Neues Zuhause

Vor 10 Tagen habe ich mir 2 Wohnungen angeschaut  und auch schon vorher ein wenig geplant (s.  Wohnungssuche und Zahlenspiele )

Ich hatte mich an dem Samstag bereits um 6 Uhr morgens in mein Auto geschwungen und bin die knappen 550km bis in den Kreis Pinneberg (oberhalb von Hamburg) gefahren….Zwischendurch hab ich ein paar kleiner Stopps eingelegt… die Fahrt lief ruhig und ohne Probleme und NEIN – ich hab mich nicht verfahren.

Da ich sooo gut durch gekommen bin, hatte ich auch immer noch genügend Zeit um z.B. meinen Arbeitsvertrag  Vorort in den Briefkasten der Firma zu werfen (so bin ich zumindest sicher das er auch angekommen ist)….hab mein Auto noch durch die Waschstraße gefahren und den Innenraum gereinigt, noch ein paar Einkäufe erledigt und DANN hatte ich den Besichtigungstermin.

Sagen wir es mal so: Die Wohnung ist fast zu schön um wahr zu sein….und ich hab sie bekommen …..hahahaha.

Es handelt sich um ein Einfamilienhaus mit ausgebauten Dachgeschoss,  eigenem Aufgang, 3 Zimmer, 80qm mit Dachschrägen –aber vielen Fenstern in den Schrägen, modern, hell, mit Balkon, mit Außenjalousien die sich einzeln elektrisch steuern lassen, mit Einbauküche (in der Küche ist noch Platz für Waschmaschine, Spülmaschine und Gefrierschrank). Das Bad hat nicht nur Dusche und Badewanne, sondern vor allem auch ein großes Fenster….Als Keller dient der Spitzboden, der nur durch die Wohnung erreichbar ist…und vor dem Haus sind genügend Parkplätze vorhanden.

Das Haus ist erst vor ein paar Jahren gebaut worden, energetisch hoch-modern, mit Solaranlage auf dem Dach und super isoliert….Es liegt in einem Wohngebiet mit vielen 1 bis 2 Familienhäusern,  es ist sehr ruhig und gepflegt…und vor allem die Vermieterin ist eine jung-gebliebene ältere Dame, sehr sympathisch und nett….und sie hat den gleichen !! Beruf ausgeübt !! und ist viel unterwegs.

Sie meint in dieser Wohngegend leben überwiegend Paare mit bereits erwachsenen Kindern…keine Kirche, Schule, Kindergarten in direkter Nähe. Keine ausschweifenden lauten Gartenpartys oder Grillorgien, eher ruhig und gediegen….also eher eine bieder-langweilige Umgebung…und damit ziemlich genau das, was ich suche. Wenn ich Trubel möchte brauch ich nur die 20km bis Hamburg fahren.

Apropos fahren: ich kann die 20km bis Hamburg mit Bahn, Bus oder Auto fahren…und die knappen 9km bis zu meiner Arbeitsstelle ebenfalls  mit Bahn, Auto oder sogar Fahrrad…Ich hab mir bereits sagen lassen, das es eine schöne Radweg-Verbindung geben soll…okay – das werde ich alles beizeiten herausfinden.

Also wenn ich jetzt Fehler finden wollte: Fußbodenheizung und Kaminofen gibt es nicht….aber das wäre eh purer Luxus… und ist in Mietwohnungen nicht ganz so oft zu bekommen. Und die Miete ist angemessen für Größe, Ausstattung und Lage  – die Nebenkosten sollen mit 100EUR bei einer 1 Person durch die moderne Bauweise ausreichend sein – was ich als sehr niedrig empfinde…aktuell zahle ich ca. 250 EUR Nebenkosten.

Ach ja: die Wohnung ist bereits bezugsfertig (incl. Grundreinigung)….aber die Vermieterin ist damit einverstanden, das der Mietvertrag erst ab 15.07. gilt…. Ein Mietvertrag ab 1.8. wäre ja perfekt gewesen…so ist es immerhin noch richtig gut mit 1,5 Monaten Überlappung.

Die 2. Wohnung hab ich mir auch noch angeschaut, aber die ist bei weitem nicht an die 1. Wohnung ran gekommen…also ich hab mein zukünftiges Zuhause schon gefunden. 

Stille am Morgen

Ich liebe die Stille am Morgen. Es ist Sonntag und ich sitze bei 7Grad auf meinem geschützten Balkon. Natürlich in eine dicke  Jacke und mit Schal, Decke über Füße und Beine. Eine Tasse Kaffee dampft  und schmeckt himmlisch.

Es ist friedlich und still, nachdem die Glocken jetzt fertig geläutet haben. Ich schaue auf die Bäume und Büsche, die von der Sonne  beschienen werden, aber die noch nicht genügend Kraft hat, die Luft zu erwärmen. Aber es ist eine freundliche Atmosphäre. Überall zwitschert es, und es raschelt am Boden… Die Büsche und Bäume haben inzwischen wieder genug Blätter um mir das Gefühl von geschützter Abgeschiedenheit zu vermitteln, so das sogar die Fahrgeräusche der Autos kaum stören…

Mein Balkon liegt weiterhin im Schatten und wird neben mir, auch von Meisen, Rotkehlchen und anderen Vögeln bevölkert. Und die kleinen Eichhörnchen hadern damit, dass neben den Nüssen, nun auch noch ich dort bin…aber langsam gewöhnen sie sich wieder daran.

Mein Körper fühlt sich beansprucht an, ich war gestern wieder einmal beim Pilates-Kurs….Lach und inzwischen hab ich drei verschiedene Trainer erlebt, die es sehr unterschiedlich gestalten. Mir gefallen alle 3 Varianten…und auch dieses Mal merke ich im Nachhinein alle meine Muskeln.

Wie immer, hab ich  wenig Freizeit und schaffe es daher nicht so oft in die Kurse, wie ich gerne möchte. Aber dafür bin ich mehrfach in der Woche spät abends noch wandern … Durch  den Ort und um den Ort herum. Es gibt hier viel Grün…und Felder und Wege. Im Dunkeln gehe ich nicht unbedingt durch den Wald oder Park, möchte mir ja nicht die Haxen brechen….das hebe ich mir für die schönen Tage auf. Solche Abend-Wanderungen dauern zwischen 30 Minuten und  2 Stunden,  je nachdem wie mein Fuß mit macht…länger geht leider nicht, auch nicht mit den Einlagen und Super-Wanderschuhen. Aber ich bin froh überhaupt bis zu 2 Stunden am Stück laufen zu können. Meistens fangen sie Schmerzen aber bereits nach 1 Stunde an und ich muss pausieren, den Schuhe ausziehen, danach die Schnürung noch enger machen…dann geht es wieder ein kleine Weile.

51.Geburtstag und Shakespeares Julietta

Bei hochsommerlichen Temperaturen bis 26 Grad konnte ich mich von Samstag bis einschließlich Ostermontag wunderbar erholen. Mit viel Fahrrad-fahren, wandern, Sitzen am See und den Wellen lauschen, gutem Essen und guten Wein genießen.

Vor allem gab es kein deutsches oder englisches Fernsehen, nicht einmal englische Radiosender….und  so hatte ich bis auf das Handy auch keinen Kontakt zu meiner Außenwelt…Lach… also eine Art „Digital-Detox“.

Also alle äußeren Vorrausetzungen für innere Ruhe waren gegeben und ich hab mich auch super körperlich erholt und auch der Arbeitsstress viel Stück für Stück von mir ab. Trotzdem blieb mein Blutdruck hoch und  mein Herz pochte unangenehm stark.  Aber jetzt hatte ich endlich auch  Zeit  mich mit den Auswirkungen meiner Trennung auseinander zu setzen… Und das war gut so.

Obwohl ich diejenige war, die sich getrennt hat, musste ich endlich mal trauern dürfen…und das tat ich in diesen ersten 3 Tagen… ich hab es zu gelassen und mehr als einmal kamen mir die Tränen und danach ging es mir viel besser. Ja – es war die richtige Entscheidung.

Pünktlich – wie bereits im Wetterbericht angesagt –  hat es am Dienstag nach Ostern geregnet. Es war mein 51. Geburtstag… Mein Plan war von Anfang an mit dem Auto nach Verona zu fahren und den Tag dort zu verbringen. Ich liebe Shakespeare  und ich liebe diese antiken kleinen Häuser, Gassen und Straßen.  Es goss in Strömen bei 12 Grad  – den gaaaanzen Tag – und es war trotzdem ein toller Tag..

Trotz Regenhose, Käppi und Regenjacke mit zusätzlicher Kapuze, dem Wanderrucksack auf dem Rücken war ich nach ca. 5 Stunden nass…einfach durchnässt…. Aber sehr zufrieden mit mir selbst und dem ganzen Tag.  Ich wurde ruhiger und ausgeglichener, meine Blutdruck ist seitdem wieder in dem für mich normalen Bereich. Mein Herz  schlägt wieder gleichmäßig und ruhig.

Ich liebe diese kleinen Gassen und Straßen:

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Lachen musste ich über den Kult des „ Balkon der Julietta“.   Selbst an so einem Tag strömt nicht nur der Regen, sondern strömen auch die Touristen in die Via Capello 23 um sich dort  dem romantisch anmutenden Balkon der Julia, unter dem Romeo  seine Angebetete angeschmachtet haben soll , anzuschauen.

Das Ganze hat aber mehr als einen Schönheitsfehler…

….Es handelt sich bei Romeo und Julia um eine Liebestragödie  von Shakespeare und spielt im 14.Jahrhundert.  Shakespeare selber  wurde nach dem damaligen Kalender am 23.04.1564 geboren.   Es handelt sich also um keinen Tatsachen-Roman.

…und der berühmt Balkon wurde extra für die Touristen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts angebracht, weil immer wieder gefragt wurde, warum es dort keinen Balkon gibt.

….Das Haus selber war früher ein Stall….also nicht um das Haus einer wohlhabenden Familie

Richtig alt und echt ist dagegen ist die Arena mitten in Verona, wo immer noch Aufführungen mit 22.000 Zuschauern stattfinden….

Ursache und Wirkung

 „Kausalität ist die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, betrifft also die Abfolge aufeinander bezogener Ereignisse und Zustände“ sagt Wikipedia.

Es ist also notwendig zu unterscheiden, welche Ursache hat zu einer bestimmen (Aus-)Wirkung geführt.

In meiner jetzigen Situation wird mir vorgeworfen, ich würde meine Beziehung beenden, weil ich zu viel arbeite.  Ich also den Job über mein Privatleben stelle.

Das stimmt allerdings so nicht. Nicht meine Arbeitsbelastung  hat meine Beziehung beendet. Sondern meine Arbeitsbelastung hat mir vor Augen geführt, was mir in meiner knappen Freizeit wichtig ist….und das ist ein selbstbestimmtes und freies Leben in einem friedlichen Umfeld. Nur lässt sich das mit einer Beziehung nur schwer vereinbaren, zumindest wenn man so unterschiedliche Naturelle hat.

Zuerst ist es mir gar nicht so aufgefallen….aber ich habe zuerst unbewusst im Laufe der Jahre versucht wieder mehr un-verplante Zeit für mich zu schaffen,  das hat nur mäßig geklappt und so hab ich mich in meiner Freizeit ausgiebig mit dem beschäftigt, was sowieso gemacht werden, muss….kochen, backen, waschen, bügeln, einkaufen….so hab ich mir zumindest meine „Allein-Zeiten“ geschaffen….Entspannungszeiten.   Später hab ich mir bewusst Zeit genommen, um in den Wald zu gehen, um mal Rad zu fahren, um durch den Ort zu laufen….und wenn ich es recht bedenke hab ich bestimmt den einen oder anderen Streit regelrecht ausgenutzt um für mich sein zu können. Etwas mit dem mein jetzt Ex-Freund nicht gut umgehen konnte.

Hmmm – ja,  ich bin nicht gerade ein  Familienmensch.

Also Ursache ist mein Charakter/mein Naturelle oder auch Wesen…so wie ich nun einmal schon immer war und noch bin…eher ein Einzelgänger …und die Wirkung, das ist das Ende meiner Beziehung. Die Belastung in meinem Job war nur der Auslöser es endlich zu ändern….

Tja, das macht es auch nicht besser …aber ich hab schon am Anfang dieser Beziehung mehr als deutlich gesagt, wir sind viel zu verschieden, haben kaum Gemeinsamkeiten und kommunizieren auf extrem unterschiedliche Art. Aber wir haben es versucht – aber jetzt mag ich nicht mehr.

So -JETZT ist es passiert

Nach 8,5 Jahren habe ich mich endgültig getrennt. Meine Beziehung ist beendet.  Da ist jetzt schon fast 1 Monat her – und ich fühle mich gut mit der Entscheidung.

Meine größte Sehnsucht in den letzten Monaten, war die Sehnsucht nach RUHE und FRIEDEN wenn ich nach Hause komme – aber dort gab es immer nur das ständige Motzen und Nörgeln meines Freundes…eine ständige negative Aura. Und ich musste ständig dagegen Reden – alles ins rechte Licht rücken – oder eben versuchen mit Schweigen den unausweichlichen Endlos-Diskussionen zu entgehen. In der Hoffnung das er dann  diese Themen für den Moment wieder vergisst.

Das kann ich schon in einem nervlich stabilen Zustand nur schwer ertragen, und jetzt – während des gesamten Jahres 2018-2019  mit beruflicher  Permanent-Überlastung und im nervlichen Ausnahmezustand, hab ich gemerkt wie unerträglich ich das finde.

Im Jahr 2018 ist mein Vater gestorben, meine liebe Kollegin in meinem Alter ist gestorben, eine andere Kollegin in meinem Alter ist gestorben, ein Freund  meines Freundes in unserem Alter hatte 2 Schlaganfälle (lebt noch). Ein guter Kollege in meinen Alter  hatte Prostata-Krebs (lebt auch noch) eine Kollegin (etwas jünger als ich)  war 1Jahr lang mit Burnout und Angstzuständen außer Gefecht gesetzt  …. Will ich mich demnächst in dieser Aufzählung wieder finden?

Möchte ich also so weiterleben, wie bisher – und dabei vergessen wie gerne ich trotz des Stresses lebe und wie sehr ich mich auch an  den kleinen Dingen im Leben erfreuen kann?  Nennt es Midlife-Crisis / Torschluß-Panik / Angst vor dem Älter-werden  – oder wie Ihr es wollt, Ich nenne es Sehnsucht nach Stille, Sehnsucht nach friedlichem Leben mit meinem Umfeld. Friedliche Co-Existenz mit liberaler Grundeinstellung…so wie ich es vor meinem Freund gelebt habe.  Nicht das alles perfekt war – nein das nicht…..aber die Sehnsucht nach einem friedvollen Leben,  ist größer als die Sehnsucht nach emotionaler Zuwendung oder Zweisamkeit.

Also lebe ich jetzt wieder ein selbst bestimmtes Leben, ich bin im Privaten wieder ruhiger, gelassener und es fällt auch in meinem Umfeld auf…trotz der beruflichen Anspannung strahle ich eine gewisse Zufriedenheit und Freude aus.

Na klar ist es auch ein Abnabelungsprozess, der mich auch emotional noch einholen wird….und na klar tut es mir für meinen Freund  leid…aber es gibt nun mal keine Lösung die für uns Beide gleich gut ist. Er sagte mir das er das mit den getrennten Schlafzimmern von Anfang an nicht mochte und das er es nicht gut findet das ich immer noch in meiner eigenen Wohnung lebe….und er will die Trennung nicht akzeptieren.

und wenn ich das hier aus 2017 lese   Schöne Tage durch gute Nächte und vieles Anderes dann weiß ich das sich in all den Jahren nichts wirklich verbessert hat – und ich weiß das meine Entscheidung richtig ist – wenigstens für mich.

 

 

 

 

Bittere Erkenntnis

Die bittere Erkenntnis meines Urlaubs ist….auch ICH funktioniere wie alle anderen Menschen auch…und muss mir eingestehen das alle Experten Recht haben, die sagen das Menschen die sich von sozialen Kontakten komplett zurückziehen, depressiv werden können.

Wobei Ursache und Wirkung hier für mich nicht eindeutig zu unterscheiden sind…ziehe ich mich aufgrund einer  depressiven Verstimmung noch mehr von den Menschen zurück, ….oder bekomme ich eine depressive Verstimmung weil ich mich aufgrund meiner natürlichen Veranlagung ohnehin von Menschen fern halte?

Fakt ist durch meine berufliche Überlastung hab ich mich immer weiter zurück gezogen und der Wunsch GANZ allein zu sein wurde dabei sehr stark….und im Urlaub war ich das dann auch so ziemlich…das ist mir aber nur ein paar Tage richtig gut bekommen ….und danach  ging bei mir fast 2 Tage lang GAR NICHTS mehr….wollte mich nicht bewegen und hab quasi 2 Tage auf der Couch verbracht….ich habe wirklich NICHTS gemacht….hab geschlafen, fern geschaut und in die Gegend gestiert….und mich dabei mies gefühlt….ich konnte mich einfach der normalen Realität meines Lebens nicht stellen und hab in Stockstarre versucht mich unsichtbar zu machen…immer mit der  Gewissheit ich schaffe das alles eh nicht…und ich will es auch nicht….ich will nichts sehen und nichts hören.

Gut das ich Montag und Dienstag noch frei hatte….ich hab erst Montagnachmittag wieder angefangen mich zu bewegen, ich hab mich dazu gezwungen….und es ging wieder Stück für Stück. Der 1. Tag nach dem Urlaub im Büro war dann auch schrecklich…und erst gegen Ende des Tages war ich wieder einigermaßen im seelischen Gleichgewicht und heute war schon fast alles wieder im Lot.

Ich war ja immer der Meinung das Alleine-sein tut mir gut….tut es ja auch – ich bin ja gerne allein und kann (eigentlich) immer etwas mit mir anfangen. Aber im Urlaub so ganz ohne meine gewohnte Struktur und dann noch alleine – das funktioniert nur wenige Tage.

Das ist eine neue Erkenntnis die mich zwingt in manchen Dingen entgegen meiner eigenen Ansichten zu handeln und eben NICHT auf der Couch zu bleiben um mich auszuruhen – sondern mich zu bewegen und  mich eben NICHT zu verkriechen  – sondern wieder auf Menschen zuzugehen. 

Beziehungstief

Meine Beziehung hat in den letzten Monaten auch so einiges aushalten müssen… ich hatte ja nicht nur extrem wenig Zeit für meinen Haushalt und mein normales Leben….also Einkaufen, waschen, kochen und bügeln…ich hatte auch kaum Zeit für meinen Schatz.
Und wenn ich Zuhause war und mal nicht geschlafen habe, dann hab ich meinem Schatz von meinen Sorgen und Problemen auf der Arbeit erzählt…mit anderen Worten bei mir kreiste sich alles um MICH und meinen Job. Mein Freud hat dafür zwar eine Menge Verständnis, zumal bei ihm auch alles in normalen Bahnen läuft und ich mir ausnahmsweise mal KEINE Sorgen um ihn machen brauche….aber ich hab ihn schon etwas vernachlässigt…aber nach12-13 Stunden stressiger Arbeit blieb einfach nur wenig Raum für die Weltsicht meines Freundes.
Zumal er auch gerade auf viele Dinge über reagiert…vor allem aus seine Mutter, die es gerade auch nicht leicht hat.
An einem Tag war es dann soweit, mein Schatz hat sich mal wieder so ätzend und gehässig über die Menschen in seiner Umgebung geäussert….er hat sich mal wieder so in eine seiner Lieblings-Hasstiraden hinein geredet, das ich nicht mehr konnte…ich habe Herzschmerzen bekommen und mich dann erst mal für ein paar Tage zurück gezogen…das ist das Gute an getrennten Wohnungen, man kann sich auch mal zurück ziehen.
Diese Herzschmerzen sind ein paar Tage geblieben und zusammen mit einem immer noch anhaltenden Unruhegefühl und dem Gefühl das mir ständig das Herz bis zum Hals klopft, macht mir das Alles doch etwas Angst. Ich hab mir endlich mal wieder einen Termin in der Kardiologie geholt – die wollten ja das ich 1-3 Jahre mal zur Kontrolle komme um meine „Anomalie“ zu beobachten…hmmm das hatte ich tatsächlich verdrängt…na gut – also kurz vor Weihnachten !!!! hab ich auch schon einen Termin bekommen. Prima – ich hoffe bis dahin ist diese Unruhe wieder weg und es bleibt bei einer reinen Kontrolle.
Ein guter Kollege von mir und auch der beste Freund meines Freundes wurden vor kurzem am Herzen operiert, um Herz-Rhythmus-Störungen zu behandeln (so durch die Leiste bis ins Herz….brrrrr) …und meine Anomalie am Herzen kann ebenfalls Rhythmus-Störungen auslösen….jaaaa – das beunruhigt mich schon sehr.
Also versuche ich mir wieder kleine bewusste Auszeiten zu schaffen, um mich seelisch und körperlich zu erholen und ich bin dankbar für Abende an denen ich zuhause weder diskutieren noch über Dinge streiten muss…ich bleibe bei manchen Themen einfach stumm…reagiere nicht. Das ist vielleicht nicht die beste Lösung für unsere Beziehung – aber für mich. Denn damit gehe ich so manchem Streit aus dem Wege.
Mein Schatz ist eh immer der Meinung ich stehe nicht auf „seiner Seite“, sondern verteidige immer die Anderen… Jaaa- das liegt daran, dass mein Schatz oft sehr radikale Ansichten hat, die ich so einfach nicht stehen lassen kann….und damit gerate ich immer auf „die andere Seite“…also in seinen Augen. Dabei verstehe ich seine Wut auf einige Dinge sehr gut, bin sogar oft der gleichen Meinung – aber eben in gemäßigterer Form und bin mit seiner Art darüber zu sprechen und die Dinge pauschal zu verurteilen und den daraus resultierenden sehr hasserfüllten Tiraden nicht einverstanden. Ich kann das nur schwer ertragen…es verlässt die objektive Auseinandersetzung mit den einzelnen Themen und ist nur noch überzogen, viel zu weit rechts um sich noch im normalen Spektrum zu befinden und das kann ich überhaupt nicht ertragen. Ich bin für friedliche Koexistenz (auch für Spinnen, Spinner und Randerscheinungen in der Gesellschaft) und ich glaube ganz fest und unumstößlich an die Mittel der Rechtsstaatlichkeit. Die für ALLE in unserem Land lebenden Menschen gelten….Falsches MUSS also auch durch den Rechtsstaat geändert werden…aber das dauert oft länger als so manchem lieb ist….aber auch das ist eben Demokratie.

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Der Traum – Versöhnung

4 Monate ist mein Vater nun schon tot und ich frage mich immer noch, ob das mit dem Trauern noch kommt.

Ich glaube es nicht mehr. Wahrscheinlich war das Beschäftigen mit dem Nachlass Trauer genug.

Und mein Leben geht weiter wie bisher…also fast…der Nachlass ist jetzt fast abschließend geregelt…bis Ende des Monats kann ich das Bankkonto auflösen, dann sollten alle Rechnungen beglichen sein und ich kann die Endabrechnung vornehmen. Es ist alles vorbereitet. Ich warte nur noch auf die letzte Bestätigung der Krankenkasse und der Beihilfe….

Vorgestern hab ich von ihm geträumt…nur ganz kurz. Er war im Traum jünger als ich heute …und ich so alt wie ich heute bin…ich bin auf ihn zugegangen und hab ihn umarmt…dabei fühlte ich mich wieder wie ein kleines Kind und die Umarmung vermittelte mir ein Gefühl der Geborgenheit.

Und das war es schon mit dem Traum…der Traum versöhnt mich… Versöhnen – irgendwie hört es sich komisch an …so altmodisch und so selten gebraucht, ungewohnt. Dabei ist es ein gutes Wort, weil es für mich  bedeutet, ich schließe langsam Frieden mit meinem Vater und unserer Vergangenheit und damit auch mit mir…und das ganz ohne Worte…nur mit einer Umarmung im Traum.

Durch die Arbeitsbelastung bin ich gerade etwas dünnhäutig…und heute nach einem schriftlichen Schlagabtausch mit  2 Kollegen aus anderen Gesellschaften, hab ich die Bestätigung bekommen, das „mein Unmut“ in diesem Fall verstanden wird….und genau da saß ich an meinem Computer und hab einfach geweint…ein paar Minuten lang…ich hab einfach da gesessen und hab still vor mich hin geschluchzt….

So geht es mir heute

Leider geht es mir nicht so gut…nachdem ich mich 2 Monate nur um das Nötigste Im Job gekümmert habe, nur sehr wenig Überstunden gemacht und mich um den Nachlass meines Vaters gekümmert habe, bin ich nun wieder in der Realität meines eigenen Lebens angekommen.

Das Ergebnis: ich bin kurz davor alles hinzuwerfen, weil ich mich überfordert fühle. Da arbeite ich mal 2 Monate lang nicht mit 150% Arbeitseinsatz und schon schiebe ich soo eine Bugwelle vor mir her, das mir schlecht davon wird…und jeden Tag kommen  neue zusätzliche berufliche Dinge auf meinen Arbeitsalltag hinzu….immer mehr….und immer mehr neue Arbeit mit vielen Aufgaben die zusätzlich zu bewältigen sind.

Ich bin kurz davor durch zu drehen….und hab mich jetzt für 14 Tage in den Sommerurlaub gerettet….nicht ohne vorher mitten im Monatsabschluss für alle  mehr oder weniger sichtbar durchzudrehen…

Soll ich mir das tatsächlich noch 15 Jahre lang antun? Oder sollte ich mir nicht doch etwas anderes suchen, was weniger stressig ist- aber auch weniger Gehalt bedeutet? Finanzielle  Sicherheit ist mir sehr wichtig, aber nicht  wenn ich daran kaputt gehe.

Meine Hoffnung ist jetzt, das der Urlaub mich wieder etwas zurück ins Gleichgewicht bringt…ich hab darüber auch schon mit unser HR-Kollegin gesprochen, sie meinte ich solle mich im Anschluss zum Arzt gehen und mich krankschreiben lassen, damit es mal gesehen wird. Nein – das kann ich nicht.

Bevor ich vor meiner Chefin in Tränen ausbrach hab ich ihr bereits eine Woche vorher gesagt: Sorry- so geht es nicht weiter….es geht nicht NOCH MEHR…und sie meinte ja dann suchen wir eben noch einen neuen Mitarbeiter….ruderte aber bereits etwas später zurück, weil kein Platz mehr bei uns frei ist…ja prim.

Sie denkt tatsächlich immer noch alles lässt sich regeln und ich schaffe das dann schon….irgendwie.

Okay, ich weiß es nicht aber  – jetzt versuche ich erst einmal wieder emotional ins Gleichgewicht zu kommen und die letzten Monate aufzuarbeiten…deshalb schreibe ich mir mal wieder alles von der Seele und versuche dann mich wieder zu positionieren….allein die Logik sagt mir, das es nicht funktionieren wird….es geht ja jetzt schon nicht ohne permanente Überstunden.

Ich weiß das ich eine Tendenz zum Burnout-Syndrom habe….und ich versuche es abzubiegen…fühle mich aber gleichzeitig als Versager, weil ich es offensichtlich nicht mehr schaffe. Mit meinem tränenreichen Auftritt vor meiner Chefin hab  ich meiner Chefin aber signalisiert das es wirklich nicht mehr geht und ich glaube sie macht sich wirklich Sorgen….DAS zumindest wäre ein Fortschritt – auch wenn ich weiß das die Sorgen nicht meine Person gelten – sondern meiner Leistungsfähigkeit als Fach-und Führungskraft…lach….sorry aber so realistisch bin ich nun einmal.

Das Problem ist, mit jeder neuen Eskalationsstufe bin ich eher bereit mich von dieser Firma zu lösen, zumal die Zukunftsaussichten für uns auch nicht so rosig aussehen…falls wir tatsächlich vor einer  Fusion mit einem zum Verkauf stehenden Teilkonzern stehen, dann werden wir als der kleinere Standort davon negativ betroffen sein….Ich werde also doch einmal anfangen nach soooo vielen Jahren in dieser Gesellschaft meine Bewerbungsunterlagen zu aktualisieren….auch wenn das überhaupt nicht meine Intention war…..

Deutschland und die Bürokratie

In den letzten 1,5 Monaten habe ich viel gelernt…über die Bürokratie in Deutschland.

Wenn ALLES normal funktioniert merke ich die Bürokratie nicht wirklich, ich lebe in geordneten Bahnen und bin mit einem gewissen Maß an Bürokratie groß geworden…bin es gewohnt das alles klappt, weil ich mich an Alles halte…Ich KENNE also meine notwendige Bürokratie (nicht bei Rot über die Ampel fahren, Steuererklärung jährlich abgeben, Personalausweis beantragen wenn dieser abläuft) und fühle mich nicht davon eingeengt.

Aber wenn ein Pensionär stirbt, bekommt man die volle Breitseite an Bürokratie zu spüren…und als Kind eines Beamten im Ruhestand ist man doppelt gestraft, vor allem wenn man weder selber Beamter ist, noch Privatpatient.

Ich hab mich also mit dem Prinzip Private Krankenkassen-Abrechnungen, Beihilfe, Testamentseröffnung, Erbschein, Sterbegeld, Bankvollmacht und die Folgen im Erbfall beschäftigt. Und mit jedem weiteren Formular, mit jeder weiteren Bescheinigung, mit der nächsten beglaubigten Abschrift aus dem Stammbuch, den Scheidungsurteilen, Geburts- und Heiratsurkunden wächst in mir die Frage wozu besitze ich eigentlich einen Personalausweis der doch meine Identität bescheinigt, wenn die Echtheit meines Daseins doch nur über beglaubigte Abschriften von allen Urkunden bewiesen werden kann?

Krass finde ich auch wie man als Kind eines verstorbenen Beamten an das Sterbegeld kommt. Jeder Deutsche Rentner der stirbt bekommt 3 Monate seine Rente weiter gezahlt….Bei einem pensionierten Beamten läuft das anders. Der bekommt nur den aktuellen Monat seine Rente und dann noch 2 Monate Sterbegeld…die müssen aber beantragt werden …UND  !!!! alle Erben müssen sich einig sein und schriftlich zustimmen das das Sterbegeld an einen der Erben ausgezahlt wird….!!!!! UND dieser Erbe – der das Sterbegeld ausgezahlt bekommt muss das mit Steuerklasse 6 auch noch versteuern. (Steuerklasse 6 ist für Nebenjobs und hat einen sehr hohen Steuerabzug)….und das was dann dabei übrig bleibt muss dann ja auf alle Erben aufgeteilt werden….

Seufz….ja,ja die Bürokratie hört aber da noch lange nicht auf. Weil die Erben für den Verstorbenen auch noch bis zum Todestag die Steuererklärung abgeben müssen….und das Recht auf Erstattung der Arztrechnungen wir mit vererbt, d.h. wir müssen bei Krankenkasse und Beihilfe die Rechnungen zur Erstattung reinreichen….Was ja positiv ist, weil wir nicht auf den Kosten sitzen bleiben….

Nun inzwischen fühle ich mich etwas sicherer im Umgang mit diesen Themen und reagiere auch etwas gelassener und routinierter beim Ausfüllen der Anträge…lach….aber geheuer ist mir das Ganze immer noch nicht. Es geht um viel Geld… (solche Krankenhausrechnungen gehen schnell man in die Tausende und wenn dann die Beihilfe oder auch die Krankenkasse Beträge kürzt, dann muss man Widerspruch einlegen, Begründungen schreiben….manchmal dachte ich, ich verliere den Überblick und an einigen Tagen war ich einfach nur noch verzweifelt, weil nichts voran ging. Immerhin verbringen wir auch noch die Wochenende in der Wohnung meines Vaters und eigentlich brauche ich auch noch viel mehr Zeit für meinen Job….zum Glück kann ich gut organisieren…und noch hab ich alles im Griff.

Aber es kostet eine Menge Zeit und Lauferei und ich hab so viel telefoniert, wie in den letzten Jahren nicht….