1. Schritt – Raus aus dem Schneckenhaus

Freitag haben wir mit 6 Personen draussen auf der Dachterrasse unseres Bürogebäudes zu Mittag gegessen…unser junger Trainee mit dem ich die letzten Wochen oft alleine im Büro war, weil alle anderen im Homeoffice sind, fragte extra, wann ich denn Mittag machen werde…wir unterhalten uns in der letzten Zeit öfter.

Zum Schluss waren wir nur dannnur noch zu Dritt….und ich hab meine Mittagspause etwas verlängert. Den beiden Mädels wurde es schnell zu warm in der prallen Sonne (aber als ich zu Beginn den Sonnenschirm aufspannte, waren sie dagegen) und ein anderer Kollege hatte einen Termin….also hab ich mich noch mit den beiden verbleibenden jungen Männern unterhalten. Mit dem Trainee und unserem NEUEN aus Bayern (er ist gerade mal eine Woche in Hamburg) kann man sich richtig gut unterhalten…beide sind sehr offen in ihrer Art, eher ruhig vom Wesen, aber lustig und erzählen ganz ungezwungen…das macht Spaß.

Kurz vor Feierabend hab ich dann noch den GF im Flur getroffen und es schien ihn wirklich zu interessieren, wie ich dieses Mal den Vortrag eines Kollegen fand, in unserem 2stunden-Meeting – das auch dieses Mal kein Thema beinhaltete welches meine Arbeit betrifft. Sein Interesse an meiner Meinung hat mich überrascht, immerhin ignoriert er mich weitestgehend….aber scheinbar sind bei ihm meine Einwände zu dieser Form des Meeting vom letzten Mal hängen geblieben.

Der Vortrag kam von einem ebenfalls neuen Kollegen und war genau so, wie ich Vorträge mag: gut strukturiert, erklärend, aber nicht trocken….mit lustigen Vergleichen, bildhaften Auflockerungen und ohne ständige Abkürzungen die nicht erklärt werden….das hab ich dem Kollegen auch schon selber gesagt…er hat sich gefreut…und witzigerweise hat es auch den GF gefreut, das es mir gefallen hat.

Irgendwie hat mir das Alles gut getan und auf dem Weg zum Einkaufen hab ich in auf NDR-Info einen Beitrag zum Thema: Impfungen für Wahlhelfer gehört….Es haben sich wohl viele als Wahlhelfer gemeldet und damit das Recht erhalten, über die Prioritäten-Liste schneller gegen Covid19 geimpft zu werden….und nach der Impfung haben sich wohl eine Menge Helfer wieder als Wahlhelfer für die Bundestags-Wahl abgemeldet…mit anderen Worten, es wurde ausgenutzt…..das ist schade das Menschen so agieren….aber wohl auch normal.

Ich hatte ja schon mal darüber nach gedacht mich als Wahlhelfer zu melden…damit tue ich auch mal etwas für unsere Demokratie…ich finde Wahlen wichtig und stehe auf dem Standpunkt: jeder der berechtigt ist, sollte auch Wählen gehen. Wer nicht wählt – wählt auf jeden Fall das Falsche.

Durch Corona fehlen nicht nur die „alten“ Blutspender, sondern auch ehrenamtliche Helfer….mit über 50Jahre bin ich also genau die Altersgruppe die jetzt für solche Aufgaben nachwachsen kann.

Und so hab ich unmittelbar auf dem Parkplatz des Supermarktes, mit dem Handy im Internet geschaut, wo ich mich melden muss und mich für Schleswig-Holstein angemeldet. Für Erst-Wahlhelfer gibt es ein 2tägiges Seminar und des gibt eine Community über die sich Wahlhelfer austauschen.

Also der 1. Schritt raus aus meiner privaten Selbst-Isolation ist getan, ich hab mich angemeldet und warte jetzt darauf ob es klappt und ob ich einem Bezirk zugeteilt werden kann…

Aus der Vergangenheit – Erkenntnisse für Heute

Vor 2 Tagen hab ich endlich mal wieder ein komplettes Backup meines Computers durchgeführt…dazu habe ich 2 externe Festplatten…..und nach der 1. Sicherung bin ich durch Zufall, auf die Sicherung meines uralten-Laptop gestoßen mit den privaten Tagebüchern bis 2009.

Zuerst bin ich nicht einmal an die Daten gekommen…..weil ich mich nicht mehr an das Password erinnern konnte….oder DOCH …eigentlich schon….nur sind seitdem die Password-Kombinationen (erweitert um Zahlen und Sonderzeichen) inzwischen ja viel komplexer und erst nach einiger Zeit fiel mir wieder ein, das es zwar das richtige Wort ist….aber eben ohne Groß-und Kleinschreibung und Sonderzeichen…..hahahaha

Und mit dem Lesen der Ereignisse aus den alten Tagen, kam dann eine neue Erkenntnis für mein jetziges Leben:

2009 war ein emotional schwieriges Jahr für mich….weil ich damals auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit war und nur auf Männer gestoßen bin, die „etwas Lockeres“ wollten oder sich nicht offen zu mir bekennen wollten….und ich gleichzeitig im Job auf meine 1.Burnout-Krise zusteuerte.

Jetzt, 12 Jahre später, bin ich leicht entsetzt wie sehr ich damals unglücklich verliebt war und gelitten habe….ich wurde gleich mehrfach hintereinander enttäuscht.

Zusammen mit der von Anfang an schwierigen 8,5jährigen Geschichte ab 2010 mit dem Banker-Schnösel, verstehe ich nun wesentlich besser, warum ich jetzt und hier überhaupt keine Lust auf eine neue Beziehung habe und warum ich so gar nicht auf der Suche bin.

Und dieses nicht mehr auf der Suche sein, führt zu meiner inneren Zufriedenheit und dem mich Wohlfühlen in meinem Leben – OHNE Beziehung.

Gleichzeitig bot mir meine Clique damals auch viel Halt und Freude….wir hatten lustige Chats, schöne Themenabende und immer wieder tolle Tanz-Aktionen….es war immer etwas los und das tat mir sehr gut.

Also hab ich gestern den 1. Schritt für Plan B getan…. es ist nur ein kleiner Schritt…aber ich fange ja gerade erst an.

Gereizte Röhre

Also Sachen gibt es…..da hatte ich vor ein paar Tagen spät am Abend den Anflug von Kopfschmerzen und wollte vorsichtshalber schon mal eine Tablette nehmen, damit ich mir den Schlaf nicht versaue….bereits halb schlafend und ziemlich müde bin ich wieder aufgestanden und hab eine Tablette genommen….mit einem Schluck Wasser…

…und mich anschließend wieder hin gelegt….ich weiß nicht, wie lange es gedauert hat, aber kurze Zeit später war ich bereits wieder wach, weil es in Hals und Speiseröhre weh tat und sich insgesamt alles komisch anfühlte….so als ob sich nach und nach die Tablette im Hals auflösen würde.

Ich hab noch nie meine Speiseröhre so genau gespürt…und das fühlte sich nicht gut an, sehr unangenehm…Also hab ich mich wieder aufgesetzt und langsam Wasser getrunken, immer wieder etwas Wasser….aber es blieb komisch und zwischenzeitlich fühlte es sich so an, als ob sich im Hals alles zusammen ziehen würde.

Es wurde erst nicht besser , aber ich hab mich dann doch wieder hingelegt und bin dann irgendwann eingeschlafen. Auch am Morgen fühlte es sich komisch an…aber den ganzen Tag über war es normal: Kaffee, Wasser, Haferflocken mit Milch zum Frühstück, Nudeln zum Mittag …alles kein Problem…und so hab ich den „Vorfall“ einfach wieder vergessen.

Bis ich am späten Nachmittag einen Schokoriegel mit weißer Schokolade gegessen habe….Ohhhhha. Auf einmal spürte ich wieder wie sich in Hals, Speiseröhre und Magen alles zusammenzog und es tat auf eine merkwürdige Art weh….der Schmerz kam in kurzen Wellen.

Inzwischen weiß ich, das ich die Tablette mit viel zu wenig Wasser eingenommen hatte und mich dazu noch viel zu schnell wieder hin gelegt hatte….die Tablette hat es so wohl tatsächlich nicht bis in den Magen geschafft, sondern sich schon vorher aufgelöst…..und hat so meine Speiseröhre gereizt.

Und das Schokolade im Hals reizen kann, DAS kenne ich noch von meiner Mandel-OP.

Also den Rest des Tages gab es nur noch warmen Tee in kleinen Schlucken….und heute ist alles wieder okay.

Hmmm das ist mir noch nie passiert….ab jetzt werde ich darauf achten Tabletten immer mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen….so, wie es ja auch immer drauf steht……jaja, man lernt nie aus.

Schwungvoll – zufrieden

Das schöne Wetter in dieser Woche, zusammen mit bisher herrlich entspannten Homeoffice-Tagen, bringt mich wieder in Schwung….

In den letzten Tagen hab ich mir nach Feierabend mein Rad geschnappt :

  1. zum Einkaufen frischer Lebensmittel
  2. zum Arzt – Rezept holen
  3. zur Post – Geburtstagspäckchen wegbringen
  4. zum Fahrradladen – endlich mein Fahrradschloss austauschen
  5. zum Rumfahren ohne Ziel

Morgens gab es die Walkingrunden, Mittags kurz aufs Trampolin und an zwei Abenden noch zusätzlich kurze Abendspaziergänge…. Gestern und Heute Mittag gab es das Mittagessen auf dem Balkon und auch jetzt sitze ich wieder hier bei vollem Sonnenschein…mit böigem Wind….es ist angenehm warm.

Ich schlafe nachts gut und vor allem durch, mein Blutdruck ist immer noch erstaunlich normal, meine Allergien haben sich in den letzten Wochen verzogen….was ich besonders toll finde, weil die empfindliche Haut unterhalb der Augen hat sich in den letzten Monaten komplett regeneriert…keine Neurodermitis mehr…keine extrem trockenen Hautstellen am Körper….alles normal.

Sogar die Hausstaub-Allergie ist aktuell kein Thema mehr….und die Hitzewallungen kommen gerade mal nicht so oft.

So darf der Juni gerne weiter laufen……

Jawohl, ich kann das

Mir liegt das handwerkliche Arbeiten nicht so im Blut….während der ersten mehr als 30Jahre meines Lebens brauchte ich mich um Bohren, Hämmern, Reparieren und Zusammenbauen von irgendwelchen Dingen nicht zu kümmern…

Zuerst gab es meinen Vater und später meinen Ehemann…letzterer war Elektriker und hatte auch ansonsten für alle handwerklichen Dinge ein gutes Händchen.

Nach der Trennung damals, hat der gerade verlassene Ehemann mir ein Grund-Sortiment an Schraubendrehern, Hammer, Seitenschneider, Rohrzangen, Schrauben, Dübeln usw. zusammen gestellt …und als Erste eigene Anschaffung hab ich mir eine Bohrmaschine gekauft….denn von da an, musste ich mich selber um alles kümmern.

Es dauerte eine Weile, bis ich mich dazu durch gerungen hatte, tatsächlich Löcher in Wände und Fliesen zu bohren. Was nicht am Bohren lag, sondern an der Angst auf eine Wasserleitung oder elektrische Leitung zu stoßen hahaha.. Aber im Laufe der Jahre hab ich meine Furcht etwas verloren,.und habe noch keine Leitung zerstört….mein Ex-Mann hatte mir die Regeln wie Leitungen in modernen Gebäude verlegt werden, erklärt…und so hab ich nach und nach meine Furcht verloren…..Immerhin bin ich nach der Trennung 2003 noch insgesamt 6 Mal umgezogen bevor ich dann mit meinem letzten Freund zusammen gekommen bin.

Und der WOLLTE nicht, das ich solche Sachen selber mache…es war irgendwie sein Anspruch, solche handwerklichen Sachen für mich zu machen….und so hab ich im Laufe der letzten Jahre, bis zur Trennung, dann auch nur noch selten Möbel zusammen gebaut (mache ich eh nicht so gerne) und Löcher in Wände gebohrt….Manchmal hab ich heimlich einfach das gemacht, was ich haben wollte und musste mir hinterher immer anhören: „Das hätte ich doch machen können“….

Soooo und nun bin ich schon 2 Jahre wieder getrennt und hab heute zum 1. Mal in dieser Wohnung tatsächlich die Bohrmaschine benutzt…..Bisher war es hier nicht nötig….Ein paar Nägel mussten in die Wand für die Bilder…dazu braucht es keine Bohrmaschine.

Es ist mir laut Mietvertrag verboten im Badezimmer weitere Löcher in die Fliesen zu bohren, außer es ist zwingend notwendig und dann auch nur zwischen die Fliesen. Also habe ich alle für mich notwenigen Dinge wie eine Duschablage oder ein Fönhalter mit den modernen Klebehaltern angebracht, ohne Bohren…angeblich soll man die später rückstandsfrei wieder entfernen können…okay also das hab ich noch nicht ausprobiert.

ABER – meine Duschkopf-Halterung hat vor ein paar Wochen einen Riss bekommen…und jetzt ist das komplette Teil abgebrochen. Da mir das ganze Ding sowieso viel zu wackelig erschien und zudem an manchen Stellen nicht mehr so dolle aussah, habe ich gleich die komplette Duschstangen-Halterung erneuert. Die neue ist stabil gebaut und sieht gut aus.

Leider haben neue Duschstangen den Nachteil, das sie entweder kürzer oder länger sind, als die Bisherige und zurecht sägen wollte ich die Stange nun auch nicht….also ein Loch musste gebohrt werden….und das hab ich heute gemacht.

Ich habe das Loch zwischen die Fliesen gebohrt, natürlich wurden die Fliesen etwas angefräst, das lässt sich bei der Schraubengröße gar nicht vermeiden und hab die Halterung komplett montiert….und was soll ich sagen – am Ende war es ganz einfach…..und das Allerbeste – ab Morgen kann ich wieder Duschen ohne den Brausekopf in die Hand nehmen zu müssen.

Da ist es wieder, dieses Gefühl – jawohl ich mach das, denn ich kann das.

Boden-Nebel

Tagsüber warm und abends wird es kalt…die kalte Luft sinkt zum Boden….Boden-Nebel entsteht…und zusammen mit dem Sonnenuntergang gestern sah es aus der Ferne einfach phantastisch aus:

Ich war nicht mehr als 1/2 Stunde unterwegs…dafür war es aber schon wieder nach 22 Uhr…und ich brauchte diese kleine Walking-Runde noch, um so eine richtig zufriedene Bettschwere zu bekommen…Geschlafen habe ich danach richtig gut.

Dafür war ich dann heute Morgen wieder für eine Stunde unterwegs….Der Sonnenaufgang ist aber im Moment selbst mir zu früh (4:58 Uhr)…ich bin erst nach 6 Uhr gestartet.

Die Sonne war schon da…..aber der Bodennebel hatte sich noch nicht verzogen….ein schöner Start in die Neue Woche…

Manchmal muss es „Dr. Oetker“ sein

Ich bin mit dem Vanillepudding von Dr. Oetker aufgewachsen, wie viele Generationen….richtig mit Milch…also Kuhmilch…und an manchen Tagen muss es bei mir einfach einen Vanillepudding geben…an solchen Tagen auch gerne als komplette Mahlzeit.

Selbst gekocht hab ich den Vanillepudding auch schon mal: so mit Milch, Ei, Speisestärke, Zucker und natürlich echter Vanilleschote…schmeckt richtig gut…..ist aber etwas aufwändiger.

Denn immer wenn ich einen Japp darauf habe, dann heißt das: jetzt sofort ..auf der Stelle und da ist das fertige Puddingpulver echt unschlagbar…auch wenn in dem Pulver keine echte Vanille drin ist.

Nun hatte ich vor einiger Zeit zum Backen der veganen Törtchen, mal Alnatura ausprobiert und dann auch noch mit Milch-Ersatz gekocht…das ging für mich gar nicht.

Heute Mittag war es dann mal wieder soweit, ich wollte unbedingt einen warmen Vanillepudding und hab das 2. Päckchen von Alnatura genommen…mit Milch…

Hmmm- sagen wir mal so…obwohl mit echter Vanille hat mich dieser Pudding überhaupt nicht überzeugt…er schmeckt mir einfach nicht….er ist weder süß (wie bei Dr. Oetker), noch schmecke ich die Vanille (wie beim selbst gekochten).

Manchmal muss es eben DOCH Dr. Oetker sein, um den „richtigen“ Geschmack aus der Kindheit wieder zu bekommen…über-süß und noch warm und mit so einem ganz besonderen Geschmack durch die Aromen….künstlich, aber vertraut…und in meinem Fall immer ein Gefühl von Geborgenheit, ein Seelentröster aus schwierigen Kindertagen…

….da hilft auch alles Wissen um gesunde Ernährung nicht weiter.

Fahrrad und Grillen

Heute Vormittag hab ich mein Fahrrad, zum 1. Mal in diesem Jahr, in mein Auto verfrachtet und bin in die Nähe von Tangstedt gefahren…ins Oberalstertal.

In einem der Orte drumherum hab ich geparkt und bin dann auf das Rad umgestiegen….endlich kam auch die Sonne mal raus….und inzwischen waren es auch schon 17 Grad…..aber sobald ich auf dem Rad saß, hatte ich Gegenwind…egal…ich muss meine Kondition sowieso erst wieder aufbauen. Den gesamten Winter und das bisherige Frühjahr war ich ausschließlich zu Fuß unterwegs: Walken / Wandern…..und Zuhause hab ich noch mit dem Trampolin etwas Ausdauer trainiert.

Aber das sind natürlich andere Bewegungsmuster, als auf dem Rad….also nun endlich mal wieder richtig in die Pedale treten.

Auf der Karte sah das Oberalstertal sehr schön aus…mit einigen Wasserläufen und Flüßen durchzogen….aber es gab so gut wie keine Wege hindurch…viele Wege endeten urplötzlich auf Feldern – etwas, was ich schon vom letzten Jahr her kenne. Also ging es fast ausschließlich außenherum….zuerst gab es noch schöne Wege zum fahren…aber immer öfter musste ich auf die Landstraßen ausweichen…..und dort hab es weder Radwege noch Seitenstreifen.

Damit teilten sich Wanderer, Rennrad-Fahrer, normale Radfahrer, Autos und Motorradfahrer die gleichen schmalen Landstraßen….das fand ich nicht so entspannend…weder als Autofahrer, noch als Radfahrer. Die Fahrt war zwar ganz okay – hatte aber nichts gemütlich entspannendes….was am Wind und am starken Verkehr lag.

Daher waren es auch nur 18km ….danach hatte ich genug….zu viele Autos, zu viele laute und waghalsige Motorräder….zu wenig Erholungs-Gefühl.

Also ab nach Hause, zum 2. Teil der heutigen Freizeitgestaltung: Entspannung auf dem Balkon und Grillen:

hmmmmm…..das war lecker…Die Pellkartoffeln hatte ich vorgekocht und die meisten Champignons hatte ich schon vor Aufnahme des Bildes gegessen…..hahaha

Das war schön gemütlich…ich hatte mein Sonnendach aufgespannt und saß gemütlich im Schatten…..der Duft des Bauchfleisches und der Dorade waren einfach klasse… und der Geschmack erst.

Obwohl der Lotus-Grill als „rauchfrei“ gilt, gibt es natürlich schon Rauch…vor allem wenn das Fett auf die Schale mit der Holzkohle tropft und so fühlte ich mich am Ende nicht nur vom Radfahren verschwitzt, sondern auch leicht geräuchert….

Was gibt es Schöneres DANACH unter die Dusche zu gehen und anschließende mit frischen Klamotten zurück zum Liegestuhl auf den Balkon….

Schlank und schön?

Der Blick auf den eigenen Körper ist fast nie objektiv möglich, denn was einem gefällt oder nicht gefällt, ist eine Meinung und die eigene Meinung unterliegt keiner messbaren Wertescala.

Als pummeliger unsportlicher Teenager hab ich früher immer gedacht: wenn ich soviel KG abnehme, dann fühle ich mich schlank und schön. Später als sportliche Erwachsene mit vielen Kilos leichter, hab ich mich trotzdem nicht wirklich schlank und schön gefühlt….erst mit der Zeit kam die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper….aber richtig schlank hab ich mich trotzdem nicht gefühlt….dafür aber hab ich mich doch als „auch schön“ empfunden….aber nicht schlank.

Ich hab schon immer viel wert darauf gelegt, mich so zu kleiden, das meine Vorzüge betont und alles nicht Optimale kaschiert wird. Ich mochte nie das Kleidung zu eng sitzt, einengt und Speckröllchen an Bauch und Hüfte sichtbar hervortreten. Diesen berüchtigten Muffintop-Effekt der entsteht, wenn man sich z.B. in eine enge Jeans quetscht und dann die Speckröllchen über dem Hosenbund sichtbar hervortreten…damit sieht auch eine schlanke Frau unvorteilhaft aus. Oder wenn man Unterwäsche falsch auswählt und sich diese dann unvorteilhaft sichtbar auf das darüber auswirkt

Ich besitze seit ca. 10 Jahren (man wie die Zeit vergeht) ein Shirt mit einer raffinierten Stoffführung über den Bauch und mit Zierknöpfen an der Seite…es betont die Taille sitzt aber ansonsten locker…also nicht zu weit und nicht zu eng.

Dieses Shirt habe ich extra für einen bestimmten bodenlangen Sommerrock (den besitze ich auch noch) gekauft…und trotzdem hab ich das Shirt nur selten getragen, obwohl es mir richtig gut gefällt…weil ich immer das Gefühl hatte, man würde von hinten meine Speckröllchen sehen können (da hatte ich noch Größe 36).

Ich hab gestern meinen Kleiderschrank wieder einmal auf Frühling/Sommer-Betrieb umgestellt und mir ist das Shirt in die Hände gefallen…und ich hab es gleich einmal angezogen….und …..

Ja was soll ich sagen.. das Shirt passt prima…und interessant, es sitzt immer noch locker um Bauch und Taille obwohl ich ja zugenommen habe und inzwischen Kleidergröße 40 trage…. und noch interessanter, ich fühle mich beim Blick in den Spiegel wohl damit und …schlank !!!

Selbst-Zensur?

Manchmal ist es gar nicht so einfach, etwas so zu beschreiben, das es kein Klischee bedient, eben weil die gesamte Situation ein einziges Klischee/ Vorurteil zu sein scheint. Lässt man etwas davon weg, ist es zwar neutraler beschrieben- verändert aber das Gesehene….nenne ich alle Einzelheiten, bediene ich das Vorurteil.

GAR nicht davon erzählen? Das wäre Selbst-Zensur…weil ich mich in der Situation unwohl gefühlt habe und darüber berichten möchte.

Beschreibe ich es mit allem was ich in dieser Situation gesehen habe, kann es also durchaus sein, das die einzelnen Szenen nichts miteinander zu tun haben…also nur in einem zeitlichen Zusammenhang, nicht aber in einem ursächlichen Zusammenhang stehen…

Pfingst-Montag bin ich auf der Suche nach einem nahen Ausflugsziel auf das Zeichen eines Parkplatzes gestoßen, das ich bisher immer übersehen habe….also bin ich kurzerhand den Schildern zum Parkplatz gefolgt, was nur im vorsichtigen Schrittmodus ging, sonst hätte mein Auto einen Unterboden-Schaden erlitten….solche Schlaglöcher – einfach unglaublich.

Der Parkplatz teilte sich in 2 Bereiche und war gut gefüllt….dann ging es zufuss weiter zu diesem öffentliche-zugänglichem See….sehr schön und ruhig und im hohen Gras auf dieser Seite saßen viele Leute bunt gemischt mit Decken und Picknickkörben….Junge Menschen, Mittelalte, mehrere Freunde zusammen mit Mädchen und Jungen, vereinzelt Paare….ein Querschnitt durch die Gesellschaft….manche in Badeklamotten, manche voll bekleidet….alle entspannt und gut gelaunt:

Die andere Seite des Sees sah leer aus …..also hab ich versucht den See zu umrunden….rechts herum ging nicht…da stand ich dann unvermittelt auf einer Art Klippe….also bin ich linksherum um den See geschlendert….

Oben am Kopfende des Sees wurde der Weg immer schmaler und unzugänglicher…und alle paar Meter standen Schilder eines Kieswerks oder etwas ähnlichem, die das Gelände dahinter als Firmengelände auswiesen….aber der Weg ging trotzdem weiter und wie gesagt….es sah einladend aus weil es Zugang zu flachem Wasser gab…

Die Schilder konnten mich also nicht aufhalten…und dann kam ich unvermittelt zu einem Stück mit hohem Gras…..und dort standen und lagen jungerwachsene schwarze Männer einzeln kompett nackt still herum…während gleichzeitig alte weiße Männer (so ca. 65+) mit T-Shirts bekleidet, aber untenrum ebenfalls nackt, langsam herum liefen….

Es war eine komische Stille ….keiner lächelte, keiner sagte ein Wort, alle schauten nur stumm…und ich bin einfach weiter ruhig den Weg entlang gegangen und hab dann eine Abzweigung weg vom See genommen….dort lagen überall Kleidungsstücke im Gras. Im weiten Bogen bin ich dann um das Geländer herum, wieder zurück zum Parkplatz….

Es war eine merkwürdige Szenerie und diese komische Stille….