Steuererklärung – frustrierend

Steuererklärungen machen auch mir, als Bilanzbuchhalter, keinen Spaß….und dieses Mal war es sogar richtig unerfreulich…..Das erste Mal in über 30 Jahren Berufserfahrung muss ich Steuern nachzahlen…

Ich gehöre zu den Menschen, die dachten, mit einer Riester-Rente kann man ja nichts falsch machen….und als ich damals dann zu einem anderen Arbeitgeber gewechselt habe, wurde ich per Vertrag „Zwangs-Mitglied“ in einer Pensionskasse.

Der Arbeitgeber hatte sein eigenes Modell einer Riester-Rente und so hatte ich auf einmal 2 Verträge…den einen hab ich dann ziemlich lange noch privat weiter angefüttert, bis es mir nach 10 Jahren dämmerte, das es idiotisch ist….also hab ich diesen Vertrag still-gelegt.

Als ich nun im vergangen Jahre realisierte, das auch dieser stillgelegte Vertrag verloren ist, falls mir etwas passieren sollte (ein Riester-Vertrag kann nur an den Ehepartner vererbt werden)….und sowieso keine sonstigen Vorteile bringt, hab ich den Vertrag verkauft….mir war bewusst, das ich rückwirkend alle Steuervorteile wieder zurück zahlen musste und so kam es auch….aber okay, der Betrag der ausgezahlt wurde, war trotzdem gut.

Aber im Jahr der Auszahlung musste ein Teil auch noch als Sonder-Einnahme versteuert werden…und genau dieser Betrag ist es jetzt, der den Steuerbetrag so erhöht, das eine Nachzahlung dabei herauskommt….das ist frustrierend, aber okay….so ist es nun mal.

Eine kleine Bitte hätte ich hierzu: Alle nett gemeinten Ratschläge, was ich hier hätte besser/anders machen können, einfach weg zu lassen🌼 …ich erzähle es nur, weil es mich gerade beschäftigt ….und will mich nicht noch schlechter fühlen. Danke schön.

Laugen-Brötchen

Nach einem unerfreulichen Vormittag mit meiner Steuererklärung für 2020, hab ich mich nun schöneren Dingen zu gewendet: dem Essen.

In den letzten 1,5 Wochen hab ich weder Brot, noch Brötchen gebacken…und nun wird es mal wieder Zeit. Es gibt Laugen-Brötchen. Das hab ich noch nicht sooft gemacht und war entsprechend gespannt, ob alles klappt.

Aus meinem üblichen Hefeteig mit Weizenmehl hab ich kleine Teiglinge geformt. Dann aus 50g Kaisernatron und 1Liter Wasser eine Lauge hergestellt. Über den Begriff Lauge und was man nun als Lauge bezeichnen darf und ob diese oder jene Laugenkonzentration gefährlich ist, wird im Internet viel geschrieben und zum Teil sogar echt Angst erzeugt.

Wichtig zu wissen: bei jeder Lauge sollte man sehr vorsichtig sein. Einmalhandschuhe um die Hände zu schützen und noch viel wichtiger: eine Schutzbrille für die Augen….keine Art von Lauge darf in die Augen geraten. Ich hab z.B. meine Sonnenbrille genommen, die umschließt die Augen ziemlich gut….dafür musste ich zwar das Licht in der Küche anschalten, während es draußen wieder einmal regnet, aber es dauert ja nicht allzu lange.

Nachdem das Natron im Wasser einmal aufgekocht wurde, kann der Herd wieder ausgeschaltet werden….nun jeden Teigling für ca. 30 Sekunden hineintauchen und anschließen mit dem Schöpflöffel daraus retten und auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech geben…..

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen, die Teiglinge einritzen (wer mag noch mit grobem Salz bestreuen) und für 20 Minuten im Ofen backen (hier aber ohne Wasserdampf).

Das Ergebnis ist echt toll geworden….die Brötchen schmecken herrlich und sind innen richtig luftig.

Ich hab früher immer gedacht, das Laugengebäck und auch Laugen-Croissants gesünder sind, als normale Brötchen und Croissants, weniger Kalorien und Fett haben…hahahhaha…das ist aber nicht der Fall: der einzige Unterschied ist die Lauge. Der Teig ist Derselbe.

Kleine Radtour

Kleine Radtour

Also heute hatte ich keine Lust mich schon wieder in ein Auto zu setzen…..eine kleine Radtour gegen Abend sollte mir die notwendige Ruhe bringen.

Der Tag heute war tatsächlich mal trocken und als ich direkt vor meiner Haustür los fuhr, waren es angenehme 20 Grad….ich hatte ein ärmelloses Shirt an und der Fahrtwind kühlte die Haut auf den Armen.

Als erstes ging es in und durch den Stadtforst Klövensteen….und dann immer weiter in Richtung Wedel….allerdings mit leichtem Linksdrall….also durch das Schnaakenmoor, eine sehr schöne Strecke….da hab ich gemerkt, das ich mein Mobiltelefon vergessen hatte, wollte ein Bild der blühenden Heide machen…dann ging es weiter zum Wildgehege…und als ich den Rückweg einschlagen wollte, hab ich es mal wieder geschafft, in die falsche Richtung zu fahren….also anstatt in Richtung der Holmer Sandberge, fand ich mich auf einmal in Rissen wieder…die Wege hier waren toll zu fahren und nach einem nochmaligen Richtungs-Fehlgriff war ich auf dem Weg nach Sülldorf….auch dies eine sehr schöne Strecke für das Rad….nur nicht der Weg, den ich mir als Rückweg vorgestellt hatte…..ich hätte jetzt bis Schenefeld fahren können und von dort kenne ich schöne Strecken oder aber ich versuche es noch einmal durch den Wald…irgendwo muss ich ja mal wieder auf den richtigen Radweg treffen….so hab ich es dann gemacht.

Ja das Smartphone hilft mir normalerweise schon, den richtigen Weg zu finden falls ich mal wieder mitten im Nichts stehe…so aber musste ich mich auf die wenigen Schilder verlassen und diese spärlichen aber großen Schilder des Naturparks „Wedeler Aue“…

Irgendwann war ich endlich wieder auf der richtigen Fährte und ab ging es nach Hause.

Die gesamte Strecke mit 36 km lief prima….Meine Ausdauer ist wieder ausreichend da, die Beinmuskulatur hat die Strecke ohne Probleme bewältigt und ich hatte locker eine für mich zügige Reise-Durchschnitts-Geschwindigkeit….es hat mir großen Spaß gemacht und nun sitze ich, frisch geduscht und mit einem Glas Wein auf dem Balkon, zur Abend-Entspannung.

Und stelle fest, das diese nette Kerze zur Mücken-Abwehr die Mücken gut vertreibt…aber mich auch gleich mit…der Geruch ist nicht auszuhalten….hahaha….ich glaub ich hole lieber eine normale Kerze.

Gefangen im Labyrinth der Stadt

Gestern Vormittag war es eine fast unwirkliche Verkehrs-Situation in Hamburg.

Mein geplanter Tagesausflug sollte noch einmal nach Hamburg gehen: Planten und Blomen. Dieser riesige offen zugängliche Park liegt MITTEN im Zentrum von Hamburg.

Wer öfter durch Hamburg fährt, weiß um die vielen Baustellen und um die angespannte Verkehrslage in der Innenstadt.. Aber durch meinen Urlaub hab ich irgendwie nicht so richtig realisiert, das Freitag war….und so hab ich mir erst einmal keine Gedanken gemacht…hab das Auto genommen und dachte tatsächlich, ich komme ohne große Schwierigkeiten auch dorthin. Blöder Fehler.

Je weiter es auf Mittag zuging, umso voller wurde es, ich bin mit Navi gefahren, habe dann Ausweichwege genommen, um verstopfte Straßen zu vermeiden und kam langsam, und noch langsamer in die Innenstadt, aber meinem Ziel trotzdem nicht näher….es wurde immer schlimmer….die Straßen waren verstopft, immer mehr gesperrte Straßen die ein Abbiegen oder Entkommen unmöglich machten. Und aus allen kleinen Straßen drängten noch zusätzlich Autos auf die bereits verstopften größeren Straßen.

Normale Fahrzeit bis zum Park: 25 Minuten…nach fast 1,5 Stunden stand ich in einem derart dichten Verkehrschaos, ohne Möglichkeit irgendwohin auszuweichen….von Ziel Planten-und-Blomen hatte ich mich dadurch schon immer weiter entfernt….war mittlerweile an der Binnenalster, dorthin würde ich normalerweise nie freiwillig mit dem Auto fahren, aber in jeder Richtung staute es sich….es gab einfach kein Entrinnen.

Mein Ziel hatte sich nach fast 2 Stunden Fahrzeit im Labyrinth der Stadt reduziert auf: ich will hier raus…..und zwar sofort.

Aber zunächst ging gar nichts mehr…so langsam brodelte es in mir….und deshalb nahm ich den erstbesten freien Parkplatz der sich mir an einer Stelle bot – und hab das Auto abgestellt…Erst einmal RAUS aus dem Auto….tief durchatmen und ein paar Schritte entlang der Außenalster laufen….aber der Lärm des sich immer weiter stauenden Verkehrs, die vielen Menschen die hier entlang flanierten, so richtig entspannen konnte ich nicht, trotz der tollen Aussicht.

Dann kam erst einmal etwas Regen und mein Groll auf diese Situation verzog sich wieder….Und dann hat es tatsächlich noch mehr als 1 Stunde gedauert, bis ich mein Auto aus der Stadt herausbugsiert hatte, erst einmal in die falsche Richtung, aber das war mir egal…Hauptsache raus aus diesem Verkehrslabyrinth, raus aus der Stadt …danach ging es in einem weiten Bogen um die Stadt herum, bis ich am späten Nachmittag wieder zuhause ankam.

Also, ich hab Ecken von Hamburg gesehen, in denen ich noch niemals war….soweit immerhin etwas Gutes…hahhahaha …..okay – beim nächsten Anlauf auf „Planten und Blomen“ nehme ich garantiert die Bahn.

Vorboten auf den Herbst – Kochbirnen

Vor ein paar Tagen war ich in der Gemüseabteilung eines Supermarkts….und da lagen sie, etwas versteckt, nicht direkt beim Gemüse – auch nicht wirklich beim Obst….aber doch in Augenhöhe….die Vorboten auf den Herbst: Kochbirnen.

Und was macht man damit?

Eigentlich kann man alles damit machen, wozu man auch sonst Birnen kochen muss: Birnenkompott z.B.

Aber ich liebe es ganz klassisch in dem für mich typischsten der norddeutschen Eintöpfe – Birnen, Bohnen und Speck:

Das einzige Zugeständnis das ich bei dem Rezept mache: ich schneide den Bauchspeck kleiner, als ich es von meinem Vater und meiner Oma her kenne….Bei uns gab es das früher immer mit Speckstücken von ca. 5x5x5 cm und mit hohem Fettanteil….während ich heute auf ein gut durchwachsenes Stück achte und es eben kleiner würfele.

Kochbirnen zu bekommen ist in der Mitte Deutschlands eher schwierig, genauso wie Landgurken.

Aber hier oben in Schleswig-Holstein muss man einfach nur die Augen aufhalten…und so ist es mir in diesem Sommer, der sich schon fast wie Herbst anfühlt, gelungen, schon früh Kochbirnen zu kaufen.

Also hab ich gleich mal zugegriffen und heute Morgen einen ganzen Topf gekocht….jetzt hab ich zumindest 5 Portionen die ich einfrieren kann.

Jetzt überlege ich schon, es mal mit dem Einkochen von Kochbirnen in Gläsern zu probieren….hmmmm ….allerdings hab ich eine innere Scheu vor dem Einkochen.

Anfang der 90er Jahre hab ich Apfelmus eingekocht und auch selbst gesammelte Pilze….und am Ende der ganzen Arbeit war der Inhalt in den meisten Gläsern schon nach kurzer Zeit schimmelig…ich hab also etwas falsch gemacht und danach alle Lust verloren, es noch einmal zu probieren.

Das ist, zugegebenermaßen schon lange her….ich könnte es ja doch noch einmal probieren….

Urlaubtag – Wasserfreuden

Urlaubtag – Wasserfreuden

Seit ich aus dem Kurzurlaub in Hessen wieder zurück bin, warte ich schon jeden Tag ungeduldig darauf, das der Regen in Hamburg wenigstens mal für ein paar Stunden verlässlich aufhört…ich wollte doch unbedingt ein weiteres Mal zu dem Bootsverleih an der Alster, um noch einmal ein Kajak auszuleihen.

Gestern Nachmittag hat es dann geklappt…..bei trübem, aber trockenem Wetter war ich wieder auf einem der Alsterkanäle unterwegs….wieder war es zu der Uhrzeit fast leer ..wie ich später feststellte waren nach 19 Uhr die Vereine unterwegs, als die Bootsverleiher schon geschlossen hatten.

Mit fast kindlicher Freude und tiefliegender Ruhe ging es mit ruhigen Paddelschlägen durch den Kanal….ich bin in die gleiche Richtung wie beim letzten Mal gefahren, dieses Mal aber weiter und ich war mit 1,5 Stunden auch auch länger unterwegs.

Hab mit dem Rumpf ein paar Gleichgewichtsübungen im Kajak gemacht, nur um zu Testen, wie gut und sicher ich mich dabei fühle: Ergebnis: gut fühle ich mich dabei – richtig gut….und schon nach knappen 30 Minuten konnte ich meine tiefliegenden Bauchmuskeln bei der Arbeit spüren….hahaha sehr schön.

Mir ist ein 2er Kanu begegnet, das zusätzlich mit einer Mülltonne bestückt war…die beiden Frauen haben tatsächlich Müll aus dem Kanal geholt. Klasse Aktion, das habe ich ihnen auch gesagt und sie freuten sich sichtlich über meine Respektsbezeugung. Später fiel mir ein, ich hätte fragen wollen ob sie das privat machen oder ob es eine Vereinsaktion ist….noch am gleichen Abend hab ich gelesen, das man so ein Kanu kostenlos bei einem Bootsverleih ausleihen kann, wenn man sich dazu verpflichtet auf der Fahrt eben Müll zu sammeln…..KLASSE.

Ansonsten sind mir noch ein paar Kinder in 2er Kanus begegnet….und das waren für 1,5 Stunden tatasächlich die einzigen Menschen, die mir auf dem Kanal begegnet sind.

Meine Geschwindigkeit im Kajak war gefühlt sehr langsam…also gemütlich. Etwas ungewohnt so keine Kontrolle über meine Geschwindigkeit zu haben…und auch kein anderes Boot, das in meine Richtung fuhr, um auch nur einen Anhaltspunkt zu bekommen, wie langsam oder schnell ich eigentlich unterwegs bin. Ich bin ja sonst immer in einem sportlichen Modus….hierbei fehlte mir nun jedes vergleichende Element….okay…also mit einem jungen Paar, das am Kanal entlangspazierte blieb ich eine Weile gleichauf.

Dann schob ich den Gedanken an einen sportlichen Vergleich schnell wieder weg und genoss einfach die ruhige Fahrt. Das Wetter blieb trübe, aber die Temperatur war angenehm auf dem Wasser und ich hatte an vielen Stellen sogar Gegenwind.

Und wieder stellte sich das Gefühl von unglaublicher Freiheit ein, obwohl einige Menschen auf den Brücken standen oder am Kanal entlang liefen. Ein Gefühl das ich oft verspüre, wenn ich mit dem Fahrrad im Sommer an Feldern vorbei fahre…wenn ich ohne Zwang und festem Ziel einfach drauf los im Wald wandere.

Am Ende meiner Tour angekommen, war wieder der schwierigste Teil vom Kajak auf den höherliegenden Steg auszusteigen….also ohne Hilfe wäre mir das nicht geglückt….ich fühlte mich wie eine Robbe…hmmm….das muss aber auch besser gehen oder nicht? fühlte mich wie eine alte Frau hahahaha

Der Bootsverleiher meint, das es durch den hohen Steg so schwierig ist und tatsächlich hab ich später eine Vereinspaddler gesehen, die an einem niedrigen Steg ausstiegen, das sah wesentlich leichter aus….- okay die sind natürlich geübt.

Zufrieden mit meiner Tour (okay also das Gefühl einer alten Frau beim Aussteigen vergessen wir mal schnell wieder) wollte ich diesem Tag noch ein weiteres richtiges Urlaubsgefühl geben…also bin ich nur ca. 2 km weiter gefahren und hab in dem tollen vietnamesischen Restaurant, in dem ich jetzt schon ein paar Mal war, zu Abend gegessen…allerdings lieber drinnen….so langsam wurde mir doch kalt mit meiner halblangen Sporthose und dem dünnen Shirt mit dünner Regenjacke drüber.

Hamburg hat ja schon wieder eine hohe Inzidenz und ich musste meinen Impfnachweis vorzeigen, um drinnen sitzen zu dürfen…kein Problem…..hab ich ja auf dem Mobiltelefon.

Nach dem leckeren Essen hab ich zum Abschluss noch eine kleine Walkingrunde an der Alster gemacht….auf der Suche nach

  • einem Restaurant direkt am Wasser. Ich bekomme ja sehr bald schon Besuch meines Rentner-Kollegen aus Hessen mit seiner Frau….die Beiden sind inzwischen echte Freunde geworden und ab jetzt nenne sie hier: „Die Rentner“.
  • weitere Bootsverleiher mit Kajaks (bei dem ich bisher war, der hat nur 2Stck. Einer-Kajaks und möchte auch eigentlich lieber SUP vermieten)
  • Kanu-/Kajaksport-Vereinen mit ihren Anlegestellen

Als ich, auf einer Brücke stehend, zwei Herren beim Aussteigen aus ihren Kajaks beobachtete, hab ich gefragt, zu welchem Verein sie gehören ….und ob der Verein auch Anfänger aufnimmt….und hab gleich mal für nächste Woche Tag und Uhrzeit genannt bekommen, wo ich mal kommen und reinschnuppern kann, immerhin hat jeder mal als Anfänger angefangen……prima – DANKE…

Sooooo – das war doch ein schöner und zufriedenstellender Urlaubstag….

Eigenes Wert-System

Eigenes Wert-System

Zu meinem Tagesausflug gestern hatte ich mich erst relativ spät entschieden: immerhin liegt Jever gute 230km entfernt und das Wetter ist immer noch mit Regen und viel Wind beschäftigt…..aber gut – nur noch länge zuhause zubleiben, war ja nicht mein Plan.

Mit dem Blick auf die Wetter-Prognosen stand die Wahrscheinlichkeit das es in Jever auch mal aufhört mit dem Regen und evtl. sogar Sonnenschein geben könnte, nicht schlecht.

Also bin ich am Vormittag aufgebrochen….erst einmal durch den Elbtunnel, an Bremen vorbei, Richtung Oldenburg und dann weiter Richtung Küste. Es war zwar relativ voll auf den Straßen, aber immerhin floss der Verkehr ohne Probleme.

Während meiner Autofahrt reifte in mir ein kleiner Plan, den Ausflug zu verlängern, um auch der Fahr-Strecke gerecht zu werden, indem ich eine spontane Übernachtung ins Auge fasste….das hätte mir die Möglichkeit gegeben auch Wittmund, Leer oder Wilhelmshaven zu besuchen. (Wechselklamotten hatte ich eh eingepackt, wegen des Regens…dazu hatte ich die Reisezahnbürste und Tabletten in der Tasche)

Aber es scheiterte letztlich an einer preislich vernünftigen Übernachtungsmöglichkeit in und um meine Zielgebiete herum…wie schon vorher geschrieben, werden diese Orte an den Küsten und in relativer Küstennähe aktuell überrannt.

Jeder hat für sich sein eigenes inneres Wert-System.

Das ist das, was man bereit ist für eine Sache an Geld auszugeben. Dieses Wert-System ist für jeden anders…hängt ab vom eigenen Anspruch, den eigenen finanziellen Möglichkeiten und der Wertstellung der Dinge innerhalb des eigenen Lebens.

Wenn ich nicht gerade einen Wellness-Aufenthalt buche, hat eine Übernachtung im Hotel / Landgasthof / Ferienzimmer für mich keinen so großen Stellenwert…also bin ich auch nicht bereit, sehr viel Geld dafür auszugeben. Meine Wertstellung für die Möglichkeit einer reinen Übernachtung mit sauberem Bett und Dusche liegt daher zwischen 50-70 EUR für ein Einzelzimmer im ländlichen Bereich…..bis 80 EUR in einer Stadt.

Und dann hab ich gesehen, was aktuell im Bereich der Nordsee für Preise aufgerufen werden….Wenn denn überhaupt noch freie Zimmer zur Verfügung standen, lagen die meisten Zimmer bei 90 – 300 EUR pro Nacht….und es ging noch weiter rauf….oder wenn es mal ein Angebot innerhalb meiner Wert-Vorstellung gab, dann war es gleich grottig bewertet.

Angebot und Nachfrage….juuup – schon klar: die Nachfrage ist hoch – das Angebot bleibt überschaubar….ich verstehe, das die Preise steigen müssen, damit auch die Hoteliers und die Angestellten „überleben“ können….aber diese Preise passten einfach nicht in mein Wert-System.

Ich hab den frühen Abend dann noch in Hooksiel verbracht…bin schön durch das Örtchen und am alten Hafen entlang gelaufen und dann tatsächlich noch am gleichen Abend wieder nach Hause gefahren.

Leer, Emden, Wittmund und Wilhelmshaven besuche ich dann mal zu einem anderen Zeitpunkt….plane dann im Voraus auch die Übernachtungen….im Herbst ist bestimmt auch weniger los.

In Hooksiel gab es auch so schöne und ruhige Plätze wie diesen hier:

Auf der Bank rechts saß ich dann noch ein Weile und genoss die Ruhe … genauso wie die Enten ,die sich dort am Uferrand niederließen…die Köpfe unter dem Federkleid versteckend…

…bis eine Mutter mit kleinem Kind auf dem Arm, vorbeikam und, nur um das Kind zu belustigen, mit lauten Gejuchze zu und durch die ruhende Entengruppe lief, so das diese laut schnatternd aufgeschreckt das Weite in dem Kanal suchten…..das fand ich auch unpassend….um nicht zu sagen – unmöglich.

Menschen im Urlaub – Jever

Menschen im Urlaub – Jever

Viele bleiben im Urlaub jetzt in Deutschland….und das macht sich bemerkbar.

Nicht nur, das die schönen Seiten Deutschlands wieder von mehr Deutschen gewürdigt werden, sie werden quasi überrannt. Das ist auf der einen Seite natürlich schön und auch gut für Händler und Gastronomen, auf der anderen Seite ist es für Menschen wie mich, echt blöd….weil ich es lieber beschaulich mag und ich mich in Gesellschaft zu vieler Menschen unwohl fühle und für manche Tiere ist es wohl auch nicht so spaßig.

Zeichnen deutsche Urlauber oft im Ausland ein skurriles Bild….findet man dieses Verhalten jetzt auch immer öfter im eigenen Land.

Benehmen? ach was…wir sind doch im Urlaub.

Natur wertschätzend? wozu – wir sind hier doch Zuhause.

Tiere achten: na klar, aber es soll machen, was ich möchte

Da bin ich mitten in Jever (Kreis: Friesland) im Schlosspark…es ist ein schöner, sehr gepflegter und ruhiger Park… mit freilaufenden Enten, Schwänen und auch einigen Pfauen.

Und na klar, wollen die meisten Mensch bei einem Pfau nur sein prachtvoll aufgestelltes Federkleid sehen…und wenn er es nicht freiwillig macht, dann muss man eben nachhelfen.

Ich war sprachlos als ich 2 (vermutliche) Ehepaare in meinem Alter (also ca. Mitte 50) gesehen habe, wo die Frauen einen männlichen Pfau versuchten mittels Lufttritten in seine Richtung, dazu bewegen wollten, sein Rad zu schlagen…und die beiden Männer ihre Frauen mit Rufen und in die Händeklatschen dabei unterstützten.

Unglaublich !

Wieviel Egoismus, Achtlosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber den Tieren da zum Vorschein kam.

Ein Pfau stellt sein Rad auf, um entweder einem Weibchen zu imponieren oder einem Konkurrenten zu signalisieren, das er viel toller ist…natürliches Balzverhalten eben.

Da ist es absolut idiotisch und kontraproduktiv einem Tier ein Verhalten abtrotzen zu wollen und ihn dabei auch noch bedrohlich mit Lufttritten zu begegnen……wenn das Kinder machen würden….okay – aber die kleinen Kinder erfreuten sich an den auch so farbenprächtigen Vögeln mit respektvollem Abstand.

Ich hab meine Meinung dazu auch laut gesagt, erntete aber nur Unverständnis.

Ein Tier hat sich sogar auf ein Gerüst an einem der Schloss-Türme verzogen….versteckte seinen Kopf in seinem Gefieder und als ich von einer kleinen Anhöhe aus den Pfau dort sitzen sah, hob er den Kopf, schaute zu mir und legte den Kopf dann schief, so als wollte er mich einladen ihn zu fotografieren:

Später in der Stadt hatte gerade eine rustikale Bar seine Außenplätze geöffnet….und natürlich hab ich in Jever auch ein Jever Pils getrunken…..hahaha…das musste einfach sein…..

Metapher für mein Leben

Metapher für mein Leben

Geographie gehörte nie zu meinen Stärken…aber durch meine Umzüge zwischen NRW, Hessen, Schleswig-Holstein und meinen ständigen Ausflügen, nehme ich heute vieles wahr, was ich als Kind wahrscheinlich schon einmal im Unterricht gelernt habe.

Frankfurt am Main, liegt am Main und gehört zu Hessen

Mainz-Kastel liegt am Rhein und gehört als Ortsbezirk zu Wiesbaden: Hauptstadt von Hessen

Mainz dagegen liegt direkt gegenüber von Mainz-Kastel, auf der anderen Rhein-Seite und gehört als Hauptstadt zu Rheinland-Pfalz. Beide sind über eine große breite Brücke miteinander verbunden.

Nicht das ich diese Informationen heute bräuchte….aber es macht mir jetzt viel mehr Spaß, diese Dinge auch zu behalten…so ganz nebenbei.

Vor meinem Besuch in Gelnhausen, hab ich den Vormittag noch in Mainz verbracht. Die Innenstadt hab ich jedoch ausgelassen, schlenderte dafür immer schön an der Uferpromenade entlang.

Es war schon am Vormittag stickig und am Rhein entlang zu laufen, bot immerhin etwas Erfrischung.

Und unter dem dichten Blätterdach der Platanen, fühlte ich mich auch gut vor der Sonne geschützt.

Platanen sind, neben Eichen, meine Lieblingsbäume….vor allem wegen Ihrer Fähigkeit sich jährlich ihrer Borke zu entledigen (diese wächst nicht mit) und im nächsten Jahr noch schöner wieder zu präsentieren und wegen ihrer knorrigen Verästelungen mit dichtem Blätterwerk.

Platanen gelten für mich als sichtbares Zeichen von Erneuerung….ohne sich gravierend zu verändern…sie streifen ihre „alte Haut“ ab und gehen gestärkt daraus hervor.

Sie sind robust, erneuerungsfähig und bleiben trotzdem sie selbst. Ich liebe diese Metapher für mein eigenes Leben.

Simplicissimus als Verbindungs-Element

Noch einmal werfe ich einen kleinen Blick zurück auf meinen Urlaub in Hessen. Weniger als 60km von Frankfurt entfernt liegt ein Kleinod…eine kleine schmucke Stadt mit viel Geschichte: Gelnhausen

Ich wäre eigentlich nie auf die Idee gekommen hierhin zu fahren, da mir der Name zwar bekannt ist, wie so viele Orte hier in der Gegend, aber in mir keinen Klang ausgelöst hat…und so wusste ich gar nicht was für eine schöne kleine Stadt das ist:

  • zwischen 2007-2013 war ein Ortsteil von Gelnhausen die geografische Mitte der EU (durch die Erweiterung der EU verschob sich die Mitte allerdings später wieder)
  • die Stadt wurde von Kaiser Friedrich 1 gegründet und wird deshalb auch Barbarossastadt genannt
  • Es gibt noch 5 erhaltene Tortürme und Teile der Stadtbefestigung aus dem Mittelalter
  • Es war mal eine Reichsstadt und hat eine Kaiserpfalz
  • Geburtsstadt des Autors Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (Simplicissimus)

Und mit dem Autor des 17.Jahrhunderts schließt sich sogar ein Kreis zu der Stadt, in der ich aufgewachsen bin….Soest. In dieser Kleinstadt in NRW hat Grimmelshausen einige Zeit gelebt und so hat die Stadt auch Einzug gehalten in sein Werk: Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch, ein satirischer Abenteuerroman über den 30jährigen Krieg….in dem sein Protagonist einige Zeit als „Jägerken von Soest“ sein schelmisches Unwesen trieb.

Und heute ist die Kunstfigur des „Jägerken von Soest“ als Anlehnung an den Simplicissimus, ein Wahrzeichen der alten Hansestadt…..besonders zur jährlichen Soester Allerheiligenkirmes, die immer am Mittwoch nach Allerheiligen für 5 Tage die historische Altstadt in ein einzigartiges Spektakel verwandelt. Das war für uns Kinder immer unsere „5. Jahreszeit“… Ausnahmezustand in der gesamten Stadt.

Aber zurück zu Gelnhausen…es macht einfach Spaß durch diese alte kleine Stadt zu laufen…..und überall wird liebevoll die Stadt aufgehübscht, um den altertümlichen Charakter auf moderne Art zu erhalten: Wie bei diesen 2 alten Rädern, die als Tische eines Cafés dienen

Später saßen wir mitten auf einer kleinen schmalen Fußgänger-Gasse im Außenbereich eines Restaurants und ich hatte das Gefühl im Süden Europas zu sein…es wurde dazu auch noch schwülwarm und unsere langanhaltende angeregte Unterhaltung konnte auch der später einsetzende sehr heftige Regen nicht stoppen….. allerdings mussten wir uns ins Restaurant retten…Wind und Regen waren so heftig, das sich sogar auf dem alten Holzboden im Restaurant ein kleiner See bildete…der Regen wurde durch die geöffneten Türen reingedrückt….

Nach dem Regen sind wir dann aber auch bald aufgebrochen…es war spät geworden und ich bin ja noch am gleichen Abend weiter nach Kassel gefahren…