Was bleibt..

…in meinem Leben zurück, nach Corona?

Dabei ist Corona gar nicht vorbei, sondern hat, auf niedrigem Niveau, als Teil unseres Alltags einen Platz gefunden…aber anders als ich es erwartet hätte…es ist aus den aktuellen Nachrichten raus…während ich mir vorgestellt habe, das es nach der Tagesschau und dem Wetter auch immer eine aktuelle Übersicht über die Infektionslage geben würde….und ich muss sagen, zum Glück ist es nicht so gekommen.

Wie sieht es eigentlich aus:

Coronavirus: Aktuell Infizierte in Deutschland

Aktuell Infizierte: 4.386; Bestätigte Infektionen: 38.438.934; Tote: 175.027; Genesene Patienten: 38.259.521
Zuletzt aktualisiert: 08.07.202301:06 Uhr

https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-karte-deutschland-101.html

Im April 2023 fielen auch die letzten Corona-Schutzmaßnahmen und so tragen wir auch beim Arzt keine Masken mehr ….und alles fühlt sich wieder an wie früher…also fast. Es ist schon erstaunlich wie schnell wir wieder zur früheren Normalität im Alltag zurück finden…und doch hat es sich verändert.

Mein persönliches Resümee, also rein subjektiv: Während der Pandemie hab ich es genossen das es überall in den Geschäften relativ leer war, die Menschen auf Abstand bedacht waren….das es am Himmel viel ruhiger war und in den Parks auch. Ich musste mich nicht schlecht fühlen, weil ich mich nicht mit Menschen treffen wollte. Ich durfte (sollte) zuhause bleiben. Die meisten Einschränkungen waren für mich nicht schlimm und leicht einzuhalten.

Mir hat Corona neue Freiheiten gebracht und die sind geblieben – vor allem die neue Normalität von zu Hause aus arbeiten zu können und ein kleines Dreier-Büro als inakzeptabel eng benennen zu dürfen…und in ca. 2 Monaten werden wir auf 2 Büros aufgeteilt….grundsätzlich ist alles geklärt…auch wenn noch nicht alle Einzelheiten feststehen.

Es gibt neben dem, was ich durch/seit Corona „dazu bekommen“ habe, aber auch einiges was „weg gefallen“ ist….ich gehe seltener in Restaurants und noch seltener in Cafès…ich könnte ja gehen – aber es reizt mich nicht mehr so, wie vor der Pandemie…da war es für mich ein Genuss in einem gemütlichen Cafè zu sitzen und dem Treiben der Menschen zuzuschauen, während ich einen Kaffee trinke.

Ich fahre für meine Ausflüge seltener mit dem Auto irgendwo hin…ich hab die Neugierde auf neue Orte etwas verloren. Das liegt vielleicht aber daran, das ich schon viele Orte in meiner Umgebung besucht habe und jetzt nutze ich die mir inzwischen vertrauten Ecken und finde es toll.

Ja für die meisten waren die Corona-Einschränkungen und die langfristigen Auswirkungen auf das normale Leben gravierend…ganz zu Schweigen von denen,die daran gestorben sind. Aber mein persönliches Fazit fällt da anders aus…aber noch einmal brauche ich so eine Pandemie trotzdem auch nicht.

Von Wintersocken und Kontrolle behalten

Es ist schon lustig, wenn ich mich mit Kollegen, Nachbarn oder Freunden unterhalte und dabei erwähne, dass ich gerade meinen Vorrat an dicken Wintersocken / Kuschelsocken aufgestockt habe, bekomme ich von Allen das Gleiche zu hören: JA – darüber haben wir auch schon nachgedacht.

Es ist der „Klopapier-Effekt“ während der Corona-Krise….Ich als Normalbürger habe keinen Einfluß auf die Gesamtlage und kann eben auf eine Corona-Virus-Pandemie nicht staatsmännisch reagieren.

Da fühlt man sich als Einzelner nicht handlungsfähig….möchte aber handeln – immerhin ist es kein schönes Gefühl, das eigene Leben nicht mehr ganz allein unter Kontrolle zu haben, fremd bestimmt zu sein….

…den Psychologen zu Folge war es nur natürlich, dass viele Menschen, innerhalb ihrer Möglichkeiten, dann gehandelt haben, indem sie Dinge des täglichen Lebens gehortet haben, wie wir in Deutschland als Beispiel das Klopapier. Es kostet wenig und bringt das Gefühl von „ich tue aktiv etwas“ um die Kontrolle zu behalten.

Jetzt mit der drohenden Gaskrise für den kommenden Winter, haben wir den gleichen Effekt…es kommt etwas auf uns zu, das uns verunsichert: haben wir genug Gas und Strom um durch den Winter zu kommen?

Was kann der Einzelne tun, wenn uns auferlegt oder zumindest dringend angeraten wird, die Raumtemperaturen zu senken und sparsam mit den Ressourcen Strom, Gas und Wasser umzugehen.

Ja klar – viele fühlen sich gleich in ihrer Freiheit bedroht und reagieren aggressiv auf jeden Vorschlag, jede Anmerkung. Nehmen alles wörtlich und extrem persönlich. Ich finde solche Reaktionen kindisch und absolut unangebracht und gewöhne es mir gerade wieder einmal ab, die Kommentare zu den Artikeln zu lesen…das ist oft unterste Schublade, obwohl es sich um seriöse Zeitungen handelt, wo man solche Kommentare eigentlich von der Leserschaft nicht erwarten würde.

Aber die Empörungs-Neigung der Deutschen, wenn es um IHRE eigene Wohlfühl-Freiheit geht, ist seit der Pandemie in meiner Wahrnehmung, extrem stark angewachsen: nur ja keine Vorschläge ob es sinnvoll ist, täglich zu Duschen oder ein Waschlappen eine Alternative sein könnte…Also wo kämen wir denn dahin, wenn von uns VERLANGT wird, über unser eigenes Verhalten nachzudenken….Wer bitte maßt sich an, auch nur öffentlich darüber nachzudenken, wo der Einzelne sein Verhalten anpassen könnte. Nein, so etwas mögen die Kommentar-Schreiber ganz und gar nicht.

Ich nehme aber an, das die schweigende Mehrheit, es genauso macht, wie ich ….ruhig und mit einem Gefühl von „Was-kommt-da-wohl-noch-auf-uns-zu“-Unwohlsein sein eigenes Verhalten zu überdenken und mit kleinen Änderungen im Alltag, wieder ein besseres Gefühl von „das-schaffen-wir-schon-irgendwie“ zu bekommen..

Und so hab ich für das Wochenende, statt eines Blumen-Arrangements für den Balkon, als Mitbringsel für Schwester+Schwager, ein buntes Potpurri verschiedenster Winter-Socken zusammen gestellt. Wir sind zuhause alle Drei Sockenläufer: Dicke Wollsocken mit Anti-Rutsch-Noppung, Socken mit Alpaka-Wolle, gefütterte Outdoorsocken mit hohem Wollanteil, Socken als Hausschuh-Ersatz mit Plüsch und Kuschelsocken in Rosa-Tönen (also, die nur für meine Schwester…ich glaub mein Schwager war froh, das er keine davon in seiner Größe in meinem Geschenkkorb fand….hahaha).

Ich habe tatsächlich fast 2 Wochen gebraucht, mehrere Geschäfte durchforstet und auch noch extra im Internet bestellt, bis ich alles für uns zusammen hatte, was ich als sinnvoll und schön empfand.

Fazit: Das war eine Aktion…ich habe gehandelt und halte das Ergebenis nun in meinen Händen. Ich (wir) sind nun vorbereitet. Ich fühle mich gut damit…und während ich das schreibe, hab ich ein paar Socken aus Allpaka-Wolle an den Füßen und eine Strickjacke an, die Baumwolldecken liegen in Griffweite, die Steckdosenleisten haben alle Ausschalter, die Fenster schließen richtig und mir …mir ist bei 18 Grad in der Wohnung gut warm und ich fühle mich wohl….also der Winter kann kommen…ich bin vorbereitet.

Covid erweitert unsere Alltags-Sprache

Aus einer Chat-Nachricht mit einer lieben Kollegin, kenne ich seit heute das neue offizielle „wording“ der Gesundheitsämter:

In Quarantäne ist man, wenn man noch nicht weiß ob man krank ist, sich aber krank fühlt oder als Kontaktperson mit einem COVID-Infizierten gilt und sich deshalb von anderen Menschen fernhalten muss, bis das geklärt ist.

In Isolation ist man, wenn man nachweislich COVID19 hat, egal ob man sich gut oder krank fühlt.

Seit 2 Jahren hat die Pandemie so viele Wörter neu in unseren Alltag gebracht:

Pandemie, Endemie, Superspreader-Event, Inzidenzen, Social-Distancing, Aerosole, Vakzine (ich kannte bisher nur Impfstoffe), 2G-Rgeln, 2G+und 3G-Regeln, Impfdurchbrüche, FFP2-Masken, Flatten the curve, Delta-Variante, Omikron, Lockdown, Shutdown, Home-Scooling, Hygiene-Etikette, Lollipop-Test, PCR-Test, Hybrid-Unterricht, Hospitalisierungsrate, Fatigue-Syndrom, Long-Covid….

Es gibt unzählige weitere Wörter, die uns inzwischen locker über die Lippen kommen und nur noch selten ein Stirnrunzeln hervorbringen. Es ist so unglaublich das dieses Virus wirklich Einfluss auf alle Menschen gehabt hat und auch noch hat (außer man lebt abgeschieden in de Wildnis, ist geistig nicht fit oder noch ein Baby).

Es gibt Worte in der deutschen Sprache, die bis heute so mit der Nazizeit verbunden sind, das sie seitdem nicht mehr unbeschwert genutzt werden können…sie sind untrennbar mit dieser Zeit verbunden.

Nicht das ich diese Zeiten miteinander vergleichen möchte, aber wird es uns in ein paar Jahren auch so gehen, das wir bei einem „Superspreader-Event“ immer an diese Corona-Pandemie werden denken müssen, als eine 2jährige einmalige Zeit in unserem Leben. Oder wird es in dem Sinne Alltagssprache, weil wir diese Wörter ab jetzt jedes Jahr, als Begleiter von immer neuen Corona-Varianten, als normal wiederkehrende Erkrankung ohne große Aufregung hinnehmen…wie die sonst jährlich wiederkehrende Grippe?

Ich bin nach wie vor überzeugt, das uns die Corona-Viren ab jetzt immer begleiten werden…mal mehr, mal weniger gefährlich…und das es zukünftig in den Hauptnachrichten, nach dem Sport und vor dem Wetter, einen Corona-Deutschland-Überblick geben wird, wie sich die Corona-Lage gerade in welchen Gebieten wie darstellt….hahaha…

Kollektiver Unsinn

Kollektiver Unsinn

Das jetzt viele in Deutschland keinen Bock mehr auf die Pandemie haben, konnte ich in Celle erleben.

Da sich am Samstag auf der A7 von Kassel bis Hamburg Stau an Stau reihte, hielt ich es für eine tolle Idee einen Stopp in Celle einzulegen.

Celle, das Tor zur Lüneburger Heide, eine Art lebendiges Museum mit mehr als 400 Fachwerkhäusern in der malerischen Altstadt und einem Schloss mit Schlosspark, direkt an der „Aller“ gelegen.

Ich liebe Fachwerkstädte und wäre gerne in Ruhe und mit Muße durch Celle gelaufen…war aber komplett überfordert mit den vielen Besuchern…..hier war es tatsächlich wesentlich voller als die letzten Tage in Kassel oder Frankfurt….

Dicht an dicht drängten die Menschen durch die Altstadt….jedes Restaurant und Cafè schien alle Tische, wie vor der Pandemie, eng zusammen gestellt zu haben und diese Tische waren auch voll besetzt….und nur wenige der Restaurant hatten Plexiglas-Abtrennungen….Abstand halten war weder beim Gehen, noch beim Sitzen möglich….und Masken trugen nur vereinzelte Menschen in den Straßen….nur beim Gang in einen Laden wurden die Dinger angelegt.

Wir sind gerade in der 4. Welle und sollten, auch mit vollständiger Impfung, doch ein wenig Vorsicht walten lassen….

Ich muss es leider noch einmal erwähnen: hatte ich doch gehofft, das die Pandemie einen nachhaltigen Effekt auf das Verhalten der Menschen haben wird, muss ich immer wieder feststellen, das es nur eine kurzzeitige Einsicht war, das wir unser Verhalten verändern sollten. Es ist halt schwer lebenslang erlerntes Verhalten zu verändern.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und macht genau da weiter, wo die Pandemie uns gestoppt hat….Das Gewohnheitstier heißt: Lemming und wenn einer das so macht, dann machen es alle anderen nach, ohne weiter darüber nachzudenken….und sei es auch, sich dabei einfach von der Klippe zu stürzen.

„Wie die Lemminge“ steht in unserem Sprachgebrauch für „kollektiven, fatalen Unsinn“ (Zitat aus „Der Tagesspiegel“) und zeigt die weitverbreitete Entschuldigung in der Bevölkerung: wenn so Viele es machen, dann kann es nicht falsch sein….und außerdem haben wir es uns verdient…. Na hoffentlich weiß das Virus das auch.

Jeder muss natürlich für sich selber entscheiden, ob er mit machen möchte oder nicht.

Ich wollte nicht…und hab mich ziemlich schnell wieder verzogen….selbst ohne Pandemie wäre es für ein entspanntes durch die Stadt schlendern viel zu voll gewesen….ich komme garantiert wieder….also lieber innerhalb der Woche und nicht an einem Samstag und dann eher am Abend…..

(Das ist wie immer nur meine ganz persönliche Meinung, jeder darf seine eigene Meinung zu dem Thema haben 😃)

Busfahrer in der Krise

Vor ein paar Tagen war ich wieder einmal in Kontakt zu meiner ehemaligen HR-Kollegin aus Hessen….wir schreiben uns noch regelmässig, telefonieren aber seltener…sie hat immer viel zu tun.

Ihre jüngste Tochter hat gerade ihren Realschulabschluss gemacht und die Große schreibt die Bachelor-Arbeit ..sie selbst ist durch die personellen Veränderungen beruflich sehr unter Druck und arbeitet ja schon eine ganze Weile wieder Vollzeit…und das ich auch gut….immerhin zahlt der Konzern ordentliche Gehälter.

Ihr Mann arbeitet als Reise-Busfahrer….eine Berufsgruppe die es in Pandemiezeiten ja sehr schwer hatte. Es gab keine Reisen mehr….auch nicht innerhalb Deutschlands und selbst als es nach dem ersten Lockdown wieder möglich war, blieben die Menschen zurückhaltend bei Reisen…und so ist ihr Mann seit letzten Jahr in Kurzarbeit….

Tja und dann hatte ich gelesen, das in dem Ort ein Busunternehmen seinen Betrieb einstellt…und tatsächlich ist es genau das Unternehmen bei dem er angestellt ist. 200 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Über das Unternehmen wird geschrieben, das es dem Preis-Wettbewerb bei Ausschreibungen nicht mehr standhalten konnte…der Preisdruck wurde zu groß, um noch wirtschaftlich arbeiten zu können….es hat sich schon vor längerem abgezeichnet ,das das Marktumfeld für kleine Bus-Unternehmen immer schwieriger wird….tja und Ende des Jahres ist nun Schluss.

Da die Sorgen um den Arbeitsplatz schon seit mehr als 1 Jahr bestehen, kam das Aus jetzt nicht überraschend….aber bitter ist es für die Familie schon. Wie und wo soll es denn jetzt einen neuen Job in dem Bereich finden, so mit Ende 50 in einem Beruf, der auch noch durch die Pandemie gebeutelt ist.

Umso besser, das die ehemalige Kollegin einen guten Job hat, der ist krisensicher und wird gut bezahlt…..also finanziell fallen sie nicht hinten-runter….trotzdem ist es keine leichte Situation….das nagt am Selbstbewusstsein und belastet das Familienleben….

Ich hab mich als „Ruhezone“ angeboten, falls sie mal eine kleine Auszeit für 1-2 Tage benötigt…

Wie vermessen …

Menschen verändern sich in ihren Einstellungen …und nicht immer ist die Veränderung zum Guten.

Ich hab gerade lange mit einem befreundeten Ex-Kollegen telefoniert….er ist Mitte 50, seit Jahren geschieden, 3 inzwischen erwachsene Kinder, in einer gehobenen Position. Gut situiert….hält sich fit, unternimmt viel (also vor Corona) und hat einen guten Schlag bei Frauen (also, auch vor Corona)….er hat sich noch nie überarbeitet und verdient viel Geld damit.

Zu meinem Geburtstag hatte er sich gemeldet und sich für sein längeres Schweigen entschuldigt er würde seit einiger Zeit emotional etwas durchhängen.

Heute haben wir telefoniert und ich bin negativ überrascht….nein, sein Gemütszustand hat sich inzwischen wieder normalisiert….seine Ansichten jedoch nicht. Die Aussagen die ich da gehört habe, kommen größtenteils aus der Querdenker-Szene.

Interessant wie ein eigentlich gelassener, liberaler, gut verdienender Mann der gehobenen Mittelschicht, der nur kleinste Einschränkungen während der Pandemie hinnehmen musste (kein Fitness-Studio / kein Parties) sich als Opfer der Pandemie sieht, in dem jeder Andere bevorzugt wird. Neidisch auf jeden, der vor ihm geimpft wird, den er für nicht berechtigt hält.

Wie vermessen dieser Egoismus, diese unbegründete Opferhaltung, dieses „MIR wird etwas weggenommen“…so komplett ohne Empathie für Andere.

Zuerst hab ich dagegen geredet, hab versucht seine doch komfortable Lage ins rechte Licht zu rücken….aber dann hat es mich einfach nur sprachlos gemacht und ich hatte ein ungutes Gefühl.

Ich werde die Verbindung zwar nicht kappen, aber so schnell werde ich keinen Vorschlag mehr machen, mal wieder zu telefonieren….

Ich benötige jetzt doch bald ein Upgrade meiner Sozialkontakte…..und zwar hier Vorort. Ich bin schon dabei mich innerlich für meinen PlanB zu rüsten….das, was ich bisher als Notfallplan bezeichnet habe. So langsam wird es Zeit mich einem Verein oder einer Vereinigung anzuschließen, um neue Kontakte zu knüpfen.

Wie immer bei mir, wird es noch eine Weile dauern bis ich mich tatsächlich überwinde, das dauert länger als sich mal eben für einen Fallschirmsprung anzumelden hahaha, das Risiko für mich ist größer…denn ich muss auf Menschen zugehen…aber ich habe schon angefangen mich über das eine oder andere im Netz zu informieren…

Entscheidung – falsch abgebogen

Kennt Ihr das auch? das Ihr Entscheidungen in Eurem Leben entweder zu spät trefft oder dabei die falsche Richtung eingeschlagen habt?

Es gibt Menschen die haben auch einfach ein schlechtes Timing bei Entscheidungen….dafür kann niemand etwas. Es gibt so viel unvorhersehbares im Leben, wie die Pandemie, so etwas KANN man bei Entscheidungen einfach nicht berücksichtigen, man weiß es schlichtweg nicht …es ist einfach fehlendes Glück….also Pech. Dadurch nicht weniger bedauerlich….

Ich hab mich Freitagabend noch über einen Telefonanruf meiner ehemaligen Chefin aus Hessen gefreut….wir haben lange Jahre gut zusammen gearbeitet und ihre Entscheidung innerhalb des Konzern zu wechseln, war ja ein Entscheidungskriterium für mich, meine eigene berufliche Zukunft in der Firma zu überdenken…..letztlich hab ich dann sogar noch einen Monat vor ihrem Wechsel auf einen anderen Posten an einem anderen Standort, die Firma komplett verlassen.

Sie wiederum, mit Mann und 2 kleinen Kindern, hat sich versetzen lassen, um endlich dem Druck aus allen Richtungen zu entgehen (hohe Führungsposition) um endlich weniger Stress zu haben, um sich mehr um ihre Familie kümmern zu können. Sie ist ehrgeizig und absolut pedantisch und hat immer eine genaue Vorstellung davon wie etwas gemacht werden muss….mit Geburt der Kinder in relativ kurzem Abstand hintereinander, musste sie als Erstes lernen, das mit Kindern NICHTS nach Plan läuft….und ausgerechnet in der Zeit nahm der Stress im Konzern für uns Beide zu…..Niemandem wurde sie mehr gerecht und ich kann nur ahnen wie schwer das für sie war…ihre Unbeherrschtheit in dieser Zeit, die ich oft abbekommen habe, zeigte aber viel von ihrem inneren Druck.

Also hat sie den Standort gewechselt und auch das Aufgabengebiet…kann zwar öfter von Zuhause aus arbeiten, aber wenn sie ins Büro muss, sind das jetzt nicht mehr 100km sondern 320km. Der Kollege der eigentlich in Rente sollte, wollte dann auf einmal nicht mehr und ihr Start dort war schwierig….und anstatt einer Führungsposition mit viel Verantwortung, wurde sie erst einmal ausgebremst….

….und jetzt, wo sich alles in die richtige Richtung entwickelte, kam Corona….viel Homeoffice mit 2 kleinen lebendigen Kindern….ihre Nerven liegen schon seit langem blank, und dann kommt auf einmal eine Verantwortung, die sie so nicht erwartet hätte…sie ist heute dafür zuständig das in ganz Deutschland und den umliegenden Ländern immer genügend Produkt dort vom Wettbewerb zugekauft wird, wo die Produkte benötigt werden…und auf einmal gibt es im Gase-Bereich Produkt-Engpässe wo man es ohne Pandemie nie erwartet hätte….

Anstatt also endlich mal vom Stress weg zu kommen, hat sich dieser wieder potenziert und schwappt über ihr gesamtes Leben…..wieder muss sie mehr Arbeiten, wieder wird erwartet, das sie ihre Arbeitszeiten hochschraubt….wieder gefährdet sie ihre eigene Gesundheit und ihr Familienleben…..

….und in ihrer typisch burschikosen Art sagt sie mir am Telefon zu meinem Fallschirmsprung: „Du bist echt bescheuert, das warst Du schon immer“…. und ich weiß genau, das es nicht als negative Aussage gemeint ist…sondern das Gegenteil bedeutet…und in dem Moment wo der Satz aus ihr herausbricht, tut sie mir leid.

Sie hat sich immer dafür entschieden das zu machen, was andere von ihr erwarten…niemals das ,was sie gerne machen möchte….und immer sagt sie: Ich muss doch….ich kann doch nicht….die Familie erwartet das….die Firma erwartet das…

Oft denkt sie an mich, sagt sie…und ich glaube ihr das, nehme ich mir doch jetzt wieder die Freiheit die ich brauche um eine tiefe Zufriedenheit in meinem Leben zu bekommen….Sie hätte diese Freiheit auch gerne und schon oft hab ich gedacht, wie lange hält sie wohl durch….aber ja sie ist unglaublich zäh und macht immer weiter, egal wie….Hauptsache weiter machen….aber zufrieden ist sie damit nicht.

jetzt aber schnell

Ich komme in so einen Modus, wo ich auf Nachrichten anders reagiere als sonst.

Ohh die Inzidenz in Pinneberg steigt langsam in Richtung 100: jetzt aber schnell noch in den Baumarkt, bevor die doch wieder schließen müssen…ich schiebe schon seit Monaten einige (notwendige) Einkäufe vor mir her und Blumen für den Balkon hätte ich gerne auch noch…..der Baumarkt in meiner Nähe öffnet um 7 Uhr….da werde ich gleich mal schnell hinfahren…bevor es zu voll wird.

Ohh im Suez-Kanal steckt seit ein paar Tagen ein riesiges Containerschiff fest und mehr als 200 Schiffe warten darauf, das dieser Pfropf entfernt wird…aber es kann noch ein paar Tage dauern…Lieferketten hat man in dem Zusammenhang früher auch nicht gehört…jetzt aber heißt es das Dinge knapp werden können, Produktionen keinen Nachschub erhalten und Benzin könnte teuer werden.

Noch teurer?…ist eh schon teuer in diesem Jahr….dann lieber noch einmal das Auto volltanken…

…um es mal so auszudrücken:

Es geht mir auf den Keks, das ich mich von den Nachrichten in einen „jetzt-aber-schnell-Modus“ habe drängen lassen. Ich bin ja doch immer diejenige, die zu mehr Gelassenheit rät….

Hmmm….ich sollte mal wieder auf mich selber hören….ja – aber erst NACH dem Baumarkt-Besuch und nach dem Tanken…aber dann….hahaha….

Ich wünsche Euch allen einen tollen Samstag…und immer schön gelassen bleiben …

Wochenendeeeeeee

Wochenendeeeeeee

Wir leben in komischen Zeiten oder? So, hab ich mich schon lange nicht mehr auf ein „normales“ Wochenende gefreut.

Durch die Corona-Pandemie ist das Leben ja schon komisch geworden: Kontaktsperren, Kurzarbeit, Homeoffice, Arbeitslosigkeit, keine Schule, wenig Kinderbetreuung, keine Restaurantbesuche, keine touristischen Reisen, eingeschränkte Ausflugsmöglichkeiten.

Umso mehr freue ich mich jetzt über die Arbeit und das auch noch Vorort im Büro. Dadurch erhält mein Tag wieder eine klare normlae Struktur: Aufstehen, zur Arbeit fahren, arbeiten, nach Hause fahren, Feierabend….und so ergeben Wochenenden auch wieder mehr Sinn, weil damit die Arbeitstage vom Wochenende klar getrennt sind (also zumindest bei mir).

Das ist der Grund, warum ich mich über dieses normale Wochenende sehr freue. In den vorherigen Jahren hab ich mich eher über Urlaube, Feiertage und verlängerte Wochenenden gefreut – jetzt aber freue ich mich über diese relative Normalität und bin dankbar das es mir damit so gut geht.

Ich bin mir bewusst, das es für ganz viele Menschen viel schimmere Einschnitte durch die Pandemie gibt. Meine ehemalige Chefin aus Hessen schrieb das es ganz schrecklich ist zu Viert zu Hause sein zu müssen: Die Eltern beide im Homeoffice in EINEM Raum…zwei Vorschulkinder aufgeweckt und lebhaft drumherum…und es deprimiert sie, das es sich kurzfristig auch nicht ändern wird.

Ich hoffe es geht Euch allen gut und wünsche Euch ein schönes Wochenende.