Akzeptiere das Unausweichliche

Noch 2 Wochen bis Monatsende…damit scheint es unausweichlich das mein Freund ab November ohne Job ist…

Nach all den Monaten der Unruhe um dieses Ereignis abzuwenden, mit all den Streitereien die damit einhergingen, bin ich jetzt innerlich wieder ganz ruhig bei diesem Thema.

Zum einen kommt das davon, dass ich die Verantwortung dafür nicht mehr übernehme, zum anderen ist es  eine Tatsache die man jetzt (kaum mehr) beeinflussen kann.

Wenn ich es also nicht beeinflussen kann, dann sollte ich es besser akzeptieren….sonst ist es unsinnige Verschwendung von Energie. Also mache ich das, was ich gut kann: ich denke darüber nach was getan werden muss um der Bürokratie zu genügen und ich versuche ihm Ratschläge zu geben, wie es weiter geht… vor allem das er sich um einen geregelten Tagesablauf bemühen muss…

Aufstehen zu festen Zeiten,  Duschen und Anziehen….auf keinen Fall die Disziplin verlieren…sonst verschiebt sich der komplette Tag und wir bekommen Schwierigkeiten…Wenn er erst um 3 Uhr Nachts ins Bett geht…ich aber um 5:45 Uhr aufstehe…dann passen unsere Lebens-Rhythmen nicht mehr zusammen.

Und wenn ich um 17 Uhr nach Hause komme und er war noch nicht unter der Dusche…ich darf nicht darüber nachdenken…. So etwas hab ich schon einmal erlebt… und man lebt sich irgendwann auseinander, weil man nichts mehr miteinander teilt

Außerdem ist  es wichtig jetzt die Freundschaften die er hat aufrecht zu erhalten, auch wenn der eigene Stolz sich lieber verkrümeln möchte. Und vorallem suche weiter…hör nicht auf.

Ich habe dazu gelernt und gebe nur einmal diese Ratschläge…ob er die beherzigt weiß ich nicht. Das hat er sich wohl auch schon überlegt…also bin ich mal gespannt…und ich kann es auch nicht beeinflussen….aber immerhin hab ich alles versucht um ihn in die richtige Richtung zu bringen.

Unentspannt auf dem Beifahrersitz

Mein Putzeinsatz hat sich gelohnt und so haben wir dann tatsächlich Freitagabend (nach dem Ausflug in die Stadt) den Heimweg angetreten…das war eigentlich eine schöne Fahrt zurück….allerdings nur  bis es mal wieder Stress gab…

Ich bin es gewohnt zu fahren, fahre zügig und bin auch manchmal unbeherrscht in meinen Äußerungen, aber ich fahre dabei sicher ….und seitdem ich selber einen Führerschein habe (seit 30 Jahren) bin ich ein sau-schlechter Beifahrer….und das steigert sich noch, wenn ich dabei auf dem Beifahrersitz meines eigenen Autos sitze.

Diesemal hatte ich aber alles gut im Griff….also mich…und ich konnte meinem Süssen ruhig und detailliert erklären WANN und in WELCHEN Situationen ich  leicht panisch werde….er hat es sich angehört, ruhig gesagt er wird versuchen daran zu denken und es prompt nicht getan…also bin ich ein paar Mal echt nervös geworden und hab es ihm auch in relativer Ruhe auch gesagt, dass er doch besser diese „Spökskes“  lassen soll, auch als er ziemlich unkontrolliert versucht hat einen Autofahrer auf einer 3spurigen Autobahn zu disziplinieren….doch ca. 60km vor unserer Ankunft zuhause hat er voll den Koller bekommen und da bin ich dann laut geworden….na  super…

Also wenn ich mit eingeschaltetem Tempomat auf der rechten Spur fahre, vor mir taucht ein langsameres Auto auf und im Rückspiegel kommt ein Auto auf der linken Spur, dann kann ich doch entweder

  • noch mehr Gas geben und vor dem Auto auf die linke Spur ziehen, was aber meistens nicht zu empfehlen ist oder
  • das Gas reduzieren in dem ich den Tempomat ausschalte und mit Motorbremse versuche dem Vordermann nicht zu dicht aufzufahren oder
  • ich bremse leicht ab und schalte damit den Tempomat aus

Aber immer wieder mit eingeschaltetem Tempomaten  bis zur letzten Sekunde extrem dicht auf den Vordermann aufzufahren, nur um es evtl. doch noch mit dem Tempomaten zu schaffen,  das macht mir extrem Angst.

Da muss der Vordermann nur etwas  langsamer werden und dann ….PENG…..

Mein Schatz meint ich habe kein Vertrauen in seine Fahrkünste…doch hab ich, aber nicht in seine Idiotie und die der anderen Verkehrsteilnehmer. Als ich den Führerschein fürs Motorrad  gemacht habe, hat mein Fahrlehrer damals einen schlauen Satz gesagt, der mich bis heute begleitet: Du musst immer mit den Fehlern der Anderen rechnen…genau das tue ich….und wenn ich mal zu dicht auffahre weil mich jemand ärgert…was auch vorkommt, dann mache ich das einmal und dann dann schaltet sich mein Verstand auch schnell wieder ein und ich lass es dann sein.

Kaffee im Disneyland?

Seid Ihr in München schon mal beim Dallmayr gewesen? Diesem großen  Kaffeehaus aus der Werbung….

Die unterste Etage ist vollgestopft mit top gehaltener historischer Ladenausstattung  in anmutigen kleinen Bogenhallen die sich aneinander reihen und allen möglichen edlen und auch teuren Delikatessen… und noch mehr Touristen.

Aber so einige Sachen sind  wirklich lecker und trotzdem noch erschwinglich. Aber in dem Cafè im 1. Stock waren wir noch nie. Zum Abschied wollten wir das jetzt endlich einmal nachholen.

Hat man erst einmal den 1. Stock erreicht (beim letzten Mal hat uns eine Absperrkette informiert das oben eine „geschlossene Gesellschaft“  gastiert)…dann wird man als nächstes von einer Absperrkette aufgehalten, die aussagt, das man alleine keinen Schritt hineinsetzen sollte, sondern von einem  ….sagen wir mal Concierge zu einem Platz gleitet wird, sobald denn einer frei werden sollte.

Es ging recht zügig mit dem Warten und schon bald saßen wir im Cafè…direkt gegenüber den noch im Eingang wartenden Menschen….Hier war alles bunt gemischt.

Touristen der normalen Art  erkennt man i.d.R. an Ihrer legeren Kleidung und  den obligatorischen Rucksäcken, Tüten diverser Bekleidungsläden im unteren bis mittleren Preissegment und an den vielen unterschiedlichen Sprachen …Einheimische oder zumindest dort Lebende dagegen erkennt man öfter mal an einem anderen Kleidungsstil, der gelassenen Art sich zum Tisch geleiten zu lassen und den oftmals großen ausladenden  Tüten genau dieses Kaffeehauses.

…und schon da wurde uns bewusst, hier zu sitzen hat nichts…aber auch gar nichts mit einem entspannten Kaffeehaus-Besuch zu tun, in dem das Trinken eines Kaffees und einer netten Unterhaltung mit seiner Begleitung im Vordergrund steht, sondern es geht um das Sitzen in einem Kaffeehaus um genau da zu sitzen und um sagen zu können, wir waren hier.

Entschuldigt diese etwas umständliche Formulierung….aber ich fand es halbwegs grotesk….es war wie im Taubenschlag….ein ständiges Kommen und Gehen…eine Stammkundin die sich an der Schlange vorbei Ihren Tisch selber gesucht hat, nur um gleich dem Kellner Bescheid zu geben, das sie doch lieber die andere Seite nimmt…die Touristen die wartend in der Schlange stehen, die Enge der dicht gestellten Tische und die teilweise unhöflichen Menschen, sich auch noch so nah auf der Bank zu quetschen, egal ob man fremden Menschen dabei zu nahe kommt…dabei waren die Kinder noch zivilisierter im Benehmen, als so mancher Erwachsener.

Und wir saßen mitten in diesem Treiben. Unsere Kellnerin war super nett, der Latte Macchiato war lecker, ebenso der Apfelkuchen (mit Sahne – jawohl)….

Mein Schatz hat es auf den Punkt gebracht…es hatte  fast etwas von Disneyland. Eine Attraktion die man gesehen haben muss.

Ich fand es toll, das wir da waren, auch wenn ich es mir anders vorgestellt habe….und beim nächsten Mal suchen wir uns garantiert wieder ein gemütliches kleines Cafè und trinken ihn dort, den leckeren Dallmayr-Kaffee.

Italien geht besser 

Wir hatten uns beim Italiener für ein Menü für 2 entschieden.. Mit Nudeln und diversen gegrilltem Fisch und einem gemischten Vorspeisenteller.

Das klang lecker und ich hatte Hunger…..wir hatten einen netten Platz, das Restaurant war voll, es gab Tischdecken und es herrschte eine nette Atmosphäre… 

Zuerst kam ein Korb mit dickgeschnittenem Olivenbrot… Oh lecker dachte ich……ohhnhh wie trocken schmeckte ich. Mein Schatz fragte ob es noch etwas dazu gebe….Der Kellner war überrascht und meinte er wüsste nicht was, könnte uns aber etwas Butter anbieten…

Der Vorspeisenteller bestand aus  lieblos geschichteten diversen sauer eingelegtem Fisch und Gemüse,  Hauptbestandteil Knoblauch…Aber die Sonne Italiens konnte ich darin nicht finden. Das kenne ich auch in der Variante: lecker.

Dann kam die Pasta mit Pilzen und Shrimps, die war wirklich lecker. Daher stammten auch meine positive Erinnerung.. Ich hatte mein letzten mal auch Pasta. 

Zum Glück waren wir nach den Nudeln schon fast satt, denn dann kam der Fischgang mit dem Salat. Und das war eine Frechheit.. Der Salat war komplett OHNE dressing und such kein Essig/Öl.  Und beim Fisch musste ich  schon zweimal hinschauen… Eine Platte für 2 sollte.von allem immer etwas zweimal haben, okay wir haben die Fischstückchen dann selber geteilt….Und der Kabeljau war super,  die Garnele auch, der Lachs zu trocken und diese dünne flache Scheibe sollte wahrscheinlich Tunfisch sein.dazu ein Microoptopus   und Mini-tube
Schade… Wir hatten etwas mehr erwartet…. Also nicht mehr Essen, aber eben Besseres.

Das ganze wirkte lieblos. Der Koch hatte bestimmt keine Freude an den Produkten. Massenabfertigung….

Obwohl wir Beide in verschiedenen Firmen -Kantinen schon wesentlich besser gegessen haben.

Das ist schon schade. Hier kann man also Pasta essen, den Rest lieber nicht 

Die Haare und das Wohlbefinden

Die Haare einer Frau sind ihr Schmuck…und nur wenn unsere Haare in Ordnung sind, fühlen wir uns wirklich schön.

Für mich gehört seit Jahren, neben einem exaktem Schnitt auch das Haare färben dazu…meine Farbe ist das leuchtende Rot…

Oder zumindest soll es das sein. Nachdem vor 2 oder 3 Jahren bereits mein langjähriges Färbemittel von Schwarzkopf „Brokat Rot“ aus dem Programm genommen wurde, habe ich alle noch im Internet verfügbaren Restbestände aufgekauft…ich glaube das waren 12-13 Stück…das hielt dann eine ganze  Weile.

Doch dann kam der Tag an dem ich mich für ein neues Produkt entscheiden musste…nach einigen Fehlversuchen hab ich mich dann wieder für Schwarzkopf entschieden: „Real Red“…und was soll ich sagen, kaum benutze ich es ca. ¾ Jahr ist es nicht mehr in den Läden vorrätig…also hab ich mal eben im Internet 5x davon gekauft.

….und weil ich gerade dabei war auch noch  ein „paar“ Flaschen unseres Haarlacks…welches innerhalb von ein paar Wochen um 70% im Preis gestiegen ist …. Das ist echt unverschämt. Im Internet gab es den Haarlack noch zu einem fast normalen Preis.

Soooo….nun geht es mir besser, denn ich weiß das ich für meine Haar und mein Wohlbefinden vorgesorgt habe…jetzt kann ich mit dem heutigen schrecklichen Färbeergebnis besser um gehen. Es ist NICHT leuchtend Rot, sondern eher ein dezentes Schwarz-Rot….das bin nicht ich.

Abschied von der Fernbeziehung

Jetzt hab ich mir die kommenden 2 Tage Auszeit aber wirklich verdient.

Die letzten Tage haben ganz schön an meinen Nerven gezerrt und mich mal wieder an eine Leistungsgrenze gebracht. Meine Abwehrkräfte haben bisher phantastisch durch gehalten…ich bin zum Glück nicht ganz so anfällig für die Viren und Bazillen von Kollegen und meinem Süßen.

Sooo und nun packe ich gerade mein Auto voll und bereite mich auf meine Fahrt vor.  Ich schleppe jede Menge Putzmittel mit,  eine Gästebett mit Decke und Kissen, Klamotten für 2 Tage, ein paar Klamotten für meinen Süßen. Morgen früh fahre ich die knapp 400 km zu meinem Freund und bereite den Auszug aus seinem Appartement vor…in jeder Hundehütte ist mehr Platz…lach trotzdem muss vor der endgültigen Übergabe an den Vermieter alles sauber und ordentlich sein….

Mein Schatz muss ja noch arbeiten und morgen Abend gehen wir dann in ein kleines italienisches Restaurant…das fand ich schon vor fast 2 Jahren sehr nett….es wird ein Abschied von der Fernbeziehung….es dauert nur noch ein paar Tage, dann ist das Geschichte und wir sind wieder näher zusammen…nur noch getrennt durch ein Stockwerk …und nicht knappe 400km.

Die Zukunft ist weiter ungewiss…aber es wird schon weiter gehen… irgendwie…und wer weiß wozu das alles gut ist. Ich glaube daran, das alles seinen Sinn hat, das alles auch einem Zweck dient, auch wenn man es jetzt noch nicht erkennt.

Aber es ist eine Veränderung. Und Verändungen machen mir erst einmal Angst….

Überstunden und mehr

Überstunden in dieser Woche: 21 Std.

Das Ergebnis ist: ich bin innerlich derartig unruhig, das ich weder still sitzen, noch entspannen kann. Und ich bin zu kaputt zum Einschlafen. Ein beschi….nes Gefühl ist das.

Mein Freund ist zu allem Überfluss auch noch mit triefender Nase  und Schulterproblemen aus dem Zug gestiegen und so war das geplante faule Wochenende mit meinen Verspannungen, Übermüdung und Unruhe am Ende doch eher eine aktive Krankenstation.

Gerettet hat mich am Samstagabend dann ein Entspannungsbad….DAS tat mir ja sooooo gut und danach hatte ich auch genügend Ruhe um endlich ein wenig zu schlafen. Ins Bett bin ich dann bereits um 22:30 Uhr gegangen…an einem Samstagabend….na egal, das zumindest hat wirklich gut getan….

Mein Schatz wollte keine Wärmekompresse für seine Schulter….die hab ich ihm jedoch einfach untergejubelt als er so halbwegs schlief…und ins Erkältungsbad ist er erst heute Nachmittag gegangen…ja das hat auch ihm geholfen….trotzdem ist diese Schniefnase heute Abend wieder in den Zug gestiegen…. Seufz.

Ich werde Morgenfrüh dafür bereits um 6 Uhr im Büro sein, ich versuche es zumindest….so hab ich dann noch etwas Zeit bevor ich die Zahlen fertig haben muss…Diese und nächste Woche wird noch einmal hart werden……ich hoffe bloß ich hab mich bei meiner Schniefnase nicht angesteckt.

Abstimmung zum Untergang

Es ging nicht mehr und nicht weniger um den Fortbestand des Vereins, der in den letzten 2 Jahren dramatisch zusammen geschrumpft ist.

Nachdem in den letzten Monaten bereits das Trainingsangebot spürbar eingeschränkt wurde und sich bereits 2 Trainingsgruppen aufgelöst haben, bleibt nicht mehr viel übrig….

Tja und nun sollten die Mitglieder den Vorstand ermächtigen um mit anderen Vereinen über eine Verschmelzung zu verhandeln.

Also entweder es findet eine Verschmelzung statt oder der Verein wird aufgelöst. In beiden Fällen heißt das für die restlichen aktiven Mitglieder sind über sein zukünftiges Training Gedanken zu machen: Welcher Verein bietet die besten Trainer / Trainingsräume /Trainingszeiten…

Und Was machen unsere paar „Hanseln“? Sie verlieren sich in Kleinigkeiten:

-ob man den Raum an jedem Tag zu jener Zeit nicht erhalten kann

-das andere Zeiten nicht passen

-das andere Räume zu weit weg sind

-das man  als Breitensportler nicht mehr als Breitensportler eingestuft werden möchte, da man doch schon mehr…aber eben noch kein Turniersportler

-das man den Breitensportlern doch mal erzählen soll, dass sie die Stütze des Vereins sind

HAALLLOOOOOOO…es geht hier um den Verein der gerade dabei ist sich auf die eine oder andere Weise aufzulösen….Und am Ende heißt das, es bleibt nichts wie es ist….

Ich hatte bereits nach 45 Minuten überhaupt keine Lust mehr…hab dann noch meine Stimme abgegeben und mich vorzeitig (nach mehr als 2 Stunden ) davon gemacht. Hundemüde weil ich bereits seit 5 Uhr morgens auf den Beinen war und um 22.30 Uhr schon hundemüde….

Das es mal so enden würde darüber haben wir schon vor 2 Jahren im Vorstand gesprochen…kurz bevor ich mich aus der Vorstandsarbeit zurück gezogen habe. Ich habe gute Erinnerungen an den Verein. Es mit der 1. Verein überhaupt in dem ich Mitglied war…und ich war 4 Jahre im Vorstand ….jetzt bin ich noch passives Mitglied und werde es bleiben bis der Verein seine Selbständigkeit verliert…dann kündige ich endgültig.

Aber von dem großen Saal in dem ich so viele Jahre aktiv  trainiert habe, den werde ich doch vermissen….denn dieser wird auch noch im nächsten Jahr umgebaut…. Ein wirklich großer Saal, mit alten Parkett, einer Besucherempore mit roten verschlissenen Sitzplätzen, einer Bühne auf der wir immer die Musikanlage plaziert haben und unseren Ordner, die Getränke und manchmal haben wir auch auf dem Bühnenboden gesessen, die Beine baumeln lassen und den anderen zugeschaut…

Auf der Bühne gab es noch einen Vorhang und den Schaltkasten für das Licht…da waren unglaublich viele Knöpfe…die man immer fast alle drücken musste um den Saal gut auszuleuchten….ich hab sehr viele Erinnerungen an sehr viele Trainingsstunden, an sehr viel Drill, an sehr viel Gelächter und Spaß, an manche Flasche Sekt zu bei Geburtstagen beim Umtrunk geleert wurde…Es gibt sogar Videoaufnahmen von unseren Trainings in der Anfängerklasse…lach…

Sorglose Leichtigkeit

Gestern musste ich zu einer Vereins-Versammlung und ich war etwas zu früh. Also blieb ich mitten in Frankfurts Ausgehviertel einfach im Auto sitzen, bis es Zeit wurde.

Es war kurz vor 19 Uhr, einige Geschäfte haben sich auf den Feierabend vorbereitet und es wurde Dunkel. Immer wieder liefen Menschen zügig vorbei,  mal gut gekleidet in Anzug oder Kostüm, mal  leger im Freizeit-Look, mal mit Hund, mal mit Kind, kurz rein in ein Geschäft und schnell wieder raus…

Jeder schien ein Ziel zu haben…keiner schlenderte nur einfach so dahin. Feierabend – ab nach Hause oder  zu einer Verabredung …die allgemeine Stimmung enthielt eine Leichtigkeit. Weil ich diese gerade nicht habe, fiel es mir besonders auf.

Und ich fragte mich bei fast jedem den ich so beiläufig beobachtete: Der Frau geht es gut oder?…die scheint keine Sorgen zu haben?…Dem Mann scheint gar nichts Sorgen zu bereiten oder doch?

In Mitten dieser Situation wurde mir bewusst wie beschwert ich mich gerade fühle… Eine meiner Mitarbeiterin ist ausgerechnet in dieser Woche krank…in der Woche in der wir ohnehin im Monat am Meisten zu tun haben, dann ist auch noch Quartalsende und wir müssen  zusätzlich noch die Revision vorbereiten…also alles muss noch ordentlicher berechnet werden, als wir es ohnehin schon tun.. Ich arbeite jetzt wieder zwischen 9-11  Stunden und hab trotzdem das Gefühl nichts wird fertig und die privaten Sorgen sind auch immer da…Na egal, auch diese Zeit wird vorüber gehen.

Mein persönlicher Rückblick – 3.Oktober

Heute ist Feiertag und ich hab  fast 6 Stunden im Büro verbracht…Das musste leider sein…

Doch auf dem Rückweg kam mir dann wieder der Anlass für diesen Tag in den Sinn. Tag der Deutschen Einheit. 27 Jahre später ist dieser Tag ein weiterer gern angenommener freier Tag im Jahreskalender…aber ist er auch wichtig für uns?

Jein…ich bin ambivalent in dieser Frage.

Ich finde es richtig so einen Feiertag zu haben, um es nicht als selbstverständlich hinzunehmen, das es nur ein Deutschland gibt, denn es war ein steiniger Weg dorthin, unter dem viele viele Menschen leiden mussten…. Auf der anderen Seite wäre es besser für das eine Deutschland wenn es selbstverständlich wäre, dann wäre die Teilung auch raus aus den Köpfen. Anstatt immer an die Teilung zu erinnern, sollten wir uns auf das Zusammengehören konzentrieren.

Doch für den durchschnittlichen Wessi ist das gar nicht so leicht. Ich bin in NRW groß geworden und meine Familie hatte keine Verwandten im Osten. Wovon immer alle sprechen, das West-Pakete in den Osten zu den Verwandten geschickt wurden kenne ich also gar nicht…auch war ich nie in der DDR zu Besuch…bei wem auch?

Diese Gefühle der Zerrissenheit sind mir genau so fremd und als junger Mensch sah ich die Notwendigkeit nicht…es war halt so und betraf mich nicht.

Und in den Jahren der friedlichen Revolution des Ostens mit der Öffnung der Mauer  Ende der 80er Jahre und der darauf folgenden schwierigen Jahre für die Ostdeutschen….da fand ich das zwar spannend, aber es war so weit weg von meinem Leben.

Viel spannender war da mein eigenes Leben. Ich war 21 Jahre alt…hatte meine Lehre beendet, gerade meinen ersten eigenen Hausstand mit Freund und versuchte trotz extremer Schüchternheit mich beruflich zu festigen…Das alles war so nah  und so beängstigend, da blieb nicht viel Energie für die große politische Lage.

Das änderte sich erst als ich in der Weiterbildung eine Sitznachbarin hatte, die aus dem Osten kam. Wir freundeten uns an und bildeten für 2 Jahre eine Lerngemeinschaft.

…und mit ihr hatte „Der Osten“ auf einmal ein Gesicht und einen Namen und damit auch eine Geschichte….und sie hat vom wirklichen Leben erzählt.

Ein paar Jahre später fing ich dann an mich intensiv mit der Geschichte Deutschlands zu beschäftigen: 2. Weltkrieg, Hitler, die Kapitulation 45, die Nachkriegsjahre, der Wiederaufbau in beiden Teilen Deutschlands. Das Leben in West und Ost…bis zur Öffnung der Mauer und den nachfolgenden schwierigen Jahren…mit Gewinnern und Verlierern.

Man mag ihn…oder man mag ihn nicht, aber der Historiker Guido Knopp mit seinen Büchern und der Schwemme an Dokumentationen im Fernsehen schuff die Grundlage meiner Wissbegierde, die bis heute anhält….und heute scheinen mir die Menschen in meinem Land, egal ob Osten oder Westen viel näher zu sein.