Schreck-Sekunde

Natürlich  gehen Treffen der Familie Wirbelwind nicht immer glatt…

Meine Schwester und ich haben so eine Dappigkeit…das führt manchmal zu blöden, manchmal schmerzhaften, oft zu unfreiwillig komischen und manchmal eben auch so unangenehmen Momenten.

So einen unfreiwillig komischen Moment hatte meine Schwester ein paar Tage vor unserem Treffen mit einem Einkaufswagen….durch diese Dappigkeit hat sie sich die Rippen an dem Einkaufswagen geprellt, als sie gegen eine Bordsteinkante stieß…WIE sie das hinbekommen hat…hahahha  keine Ahnung – ist aber typisch: Sie hat die Schmerzen….ich hab gelacht.

Nicht mehr gelacht hab ich allerdings gestern, als ich mitten während des Shoppens feststellen musste, das mein kleines Klemm-Portemonai NICHT mehr an meinem Hosenbund hing….SCHOCK.

Nicht nur das da Geld, Ausweis und Kreditkarten drin waren…es war vor allem auch mein Haustür-Schlüssel drin…Wenn ich unterwegs bin, trage ich entweder einen Brustbeutel unter dem Shirt oder ein kleines Klemm-Portemonai innen am Hosenbund….und auf einmal ist es WEEEEEGGGGGGGGG.

Ich werde in solchen Momenten nach Außen sehr ruhig: hab zu meinen Beiden gesagt: wir treffen uns später am Hafen…ich muss  jetzt noch mal den Weg zurück gehen. In dem Moment wollte ich nicht das hektische Geschnatter meiner Schwester oder Kommentare meines Schwagers…bei so etwas brauche ich erst einmal Niemanden der versucht zu helfen, ich muss mich konzentrieren und will ja nicht hektisch und  kopflos agieren (Beispiel: meine Schwester hat  beim Erdbeerstand nachgefragt – wir waren nicht einmal in dessen Nähe haha) ……evtl. hab ich es in einem der Geschäfte verloren.

In meinem Kopf  bin ich schon den Weg zurück gegangen…wo und wann hab ich es das letzte Mal gesehen oder gefühlt….als ich den Südwester am Hafen gekauft habe….und dann ?…. ich bin ja manchmal schusselig vielleicht hab ich es mit dem Regenhut in den Rucksack?…ich hatte den Gedanken noch nicht einmal ganz zu Ende gedacht und schon den Rucksack aufgemacht, den Hut rausgenommen und tatsächlich, da lag das kleine Portemonai ganz friedlich. Stimmt – ich hatte in dem Angelladen beim Bezahlen mit dem Verkäufer eine lustige Unterhaltung und hab dann alles zusammen einfach nur in den Rucksack gepackt….so ganz nebenbei…unbewusst eben…

Der Stein der mir vom Herzen gefallen ist, war riesig…und nachdem ich Schwester und Schwager wieder informiert hatte: alles  I.O. –  alles da…hab ich mich irgendwo  am Rand niedergelassen und mich dem  Schreck hingegeben…die Nerven flatterten und es hat eine Weile gedauert, bis ich meine Unbeschwertheit wieder gefunden hatte…wir haben uns dann erst einmal in einem Cafè niedergelassen….und auf den Schreck etwas getrunken…mit Alkohol…

Im nachhinein hat es mich geärgert, das ich WIEDER einmal etwas Wichtiges unbewusst verstaut habe…das passiert mir in letzter Zeit öfter: Vor allem bei Handy, Portemonai, Schlüssel oder auch letztens hab ich bestimmt 1 Woche Führerschein/Fahrzeugschein vermisst… ja klar -sind wieder aufgetaucht….trotzdem-  Ich muss echt vorsichtiger damit sein.

 

 

Mit dem Raddampfer….

Mit dem Raddampfer….

…nein nicht über den Mississippi im Süden der USA, sondern ganz corona-tauglich:  ganz nahe und in Deutschland: auf der Schlei…und natürlich hat die Schlei Princess auch einen Motor um uns zielsicher bis zur Schlei-Mündung und zurück zu schippern.

Ich hatte  Karten für die Schiffstour ebenso vor-reserviert, wie die Plätze am frühen Abend im Restaurant….weil ich befürchtet hatte, das wieder halb Deutschland auf dem Weg an die bekannten Küstenorte ist.

Kappeln ist hierbei zwar kein klassischer Küstenort, aber die Schlei ist ein 42km langer Meeresarm der Ostsee. Ob es sich dabei um eine Förde oder Fjord handelt ist laut Internet umstritten….ist mir persönlich aber egal. SCHÖN ist sie trotzdem.

Mit Schwester und Schwager hatte ich mich für 11 Uhr verabredet…um 11.15 Uhr sollte es bereits auf das Schiff gehen….Getreu der Devise „lieber zu früh – als zu spät“ und man ja nie weiß wie die Verkehrsverhältnisse unterwegs sind, hatte ich mehr als reichlich Pufferzeit für die Fahrt eingeplant:

7 Uhr aufstehen, 8 Uhr los fahren und vor der Rader-Hochbrücke (bei Rendsburg ) war  ich dann in einem ca. 10km langen Stopp-and -Go  Schleichmodus…und kam trotzdem bereits um 10:08 Uhr in Kappeln an….im Radio gaben sie gerade durch das an der Hochbrücke jetzt 12km STAU ist. Prima – wäre ich später los gefahren, wäre ich da voll drin gewesen ….so war ich zwar eine Stunde zu früh da, aber auch meine Familie, die ja von der anderen Seite kam, waren auch schon um 10.20 Uhr am Treffpunkt.   Hahaha – das liegt bei uns echt in der Familie….keiner mag zu spät kommen.

Also haben wir die Karten für das Schiff gekauft und uns sehr früh die Plätze auf dem Oberdeck  gesichert.

Norddeutsche  „Einheimische“ haben ja ein anderes Verhältnis zum Wind und zum Wetter im allgemeinen. Es war warm und mein Schwager war nur mit kurzärmliges Hemd und halblanger Hosen bekleidet. KEINE Jacke. Meine Schwester hatte  ein Sommerkleid mit freien Schultern und nur ein kurzes Strickjäckchen dabei…..ICH hatte ein ärmelloses Top und halblange Hosen an: ABER eine Sportjacke im Rucksack UND dazu noch Wind-Regenjacke ganz unten im Rucksack., dazu noch ein Schal..für den Fall aller Fälle war ich also gerüstet. Immerhin waren wir ja auf einem Schiff und so ein Fahrtwind kann ja auch mal kühl sein.

…und kaum hat das Schiff abgelegt, hat sich die Sonne auch längere Zeit verzogen und lt. Schwager ging ein leichter Ostwind…Wir auf dem Oberdeck waren ungeschützt und sogar meinem Schwager war ein wenig kalt….wenn er das schon freiwillig zugibt, war ihm wohl wirklich kalt….Ich zumindest war froh meine Sportjacke anziehen zu können..

Die Fahrt haben wir trotzdem genossen und bei Kaffee und Fischbrötchen geklönt und die Umgebung angeschaut….Das Schiff war nicht voll besetzt….auf dem Oberdeck saßen zwar an jedem der 6-8er Tische Personen, manchmal aber eben nur zu zweit Nur ein Tisch war wirklich voll besetzt…und die gehörten alle zu einer Familie. Auf den beiden anderen Ebenen waren nicht mal 1/3 der Tische belegt…

Das Personal war lustig und freundlich und die Fahrt hat Spaß gemacht…Zielpunkt: die Lotseninsel an der Schlei-Mündung. Hier haben wir Zeit für einen Landgang…aber das war etwas enttäuschend….nicht nur weil es auch dort sehr zugig und kalt war, sondern weil das Naturschutzgebiet komplett gesperrt war….beim nächsten Mal würden wir dann lieber den Landgang im Fischerdorf Maasholm machen….das wäre auch möglich gewesen…aber ich dachte ein Grundgang auf der Lotseninsel wäre schön….

Der Rückweg mit dem Raddampfer war dann wesentlich angenehmer, da der Wind nachgelassen hat und sich auch die Sonne wieder hervor getraut hat.

Den Rest des Nachmittags haben wir in Kappeln verbracht mit Softeis,  bummeln und etwas shoppen:  ich habe jetzt endlich auch einen echten „Südwester“…den hab ich im Angelladen am Hafen gekauft. Das tolle ist, der hat auch ein Bindeband unter dem Kinn, so das es auch bei Wind nicht gleich vom Kopf weht…hahahha so ein Ding wollte ich schon den ganzen Winter über haben, da ich ja doch oft bei Regen spazieren/wandern gehe. Mit dem Südwester ist nun meine Wanderausrüstung so ziemlich komplett.

Für den Abend hatte ich im „Restaurant am Hafen 19“ einen Tisch reserviert….wir haben draussen gesessen und hatten alle 3 etwas mit Fisch…Das Restaurant kann ich wirklich sehr empfehlen…Die Karte ist überschaubar, dafür hat uns alles geschmeckt was wir auf den Tellern hatten und der Service war einfach KLASSE.

Nach einem abschließendem Spaziergang an der Schlei entlang haben wir uns wieder in die Autos gesetzt und waren  uns einig: das war ein schöner Tag…

Südwester: ist ein robuster Regenhut aus wasserabweisendem Material. Die Besonderheit ist die breite Krempe die besonders im Nacken weit  über die Schultern  herunterreicht, so das der Regen nicht in die Jacke läuft….früher war es die klassische Kopfbedecktung der Seefahrer, zusammen mit dem Ostfriesennerz…ich kenne auch noch den Begriff des „Ölzeug“…

 

Besuch – hin oder her ?

Gestern hab ich lange mit meinem ehemaligen Sportpartner aus Hessen telefoniert…eigentlich wollte er im August zu Besuch kommen, wir haben  Karten für  den „cirque du soleil“….

Schon vor ein paar Wochen wurden wir informiert, das die Show  in Hamburg nicht statt finden wird und wir uns einen Alternativ-Termin aussuchen sollen….aber jetzt ist klar: „Cirque du soleil“ hat Insolvenz angemeldet….

Also können wir uns  Karten für eine andere Show aussuchen…aber das was uns angeboten wurde, reizt uns Beide nicht…Wir haben jetzt 1,5 Jahre Zeit  etwas passendes zu finden – wir warten also ab,  ob es im nächsten Jahr etwas anderes gibt…

Schade ist es aber trotzdem…zumal es für ihn eine schöne Abwechselung gewesen wäre…er ist gerade beruflich sehr gefrustet, sitzt seid Monaten zu 2/3 im Home-Office, sein Mann ist zu 100% in Kurzarbeit und gehört zur Risiko-Gruppe …. also auch finanziell und emotional sieht es nicht ganz so rosig aus….

So, ohne den Besuch des Cirque du soleil, mag er ihn natürlich nicht ain ganzes Wochenende alleine lassen….ich kann es gut verstehen…und hab schon gesagt…wenn es in den nächsten Monaten nicht mit einem Besuch klappen sollte, dann komme ich doch mal wieder  nach Hessen.

Eigentlich hatte ich nicht vor, so schnell wieder nach Hessen zu fahren…aber für einen lieben Freund mache ich das gerne…und dann kann ich mich auch mal wieder bei meinen Mädels blicken lassen…..

 

Weißes Rauschen – und die Baustelle

Direkt vor unserem Bürofenster haben wir noch einen einigermaßen freien Blick auf eine Freifläche und dahinter liegt eine große  Einfallstraße.

Auf dieser Freifläche wird jedoch jetzt ein mehrstöckiges Bürogebäude gebaut….und das  wird unsere Sicht nach draussen  UND auch den natürlichen Lichteinfall verändern…aber das dauert noch eine ganze Weile. Was aber bereits begonnen hat ist der Baulärm der verschiedensten Geräte…

…die Ausschachtungsarbeiten laufen jetzt schon ein paar Wochen und es ist wirklich laut. Kein Problem -machen wir eben die Fenster zu und schon ist die Baustelle naja erträglich….Aber so ohne Klimaanlage wird es sehr schnell stickig und sehr unangenehm…. also doch wieder Fenster auf…hmm

Ein Kollege hat es so ausgedrückt: ich höre nicht mal meine eigenen Gedanken hahaha…

Ich hab deshalb Kopfhörer mit in die Firma gebracht und an mein Handy angeschlossen (über Bluethooth). Das sind Kopfhörer die die gesamten Ohren bedecken und Außengeräusche gut abschirmen. Nein – Musik höre ich nicht – aber „Weißes Rauschen“.

Den Ausdruck hab ich zum  ersten Mal im Zusammenhang mit meiner Misophonie gehört und vor allem Tinnitus-Geschädigte werden es kennen.

Das sind positiv entspannende Geräusche, wahlweise mit  Klängen oder sanfter Musik hinterlegt…ich zum Beispiel liebe das Geräusch eines rauschenden Baches oder eines anhaltenden Regens im Wald….diese Geräusche führen in der Regel dazu, das man sich nicht auf die  negativen Umgebungs-Geräusche fokussiert…die positiven Geräusche sollen also die negativen überlagern. Wie nicht anders zu erwarten, bieten die App-Stores so einiges zum Thema „Weißes Rauschen“ an…

Ich hätte es nicht gedacht…aber es funktioniert wirklich…ich kann mich damit wesentlich besser konzentrieren und auch so manches Zwischen-Gemurmel meines Kollegen geht unter….LOL…es ist auch eine Barriere für ihn, mich nicht ständig anzusprechen….obwohl ich alle Gespräche oder das Klingeln der Telefone schon mit bekomme…aber es schirmt mich etwas ab.

Blöd ist, ich höre auch meinen eigenen Herzschlag….hahaha….also ich kann sagen: ich lebe noch….mein Herz schlägt.

Heute am Freitag hab ich mich dann ins Home-Office verzogen und hier ist es himmlisch ruhig und jetzt ist Feierabend und ich sitze auf dem Balkon  bei 30 Grad und Sonnenschein unter meinen Sonnendach…. haaach – so kann ich es hier aushalten…

wp-15962047167982704062753976306368.jpg

Aber wisst Ihr was gemein ist? Ich höre gerade in der Ferne einen Eiswagen bimmeln….aber ich weiß nicht wo der entlang fährt…ich will auch ein Eis…pläääärrr… gut das ich Eis im Gefrierschrank habe….

Ich wünsche Euch allen einen sonnigen und entspannten Start ins Wochenende🙋‍♀️

 

Schwester-Radar

…das Schwester-Radar – es funktioniert….

Es sind jetzt 2 Monate her, seit ich Schwester und Schwager das letzte Mal besucht habe.

In den letzten Tagen ist bei den Beiden einiges passiert, nichts Dramatisches, aber doch etwas, über das sie reden möchten …aber eben nicht nur am Telefon und auch ich möchte meiner Schwester gerne etwas erzählen.

Und so kam mir die Frage meiner Schwester sehr entgegen, ob wir uns am Wochenende nicht mal wieder treffen wollen….SEHR gerne…ich wollte auch schon fragen….hahaha

Wo und wann wir uns treffen, hat sie komplett mir überlassen…da aber Beide gerade mal wieder nicht arbeits- und nur bedingt fahrtauglich sind,  hab ich vorgeschlagen das wir uns an der Schlei treffen….ich hab also 2/3 der Fahrt, die Beiden 1/3…. Ich hab auch bereits nach einem Restaurant gesucht und hoffe das es mit der Reservierung klappt und ich möchte eine kleine Schiffstour auf der Schlei machen…hab also schon mal etwas heraus gesucht und rufe morgen an, ob ich reservieren kann …Samstag soll das Wetter ja grandios werden….mal sehen ob da dann nicht schon wieder zu viele Menschen unterwegs sind…

Ich freue mich auf das Treffen, brauche auch mal wieder eine kleine Portion Familie und ja auch etwas vertraute Nähe. Einfach mal in den Arm genommen werden…ja auch ein Wirbelwind68, so ein unabhängiges und eigen-brödlerisches Wesen wie ich es bin, braucht das Mal.

 

 

 

 

Planänderung

Pläne sind dafür da, geändert zu werden…vor allem wenn das Wetter doch schöner ist, als gedacht…hier im Norden sollte man immer das schöne Wetter nutzen, solange es tatsächlich schön ist…

…und wie der Regen heute zeigt, war es eine gute Entscheidung.

Anstatt also an diesem Samstag ins Büro zu fahren und später die eigene  Steuererklärung zu machen, hab ich:

  • am Morgen 2,5 Stunden auf dem Balkon gesessen mit Kaffee und Computer und es war richtig schön
  • danach hab ich mich in einem Elektromarkt auf die Suche nach einer neuen Dampfbügelstation und einem neuen Head-Set für meinen Computer begeben.  Beide Geräte haben in der letzten Woche die Zusammenarbeit eingestellt…grrrrrr  mal sehen, was jetzt als nächstes kaputt gehen wird
  • Da ich in unmittelbarer Nähe des Planetariums in Hamburg war, hab ich das Auto abgestellt und bin gelaufen und im Stadtpark hab ich eine schöne große Runde gedreht….das Wetter war so super, überall waren Familien auf dem Rasen und haben gepicknickt (aber der Park ist so riesig, das jede Familie weit von anderen Besuchern entfernt war – so von wegen Corona-Abstand-einhalten)
  • Ich hab in einem kleinen Cafè im Park einen Kaffee getrunken und konnte entspannt sitzen geblieben….endlich mal mit dem Gefühl ich muss mich nicht beeilen ….es waren genügend freie Plätze draußen.
  • Auf dem Weg vom Auto zum Park bin ich an einem Vietnamesischen Restaurant vorbei gekommen und auf dem Rückweg später hab ich mich dort nieder gelassen. Mit meinem Team in Hessen waren wir öfter in einem tollen Viet-Restaurant…und bisher hab ich noch keines gefunden, wo das Ambiente und die Qualität des  Essen auch nur annähernd  in die gleiche Richtung gingen…bei dem Ying Yang allerdings hat mich sofort das Ambiente angesprochen, also musste ich auch das Essen ausprobieren….(im Moment koche ich wirklich wenig selber…was ich eigentlich schade finde…auf der anderen Seite finde ich es auch schön endlich wieder Essen gehen zu können).
  • Also die Qualität des Essens ist echt SUPER…und der Geschmack –  KLASSE…genau soooo hab ich es mir gewünscht: Gut gewürzt, viel Gemüse (unter dem Fleisch), eine leckere Soße mit Kokosmilch….schmackhafter Reis wp-15956814904299205937108694339017.jpgEssen in gepflegtem Ambiente und die Preise sind angemessen.

So war der Tag ganz anders als gedacht und doch bin ich super zufrieden.

Da ich mit dem Spaziergang im Park bereits mein Tages-Schrittziel erreicht  und auch überschritten hatte, habe ich am Abend auf eine weitere Walking-Runde verzichtet und stattdessen dann doch noch mit dem Installieren des Steuerprogramms begonnen…und dann kam auch schon der Regen…Also alles richtig gemacht heute

Nachtwanderung

Meine Vorliebe für das Motiv Wolken am Himmel ist in meinem Blog unverkennbar.

Ich bin aber auch immer wieder erstaunt wie schön sich Nachthimmel hier im Norden präsentieren…und vor allem wie spät erst die Sonne tatsächlich untergeht…also ganz am Horizont verschwindet.

Es war bereits nach 22.30 Uhr als ich zu meiner „Nacht-Wanderung“ aufgebrochen bin…und der Himmel bot mal wieder einen herrlichen Blick auf die restliche Farbe am Horizont…

wp-15956653756964905986850294481315.jpg

und selbst um 22.47 Uhr war immer noch genügend Licht verfügbar:

wp-15956654114743137105455977040070.jpg

Meine Abendrunde führte mich von Pinneberg in Richtung Prisdorf und dann im Bogen wieder zurück…eine meiner liebsten Abendtouren….lange Zeit mit Blick auf die untergehende Sonne…kurz vor der Blauen Stunde.

Die Blaue Stunde ist unmittelbar wenn die Sonne mit letztem Licht hinter dem Horizont verschwindet und der Himmel in einem satten Blau leuchtet… bevor endgültig der schwarze Nachthimmel erscheint…

Es war eine warme und ruhige Walking-Runde mit schönem Licht und ich bin während des Laufens in eine tiefenentspannte Ruhe gekommen….gerade zu himmlisch friedlich ….

In meinem Element

Der schöne Mittwoch Nachmittag kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, das es eine herausfordernde Woche war…zeigt aber, das ich es schaffe mich schneller und besser abzugrenzen, um mich wieder zu erholen.

In der 2. Woche meines Urlaubs haben die Kollegen gemerkt, das eben nicht alles still steht, wenn der Kollege nicht da ist und so musste ich mich durch viele Dinge zusätzlich durchwursteln. Die grundsätzlichen Regeln wie etwas zu machen ist, kenne ich…aber wie WIR das in dieser Firma umsetzen, kenne ich an manchen Stellen noch nicht…also suchen, fragen, suchen, machen, suchen, fragen….da aber sehr viele Kollegen auch im Urlaub sind, klappt das mit den Antworten nicht so reibungslos…hahaha aber ich komme voran.

Seit Dienstag hab ich einen Praktikanten, der für uns in Excel eine Liste erstellen soll…der junge Mann hat zwar keine  wirkliche Lust auf Buchhaltung, aber er hat anstandslos die Daten in Excel erfasst. Es ist seine 3. und letzte Woche bei uns und ich hab ihn ermuntert Fragen zu stellen…Am Donnerstag kam eine Frage was Wirtschaftsprüfer eigentlich machen  und ich hab ihm so ein paar Grundzüge des internen und externen Rechnungswesen erläutert…locker und mit einigen Skizzen, die Aufgabe der Wirtschaftsprüfer (mit aktuellem Bezug zu Wirecard)… und es kamen Rückfragen …wie schön – er hat tatsächlich zugehört.

Freitag hab ich ihn dann mit  bei der Tagesarbeit zuschauen lassen und dabei erläutert wie der Rechnungsfluss vom Eingang, Vorerfassung, Freigabe, Buchen, Bezahlen und Kontoauszug bei uns abläuft…Doppelte Buchhaltung usw.

So hat diese graue Theorie und seine Arbeit hier auch eine fassbare Struktur bekommen…und ich?

Nach anfänglichem Stocken bin ich wieder in den Erklär-Modus gekommen…mit anschaulichem Skizzieren und aufmalen von Zusammenhängen…so wie ich früher schon Mitarbeitern, Kollegen  und vor allem Azubis die Welt von Soll und Haben näher gebracht habe.

Es hat solchen Spaß gemacht, mal wieder die Grundzüge meiner Arbeit zu erläutern…immer schön einfach gehalten, mit praktischen Beispielen und mit einer guten Portion Leichtigkeit und Witz…. Es geht ja nicht darum aus ihm einen Buchhalter zu machen, sondern ein Verständnis dafür zu wecken, wie Buchhaltung in einem Unternehmen funktioniert…wofür wir das machen und für wen…

Hach…ich hätte nicht gedacht das ich das noch mal sage: Ich glaube ich hätte gerne mal wieder einen Azubi  oder unerfahrenen Kollegen, dem ich Wissen zielgerichtet vermitteln kann.

Anekdote am Rande: Der Praktikant kommt aus Hessen  (ca. 80km von Frankfurt entfernt) und ist nur für diese 3 Wochen hier nach Hamburg gekommen.  Hessen lässt mich immer noch nicht so ganz los…

Feierabend – abgetaucht

Feierabend – abgetaucht

Der Sommer zeigt sich im Norden ja recht kühl…und so musste ich einfach am Mittwoch das schöne Wetter nutzen…und so eine kleine Auszeit konnte  ich auch gut gebrauchen.

Feierabend habe ich daher schon um 14.30 Uhr eingeläutet…bin dann vom Büro direkt aus los gelaufen…über eine Eisdiele in Ottensen (den Stadtteil finde ich mittlerweile echt klasse…viele kleine Geschäfte, es ist so lebendig hier und alles scheint so normal zu sein) bis an die Elbe. Dann am Wasser in Richtung  Hamburg Mitte. Hab zum 1. Mal eines dieser riesigen Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen sehen…WOW – das Ding ist ja beindruckend groß…nee – das wäre nichts für mich.

Weiter ging es, vor einem Steakhouse waren Tische und Stühle aufgestellt und ein Strandkorb stand da auch…also hab ich, im Strandkorb sitzend, eine kleine Rast eingelegt und am NACHMITTAG ein Glas Wein getrunken und die Sonne genossen.

wp-15956585859936374899589820981633.jpg

…dann ging es weiter bis ich am U-Boot-Museum angekommen bin….Ach komm….da liegt ja tatsächlich ein U-Boot und man kann es besichtigen. Nun bin ich ja kein Fan großer Menschenmengen und Enge ist auch nicht mein Ding…aber es war LEER….also mit 9 EUR  hab ich die Erlaubnis gekauft das U-Boot betreten zu dürfen…und war fast alleine dort.

Und das war auch gut so….es war schon seeehr eng…und wenn man im Film sieht, wie die Soldaten durch die Luken der einzelnen Sektionen durchhüpfen,  dann wirkten die Luken hier schon sehr klein.

Also mit körperlichen Gebrechen sollte man das U-Boot wirklich meiden und eine gewisse Sportlichkeit hilft auch bei der Besichtigung. Erst ab  der 3. Luke bin ich einigermaßen gut dadurch „gehüpft “ (also im Film sieht das wesentlich eleganter und sportlicher aus…gut also das mich sonst niemand gesehen hat – na bis auf eine wahrscheinliche Videoüberwachung durch das Museum). Alsoo Hände an die Stange oberhalb der Luke und durchhüpfen…und hinter der Luke bin ich mit dem Hintern auf den vorhanden Vorsprüngen zum Halt gekommen…nix von wegen durchhüpfen und gleich auf den Füßen landen um weiter zu hechten…hahaha  na gut – das waren auch junge Männer…

wp-15956601990251022997527385573842.jpg

Es hat Spaß wirklich Spaß gemacht und die Enge konnte ich wirklich gut ertragen, da es sonst gerade keine Besucher in meiner Nähe gab. Witzig: ALLE ausgestellten Puppen, die das Leben auf einem U-Boot simulieren sollten trugen: Mund-Nase-Schutz….Auch ich hatte während des gesamten Besuchs meine Maske auf…

Zum Glück verzichtet das Museum auf musikalische Untermalung…so wurde zusammen mit einem in regelmässigen Abständen wiederkehrenden PING  eines Sonars eine beklemmend dichte Atmosphäre erzeugt.

Immer wieder erstaunlich finde ich es, wie „blind“ die U-Boote im 2. Weltkrieg waren. Außer durch das Periskop war ja überhaupt kein Blick nach draußen möglich. Bildschirme gab es noch nicht….überall nur Rohre, Schalter und analoge Anzeigeuhren…

Wieder aufgetaucht ging es im großen Bogen zurück in Richtung Firma (zu meinem Auto). Das waren gute 9km für den heutigen Spaziergang durch Hamburg.

 

 

sturer Esel und der Stier in Mir

…nach der blöden Tour vom Sonntag, hab ich gleich am Montag nach Feierabend eine Entspannungstour gemacht:  Jetzt nichts Großartiges, dafür aber direkt vor der Haustür gestartet. Und DAS war genau so, wie ich es mir am Sonntag gewünscht hätte:

ruhig, entspannt und locker rund um Klövensteen, Buttermoor, Tävsmoor, Appen und  Moorrege zurück nach Hause…das waren   rund 32km.

wp-15955304247151190399100926876482.jpg

Es waren optimale Bedingungen: fast gar keine Menschen, leicht kühler Wind und ich hatte vorher  gegessen…hahahha ein nicht zu unterschätzender Faktor, der sich sehr stark auf mein inneres Wohlbefinden auswirkt. Nach der Tour fühlte ich mich erfrischt…nicht erschlagen.

Eigentlich hätte die Tour am Sonntag auch gut werden können, wenn ich es geschafft hätte, ein paar Parameter leicht zu verändern.

Normalerweise gelingt mir das auch…aber manchmal bin ich halt stur wie ein Esel und schaue weder nach rechts noch links…

und als Stier will ich dann auch unbedingt mit dem Kopf durch die Wand. Manchmal gewinnt eben doch die Wand…was ich aber nicht wahrhaben möchte…

Also getreu den Lehren des Konjunktiv II: hätte, wäre, würde

  • Hätte ich irgendwo an der Strecke eine Kleinigkeit gegessen, dann wäre ich innerlich entspannter gewesen
  • Hätte ich einfach meine Route geändert, dann wäre ich nicht so durch den Straßenverkehr gestresst gewesen
  • wäre ich nicht so stur gewesen, hätte der Tag schön werden können

Egal, manchmal tut so ein Brummeln ja auch gut…

Im Laufe der Jahre haben die Viecher: Esel und Stier schon für so manchen Zoff in meinem Leben gesorgt, aber mit zunehmendem Alter richtet sich diese Sturheit meistens nur noch gegen mich selbst…so nach dem Motto: Das hast Du Dir selber eingebrockt…dann Löffel es jetzt auch aus….

Insgesamt jedoch bin ich wesentlich nachsichtiger und milder mit meiner Umwelt…da  sehe ich interessanteweise bei mir einen Zusammenhang mit den Wechseljahren.. Im gleichen Maße wie mich die Auswirkungen mit Hitzewallungen und Veränderung des Körpers im Griff haben,  bin ich entspannter geworden.

Altersmilde?  hahaha  kampfesmüde trifft es eher. Ich war früher eher bereit für meine Sichtweisen einzustehen und  Wissen durchzuboxen…gerade im Job merke ich, das ich heute nicht mehr den Ehrgeiz habe, jeden kleinen Fehler, der mir begegnet, auch  unmittelbar auszubügeln….meine Eigenen schon, nicht aber mehr die von Anderen. Früher hätte mir das keine Ruhe gelassen….

Wenn mir heute Wissenslücken auffallen, also Fehler die öfter auftauchen, dann lenke ich das Gespräch irgendwann mal auf das Thema und erwähne die Regeln, so als Nebenbei-Information, als Allgemeingut…

Ob das wirkt? Keine Ahnung – zumindest mir hilft es gelassener durch die Welt zu gehen..