Der Übermut, durch die inzwischen wieder normalen Temperaturen draußen, hat mich am Samstagmittag dazu verleitet, mal wieder ins Fitness-Studio zu gehen. Endlich sagte mein Körper wieder: beweg Dich.
….und wie ich mich bewegt habe…5km auf dem Rudergerät zum Aufwärmen und danach hab ich mich auf die Beine fokussiert und dabei die Gewichte großzügig aufgestockt…und seit Sonntag spüre ich so ziemlich alle Muskeln in den Beinen sehr deutlich…und moderat im Oberköper.
Aber das Training hat mir, wie immer wenn ich mich dazu aufraffe, viel Schwung und Energie gebracht….und auf dieser Welle hab ich dann noch die Wohnung sauber gemacht, das Bett frisch bezogen, hab gewaschen, war einkaufen und hab den Balkon gereinigt.
Die ersten beiden Arbeitstage, nach dem Urlaub, waren auch richtig gut, so das ich weiterhin eine entspannte Grundhaltung habe. Natürlich benötige ich noch ein paar Tage, um die zwei Wochen Urlaub aufzuholen…aber alles läuft ruhig und geordnet, so das ich meine Mengen abarbeiten kann. Die Quälerei mit den Halbjahresabschlüssen ist auch endlich vorbei…das zog sich dieses Mal aber auch wie Kaugummi, bis alles Genehmigungen eintrafen.
….
Ich hab mich auch endlich mal um zwei Arzttermine gekümmert….Der Termin beim Kardiologen ist dann auch erst im Februar nächsten Jahres….das ist okay – immerhin hab ich gerade überhaupt keine Probleme….und den Check-Up beim Frauenarzt hab ich so elendig lange vor mir hergeschoben…..hab aber sehr schnell einen Termin erhalten…noch im August.
Wismar lag nur etwas mehr als 20km von unserm Wellness-Hotel entfernt….und
wir hatten beschlossen uns dort ein Restaurant fürs Abendessen zu suchen…
Die Idee war gut….aber es war ja immer noch erbärmlich heiß und in Wismar
gab es in der Innenstadt das Schwedenfest…es war somit übervoll in der Stadt.
Nach erfolgreicher Jagd auf einen Parkplatz, steuerten wir unmittelbar ein
italienisches Eiscafè an.
Ich weiß schon, warum ich immer gerne Spaghetti-Eis esse und selten
Eisbecher die hoch und schmal sind…aber der Erdbeerbecher sah einfach zu
verführerisch aus.
Jetzt saßen wir also vor diesem hohen schmalen Becher mit langen Löffeln
und ich versuche mit einiger Würde an das Eis zu kommen. Hatte ich schon erwähnt, das ich meine liebste WEIßE Bluse anhatte? Schon beim 2. Löffel auf dem Weg zum Mund, ging
ein großer Klecks der Erdbeersoße mitten auf die Bluse und leuchtete den Rest
des Tages unschön von meiner Brust.
Das Eis war aber richtig lecker. Anschließend versuchten wir durch die Innenstadt
zu schlendern, scheiterten aber nicht nur an den vielen Menschen (mir zu voll),
sondern auch an der schrägen Musik mit vielen sehr hohen, teils unmelodischen Tönen
(meine Schwester mag den Klang solch altertümlichen Musikinstrumente nicht).
Wir flüchteten schnell wieder zurück zum Hafen und schlenderten dort über
die Kirmes.
Aber so richtig Freude hatten wir auch da nicht: zu heiß, zu voll, zu laut…mir
tat mein Fuß weh, sie fühlte sich auch nicht so dolle…unsere Laune war damit
dann auch nicht die Beste und wechselte ständig.
Okay also dann jetzt ein Restaurant für das Abendessen suchen, das
war ja auch der ursprüngliche Plan.
Wir haben ein chinesisches Restaurant gefunden, das nach eigener Aussage auf der Webseite angeblich original chinesisch kochen soll. Das Essen war aber so grottig schlecht, das meine
Schwester nicht einmal das Fleisch wirklich essen wollte Hahaha wir waren uns
einig – der Reis war gut – der Rest war eine einzige Glutamatbombe.
Wir machten uns auf den Weg zurück nach Boltenhagen und wollten einige Kilometer
davor, noch einen abschließenden Spaziergang am Strand unternehmen. Auf dem
Hinweg hatten wir einige Parkplätze und Zugänge zum Strand gesehen.
Es war stockdunkel auf der Landstraße und als ich dachte, ich hätte die Einfahrt
zu einem der Parkplätze gefunden, bog ich prompt ab, bremste aber abrupt als
ich merkte, da stimmt etwas nicht. Es war nur ein Mini-Stück asphaltiert –
dahinter war ein Graben.
Puhhhh – Glück gehabt…also zurücksetzen, wieder auf die Straße und ca. 150m weiter war erst die richtige Einfahrt. Als wir ausstiegen meinten ein paar Camper, die dort standen, sie wären
erschrocken, als sie sahen, dass ich zu früh abbog- aber sie hätten eine
Seilwinde an ihrem Truck und uns gerettet. Wir lachten alle und waren doch
froh, dass nichts passiert ist.
Am Stand war eine kleine und leise Party mit ein paar Fackeln….es war eine
ruhige und gemütlich Stimmung…wir liefen noch eine Weile am Strand entlang und
hatten bei diesem Anblick einen versöhnlichen Abschluß für diesen Tag:
Während unseres Wellness Aufenthalts an der Ostsee, waren wir nicht nur in der Hotel-Anlage und haben es uns gut gehen lassen, sondern waren oft und viel draußen in Bewegung.
Am ersten Tag haben wir am Nachmittag und am Abend noch die Umgebung erkundet und festgestellt, das es fußläufig außer der Hotelanlage mit der Marina, nur wenig „Ort“ gibt. Das waren für den ersten Tag dann auch insgesamt mehr als 2,5 Stunden Bewegung. Der Ort Boltenhagen lag aber nur wenige Kilometer entfernt…den haben wir dann an unserem Abschluß-Tag besucht…incl. Restaurant und Strandbesuch..
Der 2.Tag startete dann mit einem ausführlichen Frühstück am tollen reichhaltigen Buffet…frische Spiegeleier oder Omelette konnte man sich extra dazu Bestellen…das fertige Rührei sah für mich sehr nach Industrie-Eiern aus der Packung aus und der Speck lag traurig in seinem Warmhaltekasten…die frischen Spiegeleier mit frischem knusprigen Speck, die uns direkt an den Tisch gebracht wurden, waren dagegen echt lecker.
Danach gab es einen erneuten Rundgang von 1,5 Stunden an der Marina und am Strand entlang. Später schlenderten wir dann noch, ganz traditionell, wie es sich für Wellness-Gäste gehört, im weißen Hotel-Bademantel zum Badehaus, um am morgentlichen Aqua-Fit-Kurs teilzunehmen….das war lustig und wir wurden auch gut durch das Wasser gescheucht…war mir mit 35 Minuten aber etwas zu kurz. Wir blieben danach noch für ein paar Runden Schwimmen im Aussenpool.
Während meine Schwester die Auswirkungen vom Aqua-Kurs später im Körper spürte, hatte ich keinen solchen Effekt….hab wahrscheinlich durch das regelmässige Hanteltraining zuhause, einen kleinen Kraft-Vorsprung.
Das mit dem dicken flauschigen weißen Hotel-Bademantel tragen, war für mich ein merkwürdiges Gefühl. Ich mag so etwas eigentlich nicht. Irgendwie hab ich das immer für absurd gehalten. Meistens ältere Menschen (jaja, ich bin ja auch schon 54 – gehöre also schon dazu) tragen solche Bademäntel wie eine Trophäe als „ich gehöre dazu“….etwas, was unwillkürlich einen inneren Widerstand in mir erzeugt.
Antwort meiner Schwester: das mache alle so, das gehört dazu und auch Schwester+Schwager haben das auch schon öfter im Hotel, wo es angeboten wurde, so gemacht…außerdem ist man dadurch, für das Hotelpersonal gleich als Gast erkennbar.
Ich mache ungern das, was alle machen…aber dem letzten Argument konnte ich mich nicht verschließen. Und letztlich war es wirklich praktisch…habe mich also in die Konformität der Spa-Gäste eingefügt….und war damit tatsächlich fast unsichtbar, weil es aben alle so gemacht haben und ich dachte, ich bin damit eher auffällig – das Gegenteil war der Fall.
Anschließend schlenderten wir wieder zurück zum Spa-Bereich des Hotels und ab ging es in die Sauna. Wir blieben in der 60Grad-Bio-Sauna und fühlten Beide, das es bei der Hitze draußen, wirklich keinen Spaß machte…es fühlte sich alles gleich belastend an…es blieb daher bei einem Saunagang…dafür war die anschließende Ruhephase sehr entspannend, bevor wir unseren Massage-Termin hatten…. und die Massage war geradezu Himmlisch!!
Für den frühen Abend hatten wir geplant mit dem Auto nach Wismar zu fahren….
Kaum zu glauben, das ich gestern Nachmittag bei der fast unerträglichen Schwüle nur schwer atmen konnte, während ich im Internet las, das nur knappe 10 Kilometer entfernt, der restliche Kreis Pinneberg schon seit dem Vormittag in einem Starkregen geradezu absoff….und hier bei mir NICHTS.
Es war bewölkt und gegen 18 uhr grollte der Himmel und grollte auch ganz gewaltig über eine längere Zeit…aber von Regen war noch nichts zu merken.
Kurzfristig hatte ich schon überlegt, mich einfach ins Auto zu setzen und dem Regen entgegen zu fahren….war aber dann doch zu träge und müde.
Dann endlich ging es auch hier mit dem Regen los….na endlich…..Der Regen war jetzt nicht so stark, dafür blieb er aber auch gut 1,5-2 Stunden…bot aber auch nur eine mäßige Abkühlung.
Als ich um 21 Uhr zu meiner abendlichen Walkingrunde aufbrach, war die Luft zwar kühler und angenehmer, als am Nachmittag, blieb aber unangenehm feucht-warm….schon nach einigen Minuten war ich vom zügigen Gehen nass geschwitzt…..und mit 2,8km blieb es eine kleine Runde.
Bin aber froh, das ich wieder in Bewegung komme….mein verstauchter Knöchel ist noch nicht komplett abgeheilt, schmerzt immer noch leicht, noch ein paar Tage und auch das wird überstanden sein.
In dieser Woche war ich bisher auch nur an 3 Tagen moderat walken, bin noch weit entfernt von meinen normalen Strecken….und Donnerstag gegen Abend, gab es eine kleine Radtour mit knappen 16km. Den Knöchel schütze ich dabei immer noch vorsichtshalber mit einer elastischen Binde.
Meine Unternehmungslust steigt jedoch schon wieder, wie immer im umgekehrten Verhältnis zum Wetter:
=>Je kühler und schlechter das Wetter wird, umso lieber bin ich draussen unterwegs….Regen hat mich bisher nur selten aufgehalten.
=> Je wärmer und sonniger das Wetter wird, umso träger werde ich und meide möglichst lange Aufenthalte im Freien
Während meine Kollegen meinten, ich hätte ja absolut tolles Wetter im Urlaub gehabt, muss ich Ihnen zwar Recht geben, das es meistens strahlend blauen Himmel gab und die Sonne ununterbrochen mit bis zu 34 Grad vom Himmel schien, das aber andererseits auch ein wenig meine Laune auf Unternehmungen gebremst hat.
Mir hätten 10 Grad weniger, wahrscheinlich mehr Freude bedeutet. Aber ich will nicht klagen, hatte ich doch auch so echt tolle Tage…die hitzebedingten kleinen Durchhänger blende ich jetzt einfach mal aus.
So langsam freue ich mich auch wieder auf richtige längere Wanderungen im Wald und Ausflüge in Moore und Naturschutzgebiete…freue mich auf Sonntage die schon vor Sonnenaufgang starten…ja, ich freue mich auf den bald beginnenden Herbst.
Die Fahrt an die Ostsee, zum Wellness-Wochenende, startete bereits Freitagmittag direkt bei mir….mit einem frischen großen Salat mit allerlei Auswahl.
Meinen ursprünglichen Plan, das wir uns in Lübeck treffen und von dort aus mit meinem Auto dann zusammen fahren, hätte meiner Schwester zwar so einige Kilometer erspart, aber es war ihr lieber von Flensburg aus erst zu mir zu kommen, um dann gemeinsam weiter an die Ostsee zu fahren.
Ihr Auto blieb also auf meinem Tiefgaragen-Platz und nach einem ausgiebigen Mittagessen ging die Fahrt auch los. Bereits zuvor hatte sie mich schon wissen lassen, das sie weder entspannt, noch ausgeglichen ist..und das hat sich dann auch während der Fahrt und am nächsten Tag noch, bemerkbar gemacht.
Ich kann dann auch nicht so entspannt mit ihrer aufgedrehten Art umgehen und fand es ab dem Samstag schon teilweise anstrengend….was also nicht an ihr alleine liegt…sondern natürlich auch an mir…aber wir haben uns Beide bemüht einen guten Kommunikationsweg zu finden.
Die Fahrt war unspektakulär…das Einchecken im Hotel war etwas chaotisch, der junge Mann an der Rezeption nuschelte so leise, das ich auf der anderen Seite der Glascheibe so ziemlich gar nichts verstand….aber irgendwann war das auch alles erledigt, wir haben die Zimmer bekommen und bezogen und ein anderer Gast war so freundlich uns zu erklären wo wir parken können….
Die komplette Hotelanlage war riesig und wie wir später erfuhren sind es insgesamt Zimmer für 1.000 Gäste …..Ich hatte 2 getrennte Superior Zimmer mit Balkon und Meerblick für uns reserviert….war allerdings etwas irritiert, das dieses 4,5 Sterne Hotel über keine Klimaanlagen auf den Zimmern verfügte…was bei den aktuellen Temperaturen nicht ganz so dolle war.
Und für die Balkonstühle gab es, auch auf Nachfrage, keine Sitzkissen oder Fleecedecken…aber kein Problem, ich hab ja immer 2 Fleecedecken im Auto, die haben wir dann auf die Holzstühle gelegt. Das Argument des „Customer-Service“ war auf meine Frage nach den Sitzkissen: die könnten ja feucht werden. – nun ja…so kann man es auch sehen.
Unschön war auch der sehr dreckig-fleckige Teppich in meinem Zimmer..bei meiner Schwester war es das Bad, das nicht gerade gepflegt schien….das wiederum bei meinem Zimmer echt toll war.
Ich reise einfach zu selten um es richtig beurteilen zu können…aber eines weiß ich jetzt zumindest auch: eine hohe Anzahl an Sternen sagt nichts über den Zustand und die Sauberkeit eines Hotels aus…..sondern ist einzig eine Kategorisierung, welchen Mindest-Service das Hotel bietet und wie die Zimmer ausgetattet sind.
Warum um alles in der Welt, soll ich dann soviel Geld für ein Hotelzimmer ausgeben, wenn es nicht einmal richtig sauber und gepflegt ist.
Wieder versöhnt war ich dann anschließend als wir zum Spa-Bereich kamen. Der Bereich war groß, sehr sauber, sehr gepflegt, nette Mitarbeiterinnen und es gab einen unglaublich tollen Service….und was mir fast am Besten gefallen hat…der gesamte Bereich war trotz Hochsaison, Wochenende und Ferienzeit in noch einigen Bundesländern, nicht überlaufen…obwohl das Hotel und die Ferienwohnungen auf der Anlage gut belegt waren.
Das war die Art von „Luxus“ , den wir uns vorgestellt hatten…wir starteten am Freitag mit einem Ganzkörper-Peeling mit unterschiedlichen Ölen, Salzen und Schlämmen in der Dampfsauna ….und abschließender Entspannung mit einem Glas Sekt auf der Dachterrasse mit Blick auf die Ostsee….
Und für den ersten Abend hatten wir in einem kleinen Restaurant doch noch einen Platz am Wasser bekommen und haben es uns mit einer Meeresfrüchte Platte für Zwei so richtig gut gehen lassen:
Miesmuscheln, Gambas in Schale (die sieht man kaum) Garnelen, Grünmuscheln, einen Hummer …und für jeden gab es eine Auster….da ich die nicht so richtig mag und roh schon mal gar nicht, gab es die für mich gegart….hahaha war trotzdem immer noch nicht mein Fall.
Dazu gab es Knoblauchbrot und einen kleinen Salat…
WOW – alles war frisch und lecker und wir haben es fast nicht geschafft, die Platte leer zu bekommen.
Wir haben geschlemmt und fühlten uns gleich wie die Könige….Das war ein schöner Einstieg und uns war klar, das wir uns sooo ein tolles Essen nicht jeden Tag leisten können oder wollen.
Und ich hab mir währed des Essens auch gar keine Gedanken gemacht…bis meine Schwester fast am Ende des Essens, von ihren Allergie-Tabletten erzählte und ich ganz unbewusst anfing mich an den Händen zu kratzen…und auf einmal fiel es mir wieder ein: Mensch – MIST – ich reagiere doch allergisch auf Garnelen /Gambas…. und auch innen an den Lippen fühlte ich schon wie diese anschwollen….hahahaha – das bekam ich schon 2 Allergietabletten über den Tisch geschoben und den ungläubigen Ausspruch: Wie kann man nur vergessen, das man allergisch auf Ganelen ist.
Jaaaaaa hast ja Recht…aber ich hab wirklich nicht mehr daran gedacht…hab auch selber Allergietabletten mit in der Handtasche dabei gehabt. Okay nach ein paar Minuten liess das Jucken nach und die Schwellungen gingen zurück…alles in Ordnung….
Wir haben später dann noch ziemlich lange auf dem Balkon im Hotelzimmer gesessen, bevor wir hundemüde ins Bett fielen…
Wir waren Sonntagabend erst sehr spät wieder in Quickborn und meine Schwester ist auch dann noch direkt weiter nach Hause gefahren.
Wir waren viel später losgefahren, als ursprünglich gedacht…aber während unseres Aufenthalts im Hotel, hatte sich etwas mit unseren Anwendungen auf den Sonntagnachmittag verschoben und wir waren derartig tiefenentspannt, das wir danach noch Essen gegangen sind und einen Spaziergang am Strand unternahmen…..so verschob sich unsere Rückfahrt immer weiter in den Abend ….und es war weit nach 21 Uhr als wir hier ankamen (unterwegs gab es dann auch noch zähfließenden und stockenden Verkehr durch eine Baustelle)
Von den Wellnesstagen werde ich noch berichten….es war wirklich toll dort, auch wenn ich von dem Hotel ansich mehr erwartet hätte…aber der Spa-Bereich und die gebuchten Anwendungen waren echt spitze.
Natürlich bin ich Sonntag so lange wach geblieben, bis meine Schwester zuhause ankam…..und danach war ich so müde, das ich erst nicht einschlafen konnte. Der Montag startet dann auch mit Kopfschmerzen….aber die konnte ich schnell bekämpfen…
….und seitdem merke ich, wie gut mir der Urlaub insgesamt tut….körperlich (bis auf den Knöchel) bin ich fit und ausgeruht und auch mental bin ich jetzt vollkommen entspannt….dieses Gefühl wieder komplett ich selbst zu sein und in mir selbst zu ruhen, ist toll.
Dabei kann ich nicht sagen, es lag an den Tagen in Cuxhaven oder den Tagen im Wellness-Hotel oder an der Zeit zuhause…ich denke es liegt an Allem und vor allem an den insgesamt 2 Wochen komplett ohne Firmenhandy und -PC.
Ich hab wirklich komplett abgeschaltet und es bleiben mir immer noch 2 weitere Urlaubstage, bevor es am Donnerstag wieder ins Büro geht.
Schon den ganzen Tag warte ich darauf, das es endlich regnet…und jetzt ist es soweit – es regnet tatsächlich und ein Gewitter zieht über Quickborn hinweg..
Die Blitze zucken weit über den Himmel hinweg…das Donnern ist dagegen moderat, noch ist das Gewitter weiter weg…und als ich nach Schuhen und Jacke griff, hörte es auch fast schon auf mit dem Regen…
…. aber auch nur fast…und so bin ich langsam nur ein paar Hundert Meter gegangen, hab mich auf eine Bank gesetzt und mich vom Regen durchnässen lassen…es geht kaum Wind….und auch die Temperaturen sinken nur ganz langsam.
Ich sitze bereits wieder auf dem dunklen Balkon, habe ein paar Kerzen angezündet und lausche wie der Regen lauter wird…mir fallen gleich die Augen zu….bin müde.
Ich war heute Mittag in Hamburg…hatte einen Termin zur Blutspende und war danach noch frische Lebensmittel einkaufen….zusammen mit der Schwüle des Tages und meinem verstauchten Knöchel war das auch genug für heute…mir wurde etwas schwummerig als ich mit den Einkäufen die Wohnungstür erreicht hatte…den Rest des Tages hab ich auf der Couch verbracht – Drinnen.
So langsam wird es Zeit das die „Hundstage“ enden…die gehen laut Wetterkalender noch bis zum 24.08.
Ich hab gerade mal genug vom Sommer….und sollte der Regen jetzt einen Wetterwechsel einläuten – also ich hätte nichts dagegen..
Direkt nach der Wattführung am Samstag sollte es wieder nach Hause gehen…dazu hatte ich bereits am Morgen aus dem Ferienzimmer ausgecheckt und meine Reisetasche und den anderen Kram bereits ins Auto geladen.
Am Ende der Führung lief ich also direkt unterhalb des Strandes, mit dem Füßen im Wasser, an der Strandlinie entlang…das Auto stand noch etwas mehr als 1km entfernt…und das, was vor kurzem noch der Wattboden ohne Wasser war, war jetzt ein paar cm mit Wasser bedeckt.
Der Untergrund war hier aufgewühlt, so das ich nicht wirklich sehen konnte, wohin ich trat….aber ich ging langsam und bedächtig, liess die letzten Stunden noch ein wenig in mir nachklingen…
…doch mit dem nächsten Schritt geriet ich mit dem rechten Fuß in ein Loch, knickte mit dem Knochel um und fiel unmittelbar mit beiden Knieen in das seichte Wasser….wobei mein linkes Knie allerdings in zahlreiche scharfkantige Überreste einiger Muscheln fiel…aber das hab ich erst gar nicht gemerkt.
Was ich gemerkt habe, war der Schmerz in und um meinen Knöchel herum…erst nach einer kleinen Weile konnte ich mich wieder aufrichten….tief durchatmen….den Fuß konnte ich erst nicht einmal aufsetzen…aber dann ging es doch…wenn auch nur ganz vorsichtig mit den Zehen….trotzdem schmerzte es nicht zu knapp.
Ich humpelte ca. 100m bis zu einer Steinmauer und liess mich schwerfällig nieder…erst dann sah ich auf der anderen Seite das Blut, das aus vielen kleinen, ganz oberflächlichen Schnitten tropfte….also erst einmal die Wunde mit Wasser aus meiner Trinkflasche reinigen und mit dem Inhalt meines Notfallpacks die größeren Schnitte verpflastern…ist nicht schlimm. Dann hab ich mich um den Knöchel gekümmert….säubern, Eisspray drauf und eine elastische Binde anlegen….inzwischen kann ich mich ja ganz gut selber verarzten.
Auch dieses Mal hatte ich Glück…es ist nichts gebrochen. Dafür wohl eine Bänderdehnung /-zerrung /-verstauchung.
Ich bin dann langsam bis zum Auto gehumpelt und hab mich auf den Heimweg gemacht. Die Fahrt war ganz okay, auch wenn es schmerzte…was mir aber doch Sorgen bereite…später auf der Fähre wollte ich aussteigen und konnte den Fuß überhaupt nicht auf dem Boden absetzen.
… Himmel wie komme ich nachher von der Tiefgarage nur in die Wohnung? Das sind ja ca. 50m und einige Treppen. Aber das dauerte ja noch….das klappt schon – irgendwie.
Dieses Zähne-zusammen-beißen und weitermachen hab ich tatsächlich immer noch von den Turnieren früher….einfach den Schmerz ignorieren und weiter geht es …. zumindest bis die Runde zu Ende ist.
Zuhause angekommen, hab ich meine knöchelhohen Wanderstiefel angezogen….DAS war kein Spass und dauerte….aber als ich dann endlich drin war, bot es dem Knöchel genügend Halt, um die nötigsten Sachen aus der Reisetasche in den Rucksack zu packen und gaaaaaanz langsam ins Haus zu humpeln.
Jetzt weiß ich, das es keine soo gute Idee war, die alten Krücken im Keller zu lagern, denn genau die wären jetzt für 1-2 Tage genau das Richtige..also Zähne-zusammen-beißen und ab in den Keller.
Mit Ruhe, Sportlersalbe und den Krücken hab ich dann bis Montag gar nichts weiter gemacht…wie denn auch. Aber Montagmorgen war der Knöchel schon dabei wieder abzuschwellen und schillerte in interessanten dunklen Farben…den Fuß konnte ich inzwischen schon wieder ganz auf dem Boden absetzen und auch die Beweglichkeit des Knöchels nimmt seitdem wieder zu.
Fazit: kein Arzt-Besuch notwendig…Der macht auch nichts anderes als mir zu empfehlen den Fuß still zu halten und hoch zu lagern und gut zu kühlen…also genau das, was ich ohnehin schon mache…Wäre es draußen nicht so heiß, hätte ich vom Dauerkühlen wohl schon eine Erkältung bekommen hahaha.
Da ich ja bereits in ein paar Tagen zum Wellness-Wochenende mit meiner Schwester aufbreche, muss ich mich jetzt gut und zügig auskurieren…
Also hab ich nach den teilweise 25.000-30.000 Schritten pro Tag während meines bisherigen Urlaubs jetzt eine Bewegungsrate von ca. 1.000 Schritten pro Tag. Quasi von 100% auf fast 0%…
Seit Gestern laufe ich wieder ohne die Krücken, mache leichte Übungen für den Knöchel…hab inzwischen auch meine restlichen Sachen aus dem Auto geholt, Wäsche gewaschen und Essen gekocht…Ansonsten sitze ich auf dem Balkon oder im Wohnzimmer und ruhe mich aus.
Diese Zwangs-Bewegungspause tut mir sogar gut…weil ich dadurch nichts machen MUSS, weil ich ja nicht KANN oder sollte…ich habe also die Legitimation zum Nichtstun.
Samstag, letzter Tag meines Kurzurlaubs in Cuxhaven.
Am Vormittag sollte es noch die Wattführung „Mit der Flut an den Strand“ geben….diese Tour sollte 2,5 Stunden dauern….letztlich waren es gute 3 Stunden…waren aber der absolute Hammer.
Auch dieser staatlich geprüfte Wattführer hat den ca. 30 Teilnehmern jedes Lebewesen im Wattboden erlärt…man merkte er hatte so richtig Freude daran uns wirklich alles über das Watt zu erläutern…und bei ihm habe ich dann auch sehr viel über das Wandern im Watt, an den Prielen und Verhalten bei Einsetzen der Flut gelernt.
Denn genau das, war ja eigentlich auch das Thema dieser Führung. Wir sind erst gegen Ende der Ebbe losgelaufen….also der Flut entgegen….und während sich die Gruppe noch die Einzelheiten der Wattbewohner erläutern liess, hab ich zwar zugehört, war aber in Bewegung und hab die Flut schon von weitem sehen können…wie sie langsam herankam.
Dabei nimmt man sie erst kaum wahr…denn der feuchte Wattboden unterscheidet sich in der Ferne kaum vom Wasser…und diese schießt ja nicht mit hoher Geschwindigkeit heran, sondern kommt langsam. Im Durchschnitt mit 1km/Stunde ….kann aber auch bis zu 3km/Stunde schnell werden.
Der Wattführer war noch lange nicht mit seinen Erläuterungen über die Tiere fertig und sprach auch schon schneller…da bin ich dem Wasser entgegen gegangen.
Es war jetzt nicht gefährlich, aber für mich unglaublich aufregend…der Schaum auf dem Bild zeigt, wo das Wasser dahinter beginnt…alles davor ist noch Wattboden…..mit jedem Schritt in Richtung des Wassers…kam es mir weiter entgegen…und dann stand ich drin…überrascht über die Wärme des Wassers und wie sanft es sich anfühlte.
Das klingt vielleicht komisch…aber ich fühlte mich überwältigt….unglaublich,das ich mitten auf dem Boden eines Meeres stehe und die Flut meine Füße umspielt.
Laut dem Wattführer kam das Wasser schneller, als er es erwartet hätte…ich fragte ob der Vollmond der letzten Nacht einen besonderen Einfluß auf die Fließgeschwindigkeit haben könnte…und ja – das kann sein.
Wir blieben in der Flut stehen und er erläuterte noch ein wenig, bevor wir anfingen mit der Flut langsam in Richtung Strand zu gehen…und wir waren nicht die Einzigen, auch wenn es auf meinen Bildern öfter mal so aussieht.
Wir blieben in der Flut stehen, weil er uns zeigen wollte ,das es bei Flut nicht nur eine Fließrichtung gibt…denn von der Seite der Elbmündung her, kam die Flut seitlich zum Strand auf uns zu…und dieses Wasser hatte eine stärkere Strömung, als die, mit der wir von der Seeseite her zum Strand liefen. Und das Wasser war auch kälter.
Angst haben, musste man aber nicht…wir waren ja mit maximal 1,5km Entfernung vom Strand, weit weg von den Prielen…und selbst wenn die Flut den Strand erreicht, bleibt es hier bei einer Wassertiefe von max. 0,8m-1,00m.
Aber diese Naturgewalt des Wassers – also das hat mich echt beeindruckt. Das Laufen im wadenhohen Wasser war schon bei dieser niedrigen Höhe anstrengender, als vermutet.
….und während wir schon wiede am Strand ankamen, erzählte und erzählte der Wattführer immer weiter noch mehr über die Tiere im Watt….und ich entfernte mich langsam und leise….vollkommen zufrieden mit dem gerade Erlebten….
….ich spazierte ganz langsam, kurz unterhalb des Strands entlang, wo noch minuten voher Kinder im Boden gebuddelt hatten….nun war alles mit Wasser überspült und lief bis ich abrupt zu Fall gebracht wurde.
Also SO konnte dieser Tag nicht bleiben…nach der Enge und dem gefühlten Zwang im Auswanderer-Museum, bin ich zurück nach Cuxhaven, hab erst einmal in Ruhe in einem Cafe eine kleine Auszeit eingelegt.
Später ging es dann mit dem Auto nach Sahlenburg, einem Ortsteil von Cuxhaven, der liegt an der Elbemündung. Mitten im Ort hab ich mein Fahrrad aus dem Auto geholt und mich auf dem Sattel gleich wieder entspannter und freier gefühlt….hahaha.
Nach kurzer Zeit bin ich sogar in einer kleinen Heide-Landschaft gelandet….
und hatte noch versucht für den gleichen Abend einen Platz in einer der Pferdekutschen, die bei Ebbe zur Insel Neuwerk fahren, zu bekommen…leider war bis einschließlich Sonntag bereits alles ausgebucht.
Funfakt am Rande: Cuxhaven liegt in Niedersachen und ist ca. 130km (incl. Fahrt mit der Fähre) von Hamburg entfernt. Die Insel Neuwerk liegt 10km von der Küste Cuxhavens entfernt, gehört aber zu Hamburg.
Mit dem Rad kam ich dann irgendwann an den Strand. Mein Badeanzug hatte es zum Glück mit in den Rucksack geschafft und auch ein Handtuch…..heiß genug war mir ja…das Umziehen ging schnell und rein ins Wasser….aaaach wie erfrischend.
Ein Nachteil, wenn man alleine unterwegs ist, man muss seine Sachen immer selber im Blick behalten…also bin ich nicht wirklich weit geschwommen…sondern hab in relativer Ufernähe einfach das kühle Nass genossen, und dabei meinen kleinen Turm aus Rucksack und Kleidung, abgedeckt mit meinem leuchtend-orangenem Handtuch, im Auge behalten.
Nach der tollen Abkühlung hab ich mich für kurze Zeit im Sand niedergelassen und bin später noch ein weiteres Mal ins Wasser gegangen. Aber so richtiges Sonnenbaden – das kann ich nicht….es ist mir viel zu langweilig und auch zu heiß in der prallen Sonne.
Am Abend wollte ich dann endlich die Pizza essen, die ich gestern nicht mehr bekommen habe….leider war auch das kein ungetrübter Genuss….was aber eindeutig nicht an der Pizza lag, die war mega lecker, sondern an den räumlichen Gegebenheiten.
Ich war bei dem italienischen Restaurant, dem tagszuvor der Pizzateig ausgegangen war. In meiner Vorstellung war das immer noch ein gemütlicher Abend im Aussenbereich mit Pizza und Wein. Die Realität sah jedoch anders aus:
Das Restaurant lag im 1.Stock eines Industriegebäudes und bei 32 Grad Aussentemperatur und ohne Klimaanlage war es in dem Gebäude mehr als stickig und enorm warm….auch wenn es mehrere Standventilatoren gab….
Ich hab also auf den Wein verzichtet und mir stattdessen eine große Flasche Wasser und ein kühles großes Alsterwasser bestellt, damit ging es mir dann auch wieder besser…wie gesagt, die Pizza war super lecker: dünner knuspriger Boden, saftig und lecker belegt…was bei einer Pizza Magherita nicht so leicht ist.
Trotzdem war ich froh, als ich, nach dem Essen, das Gebäude wieder verlassen konnte….und ich hatte jetzt auch genug von diesem Tag….früh ging es daher zurück zum Ferienzimmer, unter die erfrischende Dusche und ab auf das Bett.
Eigentlich wollte ich nur noch nach Hause….wenn ich nicht für den nächsten Tag noch diese spannende Wattführung gebucht gehabt hätte wäre ich tatsächlich gefahren…soo aber blieb ich und dachte immer wieder: also eigentlich will ich nur noch nach Hause.
Wie schon öfter beschrieben, bin ich kein großer Urlaubs-Fan….und spätestens nach 2-3 Tagen freue ich mich immer wieder auf mein Zuhause.