nächste Versuch für die Ballonfahrt findet ja erst im August statt….und ich hab okay gesagt…klar ist dabei, die Beiden werden dann auch bei mir übernachten.

Aber es ist auch tatsächlich okay….mir geht es ja mental wieder gut und ich werde versuchen, diese lockere Entspanntheit über die kommende Woche zu retten…..dann klappt es auch mit dem Wochenende. Ich versuche mich jetzt nicht dadurch aus der Ruhe bringen zu lassen.

Also hab ich jetzt schon mal im Internet nach entsprechenden Hafenrundfahrten geschaut und schon mal 3 Plätze für eine der Abendtouren reserviert…sicher ist sicher. Jetzt muss ich mir noch ein kleines Rahmenprogramm überlegen…ich hab schon ein paar Ideen, die aber auch vom Wetter abhängig sind…

Wettkampf an den Wäscheleinen und eine kleine Feier

Ach was geht es mir doch (wieder) gut….es ist Wochenende, ich hab keine Pläne, das Wetter ist angenehm (während es in anderen Teilen Deutschlands schon eindeutig heiß wurde, hat der Norden, oberhalb von Hamburg, es mit 21-22 Grad und Wind immer noch richtig gut).

Das Frühstück gab es gestern auf dem Balkon und dort blieb ich mit dem Laptop auch noch ein paar Stunden sitzen, bis es mir eindeutig zu frisch wurde und die erste Waschmaschine war inzwischen auch schon fertig.

Ich fing also an meine Wohnung mal wieder aus der Sicht eines Hausstaub-Allergikers zu putzen…also intensiv….in den letzten Wochen, gab es nur das „normale“ Hausfrauenprogramm, jetzt ging das sportliche Putzen wieder los….in jeder Ecke, unter jedem zugänglichen Möbelstück, auf jedem Schrank, hab ich Jagd auf den Staub gemacht…Hab das Bett frisch bezogen und Berge von Wäsche gewaschen…hab die Wohnung einmal von oben nach unten „shampooniert“,

Alles Putzen blieb aber in einer entspannt lockeren Atmosphäre…also nicht verbissen weil ich musste, sondern weil es mir ein Bedürfnis war und es hat mir gut gefallen zu sehen, wie sich nach und nach auf die gesamte Wohnung ein imaginärer Glanz von Sauberkeit legte.

Im Waschkeller kam es zu einem Wettstreit um die freien Wäscheleinen mit Nachbar Mirko aus dem Nebenhaus, der gerade aus dem Urlaub mit seiner Tochter zurück gekehrt war….immer, wenn ich wieder in den Keller kam, um die nächste Wäsche aufzuhängen, waren wieder ein paar Leinen mehr von ihm belegt…aber ich hab es trotzdem geschafft, alles aufzuhängen.

Ich bin so zufrieden mit dem Samstag, hab meine innere Ruhe und Freude wieder gefunden…ach das ist sooo schön…mein Balkon ist inzwischen eine kleine Grüne Oase geworden….was aber hauptsächlich an den (noch) vorhandenen Bäumen drumherum liegt….wenn die Bäume bald weg sind, werde ich noch mehr größere Balkonkasten anbringen…aber noch ist nicht bekannt, wann die Bäume gefällt werden.

Am Abend hab ich beschlossen nicht selber zu kochen…sondern hab mir Sushi lieferen lassen….und ich war gerade dabei mich durch die köstlichen Leckereien zu futtern, als ich eine Nachricht vom Nachbarn Mirko bekam….der mich zu einer kleinen ungezwungenen Feier mit dem anderen Nachbarn Klausi und einigen Freunden einlud….Das die Beiden feiern, konnte ich unschwer wahrnehmen…es lief schon laute Schlager-Musik, was nicht so meine bevorzugte Musikrichtung ist.

Das war schlechtes Timing, aber ich bin dann später doch noch runter gegangen, hab die gegrillten Würstchen dankend mit Hinweis auf mein eigenes Abendessen, abgelehnt….es waren zwischen 7-9 Personen verteilt auf die 2 Wohnungen der Nachbarn….es war lustig und laut und als ich dazu kam, war der Alkoholpegel bei allen schon ziemlich hoch.

Das war irgendwie eine komische Situation, ich kannte nur 3 Personen dort und die anderen musterten mich ganz ungeniert intensiv …ich hab versucht es zu irgnorieren, war aber irritiert. Aufgrund einiger kurzer Bemerkungen dämmerte es mir dann im Laufe des Abends: Nachbar Klausi und wohl auch Mirko selber, haben wohl allen erzählt, das Nachbar Mirko angefangen hat von mir zu schwärmen und das, obwohl ich mindestens 10 Jahre alter bin, als er selber und da war ich jetzt, wie das Tier im Zoo. Ich mag solche Situationen ja überhaupt nicht.

Hab mich also etwas aus der Schusslinie genommen…es war mir eh etwas zu laut und die meiste Zeit hab ich mich dann tatsächlich auch nett mit dem Nachbarn unterhalten….ich mag ihn, aber mehr ist nicht drin….und ich dachte auch, ich hätte es deutlich klar gemacht, das ich überhaupt nicht an irgendeiner Form von Beziehung interessiert bin,…aber ich bin mir nicht sicher, ob das auch bis zu ihm durchgedrungen ist….zumindest seine Art mich anzuschauen und was er sagte, zeigen etwas Anderes.

Ich hab mich dann gegen Mitternacht verabschiedet und weiß jetzt,das ich entschieden gegensteuern muss, nicht das er sich in etwas verrennt.

Trotzdem war dieser Abend schön…ich hab durch die ungezwungene Kommuniktion auch keine Kraft eingebüßt, wie sonst immer…sondern es war einfach nett. Wobei ich hier „nett“ als audrücklich positive Beschreibung meine..

Obst vom Bauern – endlich wieder Kirschen

Im Moment macht es wieder richtig Freude wenn man sieht, was es gerade alles an Obst und Gemüse aus Deutschland gibt….es ist für viele Sorten jetzt Erntezeit….und auf einmal sind sie wieder da:

Dicke dunkelrote Kirschen, knackig und Süß.. Heidelbeeren aus Norddeutschland, die ersten grünen Bohnen sind da und Erbsen zum selber döppen…Schmorgurken und Kürbisse (okay – Kürbis ist jetzt nicht nicht mein Gemüse) ….

Freitag bin ich auf dem Weg nach Hause nicht über die Autobahn, sondern von Hamburg über die B4 gefahren und da war ein Bauernhofstand…..hab alles an Bargeld zusammen gekratzt, was ich noch dabei hatte und hab neben Kartoffeln, allerlei Obst eingekauft..

Und später noch woanders jede Menge Gemüse. Und wenn man saisonal kauft, sind die Preise auch immer noch okay…dafür stammen die Produkte aus der Region oder wenigstens aus Deutschland.

Ich kaufe generell keine Bohnen wenn die aus Kenia kommen oder Kartoffeln aus Ägypten….letztens gab es sogar Zwiebeln die von einem anderen Kontinet kamen….ne danke….und wenn es Blumenkohl aus Deutschland gibt, kaufe ich den lieber, als wenn er aus Frankreich kommt…obwohl: innerhalb der EU ist das für mich auch noch okay. Aber eben nicht, wenn es die Gleichen Produkte auch aus heimischen Anbau gibt.

Am liebsten gebe ich mein Geld an die Direktvermarkter…also Bauernhofläden und Klein-Anbauer-Stände, anstatt den Supermärkten. Leider hat mein Lieblings Bauernhof-Verkaufswagen für Gemüse seit ein paar Wochen keine Ware mehr….der Wagen steht, aber er ist leer und es steht nicht dran warum….hoffe der macht bald wieder „auf“.

Jetzt ist auf jedenfall die Zeit aus dem Vollen zu Schöpfen, denn jetzt bringt uns die Natur die Nahrung ganz frisch und nah…und auch der Futtermais wächst gerade hier in der Umgebung und es macht Spaß gegen Abend an den Feldern entlang zu laufen zu hören wie der Wind leise durch durch die Maispflanzen weht

Geräusche der Nacht

Seit ein paar Wochen habe ich individuell für mich angepasste Ohrstöpsel vom Hörakustiker hier im Ort, um meine Schlafqualität noch weiter zu erhöhen. Für Beide zusammen waren das 110 EUR. Den Preis finde ich angemessen.

War der Mitarbeiter beim 1. Termin zum Ausgießen des Ohres noch richtig nett und gut drauf, war die Mitarbeiterin beim Abholen eher schroff und unfreundlich. Sie legte mir die Ohrstöpsel auf ein Tablett und meinte, dann machen sie mal.

Mein sogenannter „Schlafschutz“ besteht zwar aus einem Stück, hat jedoch 3 Enden…einen kleinen „Griff“, einen dickeren Knubbel und eine dünnere Seite. Und WIE soll ich das jetzt in die Ohren bringen? Also hat sie es mir in die Ohren geschoben…und dann hat sie mir einen der Stöpsel in die Hand gegeben und ich sollte es selber probieren…Passt, prima und schon war ich abgefertigt.

Ich habe es zuhause in paar Tage immer wieder probiert und es nicht geschafft, diese Dinger so in die Ohren zu stecken, das sie

  1. dort auch blieben
  2. den gewünschten Lärm-Dämpfungseffekt erzeugten

Frustriert hab ich die Dinge dann beiseite gelegt und wollte noch einmal zu dem Höraktustik-Laden…hab es aber irgendwie zeitlich nicht geschafft. Auch meine Familie konnte mir da nicht helfen, da deren Ohrstöpsel zwar auch individuell sind, aber eher so aussehen wie die klassischen, die man so im Laden bekommt.

Irgendwann hab ich es dann noch einmal selber probiert…und probiert…und dann machte es PLÖPP und die eine Seite war drin…nur die andere Seite wollte und wollte nicht passen…nach ein paar weiteren Tagen hat es dann auf einmal auch geklappt.

Na endlich…und nach mehreren Tagen schaffe ich es nun seit 1 Woche die Dinger FAST ohne Probleme zügig einzusetzen und es hat sich gelohnt.

Meine Schlafqualiät hat in dieser Woche stark zugenommen….ich wache nachts nicht mehr so leicht vom Rauschen eine Gullis in der Nähe auf, höre das nächtliche Geklapper in der Küche schräg über mir nicht mehr so stark und auch die Geräusche der Flugzeuge, die in diesem Sommer sehr oft noch weit nach 23 Uhr auf Hamburg zufliegen, sind wesentlich leiser…alle Geräusche sind gedämpft.

Es sollen, mit diesem Schlafschutz, die Umgebungsgeräusche um bis zu 80% reduziert werden können…also gefühlt würde ich sagen, auf jeden Fall so ca. 70% sind es bei mir….und ich kann trotzdem noch immer den Wecker am Morgen hören.

Perfekter Plan – keinen Plan zu haben

Perfekter Plan – keinen Plan zu haben

Während ich in dieser Woche vergeblich auf der Suche nach Motivation zum Arbeiten war, hab ich mich Anfang der Woche erst einmal im Homeoffice eingeigelt.

Ja ich hab alles erledigt, was erledigt werden musste, aber es hat mir keine Freude gebracht und ich hab nicht einen Handgriff mehr gemacht, als notwendig…zum Glück hab ich immer noch sehr viele Überstunden, da kann ich noch so einige abbummeln.

So hab ich mich um die Pflanzen auf dem Balkon gekümmert, sauber gemacht, einfach so still vor mich hin gewerkelt, Brot gebacken und Essen gekocht, war einkaufen und ansonsten hab ich mich ausgeruht.

Die Hitzewallungen haben mich seit ein paar Tagen wieder voll im Griff und emotional war ich immer noch auf „Ich will meine Ruhe“ gepolt.

Mittwoch bin ich mit leichtem Schnupfen, Unwohlsein und Kopfschmerzen ins Büro gefahren und der Controller fragte, ob ich abends wieder zum paddeln gehen würde, jaa eigentlich schon…das Wetter war ja wieder besser, ich hatte auch meine Sporttasche mit…aber ich war mir nicht sicher, ob ich wirklich zum Training wollte. Meine Antwort lautete dann auch: ich lechze nach einem Spaziergang im Wald…aber ich gehe wohl doch zum Paddel-Training.

Und tatsächlich bin ich zum Verein gefahren, doch kaum war ich im Umkleideraum, hab ich gemerkt, das bringt heute nichts…ich hab meine Tasche geschnappt und bin tatsächlich wieder gegangen…auf dem Weg nach Hause wurden die Kopfschmerzen schlimmer und ich hab mich einfach körperlich krank gefühlt.

Nachdem ich dann ca. 2,5 Stunden auf der Couch geschlafen habe, wurde es wieder besser und um wenigstens noch etwas Bewegung zu bekommen, hab ich mich aufs Fahrrad geschwungen und bin über Feldwege und kleine Waldstücke gefahren….DAS war genau das Richtige.

Die Luft war klar und leicht kühl und ich bin in einem lockeren Spazierfahr-Tempo unterwegs gewesen, bis die Sonne entgültig unterging.

Und Stück für Stück fühle ich mich seitdem mit jedem Tag wieder wohler und bin entspannter…komme aus meinem Schneckenhaus der Stille heraus, werde wieder munter.

Nur die Motivation zum Arbeiten, hab ich bis heute nicht gefunden…also warum sollte ich sie jetzt noch, so kurz vor dem Wochenende, suchen gehen…die meisten Kollegen sind eh in Urlaub.

Mein Plan für das kommende Wochenende ist, keinen Plan zu haben…und das ist ein perfekter Plan ! So kann ich mich treiben lassen und spontan entscheiden, was ich machen möchte…..

Kraftquelle – Zuhause

Kraftquelle – Zuhause

Mit bangen Blick auf die Wetter App und der leisen Hoffnung, das es doch noch klappen wird mit der Ballonfahrt, bin ich samstagmorgen wieder die 140km bis zur Küste gefahren.

Die Fahrt durch 3 Regenschauer und die Nachricht, das für die Flensburger Förde am Nachmittag Windstärke 5 vorausgesagt wurde, machte es auch nicht besser und als wir dann am Mittag die endgültige Absage für diesen Tag erhielten, war es zwar klar – aber schon sehr enttäuschend.

Wir hatten zwar einen schönen Nachmittag, aber irgendwie war es für mich anstrengend. Meine Schwester war schon bei meiner Ankunft extrem aufgekratzt, ich fühlte mich lautstärketechnik überfordert und körperlich ausgelaugt…und nach der Absage war ich dann enfach insgeamt nicht so gut drauf. Gegen 18 Uhr hab ich schon die Heimreise angetreten. Zuhause hab ich mich dann auf die Couch verzogen und nichts mehr gemacht.,,,also gar nichts mehr.

Gleich nach dem Aufstehen heute, noch während der Kaffee kochte, hab ich angefangen aufzuräumen…ohne weiter darüber nachzudenken, hab ich Deko-Kram in die Schränke geräumt und alles, was irgendwo rum lag oder stand angefangen fortzuräumen.

Dann wurde es mir bewusst, was ich da mache: ich folge hier meinem immer wiederkehrenden ureigensten Prinzip von: Äußere Ordnung = innere Ordnung.

Es ist ein, für mich, untrügliches Zeichen, das ich innerlich angespannt bin, mich nicht wohl oder zufrieden fühle und zeigt mir, das es richtig war gestern schon so früh wieder nach Hause zu fahren…es war einfach zuviel Neues in der letzten Woche, zuviel Kommunikation, zuviel Unruhe im Job und Privat.

Ich nutze also den heutigen Sonntag um wieder Kraft zu tanken..eben mit weiter Aufräumen, Entspannen, auf dem Balkon den Vögel zuschauen und die Ruhe geniessen (aktuell sitze ich hier bei 15 Grad und Wind in Jacke und Decke gehüllt). Mal sehen was ich später noch machen werde….auf jeden Fall bleibe ich in der Nähe, denn das gestern waren dann ja auch 280km die ich insgesamt gefahren bin. Ich hab hier 3 Moore in der Nähe…oder ich fahre in den Wald in der Nähe….oder oder…..

Aber jetzt will ich mich noch gar nicht entscheiden. Das Leben kann gerne drumherum toben und mich aussenvor lassen…..ich will nur hier sitzen, Kaffee trinken, die Vögel an den Futterstationen beobachten, dem Wind lauschen der durch die Bäume fährt und die Stille drumherum geniessen.

Das sind meine Kraftquellen….